Schafen ist das Schlachtgewicht durch Wiegen festzu- stellen, bei Schweinen kann statt des Schlachtgewlchts das Lebendgewicht festgestellt werden.
Monatsappell der alten Artilleristen
Am Samstagabend versammelten sich die Kameraden der Art-illeristenkameradschaft 1895 Gießen im hessischen Hof" zum Jahresanfanasappell 1941. Kameradschaftsführer Müller gab nach einem kurzen Rückblick auf das verflossene Jahr die Losung für das neue Jahr bekannt, die für alle Kameraden die gleiche Verpflichtung wie bisher enthält: nämlich jederzeit in soldatischer Treue bereit sein zum Dienst für Führer, Volk und Vaterland, die alte Frontkameradschaft im engeren Kreise der Waffenkameraden und darüber hinaus zu allen Kameraden der alten und der neuen Wehrmacht pflegen, sich für den Gemeinschaftsgedanken einsetzen, kurzum nach dem Geist und Willen des Führers zu leben und zu handeln. Ferner gab der Kameradschaftsführer Grüße aus dem Felde von zahlreichen alten und jungen Kameraden bekannt, die den Empfang der zu Weihnachten von der Kameradschaft übersandten Feldpostpäckchen bestätigten und dabei erneut ihre Verbundenheit mit den alten Kameraden in der Heimat bekundeten. Im weiteren Verlaufe des Appells wurden noch einige kleinere Angelegenheiten erledigt; u. a. wurde mitgeteilt, daß der nächste Monatsappell im Februar der Jahreshauptversammlung gilt. Nach dem dienstlichen Teil des Abends blieben Die alten Soldaten noch einige Zeit in kameradschaftlicher Unterhaltung beisammen.
Gieben-Wieseck.
Heute wird unser Mitbürger Karl Roden- hausen, Eichgasse 16, 75 Jahre alt. Der Jubilar, der über 30 Jahre in der Eisenbahnwerkstätte tätig war, ist noch sehr rüstig und verrichtet noch alle Feldarbeiten. Dem treuen Leser seines Heimatblattes auch unseren herzlichen Glückwunsch. — Die Eheleute Rangiermeister i. R. Heinrich Wilhelm Hofmann und Frau Katharine, geb. Lepper, können heute das Fest der s i l b e r n e n Hochzeit feiern. Auch unseren herzlichen Glückwunsch.
Gießener lvochenmarktpreise.
Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen sich für A=2ßare. Für 8°Ware oder abfallende Ware sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger.
* Gießen, 4. Jan. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, XA kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, aus- ländische Eier 11 bis 12, Kartoffeln, % kg 4,1, 5 kg 41, Wirsing, % kg 7, Weißkraut 6, Rotkraut 7, gelbe Rüben 9, rote Rüben 7, Spinat 16 bis 17, Unterkohlrabi 5, Rosenkohl 15 bis 32, Schwarzwurzeln 21, Aepfel 30 bis 40, Lauch 18, Sellerie 15 bis 16, Blumenkohl, das Stück 40 bis 60, Endivien 10 bis 11, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 8 bis 12 Rpf.
Landkreis Gießen.
# Mainzlar, 5. Jan. Zum Feldwebel befördert wurde der Unteroffizier Wilhelm Bittendorf von hier, der bei einer Flakabteilung im Felde steht.
SJ.Jporf
Ergebnisse der Bezirksklaffe.
Wetzlar 05 — 1900 1:1
VfB.-Reichsbahn — VfL. Marburg 5:4 Watzenborn-Steinberg — Luftwaffe 6:2 Bissenberg — Naunheim ausgefallen.
Die 1900er lieferten in Wetzlar ein taktisch sehr kluges Spiel. Nachdem sie noch kurz nach Halbzeit mit einem Vorstoß keinen Erfolg hatten, verteidigten sie die letzten 35 Minuten, ohne jedoch durch schnelle Durchbrüche an Gefährlichkeit einzubüßen.
Die VfBer führten bis kurz vor Schluß mit 5:2 Toren und hatten, nachdem ihr Tormann zwei schwere Schnitzer gemacht hatte, noch Glück, als sie knapp gewonnen hatten.
Die Luftwaffe lieferte in Steinberg ein sehr gefälliges Spiel, ohne jedoch den Sieg der Steinberger gefährden zu können.
Die Tabelle hat damit folgendes Aussehen:
Verein
Spiele
Gew.
Unentfch.
Verl. Pkte.
FC. Wetzlar
9
7
1
1
15:3
W -Steinberg
9
6
1
2
13:5
Naunheim
8
6
0
2
12:4
VfB.-Reichsbahn
9
6
0
3
12:6
Burgsolms
8
4
1
3
9:7
1900
9
4
1
4
9:9
VfL. Marburg
6
2
0
4
4:8
Bißenberg
5
1
0
4
2:8
Luftwaffe
8
1
0
7
2:14
Sportfreunde
7
0
0
7
0:14
Dfv.-Reichsbahn - VfL. Marburg 5:C
Die Leistungen beider Mannschaften müssen als gut bezeichnet werden. Auffallend war dabei, daß beide Mannschaften es sogar fertig brachten, durch halbhohe Kombination flüssig zu spielen. Dabei waren die Marburger, die ihre Schnelligkeit vorteilhaft zur Geltung brachten, im Felde leicht überlegen. Bei den Gießenern fehlte öfters das Ver
ständnis untereinander. Wenn sie trotzdem verdient siegten, so verdanken sie diese Tatsache ihrem größerem Stehvermögen und der Auswertung gegebener Torgelegenheiten. Bei den Gießenern war der gefährlichste Mann Godglück, der seinen unermüdlichen Einsatz mit vier Toren krönen konnte. Bei den Marburgern war es Rüppel, der immer wieder seinen Sturm nach vorne brachte.
