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Japan sammelt sich für seine außenpolitische Ausgaben. Viertägige Aussprache KonoyeS mit führenden Männern.

Verschiebung der Wahlreform erwogen.

führt die Fachbezeichnung Konvertierung". Es ist nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht des Staates, der die Anleihen aus laufenden Steuer­mitteln also aus dem Einkommen der Volksge­samtheit verzinsen mutz, die Verpflichtungen so knapp wie möglich, also zu dem niedrigsten Zins­sätze, einzugehen. Es kann also keine Rede davon sein, daß der Staat die Sparerschädigt", wenn et den Zinsfuß senkt. und die Anleihen so billig wie irgend möglich begibt.

Es ist noch nicht lange her, daß man in Deutsch­land die Frage diskutierte, ob es überhaupt ver­tretbar sei, Dermögensbesitzern Zinsen zu zahlen. Inzwischen haben auch die entschiedensten Gegner der Zinsberechnung eingesehen, daß es kein anderes Mittel gibt, die lebende Generation zur Einschrän­kung des Verzehrs und zur Ansammlung von Der- zehrsreserven für die Zukunft zu veranlassen, als die Ankündigung von Vorteilen für solches entsa­gungsvolles Verhalten. Gerade in Kriegszeiten ist es besonders wichtig, daß große Teile des laufenden Volkseinkommens vom Verzehr ausgeschlossen und der Kriegführung zur Verfügung gestellt werden. Der Staat, der die Zugrifssmöglichteit zum gesam- ten privaten Einkommen hat, verspricht den Dar- lehnsgebern also den Anleihezeichnern einen höheren Nutzen aus der Verschiebung des Verzehrs auf einen späteren Zeitpunkt. Hiergegen ist von kei­nem Standpunkt aus etwas einzuwenden. Wer dem Staat seine Ersparnisse zur Verfügung stellt, indem er Anleihen oder Schatzwechsel zeichnet bzw. kauft, bekundet damit einen besonderen Grad von Verbun­denheit gegenüber dem Staat und auch ein hohes Maß von Vertrauen. Darum ist auch vöm mora­lischen Standpunkt aus gegen die Zinsgewährung nichts einzuwenden.

Es ist ein Zeichen von wirtschaftlicher Stärke und Zukunstssicherheit, wenn in einem Lande der Zins­satz rückgängige Tendenz zeigt. Hohe Zinssätze herrschten und herrschen in solchen Ländern, auf deren politische und wirtschaftliche Zukunft kein gro­ßer Verlaß ist. Der Ueberzins stellt eine ArtRisiko, prämie" dar, die dem Geldgeber für die Gefahr gewährt wird, daß er sein Vermögen verlieren könnte. Im Deutschland der Jahre 1919 bis 1932 waren zahlreiche Auslands- und Inlandsanleihen zu 7 bis 8 v. H. verzinslich. Der Nationalsozialismus hat bereits vor dem Kriege den Zinssatz wieder auf 4% v. H. herabgearbeitet, ist dann zum 4prozentigen Typ gelangt und geht im neuen Jahr zum 3^pro- zentigen Anlei'hetyp über. Diese Neuerung ist keines­wegs ein Risiko. Aus den vorerwähnten Gründen ist eine Zinsvergütung von 3S n. 5). bei der heuti­gen Macht und Größe des Deutschen Reiches ange- messen und für alle diejenigen auskömmlich, bie ja außer ihrem Kapitaleinkommen auch noch dis Ar­beitseinkünfte aus einer voll beschäftigten Wirtschaft genießen.

