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Kleine Iunimelodie.

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cken und betören können, als strecke sich einein

|>e Hand der Geliebten selbst entgegen. Ehe ihr tausch noch verlodert ist, strömen die mächtigen jjppcln der Linden ihre Duftwogen aus, und das Summen und Schwirren der rastlosen Bienen und fummeln in ihrem Blätterdickicht nimmt kein Ende.

Aus den Wiesen steigt das kleesüße Aroma der lireits geschichteten Heuschober, und am Waldrand «men einen die Blüten des gehölzurnschlingeitden s.eißblatts betäubend an wie die sehnsüchtig ran- Inden Triebe des Jelängerjelieber aus dem Dik- lcht verwilderter Parks.

In diesem Monat schwillt die Bielfalt der Farben nb der verschwenderischen Düfte zu einer Fülle Li, die nicht mehr zu übersteigern ist. In Gärten nb an Straßen grüßen die oft kugelig geschnittenen Kipfel des Rotdorns. Heber Zäune und Mauern rinken die zierlichen Blütentrauben des Gold»

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M Aus der Siadt Gießen

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Doll-, i gens wie zarte Geschmeide in den Händen schöner olIen , ^auen. Weil wir wissen, daß der Baum in allen ! Zeilen giftig ist, wirken die Blütengehänge viel- l'icht trotz allem Goldfeuer kühl, während die wei- eri, | tn und blaßblauen ähnlichen Gebilde der Akazien 'Wt sid Robinien wegen ihres köstlichen Duftes ent-

fr Mit starker Leuchtkraft und überschwenglichem 6?rud) machen sich die Nelken der Gärten bemerk- fcr, dieFederröschen" des Dolksmunds und die

.Üöglein" der Liebeslieder. Mannigfaltig sind die färben der ungefüllten und gefüllten Arten, die nrn büschelig blühen, aber im Einzelnen zart und i z.'rlich bleiben gegenüber einer Abart der Bart- reifen, die sich in allen Farbtönen, dicht von Kelch« | t h Blättergrün umgeben, bäuerischer und derber ! pben. Mit den Nelken wetteifert noch immer der

kaldlack als Düftespender, und als stolze Zierden

binnen 311 der blauen und gelben Iris die weißen [ tuen und die Feuerlilien hinzu.

Aber sie alle werden übertroffen und überboten

r Schönheit der Form, an Adel im Wuchs und

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ge is.

: 0- Köstlichkeit des Duftes von der unbestrittenen ! j nigin der Gärten, der Rose. Schon Hafis be- r.uschte sich gern an ihrem Duft wie am Becher

I t llichen Weins, und dem genußfrohen Horaz ifgerte sie die Freuden der üppigen Gastmähler. , inte pries ihren Duft als himmlisch und fand für se Königin der Blumen nur den einen Vergleich

I 3 Himmels, den Sitz seiner Auserwählten. Oft icrranfen geschmeidige Kletterrosen mit ihren i ieben die Gartenpforten wie mit zierlichen | iumphbogen. Manche prangen in Weiß, als cr= , arteten sie glückliche Bräute, andere glühen zart

len ich.

unfertig fid) am <* iges. H«11 uchhän^!? . guifi

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Verfahre, alle Wert' ?treidekor 0 nahrhaft ilich. yt ms liii =t für vot )ensmitk- rBIäaüin

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trätet oder brennen dunkelrot wie heiße Herzen, d sich in Liebe verzehren.

Aber auch der Ruch der süßen Reife weht be- nls durch die Gärten: Die Erdbeeren schwülen lsilich dicker und locken ebenso wie die roten Kir­sten im Laub.

Rote Rosen und rote Kirschen pflück ich für einen rren Mund. P. B.

Oie Säuglingspflegeschule

Iw UniversitätskinderNinik Gießen.

Die Säuglingspflegeschule der Universitätskinder- li! Gießen unter Leitung von Professor Dr. iller gilt als staatlich anerkannte Säuglings- Kinderpflegeschule in Hessen. Die Pflegeschule, seit Gründung der Klinik besteht, ist von jeher in Anspruch genommen worden und erfreut eines außerordentlich regen Besuches. Seitdem

f. Keller vor kurzem einen Vertrag mit dem i NSV. angegliederten Reichsbund der freien roeftern und Pflegerinnen abgeschlossen hat, orb die Schule vom Reichsbunde mit Pflegerin- «t aus dem ganzen Reich gern und ausgiebig be- L,idt. Prof. Dr. Keller, dem der Ausbau der ule sehr am Herzen liegt, hat ferner das eHe­ils Soetbeerfche Haus in der Frankfurter Straße mietet und als Jungfchwesternheim eingerichtet.

