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Eichener Anzeiger

Montag. 15 Dezember 1041

191. Jahrgang ttr.297

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InSüdmalaya britische Panzerdivision vernichtet

Tokio. 14. Dez. (DBB.) Das japanische Haupt­quartier meldet, daß die japanischen Landungs­truppen in Südmalaya feindlichen Widerstand ge­brochen haben und tief in die feindlichen Stellungen eingedrungen find, hierbei wurde eine britische Panzerdivision vernichtet, wobei 20 Tanks, 16 Paks und 60 gepanzerte Kraftwagen erbeutet wurden.

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Die Panzerschlacht in Süd-Malaya überrascht die Welt nicht so drastisch und so unvermutet wie die Versenkung derPrince of Wales" und derRe- pulse"; sie ist nach der Zahl der teilnehmenden Panzerkampswagen auch nicht so groß wie die be­rühmten Panzerschlachten in Flandern oder im Osten. Aber sie ist trotzdem eine Sensation, weil die Panzer erst gelandet werden mußten. Und zwar an der seichten Ostküste von Süd-Malaya, die ebenso hafenarm ist wie die gebirgige Ostküste hafenreich ist. Es haben also Landungsoperationen größeren Stils erst stattfinden müssen, die weder durch die englischen oder holländischen Seestreit­kräfte, noch durch die englisch-holländische Luftwaffe gestört werden konnten. Die bloße Tatsache der Panzerschlacht wirft auf das heutige Stärkeverhältnis in der Umgebung des Nervenpunktes Singapur ein

Tokioter Betrachtungen über die

Schlaglicht. Das rein erfolgmäßige Ergebnis spricht für sich selbst.

Daß die Schlacht in Süd-Malaya stattge­funden hat, ist ebenfalls bezeichnend. Die 1200 Kilo­meter (!) lange malaiische Halbinsel ist ihrer Struk­tur nach (ebenso wie die ostindischen Inseln) ein Ausläufer des Himalaya. Zwei Drittel der Halb­insel sind mit Mittel- und Hochgebirgen bis zu 2500 Meter Höhe bedeckt. Zwischendurch liegen engere oder breitere Täler und kleinere Ebenen, die mit dichten Dschungeln bewachsen sind. Dieser Aufbau des Landes ist für Panzer- Machten nicht einladend. Anders ist es aber i m Süden, wo unmittelbar vor Singapur eine weite Ebene die Halbinsel ausfüllt, aus der nur einzelne Gebirgsstöcke auftauchen. Die angreifenden Japaner hatten alfo hier eine für die Verhältnisse der ma­laiischen Halbinsel große Bewegungsfreiheit. Wichtig ist, daß von Singapur eine Bahn durch die ganze Halbinsel bis nach Bangkok führt. Diese Bahn ist durch den japanischen Panzerangriff entweder schon unterbrochen oder steht vor einer entscheidenden Störung. Damit sind die im Nordteil der ma­laiischen Staaten, an der thailändischen Grenze ope­rierenden anglo-indifch-australischen Streitkräfte von der Landoerbindung mit Singapur abgeschlossen. Die Seeverbindung aber ist durch die japanischen Luftangriffe wesentlich erschwert.

Auswirkungen der bisherigen Erfolge.

dem Deutschen Reich, Italien und Japan anderseits einaetreten ist, hat die rumänische Regierung dem Geschäftsträger der Bereinigten Staaten in Buka­rest mitgeteilt, daß sich Rumänien im Kriegszustand mit den Bereinigten Staaten von Amerika befindet.

Der ungarische Ministerpräsident und Außenmi­nister von Bardossy hat dem Gesandten der Bereinigten Staaten folgende Note überreicht: Die königlich-ungarische Regierung betrachtet auf Grund des am 27. September 1940 geschlossenen Drei­mächtepaktes den Kriegszustand, der zwischen den Vereinigten Staaten und Japan, Deutschland und Italien festgestellt wurde, auch gegenüber, Ungarn als bestehend.

