Grundlage für eine Zusammenarbeit.
Ein Belgrader Blatt zur Rede des Führers.
her Hand von Großgrundbesitzern und Industrieklen, die nicht weniger als 71 v. H. aller Industrie- sichrer und Lord stellen, 80 v. H. der Regierungsmilglieder entstammen dieser hauchdünnen Oberschicht. Einige zehntausend weiterer Familien, die gern zur „Society“ gerechnet werden möchten, können doch nur einen dünnen An^uß des „als ob* erreichen. Dann kommen die middle dasses, die untereinander sehr große Unterschiede ausweisen, vom selbständigen Geschäftsmann bis zum Stehkragenproletarier, der irgendwo als „clerk“ schuftet, und dann kommt die Arbeiterklasse, die sich wiederum teilt in Gewerkschaftler, die aus Gelernten und Ungelernten bestehen und sich in ihrem Einkommen stark unterscheiden, und schließlich in die Gelegenheitsarbeiter, die große Masse, die nichts gelernt hat, und die Arbeitslosen, die sich aus beiden zusammensetzen. Der bekannte britische Nationalökonom Robert Kindersley gibt den Anteil der Leute mit eitern Einkommen von mehr als 400 Pfund (nach unserem Gelde rund 4500 RM.) jährlich auf nur 4 v. S). der Einkommensempfänger an. Das Einkommen des gelernten Arbeiters wird von ihm auf 150 bis 200 Pfund jährlich geschätzt, also bis zu 2500 RM., aber dieses Einkommen übersteige ganz gewaltig das eines kleinen Angestellten und vor allem der ungelernten Arbeiter. Nun sind nach der eigenen Statistik des englischen Arbeitsministeriums die Löhne von Juli 1934 bis Juli 1937 von 94 auf 100, die Großhandelspreise aber im gleichen Zeitraum von 62,8 auf 80,2 gestiegen, die Löhne sind also gegenüber den Großhandels« preisen um 20 v. H gesunken. Im Jahre 1938 war bas Verhältnis fast gleich schlecht, seit dem Kriege aber sind die Preise um mindestens 70 v. H. gestiegen, die Löhne dagegen nur um 30 v. H. Man versteht nun, weshalb die Tatsache, daß die Preise den Löhnen einfach davonrennen, die große Sorge der Betroffenen bildet, so daß jogar die englische Plutokratenpresse schreit.
Während Deutschland der Arbeitslosigkeit Herr wurde, besteht sie s o g a r j e tz t n o ch in England, obgleich alle Welt nach Arbeitshänden ruft 3n England waren 1933 19,9 o. H. der Versicherten arbeitslos, in Deutschland 26,3. Im Jahre 1938 waren es in England 12,6 v. H., m Deutschland dank der nationalsozialistischen Energie nur 2,1 v. H. Im Juli 1939 waren es in England 8,8 v. H., trotz der bereits für den im September ausbrechenden Krieg verstärkten Rüstung, in Deutschland nur — 0,2 v. H. Und Ende November 1939 fragte der Abgeordnete Hüll die englische Regierung, was sie zu tun gedenke, um die 1,4 Millionen Arbeitslosen zu beschäftigen. Diese Zahl mußte von der britischen Regierung bestätigt werden! Das geringe und wegen Gefahr des Stellenverlustes schwankende Einkommen der englischen Arbeiterschaft wird aber auch durch die außerordentlich hohen und in keinem anderen Lande erreichten Mieten sehr beschnitten. Diese machen durchweg 30 v. H. des Einkommens aus. Die miserablen Wcchnungsverhältnisse in den Slums fhttk bekannt. Allan Hutt schrieb in seinem Werk 1933: »London ist das typische Beispiel eines Parasiten, wie es der damals noch liberale Mr. Winston Churchill bezeichnet hat. Vornehme Adlige wie der Herzog von Westminster mit seinen 600" acres im Innern Londons, die Staatskirche, die Krone und reiche Gesellschaften, die Körperschaft der Stadt London und die Universitäten von Oxford und Cambridge, alle diese denken nicht daran zu arbeiten, sitzen in Klubsesseln und ziehen ihre Einnahmen aus den Einkünften ihrer La ndbesi Hungen und der steigenden Mieten.* Dr. Robertson, ein Beamter des Gesundheitsdienstes der Stadt Birmingham, sagt, daß in den Slums die allgemeine Todesziffer 20 v- H gegenüber der von 10 v. H. in gefunden Wohngegenden ist, die Zahl der Kindersterbefälle 152 v. H. §egen 69 v. H.» der Kinderkrankheiten (bis zu zwei obren) 42 v. H. gegen 6 v. H. Das Wort eines Briten, A. W. Churchill, besteht, für diese Plutokra- tie zu recht: „Demokratie muß im Grunde immer Despotismus sein." Die Folgen dieser Despotie des Mammons hat England reichlich getragen. Es ist ein mit Pestbeulen besetzter Körper. Dessen krankes Hirn aber wagt es, sich gegen die Feststellungen Adolf Hitlers zu wenden, daß in einem solchen kranken Körper auch fein gesunder Geist wohnen könne! Er wagt es durch Lügen, die die Engländer selbst gründlichst widerlegten. E. S.
