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9./I0. August Ml
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
xr. 188 Zweiter Blatt
t m 5, das im harten Ringen auf den Schlacht-
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tiften in das Bewußtsein unseres gesamten Vol
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ur unanständigen — kämpft, die ihm noch zur An fügung stehen.
linter all den vielfältigen Wesenszügen, die das Flicht des deutschen Soldaten bestimmen, dem die chcrnat geschichtliche Siege im Osten verdankt, ist Iber Begriff des soldatischen Führer-
Rotizbuch auch, in das schon eine Menge einge- ' tragen war? „ v
Die Küsse auch? Wie oerhlelt es sich mit den Küssen? Die Umarmungen, die zärtlichen Stunden, die guten Worte, die heißen Schwüre, die glühenden Blicke, die tausend Freuden eines Zusammenseins, das zwei Jahre gedauert hatte, auch?
Und die Gedanken und Meinungen und Erinnerungen, alles das, was der eine durch den andern geworden war, so daß er heute nicht mehr der war, der er vorher gewesen war, und vermutlich auch nicht wieder werden konnte, ohne viel weniger zu sein, — das alles auch?
Er, der zuerst gesagt hatte, daß es aus sei, schlenderte gemächlich dahin oder tat so, nachdem seine Wut verraucht war. Es war ein schöner Tag. Er dachte nicht an die Krawatte oder den ftut, er dachte daran, daß sie jetzt den Tee eingießen würde, und es fiel ihm ein, daß sie noch Marmelade hatten besorgen wollen. Jetzt stand sie am Tisch und goß den Tee ein, er wußte genau, wo sie stand, sah genau im Geist ihre Haltung, die Bewegung ihrer Hand Das alles würde er nun in Zukunft nicht mehr zu denken haben, mindestens würde es keinen Sinn mehr haben. — Jetzt stand sie am Tisch.
Aber sie stand gar nicht am Tisch. Sie saß in der Ecke ihres Zimmers auf dem Bett und weinte. Sie hatte nicht meinen wollen, aber dann hatte sie einen Augenblick lang nicht aufgepaßt, und es war über sie gekommen Sie drückte ein Taschentuch, es war ein großes Männertaschentuch, eins, das von ihm war, eins von denen, in die sie den Namen eingestickt' hatte, und das aus irgendeinem Grunde in ihrer Schublade gelegen hatte, an ihre Augen, aber daran dachte sie nicht. Jetzt, nachdem ihr Zorn vorbei war sie wußte nicht genau, ob er schon ganz vorbei war' konnte sie nicht fassen, was geschehen war. Sie fühlie sich entsetzlich verlassen. Sie dachte nicht daran, Tee zu kochen, es hatte keinen Sinn, den Tisch zu decken, wenn niemand hungrig, erwartungsvoll und scherzend daneben stand und wartete, was es geben würde. Sie dachte nicht an bie Marmelade. Sie hatte keinen Hunger. Sie dachte, daß er jetzt im Eafs saß, irgendwo im Cafe, und Kuchen aß, gleichgültig, roh und stark, vielleicht schielte er schon nach neuen Mädchen, vielleicht hatte er schon eine andre, vielleicht hatte er deshalb Schluß ge- , 1 macht. Sie weinte. Sie rieb sich die Augen mit dem
Das Vorbild.
Von Leutnant Herbert Staate.
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lanpf gegen den sowjetischen Weltfeind- wiederum bip größte Kraft unserer Idee und Sendung er» trfen.
heraus mit allen Büchern, Broschüren, Zeitungen und Zeitschriften! Sie nehmen Euch Platz weg und sind lediglich Staubfänger! In der Altpapier- Sondersammtung sind sie jedoch hochwillkommen und tragen mit dazu bei, Deutschlands Rohstoffreserven zu starken!