In allen Ländern mit knappem Kapital pflegt der Zinsfuß verhältnismäßig hoch zu fein. Deutschland hat gegenüber den Westmächten den Grundsatz ver­treten, daß der Wert der produktiven Ar­beit nicht ober die Menge des vorhandenen Goldes den Kurs der Währung und damit den Wert des Geldes bestimmt. Die Gegner der deutschen Auffassung hatten als letztes Beweismittel gegen die Richtigkeit der ,Llrbeitswährung" den Hinweis auf den niedrigeren Zinsfuß, der in Großbritannien und Frankreich im Vergleich zu Deutschland bestand. Rückt jetzt der britische Zinsfuß nach oben, der deutsche Zinsfuß dagegen nach unten, so wird auch das letzte Argument gegen die deutschen.Wirtfchafls- grundsätze aus den Angeln gehoben. Es i*ft stets ein Zeichen von gesunder wirtschaftlicher Entwicklung gewesen, wenn in einem Lande die Arbeitseinkünfte durchschnittlich höher bewertet wurden als die Ka- pitaleintünfte. Für die Zukunfts-Sicherung der deut, scheu Arbeitsinvaliden wird übrigens nach den ausdrücklichen Erklärungen, die Reichsorganisations- leiter Dr. Ley im Namen des Führers abgegeben hat in anderer Weise ausreichend gesorgt werden.

Dänemark, Deutschland und das neue Europa.

Kopenhagen, 14. Ian. (Europapreß.) Dor der Dänisch-Deutschen Vereinigung in Kopenhagen sprach in Anwesenheit des dänischen Ministerpräsi­denten der Leiter der nordischen Verbindungsstelle, Dr. b. c. Draeger. Er umriß die geschichtlichen Hintergründe der politischen Konstellation in Eu­ropa, die auf eine entschiedene Ausschaltung Englands aus der Kontinentalpolitik hinarbeite. Dieser Prozeß prüfte für Dänemark eine konsequente Klärung seiner politischen Ein- stellung mit sich bringen, in welchem Geiste nicht nur eine vollständige Zusammenarbeit Deutschland-Dänemark auf wirtschaftlichem, sondern auch auf allen anderen Gebieten die Losung der Zukunft zu sein habe, die gleichzeitig die da- nische Politik von dem Ianuskopf einer zwiespälti­gen Orientierung nach Westen und Süden zugleich befreie. Dr. Draeger schloß mit der Versicherung, daß «ine solche Eingliederung Dänemarks in das kom­mendekrisenfeste Europa" keinerlei Begren­zung der Selbständigkeit und Frei­heit des Landes bedeuten werde.

Norwegische Arbeiter lernen die deutsche Sprache.

Oslo, 13. Ian. (Europapreß.) Die norwegische Landesorganisation der Arbeiter hat Abteilungen eingerichtet, die sich die Aufklärung und Schulung ihrer Mitarbeiter zur Aufgabe gesetzt haben. In erster Linie werden verschiedene F a ch k u r f e veranstal­tet. So hat für das Kennenlernen der deutschen Sprache ein sechzigstündiger Kursus begonnen, dessen Schülerzahl bereits 170 übersteigt. Für diesen Kursus ist ein besonderes Lehrbuch so­wie eine Grammatik gedruckt worden, mit deren Hilfe den Schülern das Erlernen der deutschen Sprache in möglichst kurzer Zeit ermöglicht werden soll. In anderen Kursen werden Buchführung, aktuelle wirtschaftliche und fachliche Fragen behan­delt. Die Schüler werden über die Stellung der Fachorganisationen im totalitären Staat unterrich­tet. Der Unterricht findet vorerst nur in Oslo statt. Es find aber Vorbereitungen im Gange, ihn über das ganze Land zu verbreiten. Weiter ist geplant, allen Arbeitern Theater-Vorstellungen zu verbillig­ten Preisen zugänglich zu machen. Eine weitere Aufgabe ist die Einrichtung von gemeinschaftlichen Ferien, die den Arbeitern Reisen, die sie sich sonst nicht hätten leisten können, ermöglichen sollen.

Jahrgang 1940 in Bulgarien vorzeitig einfccruftn. Sofia, 14. Ian. (Europapreß.) Durch eine Ver­ordnung des Kriegsministers wurde der Jahrgang 1940 zum 15. Januar 1941 unter bie Fahnen gerufen, ber regulär am 1. März eingezogen worden wäre. Es handelt sich um Rekruten, die den Artillerie-Regimentern zugeteilt werden.

