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Mittwoch, 12. November Ml

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(9t. Jahrgang Nr. 269 ÄHf ® A W Q Mittw

Glchener Anzeiger

von einzelnen Nummern I\ > WM

infolge böberer Gewalt 1

8SS£S «uSmu^i General-Anzeiger für Oberhessen Oietzen?5ch«lfire§e z-9

Englands gefährlicher Freund.

düng herbeigeführt hätten, obwohl die Sowjetunion an Deutschlands Grenze mehr Flugzeuge und Tanks besessen habe, als die Vereinigten Staaten 1943 be-

Von unserem W. S

Stockholm, 10. November.

Neben außenpolitischen und militärischen Ge­fahren umdrohen England Erscheinungen einer Gärung, die ans Tageslicht gekommen find, seit­dem der tirieg für England durch das Bündnis nut dem Kommunismus einen ungewöhnlichen sozialen und innerpolitischen Akzent erhalten hat. Man wird, wenn man die englischen Verhältnisse annähernd richtig sehen will, Churchill nicht so viel Einsicht in sich anbahnende Entwicklungen zu- erkennen dürfen, wenn man von ihm behauptet, er sehe den Weg als verhängnisvoll an, der durch den fortschreitenden Einfluß kommunistischer und vom Kommunismus abhängiger Kreise eingeleitet worden ist. Die leichtfertige Einstellung, mit der maßgebende Schichten diesen Weg verfolgen, ist vielmehr durch Ausführungen charakterisiert, mit denen dieT i - m e s" am 7. November, dem Jahrestag der bolsche­wistischen Revolution, der Sowjetunion ihren Tri­but zollte. Darin hieß es, England könne, was die Schaffung sozialer und wirtschaftlicher Rechte an­lange, viel von dem sowjetischen Regime lernen. Die Zusammenarbeit mit ihm müsse des­halb immer enger werden Und die Kriegszeit über­dauern. Nicht die Selbftentäußerung angelsächsischen Herrenmenschentums beunruhigt Churchill und seine Umgebung, sondern die innere Aufspaltung des englischen Volkes, wie er in dem Artikel der Times" zutage tritt. Churchill nimmt diese inneren englischen Spannungen ernst genug, um nach einem Weg zu suchen, sie zu überwinden, da er sie nie unterdrücken kann. Sein Rezept, um die innere Einheit wiederherzustellen, sieht er in dem Kriegseintritt der Vereinigten Staa­ten, von dem er keine militärischen, aber psycho­logische Wunder erhofft.

Die Vereinigten Staaten können naturgemäß die ihnen von Churchill zugedachte Rolle nur spielen, wenn sie in sich gefestigt genug sind, um auch Eng­land neuen inneren Halt zu geben und die von Moskau noch London schleichende Gefahr zu bannen. Niemand, der die Vereinigten Staaten keimt, hat bisher derartiges zu behaupten gewagt. Es besteht im Gegenteil der Eindruck, daß in den Vereinigten Staaten noch nachgeholfen wird, um auf das Moskauer i den amerikanischen Punkt zu setzen. Die faulen Eier und Tomaten, mit denen kürzlich derMünchen-Mann" Lord Halifax in den Vereinigten Staaten beworfen wurde, liefern nicht nur Stoff für amüsante Geschichten, sondern ebenso für ernste Betvachtungen. Die Vereinigten Staaten, in denen viele Fragen ungeklärt sind und schwere innere Auseinandersetzungen in der Luft liegen, verbinden ihre Hilfe für England mit massiven An­griffen nicht nur gegen Englands strate­gische Stützpunkte, sondern auch gegen das ihnen unsympatische Sozialsystem, für dessen Er­haltung Männer wie Lord Halifax diesen Krieg Englands begonnen haben.

