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Aon«", einem schon vor Jahren systematisch ver­wüsteten breiten Vorfeld die Stalin-Linie wußten, in der sie meinten, sich sammeln und neu geordnet Widerstand leisten zu können. Nachdem ihre Offen­sivbereitstellung so überraschend schnell und unter so riesenhaften Verlusten an Menschen und Mate­rial zerschlagen worden war, sollte ihnen die Stalin-Linie noch einmal die Chance eines neuen Absprungs geben, schlimmstenfalls aber wie ein Rie­gel das eigentliche Rußland vor dem deutschen An­sturm retten. In beiden Spekulationen hat sich die Sowjetarmeeführung schmählich getäuscht. Mit wuch­tigen Schlägen hat das deutsche Ostheer die Stalin- Linie an allen entscheidenden Stellen durchbrochen und durch die Breschen strömen die deutschen Kampfkolonnen in das nun offen vor ihnen liegende Land.

Den Verlauf der Stalin-Linie vom Finni­schen Meerbusen bis zum Schwarzen Meer haben wir bereits zu Beginn der Kämpfe im einzelnen nachzuzeichnen versucht. Es ist eine bis zu 50 km tiefe Verteidiaungszone, die ganz anders wie etwa die Maginot-Linie ihr Hauptaugenmerk auf die na­türlichen Hindernisse gelegt hat, die hier durch Fluß­läufe und Sümpfe sich reichlich bieten. Die Zerstö­rung von Straßen und Brücken, Dörfern und Brun­nen im Vorfeld der Stalin-Linie sollte dem Feind den Vormarsch auf weite Strecken so erschweren, daß er erschöpft und ohne hinreichenden Nachschub sich vor den ausgezeichnet getarnten Verteidigungswerken der eigentlichen Stalin-Linie plötzlich stärkster Ab­wehr gegenübersah. Das deutsche Heer hat alle diese Schwierigkeiten mit zähem Heldenmut überwunden, Panzer, Artillerie und Infanterie haben dienasse Zone" durchstoßen und trotz der gewaltigen Anstren­gungen in bewundernswertem Elan den Stoß wei­tergeführt, der die letzte zusammenhängende Ver­teidigungsstellung der Sowjets im europäischen Teil des Sowjetreiches zerschlug. Neben der kämpfenden Truppe, die in Gewaltmärschen den Raum über­wand und in erbittertem Ringen die feindlichen Stellungen bezwang, verdient die Nachschuborganisa­tion der deutschen Wehrmacht höchstes Lob und ehrlichste Anerkennung, denn ohne die schnelle Heran­führung von Munition und Benzin, von Proviant und Futter über weite Strecken allerschwieriasten Geländes wäre dieser glänzende Sieg der deutschen Waffen undenkbar gewesen. .Wenn es im Wehr­machtbericht heißt:Die für die Fortführung der Operationen unserer Panzerarmee erforderlichen Nachschubbasen sind bereits bis dicht an die frühere Stalin-Linie vorgeschoben", so deutet dieser Satz die ungeheure Leistung der deutschen Nachschuborgani­sation an und ihre Bedeutung für die weitere stra­tegische Auswertung des Sieges.