Yokohama, 14. Ian. (Europapreß.) Am Diens. tag begann eine viertägige Besprechung zwischen der japanischen Regierung und den führenden Männern der Nation. Premierminister Fürst Konoye hatte dazu 400 Teilnehmer eingeladen, um mit ihnen am Vorabend des Zusammentritts des Reichstages die gesamte Lage durchzuspreä>en. Zur Dienstag- Konferenz sind 100 Reichstagsmitgiieder geladen, zu Mittwoch Mitglieder des Oberhauses, zu Don- nerstag Vertreter der Presse, und am letzten Tage werden die maßgebenden Wirtschaftsführer beim Ministerpräsidenten weilen. Von Regierungsseite sind alle Staatsminister zugegen.

Die Dienstag-Konferenz eröffnete Fürst Konoye mit einer ausführlichen Rede über die derzeitige Lage des japanischen Reiches und ging auch auf die diplomatischen Beziehungen Japans zur Sow­jetunion, zu Niederländisch-Jndien, Thailand (Siam), Französisch-Jndochina und insbesonder den ber­einigten Staaten von Nordamerika ein. Zur europäischen Kriegslage übergehend erklärte Konoye die große Parallele zwischen den Bestrebungen ber Achsenmächte in Europa und Japan in Ostasien, die zum Abschluß des Dreimächtepaktes geführt habe. Der Ministerpräsident hob Japans grimmige Entschlossenheit hervor, sich durch keinerlei Wider­stand von der Erfüllung der heiligen Aufgaben des japanischen Reiches ab palten zu lassen. Aus dieser ernsten außenpolitischen Lage zog Konoye für bie Innenpolitik bie Konsequenz, es sei vaterländische Pflicht eines jeden Japaners, jetzt alles Tren­nende zurückzu st eilen und die gesamten politischen, geistigen und wirtschaftlichen Kräfte ber Nation darauf zu konzentrieren, dieses ungeheure Weltringen erfolgreich zu bestehen.

Die Presse unterstreicht die Tatsache, daß der Pre- miermmister auch über die außenpolitische Lage ge­sprochen habe, statt damit den Außenminister zu be­auftragen, und erblickt in der gegenwärtigen Lage einen besonderen Ernst, zumal die von Roosevelt ge­triebene nordamerikanische Lawine im- mer rascher dem Krieg entgegenrolle. Nach dem Mi­nisterpräsidenten sprachen ebenso ausführlich Kriegs. Minister General T o j o und Marineminister Ad­miral Oikawa über den Krieg in China und Ja­pans militärische Lage zu Wasser und zu Lande. Nach diesen Vorträgen konnten die Zuhörer Fragen stellen, die von Konoye selbst oder den beiden Wehr­machtsministern ausführlich beantwortet wurden.

Die nächsten drei Konferenztage werden denselben Verlauf nehmen. Man erwartet, daß diese freimüti- aen Aussprachen den Reichstag überzeugen, baß Opposition gegen das Kabinett Konoye gegenwärtig durchaus unangebracht wäre. Die Regierung scheint auch bereit zu sein, ihrerseits der Opposition Zuge- ständnisse zu machen. Das Problem der javanischen Wahlreform, das schon seit Jahren diskutiert wird, besonders aber im letzten Sommer stark in den Vordergrund getreten ist, beschäftigt angesichts der bevorstehenden Reichstagseröffnung vor allen Dingen die öfsentliche Meinung. Es ist fraglich, ob das Kabinett die von ihm angenommenen Reform- vorschläge, nach denen nur ehemalige Hee - resangehörige und gesetzliche Fami- lienhäupter wahlberechtigt fein sollen, dem Reichstag vorlegen wird, da neue Bedenken gegen diese Vorschläge aufgetreten sind. So lehnt die Armee die Vorschläge über bie Wahlberechtigung ehemaliger Soldaten mit der Begründung ab, daß der Militärdienst nicht als eine Austauschware gegen die Wahlberechtigung betrachtet werden dürfe. In Kreisen der aktlvisttschen Reichstagsange- hörigen widersetzt man sich der Beschränkung der Wahlberechtigung auf die Familienoberhäupter, da

dadurch eine unzulässige Bevorzugung alter Reichs- tagsmitglieder erzielt werde, während den jüngeren aktiven Elementen beträchtliche Wählermengen ver­loren gehen würden. Unter diesen Umständen neigt man in Kreisen des Kabinetts dazu, die Wahlre­form um ein Jahr zu verschieben und gleichzeitig durch Aufschub ber für Mai bieses Jah­res vorgesehenen Wahlen Zeit zu gewinnen. Sollte man sich hierzu entschließen, so brauchte stch ber am 20. Januar zusammentretende Reichstag nicht mit ber Wahlfrage zu belasten, sonbern konnte seine ganze Aufmerksamkeit ben Aufgaben ber Can- desverteibigung zuwenden. Man kann an« nehmen, bah dieser Grund für die Entscheidung ausschlaggebend fei.