Indische Zwangsarbeiter für luftgefährdete Industriegebiete Englands.
Belgrad, 5. Febr. (DNB.) Unter der Ueber- schrift „Die Heinen Nationen müssen sich unter die Schirmherrschaft Deutschlands stellen, wenn sie nicht zerschlagen werden wollen", jchreibt die jugloslawische Zeitung „Nooosti", im Gegensatz zu den Feinden Deutschlands hätten die Freunde und Neutralen die Rede des Führers mit Begeisterung ausgenommen. Deutschland stehe mit Jugoslawien in konkreten politischen und wirtschaftlichen Beziehungen. Die Rede des Führers habe in gewisser Beziehung eine Symbolisierung dieser Freundschaft dargestellt, zumal wenn man ihr Echo im eigenen Lande als Barometer nehme. Die Rede sei ein entscheidendes Wort im entscheidenden Augenblick. Sie fei als ein Signal für eine deutsche Frühjahrsoffensioe zu bewerten, ähnlich wie die im vergangenen Jahr gemachten Ausführungen vor der Offensive im Norden und Westen. Die französischen Staatsmänner hätten ebenso wie die yolländiscyen
B u k a r e st, 5. Febr. (DNB.) Die Bukarester Presse veröffentlich eine amtliche Darstellung über die Vorgänge in Rumänien in der Zeit vom 20;. bis 22. Januar, die schließlich das Eingreifen der rumänischen Armee notwendig machten. In der Verlautbarung wird geschildert, wie die Unruhen mit der vom Staatsführer für notwendig befundenen Absetzung des Innenministers General Petrovicescu und des Generaldirektors der Staatspolizei GH y k a begannen. Nach einer eingehenden Darlegung der Ereignisie in den Straßen von Bukarest und in der Provinz wird betont, daß der Staatsführer bis zum letzten Augenblick, also bis zum Mittwoch, den 22.Januar, zögerte, Gewalt anzuwenden, um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden. Als es dann dock keinen anderen Ausweg gab, wurde der Aufstand sehr schnell niedergeworfen. Am Nachmittag des gleichen Tages ergab sich in Bukarest bereits der größte Teil der Aufständischen.
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Wie der Frankfurter Zeitung dazu ergänzend aus Bukarest gemeldet wird, herrscht in Rumänien wieder völlige Ruhe. Die rumänische Staatsführung hat die Krise der letzten Woche sicher überwunden und das Land, das sich einen Augenblick in inneren Kämpfen zu verlieren drohte, wieder auf jenen Weg geführt, den es nach dem Sturze des Carolfchen Regimes selbst an der Seite der Achsenmächte gewählt hat. Die Meinungsverschiedenheit zwischen der Führung der Legionäre und des Staates, über die es zu den Kämpfen der letzten Woche gekommen war, betraf lediglich innerpolitische Fragen und wurde zum großen Teil bestimmt durch persönliche Machtansprüche führender Legionäre, die in Verkennung ihrer we-
portation in die vom Luftkrieg besonders bedrohten Industriezentren Englands gewinnen jetzt Gestalt. In Indien hat die Auswahl des ersten Arbeiter- transportes in den indischen Fabrikbetrieben nunmehr begonnen. Die Arbeiter werden gar nicht erst gefragt, sondern vom Arbeitsplatz weg in Sammellager gebracht, wo sie den Abtransport nach England abwarten sollen. Die englische Propaganda sucht den Sklavencharakter dieser Arbeit dadurch zu verschleiern, daß sie nach außen den Eindruck erweckt, die indischen Arbeiter drängten sich förmlich dazu, noch England zu gehen. Wie zum Hohn werden die für England bestimmten aus- gehobenen indischen Arbeiter „Bevin-Iungen" genannt.