Jungschwestern werden dort von einer Jung- fvefternführerin vor allem außerdienstlich betreut, hrd) diese und ähnliche Einrichtungen und Maß- uimen konnte der Ausbildungsgang an der Gis- Mer Säuglingspflegeschule in der letzten Zeit ganz m entlieh erweitert und vertieft werden. Durch die Raffung neuer Arbeitsgebiete konnte die Schü- drinnenzahl innerhalb von zwei Jahren um mehr <I das doppelte erhöht werden.

Verwehte Spuren.

Von Anton Schnack.

6in im Versteigernngsfaal ausgebreiteter Teppich Sdie Katalognummer 855, er ist 2,95 auf 1,52 fein Schätzungswert wird mit zweitausend sUirk angegeben und sein Auftraggeber verbirgt sich teret unter dem Buchstaben I. v. G. Die Mitte alten Teppichs nimmt eine sprühende leuch­te Rosette ein, um die sich zahlreiche Tiere in : M-after und sagender Bewegung gruppieren. MN M springenden, tollenden Tieren und flatternden $öjeln laufen unsichtbare Fußspuren einher, große kleine Fußspuren, hier ein Kinderfuß, dort der ^pelnde, rasche Schritt eines anmutigen Mäd- I Ms, aber auch Schritte männlichen Zorns und [irtpfenber Ungeduld, Schritte der Erregung und *s gemütlichen Behagens.

Bar der Teppich einst in einem Prunkzimmer tilgen? In einemguten Zimmer", das nur an Wsn Feiertagen geöffnet wurde oder wenn steifer iSkfuch in Zylinder und hohem Stehkragen sich an- r bete?

Hin kleiner Junge schlich sich, ohne daß die Er- toHsenen davon wußten, zuw.eilen in das vor- rne Zimmer. Es war ihm streng verboten, auf 11 Teppich hin- und herzugehen oder auf 'hm "^-erzuknien und zu spielen. Der Teppich sollte y'^ont werden. Der Teppich war eine Kapitals- eilige; denn er nahm an Wert zu, je älter er I vuide, und auch je* seltener Teppichs zum Kauf an- Jb»ten wurden. Doch dem Knaben war er Der Ja.b oder das Märchen. Hier vor dem Teppich Qu er glücklich. Hier vergaß er die Oual bevor- , fa^nber Schulaufgaben, hier war er bis ins Herz I hiiin verzaubert, und feine kleinen bebenden Fm- 1 Hl streichelten die Tiere behutsam, und die erregten den lockten sie, die bunten geheimnisvollen I Steen; denn in der überwältigenden Knabenem- b d mg waren sie alle lebendig.

I ? &enn er auf dem Flur Schritte hörte und man Il*n n Namen mit barscher Stimme rief, rourbe öas I »r äuberte Knabenherz traurig und verzagt. Dann QjiDe er jedesmal aus der stillen und unendlichen 2'ajniroelt gejagt, und er mußte wieder an den *it) mit den Tintenspritzern sich setzen, beladen mit

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fflr Gdecheffen)

60 Lahre VHE.

60. Hauptversammlung des Vogelsberger Höhen-Clubs in Schotten.

Ain Samstag und am gestrigen Sonntag fand in der Gründungsstadt Schotten die 60. Haupt­versammlung des VHC. bei starker 'Betei­ligung aus allen Zweigvereinen statt. In Verbin­dung damit führten die Bezirke Gießen, Friedberg und Marburg des NS.-Reichsbundes für Leibes­übungen in enger kameradschaftlicher Verbunden­heit mit dem VHC. als Ersatz für bas alljährliche Hoherodskopf - Bergfest volkstümliche Wettkämpfe durch.

Oie 60. Hauptversammlung des DHL.

am Samstagnachmittag im Singsaal der Schot- tener Turnhalle leitete in Vertretung des durch Krankheit verhinderten Gesamtvereinsführers, Ober­bürgermeister Ritter (Gießen), der aeschäftsfüh- rende Vorsitzer des Gesamt-VHE. Berufsschullehrer H tz (Gießen) mit Grußworten ein. Der Reichs- wgnderführer, Professor Dr. Werner (Breslau), hatte der Tagung der DHCer herzliche Grüße über­mittelt.