Die ZeitungMiyako meint, die Regierung wolle das dem Reichstag vorzulegende neue Wahlge - setz wesentlich ab ändern. Der neue Wahlgesetz­entwurf stamme aus dem Herbst vorigen Jahres; er sei vön radikalen Rechskreisen vorgebracht wor­den und würde, wenn er die Billigung des Reichs­tages erhalte, die freiwillige Abdankung des ver­fassungsmäßigen Parlaments zu Gunsten einer neuen Staatsform bedeuten. Dazu bestehe im Reichstag begreiflicherweise wenig Neigung. Der Ministerpräsident könnte durch ein Zugeständnis in der Frage des neuen Wahlgesetzes den Reichstag friedlich stimmen. Allerdings bliebe bann bas Pro­blem ber neuen japanischen Staatsform ein Torso. Jeboch neigten neuerbings auch in ben Regierungs­kreisen viele Ansichten bazu, den innenpoli­tischen Umbau im gegenwärtigen Augenblick gerade nicht zu beschleunigen, weil die drohende außenpolitische Lage solchen Experimenten abträglich sei. Auch ber Wirt­schaft, die seit Herbst häufig gegen bie diktatori- schen Eingriffe ber Bürokratie erfolgreich protestiert habe, scheine Konoye durch Gründung einer Art Wirtschaftskammer entgegenkommen zu wollen, die der Wirtschaft die Autonomie sichern solle, sofern sie großzügig und offenherzig dem Staat gebe, was ber Stach in feiner heutigen Kri­senlage beanspruchen müsse. .

Nach ber gleichen Zeitung ist die Bil­dung eines Kriegsrates geplant, um der wirtschaftlichen Herausforderung Japans durch Eng­land und USA. im westliche n und süd­lichen Pazifik die Stirn zu bieten. Dieser Kriegsrat wird aus dem Ministerpräsidenten und den Ministern des Krieges, ber Marine, des Aeußern, der Finanzen, des Handels, des Verkehrs, ber Landwirtschaft und ber überseeischen Besitzun­gen zusammengesetzt sein. Das Blatt fügt hinzu, ber aus Europa und Asien verdrängte englisch-norb- amerikanische Einfluß suche sich im Stillen Ozean zu behaupten. Japan müsse sich vorbereiten, um der neuen angelsächsischen Hanbelsoffensive zu begegnen. Q er Kampf gegen die Ueberfremdung

in Japan.

Tokio, 14. Ian. (Europapreß.) Die japanischen Straßen werben demnächst noch japanischer als bis­her aussehen. Nachbem kürzlich bas Informations­büro des japanischen Außenamts angetünbigt hatte, baß Pressekonferenzen grunbsätzlich nur in japa­nischer Sprache abgehalten werden, werben nun­mehr Bars, Teehäuser und Cafös, die Zum größten Teil Namen englischer Firmen getragen haben, umbenannt werben. Auch verschiedene Zigarettensorten werden umbenannt. Die Wieder- gaoe von Nachrichten in englischer Sprache durch den japanischen Rundfunk soll gleichfalls eingestellt werden.

Oer Mordplan gegen Faruk.