Botschafter Oshima erhielt die höchste deutsche Auszeichnung

Berlin, 13.Dez. (DBB.) Der Führer emp­fing in Gegenwart des Reichsministers des Aus­wärtigen von Ribbentrop aus Anlaß der Unterzeichnung des Abkommens, durch das die Achsenmächte sich mit Japan zu gemeinsamem Kampf bis zum Endsieg zusammengeschlossen haben, den kaiserlich japanischen Botschafter in Berlin, General Oshima, in Sonderaudienz und über­reichte ihm in Anerkennung feiner hervorragenden Verdienste um das Zustandekommen des Dreimächte­paktes die höchste Auszeichnung, die Deutschland zu vergeben hat, das Grotzkreuz des Ordens vom Deutschen Adler in Gold.

Oer Kehler in Roosevelts Pazifik-Rechnung.

Wenn Roosevelt sich nach dem 7. Dezember mit scheinheiliger Miene über die japanische Niedertracht beklagen zu können glaubte, so wird er damit nui bei denen Anklang finden, die gleich ihm der Mei­nung sind, daß die Vereinigten Staaten von Ame­rika sich alles erlauben können, ohne daß irgendeine andere Nation berechtigt wäre, der amerikanischen Anmaßung Widerstand entgegenzusetzen. So unge­fähr ist nämlich der Zustand im Stillen Ozean ge­wesen, bevor Japan am 7. Dezember mit einem Unerhört wuchttgen Gegenschlag alle amerikanischen Pläne über den Haufen warf. Seit im Juli 1854 der amerikanische Kommodore Perry gewaltsam die Oeffnung Japans für den U8^.-Handel erzwang, war es ständig das Streben der amerikanischen Po­litik, das Aufkommen Japans nach Möglichkeit zu verhindern. Der einmal geweckte Lebenswille der japanischen Natton erwies sich jedoch als unüber­windlich. In rund 85 Jahren erlebten die Japaner eine in der Geschichte beispiellose BeVölkerungsZu­nahme und wurden zu einem Volke, das mit 105 Millionen Menschen nur wenig hinter den 130 Mil­lionen der Bevölkerung der Vereinigten Staaten zurücksteht. Diesen 105 Millionen Japanern steht aber auf den japanischen Inseln selbst nur der sechzehnte Teil des Lebensraumes zur Verfügung, den die Vereinigten Staaten be­sitzen. Und weiter: während die Amerikaner in ih­rem Lebensraum über fast alle Rohstoffe der Erde,

Die Volksgemeinschast zu jedem Opfer bereit.

Japan« erste Krieaswoche

T o k i o, 15. Dez. (Europapreß.) Nach einer Woche Krieg gegen Großbritannien und die Vereinigten Staaten stellen die japanischen Blätter am Sonntag fest, daß die bisherigen Kampfergebnisse für Japan durchaus befriedigend seien. Der brillante, von un­erhörtem Erfolg gekrönte Vorstoß der japanischen Marine und Luftwaffe gegen Hawai habe den Schluß zulassen können, daß Japan eine exzen­trische, weit über den südwestlichen Pazifik hin­ausgreifende Strategie verfolge. Die Blätter weisen aber daraus hin, daß Japans militärische Führung in weiser Beschränkung aus den natur­gegebenen Kampfraum den Krieg ent­wickele. Die Vernichtung eines erheblichen Teiles der nordamerikanischen Schlachtflotte bei Pearl Har­bour habe die wichtige Voraussetzung für eine er­folgreiche Durchführung des Feldzuges innerhalb dieses Raumes geschaffen. Durch die japanischen Er­folge seien für die Vereinigten Staaten erhebliche Nachschubschwierigkeiten nach den Philippinen ent­standen.