Nach der Ehrung der gefallenen und in ber Hei­mat verstorbenen Kameraden, dem Aufruf der Zweigvereine und dem Bericht über die 59. Haupt Versammlung wurde der Jahresbericht 19 4 0 entgegengenommen, über den wir imGießener Anzeiger" vom . Nr. bereits auszugs­weise berichtet haben. Die heimische Wanderbewe- gung und unser schöner Vogelsberg haben auch im Berichtsjahr 1940 durch den VHC. wieder tatkräf­tige Förderung erfahren.

Die Rechnungsablage zeigte gesunde wirt­schaftliche Verhältnisse des Vereins. Dem Voran­schlag für 1941 wurde zugestimmt. Die Haupt­

versammlung imJahre 1 9 4 2 soll auf dem Hoherodskopf stattfinden.

Nach der Erledigung dieser geschäftlichen Ange­legenheiten wurde die Hauptversammlung mit der Bekundung zu weiterer tatkräftiger Arbeit im Dienste der Heimat und der Wanderbewegung ge­schlossen.

Ein Bearüßungsabend,

verbunden mit der Feier des 60jährigen Bestehens des Zweigvereins Schotten, vereinigte die Tagungs­teilnehmer am Abend im Festsaal ber Turnhalle. Bei guter Musik, Liedern des Schottener Männer­chors' von 1837, Ansprachen, Volkssingen usw. sowie bei trefflichen Mundartvorträgen unseres oberhessi­schen Heimatdichters Gg. Heß (Leihgestern) ver­lebte man einige schöne Stunden.

Als Vertreter des Kreisleiters übermittelte Be­zirksbauernführer Straub (Rainrod) dem VHC. die besten Wünschen und den Tagungsteilnehmern herzlick>e Grüße. Er würdigte dabei mit 'Worten ber Anerkennung die Arbeit des VHC. im Dienste der Heimat, die durch den Verein auch in den Herzen der jungen Generation in tiefer Liebe verwurzelt sei.

Landrat Dr. Braun (Büdingen) sprach dem VHC. ebenfalls volle Anerkennung für sein Wirken in den verflossenen 60 Jahren aus und betonte, daß dem Verein auch nach dem Kriege ein reiches Ar­beitsfeld offenstes) en werde.

Der stellv. Gebietsführer des Taunusgebiets, Rödding (Frankfurt a. M), überbrachte die Müße und Glückwünsche des Nachbarvereins und hab dabei das gute kameradschaftliche Verhältnis zwischen dem VHC. und dem Taunusbund sowie der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main der Gebirgs- und Wandervereine hervor.

Der Festakt am Sonntag.

Festliche Musik aus demFreischütz" stimmte am Sonntagmorgen die Feierstunde ein, die in der Turnhalle den eindrucksvollen Abschluß der 60°Jahr- feier bildete. Der geschäftsführende Vorsitzende des Gesarnt-VHC.'s, Berufsschullehrer Hitz- Gießen, überbrachte zunächst die Grüße des erkrankten 23er» bandsführers, Oberbürgermeister Ritte r-Gießen. Dann entbot er der stattlichen Festversammluug herzliche Grüße und hieß insbesondere willkommen: den Landrat des Kreises Büdingen Schotten, Dr. Braun- Büdingen, NSRL.-Bezirksführer SA.- Hauptsturmführer O 11 e r b e i n - Friedberg, sowie den stellvertretenden Gebietsführer des Taunus im Landesfremdenverkehrsverband Rhein-Main und stellvertretenden Führer des Taunusbundes, Bank­direktor R ö d d i n g-Kelfterbach, und den Gebiets- führer Oberheffen-Dogelsberg im öanbesfremben- verkehrsverband, Schriftleiter Schuster-Gie­ßen, ferner den Ehrenvorsitzenden des VHC., Dr. B r u ch h ä u f e r-Ulrichstein unb als den an Mit- gliebsjahren ältesten DHCer, Lehrer i. R. Heinrich D a m b m a n n-Schotten.