Die Wirkung der deutschen Gegenblockade im Güdatlantik.
und belgischen damals die Rede falsch beurteilt, in welchen Fehler man heute nicht verfallen dürfe, denn nach Auffassung Deutschlands müßten sich alle kleineren Völker unter den Schutz und die Schirmherrschaft des Reiches stellen, wenn sie nicht vernichtet werden wollten. Aus diesem Grunde suche man in Berlin Wege, um alle Kräfte und alle Mächte des Widerstandes zu paralysieren, um eine Grun d^a g e für die Zusammenarbeit mit allen Ländern zu schaffen und alle Zwischenfälle und Reibungen zu vermeiden. Eine der ersten Bedingungen zu der erstrebten Zusammenarbeit fei die Einführung innerer Reformen zum Wohle der neuen Politik Europas. Deutschland fei stets bereit, eine neue Politik anzuerkennen, sie in Einklang mit der Achse zu bringen, und zwar ohne daß die Souveränität und die Integrität des betreffenden Landes angetastet werde.
sentlichen Aufgaben der politischen Dolkserziehung nach der völligen Eroberung der Staatsgewalt strebten.
Die 54 Versammlungen, die die Legionäre am Sonntag, 19. Januar, in allen großen Städten des Landes abhielten, waren zweifellos als eine Art Heerschau der eigenen Kräfte gedacht. Am folgenden Tage wurde der Innenminister General Petrovicescu durch den Militärkommandanten von Bukarest General P o c e s c u ersetzt unter der Begründung, Petrovicescu habe sich nicht ausreichend für die Aufklärung des Mordes an dem deutschen Generalstabsmajor Döring und für die Sicherheit der deutschen Militärmission eingesetzt. Die Führung der Legion sah jedoch in diesem Ministerwechsel den Versuch, die Legionäre von den für die Staatsführung wichtigen Aerntern auszuschließen.
Am Dienstag besetzten Legionäre verschiedene öffentliche Gebäude. Auf Anordnung des Staatsführers Antonescu wurden in Bukarest wichtige Rüstungsbetriebe und alle öffentlichen Verkehrseinrichtungen unter Militärbefehl gestellt. Am Nachmittag wurden in der Umgebung der Bukarester Polizeipräfektur, die von Legionären besetzt war, zwei Legionäre erschossen. Auch an mehreren anderen Stellen der Stadt kam es zu Schießereien. Die sich anschließend heftigen Kämpfe, die sich in den nächsten Tagen auch auf die Provinz ausdehnten, fanden am Freitag ihr Ende mit dem Befehl des Kommandanten der Legion, Horia Sima, die von den Legionären besetzten Gebäude den Truppen zu übergeben. Damit war General Antonescu Herr der Lage und er traf sofort alle Maßnahmen, um dem Lande die Ordnung zurückzugeben.
leitzugsystems nicht mehr angezweifelt werden könne. Im Gegensatz zu über zwanzig englischen Handelsdampfern vor dem Kriege seien im Dezember 1940 in Rio nu r sieben und im Januar 1941 sogar nur vier britische Handelsdampfer eingetroffen.
Japanische Erfolge in Güdchina.