Mit der gleichzeitigen Vernichtung des Kerns der'britischen Ferno st flotte ist nach Ansicht japanischer Marinekreise die nötige Zeitreserve für eine planmäßige Durchführung der japanischen Landoperationen auf den Phi­lippinen und auf der malaiischen Halbinsel gegeben. Die Landoperationen, so wird weiter festgestellt, seien bisher unter erstaunlich geringen Verlusten für die japanischen Truppen in enger Zusammen­arbeit zwischen Marine und Landheer vor sich ge­gangen. Die wiederholten schweren Luftbombarde­ments, die zur Unbrauchbarmachung der nord­amerikanischen Luftbasen auf den Inseln Mid- wey und Wake führten, hätten eine wichtige Flankendeckuna der nordamerikanischen Stütz­punkte geschwächt. Die Besetzung Guams bedeute eine weitere Erschwerung für die Versorgung der Philippinen durch die Vereinigten Staaten. Mit diesen strategischen Erfolgen sei gleichzeitig die Be- drohung des japanischen Mutterlandes durch feind­liche Luftangriffe vermindert worden. Zur Zeit richte sich der Hauptstoß der Japaner auf Hong­kong.

In der japanischen Oeffentlichkeit wird besonders der große Anteil unterstrichen, den die japanische Luftwaffe hei den bisherigen Erfolgen für sich buchen Fann. Praktisch habe Japan im südwesllichen Pazifik die Luftüberlegenheit errungen. Diese Neberlegenheit sei besonders bei der Luft- und Seeschlacht von Kuatan zum Ausdruck gekommen und habe auch zu den schweren 'Verlusten der bri­tischen und nordamerikanischen Schlachtflotten ge­führt. Die britisch-nordamerikanischen Ueberlegun- gen, daß Japan zu erfolgreichen Operationen im südwestlichen Pazifik nicht fähig sei, sind, so wird hier festgestellt, durch die Ereignisse der vergange­nen Woche widerlegt worden.

Hongkong lehnt Llebergabe ab

Nanking, 14. Dezember. (DNB.) Der Sprecher der japanischen Armee gab bekannt, daß nach der Einnahme von Kaulun der Oberbefehlshaber der gegen Hongkong operierenden japanischen Truppen zur Vermeidung von unnützem Blutvergießen die Briten aufforderte', sich zu ergeben, da Hongkong jetzt der japanischen Einschließungsarmee preisgegben fei und im Bereich der japanischen Ge­schütze liege, die, wenn sie in Aktion treten müßten, auch unter der unschuldigen chinesischen Bevölkerung große Verluste verursachen würden. Nach einer Europapreß-Meldung aus Tokio hat der britische Gouverneur die kampflose llebergabe der Insel abgelehnt, fodaß die Beschießung der Insel auch am Sonntag noch andauerte.

Die Einnahme von Kaulun am vierten Tage nach Beginn des Angriffes auf Hongkong bedeutet den Einbruch der japanischen Truppen in die Hauptverteidigungslinie der britischen Festung. Der nördliche Sektor von Kaulun, der be­reits in den Händen der japanischen Truppen ist, ist ein modernes Befestigungssystem mit zahlreichen dichtgestaffelten Werken und Feldbefestigungen von sechs Kilometer Tiefe. Nachträglich wird bekannt, daß die japanischen Truppen bereits am 10. Dezem­ber mittags mit ihren Sturmabteilungen den von britischer Seite als uneinnehmbar bezeichneten, dreihundert Meter hohen Kinshan-Hügel er­stürmten. Nachdem nunmehr das aus dem Festland gelegene Kaulun erobert wurde, wird der Angriff auf Hongkong selbst vorbereitet.

Neue heftige Luftangriffe.