Die Reihe der Glückwunschansprachen eröffnete ßanbrat Dr. Broun, der als geborener Vogels­berger die vom VHC. geleistete Arbeit trefflich zu würdigen verstand. Er sprach die Hoffnung aus, d- im Großdeutschne Reich den Wandervereinen neue Gebiete erschlossen werden, und daß auch der VHC. einen neuen Aufschwung erleben möge. Gebietsführer Rödding überbrachte Gruß unb Glückwunsch des Taunusbundes, dabei das freund­schaftliche Verhältnis besonders betonend, bas zwi­schen Taunusbund unb VHC. seit der Grünbung ber beiben Wanderverbände besteht. Als Jubi­läumsgabe überreichte ber Taunusbund ein wert­volles Bild, das ber Königsteiner Künstler Luck- barbt gemalt hat. Der Gebietsreferent für Ober- hefsen-Vogelsberg, Schriftleiter Schuster, er­kannte die Verdienste des VHC. um die Erschlie­ßung des Vogelsbergs für den Wander- unb Frem» benverkehr bankbar cm. Der Verkehrsverband greife gern zurück auf Kräfte, bie schon früher auf dem Gebiete bes Verkehrswesens tätig waren; er werbe sich auch für die Zukunft die Mitarbeit des VHC. erhalten.

Im Mittelpunkt ber Feststunde stand der F e ft vortrag des Vorsitzenden des Zweigs Schotten,

Apotheker Th. S c r i b a, der Erinnerungen aus der Gründungszeit des VHC. in fesselnder Art er­zählte unb dabei u.a. ausführte, daß der VHC. um 1900 einen machtvollen Aufschwung auch da­durch genommen habe, daß ber frühere Gießener Vogesenklub als Zweig Taufstein sich dem VHC. anschloß. Der Rebner, dessen geschichtliche Betrach­tungen lebhaften Beifall fanden, schloß mit dem Appell: Freut euch an Natur unb Heimat, erwan­dert sie euch!

Dann nahm der aeschästssührende Vorsitzende Hitz eine Reihe von Ehrungen mit Worten be­sonderer Anerkennung vor. Es erhielten das Ab­zeichen für 25jährige Mitgliedschast u. a.: Otto Ber­gen (Gieße n), Erny A d 01 s-(Laubach), Hrch. Steinhauer (Schotten); das Abzeichen für 40- jährige Verbandszugehörigkeit u. a. Theodor Scriba (Schotten), das Abzeichen für 50jährige Mitglied­schaft Adam Spam er (Schotten) und Jakob Die hm (Lauterbach). Oberlandmefser i. R. Adam Spamer wurde außerdem die silberne Ehrennadel des Reichsverbandes Deutscher Gebirgs- und Wan­dervereine unb der Ehrenbrief des Deutschen Wan- derführers unter lebhaftem Beifall der Festoer- sammlung überreicht.

An Verbandssührer, Oberbürgermeister Ritter (Gießen), wurde ein telegra vH sicher Gruß mit den Wünschen für baldige Genesung gesandt, und dem Deutschen Wanderführer Professor Dr. Werner (Breslau) wurde in einem Telegramm für seine Grüße und Wünsche herzlich gedankt.

In seinem Schlußwort dankte ber geschäfts- führende Vorsitzende dem Zweig Schotte für die treffliche Ausrichtung der 60-Jahrfeier. Er unter­strich die Wichtigkeit der Ausgaben, die in diesem Kriege der Heimat gestellt sind. Die Parole heißt: mit eisernem Willen unsere Pflicht tun und in un­erschütterlichem Glauben auszuhalten und durchzü- halten bis zum großdeutschen Sieg, nach dem bie starken Kräfte der Heimatliebe wertvolle Mitarbeit im Rahmen des großen nationalsozialistischen Aus- bauprogramms zu leisten haben. Die Treue unseres Führers zu seinem Volke verpflichtet uns zu treue­stem Einsatz. Mit dem Gruß an den Führer, un­sere siegreiche Wehrmacht und unser herrliches Großdeutschland unb mit den Liedern der Nation schloß die eindrucksvolle Feierstunde und damit die

Büchern und Heften. Aber immer wieder erlag er der Versuchung. Immer wieder schlich er in das verbotene Zimmer und gab sich dem Glück des Betrachtens unb des Spiels mit ganzem Herzen hin. Das war sein erlistetes und darum doppelt wert­volles Glück. Und zart unb schon war es, wenn er ungestört blieb unb niemand nach ihm suchte. Unb von diesem Glück, von diesem Märchenglück, bas eine kleine wundersüchtige Seele anhauchte, und mit Glanz übergoß, schwebt ein Hauch über dem gewebten Teppich auf der Auktion.