Die englische Oberschicht kämpft heute einen Zwei- frontentrieg gegen kommunistische und gegen amerikanische E i n f l ü s se. Ein Bericht in der amerikanischen WochenschriftSaturday Eoemng Post" über die Eindrücke englischer Flieger, die in UZA.-Lagern ausgebildet werden, enthält einige Angaben, die erkennen lassen, daß die jungen Leute in den Vereinigten Staaten nicht nur das Fliegen lernen. Nach dem Kriege müßten viele Dinge in England geändert werden. Das ist nach diesem Be­richt das übereinstimmende Urteil derer, die mit dem amerikanischen Leben Kontakt erhalten haben. Einige der künftigen Unteroffiziere der britischen Luftwaffe gingen so weit, zu erklären, daß sie nach Beendi­gung des Kurses in den Vereinigten Staaten sich weigern würden, ihre Lagerkameraden zu grüßen, die Offi,ziere werden würden, weil sie zu einer pri- Dileaierten Schicht gehörten, während sie selbst me Hoffnung, Offizier zu werden, nicht haben könnten. Ernste Widerstände auf englischer Seite gegen eine solche Beeinflussung sind nicht zu bemerken. Im Ge­genteil zeigt ein kleinerFührer für den Umgang mit Amerikanern", der den Fliegern von der eng­lischen Luftwaffe in die Hand gegeben w>rd,^daß die Schonung der Gefühle der Alliierten im Falle USA. (ebenso wie im Falle der Sowjetunion) allen anderen Ueberlegungen übergeordnet wird. Sie müßten die Amerikaner lieben und verstehen, wer­ben die jungen Engländer ermahnt. Das sei ebenso wichtig wie die Fliegerausbildung, denn während dieses Krieges und wahrscheinlich danach sei Eng- l a n d s Sch icksal eng mit dem der Ver­einigten Staaten verbunden. England brauche Menschen, die Amerika verstünden und ihre Reaktion den Engländern interpretierten.

Man braucht vielleicht nicht so weit zu gehen, von einer in Gang befindlichen Revolution in Eng­land zu sprechen, wie es der Hohepriester der gesell­schaftlich Unzufriedenen, der Schriftsteller P r i e ft t Lei), von dem Amerikaner sagen, er habe nach Churchill den größten Einfluß auf die englischen Massen, in feinem BuchOut of the people tut. Man wird um so eher zögern, Priestleys Feststel­lungen für möglich zu halten, als er die Behauptung hinzufügt, diese' Revolution habe nichts Centimen- J -ales, Jakobinisches oder Marxistisches an sich. Unsere Lebensart zu bewahren" sei keine Kriegs- | parole, hält Priestley den Vertretern des alten England entgegen, die den Krieg um dieses Zieles willen erklärt haben. Die meisten Engländer hielten nicht allzuviel von dieser Lebensart. Sie wünschten 'ich eine neue, bessere, anständigere, freundlichere und freiere. Man kann sicher sein, daß Priestley ! in den Vereinigten Staaten nicht mit Tomaten ireworfen werden würde.

Jenseits des Atlantik verfolgt man die Vorgänge in England mit größter Aufmerksamkeit und, wie zesagt, man hilft nach. Für einsichtige Engländer ergibt sich daraus die banale Wahrheit, daß jedes Ding zwei Seiten hat, auch die Hilfe der Vereinig- \ ien Staaten für England. Nich einmal vernünftige I oziale Aenderungen sind für sie das Erschreckende, , vielmehr ist es die Furcht, daß auf diesem Wege sich

l.-Korrespondenten.

ein beherrschender politischer Einfluß der Vereinigten Staaten über Eng­land einschleicht. Wie ein Alpdruck liegt manchem Engländer die Vorstellung auf der Brust, England könne geistig, politisch und wirtschaftlich eine Ko­lonie der Vereinigten Staaten werden, die einst eine englische Kolonie waren. Würde die künftige amerikanische Sicherheit nicht am besten garantiert sein, wenn die Souveränität Englands und seiner Dominions bestehen bliebe?, so fragt in der Zeitschrift Common Senfe" die englische Journalistin U 11 e y. Man könne nur hoffen, schreibt sie, daß die Ver­einigten Staaten nicht England gegenüber die gleiche Rolle spielen, die England mit Polen, Norwegen, Griechenland und Jugoslawien gespielt hat. Groß­britannien befinde sich heute in der Lage, in der es praktisch von den Vereinigten Staaten gezwunden werde, den Kampf fortzusetzen.