Ein Leben voller Gefahr führt seit Beginn der englischen Kriegsbiktatur in Aegypten ber junge König Faruk. Da er einen Teil seiner Studien- , zeit in England verbracht hat, so glaubte bie Regie­rung Churchill einige, freilich unbegründete Hoff- nungen auf ihn setzen zu können. Als er bie|e durch seine ruhige feste Haltung enttäuschte, kam es zu dem ersten Schritt Englands gegen die Person des Königs, indem man ihm im August vergange­nen Jahres seine wichtigsten Rechte als Souverän auf militärischem Gebiet nahm. Im Herbst wurde bann plötzlich seine Leibwache burch englisches Mi­litär ersetzt, so daß ber König nicht nur unter direk- ter englischer Kontrolle stand, sondern auch ben Nachstellungen bes englischen Geheimdienstes noch leichter zugänglich mürbe. Am 15. November fiel bann ber ägyptische Ministerpräsibent bei der Thronrede als Opfer bes britischen Geheimdienstes unb am 27. November der Verteidigungsminister auf feiner Dienstreise, beide wahrscheinlich von den Handlangern bc- Geheimdienstes burch Gift beseitigt.

Wenn jetzt, nie wir gestern meldeten, im Zu­sammenhang mit bem britischen Attentatsversuch gegen ben Äraberkönig Ibn Saub ein Morbanschlag auch gegen den jungen ägyptischen König aufgedeckt wurde, so kann das niemanden wundem, ber bie englischen Pläne zur Beseitigung national gesinnter Führer ber Araber und Aegypter kennt. Wie er­innerlich, hat, sich ja auch Churchill selbst in seiner letzten Rede insofern demaskiert, als er Aegyptenein britisches Protektorat" nannte. Die aufschlußreiche Bemerkung hatte an­gesichts ber Empörung in ber Bevölkerung Aegyp­tens einen diplomatischen Schritt des ägyptischen Ministerpräsidenten bei bem englischen Gesanbten zur Folge. Der junge ägyptische König dürfte selbst am besten wissen, daß ihn jederzeit das Schicksal seiner beiben Minister treffen Fann, und dürste da­her jebe noch mögliche Vorsiei smaßnahme getrof­fen haben.

glich des Reichstages. Er war Träger des Blut- oydens unb bes goldenen Ehrenzeichens ber NSDAP.

Oer italienische Bericht.

Rom, 14. Jan. (DRV.) Der italienische wehr- machlberichl vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:

An der griechischen Front Patrouillen- und Arlillcrietätigkeit. Unsere Luftformationen haben einen feindlichen Stützpunkt wiederholt bombardiert. Außerdem wurden Kraftwagen und Truppenzusam- menziehungen mit Maschinengewehren beschossen.

In der L y r e n a i k a Tätigkeit unserer Artillerie, die an der Front von Tobruk feindlichen motorisierten Abteilungen Verluste zufügte, sowie Patrouillen- und Artillerietätigkeit in der Gegend von G i a r a b u b. Feindliche Luftangriffe auf Ort- schäften der Eyrenaika-Küste haben keine Opfer ver­ursacht.

In Ostafrika geringe Tätigkeit im oberen Sudan sowie Artillerie-Tätigkeit in der Gegend von Gallabat. Im Sudan haben unsere Flugzeuge Truppenlager und feindliche Stellungen bombar­diert. Line unserer Flugformationen, die von feind- lichen Jägern angegriffen wurde, hat nach hartem Kampfe ein Flugzeug vom Glostertyp abgeschosfen. Ein weiteres Aufklärungsflugzeug wurde über Eritrea von unseren Jägern abgeschossen. Der Fcind hat einige Ortschaften bombardiert, wobei einige Personen verwundet wurden.

Lin griechisches U-Boot hat am Vormit­tag des 31. Dezember einen kleinen Fracht­dampfer versenkt, der in jugoslawischen Ter­ritorialgewässern fuhr. Das U Boot hat sodann gegen jegliche Kriegsnorm das Rettungsboot des Dampfers beschossen und dabei zehn Blann der Besatzung, die sich gerettet hatten, getötet. Ein Flugzeug und ein Schnellboot (MAS.) haben am 9. Januar ein feindliches U - B o o4 ange­griffen und versenkt.

Oie albanisch-griechische Front.

