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13./I4. Dezember 1Q41

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefleist

.296 Zweites Blatt

3m Heim der Men und der Jüngsten

Ein Besuch im Landes-Alters- und Pflegeheim mit Kinderheim

schaffen.

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zarten Erinnerungen, die für ihn an dem stählernen Paar hängen dem Neffen, dessen Herzenswunsch 77 .. . .. < _rr CK..C.«*. R« miohar in FhlflPnh

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13.12. von 17.06 bis 9.23 Uhr.

14.12. von 17.06 bis 9.23 Uhr.

Wie man den König an dem Uebermaß der Gaben kennt, denn ihm muß wenig scheinen, was Tausenden schoO Reichtum ist, so kennt man euch,'ihr Götter, an gesparten, lang und weise zubereiteten Geschenken"

lasst jährig, n auch zeitige ie Auf. Osten re Auf- Dirnen

Und das Schönste, was je über das Schenken ge­sagt ward und zugleich das schönste Schenken

fesselnden Vortrages faßte der Redner in folgende Sätze zusammen: In Politik, Wirtschaft, Levens- aewohnheiten, im Kunstwollen und im Denken ver­blaßt das Mittealter. Es findet keine Revolution, kein Bruch, keine Empörung gegen dasjenige statt, was zutiefst das Mittelalter bestimmt hatte: die Bin- duna an das Ueberweltliche und das von ihr be­stimmte System der Werte. Nie findet ein radi­kales Fragen nach der Wahrheit dieser Werte statt. Sie sind so selbstverständlich, so überreif, so sehr

ebenfalls beim Schwätzchen zusammen, andere le­tzen die Hände still im Schoß ruhen und lauschten der Rundfunkmusik oder hingen still ihren Gedan­ken nach. Ueberall ein Bild der beschaulichen Ruhe und des Friedens eines angenehmen Lebensabends. Und soweit wir einige Männer bei leichter HUssar- beit sahen, merkte man ohne weiteres, daß sie diese Beschäftigung als willkommenen Zeitvertteib gerne

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Dies ist der Sinn des hohen Wortes: ein Götter­geschenk! Wir begrüßen es in'unserer Torheit ge­wiß oft genug mit unzufriedener Miene. Und es ist doch das Herrlichste, was einem Menschen beschieden ein kann: das gesparte, lang und weise zubereitete Geschenk?

Aus der Stadt Gießen.

Oer Tannenbaum.

Immer wieder haben sie davon gesprochen. Zu- ,-st nur ganz schüchtern, weil Weihnachten noch Hit entfernt schien. Damals machte Peter den An- fing, als er eine Klassenarbeit über unsere Wald- fäume schreiben mußte. Ein Gedankenaustausch -her den Weihnachtsbaum war durchaus nahe- hegenb, und zu Haus nahm Hermann, der jüngere Kruder, ebenso frohgestimmt daran teil wie die f eine Ursula.Ob wir in diesem Jahre auch einen £annenbaum haben werden?" fragten sie alle drei jte Mutter, die dem Gespräch interessiert gefolgt riar. Aber die Mutter zog nur die Schultern hoch: Wer weiß?" Dabei lächelte sie allerdings vielver- brechend, was eine beruhigende Wirkung auslöste. Zeit jenem Tage war der Tannenbaum immer -nieder Gesprächsstoff gewesen, vor allem in den Dämmerstunden, wenn Mutter ab und zu eine 5eine Geschichte erzählte, die meist zum Weihnachts- sst irgendwie in Beziehung stand.

Am letzten Sonntag nach dem Essen gab es eine egelrechte Aufregung. Mutter entwickelte einen Jan, der mit großer Begeisterung ausgenommen

Er steht allein da und wartet. .

Wann hat man so etwas je erlebt: ein Gaul allein mitten im Verkehr der Großstadt. Jeder sieht es ihm an: es ist ein Soldatenpferd. Und schon deshalb gehört ihm untere Sympathie. Als erster ist der alte Mann njit dem eingefallenen Gesicht und dem krum­men Rücken bei dem Gaul. Wer weiß, dieser Mann mit seinem schlabbrigen Anzug, mit dem struppigen Schnauzbart und der ausaeweiteten nchlagermutze war vielleicht einmal ein stolzer Reiter, jedenfalls ist er gleich zur Stelle, kramt ein dickes Ende Brot aus der Rocktasche, bricht Stücke davon ab und fut- tert das Pferd trotz Brotkarten. Er weiß Bescheid, wie man ein Pferd füttert; man legt das Brot auf die flache Hand, und die weichen warmen Lippen des Pferdes saugen es gleichsam ein.