Die Vereinigten Staaten erklärten, daß kein ame­rikanisches Blutfür die gerechte Sache" vergossen werde, sie bestünden aber darauf, daß die Europäer sich untereinander bekämpften, bis Europa und England zugrunde gingen. Die Schreiberin äußert den Verdacht, daß die Vereinigten Staaten Hilfsversprechungen machten, die sie nicht erfüllen könnten, mit dem Ergebnis, daß England in eine Lage gebracht werde, in der alles verloren fei, während jetzt noch manches gerettet werden könne. England sei kein Teil Eu­ropas, sondern ein Weltreich. Es wäre nicht not­wendigerweise zum Untergang verurteilt, wenn es sich vom Kontinent lossagen würde, wie einige wenige Männer, darunter auch der jetzige Beschaffungsminister Lord Beaverbrook, es v o r dem Kriege befürwortet hätten.Oder wollen die Vereinigten Staaten", so fragt die Schreiberin,ein ungeheures Expeditionsheer ausrüsten, den nötigen Schiffsraum schaffen, gleichzeitig noch England die Fortsetzung des Kampfes ermöglichen, um bann den europäischen Kontinent zu erobern?" Es sei schwer zu glauben, daß das amerikanische Volk die dazu nötigen Opfer freiwillig bringen werde, und es sei noch schwieriger, sich vorzustellen, daß die 3000 Mei­len entfernten Vereinigten Staaten großen Eindruck auf Deutschland machen würden, nachdem jetzt Eng­land und die Sowjetunion zusammen keine Wen-

Gegen Gewastk

Der Wehrmachtbericht.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 11. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gib! bekannt:

Auf derkrim sind die deutschen und rumänischen Truppen in weiterem Vordringen gegen S e ro a ft o - p o l und Kertsch. Beide Häfen wurden mit guter Wirkung von der Luftwaffe bombardiert.

3m Raume um Moskau erlitt der Feind durch Luftangriffe erhebliche Verluste an schweren Waffen und rollendem Material. Militärische Anlagen in der sowjetischen Hauptstadt wurden mit Bomben belegt.

3n Nordkarelien haben deutsche und fin­nische Truppen unter schwierigen Kampf- und öe- ländeverhältnissen starke Teile einer feind­lichen Division vernichtet, hierbei wurden 7 0 0 Bunker im Kampf genommen, 1200 Ge­fangene gemacht, vier Panzerwagen, 30 Geschütze, über 100 Maschinengewehre und Granatwerfer sowie zahlreiches anderes Kriegsmaterial erbeutet oder vernichtet. Die blutigen Verluste des Feindes betragen ein Mehr­faches der Gefangenenzahl.

Vor der britischen Südostküste erzielten Kampfflugzeuge bei Tage Bombentreffer auf drei größeren Frachtern. Die Schiffe wurden so schwer beschädigt, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Ostwärts L a st o n wurde ein Hochofenwerk von Bomben schweren Kalibers getroffen.

3m Vorfeld

Von Kriegsberichte

DNB...., 11. November. (PK.) Es sind nicht ein­mal mehr 100 Kilometer, die die Spitzen der deut- schen Truppen vom Mittelpunkt Moskaus entfernt stehen. Selbst auf den Kartenblättern der Kompa­nieführer liegt die bolschewistische Hochburg schon als dicker schwarzer Klecks am rechten ostwärtigen Rand. 100 Kilometer! Das ist in diesem Land der Unendlichkeit für gewöhnlich ein Katzensprung.

Aber diese 100 Kilometer, diese letzte Strecke vor dem Kreml, hat es doch in sich und muß gewissen­haft von den deutschen Streitkräftenaufgearbei- tet" werden. Denn der Gegner hat vor seiner Haupt- stabt alle Sperren und Geländehinbernisse für sei­nen Abwehrkampf bis ins letzte ausgenutzt. Es ist wohl nicht übertrieben, wenn man bas gesamte Vorgelände der F e st u n g Moskau als ein ein­ziges großes Minenfeld bezeichnet, das vor allem auf den Straßen und Wegen, zu ihren bei- den Seiten auf dem angrenzenden Gelände und an allen Derkehrsengpäffen verlegt worden ist.

Der Hauptbunbesgenosse des Feindes ist jetzt im Herbst die Witterung und das Gelände, das bei dem vorherrschenden naßkalten Wetter bei sumpfigem Untergrund grundlos, bei lehmigem unendlich schmie- rig geworden ist. Der Boden hat sich mit Regen­wasser vollgesogen wie ein Schwamm, und so ist der deutsche Vormarsch an das vorhandene, küm­merliche Verkehrsnetz gebunden. Dieser Umstand ist natürlich den Bolschewisten' wohl bekannt, und so haben sie auch längs der Straßen chren Haupt- miberfta^b aufgebaut

sitzen konnten.