Taschentuch und streifte dabei an die Stickerei, die sie gemacht hatte, und bemerkte es und weinte noch mehr. Was jetzt? dachte sie. Gar nichts. In ihrem Tränenrausch erschienen ihr die Luftschlösser, die sie zusammen gebaut hatten und die jetzt in Wahrheit nur noch Lust waren, weniger als Luft, nichts: nirgends mehr etwas, woran man sich halten konnte, nicht an ihm, nicht am Kommenden, nicht am Vergangenen; sie fühlte sich, entsetzlich leer und verzweifelt. Und dabei, dachte sie, saß er gleichgültig, roh und unbekümmert im Cafe, wahrscheinlich mit einer anderen.
Aber er saß gar nicht im Cafä. Er hatte inzwischen, auf seiner Wanderung durch die Straßen fühlend, daß die zarten Fäden, die ihn mit ihr verbanden, sich zu lockern drohten, ein Glas Marmelade gekauft, da ihm nichts anderes zu tun eingefallen war. Er trug die Marmelade in der Hand und schritt, wohin ihn seine Füße mehr als seine Ueberlegung führten, der Straße 'entgegen, wo sie wohnte, dem Haus zu, worin ihr Zimmer war. Er zögerte vor der Haustür, aber dann ging er hinein und die Treppe hinauf und entdeckte dabei, daß er noch nie geahnt hatte, wie voll voll herrlichen und beglückenden Erinnerungen diese gewundene Treppe war.
Sie hatte inzwischen keine Tränen mehr gehabt und sich ermannt. Es war künstlich, aber es war doch etwas, sie hatte ihr Gesicht gewaschen und gekühlt und war gerade fertig, als er läutete. Sie erkannte an der Art des Läutens, daß er es war. Ihr Herz blieb stehen, es war ein tief beglückender Schreck, der ihr in alle Glieder fuhr, sie wurde über und über rot und sprang zitternd zur Tür. Er stand mit der Marmelade in der Hand draußen und hielt sie ihr hin. Es wurde nicht viel gesprochen, er begann so ungefähr: ich dachte--bann
blieb er stecken. Aber es waren keine Worte nötig.
Später einmal sagte er, er habe damals förmlich schmerzlich gefühlt, wie in ihm die Fäden rissen, als er sich immer weiter von ihr entfernte, und sie nickte dazu. Sie hatte es auch gefühlt, und sie suchten sich beide zarte unsichtbare Fäden oorzu- stellen, die ihre Herzen verbanden, ein wahres Gespinst, das sie im Geist mit einer gewissen Ängstlichkeit abtasteten, ob Knoten ober Bruchstellen ober Flickwerk baran zu entbecken sei. Aber es schien alles wieder tadellos zusammengewachsen zu sein.
aufhören müssen, bie spannenden Ereignisse beS. „Zaubers einer Frühlingsnacht" weiter zu oer* folgen. Unb mancher hat es nie mehr ausgelesen. -- Jetzt wissen wir bie Zeit zum Angriff, unsere Augen roanbern immer roieber über das Zifferblatt der Uhr. Jetzt.--Nach stundenlangem
Schweigen setzen zur angegebenen Zeit unsere Batterien ein. Erst von da ein Schuß, bann von bort Dann wächst es an, Salve folgt auf Salve^ Ueber uns kreist ber Artillerieflieger, stetig wie em Raubvogel, der sein Opfer nicht mehr aus den Augen läßt. Mit glühenden Fängen schlägt Batterie um Batterie die Breschen in die feindlichen Stellungen. Jetzt hämmern unsere Maschinengewehre ihre Schnellfeuer, jetzt treten öle Kompanien an, jetzt jagen die Melder und Wagenl durch Staub und Feuersäulen, jetzt liegt in der Wucht des Angriffs der Takt zu dem Tanz.
Die feindlichen Batterien sind stumm, geworden, aber der Horizont dröhnt von dem Echo unserer Schläge. Wie wandelnde Gebüsche fahren die getarnten Wagen nach vorn zur kämpfenden Truppe. Am Abend sind bie Stellungen genommen, aus der Dämmerung zieht ein Hausen gefangener Bolschewiken zurück.
