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Mittwoch, 8. Zanuar 1941

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 6 Zweiter Blatt

DAZ.-llebungsmalerial wandert von Ort zu Ort. |

Die berufliche Erwachsenenerziehung macht I Fachzeichnen vorhanden, sie kanten aber im Jahre durch rastlos tätige Wanderlehrer und Wo- 1940 für die verschiedensten Fachgebiete weiter er- chenendlehrgemeinschaften sowie durch ein er- gänzt werden.

chenendlehraemeinschaften sowie durch ein er­weitertes Netz von Uebungsfirmen trotz des

Krieges unentwegt Fortschritte.

hebliche Brandgefahr liegt.

Eine geradezu unvorstellbar große Zahl von Bränden, die teilweise gefährlichen Charakter an- nahmen, entstand jedoch im letzten Winter durch das Auftauen eingefrorener Hauswasserleit-ungcn. So wurden z. B. in Berlin über 40 Brandfälle an einem Tage gezählt, die auf Auftauarbeiten zuruck- zuführen waren. Zum Erwärmen der Rohrleitun­gen wurden vor allem Lötlampen verwendet. Um dem sich zeitweise sprunghaft steigenden Bedürfnis gerecht zu werden, wurden diese Austauarbeiten nicht allein von Fachmännern, w'e Klempnern und In­stallateuren corgenommen, sondern auch von Per­sonen, deren handwerkliches Können in keinem Ver­hältnis zu den gestellten Aufgaben stand. Sie bat­ten vor allem von den zu beachtenden Sicherheits­maßnahmen nicht Kenntnis und besaßen häufig

auch nicht das notwendige Verantwortungsgefühl. Wer sich in solchen Fällen einer fahrlässigen Brand- stiftung nicht aussetzen will, wende sich also an den Fachmann. Mindestens ist sorgfältig zu prü­fen, ob durch die Flamme der Lötlampe nicht brenn­bare Bauteile oder Gegenstände in Brand geraten können. Ferner muß nach Beendigung der Arbeit die Arbeitsstelle eingehend überprüft werden. .

Im übrigen hat jeder Volksgenosse bie Pflicht, von sich aus alles zu tun, um das Einfrieren seiner Wasserleitung zu verhindern. Die Wasserwerke der

meinschaften als notwendig erwies, wählte man auch diese Arbeitsform. Das geschah vor allem in den Gebieten, in denen die Mitarbeiter in den Be­trieben als Kriegsvertreter auf ihr neues Arbeits­gebiet so schnell wie möglich vorbereitet werden mußten. Trotz mannigfacher Schwierigkeiten konn­ten so im Kriegsjahr 1940 rd. 2130 Wochenend- und Drei-Tage-Lehrgemeinschasten, sowie Arheits» und Studienwochen 'durchgeführt werden. Eine weitere wesentliche Hilfe für die Förderung und Erweite­rung des Fertigkeits- und Wissensvermögens des Volksgenossen in den entlegenen Flecken und kleine­ren Orten bildete das wandernde Uebungsmaterial, das nach kurzer Anleitung in kleinen beruflichen Arbeitsgemeinschaften unter der Leitung des besten Teilnehmers durchzuarbeiten ist. Hierzu gehören be­sonders die Wanderübungsmappen, die als DAF- Arbeitsmappen den Teilnehmern ins Haus geschickt werden. Zuerst waren sie nur für das Arbeitsgebiet

sich. Er ließ die elternlosen Kinder gut einkleiden, sorgte für reichliches Essen und schickte sie auf die Schule.

Nach einiger Zeit klopfte es von Neuem des Nachts bei der Frau an dem Fenster. Sie öffnete. Da stand draußen ihr toter Nachbar. Was er denn nun schon wieder wolle? fauchte die Frau. Sie habe ihr Versprechen gehalten. Mit seinen Kindern werde verfahren, wie er es in seinem Testament bestimmt habe.Weiß ich", sagte der Mann. Also was er in Gottes Namen wolle? fragte die Frau. Meine Mütze", antwortete der Mann.Der Kopf friert mir sonst so." Da reichte die Nachbarin ihm seine geliebte Mütze durch dos Schlafkammerfenster. Und der Mann konnte in seinem Grabe fortan ruhig schlafen.