Es konnte sein, daß ber Teppich jeboch im Zim­mer eines eleganten Herren, vielleicht im Zimmer eines Schauspielers ausgebreitet war. An der Wand ziehen sich halbhohe Bücherregale entlang mit dunk­len kostbaren Lederrücken, darin in Gold Titel und Namen eingepreßt leuchten. Masken an den Wän­den geben dem Raum etwas Fernes, Schweigendes unb Unburchbringliches. Der Teppich war vor einen weichen tiefen Sessel gelegt, worin ber Schauspieler oft lag unb blaue Zigarettenringe in die Lust blies, wenn er über eine Rolle nachbachte, ober von ver­gangenen unb zukünftigen Bühnenerfolgen träumte. Einm-al meldete sich eine junge Dome, bie ben Schauspieler schwärmerisch verehrte, zu Besuch. Als bie junge Dame ben Teppich sah, klatschte sie vor Freube in die j^änbe unb tat verzückt. Sie sagte: Ein schöner Tevpich. Oh die reizenden Tiere! Lassen Sie mich sehen, welche Tiere es sind!"

Und da es ber erste Besuch der Dame beim Schauspieler war, knieten sich beide auf den Teppich hin, um den vielfältigen Tierreigen näher zu be­trachten. Sie knieten Körper an Körper, unb der Schauspieler legte den Arm um die Schulter des Mädchens. Schauspieler haben Begabung für fofor- tige Vertraulichkeit unb das Mädchen erschauerte angenehm unter der Berührung des schwärmerisch Verehrten. Dann strich er dem Mädchen über das Haar, dann gab es Küsse, erst kurze, dann immer längere, und auf dem Tisch standen Schalen mit Obst und Leckereien, unb sie naschten davon, steckten sich die Leckerbissen in ben Mund unb taten ver­liebt.

Unb so geschah es noch an vielen Nachmittagen. Aber dann legte der Schauspieler immer seltener seinen Arm um bie Mädchenschulter, immer seltener wurden bie Küsse, immer seltener auch bie Lecke­

reien, gelangweilt blätterte er in Zeitschriften her­um, ober er schrieb in Anwesenheit des Mädchens Briefe, ober er führte lange, von Gelächter burch- flochtene Gespräche am Telephon mit einer dem Mädchen unbekannten Frauenstimme. Der junge unb elegante Schauspieler war ber Besucherin müoe geworben. Und bas Mädchen fühlte bie Erkältung beim Manne erst nach geraumer Zeit, unb als es biefe Erkältung bemerkte, warf es sich, entsetzt unb gepeinigt vor Eifersucht, auf ben Teppich nieber unb umklammerte unter Tränen unb Vorwürfen bie gutgebügelten Hofenbeine. Gott wie theatralisch, saate der Schauspieler, als das junge Mädchen fassungslos zu feinem Füßen schluchzte.

So hatte der Teppich zwei Eindrücke. Zwei fast unsichtbare und winzige Eindrücke zurückbeyalten ben einen hatte bie Freube verursacht, ben anberen Leid unb Kummer.

Unb man hätte meinen sollen, baß beide Ein­brücke tief und schwer gewesen wären unb dem Teppich einen unauslöschlichen Stempel aufgedrückt hätten. Aber mit Leichtigkeit hatte ein Dienstmann den Teppich auf die Schulter genommen und in das Auktivnshaus gebracht. Er spürte von den Ein­drücken nicht bas Geringste. Weber von dem bangen Glück bes Knaben, noch vom Himmel unb von ber Holle eines üebenben unb anmutigen Mädchens.

Neue Ergebnisse der Storch-Forschung.