Tokio, 14. Dez. (Europapreß.) Die japanische Luftwaffe war über das Wochenende wieder sehr regsam. Starke Luftangriffe richteten sich gegen feindliche Flughäfen in Burma und Malay a, so vor allem bei Penang an der Nordwestküste Malayas und auf den Flughafen Victoria in Süd-Burma. Trotz starker Abwehr konnten zwei Transporter versenkt und einer schwer beschädigt werden. An Flugzeughallen entstand schwerer Scha­den. Mehrere Flugzeuge wurden zerstört. Bei den Angriffen auf Flugplätze an der Südspitze Burmas und bei Katan in Malaya wurden Hallen, Flug­zeuge und Oellager zerstört. Von diesen Opera­tionen kehrten drei japanische Flugzeuge nicht zu ihren Stützpunkten zurück. Große Einheiten japa­nischer Marineflugzeuge griffen Flugplätze und Nickelfelder im Süden d e r Insel Luzon an. 43 feindliche Flugzeuge wurden am Boden ver­nichtet. Ein feindliches Fliigzeüg wurde abgeschossen. Bei diesen Operationen gingen nur zwei japanische Flugzeuge verloren.

Die Oreierpoktstaaten geschlossen gegen -en Weltfein-.

Berlin, 14.Dezember. (DBB.) Bachdem die Bereinigten Staaten durch Provokationen und Angriffshandlungen den Krieg mit Deutschland. Italien und Japan her- ausgeforbert und ausgelöff haben, haben sich getreu dem Geiste und den Bestimmungen des Dreimächtepaktes Bulgarien, Kroatien, die Slowakei, Rumänien und Ungarn gleich­falls mit den Bereinigten Staaten als i m K r i e g s- Zustand befindlich erklärt. Bulgarien, Kro­atien und die Slowakei verbanden mit diesem Schritt ihren Eintritt in den Krieg gegen Eng­land.

In der bulgarischen Kammer gab der Vorsitzende und der Außenminister seine Stellung nähme zu dieser Frage ab, und die ^georb * billigten einstimmig und durch Zuruf Beschluß der bulgarischen* Regierung.

In Agram wurde der kroatische Minister­

rat zu einer Außerordentlichen Sitzung einberufen, in der eine Erklärung des Poglavnik gebilligt wurde; darin heißt es, daß die Regierung des un- abhängigen Kroatten getreu den Buchstaben und dem Geist des Dreierpaktes die Notwendigkeit einer vollkommenen Solidarität und engsten Ver­bindung der europäischen Staaten in dem Kamps aegen die angelsächsische Plutokratie anerkenne, sich an die Seite'der großen Mächte des Dreierpaktes stelle und erkläre, daß sich der unabhängige Staat Kroatien mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika im Krieg befindet.

Aus Grund des Arttkels III des Dreimächtepaktes erklärt die slowakische Regierung, daß gemäß der Entscheidung des Präsidenten der Republik sich die Slowakische' Republik als im Kriegszustand mit den Vereinigten Staaten von Amerika und mit Groß­britannien befindlich betrachtet.

In Verfolg des Kriegszustandes, der zwilchen den Bereinigtem Staaten von Amerika einerseits und

Ein offenes Wort des Gauleiters an die Heimat.

NSG. Arn Sonntagnachmittag sprach Gauleiter und Reichsstattholter Sprenger auf einer Kund- gebung der Partei in Ufingen über die Notwen­digkeiten, die der Kampf unseres Volkes um Sein ober Nichtsein von der Heimat und damit von jedem einzelnen fordere. Vom Geiste der Zeitenwende er­füllt, mit den besten Waffen ausgerüstet und vom genialen Feldherrntum des Führers gelenkt, trotze die deutsche Wehrmacht heute und immer jedem gegen sie antretenden Gegner. Unvergänglich sei ihre Leistung, unsterblich ihr Dpfertum. Dieses Dpfertum allein aber sei auch der Maßstab der Bewertung jeder in der Heimat vollbrachten Lei­stung. Was bedeute es ihm gegenüber, daß wir hier und da einmal eine Mangellage zu überwinden haben, daß es z. B. weniger Weihnachtskerzen gäbe, daß es mehr und mehr an diesem oder jenem Bedarfsartikel, von Geschenkartikeln ganz zu schweigen, fehle! Diejenigen, die sich in der Rolle gefallen, darüber in kurzsichtiger Weise zu klagen und zu jammern, sollten bedenken, daß in Schnee und Eis des Ostens Millionen deutscher Männer kämpfen und Tausende von ihnen fallen, um der Heimat die Sicherheit des Lebens zu garantieren. Wenn dieses Leben dann nicht in gewohnter Be­haglichkeit und Ruhe vor sich gehen könne, sei dieser Verzicht wohl das Mindeste, was die Heimat zum Nutzen der kämpfenden Front aufzubringen habe. Eine Beleidigung der Front und eine profane Ent­wertung des Opferbegriffes wäre es folglich, wenn man angesichts der Blutopfer unserer Väter,