Brandverhütung im Winter

Was jeder Volksgenosse bei Frost beachten muß!

Bei der Ausweitung der Arbeit fiel außerdem der Uebungswirtschaft, die mit ihrem Firmennetz bis m die kleinsten Orte hineinreicht, eine bevorzugte Aufgabe für die kaufmännischen Junggehilfen und Lehrlinge zu. Um eine breite Entwicklung der Uebungsfirmen auf dem flachen Lande zu gewähr­leisten, wurden in dem zu Ende gegangenen Jahre 156 neue Gründungsarbeitsgemeinschaften ms Leben gerufen, aus denen im Jahre 1941 die neuen Uebungsfirmen entstehen. Schließlich sei noch auf die besonders klare und planmäßige, zu intensiver

Verdunkelungszeit

n der Woche vom 5. bis 11. Januar: 17.25 Uhr bis

9.25 Uhr.

Oer Wintermantel.

Kleine Physik im Alltag.

Der wärmt wenigstens!" stellt man jedesmal fest, wenn man seinen Wintermantel aus dem Schrank geholt hat. Aber wärmt er denn wirk­lich? Daß diese Frage ihre Berechttgung hat, spürt man sofort, wenn man den Mantel anzieht, nach­dem er längere Zeit in einem kalten Flur gehan­gen hat. Erwärmt" dann zunächst nämlich gar nicht. Es dauert eine ganze Weile, bis man wieder warm geworden ist. Die Kleidung wärmt den Men­schen nämlich nicht, sondern verhindert nur, daß der Körper nicht unnötig viel Wärme an die kältere Umgebung abgibt. Was macht aber den Stoff unserer Anzüge und Mäntel hierfür beson­ders geeignet?

Niemand wird auf den Gedanken kommen, sicy statt eines dicken Wintermantels oder gar eines Pelzes einen Blechmantel umzuhängen oder einen Ritterharnisch anzuziehen, obwohl sie den Körper viel dichter gegen die kalte Winterluft abschliefeen würden. Metall ist nämlich ein guter Wärmeleiter, und daher ein schlechter Wärmeschutz. Setzt man eine Bratpfanne auf das Feuer, so wird der Eisen- stiel bald so heiß, daß man ihn nicht anfassen kann, denn die Wärme breitet sich im Eisen schnell aus. Ein hölzerner Griff wird dagegen nicht so bald heiß weil die Zellulose, aus der sich das Holz auf- taut, ein schlechter Wärmeleiter ist. Wasser ist wie-

Mitarbeit zwingende Einrichtung des Fernunter­richts für künftige Ingenieure und leitende Kaufleute hingewiesen, mit deren Gestaltung die Deutsche Ar- bcitsfront die Gesellschaft für Arbeitstechnik m Bad Frankenhausen am Kyffhäuser beauftragt hat. Im Kriegsjahr 1940 wurde für die ländlichen Bezirke besonders der kaufmännische Fernunterricht er- Mtt^dieser Fülle von Möglichkeiten und Arbeits­formen gewinnen die deutschen Kleinstädte und son­stigen Ortschaften, deren begabte, ftrebjame Bewoh­ner bisher meist in die Großstädte fahren mußten, um ihren Gesichtskreis zu erweitern und praktische Kenntnisse sammeln zu können, neue Förderungs- qelegenheiten beruflicher Art, in denen n.cht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern m denen die eigene Art der Teilnehmer fördernd und zielstrebend beeinflußt wird.

IMemetnW M M tonn Sienöe

ü. d. F.-Spockaml.

Ausschneiden und aufbewahren!

Wiederbeginn unserer Sportkurse: 89D

Schwimmen für Männer und Frauen, auch für Anfänger: Dienstags, 19 bis 20 Uhr und 20 bis 21 Uhr: Freitags 20.30 bis 21.30 und 21.30 dis 22.30 Uhr.

Körperschule und Spiele für Männer und Frauen.- Mittwochs, 20.30 bis 21.30 Uhr, Goethefchule, neben Hotel Schütz.

Fröhliche Gymnastik und Spiele für Frauen: Donnerstags, 20 bis 21 Uhr, Schillerschule, Schiller­straße.