Folgen wir nun den Angaben des Wehrmachtbe­richts in der üblichen Reihenfolge vom eigenen rechten Flügel, also im Süden beginnend, so sehen wir, daß sich hier die zu erwartende Bewegung aus der Moldau (Nordostrumänien) heraus und von Galizien her vollzogen hat. Ihr Schauplatz war vom Westen und vom Südosten her das podolische Hügelland zwischen Pruth, Dnjestr und Dnjepr. Die deutsch-rumänischen Truppen unter Führung des rumänischen Staatschefs, General Antonescu haben den Feind in breiter Front auf und über den Dnjestr geworfen. Bessarabien ist befreit. Fer­ner verfolgen deutsch-slowakisch-ungarische Trup­pen den aus Galizien fliehenden Feind. Di« Wir­kung dieser beiden zusammenlaufenden Bewegun­gen erhellt der Satz:Nordostwärts des Dnjestr stehen deutsche Truppen dicht vor Kiew". Damit ist an der Nahtstelle zwischen Südilügel und Mittel­stück der Front ein starker Keil bereits an den Dnjepr vorgetrieben, der die südlich der Pripjet- Sümpfe kämpfenden Sowjettruppen ebenso über­flügelt wie die zwischen Dnjestr und Dnjepr nach Osten zurückweichenden Sowjets. Nördlich der Prip- jet-Sümpfe ist die starke Beiestigungszone am Dnjestr siegreich überwunden und damit die Mitte unserer Angriffsfront über 200 Kilometer ostwärts von Minsk vorgetragen. Hier ist also nun der Wald-, Sumps- und Fsußgürtel durchschritten, der sich nach Westen zu vor das eigentliche Sowjet­reich legt. Die deutschen Truppen treten in die wei­ten Ebenen Weißrutheniens, wo ein Widerstand sehr viel weniger Aussicht auf Erfolg bietet wie in der Grenzzone. Mit der Einnahme von Witebsk ist das berühmteTor der Völker", der Landrücken zwischen der oberen Düna und oberem Dnjepr in deutscher Hand. Uebe.r diesen Landrücken strömten die Heerzüge aus dem JnnernAsiens gegen den Westen. Witebsk ist auch wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, wes­halb seine Einnahme eine weitere Belastung des ohne­hin sehr dünnen Bahnnetzes der Sowjets bedeutet. Die aus dem baltischen Raum nach Nordosten vor­getragenen Operationen haben deutsche Panzerver­bände bereits ostwärts des Peipus-Se«s im Vor- aehen auf Leningrad geführt. Hier kommen die deutschen Truppen bereits in ein wichtiges Indu­striegebiet der Sowjets, das sie im russisch-finnischen Ktieg durch Vorverlegung der Grenze zu schützen versucht hatten. Nun kommen deutsche Panzer von Süowesten gegen die alte Hauptstadt Peters des Großen vorgestürmt. Die Folge der vernichtenden Niederlage in der Stalin-Linie sind bereits Ver­falls- und Auflösungserscheinungen in den Sow­jetarmeen. Sie haben bereits zu einer Neuregelung der Befehlsverhältnisse geführt. Indem man drei besonders populäre Sowjetmarschälle, Woroschilow, Timoschenko und den alten Reitergeneral Budjenny als Oberbefehlshaber herausstellt, meinen die Macht­haber im Kreml, der Verteidigungskraft der Sow- jearmeen noch einmal «inen Auftrieb geben zu können, aber vor dem Elan der unaufhaltsam vor­wärts stürmMden deutschen Heere wird eine solche Taktik nicht mehr verfangen. Di« deutsche Heer­führung hat bereits im vergangenen Jahre im Westen bewiesen, daß sie solche kritischen Augen­blicke beginnender Erschütterung des Vertrauens auszunutzen versteht. Sie wird dem weichenden Feind keine Pause gönnen, sich wieder zu fangen. Dankbaren Herzens, voll innerer Bewegung blickt die deutsche Heimat nach Osten und begleitet mit heißen Wünschen den Vormarsch ihrer Söhne in d«r Sonnenglut des Juli durch die Steppe des Sow­jetreiches. Es weiß, daß der Sieg mit den deut­schen Fahnen ist. Dr. Fr. W. Lange.

Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag.

DRV. Aus dem Führerhauptquariier, 12. 3ull Das OftlB. gibt bekannt:

Die Operationen der verbündeten Truppen an der Ostfront verlaufen planmäßige

Vel bewaffneter Aufklärung gegen Großbritan­nien versenkte die Luftwaffe südwestlich Plymouth ein Unterseeboot und westlich portreath einen Frach­ter von 2000 VRT.

3m Mittelmeerraum griffen deutsche Kampfflug­zeuge militärische Anlagen in Tobruk wirksam an.

Panzerschlacht an der ägyptischen Grenze.

Ein Ruhmesblatt für das Deutsche Afrika-Korps.

Von Kriegsberichter HG. Frhr. v. Esebeck.