Don den deutschen Dogelwarten Rossitten unb Helgoland wurden im Laufe bes letzten Jahrzehnts 15 Storchforschungsgebiete geschaffen, in denen der ganze Storchnachwuchs durch Beringung Jahr für Jahr erfaßt wird. Dabei werden Ringe verwendet, bie nach Gebieten unterscheidbare Schlaufen-Aus- schnitte haben und bei denen auf bie Lesbarkeit ber Ziffern besonders geachtet ist. Das Ziel dieser Beringungen ist die Erfassung der Heimkehrer durch Ablesung, wenn sie auf Dach ober Horst Fuß ge­faßt haben. In einem gut besetzten Gebiet wie etwa dem Forschungskreis Insterburg (Ostpreußen) werben alljährlich über 1700 Ringe unter Ein­setzung ber Genbarmerie untergebracht und gleich­zeitig an vielen Stellen die Ringe von Heimkehrern abgelesen. Durch diese umfassende Arbeit ensiteht ein genaues Bild dieser Vogelart, ihrer Verörei-

Montag, Y.Zxni 1441

in allen Teilen Wahlverläufe ne 60-Jahrfeier bes uni unsere oberhessische Heimat so verdienten VHC.

Oie Wettkämpfe des IR(3.TR i.

Fünfzig Jahre lang hat der Vogelsberger Hohen» Club (VHC.) fein traditionelles Hoherodskopffcst fast alljährlich um die Zeit der Soimnersonnen- wende gefeiert. Nachdem 1935 bas im Jahre 1907, begründete Bergfest bes NS. Reichsbundes für Lei­besübungen auf bem Hoherobskopf burch Bezirks« fachwart für Turnen, Dr. Siegert, Stockheim, wieber zu neuem Leben erweckt worben war, uer« zichtete der VHC. aus freiem Entschluß auf bie eigene Verbandsveranstaltung; er gliederte sich ein in die große Gemeinschaft des NSRL. unb feiert seitbem mit den Kameraben von Turnen unb Sport gemeinsam bas H 0 h e r 0 d s k 0 p s b e r g s e st, das seit 1935 einen, ungeahnten Aufstieg genommen, wurde -doch im Jahre vor dem Kriege die Zahl von 1780 Wettkämpfern erreicht.

Sich in irgend einer Form an der 60-Jahrfeier des VHC. zu beteiligen, war für die NSRL.-Füh­rung unseres Heimatgebietes eine Selbstverständ­lichkeit. Aus Anregung van Bezirkspressewart- wald (Bad-Nauheim) hat NSRL.-Bezirksführer SA>Sturmbannführer O t t e r ib c i n (Friedberg)

verdunkelungszeil

9. Juni von 21.42 bis 5.00 Uhr.

volkstümliche Wettkämpfe als Ersatz für bas Hohe» robskopfbergfest ausgeschrieben, das aus Verkehrs« technischen Gründen in diesem Jahre nicht auf der Bergeshöhe stattfinden konnte. Tiit 170 Teilnehmern! aus den NSRL.-Bezirken Friedberg, Oließen und Marburg hatten die volkstümlichen Vreikämpfe der verschiedenen Altersklassen, die auf dem Bockzahl bec Schotten durchgeführt wurden, eine recht gute Be­setzung aefunben. Unter Leitung des stellvertretendem Bezirksfportwarts Karl Heil (Weißkirchen) und seiner Mitarbeiter wickelten sich die Kämpfe reibungslos ab. Erfreulich war ber frohe Einsatz betf Jugend, die mit den älteren Kameraden um den schlichten Eichenkranz kämpfte unb babei recht gute Leistungen zeigte.

Die Siegerehrung nahm Sportbezirksführer Otterbein (Friedberg) vor. Anschließend entbot er bem VHC. zur 60-Jahrfeier bie herzlichsten Grüße ber Bezirksführung unb des NSRL., dabei beim Wunsche Ausdruck gebend, daß die kameradschaftliche 3 uif amm en arbeit des NSRL. mit dem VHC. bei der Gestaltung des Hoherodskopfbergfestes sich auch irr Zukunft bewähren möge. Der Bezirksführer sprach die Hoffnung aus, daß das Hoherobskopfberafeft im nächsten Jahre wieder auf der herrlichen Berges­höhe im alten Glanze und mit feinen Vorkriegsteil­nehmerzahlen gefeiert werde Kamerad Otter* dein mahnte zu nimmermüdem Einsatz, besonders bei den jetzt zur Durchführung kommenden Turn- unb Sporttagen in ben Gemeinden, Kreisen unb im Bezirk. Er gebadjtc ber Kameraden im feldgrauen Rock und gelabte mit dem ganzen Bezirk treueften Einsatz in der (Erfüllung ber bem NSRL. im Kriege vom Reichssportführer aufgetragenen Pflich­ten und Aufgaben. Dieses Gelöbnis klang aus in bem begeistert erwiderten Treuegruß an den Führer. Die Lieder der Nation beschlossen die eindrucksvolle Feierstunde.