Die beutsche Beherrschung Europas nennt Utley ein kleineres Uebel für England als bas Uebel sein würbe, bas wahrscheinlich bas Ergebnis einer Er­mutigung Englanbs sein mürbe, einen hoffnungs­losen Kampf unbegrenzt fortzusetzen, bis bis eng­lischen Freiheiten von innen oder von außen zer­stört würden.Nach einem Jahr werden die mei­sten Engländer wahrscheinlich einsehen, daß Eng­lands Freunde in den Vereinigten Staaten gefährlicher waren als die Ameri­kaner, die Isolationisten genannt werden: denn zu viele amerikanische Freunde weigern sich, Englands jetzige Lage realistisch zu sehen", heißt es in diesem Bekenntnis, aus dem jedenfalls hervorgeht, baß bie Vereinigten Staaten bie ihnen von Churchill zu- gebachte Rolle eines Einigers bes englischen Volkes nicht spielen können.

llGA bestehen auf ihren Forderungen

Washington, 11. Noo. (DNB.) Auf bie in der Pressekonferenz gestellte Frage, ob die engli­sche Regierung die Antwort auf die bekannten amerikanischen Vorschläge betreffs Gegenlei­stungen für die Pacht- und Leidliefe- runäen erteilt habe, antwortete Hüll, bie Prü­fung durch England besinde sich im letzten Stadium.

Wie erinnerlich, stellen die USA. an England keine geringeren Forderungen, als bie, daß

1. den USA. das Recht zufteht, alle britischen Stützpunkte auch nach Kriegsende zu benutzen

2. England auf Vorzugszölle im britischen Em­pire verzichtet:

3. England seine Monopolstellung in Kautschuk, Zinn usw. aufgibt.

Zweifellos hat ein britischer Vorschlag auf Preisablaß", den A 11 l e e in Washington per­sönlich vortrug, von Hüll kalte Ablehnung erfah­ren, da einevertrauliche Verabschiedung" Attlees zu der Anfrage in der Pressekonferenz führte. Washington besteht auf seinen brutalen Forde­rungen,' die deutlich zeigen, mit welcher Gier die USA. sich nach dem Ausverkauf Englands heute schon anschicken, bas Erbe bes bankrotten britischen Empires anzutreten, um für eine von ihnen diktierte Weltwirtschaft freie Hand zu be­kommen.

pol und Kertsch

In Nordafrlka griffen deutsche Kampfflug­zeuge einen britischen Flugplatz ostwärts Bla rf a Matruk mit Spreng- und Brandbomben an.

Der Feind flog nicht in das Reichsgebiet ein.

Unter deutschen Bomben.

Berlin, 11. Nov. (DNB.) Die deutschen und rumänischen Truppen drangen auch am 10. 11. auf der Krim in Richtung Sewastopol und Kertsch weiter vor. Damit machen sie im Verein mit der deutschen Luftwaffe die Absicht der Bolsche­wisten zunichte, den sich einschiffende Sorojcttrup- pen in beiden Häfen die notwendige Zeit zu ver­schaffen. Deutsche Kampfflugzeuge hiel­ten nicht nur die sich in Massen stauenden Bolsche­wisten im Bereich der beiden Derladeplätze unter einem dichten Bombenregen, sondern zerstörten auch Anlegestellen, Hallen und Material­lager in Sewastopol und Kertsch durch zahlreiche Treffer. Die Einsätze der deutschen Luftwaffe dehn­ten sich darüber hinaus bis zur Nordostküste des Schwarz en Meeres aus, wo den Bolsche­wisten als einziger Kriegshafen noch Noworos­sijsk verblieben ist.

Im mittleren Teil der 0 ft front ist der Angriff zweier deutscher Divisionen am 10. 11. gegen bolschewistische Stellungen bemerkenswert. Der völlig überraschende Vorstoß in dem stark ver- schammten Gelände brachte tausend sowjetische Ge­fangene und zahlreiches Kriegsgerät ein. Starke Verbände deutscher Kampf- und Sturzkampfflug­zeuge unterstützten auch im gesamten mittleren Ab­schnitt die Operationen des Heeres.

i>on Moskau.

Günther Hehsing.