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(^-PK.) Wie eine gigantische Säule steht ber Staub über dem vorwärtshastenden Wagen. Der kleine Fluß steht in der sommerlichen Hitze still. Es ist hoher Mittag. Die Schatten sind kurz und spärlich, sie schwinden in sich zusammen wie alles, was sich nicht in die Unendlichkeit dieser Einöde einfügen will. Der graue Horizont ist an ein paar Stellen angetupft mit schwarzen Wölkchen. Der Feind tastet den Himmel ab mit Schrapnells. Die Ruhe der Front scheint diesen kochenden Mittag, diese sengende Stille noch zu steigern. Hier und da bellt ein Maschinengewehr. Dann wieder bricht aus der Tarnkappe einer Staubwolke ein Fahrzeug hervor, ein Kradmelder, biegt ab und verschwindet in der unendlichen Weite.
Wir warten. Warten auf den Befehl des Angriffs, der den Gegner aus feinen Schanzlöchern werfen fpU, warten auf den Befehl zum Vorgehen.
Die Abschußtafel besJagdgeschwadersLut- z o w — bereits bie neunte —, auf ber verzeichnet steht, baß bas Gefchwaber schon weit über 1000 feindliche Flugzeuge zur Strecke gebracht hat. — (PK.-Grosse-Scherl-M.)
Beethoven und das Wunderkind.
Es war im Jahre 1823, als ber zwölfjährige Liszt als Wunderknabe burch seine Klaoierkon- zerte in Wien die größte Begeisterung hervorrief. Durch seinen Lehrer Czerny würbe der junge Künstler auch Beethoven vorgestellt. Der große Meister wollte nicht so recht an die künstlerische Reife des Knaben glauben. Seine Kränklichkeit, Schwerhörigkeit unb mancherlei Kummer hielten ihn seit vielen Jahren der Oeffenllichkeit fern. Dazu kam der Widerwille gegen „Wunderkinder", die damals allerdings grassierten. Bei einem Besuche, Öen der Knabe in Gegenwart Czernys bei Beethoven machte, fragte er Liszt: „Na, mein Junge, was kannst du denn eigentlich spielen?" Liszt erwiderte: „Am liebt sten spiele ich von Bach' unb von Ihnen." „So, so", meinte Beethoven nachdenklich, „bas ist nicht schlecht, laß mal etwas von Bach hören." Der junge Musiker setzte sich ohne Noten an den Flügel und fragte: „Bitte geben Sie mir an, welche Fuge ich von Bach spielen soll, und in welcher Tonart sie gewünscht wirb." Beethoven sagte hierauf ganz erstaunt: „Junge, bu bist wohl toll! Nun gut. Spiele mir die lis-molI-Fugel" Unb ber junge Künstler spielte bas schwierige Werk mit einer Genauigkeit, daß Beethoven vollständig überrascht zuhörte.
Hierdurch ermutigt, sagte Liszt nach beendigtem Spiel: „Gestatten Sie mir, Herr van Beethoven, daß ich Ihnen jetzt Ihr neues Trio in B-dur, opus 97, Vorspiele?" Beethoven sagte ziemlich barsch: „Laß diesen Scherz. Es ist doch kein Geiger oder Cellospieler zur Hand." „Bitte, Herr van Beethoven", sprach Liszt, „erlauben Sie, daß ich es versuche, ich werde durch mein Spiel bie anderen Jnsprumente schon einzufügen wissen!" Und richtig spielte ber junge Künstler bas für drei Instrumente geschriebene Werk am Klavier allein, so vortrefflich, daß Beethoven von seiner Kunst ganz überwältigt war. Nach dieser Vorprobe siegten die Ueberrebung der Freunde, eigene Gutherzigkeit unb bas Kunst- interesse, bas Konzert bes jungen Liszt am 17. April 1823 zu besuchen. Die Gegenwart bes berühmten Beethoven war weit entfernt, ben Knaben schüchtern zu machen. Im Gegenteil, sie erhöhte seine Einbil- bungsfraft. Beethoven war von dem prächtigen Spiel bes jugendlichen Meisters so begeistert, batz er ihn bewegt in die Arme schloß. C. &
Seif über fünf Jahrzehnten
gibt es Arzneimittel
Das bedeutet mehr als SOjäh. rige Erfahrung und Bewährung, __ Diesen Erfolgen verdankt das
Kreuz das große und
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Dieses Warten, biese Spannung scheint über bie Fronten zu gehen, beim die Bolschewisten suchen uns, suchen uns mit tastendem Artilleriebeschuß. Da ein Einschlag, dann dort. Dann wieder Stille. Minutenlange Pause. Jetzt eine kurze Serie von Schüssen, einer, zwei kleckern nach. Dann nichts mehr. Wir warten. Die Kompanien liegen weit gestaffelt, die Kampffahrzeuge sind getarnt. Die Zeit'des Angriffs ist noch unbekannt.