Natürlich finden sich bald mehr Leute ern. Einer fragt den Alten, wem das Pferd gehört, und> der Alte deutet mit dem Daumen auf die Wirtschaft an

Am gestrigen Freitagabend fand im Saale des Kunstwissenschaftlichen Instituts der zweite Vor­tragsabend der Kreisgruppe Wetterau des NS.- Rechtswahrerbundes statt. Nach der kurzen Be­grüßungsansprache des Kreisgruppenfuhrers Ober­staatsanwalt K n a u ß , hielt der Inhaber des Lehr­stuhls für mittelalterliche Geschichte an der Unwer- sität Gießen, Professor Dr. Tellenbach, emen kulturhistorischen Vortrag über das ThemaItalien an der Schwelle der Neuzeit".

Der Vortragende ging von dem Italien des 14. und 15. Jahrhunderts aus und gab zunächst einen Ueberblick über die politischen und staatlichen Kräfte jener Zeit. Vor allem ließ er das Wirken Machla- vellis als Humanist und politischer Theoretiker wie als Bahnbrechek einer neuen Zeit vor dem geistigen Auge der Hörer erscheinen. Nach der Betrachtung der politischen Zusttinde bot der Vortragende einen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse und tn die damals entstehende neue Wirtschaftsgesinnung, die von Italien aus ihre.n Weg nahm. Sodann stellte er das kulturelle Leben in den Vordergrund, wobei er vor allem die kulturellen Exponenten zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Florenz und Rom hervorhob und die Florentiner und die römische Kunst auf den verschiedensten Gebieten in großen Umrissen schilderte.

Das Ergebnis seines etwa anderthalbstundigen

Lieber bas Schenken.

Von Wilhelm von Scholz.

Wahrscheinlich ist unser heutiges Schenken ein den verstandesmäßigen, zeitentsprechenden Anschau- ungen angeglichenes altes Mysterium der Verbindung zweier Menschen durch Geben und Nehmen. Em Symbol, nicht notwendig weit ab von der Bluts- brüderschaft der wilden Völker.

Man schenkte in alten Zeiten etwas vom eigenen vom eigenen Besitz, das mit dem Wesen des Gebers durchtränkt war, und dies Wesen dem Empfangenden einen sollte. Man schenkte nicht, wie wir, neugekauste Dinge, so daß Schenken heute oft nur noch hecht- Den Gegenstand für den anderen bezahlen.

Aber selbst wir ehren noch das Symbol des Schen kens, in dem wir die Gabe berühren, m die Hand nehmen und dadurch sinnbildlich erst zu un erem Be­sitz machen, ehe wir. sie dem zu Beschenkenden reichen.

*

Das WortGeben ist. seliger denn Nehmen" >(' schon spät gesagt, als der Ursinn vergessen war. Ans der frühesten Stufe muß beides 9l^crma&?" !el ® gewesen ein das Geben und Nehmen schuf 1« Gleichheit zwischen Schenkendem und Empfangendem. Auch wurde Gabe mit Gegengabe, Wesen um Wesen getauscht.

Unser Rundgang durch die Gebäude des Heims brachte uns viele interessante Wahrnehmungen. Ue- beraU trat klar zutage, daß die Verwaltung und ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen alles tun, um ihren Schutzbefohlenen dos Leben in dem S)nm so aut und angenehm wie möglich zu gestalten. Die Schlafräume und Gemeinschaftssäle der Pfleglinge sahen wir in guter Verfassung: tue allen Manner, soweit sie sich der Ruhe Hingaben, trafen mr beim geselligen Kartenspiel, beim stillvergnügten Schmau­chen der Pfeife, beim Lauschen auf die Darbietun- aen des Rundfunks, beim Schwätzchen oder beim Blick auf die schöne landschaftliche Umgebung an; die Frauen saßen bei kleinen Handarbeiten und

der EckeDer ist da drm!" sagt er. Es kommt ein Schulmädchen des Wegs. Ah, ein Pferd! Es lauft, was es kann. Es stellt sich vor das Pferd und schaut zu, wie der Alte es füttert. Es hat auch noch em Stückchen Brotkruste vom Schulbrot in der Schür­zentasche. Es hält dem Pferd die Kruste hm, aber der Alte zeigt ihm, wie man's macht.