DNB., im Juli. (PK.) Der Halfayapaß ist die weitest vorgeschobene deutsche Stellung. Ein Batail­lon Infanterie, verstärkt durch Flak und eine ita­lienische Batterie bilden die Besatzung. Auf zwei Wegen gelangt man zu ihr, die Piste nehmend, jenseits Capuzzo quer durch die troftlofe Stein­wüste fahrend und die Steinhaufen von Qualala berührend oder über Sollum. Hier führt die gute Straße mit festem, Untergrund durch Obersollum, fällt dann mit steilen Kurven herab, eng an die chroffen Felshänge sich schmiegend, geht durch Un- tersollum an dem zerschossenen Araberdörfchen vor­über und mündet endlich in einer grandiosen Auf­wärtsbewegung zum Halfayapaß. Wadis mit steilen unpassierbaren Schluchten reihen sich aneinander. Fern blinkt das Meer. Es ist eine großartige Land- chaft, aber grausam zugleich, denn Steine, Staub und Sonne sind seine Herren. Nicht der Mensch. Kein Baum, kein Strauch, nicht einmal die an- pruchslosen Kameldornbüschel gibt es hier. Sonne und Wind dulden nichts neben sich.

Auf der Höhe des Passes w«itet sich das Land wieder in die Unendlichkeit ineinander übergehen­der Tafelberge. Verstreut liegen unsere Stellun­gen, Igeln vergleichbar, die bereit sind, nach allen Seiten sich zu wehren. Am Abend, wenn es kühl wird, kann man das Meer riechen. Es weht ein einer Duft von feuchtem Salz über die Steine. Die Männer haben ihr Hemd angezogen, den ver­blichenen Rock und teilweise den Mantel. Es ist bitter kalt in den Nächten.

* f

Am Morgen des 15. Juni rollen drunten im Tal und oben auf den Paß zu englische Panzer. Es ind Mark II, ganz neue Typen, die bisher für un- resiegbar galten, denn die bislang panzerbrechen­den Waffen vermochten ihnen nichts anzuhaben. Sie sind klein. Ihre Raupenketten sind geschützt. Nur Artillerie oder unsere Flak vermag sie zu be­kämpfen.

Im Tal bleiben die ersten Panzer zwischen der Minensperre liegen. Infanterie, die auf Lastwagen olgt, verschwindet in einem der Wadis, um sich von dort vorzuarbeiten.

Vor dem Paß haben die Ungetüme jetzt nur noch 400 Meter bis zur deutschen Stellung. Infan­terie, in Reihe, dicht aufgeschlossen folgt. Kein Schuß ist bisher gefallen. Aber jetzt, mit einem Schlag donnert und birst es von den Wadirändern her­über. In direktem Schuß feuert die Flak, und ein Mark II nach dem andern steht in lodernden Flam­men. MG., Pak und Gewehre empfangen den Tommy. In dichten Rechen stürzen sie. Aber die anderen nehmen nicht Deckung, sondern laufen mit langen Schritten hintereinander weiter. Es dauert dieses Schauspiel nicht lange. Kaum einer ent­kommt. Der Boden ist mit Toten besät. Eigene Ver­luste gibt es kaum.

Später erneuert der Engländer seinen Angriff. Er wird immer wieder abgewiesen. 14 Mark II liegen jetzt vor unserer Stellung. Die Besatzungen ind zumeist verbrannt. Am Nachmittag überschüt­tet der Feind unsere Männer mit einem wahren Trommelfeuer. Die Kameraden der italienischen Artillerie antworten. Schuß um Schuß. Der Bat­teriechef steht ungeachtet des Feuers auf einer Leiter, um das Feuer zu lenken. Uebermenschliches wird geleistet, und keiner steht dem andern an treuer Waffenkameradschaft nach. Abends wird es offensichtlich, daß der Halfayapaß ab ge­

schnitten ist. Kein Wasser, keine Verpflegung. Man muß durchhalten. Man wird durchhalten. Die Männer wissen, daß von ihnen alles abhängt.

Was ist geschehen? Mit starken Kräften, unge­fähr zwei Divisionen, ist der Feind in der Frühe in breiter Front vorgebrochen. Er erreicht Capuzzo, das italienische Fort an der Grenze, stößt später von hier nach Obersollum, das in seinen Besitz gerät. Ziel bis zum 16. abends ist Bardia. Gleich­zeitig sind starke Kräfte vom Süden her unterwegs, um unsere Einheiten )u umfassen, obzuschnüren und den Weg nach Tobruk aufzubrechen. f