Kindergymnastik: Freitags, 16 bis 17 Uhr, Schil­lerschule.

Anmeldungen in den Kursen.

Erde als Lebensraum erobern konnten. So ist die Eidechse in hohem Grade von ihrer Umgebung ab­hängig, lebhaft bei Sonnenschein, träge bei kühlem Wetter, in kalten Nächten und im Winter ver­fällt sie in einen Zustand der Starre. Kriechtiere. Lurche, Insekten und alle niederen Lebewesen hat man wegen dieser Eigenschaft alsKaltblüter" be­zeichnet, obwohl es sich genau genommen um wechselwarme Tiere handelt.. Die staatenbildenden Insekten haben zu ihrem Schutze gegen Kälte wie auch gegen Hitze eine regelrechte Klimaanlage ge­schaffen, die es beispielsweise den Bienen ermög­licht, die Temperatur in ihrem Stock gleichmäßig auf 35 Grad Wärme zu halten. Ueberfteigt sie diese Grenze, dann kann man beobachten, wie ein Teil des Bienenvolkes Wasser heranträgt, um die Brut­waben damit zu besprengen, und bann durch eif­riges Fächeln mit den Flügeln für Kühlung sorgt. ! Wird es aber zu kalt, bann sitzen bie Bienen eng gebrängt in ihrem Haus und erzeugen roieber die notwendige Wärme.

Ader auch bie Warmblüter finb nicht nur auf bas gröbere Hilfsmittel bes natürlichen ober fünft» lichen Wintermantels angewiesen. Viele Vorrich­tungen bes. menschlichen Körpers z. B. sorgen stän­dig für die notwendige feinere Regulierung ber Temperatur, fobalb bie Körpertemperatur nur ein wenig von ihrer normalen Höhe abweicht, tritt bie Regulation in Tätigkeit. Das rote Gesicht eines erhitzten Menschen zeigt, wie sich die Blutgefäße ber Haut erweitern, fobalb der Körper zu warm wirb. Auf biefe Weise kann mehr Wärme über das Blut nach außen abgegeben werden. Gleich­zeitig treten die Schweißdrüsen in Tätigkeit. Durch bie Verdunstung des Schweißes wird ebenfalls Wärme verbraucht und ber Körper abgekühlt. Wirb es aber zu viel, bann wirb bas Blut aus ber Haut in bie tieferen Schichten bes Körpers geleitet uno im Inneren burch gesteigerte Verbrennung mehr Wärme erzeugt. Hilft bas alles aber noch nicht ge­nügend, bann bekommt man eineGänsehaut". Durch bie unwillkürliche Bewegung vieler kleiner Hautmuskeln wirb Wärme erzeugt. Hat aber der Winter fein rauhes Regiment begonnen, bann greift ber Mensch boch lieber an Stelle des eigenen Haarkleides, bas ihm verloren gegangen ist zum Pelz ober Wintermantel, ber nicht wärmt", fonbern nurwarmhält"!

Dr, Alexander Richter^

Richtlinien auf die Möglichkeit hingewiesen, durch rechtzeitige sachgemäße Maßnahmen dem Einfrieren der Wasserleitungen vorzubeugen.

Die Ursachen für die zahlreichen Brände im Win­ter sind nicht etwa Eingriffe einer höheren Gewalt, sondern eigene Unvorsichtigkeit, Unkenntnis und Be­quemlichkeit. Wer auf diese Weise die Feuerschutz­kräfte über Gebühr belastet, entzieht sie ihren oer- anlroortungsDollen Aufgaben im Dienste ber in*

der ein viel besserer Wärmeleiter als Luit. Darum erscheint uns ein Raum von 20 Grad Wärme auch im Badeanzug noch ganz behaglich, während uns ein Bad von der gleichen Temperatur schon recht kühl vorkommt. Denn das Wasser entzieht dem Kör­per viel mehr Wärme als die Luft. Zu den schlech­ten Wärmeleitern gehört auch die Hornsubstanz, aus der unsere Fingernägel bestehen. Einen heißen Gegenstand, an dem man sich die Lippen oder die Hand noch verbrennt, kann man unter Umständen längere Zeit an den Fingernagel halten.

