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(9t. Jahrgang Nr. 237
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vrühlsche UniverfitArhrvckereiS. Qmge General-Anzeiger für Oberhessen *’*eW>uS*UHr«NM
Gewitterwolken über Kabul.
Bon unserem ust.-Berichterstatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Istanbul, Ende September 1941.
Seit sich Churchill und Stalin als Raub- i.-enossen zusammengetan uttd Iran überfallen ha-
>en, herrscht auch in Kabul ernste Besorgnis über He Zukunft des Landes, das ebenso wie der Iran in der britisch-^sowjetischen Zange liegt. Afghani -an ist bereits mit Drohnoten und Forderungen !er beiden Kumpane in London und in Moskau ach iranischem Muster bedrängt worden. Die hi- -orisch und politisch bedingten Gegensätze, die zwi- chen dem zaristischen Rußland und Großbritannien -a ihren Interessen in Borderasien bestanden und !ie bisher auch von den Sowjets durch längere sichre hindurch eher vertieft, als ausgeglichen wur- !en, gewährten den vorderasiatischen Staaten ein )efühl verhältnismäßiger Sicherheit. Sowohl der Kran, als auch Afghanistan hatten mit Moskau uge Freundschafts- und Nichtangriffspakte abge- ■ chlosfen, die sie vor einem allzu brutalen Vordrin
gen Englands schützen sollten. Dazu kam seit 1937 ter „Pakt von Sa ad ab ad" zwischen Afghanistan, zran, Irak und der Türkei, der, wenn er auch keine iräzisen Defensivklauseln enthielt, so doch diesen Ländern das Gefühl einer Schicksals- und Interessengemeinschaft verlieh, von der kein Glied, ohne das
; mdere zu treffen, vergewaltigt werden sollte. Von tem Augenblick an, da sich die Sowjets und die Engländer unter Roosevelts Affistenz gegenseitig ;en Segen zur Befriedigung ihrer Raubgelüste ereilt haben, änderten sich die Bedingungen in Vor-
terasien grundlegend. Der Irak und Iran haben lereits die Folgen zu spüren bekommen, und Kabul lat allen Grund, zu furchten, daß an den Grenzen Afghanistans nicht Halt gemacht werden wird.
Afghanistan hat lange Jahrzehnte hindurch he britische Knute über sich ertragen müssen. Erst J19 konnte König Ama nullah nach einem zwei <ahre dauernden Kriege mit England im Frieden ron Ravalpindi (Indien) die Unabhängigkeit seines Reiches erzwingen. König Amanullah, der dank fines Freiheitskampfes zuerst eine große Populari- ttt in seinem Lande besaß und als Held verehrt rurde, verdarb seine Stellung schließlich durch seinen ,cllzu stürmischen Reformeifer und durch die Einfüh- ting von Neuerungen, für die sein Volk noch nicht vif war. Er hatte mit ernsten Widerständen zu I Kmpfen, schwere Krisen brachen aus, die durch I vitische Intrigen so geschürt wurden, daß sich König »lmanullah 1929 gezwungen sah, ins Ausland zu Wftchten. Er wurde auf dem Thron in Kabul durch || a b i r Khan abgelöst, der 1934 einem Mord- Anschlag zum Opfer fiel. Nadir Khan folgte als lönig sein unmündiger Sohn, Zahir Khan, an hissen Stelle sein Onkel, Muhammed Hachem ihan, der das Amt eines Premierministers be- keidet, die Regierung führt.
Ebenso wie der benachbarte Ivan hat auch Afgha- rstan den Weg der Reformen und der Moderni- serung des Verwaltungswesens beschritten: beson- t re Aufmerksamkeit schenkte man in Kabul der Schaffung einer modernen Armee, die heute und 100 000 Mann zählt und sich aus sieben Divi- f»nen, einer Kavalleriebrigade, vier Artillerieregi- nentern und einigen Panzerwagenformationen zu- jmmensetzt; auch besitzt Afghanistan einige Luft- Msäffeln. Ferner dürfte Kabul im Ernstfälle mit der MUnterstützung der kriegerischen Bergstämme an den M jüdischen Grenzen rechnen, die dieselbe Sprache wie 1'1 be Mehrheit des afghanischen Volkes, das Paschtu, iDsirechen und mit ihnen stammverwandt sind. Die I» Khanen vergessen es nicht, daß Peschawar, heute Hhe britische Zwingburg am Khaibarpaß, einst die || Residenz des alten afghanischen Reiches war.