Mittwochabend, so hat General Wavell es be­fohlen, muß die Festung entsetzt sein. Alles ist gut vorbereitet. Der Aufmarsch vollzieht sich fast mit den gleichen Kräften wie damals, als England seine Offensive in die Cyrenaika hineintrug und bis Tripolitanien vorstieß. Nur ein Unterschied bleibt festzustellen. Zum ersten Mal kommt Wavell mit Massen von Mark II. Mit ihnen will er sein Ziel erreichen. Sie sind neu eingetroffen und wollen das Wunder vollbringen, dessen England nach den vergangenen Ereignissen so dringend be­darf, auf das aber auch die eingeschlossene Be­satzung von Tobruk sehnsüchtig wartet. Denn dort, das ist kein Geheimnis, wird der Mangel an Was­ser und Munition spürbar.

Alle Voraussetzungen für einen Erfolg waren gegeben, sogar das der Ueberraschung. Nur einen Fehler wies die Aufstellung des englischen Feld­herrn auf. Er hatte nicht mit seinem Gegenspieler Rommel gerechnet. Zur gleichen Stund«, in der sich die englischen Kolonnen vorwärts bewegten, waren auch unsere Marschgruppen angetreten, um jene, die uns einschließen wollten, nun selbst ern- zuschließen. Wieder, wie einst in den Vormarsch­tagen, wurde das Aeußerste an Einsatz verlangt. Im großen Treck zog Kolonne hinter Kolonne durch den mahlenden Pistenstaub.

In der Frühe des 16. Juni war der Aufmarsch beendet. Ein erster Frontalangriff der Panzer auf Capuzzo wurde abgeschlagen, da der Rumenhaufen des Forts mit Pak und Mark II gespickt war. An Capuzzo vorbei ging es nun zur umfassenden Be­wegung über. Und nun prallten Panzer auf Panzer. Ein beispielloses, ungeheuerliches Schau­spiel, daß einige hundert Panzer zusammenstoßen und im wogenden Auf und Nieder einer Seeschlacht einander packen, um sich nicht mehr loszulassen.

Der erste Tag endet allein bei einem Panzer­regiment mit rund 45 Abschüssen der un­überwindlichen Mark II. Am 17. Juni aber dauert der Kampf den ganzen Tag. Ueberall tauchen sie auf, die kleinen Stahlfestungen, überall sind sie in Haufen und Massen. Aber es geht vorwärts und weiter, dem Gegner an die Gurgel., Am Mittag schon ist es offensichtlich, daß er sich zurückzieht, daß er die Schlacht aufgibt.

75 Panzer, zumeist Mark II und eine Reihe Schlachtkreuzer" liegen zerstört allein an unserem Wege. Es ist geschafft. Am Abend wird der Hal­fayapaß erreicht und entsetzt. 214 Pan­zer hat her Feind verloren. Die ruhmreiche Division Wavells, di« einst - für unbezwingbar galt, kann noch rund 27 Panzer durch die Wüste retten. Un­sere Verluste sind gering. Bombenangriffe der zu diesen Tagen Massierten englischen Luftwaffe for­dern bei einer Panzereinheit nur vier Verletzte. Tiefangriffe richten nichts aus. Die überlegene Führung und der unbändige Angriffsgeist hatten

3n der letzten Rächt wurde der britische Stützpunkt Port Said am Suezkanol bombardiert.

3n Luftkämpfen an der Kanalküste verlor der Feind zwölf 3agdflugzeuge vom Muster Spitfire.

Einzelne britische Kampfflugzeuge warfen in der vergangenen Rächt im nordwestdeutschen Küsten­gebiet eine geringe Zahl von Bomben. Die Schäden sind unerheblich.

Gowjetlüge.

Deutschland verwendet kern Giftgas.