Aus der gleichen Hornsubstanz wie bie Finger­nägel bestehen Haare und Vogelfebern. Sie sinb ebenfalls sehr schlechte Wärmeleiter unb bilden des­halb einen ausgezeichneten Kälteschutz. Darum brauchen der Spatz unb bie Gans, ber Hase unb selbst ber Bär in der Kälte ber nördlichen Zonen (einen Wintermantel, zumal bie Natur sie in jebem Herbst mit einem bichteren Haarkleid ausstattet, bas sich im Frühjahr wieber lichtet. Dem Menschen aber, ber sich nur kümmerliche Rest seiner Be­haarung erhalten konnte, ist von alters her nichts anberes übrig geblieben, als sich als Mantel das Fell umzuhängen, bas er bem Tier über bie Ohren gezogen hat. Dabei hat ber Mensch auch von ben Tieren gelernt. Das Fell ober bas Federkleid hal­ten ihren Träger noch ganz besonders warm durch die Luft, den schlechten Wärmeleiter, die sie in den vielen kleinen Zwischenräumen als Isolierschicht einschließen. Der Mensch nutzt diese Erfahrung, indem er für feine Winterkleidung ebenfalls locker gewebte, flauschige Stoffe bevorzugt, die nicht nur durch die hornähnliche Substanz der Wollfäden, sondern auch durch die Lufträume, die sie ein» schließen von ber kühleren Umwelt isolieren.

Wie kommen aber alle bie vielen Tiere durch die kalte Jahreszeit, die nicht wie die Men­schen, die Säugetiere und die Vogel einen künst­lichen oder natürlichen Wintermantel besitzen? Wie sind bie Eibechsen, Frosche, Fische, Schnecken unb Würmer gegen bie Kälte geschützt? Mißt man ihre Körpertemperatur, so entbedt man etwas Merk- würbiges. Bei ber Eibechfe beispielsweise wechselt bie Körpertemperatur mit ber ber Umgebung. In der Sommersonne ist sieheißblütig", bei abneh­mender Temperatur kühlt sich auch ihr Körper ab. Sie bildet also Körperwärme, kann sie jedoch nicht auf einer bestimmten Hohe halten wie der Mensch oder die Säugetiere, die sich daher fast die ganze

Aus der Stadt Gießen.

KasunsereGroßväternochnichthatten.

Beim Beginn eines neuen Jahres richtet sich ber Flick nicht nur vorwärts, (onbern auch einmal rück, foärts. Wir fragen uns, wie wohl unsere Großväter unb Urgroßväter vor 100 unb mehr Jahren gelebt haben. Vielleicht beneiben wir sie) roenia um hie so viel geruhsamere Zeit, in ber ihr Leben verlies, aber wenn wir plötzlich burch ein Zauder- mittel bahin zurückversetzt wären, wie ber Held in Andersens MärchenGaloschen des Glücks", würde !s uns wohl ebenso wenig gefallen wie diesem, vehen wir von den großen Fortschritten wie Eisen­ahn, Auto, Telephon, Radio u. a. ab. so bleibt ,od) eine große Anzahl kleinerer Annehmlichkeiten mb Errungenschaften übrig, ohne die wir uns un» er Leben kaum noch denken können. Goethe hat inmal gesagt, er würde den als einen Wohltäter ber Menschheit preisen, der bas ewige Putzen ber Lichter unnötig machen würde. Der gedrehte

Aehnlich ist es mit der Tinte. Wir machen uns heute keinen Begriff davon, wie schwierig und vol- ter Aerger bas Schreiben mit ben Tinten war, bie oor 100 Jahren benutzt würben. Diese Tinte glich mehr einer schwarzen Farbe unb kleckste unb wischte beftänbig. Die erste brauchbare Tinte wurde 1834 hergestellt und setzte sich in ben folgenben Jahren mehr unb mehr burch. Zur gleichen Zeit begannen bie Streichhölzer ihren Siegeszug burch bie Welt. Doch waren diese ersten Schwefelhölzer ein qualvolles Werkzeug, bas entsetzlich schlecht roch unb sich sehr schwer entzünbete. Trotzdem wuckde die Erfinbung mit Jubel begrüßt, weil sie bem viel umstänblicheren Anzünden mit Feuerstein und Feuerschwamm ein Ende bereitete. Noch jünger als Die Streichhölzer ist ein für unser alltägliches Leben nicht minder geläufiger Gegenstand, bie Briefmarke, bie erst in ben fünfziger Jahren in den meisten deutschen Staaten eingeführt wurde. Auch ein heute allbeliebtes Gebäck, das Biskuit, Kam erst in ben breifeiger Jahren auf. 1831 würbe nämlich eine Maschine erfunben, bie nach Art der Druckerpresse gebaut war unb ermöglichte, den Teig Bu Biskuits zu verschneiden und auszuprägen. C. K.