Da fetzt die feindliche Artillerie wieder ein mit zwei, drei Schüssen. Es ist wie ein Fragen von drüben. Hinter einer jäh abfallenden Halde liegt der Regimentsgefechts st and, hier laufen die Verbindungen zusammen, bie Felbtelephone klingeln, in ben Funkwagen summt bie Apparatur. Die Offiziere beugen sich über ihre Karten, vergleichen die Meldungen mit ihren Einzeichnungen. Noch steht der Befehl zum Angriff aus.
An dem Wechsel der Schatten sehen wir ben Ablauf ber Zeit. Das Fieber ber Sonne kann uns nicht fassen. Aber bie Spannung des Wartens in diesem öden Land unter der graublauen Kugelglocke des Himmels macht die Sinne überwach. Diese Stunde rückt langsam heraus aus der Wirklichkeit. Auch die Gefahr des Augenblicks, die Gefahren des kommenden Geschehens, werden unpersönlich.
Wieder steigen da unb bort bie Einschläge ber feindlichen Artillerie, neben uns hoch, roieber ist es wie ein fragenbes Hiyübergreifen über bas Rätsel unserer schweigenden Front. So mag sich früher bie Vorstellung vom Tanz ber Schlacht gebtlbet haben, bie langsam anhub mit ben roerbenben Grüßen der Kugeln. _ , f
Aber unsere Männer kennen das Spiel. Nichts verrät vor dem Befehl die Ausgangsstellungen ber angreifenben Kompanien, kein Schuß fällt von unserer Seite. Dort, vor mir, steht einer vor dem Rückspiegel seines Wagens und schabt ben tagealten Bart in dieser Ruhepause. Im Schatten ihrer Kräder, kaum noch vom grauen, ausgebrannten Boden zu unterscheiden, schnarchen zwei Kradmelder einen kurzen, aber tiefen Schlaf. Jede Minute kann sie wieder kilometerweit durch feindliches Feuer auf den Sandwüsten der zerpflügten Straßen mit einem Befehl nach vorne jagen. Was schiert sie im Augenblick der Ruhe der Beschuß. Eine jede Kugel, die trifft ja nicht!--
Versunken, mit aller Andacht eines Feinschmeckers hockt drüben einer über seinem Kochgeschirr. Erst» mal essen, das andere wird schon werden. Warten heißt für diese Männer in dieser Stunde noch einmal ruhen können, noch einmal etwas tun können, das Freude macht, der schreibt einen Brief, dort die zwei teilen sich brüderlich in einen Roman, der Schriftgelehrte verhält mit dem Lesen, damit dem Kameraden nichts entgeht, dessen Augen langsam über die Zeilen gehen. Kommt der Befehl, dann wird das wertvolle Heft dem gegeben, der weiter warten muß, auf jebqr Seite fast hat schon einer
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Wenn die Faden reißen.
Von Rudolf Schneider-Schelde.
Bie hatten gestritten. Er hatte gesagt, baß es aus e,Qi, unb sie hatte geantwortet, baß es schon vorher, er es gesagt habe, aus gewesen sei, und jie Ihren sich wütend voneinander getrennt, sie war Dch der einen und er nach der anderen Richtung Belaufen. r. .