Oie Ergebnisse.

Aus der Siegerliste geben wir nachstehend einem Auszug.

M ä n n e r - O b e r st u f e: 1. Fritz Steinlein, Tgm. Friedberg (Wehrmacht°Heer), 60; 2. Walter Karle, Tgm. Friedberg (Wehrmacht-Heer), 46 P.

M ä n n e r 11 n t c r ft u f e: 1. K. VcWheimer, To. Nidda, 58; 2. F. Wetterau, Tschft. Büdingen, .H. Herbst, Tschft. Büdingen, 45 P.

HI.-Kl ässe A: 1. W. Ruckdeschel, Tschft. Bü­dingen, 76; 7. Hermann Hinterlang, Tv. Klein-Lin­den, 56; 16. Hermann Süßei, To. Lich, 46; 22. Werner Nordmann, Pvstspv. Gießen, 40; 23. Manfred Uhl, Tv. Lich, 39; 25. (Egon Otto, Tv. Klein-Linden, 37 P.

HI.-Klasse B: 1. H. Wien, Tv. Burgholz­hausen 62; 3. Fritz Bree, Postspv. Gießen. 57; 10. Werner Hofmann, Postspv. Gießen, 42 P.

Altersklasse I (32 bis 40 Jahre): 1. A. Pfeffer, Tv. Nieder-Eschbach, 64; 3. Wilhelm Weis-

tungsbebingungen und Beftanbsänberungen, über bas ber Leiter der Vogelwarte Rossitten, Dr. Ernst Schüz, in der Frankfurter WochenschriftDie Umschau" berichtet. Der Storch als Kenner eines großen Speisezettels, als Segelflieger, als Welt­reisender und als spätreifer langlebiger Vogel hat eine ganz besondere Art, fein Leben zu gestalten. Er versteht geschickt, fast jede Art von tierischer Nahrung auszubeuten; Frosche sind durchaus nicht immer seine vorherrschende Nahrung, sondern er tonn sich auch, wenn sie massenhaft auftreten, auf Regenwürmer, Heuschrecken, Maulwurfsgrillen, Maikäfer, Laufkäfer, Blattwespenlaroen, Wollhand­krabben und Fische umstellen, sodaß cs eine ernst­liche Hungersnot für Freund Adebar kaum gibt und er für den Menschen durch seine Schädlings­bekämpfung auf Wiesen und Aeckern nüsjlich wird. Den Luftraum beherrscht er in erstaunlicher Weise, aber während ber Schwarzstorch als Walbbewvhner sich auch zwischen Zweigen noch geschickt zu bewegen weiß, braucht ber Weißstorch viel freien Raum für An- und Abflug vom Nest, denn er ist in hohem Maße Segelflieger und demnach ein Meister im Ausnützen von Aufwinden, nicht aber im Landen und Starten auf beengtem Raum. Der Weißstorch vermeidet auch möglichst ben Flug über die See unb fliegt lieber Tausende von Kilometern über die nahrungslose Wüste. Als Großsegler braucht er die warmen Luftströmungen, die gerade von den Landmassen am Tage aufzusteigen pflegen. Schön­wettertage sind besondere Fluglage für ihn, Regen­tage unbeliebt. Alljährlich meistert der Storch auf dem Zuge zweimal ungefähr 10 000 Kilometer, aber er läßt sich dazu Zeit, im Herbst wohl etwa drei^ Monate. Erfahrene Vogel sind bei der Wan­derung entscheidend, und die unerfahrenen fliegen eben mit, aber eine ungefähr südliche Richtung vermag, wie Versuche gezeigt haben, auch der un­beeinflußte Vogel zu finden. Die noch nicht reifen, einjährigen Störche verbringen oft ben Sommer nicht in der Heimat, sondern irgendwo im Zug- gebiet, sogar in Afrika. Erst bei Dreijährigen be­ginnt ein Interesse an Horst und Brutrevier; die meisten (Erftbrüter sind Vierjährige. Der Storch­bestand ist zeitlich und örtlich oft recht schwankend; die letzten 15 Jahre brachten im ganzen eine stark- Aufwärtsbewegung. C. Ke