flache Land unerläßlich ist, konnte dadurch verstärkt werden, daß mehr Uebunasleiter aus den Kreis- und Gaustätten für den Ärbeitsunterricht in den kleineren Ortschaften abgestellt wurden. In erster Linie erfolgte dieser Einsatz entweder zu einmaligen oder zu fortlaufenden Wochenend-Lehrgemeinschaf- ten, bie sich zweifellos auch für bie entlegensten Ge­biete auf dem flachen Lande als ideale Arbeitsform bewährten. Da, wo sich die Durchführung von Ar» beits- und Studienwochen oder Drei-Tage-Lehrge»

neren Landesverteidigung!

Dornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Stadttheater: 19 bis 22 UhrDer Vogelhändler^ Gloria-Palast, Seltersweg:Bismarck". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Der liebe Augustin".

Stadltheater Gießen.

Am heutigen Mittwoch wird ber große Operetten* ErfolgDer Vogelbänbler" von Karl Zeller wieber- holt. Die musikalische Leitung hat Arthur Apelt, bie Spielleitung Jntcnbant Hans Walter Klein. Die Operette ist neu ousgeftattet unb wirb mit verstärk­tem Chor aufgeführt. Vühnenbilb: Karl Löffler. Tanzleitung Irmgard Trömel. 15. Mittwoch-Miete.

Ortszeit für den 9. Januar.

Sonnenaufgang 9.35 Uhr, Sonnenuntergang 17.31 Uhr. Monduntergang 5.23 Uhr, Monbaufgang 14.34 Uhr.

Das Pflichtjahr ist keine verlorene Zeit.

Nur noch ein knappes Vierteljahr, unb eine große Zahl Mäbel hat wieber bie Schulzeit beendet. Als erste Lebensaufgabe steht bann bas Pflichtjahr vor ihnen, in bas sie mit allem Jbealismus ber Jugend gehen. Die Eltern sind leicht geneigt, zunächst m dem Pflichtjahr nur eine Verzögerung der Berufs­ausbildung zu sehen. Bei den Jungen finden wir es selbstverständlich, daß sie sich zunächst ein ober mehrere Jahre in ben Dienst ber Allgemeinheit stel­len, warum wollen wir uns bei ben Möbeln n:cht daran gewöhnen? Der Sinn bes Pflichtjahres ist es natürlich nicht, ein Berufsausbilbungsjahr unb schon gar nicht ein Jahr bes Gelbverdienens zu sein, sondern es bient ausbrücklich ber Entlastung ber Hausfrauen, vor allem auf bem Lanbe. Wer selbst mehrere Kinber unb einen größeren Haushalt, viel- leicgt noch dazu einen Garten hat unb ohne Hilfe arbeiten muß, weiß, was es für bie ßanbfrau be- beutet, wenn sie Kinber, Haus unb Hof, Garten unb Stall ohne genügenbe Hilfe, vielleicht ganz allein versorgen muß. Da sollten wir unserem

Oer Mann mit der Mühe.

Nach einer mecklenburgischen Sage, erzählt von Hans Franck.

Als der Dreißigjährige Krieg endlich vorbei war, kam ein Mensch nach Parchim und ließ sich dort nieder. Der mußte von sehr weit her sein, denn er trug eine so sonderbare Mütze, wie keiner im ganzen Land sie kannte. Er nahm sich eine Parchi- menserin zur Frau. Mit dieser lebte er fehr gluck- Kid). Zumal sie ihm mehrere wohlgeratene Kinder gebar.