Söhne und Brüder die Ertragung unvermeidbarer auftretender Schwierigkeiten in der Heimat mit dem WortOpfer" bezeichnete.

Sv habe der Blick der Heimat allein dem Krieg und feinen Notwendigkeiten zu gelten. Was ihm diene, werde von uns willig aus­geführt, auch dann, ja, gerade bann, wenn es ein­mal gelte, die Zähne aufeinander zu beißen. Die Heimat müsse derartige Situationen umso bewußter ertragen tonnen, als sie heute weiß, daß sie ihre Ursachen allein in der umfassenden und vorsorgli­chen Sicherstellung unserer Kriegführung haben. Schieber und Kriegsgewinnler, die im Weltkrieg ihr schandbares Treiben durchführen konnten und damit die Kriegführung physisch und moralisch schwächten, fallen heute unbarmherzig dem national- sozialistischen Gesetz der Volksgemeinschaft zum Opfer. Die Partei sorge heute in der Heimat für den Grundsatz der Gerechtigkeit. Dem gerechten Sin­tert jedes Einzelnen am Leben unseres Volkes ent­spreche billigerw'eise auch der gerechte Anteil jedes Einzelnen an der Verteidigung unserer Freiheit. Rücksichtslos werde die Partei hier jede Dishar­monie ausschalten und für die Herstellung des not­wendigen Gleichgewichts besorgt fein.Das Ge­heimnis unseres Sieges ist der granitene Block der deutschen Volksgemeinschaft! Sie zu erhalten ist unser aller Pflicht. Mit ihr können wir voller Zu­versicht der geschichtlichen Entscheidung über die Zukunft der nächsten tausend Jahre entgegensehen!"

Oie Trauerfeier in Wien für Fel-inarfchall von Böhm-Ermotti.

Wien, 14. Dez. (DNB.) Mit einem Staatsakt vor der Hofburg nahm die Wehrmacht von einem der ruhmreichsten Heerführer der alten österreichisch- ungarischen Armee, Generalfeldmarschall Eduard Freiherr von Böhm-Ermolli, Abschied. Die Reichskriegsflagge auf der Hofburg und auf den Gebäuden der Wehrmacht wehen halbstock zu Ehren des Toten. Sechs hohe Pylonen, von deren schwarzen Tüchern das Eiserne Kreuz leuchtet, säu­men die oberste Stufe der Freitreppe zur Burg. Fächerförmig haben zehn Fahnen des ehemaligen österreichischen Heeres und die Traditionsfahnen der jungen Regimenter auf dem Treppenaufgang Auf­stellung genommen. Auf der gegenüberliegenden -Q-ront ist die Trauerparabe angetreten. Der Sarg, ber seit Freitag nacht in ber Marmorhalle her Hofburg aufgebahrt war, wirb auf ben Katafalk ge­hoben, her vor dem Aufgang zur Burg errichtet ist.