■ Vom Khaibarpaß bis zum Bosporus beginnt || nein jetzt zu begreifen, daß in den gewaltigen |I schlachten, die auf dem Boden der Sowjetunion ge- ||Magen werden, auch das Schicksal jener Länder il e tschieden wird, die in der sogenannten Puffer- ||$m e zwischen Großbritannien und der Sow;et- |l Union liegen. Afghanistan ist von diesen Besorg- |«kissen nicht verschont. Kabul ist auf einer gut ge- 11 b: uten Autostraße von Peschawar in 24 Stunden ! |erreichbar. Von der Sowjetgrenze aus dauert die IfiMrt unter Umgehung der schwierigen Pässe drei ||Iige. Das Gelände bietet zwar die Möglichkeit zu ^|erfolgreichem Widerstand. Es hängt aber alles da- ||ab, welche Entschlüsse Kabul fassen wird, um Ulif) dem britisch-sowjetischen Druck zu entziehen. Hendon und Moskau kennen keine Rücksichten; vor Ilkern brutalen Vorgehen gibt es keine Schranken | , I b(5 internationalen Rechts. Vor Afghanistan steht
.. I bts Beispiel Irans und des Irak.
| Alle diese vergewaltigten Staaten aber wissen, || die deutschen und ihre verbündeten Heere, die
Mm Eismeer bis zu den Ufern des Schwarzen || leeres einen Sieg nach dem anderen für einen |j b(uerl)aften und segensreichen Frieden erkämpfen, ||vch ihnen die endgültige Befreiung vom angel- ll'clhsisch-sowjetischen Joch bringen werden.
Genau wie in Iran.
|i Die „Frankfurter Zeitung" meldet aus Bern, i ^Oktober: Wie sich aus einer Mitteilung des Diplo- |I>r»üschen Mitarbeiters der „Times" ergibt, haben «' Ugland und die Sowjetunion in Afghan i ft a n ||bin schon seit einiger Zeit erwarteten diplomatischen it sf)ritt wegen der angeblich gefährlichen Tätigkeit || bc in diesem Lande lebenden Deutschen unternom-
l Es beginnt genau wie in Iran, und der Zweck |p' ein weiteres Land dem britischen Imperialismus || st unterwerfen.
Rücktritt des irakischen Ministerpräsidenten.
Ein Protestschritt.
^Stockholm, 5. Oktober. (DNB.) Nach einer J:utermelbung ist der irakische Ministerpräsident z mil M ad fai, den die Engländer nach ihrem
sogenannten Sieg über die nationale Regierung Kailanis eingesetzt hatten, zurückgetreten.
Dieser Schritt des britenfreundlichen Madfai läßt darauf schließen, daß die englischen Unterdrückungsmaßnahmen, insbesondere die Verfolgung, Verurteilung und Hinrichtung zahlreicher nationaler Persönlichkeiten, die Erbitterung der irakischen Bevölkerung auf den Höhepunkt getrieben haben. In dem Rücktritt des ursprünglich englandhörigen Ministerpräsidenten kann man mit großer Wahrscheinlichkeit einen Protestschritt vermuten, nachdem Madfai einsehen mußte, daß die Briten sich mit brutaler Gewalt über alle Rechte der eingeborenen Bevölkerung hinwegsetzen und ihre früheren Verpflichtungen nicht einhalten.
Von den Sowjets ermordet.
Berlin, 4. Oktober. (DNB.) Bei dem Einmarsch der bolschewistischen Truppen in Täbris wurde der irakische Generalkonsul ermordet. — Wo die Bolschewisten hinkommen, sind auch sofort die Begleiterscheinungen des Bolschewismus zu sehen.
Oer Führer bei Brauchitsch.