Dann starb die Frau. Und auch der Mann starb. Er hinterliefe aber viel Geld, das er aus der Fremde mitgebracht hatte. In seinem Testament bestimmte er: Alles Geld gehört dem Rat zu Par­chim. Der soll dafür verpflichtet fein, die elternlosen Kinder gut aufzuziehen und sie etwas Rechtes ler­nen zu lassen. Außerdem ordnete er an, bafe ihm zu ber letzten Reise seine Mütze aufgesetzt werbe. So geschah es. Der Rat zu Parchim bekam das viele Geld. Der Tote bekam die geliebte Mütze.

Die regierenden Herren der Stadt bekümmerten sich aber um die llPaisen gar nicht. Diese verkamen in Schmutz, litten Hunger und lernten nur, roas sie selber sich beibrachten. Da erschien eines Nachts der Mann mit ber Mütze aus seinem Grabe. Er klopfte an bas Fenster ber Nachbarin unb verlangte: sie solle am anderen Tage auf bas Rathaus gehen. Unb bem Rat ber Stabt bestellen, er möge bie ihm übergebenen Kinber besser aufziehen. Nicht aber bas hinterlassene Geld für sich behalten. Die Nachbarin erschrak über ben Geist sehr. Sie wollte jedoch sein Verlangen gern erfüllen. Aber, sagte sie, woran der Rat erkennen könne, daß der Vater ber Kinber sie schicke.Daran!" sagte der Mann. Und er über» reichte ihr die sonderbare Mütze, von welcher er sich nicht einmal in seinem Tode getrennt hatte. <5e» x schweige denn in feinem Leben.

Die Frau ging also auf das Rathaus und richtete ous, was ihr aufgetragen war. Zum Beweis, batz ihre Botschaft aus der anderen Welt kam, legte sie die Mütze bes Toten auf ben Ratsherrntisch. Da war kein Zweifel mehr möglich. Denn eine solche Mütze gab es nicht nur in Parchim, sondern im ganzen Lande fein zweites Mal. Der Rat ging tn

In früheren Jahren würbe der Berufserziehung ' von erwachsenen Volksgenossen auf bem flachen : Lanbe viel zu wenig Beachtung geschenkt. Erst bie Partei ging im Rahmen ihrer Berufserziehungs­aufgaben baren, den wirklich befähigten unb begab­ten Kreis ber ßeiftunasfräfte in ben bünn benebel­ten Gebieten, bie vorher vergeblich auf eine beruf­liche Weiterentwicklung warteten, entsprechende Ausbilbungsmöglichkeiten für ihren beruflichen Auf­stieg zu bieten. Gerade im Hinblick auf die Tatsache, daß über bie Hälfte ber Bevölkerung des Grofe- beutschen Reiches auf bem flachen Lande, also in Dörfern, Flecken unb kleineren Städten lebt, kommt der berufserzieherischen Betreuung dieser schaffen­den Volksgenossen besondere Bedeutung zu. Daß auch im Kriege eine solch wichtige Sonderausgabe zur beruflichen Ertüchtigung nicht vernachlässigt wurde, geht aus einem gerade in diesen Tagen vom Amt für Berufserziehung und Betriebsführung ber DAF. zusammengestellten Rückblick auf bie im Kriegsjahr 1940 geleistete berufliche Erwachsenen- erziehung durch die DAF. hervor. Nach diesem Be­richt gelangt nicht nur die Fortführung der Arbeit in den sogenannten dünnbesiedelten Gebieten, son­dern sogar eine erhebliche Ausweitung dieser Auf­gaben durch die planmäßige Höherführung vieler oegabter Volksgenossen und ihre Einbeziehung tn die allgemeine Leistungssteigerung.

Die Schaffung beruflicher Förderungsstätten in den dünnbesiedelten Gebieten war vom Amt für Berusserziehung und Betriebsführung der DAF. bereits vor Beginn bes Krieges so weit vorbereitet, baß sie für die friegsbebingten Anforderungen so­fort eingesetzt werden konnten. Die bis zu biesem Zeitpunkt geschaffenen eigenen Uebungsräume wur­den außerbem noch burch fahrbare Uebungsftätten ergänzt, denen die Aufgabe zufiel, mit dem not­wendigen Uebungsmaterial ausgerüstet, in kleinere Ortschaften zu fahren, um dort erst einmal die Vor» aussetzung zum Aufbau von grundlegenden Lehr» gemeinschasten handwerklicher, industrieller unb kaufmännischer Art abzugeben.