Schanghai, 6. Febr. (Europapreß.) Nach einer Mitteilung des japanischen Hauptquartiers in Süd- lhina wurde im Verlauf der soeben begonnenen neuen japanischen Kwantung-Offensive am Mittwoch Tamsui, ein wichtiger Punkt an der Straße Hongkong—Schgokwan, genommen. 400 Mann Tschungking-Truppen wurden gefangen genommen und große Vorräte an Waffen, Munition und Ben- zin erbeutet. — Japanische Marineeinheiten führten in den frühen Morgenstunden des Mittwoch in b er nördlichen Bias - Bucht eine zweite überraschende Landuna durch, um im Zusammenwirken mit den am Dienstag an der Kwantung- Küste gelandeten Truppen die Lieferungsstraße von Hongkong nach dem Landesinnern abzuschnei - den und damit den Schmuggel von Kriegsmaterial zu unterbinden.
Das Ritterkreuz für schneidige junge Offiziere
Berlin, 5. Febr. (DNB.) Der Führer un) Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Bor. schlag des Oberbefehlshabers des Heeres das R||, lerkreuz des Eisernen Kreuzes an folgende Offizien verliehen: Oberleutnant Freiherrn von Böse, lager, Schwadronschef in einer Ausklärungsab. teilung, und Leutnant Michael, Zugführer in einem Reiterregiment.
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Oberleutnant Freiherr von Böselager hat mit wenigen Reitern seiner durch tagelange Verseh gungskämpfe und -Märsche erschöpften Schwadcor bei Mousseaux die Seine durchschwommen und am jenseitigen Ufer einen Brückenkopf gebildet. Durch Eroberung des Dorfes Biller« hat er diesen Brückenkopf noch erweitert. Be, Maxchainoille führte er seine Schwadron in bit Flanke des Gegners und eroberte eine Batterie die bisher dem Vorgehen der Vorausabteilung außerordentlich hinderlich gewesen war. Der Aus. fall dieser feindlichen Batterie hat zu den Erfolqm der Division wesentlich.beigetragen.
Leutnant Michael hat sich als Führer eine, Spähtrupps in einem Krad, lediglich von einem Mann begleitet, plötzlich einem Ba- taillon französischer Schwarzer gegen» udergesehen. Er gab sich als Parlamentni aus und brachte es durch ein ungewöhnlich geister. gegenwärtiges und geschicktes Verhalten dahin, in einer Offiziersoersammlung das gesamte franko, fische Bataillon zur Uebergabe zu bewegen. Kritische Augenblicke und auftauchendes Mißtrauen bei den französischen Offizieren überwand er ledig, lid) durch fein persönliches Auftreten und feine Erklärungen. Diese Tat verdient um so höhere An- ertennung, als es sich bei dem entwaffneten Geg- ner um das Bataillon eines Senegalschützenregi. ments handelte, dessen Neger harten Widerstand leisteten.
Oer italienische Bericht.
Rom, 5. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Halle- Nische Wehrmachkberichk vom Mittwoch Hal folgenden Wortlaut:
An der g r i e ch l f ch e n F r o n t haben wir einem feindlichen Angriff zurückgewiescn und dem Gegner empfindliche Verluste zugefügt sowie Gefangene und Beute eingebracht.
In Rordafrika beiderseitige Fliegertätigkeit. Englische Flugzeuge haben B eng hast bombardiert.
In O st a f r l k a haben unsere Truppen an der R o r d f r o n t feindliche Streitkräfte, die sich unserer neuen Linie näherten, im Gegenangriff zurück- geschlagen und Ihnen Verluste beigebracht. An der Südfront haben sich unsere Dubak-Ablciluugea nach blutigen und für den Feind sehr verlustreichen Kämpfen aus einer vorgeschobenen Stellung naht der Grenze östlich des Stefanie-Sees zurückgezogen. Lebhafte Angrlffstätigkeik unserer Luftwaffe. Der Feind hat einige Ortschaften in Eritrea bombardiert, wobei einige Eingeborene getötet wurden. Zwei eng. tische Flugzeuge wurden abgeschofsen.