DNB. Aus demFührerhauplguarkier, 4. Okl. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht stattete heute dem Hauptquartier des Oberkommandos des Heeres einen Besuch ab, um Generatfetdmarschatt von Brauchitsch zu
Wie sie lügen
Berlin, 5. DEL (DNB) Die Führer-Rede hat den englischen Lügnern gründlich das Konzept verdorben. Vor aller Welt sind sie bloßgestellt. Nun winden sie sich in tödlicher Verlegenheit und versuchen, mit dem albernsten Geschwätz und den plumpsten Schwindelmanöoern das Gesicht zu wahren. Niemand kann sich mit all dem Blödsinn, den die im Solde Churchills stehenden Berufslügner nach der Führerrede verzapften, im einzelnen auseinandersetzten, wir wollen heute eine dieser lächerlichen Behauptungen herausgreifen, um sie damit alle zu kennzeichnen.
Insbesondere hat die unwiderlegliche Feststellung des Führers von der U n a n t a st b a r k e« t der deutschen Wehrmachtberichte das^Lügengebäude Londons schwer erschüttert. Die Tatsachen — so erklärt der Londoner Rundfunk dreist — ständen dieser Feststellung des Führers entgegen. So fei beispielsweise Kiew „erst zehn Wochen später als von den Deutschen erwartet" gefallen.
Stellen wir diese „Tatsachen" einmal nüchtern fest: Am 13. Juli meldete der deutsche OKW.-Bericht: „Nordostwärts des Dnjestr stehen deutsche Truppen dicht vor Kiew." Dort standen sie auch tatsächlich am 13. Juli, und dort blieben sie entsprechend dem deutschen Operationsplan auch längere Zeit hindurch stehen. Sie waren nämlich die Flanken- und Rückensicherung für die große Umfassungsschlacht, die im Raum von Uman südöstlich von Kiew geschlagen wurde und mit der Vernichtung zahlloser Sowjetdivisionen endete. Erst die Vernichtung dieser Kräfte schuf die Voraussetzung für die Überschreitung des Dnjepr weit südöstlich von Kiew und für die Vereinigung mit den aus dem Raum von Gomel nach Süden stoßenden deutschen Truppen. Diese Vereinigung 200 Kilometer ostwärts im Rücken von Kiew führte dann zu jener großen Einkesselung, die mit der Gefangennahme von 665 000 sowjetrussischen Soldaten endete. Kiew fiel damit — genau wie geplant — unter relativ geringen deutschen Verlusten den deutschen Truppen in die Hand.
Das sind die Tatsachen! Sie stehen nicht dem deutschen OKW.-Bericht, sondern den englischen Lügen entgegen. Und so wie in diesem Falle ist es mit dem ganzen jüdischen Geseire; Lügen, nichts als Lügen!
3n London...
Welche Sensation die Führer-Rede in London hervorgerufen hat, geht daraus hervor, daß man krampfhaft nach Argumenten sucht, um die Wirkung der Ausführungen abzuschwächen. Der Londoner Nachrichtendienst z. B. tut so, als hätte die Rede in der Welt keinerlei Eindruck gemacht, nicht einmal in Spanien, wo sie nur als zweitrangiges Ereignis betrachtet werde. Womit, wie aus den Madrider Stimmen hervorgeht, London wieder einmal beim Lügen geschnappt wurde. „Daily Herald" gibt zu, daß England von seinen Feinden lernen könne. Der „Daily Telegraph" referiert über die Rede auf der Titelseite und widerlegt auch damit die Behauptung, daß in England niemand die Rede-des Führers beachtet habe. Der „Daily Expreß" weiß sich nicht anders zu helfen, als in den Ruf auszubre- chen: „Laßt uns die Initiative ergreifen", kann aber nicht verraten, wie England das an fangen soll.
!lSA. noch sprachlos.
Neuyork, 5. Oft. (DNB.) Die Führer-Rede wurde in den Neuyorker und Washingtoner Zeitungen überall auf der ersten Seite und ausführlich gebracht. Zwar hebt man hervor, daß Deutschland die russische Rüstung unterschätzt habe, im übrigen aber werden die Voraussagen und Feststellungen des Führers in Überschriften und Zwischentiteln der Berichte stark betont. Welchen starken Eindruck die Rede gemacht hat, geht u. a. daraus hervor, daß selbst die Sonntagsblätter noch keine Antwort finden konnten und daher keine Leitartikel brachten.
feinem 6 0.Geburtstag persönlich die herzlichsten Glückwünsche auszusprechen.
Dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, wurden aus Anlaß seines 60. Geburtstages, den er in feinem Hauptquartier im Osten beging, zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen zuteil. Führende Persönlichkeiten aus Wehrmacht, Partei und Staat übermittelten Generalfeldmarschall von Brauchitsch ihre Glückwünsche, unter ihnen der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Reichsmarschall Hermann Göring.der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral R a e d e r, die Reichsminister Dr. Frick, Dr. Goebbels, Funk, Graf Schwerin-Krosigk, Rust und Ohnesorge sowie Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reicbspressechef Dr. Dietrich und der Reichsführer ff Himmler. Der Stabschef der SA. Lutze überreichte dem Oberbefehlshaber im Hauptquartier eine Ehrengabe der SA., Korpsführer Hühnlein teilte dem Generalfeldmarschall in seinem Glückwunschschreiben die Verleihung des Namens „Generalfeldmarschall von Brauchitsch" an die Reichsmotorsportschule Elsgrund mit.
Weitere Glückwünsche übermittelten neben zahlreichen anderen führenden Persönlichkeiten Reichs- arbeitsführer H i e r l, der Chef der Präsidialkanzlei Staatsminister Dr. Meißner, Generalfeldmarschall von Mackensen, Reichskriegsopferführer Oberlindober, Reichskriegerführer General der Infanterie Reinhard sowie der Chef des Infanterie-Regiments 61, Reichsstatthalter General der Infanterie Ritter von Epp.
In den Glückwünschen aus den Reihen der kämpfenden Truppe wurde dem Generalfeldmarschall als Geburtstagsgabe das Gelöbnis weiterer treuer Pflichterfüllung des deutschen Heeres und seiner Soldaten übermittelt.
Auch Hüll, der sonst als Sprachrohr Roosevelts in der Pressekonferenz stets das große Wort führt, war offenbar tief von der Führer-Rede beeindruckt und stammelte in großer Verlegenheit über die Frage, ob er die Rede gelesen habe, nein, sie werde wohl nichts Ungewöhnliches enthalten. Hüll sagte dies, obgleich die Abend- und die Morgenblätter die Rede auf der ersten Seite in großer Aufmachung gebracht hatten (!!).
Rückhaltlose Zustimmung in Italien.
Rom, 5. Oft. (Europapreß.) „Adolf Hitler", so sagt man in Rom, „hat im rechten Augenblick gesprochen, in einem Augenblick, da die feindliche Propaganda mehr denn je die fieberhaftesten und auch grotesfesten Formen angenommen hat." Die aus den Ausführungen.des Führers sich ergebende eisenharte Wirklichkeit, sagt „Gior- nale d'Jtalia", fege mit einem Schlage die „von jüdisch-bolschewistischen Hirnen ersonnenen Luftschlösser" hinweg. Diese Wirflichfeit stütze sich auf die »unwiderlegbare und nicht oerdrehbare, vom Führer befanntgegebene Tatsache, daß der sowjetische Widerstand sich nicht mehr erheben fönne und. wieder Operationen im Gange seien, die neue großartige Ergebnisse zeitigen werden. In den römischen politischen Kreisen ist die Rede mit rückhaltloser Zustimmung ausgenommen worden. Das ganze italienische Volk habe die Ausführungen mit größter Aufmerksamkeit gehört, die überall begeisterten Enthusiasmus ausgelöst hätten. Die anerkennende Erwähnung der Leistungen des italienischen Expeditionskorps wurde in allen Volksschichten Italien? mit besonderer Genugtuung zur Kenntnis genommen.
Freudige Genugtuung in Ungarn.