So " Vorsichtig versucht das Mädchen. Tatsächlich, es'geht. Der Alte bricht Stück für Stück ab, gibt es dem Mädchen, und das Mädchen hält seine Tinten­hand flach hin. Es schmeckt dem Pferd.

Es kommt ein Mann. Ende vierzig, Angestellten­typ. Er geht kritisch prüfend um den Gaul herum, betrachtet ihn gewissermaßen fachmännisch, jeder sieht gleich, daß er etwas versteht von der Sache; wohlmeinend klopft er endlich dem Pferd auf den Hals und sagt, daß alle es hören: n Artillerie­pferd!" Na ja, er wird es ja wohl beurteilen können. Sie sehen ihn bewundernd an, und er geht befriedigt weiter. Es kommen noch viele, viele Leute, Die eigentlich oorbeirafen wollen, um in die Tram zu steigen; die Mittagspause hat gerade begonnen. Aber mitten in ihrem Lauf bleiben sie stehen, sobald sie das Pferd sehen. Das Fräulein mit dem Jager- hütchen ttappt ihre Tasche auf und entnimmt ihr Zuckerstückchen. Sie steckt ihn im Cafö immef em, weil sie keinen im Kaffee trinkt. Sie gibt den Zucker dem kleinen Jungen, der natürlich viel mutiger ist als das Schulmädchen und sich unmittelbar vornhin

Es gibt Unglück bringende, tückische Geschenke, Danaergeschenke. Sie find das Symbol des Häß­lichsten b in der Menschenseele der Bosheit und Falschheit, die heuchlerisch den Vorgang der Liebes­bezeugung duxch eine Gabe entweiht; die unter Blumen die Viper verbirgt.

Auch dies verräterische Geben reicht in alle Zellen zurück. Selbst das WortGift heißt wie mMll- oift" hur- das Gegebene; und noch ist im Sprach- gebrauch da und dvri die Wendungi-manbem vergeben" fürihn vergiften- erhalten.

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Ich wende davon den Blick zum Geschenk der Liebe bei dem der Geber, wenn es em echtes Ge­schenk der Liebe ist, sich selbst unO sogar seine Ver­bindung zu dem Beschenkten unterordnet; bei dem er nichts will, als mit der Gabe in dem geliebten Menschen Freude erwecken. Solches Schenken be­ruht auf liebender Wesenserkenntn.s des anderen, auf dem Wissen, wo dem anderen Freude ent- springt. .

Seit wir durch den siegreichen Krieg wieder die Volksaemeinschaft aller Deutschen geworden sind und das Gefühl der völkischen Derbundenhell durch alle Kerzen geht, ist das namenlose Geschenk, bei öcm sich Geber und Empfänger nicht kennen d'° Beisteuer zum Kriegs-Winterhüsswerk. qlei*mel ob in Geld oder Gegenständen, auch ein Geschenk her Liebe bei dem der Schenkende nur an die Freude b« anderen denkt. Aber es ut auch em Ge- schenk der mit dem Herzen zu -Nullenden vater- ländischen Pflicht. w

Hürde.Früher hat immer der Water den Weih- lachtsbaum besorgt und geschmückt. Jetzt, wo er Soldat ist, kann er das natürlich nicht mehr. Da Bieter aber nun ein großer Junge ist, und auch der nermann schon etwas leisten will, sollen beide, wenn es so weit ist, den Weihnachtsbaum besorgen, and mir alle zusammen wollen ihn dann vor dem Fest schmücken. Was meint ihr dazu?" Es gab ein sin großes Hallo. Der Jubel nahm geradezu üben 3anfr, so daß Mutter beschwichtigend eingreifen muhte. Das wäre wirklich eine Sache, die sich hören assen könnte, meinte Peter. Seit jenem Sonntag gab es für Peter und Hermann nichts anderes mehr nls den Tannenbaum.

Endlich ist nun die Zeit des Abwartens vorbei. Peter und Hermann können sich ihren Weihnachts­baum erstehen. Sie tun es mit Bedacht und be­frachten die Bäume wie gewiegte Sachkenner. Eine bestimmte Größe schwebt ihnen vor, gradliniger Wuchs soll es fein, nicht zu breit und nicht zu Ichmal: kurz: sie sind nicht so leicht zu befriedigen, tbie jungen Einkäufer. Schließlich haben sie jedoch ihre Wahl getroffen und tragen den Baum beglückt mach Hause, wo Mutter und Ursula freigebig Be­wunderung zollen. Immer wieder wird der grüne Dole aus dem Walde von allen Seiten betrachtet mnb bestaunt, bis er bann seinen Platz im Keller jsindet. Und nun gibt es für die Kinder ein weiteres «leuchtendes Ziel: die Stunde, wenn der Weihnachts- ldaum in die Stube geholt wird, um fein festliches »Gewand anzulegen. Diese schöne Stunde lockt fast »ebenso wie jener Augenblick, an dem die Lichter »an ihm erstrahlen werden. H. W. Sch.