Stützpunkt nach Stützpunkt muß von den deut­schen Angreifern in mühevoller Kleinarbeit geknackt und ausgeschaltet werden. Trotzdem ist die große Moskauer Stellung, bie ben vorberen Rand bes Kampffeldes um bie sowjetische Hauptstabt abgrenzte, bereits durchbrochen und überwunden worden. Sie stellte eine etwa von Kaluga bis Kalinin durchlaufende 300 Kilometer lange Be- feftigungslinie dar und sperrte besonders bie von Westen auf Moskau führende große Straße von Minsk über Smolensk durch ein wohlausgebautes und nach den letzten Kriegserfahrungen ausgeklügel- tes System von Feldstellungen.

In unübersichtlichem welligen Gelände, in dessen Senken sumpfige Bäche nach Norden zur Moskwa hin entwässern, waren an allen Stellen, wo sich nur Panzer nähern konnten, Minenfelder ver­legt worden. Darauf folgte eine lange Reihe von Flammenwerfern, bie, in die Erde versenkt, von den Angreifern nicht zu erkennen waren. Sie bestanden aus großen Stahltöpfen, von denen nur das Mundstück aus der Erde herausragt. Den An- greifern sollte von diesen Geräten aus, bie man bisher nur als Angriffswaffe ber Pioniere kannte, viele Meter lange Stichflammen entgegengeschleu- bert werden. Die Flammenwerfer wurden von ver­steckt im Gelände liegenden Bunkern aus gezündet. Es folgte eine Linie neuartiger Panzerhindernisse, die von unseren SoldatenS p a r g e l b e e t ew ge­tauft wurden. Sie bestanden aus langen Rippen hintereinander liegender Erbwälle in Zickzackform,

Oer Kriegsschuldige.

Winston Churchill versucht in ber letzten Zeit krampfhaft, sich von der Vaterschaft für den Krieg wegzuleugnen. Jedes Mittel ist ihm recht, dazu, sich hinsichtlich der Verantwortung für diese n Krieg ein Alibi zu verschaffen. Dor allem glaubt er, diese Mohrenwäsche dadurch bewirken zu kön­nen, daß er es mit ber MethodeHaltet den Dieb" versucht und mit einer Hartnäckigkeit sondergleichen sich bemüht, bie Kriegsschuld von sich auf andere abzuwälzen. Besonders in der letzten Zeit ist dem alten Kriegsverbrecher nicht mehr wohl in seiner Haut. Er will unter allen Umständen von dem Vor­wurf der Kriegsschuld frei werden. In jeder seiner jüngjten Reden behauptete er, dieser Krieg sei von Adolf Hitler begonnen worden. Er glaubt damit die Welt seine eigene Schuld vergessen machen zu kön­nen.

Dieser Versuch kann Winston Churchill nicht glücken, denn seine Verantwortung an diesem Krieg, den er übrigens einmalseinen reizenden Krieg" ge­nannt hat, ist nicht nur einmal zu beweisen. Wie ein roter Faden zieht sich durch die englische Geschichte der letzten Jahrzehnte Churchills Kriegs- t r e i b c r e i. Schon lange vor dem 3. September 1939 hat Churchill bei jeder Gelegenheit, so unge­fähr wie der alte Cato im alten Rom, darauf auf­merksam gemacht, daß der Krieg mit Deutschland nicht zu umgehen sei. So hat er bereits am 17. Ok­tober 1938 in einer Rundfunkrede, die nach Amerika übertragen wurde,aufs neue", wi^Reuter feftftellt, betont, daß es sich nicht um Vorbereitungen für einen gewöhnlichen Krieg handele, sondern um einen Konflikt, bei demdie freien Länder" in der Heber- macht seien. Je länger man warte, um so schwie­riger werde es sein. Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion hätten schon im Frühjahr 1938 ge­meinsam erklären müssen, daß sie zusammen gegen Nazi-Deutschland stehen würden. Diese Kriegstreibe- rei wurde Churchill bald darauf von dem französi­schen Senator Reynold, einem Mitglied des Militärausschusses des französischen Senats, bestä­tigt, ber erklärte, Churchill habe bas amerikanische Volk zu einem Weltkrieg gegen Deutschland aufge- fordert, um die Demokratie zu retten. Im Juni 1939 ! hielt Churchill im Londoner City Carlton-Club eine | kriegshetzerische Rede, in der er bemerkte, daß er angesichts der genroärtigen politischen Lage glaube, daß man kaum zu einer anderen Schlußfolgerung kommen könnte als derjenigen, daß dasSchlimm- sie" sich ereignen würde, und zwar recht bald. Und einige Tage fnäter gab dieser Kriegshetzer Churchill in einem Au fatz im PariserSoir" folgendes zu: Es liegt ein gutes Stück Wahrheit in diesen Vor­würfen der Einkreisungsabsichten der Westmächte. Es ist nicht mehr nötig, die Wahrheit zu verber­gen." Die Aktivität, mit der Churchill schon vorher auf die Vorbereitungen Englands für einen Krieg mit Deutschland hinarbeitete, bestätigte übrigens die New Port Times", die einem Spezialkabel über eine Churchillrede in Manchester am 9. Mai 1938 die Ueberschrift gegeben hatte:Churchill schlägt Einkreisung Deutschlands vor. Er drängt Britan­nien, die Hilfe Rußlands und der kleinen Nationen zu suchen." Schließlich erklärte auch die Moskauer Jswcstija" dem politischen Freibeuter Winston Churchill, daß erseit langem den Plan eines un­vermeidlichen Präventivkrieges Englands gegen Deutschland verfolgt habe." Die ganzen Jahre hin­durch hatte der Kriegsverbrecher Churchill dem eng« li schen Volke suggestiv klargemacht, daß ein Krieg mit Deutschlandunvermeidlich" sei und daß dieser Krieg deshalb alsPräventivkrieg" geführt cherden