Im Gebiet des Aegäischen Meeres haben feindliche Flugzeuge in der Rachl zum 4. Januar einen unserer Flugplätze mit Bomben belegt, wobei leich- ter Materialschaden entstand. Flugzeuge des deutschen Fliegerkorps haben die Flugplätze von Mikabba und halfar auf Malta angegriffen. Flugzeugschuppen, Unterkünfte und Flugfelder erhielten gutliegende Treffer, wobei Explosionen und Brände hervorgerufcn wurden.
Heftige Kämpfe an -er griechisch-albanischen Front. Belgrad, 5. Febr. (Europapreß.) Trotz un« günstiger Wetterlage werden heftige Kämpfe von der griechifch-albanifchen Front gemeldet. Außer dem ständigen Artillerie-Duell sollen sich auch heftige Infanteriekämpfe an den verschiedenen Frontabschnitten abgespielt haben. Die größte Aktivität wurde im Sektor von Tepeleni I entfaltet.
Rom, 5. Febr. (Europapreß.) Die volle Wirkung der Gegenblockade der Achsenmächte findet auch in einer Meldung aus R i o de Janeiro ihre c , x _. mr„ Bestätigung. In Aufsätzen, in denen die wirtschaft-
5unffpru£f).) Die Plane j kiche Lage Englands eingehend überprüft wird, Ärbeitsministers B e v i n zur Massen- stellen die brasilianischen Blätter fest, daß das v o 11- a ushebung^mdischer Zwangsarbeiter und ihrer De- ikommene Versag en des briti-schen Ge-
Wieder Ruhe in Rumänien.
ine amtliche Darstellung über die Vorgänge vom 20. bis 22. Januar.
Tokio
gefangen, es weiß nichts.* der Maschinen einer
Ä tarn Mädch« «chren jtchen'
Aus dem Tanzfaal — an die Schreibmaschine.
war sen
weh ergriffen — oder eigentlich eine fast verstiegene Sehnsucht, seine Eltern wiederzusehen. Da hatte er sich mit Kind und Pflegerin eingeschifft, und weil wir am gleichen Tisch speisten und weil es sich erwies, daß wir aus der gleichen Landschaft kamen und ich seine Eltern sogar flüchtig kannte, habe ich ihm reckst ins Herz sehen dürfen. Dieser darufgängerische junge Mensch, von keiner Empfindsamkeit belastet, gerade und rechtlich, hatte sich nie Gedanken gemacht über Schein und Glück. Nur an dem einen hingen seine Vorstellungen: er wollte vor den Leuten feiner Heimatstadt die Eltern in einem schönen Wagen abholen und sie ausfahren; er wollte den Nachbarn weisen, daß er, der einst klein und arm ausgewandert war, sein Ziel erreicht hatte, und, nur von seinem Mut getrieben, den alten Leuten jetzt ein glückliches Alter bescheiden konnte.
Ein Tischgenosse war er, mit dem man nicht viel Gespräche fuhren konnte, und es ging etwas ein- tönig zu, wie oft bei dieser Art Menschen. Aber er war immer wieder erfrischend in der Freude, die Eltern bald wiederzusehen unb sie zu beglücken.
zu und hatte das Gefühl, an ihm etwas gutmachen zu müssen, was das Schicksal begangen hatte. Aber der alte Arzt zog mich plötzlich am Aermel. „Eigentlich", sagte er leise, „eigentlich ein schöner Tod — bei allen dreien. In der höchsten Freude! Am Ende er ein Liebling der Schicksalbringenden? Wis- wir denn, wie wir sterben?"
Erlassen wir uns die Einzelheiten: Knappe zehn Minuten nach dem Aufbruch verunglückte mein Reisegefährte in einer Kurve. Wie es möglich war, begreift man nicht. Der Wagen war ohne Fehler, der Weg trocken und gut bezeichnet. Vielleicht war es die übergroße Freude, vielleicht ist uns allen die Stunde bestimmt, und der Tod ist nur lässig in seinen Begründungen.