Polizeipräsident Mensel t-

Als Pfleglinge, die im allgemeinen von den So- I zialämtern zugewiesen werden, sind gegenwärtig ' etwa 145 Männer und Frauen in dem Heim unter­gebracht. Für etwa 35 Männer und ebensoviele Frauen ist zur Zeit noch Platz frei. Die Pfleglinge 1 sind Männer und Frauen mit kleinen Renten, die 1 es vorziehen, an Stelle eines eigenen Hauswesens ' mit allen möglichen Umständen und Schwierigkeiten sich in das Heim zu begeben. Das Sozialamt be­streitet mit der Rente und einem Zuschuß den Le­bensunterhalt des Pfleglings und gewährt ihm auch ein monatliches Taschengeld. Die Pfleglinge, Män­ner und Frauen, kommen aus der Stadt Gießen und aus allen Teilen Oberhessens. Für die Männer bzw. die Frauen ist je ein großes, langgestrecktes Gebäude als Wohnhaus bestimmt. Die Pfleglinge schlafen zum großen Teil in Zimmern mit in der Regel 2 Betten, in einigen Zimmern mit 3 Betten, gute Lagerstätten ermöglichen ihnen eine stärkende Nachtruhe, hinsichtlich der weiteren Ausstattung ihrer Schlafräume nach eigenen Wünschen wird ihnen nichts versagt. Ein Teil der Pfleglinge schläft in einem großen gemeinsamen Schlafsaal, in dem ebenfalls gute Lagerstätten vorhanden sind. Für die Tagesstunden stehen im Männerbau sowohl als auch im Frauenbau je ein großer Gemeinschaftssaal zur Verfügung, in dem Tische, Stühle und Bänke in großer Zahl sowie Radio den Bewohnern dienen.

Die Pensionäre und Pensionärinnen bewohnen Einzelzimmer, die ihnen leer überlassen werden und die sie sich mit eigenen Möbeln ausstatten können. Das geschieht vor allem in der Erwägung, daß sich die Bewohner auf diese Weise ein eigenes Heim mit persönlichem Charakter schaffen sollen, m dem sie ihrer Eigenart, ihrer Gewohnheit und ihren Liebhabereien entsprechend zu leben vermögen. Ne- 1 den den eigenen Möbeln ist auch eigene Wasche zu stellen. Gegenwärtig wohnen etwa 20 Männer und 40 Frauen als Pensionäre in dem Heim, selbstver­ständlich völlig auf eigene Kosten. In dem verhält­nismäßig bescheidenen Preis sind die Zimmermiete und die Kosten für die volle Verpflegung einbegrif­fen, ebenso Licht und Heizung; alle Zimmer sind an die Zentralheizung angeschlossen.

Der tiefsinnige Spötter ® H m f o r t fad) m (einer Zeit den einst geheiligten Vorgang alles Geheimnisses entkleidet, belachte ihn, wenn er a die Menschen dachte, die er als Schenkende kannte^ Geben ist seliger denn Nehmen! Da-mutz wab^ fein. Die Erinnerung ist, wie man sagt, d T auf den Genuh. Nun, ich habe beobachtet doh -Y der Geber fehr viel langer und genauer an Schenken erinnert als der andere.

Ich kenne Leute - zu denen selbst ^ gehören ich glauben möchte die einen Gegenstand dan^ verschenken, wenn er bei einem anderen '%e, seine Bestimmung mehr erfüllt alsi heim alte B sitzer. So schenkt Conrad Ferdinand Meyer m einem schönen Gedicht die Schlittschuhe tr tz