Diese völlig neuartige Arbeitsform für die länd­lichen Gebiete ist besonders wertvoll, weil sie den Teilnehmer zu wirklich praktischer Uebungsarbeit führt. Besonders zu erwähnen sind hierbei die mit Erfolg eingesetzten Wanderübungswagen für kauf­männische Fächer (vor allem für Schausensterdeko- rationen unb Maschinenschreiben) unb die Uebungs- magen für Fachzeichnen, Schweißen unb landwirt­schaftliche Techniken. Der Einsatz von Wanderleh­rern unb Wanderübungsleitern, ber gerade für das

Docht, der die Benutzung der Lichtputzschere auf» i)ob, ist nun zwar noch zu seinen Lebzeiten, näm- ich 1825, erfunden worden, aber Goethe hat nicht nehr viel davon gehabt. Auch damals war man iod) auf Talg- und Wachslichter anaemiefen, die recht unregelmäßig brannten, und die moderne Paraffinkerze ist nicht alter als 90 Jahre, aber heute, im Zeitalter ber Elektrizität, nur noch zu lettenen Gelegenheiten in Benützung.

Goethe hat auch fein ganzes Leben lang noch mit bem Gänsekiel geschrieben, und erst nach 1830 DÜrgerte sich bie Stahlfeber allgemein ein, ob­wohl sie schon 1803 erfunben worben war.

Der Chef ber Orbnungspolizei teilt mit: Jede Kälteperiode bringt alljährlich außergewöhnlich stei­len Anstieg ber Branbschäbenkurven. Hierburch wird leider wieder einmal bie alte Erfahrung ein­dringlich bestätigt, bafe währenb ber winterlichen Heizperiode unb vor allem bei stärkerem Frost bie Heftigkeit ber Schabenfeuer erheblich zunimmt.

Aus biesem Grunbe brängt sich in einer Zeit ber Anspannung aller Kräfte bie Frage auf, ob biefe in bie Millionen gehenden Verluste an Volksver-

Bevölkerung vermeidbar sind. Die Antwort daran gibt eine Betrachtung ber im Zusammenhang mit ben Kälteeinwirkungen stehenben Branbursachen.

In erster Linie liegen bie Grünbe für bie zahl­reichen Bränbe in ber Ueberbeanspruchung ber Oefen und sonstigen Heizungsanlagen, einfchl. per bazugehorigen Rauchabzugrohre und Schoi-nsteine. Die für normale Anforberungen gebauten Einrich­tungen werden zu Ouellen der Gefahr, wenn darin zuviel Brennstoff auf einmal verbrannt wird. In zahllosen Fällen geraten bann bie in zu großer Nähe der Oefen befindlichen Möbel, aufgehängte Kleidungsstücke, Brennstoffvorräte ober anbere brennbare ©egenftänbe in Brand. Jnsbesonbere bilben auch eiserne Rauchabzügsrohre, bie sich oft bis zur Rotglut erhitzen, eine außerordentliche Ge­fahr für ihre Umgebung. Brände, bie an ben Durchführungsstellen solcher Rohre burch leicht brennbare Wänbe oder Decken ohne genügende Iso­lierung entstehen, sind überaus häufig.

Ferner werden an kalten Tagen oft behelfs­mäßige Heizeinrichtungen zusätzlich verwendet, die aber wegen ihrer vorübergehenden Inanspruch­nahme nicht sorgfältig genug aufgestellt und bewacht werden. Häufig ziehen solche provisorisch ausgestell­ten Oefen schlecht. Die Flammen schlagen leicht zurück und bilden somit eine Gefahr. Auch elektri­sche Heizsonnen und ähnliche Apparate gehören zu den unfreiwilligen Brandstiftern, da ihre glühen­den Teile nicht immer genüaenb gegen Berührung oder Wärmestrahlung geschützt sind. So werden Vörhänge, Teppiche, Papier u. a. leicht entzündet.

Es ist roeiterin erstaunlich, wie oft noch A'che aus ben Oefen in Holz- oder Pappgefäße geschüttet und in diesen ausbewahrt wird, obwohl sich jeder­mann darüber klar sein müßte, daß hierin eine er-