Berlin, 14. Juli. (DNB.) Die britische Reuter­agentur und der Sender Daventry verbreiteten am Namittag des 12. Juli eine Meldung aus Moskau, wonach der stellvertretende Chef des Sowjetinfor- mationsbüros^ Losowsky, als auch der sowjetische Gesandte in Buenos Aires behauptet haben, daß von deutscher Seite im Kampf gegen den Bolsche­wismus Giftgas Verwendung gefunden habe. Gemäß der mehrfach wiederholten eindeutigen Er­klärungen der Führung der deutschen Wehrmacht, so lange fein Gi f tg a s zur Anwendung zu bringen,, als der Gegner selb st davon Abstand .nimmt, bedarf es keiner besonderen Bestätigung von deutscher Seite, daß bis heute auf keinem Kriegsschauplatz von deutscher Seite Giftgas gegen den Feind eingesetzt wurde. Die Machthaber in Moskau scheinen in ihrer verzweifelten Lage nach dem gewaltigen Durchbruch der deutschen Truppen durch die Stalin-Linie diese echt bolschewistische Lüge mit der Absicht zu verbreiten, daraus die Berech­tigung abzuleiten, ihrerseits mit der Verwen­dung von Giftgas zu beginnen. Die Führung der deu^chen Wehrmacht wird jeden Versuch der Bol­schewisten, das völkerrechtliche Verbot einer An­wendung von Giftgas zu durchbrechen, mit aller- schärfsten Gegenmaßnahmen beantwor­ten.

Oie Angriffspläne der Sowjetmarine in der Ostsee.

Berlin, 12. Juli. (DNB.) In dem sowjetischen Kriegshafen Libau wurde von einem Stoßtrupp der deutschen Kriegsmarine auf dem bolschewistischen TorpedoschnellbootS. 47" Angriffsbefehle für die in Libau stationierten Schnellboote aufge­funden. Die Befehle, die von demFührer des Sonderverbandes Libau" ausgestellt sind, beweisen, daß die Sowjets systematisch die Verhältnisse in den deutschen Häfen Memel, Danzig und Goten- hafen und in den schwedischen Kriegshäfen Kal­mar und Karlskrona ausspioniert haben. Auf Grund dieser Ausspähung sind für die einzelnen Schnellboote Sonder - Unternehmungen gegen die genannten deutschen und schwedischen Hä­fen bis in alle Einzelheiten ausgearbeitet worden. Die bolschewistischen Schnellboote sollten die vor diesen Häfen liegenden Sperren durchbrechen und alle im Hafen liegenden Schiffe versenken. Die-auf- gefundenen Befehle und die ergänzenden Seekarten und Einzeldarstellungen der deutschen und schwedi­schen Häfen lassen deutlich erkennen, daß die Bol­

schewisten auch die Ostseeländer in ihre An- griffsvorbereitüngen einbezogen haben.

Oer italienische Bericht.

Rom, 13. Juli. (DNB.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Sonntag lautet: Im östlichen Mittelmeer haben Verbände unserer Luftwaffe zu wiederholten Malen den feindlichen Stützpunkt von Famagosta (Cypern) angegriffen. In Nord- afrika wurden im Abschnitt von Tobruk feindliche, mit Panzerwagen .unternommene, mit starker Artillerieunterstützung ausgesührte Angriffe unter schweren Verlusten für den Gegner zurückge­wiesen. Unsere Kampfflugzeuge haben vorgescho­bene feindliche Stützpunkte in der ägyptischen Wüste sowie Stellungen und Nachschubanlagen in MarfaMatruk angegriffen, wo Brennstofflager in Brand geworfen wurden. Jagdflugzeuge haben zwischen Sidi el Barani und Bugbug britische Kraft­fahrzeuge mit Maschinengewehrfeuer belegt und da­bei verschiedene Straßenpanzerkraftwagen zum Stehen gebracht und zerstört. Der Feind hat Luft­angriffe gegen Bengasi und Derna ge­richtet. In Derna wurde ein Militärlazarett getrof­fen. In Ostafrika gegenseitige Artillerietätigkeit im Abschnitt von Wolchefit (Gondar). Bei den letz­ten feindlichen Luftangriffen auf Tripolis gab es 22 Tote, davon 14 Italiener und 54 Verletzte, da­von 14 Italiener .

Oer Kampf in Syrien.

Frankreich lehnt englische Waffenstillstandsbedingungen ab.