Budapest, 5. Okt. (DNB.) Die Budapester Presse verzeichnet an hervorragender Stelle die kameradschaftlichen Worte, die der Führer für Ungarn gefunden hat, mit freudiger Genugtuung und gibt dem Stolz darüber Ausdruck, daß Ungarn an der Seite 'des glorreichen Verbündeten feinen würdigen Anteil an dem Kampf nehmen darf, der Europa und die abendländische Zivilisation gerettet hat. Jeder gute Ungar, so schreibt das Regierungsblatt „Magydrorszag" ist stolz darauf, daß einige Lorbeerblätter aus dem Rechenschaftsbericht des Führers auch an die Fahnen der ungarischen Hon- ved geheftet wurden. Die rechtsradikale Zeitung „Pest Ujsaa" beeindruckt am stärksten die beispiellose Zuversicht, von der die Führer-Rede getragen war.
„Stolz auf die Freundschaft mit Deutschland."
Bukarest, 5. Oft. (DNB.) Auch die rumänische Presse steht im Zeichen der Führerrede. Die Blätter heben besonders hervor, daß mit den Worten der Anerkennung des Führers und mit dem lebhaften Beifall, den die Erwähnung Rumäniens gefunden hat, die besondere Bedeutung des Landes am rechten Flügel der Front gegen das bolschewistische Ungeheuer gekennzeichnet ist. Mit dieser Rede des Führers, bemerkt die Zeitung „Aktionea", zeichne sich ein neuer Abschnitt in der deutsch-rumänischen Freundschaft und in der Fruchtbarkeit dieser Beziehungen für heute und morgen ab. Das rumänische Volk sei stolz auf die Freundschaft mit Deutschland.
Lebhaftes Echo in der Türkei.
Istanbul, 6. Okt. (Europapreß.) Die Rede des Führers findet in der türkischen Presse ein lebhaftes Echo. Die Blätter unterstreichen, daß Adolf Hitler seit Kriegsbeginn sehr wenig Reden gehalten habe. „Tasviri Efkjar" meint, daß im Gegensatz dazu Präsident Roosevelt sich feine Gelegenheit entgehen ließ, um zu sprechen, und vor allem, um Deutschland zu provozieren. Der Führer habe da-
Roosevelt in der Zwickmühle
Der U8A.-Präsident Roosevelt hat die amerikanische Oeffentlichkeit durch eine neue politisch berechnete Bemerkung vor der Presse aufgeregt. Er hatte ausgerechnet die Sowjets als den Sitz der religöfen Toleranz gepriesen. Das war selbst den von Roosevelts Kriegshetze befallenen Blättern doch zu viel. Die Stimmen der verschiedensten amerikanischen Stirdjen, der nach den USA. emigrierten Russen usw. taten ein übriges. Kurzum, der innerpolitische Skandal war fertig, und Roosevelt, der sonst das amerikanische Volk zu seiner Kriegshetze und zu seinem bolschewistischen Kurs hinauferziehen möchte, saß plötzlich zwischen Baum und Borke.
Was tun? Zunächst ließ er über seine Bemerkung eine Erklärung verbreiten, die Bewegung zugunsten einer vollkommenen Religionsfreiheit in Sowjet- rußland sei wohl „auf dem Marsch". Dann wurde frei und frech behauptet, die Zitate aus dieser Pressekonferenz seien gefälscht worden. Als das von der amerikanischen Presse entrüstet zurückgewiesen wurde, veranstaltete der Präsident höchstselbst mit einem Leibjournalisten ein Frage- und Antwortspiel, das sehr bezeichnend für die Wirrköpfigkeit Roosevelts ist. Roosevelt berief sich, um seine Behauptung von der Toleranz der Sowjets zu beweisen, ausdrücklich auf den Artikel 12 der Verfassung der Sowjets, ohne ihn jedoch genau anführen zu können. Das märe eine Kleinigkeit gewesen, denn der Wortlaut dieser Verfassung steht dem Präsidenten selbstverständlich zur Verfügung.