Rom, 14. Jan. (Europapreß.) lieber die Lage an ber albanisch-griechischen Front schreibt der Son- derberichterstattet der Agentur Stefani, daß an ber ganzen Front rege Tätigkeit ber Stoß­trupps herrsche. An einigen Stellen ber Frynt seien von beiden Seiten Vorstöße unb Gegenangriffe burchgeführt worben. Eine große italienische Trup­peneinheit habe eine wichtige Stellung besetzt. Bei diesem Vorstoß habe ber Feinb schwere Verluste er­litten. Den ganzen Montag über habe an ber Front schweres Geschützfeuer geherrscht. Die L u f t w a f fe habe an her Front ber XL Armee operiert unb bis zu einer Tiefe von 10 Kilometer bie feindlichen Stellungen unb Truppenansamm­lungen wie auch motorisierte Transporte mit Bom­ben unb Maschinengewehrfeuer belegt. Die gebesserte Wetterlage habe einen größeren Einsatz von Bomben Maschinen gestattet, von denen auch bie Hafenanlagen unb Lagerhäuser bes wich­tigen griechischen Hafens Prevesa mit Erfolg bombarbiert worden seien.

Höchste Kriegsauszeichnung für die GebirgsdivisionJulia-.

Rom, 14. Jan. (DNB.) Die zur Verleihung bet goldenen Tapferkeils Medaille vor- geschlagene GebirgsdivisionJulia" kämpfte an der griechischen Front. In mehr als 60 einzelnen Kampfhandlungen focht die Division, deren Führer General G i r o t t i auf dem Schlachtfeld selbst be­fördert wurde. Manchmal war sie umgangen, so daß es nur rücksichtslosem Einsatz möglich war, ben Ring zu durchbrechen. Beim Einsatz in ben verschiebenen Abschnitten ber griechischen Front hat die Division nach und nach ihr Hanbgepäck verloren. Ihre Leute haben auf alles Persönliche verzichtet, wenn sie nur Waffen und Munition behielten. Die Losung:Werdet hart wie Felsen und schnell wie die Pfeile" hat die Division ,^Julia" sich ganz zu eigen gemacht.

Kriegszustand auch in Apulien erklärt.

Rom, 14. Ian. (Europapreß.) Der Kriegszustand wurde jetzt auch über die süditalienische Landschaft Apulien verhängt. Gleichzeitig enthält bas Amts« blatt eine Mitteilung über bieM ilitarisie - r u n g von Gefolgschastsmitgliedern solcher Firmen, bie in Albanien ober Apulien mit ben Kriegshanb- lungen zusammenhängende Arbeiten verrichten". Das militarisierte Personal untersteht dem Militär- Strafgericht. Das Dekret wird von den Kommandan­ten ber CanbesDerteibigung in Tirana unb Barl veröffentlicht. --- Der Duce ernannte zwei ntul

Die Umsiedlung der Litauen-Deutschen.

Restabwicklung in Lettland und Estland. - Insgesamt eine halbe Million rückgeführte Volksdeutsche verstärken den lebenden Ostwall.

Berlin, 14. Ian. (DNB.) Nach den Verein­barungen zwischen den Regierungen des Deutschen Reiches und der Union der Sowjetrepubliken findet eine neue Umsiedlung Volksdeutscher statt, und zwar werden die gesamte deutsche Volks­gruppe aus Litauen, deren Menschenzahl rund 45 000 beträgt, und der Rest der im Herbst 1939 wegen Abwicklung von Geschäften und Un­ternehmen in E st land und Lettland zurück­gebliebenen Volksdeutschen mit 12000 Menschen ins Reich zurückkehren. Im Auftrage des Reichs­führers und Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums hat die volksdeutsche Mittel- steile Aussiedlungskommandos aufge­stellt, die am 16. Januar Berlin verlassen, um die Rückführung durchzuführen. Sie geschieht aus Li­tauen mit der Eisenbahn und im Treck, aus Est­land und Lettland bei eisfreier See mit dem Schiff.