Aber das Furchtbare ist: ich war es, der vor- überfam — mit meinem kleinen Landwagen, auf dem Weg zu meinen Kranken. — Und ich mußte die Verunglückten bergen. Die Eltern, denen er die Ireude hatte bringen wollen, hatten einen raschen Xob gefunden. Er selbst lebte noch, wußte aber nicht, was geschehen war. Mein Reisegenosse wunderte sich, mich zu sehen. Dann ging es zu Ende, und es war wohl gut, daß es aus war. Die Pfle- gerin wurde gerettet, ich habe sie eben ins Krankenhaus gebracht. Das Kind ist unversehrt, von einem Busch aufgefangen, es weiß nichts."
aajibfc mich
Begegnungen.
Von Hans Friedrich Blunck.
Ich traf den Landarzt, den ich wegen einer Kleinigkeit, wegen eines beschämenden Splitters unterm Fingernagel, aufsuchen wollte, auf der Sttaße vor feinem Hause; er hatte ein kleines Mädchen auf dem Arm, vielleicht zweieinhalb ober brei Jahre, alt, das mit ihm spielte und zuweilen hell ausjauchzend feine Brillengläser mit der Hand verdeckte. Es war ein hübsches Kind, bas schon etwas Mädchenhaftes in seinem Lachen hatte. 9)lib unter zupfte es an seinem Kleid, das von einem Unfall, so schien es, beschmutzt war, und drückte wie beschämt die kleinen Fäuste vor die Augen.
»Kommen Sie", sagte der Arzt zu mir. ,Lst's etwas Eiliges? Nein? So lassen Sie mir eine Weile Ruhe, ich muß noch wieder zu mir finden!" Gr winkte mir, in die kleine Hauslaube einzutteten. „Ja, ich muß etwas überwinden, was der Beruf wohl einmal so mit sich bringt. Vielleicht ist's auch gut, sich freizureden. Treten Sie ein, ich will Ihnen erzählen, was es heute mit mir eine Bewandtnis bat." Ich sah, daß des alten Mannes Lider gerötet waren und erschrak. So war auch das möglich bei jemandem, der so viel hatte helfen dürfen und hart geworden war, wo er nicht hatte helfen können?
Der Alte setzte das Kind auf den Boden, sah von seinem Stuhl zu, wie es sich erhob, befremdet und neugierig hin und her tappte, und blickte nur ihm nach, schien mich vergessen zu haben. Ich schwieg, mir war, als sei der Mann zu bewegt, um gleich zu reden.
„Der Vater der Kleinen ist verunglückt — vor einigen Stunden", begann er dann. „Ich durfte ihm helfen. Aber damit wollte ich nicht beginnen." Der Erzähler seufzte und dachte angestrengt nach: „Ich traf ihn zuerst auf meiner Rückfahrt von Südamerika — Sie wissen, ich war im letzten Sommer drüben. Er fuhr damals mit Kind und Kin-
aufgespart hatte und die ihn nun fast ausgelassen machte."
Der alte Mann spielte mit dem Mädchen; ein Landarzt hat immer etwas für Kinder bei sich, eine Puppe aus Werg ober ein Bündel Ringe. „Es dünkt Sie wohl sonderbar", fuhr erfort, „wie genau ich alles erzähle, so rasch nach dem Unglück; aber das ist bei unferm Beruf eine Ablenkung, die uns hilft. Wir halten Unseren Herzschlag ein, indem wir mit dem Hirn den Gang der Dinge ordnen und uns sagen, das gehöre eben zu unserem Beruf.
Dennoch vermag ich Ihnen nicht zu begründen, warum gerade ich jenen Reisegenossen ein drittes Rcal treffen mußte; diese Zufälle der Begegnung sind nicht deutbar und eigentlich meist wenig sinnvoll. Um es kurz zu sagen: der Junge fuhr von Stuttgart, wo er sich einen schönen neuen Wagen getauft hatte, geradeswegs in seine Heimat. Er war ein unbedingt sicherer Fahrer und hatte monatelang ben ganzen Süden Amerikas am eigenen Steuer durchreist. Und er kam heim, in einer Morgenfrühe, grüßte die Eltern, brachte ihnen fein Kind unb wollte ungeduldig feinen Traum erfüllen und durch dce Heimat fahren. Sein Kind sollte dabei fein, die Pflegerin, und, was eben die Hauptsache an dem schonen Wagen war, die beiden alten Leute, die sicherlich nie von solcher Ausfahrt durch ihren Sohn geträumt hatten.