in denen sich die angreifenden Panzer festfahren sollten. Hinter diesenSpargelbeeten" folgte ein tiefer Panzergraben und dann eine Art Höckerlinie, wie man sie schon vom Westwall kennt, bie hier aber aus gekreuzten unb zusammen­geschweißten Eisenbahnschienen beftanb.

Zwischen all biefen Hinbernissen waren selbstver- ftänblid) wieder Minen verlegt. Das ganze Stel­lungssystem wurde überwacht durch Artillerie und Flak unb konnte aus zahlreichen überhöhten und flanfterenben, zum Teil sogar Detonierten Bunkern mit panzerbrechenden Waffen, Maschinengewehr- und Schützenfeuer bestrichen werden. Ein Durch­bruch dieser Befestigungslinie schien selbst ben Sow­jets, nach ben schlechten Erfahrungen, bie sie mit dem deutschen Soldaten gemacht hatten, unmöglich, und sie fühlten sich wieder einmal recht sicher. Auf den Zufahrtsstraßen erschwerten wieder Minen unb tiefe Sprenglöcher, sowie abgebrannte unb auseinandergerissene Brücken und angeftaute, ver­sumpfte Flußläufe die Annäherung. Sollte sich in dieser mit allen Schikanen ausgebauten Stellung dennoch eine Lücke zeigen, in der es den angrei­fenden Deutschen gelänge, einzudringen, dann wollten bie Bolschewisten diese Eindringlinge mit Panzergegenstöhen wieder herauswerfen.

Auch baran hatte man also gebacht unb zu biesem Zweck zahlreiche Kampfwagen hinter ber Be­festigungslinie versammelt unb sie teilweise in unter- irdischen, meisterhaft getarnten Tankgaragen ober in dichten, aus ber Luft nicht einzusehenoen Wald- stücken untergebracht. Diese Tankgaragen waren übrigens so eingerichtet, baß bie Kampfwagen aus ihnen auch bireft ins Gefecht eingreifen konnten. Sie sollten, wenn notroenbig, plötzlich auftauchen, einige Schüsse abgeben unb wieder verschwinden, also innerhalb der Befestigungslinie so eine Art von beweglichen Bunkern barstellen.

Obwohl bie angreifenben beutschen Truppen in­folge ber grundlosen Enge bie Moskauer Stellungen nicht umgehen konnten und sie sogar an ihrer stärk­sten Stelle angriffen, gelang es ben beutschen Sol­daten bennorf), sie in wenigen Tagen auseinan- derzureißen unb z u burchbrechen. Der Kampf fanb babei teilweise auf bem alten Schlacht- selb aus bem August 1812 statt, wo auch bamals bas letzte Mal vor Moskau versucht würbe, bem Vor­marsch Napoleons Halt zu gebieten. Deutsche Ver­bände Haden sich auf dem Schlachtfeld unsterblichen Ruhm erworben.