Suchte Zimmer der Pensionäre und Pensionä­rinnen waren wir besonders gespannt. Was wir hier bei vielfachen Besuchen der alten Männer und Frauen zu sehen bekamen, erfüllte uns mit Den besten Eindrücken. Alle Zimmer, die uns von Den Bewohnern in gastfreier Weise gezeigt wurden, wie- sen eine durchaus persönliche Note auf; man jay ohne weiteres, daß sich der Mann hier sein bzw. die Frau ihr eigenes Reich auf- und ausgebaut hatte. Voll berechtigtem und in seiner Schlichtheit besonders sympathischen Stolz zeigte uns ein sieb­zigjähriger alter Soldat, ein bekanntes Mtglied einer Gießener Kameradschaft des Ns.-Reichs° triegetbunbes, seine vielfältigen soldatischen Er­innerungen, seine Familien- und Berufsandenken und noch vieles andere mehr, die jetzt in dem hüb­schen Zimmerseine Welt" sind, in der er sich glücklich und zufrieden fühlt; mit dankbarer An­erkennung sprachen auch alte Frauen über Das schöne Heim, in dem sie sich für ihren Lebensabend gut aufgehoben wissen, wo sie sich die Zeit nut leichten fraulichen Handarbeiten (Stricken, «topfen usw.), mit liebevoller Pflege der Vögel, die sogar bis in das Zimmer hereinkommen, ober beim Lau- schen auf den Rundfunk, beim Lesen usw. vertrei­ben. Gegenseitige Besuche zu einem Plauderstünd­chen werben namentlich im Frauenbau sehr ge­pflegt, aber auch die Männer in ihrem Haus halten gute Nachbarschaft und wissen ein Besuchsstundchen zu schätzen. Jedermann hatseine Welt" und lebt doch in und mit der Gemeinschaft der Umwelt, mit der er sich in guter Nachbarschaft verbunden weih.

Und die Kleinsten und Kleinen sind bet ihren Tanten" wohlgeborgen. Umhegt von viel Liebe und Güte verbringen sie ihre Tage beim Spiel im Haus und beim Spazierengehen im Heimgarten. Sie sind dieSonnenscheinchen", an denen alle ihre Freude haben, die sich selbst im Herzen noch jung i fühlen.

Im Alter von 60 Jahren ist der Polizeipräsident :oon Wesermünde, Korvettenkapitän z. V. Karl Meusel, gestorben. Meusel, ein erfolgreicher U-Boot-Kommandant des Weltkrieges, war nach Wesermünde gekommen, um nach der Zusammen­legung der beiden Unterweserstädte Wesermünde und Bremerhaven auf dem Gebiete der Polizei die notwendige Neuorganisation vorzunehmen Vorher war er Kommandeur der Schutzpolizei in Bielefeld, Abteilungsführer und Kommandeur der Landes- polizei in Essen, Polizeidirektor in Gießen und Polizeipräsident in Mainz.;

über das Eis fliegen werden.

Dies ist ein Schenken, bei dem das Wesen des verschenkten Dinges wichtiger ist als die Beziehung zwischen Gebendem und Nehmendem.Er kann es besser brauchen als ich!" So schenkt der Räuber Moor sein Leben in der Gestalt des Preises der auf Moors Kopf gesetzt ist, dem armen Manne dem Leben noch etwas bedeutet, der es besser brauchen kann als der innerlich vernichtete tragische Held.

Italien an der Schwelle der Neuzeit

Kulturhistorischer Dortrag im NS.-Nechtswahrerbund.

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Das Pferd.

Von Otto Grnelin f.

Es ist ein Ereignis! Und obwohl es ein Krieas- ereignis ist, bleibt es ein erfreuliches Ereignis: An der Straßenecke, am Derkehrsrnittelpunkt der Groh- tabt, wo sonst Auto hinter Auto saust, wo bie Tramwagen von rechts unb links unb vorn und hinten heranrattern, nahe der Haltestelle, steht an dem kümmerlichen Alleebäumchen angebunden em Pferd. Es ist ein kleiner, fester Heller Fuchs mit chön gepflegtem, glänzendem Fell; er trägt keinen Sattel. Aber der Gurt hält eine tarierte Satteldecke.

Ein großes Grundstück mit zahlreichen Ge­bäuden an der Licher Straße das Landes- i Alters- unb Pflegeheim mit Kinberheim dient der Betreuung alter Männer und i Frauen sowie der fürsorglichen Behütung kleiner Kinder bis zum Beginn des schul­pflichtigen Alters. Unter Führung des stell­vertretenden Verwalters, Derwaltungsober- infpettor Fischer, der den zur Wehrmacht eingerückten Verwalter, Derwaltungsober- inspektor K l ö ß, vertritt, und der Ober­schwester H o r r a s machten mir einen Rund- gang durch die Gebäude des Heims.