Vichy, 12. Juli. (DNB.) Seit mehr als einem Monat befinden sich die französischen Truppen in Sy­rien in einem erbitterten Kampf gegen den britischen Angreifer. Trotz aller Anstrengungen war es der französischen Regierung nicht möglich, ihren Truppen in ausreichendem Maße Verstärkung zukommen zu lassen. Sie hat daher den Oberkvm- mandierenden in Syrien, General Dentz, ermäch­tigt, die britischen Militärbehörden zu ersuchen, in Verhandlungen zur sofortigen Einstellung der Kampfhandlungen einzutreten, damit wei­terem Blutvergießen und weiteren Zerstörungen in Syrien und Libanon ein Ende gesetzt werde. Auf die daraufhin von den britischen Behörden gestellten Waffen st ill st andsbedingungen war die französische Regierung allerdings gezwungen zu ant­worten, daß es mit ihrer Aufgabe als Mandats­macht, vor allem aber mit der Ehre Frankreichs nicht vereinbar sei, solche durch nichts berech­tigten und entwürdigenden Bedingungen anzuneh­men. Im besonderen aber ist die französische Re­gierung nicht bereit, unter welchem Vorwand es auch sei, mit Landesverrätern wie d e Gaulle in Verhandlungen einzutreten. Aus den angeführten Gründen setzt daher die französische Regierung in General Dentz das Vertrauen, daß er die der tät­lichen Lage entsprechenden Maßnahmen ergrei­fen wird, wenn die englische Neuerung die Verant­wortung für die unmenschliche Verlängerung eines

den Sieg davongetragen.

Allein es muß an dieser Stelle gesagt werden, daß unsere Flak einen sehr bedeutenden An­teil am Erfolge hat. Sie leistete Uebermenschllches. Sie bewies Tapferkeit ohne Maß. Mit den Pan« gern vorrollend, mußte sie teilweise vor den Pan­zern den Mark II zu Leibe gehen. Aus ungedeckter Stellung auf eine Entfernung von oft nur 800 Meter eröffnete sie das Feuer und schoß Panzer um Panzer ab, ungeachtet des Feuers, das der Gegner aus allen Rohren gegen die todbringende Waffe eröffnete. Offizier und Mann, Kanonier und Fahrer gaben ihr letztes her und nur wer die Männer gesehen hat, die verkrustet von Schweiß und Staub, die Haut in Fetzen von der verzehren­den Sonne und dem trocknenden Winde, jeden Ab­schuß mit Jubel begleiten, der vermag di« ganze Köstlichkeit dieses einzigartigen Sieges zu ermessen, der auf der Kraft und der Einzigartigkeit unserer Waffen beruht.

Es ist die Eigenart des afrikanischen Krieges, daß auch wiederum eine Reihe von schier unglaubhaf­ten Einzeltaten zu verzeichnen ist. Nach Fort Ca­puzzo fährt ein Panzeroffizier mit Munition, chiebt einen Posten beiseite und holt sich 20 deut- che Kameraden heraus, die in Gefangenschaft ge­raten waren. Ein Feldwebel überwältigt eine Wache, nimmt sie zu den deutschen Stellungen mit Am Halfayapaß überrascht ein Küchenwagen einen Mark II. Die Besatzung sitzt in der Sonne und döst. Sie wird gefangen, der Panzer an den Küchen- wagen gehängt und abgeschleppt. Auch die italieni­sche Batterie muß erwähnt werden, die weiter schießt, als ein Volltreffer in ihre Stellung haut und die sich ihre Munition aus dem Hinterlande holt, als sie auszugehen droht. Es ist das Kenn­zeichen dieser Tage, daß es nicht eine Stunde des Besinnens oder der Zweifel gab, sondern nur die alleinige Gewißheit, daß wir den Engländer schla­gen werden, wenn er sich wirklich stellen wird.

Daß es nicht gelang, seinen Rückzug abzuriegeln und die Reste, die teilweise ohne Wasser und Muni- tion in wilder Flucht verschwanden, abzufangen, verdankt der Engländer allein der unmeßbaren Weite des Raumes. Nicht feiner, sonst freilich in Rückzügen versierten Führung. Einige hundert Ge­fangene, reiches Material und die Masse der Pan. zer ließ er zurück, von denen einige Mark II be­reits am Abend des 18. unter der Hakenkreuzfahne über die Dia Balbia rollten. Die Schlacht, die als eine der größten Panzerschlachten dieses Krieges in die Geschichte eingehen wird, wurde durch das Zusammenwirken von Panzer und Flak entschie­den. Die Beherrschung der Waffen durch eine Truppe, die sich der Wirkung, der Kraft und der Ueberlegenheit ihrer Waffen bewußt ist, nicht das Material an sich f)at den Sieg herbeigeführt, der ein neues Ruhmesblatt für das Deutsche Afrika- Korps bedeutet. Und es bleibt festzustellen, daß rote vor Tobruk d e r Infanterist in seinen Hän­den die eiserne Klammer hält und auch den Rasel Medauuar aufbrach und hält, hier, im Bewegungs­krieg der Wüste, Panzer und Artillerie die Ent­scheidung erzwangen.