war jahrelang "ein Paradies der Tanz- jünger. In großen Tanzpalästen, die zusammen mehr als 23 000 Tanzpartnerinnen beschäftigten, konnten sich die tanzfreudigen Jünglinge Tokios dem.Vergnügen eines feschen Wiener Walzers ober eines feurigen argentinischen Tangos hingeben. Die Behörden in Japan sind aber jetzt der Ansicht, daß die Zeiten zu ernst seien, als daß sich die jungen Männer weiter so ausschließlich mit der Göttin Terpsichore beschäftigen können. Da es bekanntlich wenig Vergnügen macht, allein einen Foxtrott zu tanzen, hat man beschlossen, die Zahl der Tanzpartnerinnen allmählich zu verringern. Wie konnte man aber hier zu einer gerechten Verteilung kommen? Es gibt in Tokio große Tanzpaläste, die mehr als 200 Tanzpartnerinnen beschäftigen. In winzigen Bars sind häufig nur ein bis zwei Mädchen tätig. Die findige Tokioter Polizei hat aber auch hier das Ei des Kolumbus gefunden. Die Tanzflacht aller Tanzlokale Tokios wird in Quadratmeter auf- geteilt Und auf einem Raum von fünf qm darf eine Tanzpartnerin, beschäftigt werden. Eine Tanzpartnerin per fünf Quadratmeter, wahrhaft eine weife Entscheidung! Immerhin werben den fehlenden Quadratmetern mehr als 3000 Mädchen zum Opfer fallen, die sich nach neuen, für bas Volksganze nützlicheren Beschäftigungen umsehen müssen. Wohin wenden sich nun diese Mädchen? Eine Zeitungsumfrage hat ergeben, daß sie samt und sonders von Wirtschaft, Industrie und Haushalt aufgenommen werden. Viele lernen bereits jetzt eifrig an ihren freien Vormittagen die schwere Kunst der Schreibmaschine. Sie lernen zeichnen unb nähen. Und manches Mädchen, das bisher nur im Takte der Musik gelebt hat, wird bald im Rhythmus Km* " modernen japanHhen $abm
dermädchen heim; ein noch junger Mensch, der im Innern Argentiniens nach einem abenteuerlichen Leben als Erzhändler rasch aufgestiegen und wohl, habend geworden war. In Buenos Aires hatte er sich mit einer jungen Deutschen verheiratet, war Witwer geworden, und mm batte ibn bas Seim,
Er ist dennoch nicht gleich heimgefahren. Seine Frau hatte ihn auf dem Krankenbett gebeten, ihre Eltern zu grüßen und ihnen das Kindlein zu zeigen. Er fuhr also zunächst nach dem Breisgau, wo die Verstorbene geboren war, und erfüllte seine Pflicht. Ein Zufall brachte es, daß auch ich gleich nach Rückkehr einen Schulungskurs besuchen mußte, wie sie jetzt überall für Landärzte eingerichtet werden — wir holen uns da eine Menge neuen Wissens. 2ch hatte eine süddeutsche Stadt gewählt und traf meinen Reisegenossen auf dem Markt der Stadt. Er hatte einen Unfall gehabt: eine junge Schweizerin hatte seinen Wagen angefahren, nicht schlimm, aber es war doch ärgerlich. .Schon der eigene?* fragte ich neckend. Nein, es war ein gemieteter Wagen. Er überwand den Aerger auch rasch und scherzte mit der sehr betretenen Uebeltäterin. .Wie kommt es, zum Kuckuck, daß wir uns hier treffen?1 fragte er mich dann; es fiel ihm erst jetzt ein, daß es eigentlich ein vertrackter Zufall war. .Nun*, lachte er, »wenn wir uns das dritte Mal begegnen, dann wird's erst fein!* Er schien mir fast noch jungen» Hafter und fröhlicher als auf dem Schiff; es war ... . - - . - • / ------------- —» wohl die immer noch verschobene Freude des Wie-
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