Das Heim soll alten Männern'und Frauen, die im langen Lebenskampf müde oder Invalide ge­worden sind, und solchen, die ihren Lebensabend als kleine Rentner in beschaulicher Ruhe verbringen wollen, eine Heimstatt sein. Bei diesen Männern und Frauen handelt es sich um gesunde Menschen, die nur von der Last der Jahre und der schweren Arbeit mitgenommen sind, bie sich im Heim und auch außerhalb frei bewegen können, deren Bin­dung nur in der selbstverständlichen Hausordnung unb ber pünktlichen Einhaltung der Essenszeiten be­steht. Zum Teil kommen sie aus freiem eigenen Ent- schluß in bas Heim, zum Teil werben sie von ben Sozialämtern als Pfleglinge bem Heim zugeführt. Wer diese Männer unb Frauen sieht und sich mit ihnen unterhält, kann die Feststellung machen, daß sie sich in dem Heim wohlfühlen unb vor den Stür­men des Lebens gut geborgen wissen, ihren Lebens­abend hier bei leichter, den Körperkräften und dem eigenen Willen entsprechender Beschäftigung der­bringen können unb biese leichte Mithilfe als eine willkommene Ausfüllung ihrer Stunben empfinden; die Pensionäre, die aus eigenen Mitteln sich einae- mietet haben, sind hinsichtlich ihrer Tagesbeschäfti­gung völlig frei.

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gedrängelt hat.

Manche entdecken das Pferd schon von weitem von der anderen Straßenseite her, und lächelnd steuern sie darauf zu. Es sammelt sich em ganzer Raufen. Die meisten haben nicht viel Zeit, stellen sich hin, schauen den Gaul eine Weile an wie eine Sehenswürdigkeit, bis ihre Tramnummer klinge^ unb sie rennen weiter. Aber die Lucken füllen sich wieder Es ist eine Dame in einer Pelzjacke da, und eine alte Frau in einem geerbten Mantel der em- mal rosa war. Ein Intellektueller mit runden Bril­lengläsern, ein rundlich gepflegter Herr, der m anderen Zeiten hier in seinem Wagen vorüber- flitzte, Primaner mit schweren Mappen, em Lehr­ling mit einer grünen Schürze.

Meine Tram kommt; ich muß emfteigen, es ist schade. Alle Fahrgäste drehen die. Köpfe nach dem Pferd an ber Haltestelle. Noch niemals hat da em Pferd gestanden. Es ist wirklich ein erfreuliche, Ereignis, das Artilleriepferd im Derkehrszentrum.

Im Kinderheim sind zur Zeit fast 50 Kinder un­tergebracht, und zwar rund 30 Säuglinge, Die übri­gen im Alter bis zu 4 bis 5 Jahren. Auch Gastkmder b. h. solche, Deren Vater z. B. bei ber Wehrmach^ ist unb die Mutter krank daniederliegt oder durch Arbeit voll in Anspruch genommen wird, finden hier liebevolle Ausnahme. Die Kleinen werden von Kinderschwestern und Schwesterschülerinnen betreut, außerdem von einem Kinderarzt ständig ärztlich überwacht. _ ,.

Ein eigenes Krankenhaus ist dem Heim angeglie­dert. Nicht nur bie Kleinen unb. Kleinsten, sondern auch die Erwachsenen werden" ständig von einem Arzt betreut. Das Krankenhaus hat schöne Helle und luftige Krankensäle und -zimmer, Behandlungs­räume unb Gemeinschaftsräume für bie Äranten. Bei schweren Erkrankungen unb operativen Not­wendigkeiten werben Die Kliniken in Anspruch ge­nommen. Die Kleinen sind im Krankheitsfalls na­türlich auch von Den Erwachsenen getrennt unter- 9CDer^Wirtschaftsbetrieb umfaßt: eine große Zen­tralküche mit modernen Koch- und Brateinnchtun- qen, neuzeitlichen Spül- und Borratsräumen und der großen eigenen Gärtnerei für Den umiangrci- eben Gemüseanbau zur weitgehenden Deckung des Küchenbedarfs; Die mit modernen Maschinen und Anlagen ausgestattete Wäscherei mit ^stsiluft'Trok- Eenraum, Heißmangel, Bügelzimmer, Näherei und Wäschelager: eine große Heizungsanlage mit wer Heizkesseln: schließlich Den Verwallungsapparat bei dem allerdings nur wenige Kräfte Die ganze Arbeit

Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!