Die Trauerparabe präsentiert. Der Chef des Oberkommandos ber Wehrmacht, Generalfeldmar- schall Keitel, ber Befehlshaber im Wehrkreis XVII, General ber Infanterie Strcccius, ber Befehlshaber im Luftgau XVII, General ber Flak­artillerie Hirschauer, und ber Reichsstatthalter von Wien, Reichsleiter von Schirach, treten vor ben Katafalk Der alte österreichische Generalmarsch leitet ben Staatsakt ein. Nach bem Trauermarsch von Beethoven würdigt Generalfelbmarschall Keitel bas Leben und die Verdienste des verstorbenen Heerführers, seine Pflichterfüllung, seine Treue und seine Tapferkeit. Die Trauerparade präsentiert, die Fahnen senken sich, und leise erklingt das Lied vom guten Kameraden. Generalfelbmarschall Keitel legt als letzten Gruß bes Führers Und Obersten Be­fehlshabers ber Wehrmacht einen Kranz gelber Chrysanthemen an ber Bahre nieder, hebt den Marschallstab unb grüßt ben Verblichenen. Nun häufen sich vor bem Sarge die Abschiedsgrüße General ber Infanterie a. D. von Bardolff schmückt bie Bahre mit bem letzten Gruß ber Ritterschaft des Maria-Theresia-Ordens, während Gauleiter und Reichsstatthatter Henlein Dank unb Gruß ber su- betendeutschen Heimat überbringt.

Die Lafette, von sechs Rappen gezogen, fährt vor. Die Trauerparabe eröffnet bas Geleit. Hinter ber Trauerparade schreiten die Kranzträger Der La­fette mit dem Sarg folgen die nächsten Hinter­

bliebenen, denen sich das Trauergefolge änschließt. Durch bas Ehrenmal am Helbenplatz bewegt sich der Zug über den Ring zum Gebäude des Wehr­kreiskommandos am Stubenring. Taufende säumen die Straße. Vor bem Wehrkreiskommando wird der Sarg von einer motorisierten, Abteilung über­nommen unb zum Ostbahnhof geleitet, wo der Ber- eroigte bie Fahrt nach Troppa antrat, um hier in ber sudetenbeutschen Heimat zur letzten Ruhe be­stattet zu werben.

ReichsministerKerrl gestorben

Berlin. 15. Dez. (DBB.) Reichsminifler SA- Obergrnppenführer Hanns Serri ist in der Bachl zum Sonntag an den Folgen eines Herz­schlags plötzlich gestorben.

Hanns Kerrl wurde 1887 in Fallersleben ge­boren. Nach bem Besuch bes Gymnasiums betrat er die Laufbahn eines mittleren Justizbeamten. Beim Ausbruch bes Weltkrieges rückte er ins Feld, wurde verwundet unb hat sich bas E. K. 1 und 2 erworben Als Leutnant ber Reserve war er im Reserve-Jnfanterie-Regiment 260 bis zum Waffen- stillstanb Kompanieführer. Nach ber Demobilisierung trat er roieber in den Justizdienst in Peine ein, wo er bereits vor ber Novembererhebung im Jahre 1923 der NSDAP, beitrat und die erste Ortsgruppe ber Partei grünbete.

Seit jener Zeit war Hanns Kerrl ein unermüd­licher Streiter für die Bewegung. Als einer der ersten sechs Abgeordneten der NSDAP, zog er 1928 in das Preußenparlament ein. Am 20. Mai 1932 wurde er zum Präsidenten bes Preußischen Land­tages gewählt. Nach ber Machtübernahme wurde Kerrl zuerst preußischer Justizminister. Aus diesem Posten hat er sich durch die Einführung bes preußischen Erbhofgesetzes grofce Verdienste um bie Entwicklung eines arteigenen deutschen Bauernrechtes erworben. Später wurde ihm bie Leitung berReichsste 11e für Raumord­nung^ übertragen. Im Jahre 1935 übernahm er bann die Leitung bes neugebildeten Reichs- ministeriums für kirchliche Ange­legenheiten. Reichsminister Kerrl war SA.« Obergruppenführer und Generalarbeitsführer.