I Ls war um bie Stunbe, zu ber sie sonst zu ihr Mcch Haus gingen, am Nachmittag, nach Büro® Miaß, um miteinanber Tee zu trinken unb etwas Messen und zu überlegen, was sie am Abend und M rhaupt in ber Zukunft anfangen wollten Sie i Uten am Abend ins Kino gehen, und m ber Zu- ■urft hätten sie heiraten können. So war ev oorge- M-n gewesen, bann wäre alles tn Orbnung ge- en, es hätte Details zu überlegen gegeben, zum M spiel, in welches Kino man gehen werde, ober Mich Details für bie Zukunft, wann wan heiraten fce, beispielsweise, ober rote man die Wohnung Milchten solle, aber bavon abgesehen roare alles [in großen Zügen klar und übersichtlich vorgezeichnet Äd'i-tzt mar es aus? Jetzt hatte mit einemmal ; talge eines Streits alles, was gestern wahr und li'tlid) gewesen war. keine Geltung mehr, letzt »ar zum Beispiel sie nicht mehr sein Wad , I -1-undin, seine Braut, sondern Frau ein Soundso, tn» er war nicht mehr Wolfgang, geschweigedenn Siilfi, sondern Herr Dingsda? Schwer zu glauben, ■rl) schwerer, es zu empfinden. Er trug den Hut
I tu dem Kopf, den sie ihm zum Geburtstag g : chmtt hatte, die Krawatte um den $als, bie wn ip war, in seine Taschentücher war vonlthrer chand ii» Name eingestictt. Ihre Schuhe, chr Mantel, , <IX
Mhnidtasche waren von ihm, der ^wg unö ■hinget, die Kette um den Hals, das Notizb ch u I e silberne Bleistift dazu waren alles kleine und »!t:|6e Aufmerksamkeiten, bie er ifyc entne [
alles sollte nun bei beiden he'matwlls Bu> »in, wenn sie es überhaupt behielten, oder sollten '« jeder ein Paket machen und die Sachen d m adern zurückschicken? Die Krawa e auch? Dw em
I jetidten Namen in den Taschentuche Mantel auch, so daß sie also morgen mit demalten I fantel aus dem Haus gehen wurde, und das
Die Stunde vor dem Sturm
Von ^-Kriegsberichter Dr. Walter Best.
OPfi p Uu* ö' UU9 1111 vuiitii jviriyen uu| uen öu|iuu;l= Automoi feiern seine große Bewährung erfährt, mit am
Gieß«) Itik'ten in das Bewußtsein unseres gesamten Vol- Rufßsr ikt. wie jedes einzelnen Angehörigen unseres Hee- re; eingedrungen. Auf den weiten Schlachtfeldern J he: Kriege ferner Jahrhunderte wie ber Gegenwart mg. enftanben, ist gerade das soldatische Führerturn zu lleirr ber eindringlichsten Steuerungen eines Ge- WiabjiK al nschaftserlebnisses geworden, das diesen Begriff ?ult 1941 bi I lab charakterlichen Wert wie als hohes Ideal oft - . Lohch Im unter schwersten Anstrengungen und Entbeh- ichiedene rügen und in Augenblicken höchster körperlicher ditz sich au.- M- geformt hat. Soldatisches Führerturn ist eine b bem boj. j®-fung der überragenden Persönlichkeit, Reichsmi! nkt gebunden an Dienstgrad und Dienststellung, be: sich innerhalb ber fämpfenben Gemeinschaft eir-r solbatischen Einheit niemanb entziehen kann, J jjtngt sie boch jeben mit ihrer Strahlungskraft in
I . Bannkreis ernster Pflichterfüllung und steter S" U®Merbereittoa,t'
non her ßlr Nirgends zeigt sich deutlicher als beim Trup- Äuretfmf|Pe Führer bie Wahrheit bes alten Wortes: Wer enenben vorangeht, wirb kei'ne Nachfolger '»Men. Vorangehen, führen, über ber Situation : ben pAhn, Eilten unb mit klarem Blick Lage unb militärische erfreien V phroenbigfeiten erkennen, bas sind bie Eigenschaf- ifl her Pnh lk1 die aus dem militärischen Vorgesetzten einen ßllennnJr soiotischen Führer werden lassen, dem zu folgen her (mJP0 innere Gesetz und der Befehl des Herzens den L.nrt Ä'l t>?'tfd)en Soldaten aufruft. Wenn mir in tiefer rf hir Mrfl ^1urd)t das Vorleben und auch das Vorsterben ' ; berfd)er Truppenführer preisen und in ihnen eine Ms Verkörperung der soldatischen Ideale über- i ha pt erkennen, blicken wir damit zu Vorbildern en Jteuw air sich uns im Geschehen dieses Krieges auf , ben Schlachtfeldern im Norden und Süden, im a)|ten cm ^,rten un^ Osten geboten haben unb die jetzt im