Nach dieser Umsiedlung sind beinahe eine halbe Million Volksdeutsche ins Großdeutsche Reich zurückgeführt worben. Esne stolze Tat mitten im Kriege, die Entschlossenheit und Organisations­fähigkeit beweist. Diese Arbeit begann mit ber Rück­führung von 63 000 Volksdeutschen aus Lett­land und 12 000 aus Estland, die mit Schif­fen nach Gotenhafen und Stettin und von dort in ihre neue Heimat im Wartheland oder in Danzig- Westpreußen tarnen. Bald folgte mitten im härtesten Minter die Heimkehr von 130 000 Menschen a u s Wolhynien, Galizien und dem 9tarera­ge b i e t. Im Sommer fand eine Umsiedlung von 30 000 Menschen innerhalb des deutschen Hoheits­gebietes statt: aus den im Generalgouvernement lie­genden Distrikten C h o l m unb Lublin mürben Deutsche gegen Polen ausgetauscht, die im Reichsge- biet wohnten. Vom September bis Dezember 1940 kamen 90 050 aus Bessarabien, 44 300 aus ber Nordbukowina, aus den Ländern, die im Juni des Jahres ber Sowjetunion angegliebert wor­ben waren, und rund 55 000 aus der Südbuko - roina simd 14 500 aus ber Dobrudscha, also aus rumänischem Gebiet. Ein großer Teil der Rücksiebler ist im deutschen Osten angesetzt unb wird mit frischen Arbeitskräften und bem blü­henden Kinderreichtum ben lebendigen O st - wall stärken. Ein anderer Teil der zuletzt Ge­kommenen ist noch in Lagern untergebracht, arbeitet aber auch schon in den Werkstätten des Reiches für Deutschlanbs Unabhängigkeit.

Die beutsche Siedlung in Litauen be­gann im ausgehenden Mittelalter unb beschränkte stch im wesentlichen zunächst auf Einzelwanderun-

gen. Ganz allmählich traten dann deutsche Kauf­leute und Handwerker zahlreicher in litauischen Städten auf, und 1440 konnte in Kowno ein Hansakontor errichtet werden. Im 16. unb 17. Jahrhundert kamen auch deutsche Bauern in das Land, doch setzte eine stärkere bäuerliche Ein­wanderung erst nach 1815 ein. Bald galt ber beut­sche Bauer als Vorbilb unb Lehrmeister, unb seine Hofanlagen unb Bebauungsmethoden wurden von den Litauern übernommen. Eine Sonderstellung unter ben Volksbeutschcn Litauens nahmen sehr balb die Weber ein, bie 1772 aus Mitteldeutsch­land einwanderten. Schließlich machte sich auch in den litauischen Städtebildern der deutsche Einfluß vorteilhaft geltend.

Trotz zahlreicher Rückschläge spielte das Deutsch­tum zunächst auch in den nach bem Weltkrieg neu- geordneten litauischen Staat eine erhebliche Rolle. Bald jedoch und besonders nach dem litauischen Raub des Memellandes fetzte eine dauernde Unterdrückung der imKulturver- band der Deutschen Litauens" nur locker zusammen- gesaßten Volksdeutschen ein. Viele verloren ihre Arbeitsstätte und mußten auswandern. Dennoch konnte der Deutsche Kulturverband nicht völlig unter­drückt werden, und seiner Arbeit ist die Erhaltung des Deutschtums auf dem heutigen Stand zu ver­danken. Trotz aller Schikane, wie z. B. der Schlie­ßung deutscher Schulen heute können nur 70 v. H aller über zehn Jahre alten Deutschen Litauens lesen und schreiben haben sich die Deutschen ihr Volkstum treu bewahrt. Das Deutschtum Litauens besteht in der Gegenwart vorwiegend aus Bau­ern, und zwar in der Hauptsache aus mittleren unb Kleinbauern, bie für bie Desieblung des deut­schen Ostens von größter Bedeutung sind.

Der Leiter der Reichszeugmeisterei gestorben.

Der Reichszeugmeister, Hauptdienstleiter Richard Büchner, ist nach kurzer Krankheit im 43. Le- bensjahr gestorben. Büchner, ber 1897 in München geboren wurde, diente im Jnfantertt-Leibregiment, wo er sich als Meldegänaer an verschiedenen Fron- ten auszeichnete unb schwer oerrounbet wurde. Schon 1922 war er in der Partei ehrenamtlich tätig. Bei der Erhebung des 9. November 1923 führte er die 3. Kompanie des SA.-Regiments München. 1929 wurde Büchner mit der Errichtung der Reichszeugmeisterei beauftragt, deren Leiter er bis zu seinem Tode war. Seit 1946 war er Mit-