Will man aber die Leistung unserer Truppe wur- digen, so darf nicht vergessen werden, daß mit der kämpfenden Truppe auch der Brennstoff, das Was­ser, die Munition, die Verpflegung wieder auf dem Treck waren, daß sie manchen Bombenangriff und manchen Tieffliegerangriff über sich ergehen lassen mußten und dennoch rechtzeitig am befohlenen Ort eintrafen, um der Truppe all das zuzuführen, ohne das sie nicht fänipfen kann, erst recht nicht in Afrika.

So bleibt nach den ruhmvollen Tagen dieser Panzerschlacht nur noch festzustellen, daß der deut­sche Soldat sich nach dem Kampfe den Helm fester zu binden pflegt.

Kampfes übernimmt, den sie eröffnet hat. Am Samstagabend ist darauf in Saint Jean d'Acre (Accar) von General Dentz dasAbkommenmit den Engländern paraphiert worden, das dem Syrienfeldzug ein Ende bereitet.

lieber 100 000 Syrer

auf türkischesGebiet geflüchtet.

Istanbul, 14. Jüli. (Europapreß) Seit den letzten Kämpfen in Nordsyrien und der Einstellung der Kampfhandlungen strömt eine große Zahl von syrischen Flüchtlingen in die Türkei, die sich vor den Engländern in Sicherheit bringen. Die türkischen Grenzbehörden haben Anweisung erhal­ten, nur jenen Personen die Einreise zu gewähren, die einen gültigen syrischen Paß besitzen. Bisher sind auf diese Weise über 100 000 Personen auf tür- kisches Gebiet übergetreten. Weitere hunderttausend Syrier bestürmen die türkischen Grenzbehörden, ihnen die Flucht auf türkisches Territorium auch ohne Pag zu ermöglichen. Diese Massenslucht der syrischen Bevölkerung läßt den Schluß zu, daß die Syrier sich weigern, den Anordnungen englischer Be- satzungsbehörden Folge zu leisten und es deshalb vorziehen, ihre Heimat zu verlassen. Aus der Flucht geht auch hervor, daß die Syrier an die Ver­wirklichung des englischen Versprechens, Syrien die Selbständigkeit zu geben, nicht glauben.

Küstenschutz

in Französisch-Afrika.

Vichy, 12. Juli. (Europapreß.) General Wey­gand, der neben seinen Besprechungen mit Mar­schall Pstain und Admiral Darlan Unter- redungen mit dem Kolonialminister und einigen anderen Ministern hatte, hat seinen Mitarbeitern erklärt, daß bis ins Kleinste alle Maßnahmen zum Küstenschutz und zur Küstenverteidigung in Afrika getroffen worden sind. Dakar, das man seit der Affäre Island mehr denn je als bedroht erklärt, hat feine ihm während des britischen Ueberfalles zugefügten Schäden ausgebessert und darüber hin­aus seine Verteidigungsmaßnahmen noch erhöht» In seinem letzten Bericht hat der Gouverneur von Französisch-Westafrika, General Boisson, erklärt, daß die der Stadt mit ihren Verteidigungsanlagen geschlagenen Breschen geschlossen fint>, und das Schutzsystem derartig ausgebaut worden ist, daß es die Aufgabe der Verteidigung nur erleichtern kann.

Oie Verminung

der britischen Küstengewäffer.

Gens, 13. Juli, lieber die Minengefahr an der englischen K ü st e wird amtlich sehr wenig bekannt, weil die britische Admiralität Nachrichten über Schiffsverluste durch Minen streng geheimzu­halten sucht. Die Wirkung der ständigen Verminung der englischen Küstengewässer läßt sich aber aus dem Bericht der brittschen Rettungsbootgesell­schaft unschwer erlesen. Nach Angaben des Daily Expreß" ist ihm zu entnehmen, daß die ReL-