das ben Kampfgeist ünb die Bereitschaft des einzelnen Soldaten wie der gesamten Truppe stärkt. Immer klarer schälen sich damit die ewigen Werte soldatischen Führertums im Bereich des kämpfenden Heeres heraus. Frontsoldat und Truppenführer gestalten aus dem Wissen um diese Werte jene im Feuer des Krieges gehärtete Gemeinschaft von Kämpfern, in der sich Führer unb Geführte ergänzen und in ihrer seelischen Haltung stärken. x
Gestalt unb Wesen des Truppenführers aber erschöpfen sich nicht in seinem Einsatz während der Kampftage allein. Gleich bedeutungsvoll ist seine Fürsorge für die Truppe. Die Sorge des Kompaniechefs um Unterbringung und Verpflegung feiner Kompanie, die Verantwortung für das Wohl jedes einzelnen Soldaten, bas stete Interesse bes Zugführers am persönlichen unb privaten Interesse der Soldaten seines Zuges während ber kurzen Ruhepausen zwischen ben Kampftagen, finb Zeichen btefer Fürsorge, bie den Soldat in seinem Führer nicht nur ben Vorgesetzten, sondern zunächst den älteren Kameraden unb Helfer sehen läßt.
Das Bild marschierenber Kompanien, in benen der Zugführer oder bie Gruppenführer einem MG.- Schützen bas Maschinengewehr abgenommen haben, nm es selbst einige Kilometer burch Sand unb Dreck unb Staub in glühenber Sonnenhitze zu tragen, ber Batterieoffizier, der in der Feuerstellung mit anfaßt, um die Geschütze in Stellung zu bringen, sind uns in den Feldzügen dieses Krieges vertraut geworden. Jetzt in ben harten Kämpfen gegen bie Sowjets sehen wir sie in noch größerer Fülle unb gesteigerter Einbringlichkeit vor uns. Auf den Vormarschstraßen des deutschen Ostheeres, in den ärmlichen Quartieren hinter der Front, in ben Stunben erbittertsten Kampfes, überall erleben wir erneut die Bewährung des deutschen Truppenführers, bes anspruchslosen, zähen unb tapferen Offiziers und Unteroffiziers in Kompanien, Batterien und Schadronen.
Seine besonnene Verwegenheit unb persönlichen Werte lassen ihn als Verkörperung des alten, ewig neuen deutschen Soldatentums erscheinen, das in seinen eigenen Reihen immer wieder neue Führungskräfte entwickelt. Schwächere zu leiten, mitzureißen unb zu stärken ist in der soldatischen Gemeinschaft eine wesentliche Pflicht des Führers. Er läßt damit Werte lebendig werben, bie nicht im Sturm bes Materials und des feindlichen Feuers zerstört werden können, und die zugleich ben kämpfenden Soldaten die Überlegenheit über die tote Masse verleihen, indem er ihr bie svlbatische Haltung und den Willen zum Sieg entgegenstellt.
In den kleinen und kleinsten Einheiten des deutschen Heeres wirkt ber Geist des Truppenführers unb fein kämpferisches Beispiel. Er läßt bas alte Svldatenwort ruhmvolle Wahrheit werben: Wie der Kompanieführer, so die Kompanie. So spiegelt sich das Bild des deutschen Truppenführers jetzt im Osten in hellster Klarheit. Von diesen Offizieren und ihren Soldaten sagte der Führer einmal, daß überall da, wo ein deutscher Offizier im Kampfe steht, auch deutsche Musketiere um ihn sein werden. Tagtäglich erleben wir heute im Osten bie lebensvolle Wahrheit bieses Wortes._________________________
zerschlagen. Trotzbem reißt Leutnant Kremers seine Pioniere voran. Mehrere Brücken fallen unversehrt in seine Hanb. Beim erneuten Vorstoß fallen weitere zwei Boote aus. Das. letzte Sturmboot aber führt er burch bas Flankenfcuer ber Zitadelle und nimmt auch die letzte Brücke. Beim Auflegen der Hakenkreuzflagge auf diese Brücke fällt Leutnant Kremers. Ein Soldatenleben hat seine Erfüllung gefunden, von dem in einer- Meldung ein Vorgesetzter sagt: „Dem tapferen unb mutigen Einsatz bieses jungen Offiziers ist es zu verdanken, daß eine Verzögerung in ber Verfolgung bes Feindes um mehrere Stunden vermieden unb bas Leben vieler Kameraben geschont würbe."