Diese neueste Dummheit des Weltdiktators in spe aber wurde in der amerikanischen Oeffentlichkeit mit schneidender Ironie aufgenommen. Ein Neuyorker Blatt wies darauf hin, daß auch die neueste
gegen auf diese Worte des Präsidenten eines Lan- des, das sich nicht einmal ofsiziell mit Deutschland im Krieg befinde, überhaupt nicht reagiert. Seit Beginn des Krieges habe der Führer nur dann gesprochen, wenn er einen seiner Feldzüge beendet hatte. Adolf Hitler habe jetzt erklärt, daß er d i e bolschewistische Gefahr von Europa a b w e n d e. Jedes feiner Worte habe er bis jetzt verwirklicht. Die Initiative in diesem Krieg habe immer beim Führer gelegen.
Finnland: Herzliche Dankbarkeit.
Helsinki, 5. Oktober. (Europapreß.) Besondere Befriedigung empfindet man in Finnland über die Darlegungen des Führers, die an Finnland gerichtet wurden. Auch an den finnischen Fronten zeigt sich, daß die Kampfmoral der Sowjets bereits erheblich nachgelassen hat. Die Andeutungen Adolf Hitlers, daß gegenwärtig neue Operationen im Gange, sind, werden lebhaft erörtert In hiesigen Kreisen herrscht der Eindruck vor, daß man vor neuen, das bisherige Maß offensichtlich noch überschreitenden Ereignissen steht. Die gesamte Presse veröffentlicht die Rede und behandelt sie in Leitartikeln. Dabei gehen die Blätter nochmals auf das Zusammentreffen zwischen Molotow und Adolf Hitler ein und betonen, daß in jenen Tagen sich Deutschland die herzliche Dankbarkeit Finnlands erworben habe, als Deutschland den Angriffswünschen der Sowjetunion mit Ablehnung begegnete. Nur durch das Eingreifen Adolf Hitlers fei erreicht worden, daß Finnland damals einem neuen schweren Schlag entging.
Dänemark:
An alle Völker Europas gerichtet.
Kopenhagen, 5. Okt. (Europapreß.) Die gesamte dänische Presse behandelt ausführlich die Führerrede, die sie bereits in größter Aufmachung veröffentlicht hat. „National Tidende" konstatiert, daß die Worte Hitlers an alle Völker Europas gerichtet waren. Europa müsse sich darauf einstellen, schreibt das Blatt, daß der Krieg weitergeführt werde. „Wenn es das Leden gilt, wenn es um nichts ober alles geht, dann fetzt Deutschland alles ein und kämpft." Die Worte des Führers von der bolfchewistifchen Gefahr werden besonders hervorgehoden. Wenn Deutschlands Führer, der oberste Befehlshaber des stärksten Heeres der Welt, das Wort „haarscharf" gebrauche, so heißt es in dem Artikel, dann zeige dies besser als alles andere, wie todernst die Gefahr für Europa gewesen ist. „Berlingske Tidende" unterstreicht die Worte Hitlers, daß nunmehr nur noch eine ganz klare Entscheidung erkämpft werden könne, eine weltgeschichtliche Entscheidung für die nächsten hundert Jahre.
Der Eindruck in Japan.
Die Tokioter Presse bringt die Führerrede in großen Auszügen und in Aufmachungen, die fast die gesamte erste Seite einnehmen. Große lieber« schriften und Zwischentexe geben die Ueberzeugung wider, daß die Sowjetarmee schwer geschlagen fei. „Tokio Nitfchi Nitschi", die fast die erste Seite der Rede mit Bildern widmet, schreibt in der lieber« schrift „Sowjetplan und Vorbereitung zur Zerstörung Europas", Deutschland vernichtet gründlich diese gewaltige Kriegsrüstung Moskaus. Das Wirtschaftsblatt „Tschugei Schogio Schimpo" stellt heraus, daß eine Wiederherstellung der Sowjetarmee unmöglich sei. Der Traum der Demokratien ist zerstoben, schreibt „Kokumin Schimbun". Der Lügenpropaganda stehen die Tatsachen der Wahrheit gegenüber. Im Kampf zwischen Wahrheit und Lüge ist die Wahrheit als unbestrittener Sieger hervorgegangen. Europa steht gegen die Sowjets und deren Vernichtungspläne auf.
Die Welt im Banne der Führer-Rede.
Große Verlegenheit in den feindlichen Ländern.