Kann es eine höhere Anerkennung für einen Truppenführer geben als biese Worte? Solbatisches Führerturn, Kühnheit, rücksichtsloser eigener Einsatz unb bewußtes Tragen ber Verantwortung führten einen soldatischen Führer zu einer Höhe wirklichen Soldatentums von letzter Klarheit unb Reinheit. Ist hier ber Tod Abschluß solchen soldatischen Strebens, so sehen wir daneben die Todes- bereitschaft als wirkende unb antreibenbe Kraft, bie den Soldaten ansport, seinem Führer nachzueifern.
Ueberaü ist es das persönliche Beispiel unb Vorbilb bes Offiziers und Unteroffiziers,
Du ber knappen unb gemessenen Sprache ber bibermelbungen vom Kampfverlauf im Osten V ?n heute vor uns Bilder soldatischen Führer- Ws auf, das seine wahrhafte und letzte Verkör- „ . Mnng oft im Tode auf dem Schlachtfeld r Sraft etfa? Nicht, daß dieses Sterben wesentlicher Be- soviel W- Iftr bteil des Begriffes bes solbatischen Führertums en vorher^ \ e Bedeutungsvoller als diese Vollendung r Mckwirkm ®^5 Soldatenlebens erscheint uns oft bie B e - LohnsteuM' te tfchaft zum Borkämpfen und, wenn es sein aber in bei $um Vorsterben, aus der die anfeuernde und lenn auf ber3 Hpielaeb^ntie Kraft wächst, die auf die Gefolgschaft gen ist, der fr(l>r Führer als Vorbild wirkt, dem sie in der it der W Nytachtung des eigenen Lebens nacheifert -und die " r sie Zu entscheidenden Taten vorwärtsreißt. Was ist i" c? «anders als jene Kraft soldatischen Führertums, ti( bei b en Kämpfen um Brest-Litowsk -um nur ein Beispiel zu nennen — den Leutnant $ e m e r 5 befähigte, eine Tat zu vollbringen, en deren Beginn die Gewißheit fast unüberwind- Irhr Schwierigkeiten stand?
I Mit neun Sturmbooten stößt Leutnant Kremers utragsgemäß vor, um wichtige Brücken unver- ’H in Besitz zu nehmen. Schon in der Berett- cr ung werden sechs Boote durch Artillerrefeuer^
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)as. deutsche Soldatentum hat im Laufe feiner si rhundertelangen Entwicklung Erscheinungsfor- !|nin geprägt und eine typenbildende Kraft bewie- hardb rr die uns Heutigen oft selbstverständlich er- ö . Fauly i seinen, weil sie mehr als jemals in der Ge- 8 D,L°i<ll Achte ber Nation nach bem Geschehen bes Welt- Wien yTt kri ges auch für ben politischen Kampf unseres lnerea, 21t kes um seine innere Neugestaltung unb seine äußere Wieberaufrichtung beftimmenb würben. Hc tung unb Wesen bes beutschen Soldaten sind in unsrer Zeit Vorbild unserer Gemeinschaft gewor- ibe:, bie im Kampf um ihren Bestaub unb ihre Mensmöglichkeiten stehend, begriffen hat, daß /■"**> all in aus soldatischer Pflichtauffassung die Kraft Siege über einen Gegner erwächst, der zäh p Draucmur verzweifelt mit allen Mitteln — anständigen