Spielverlauf: Schon in den ersten Minuten sind die Marburger verschiedene Male durchgekommen, ohne jedoch eine klare Torgelegenheit herausspielen zu können. Die VfBer erwidern die Angriffe, spie- ler aber zu durchsichtig und vorerst zu planlos. Bei verschiedenen Eingreifen zeigt Der Marburger Tormann, daß er überwunden sein will. Bei einem harmlos aussehenden Angriff wird der Ball von- der Verteidigung nicht weggebracht, und schon kann Godglück aus nächster Nähe zur l:0-Führung einschießen. Die Marburger beherrschen jetzt zeitweise das Mittelfeld. Die VfB.-Läuferreihe schwimmt. Durch geschicktes Dreieckspiel wird Rüppel in Schußposition gebracht, und der Ausgleich ist fällig. Eine Minute vor Halbzeit ist es wieder Godglück, der aus 18 Meter überraschend unhaltbar unter die Latte schießt. Nach Wiederbeginn haben die Gießener in der richtigen Erkenntnis, daß dieses Spiel nur offensiv gewonnen werden kann, den Sturm auf Kosten der Läuferreihe verstärkt. Der Erfolg dieser Maßnahme läßt nicht lange auf sich warten. God- glück und Heß schrauben das Ergebniis auf 4:1. Trotzdem setzen die Marburger mit allem Einsatz das Spiel fort. Eine Flanke des Rechtsaußen prallt von dem Halbrechten ins Tor der Platzbesitzer. Schon im Gegenangriff erhöht Godglück auf 5:2. Wer nun an einen eindeutigen Sieg der Gießener glaubt, sieht schon 5 Minuten später die Marburger auf 5:4 herangekommen. Zwei harmlose Schüsse läßt der Gießener Tormann passieren. Zum Ausgleich langt es jedoch nicht mehr, da die Zeit abgelaufen ist.
Vereichsmeisterschasten der hessischen Turner.
Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.
In Bad-Nauheim kamen am gestrigen Sonntag die Bereichsmeisterschaften des Bereichs Hessen :m NSRL. im Gerätturnen zum Austrag. Wenn auch der größte Teil der hessischen Meister zur Zeit unter den Waffen steht, so zeigte die Besetzung Der Wettkämpfe doch, daß die Güte der Bereichsmeisterschaft dadurch kaum beeinträchtigt wurde. Nicht nur, daß die Leistungen auf einer erfreulichen Höhe geblieben
sind, auch die Tatsache, daß viele ältere Turner aus Den Bezirken FrieDberg und Gießen, mit den Bezirksführungen an Der Spitze, den Weg nach Bad-Nauheim nicht gescheut haben, ist Beweis für den starken Willen im NSRL., während des Krieges erst recht zur Sache der Leibesübung zu stehen.
In der Reichsklasse der Turner wurde G e r g s von der ACT. Kassel Bereichsmeister. Er wird mit
Birger von der CT, Hessen-Preußen Kassel und Schöneich vom Tv. Erbach (Westerwald) den Bereich Hessen bei Den Deutschen Gerätemeisterschaften der Männer vertreten, die am 2. Februar in Karlsruhe stattfinden. In der Bereichsklasse zeigte sich ein bekannter Turner Des FrieDberger Bezirks, August Krack vom Tv. Bad Homburg-Kirdorf, überlegen als Bereichsbester vor dem jungen Nachwuchs, Den hauptsächlich der Kasseler und Der Hanauer Bezirk stellten.
Die L e i st u n g s s ch u l u n g Der acht besten hessischen Turnerinnen, die Bereichsfrauenturnwartin Luise Schwarz (Friedberg) durchführte, hatte das Ergebnis, daß Käthe K r e g e l i u s von der CT. Hessen-Preußen Kassel und Marie Luise Kling vom Turn- und Fechtklub Hanau als bereichsbeste hessische Turnerinnen den Bereich bei den Deutschen Gerätemeisterschaften der Frauen am 23. Februar in Passau vertreten werden.
Am Nachmittag gestalteten die Turner und Turnerinnen, die an den Bereichsmeisterschaften teilgenommen, eine eindrucksvolle Leistungsschau deutscher Leibesübung. In der Turnerriege stand auch Lettin vom To. G i e ß e n - W i e s e ck, der am Vormittage als Kampfrichter tätig gewesen war. Die Darbietungen der Turner und Turnerinnen, Die von frischen Vorführungen des Jungvolks Bad- Nauheim und einer Mädel-Sportdienstgruppe der Tgm. Friedberg umrahmt wurden, fanden Den stärksten Beifall der Besucher. Unter den Gästen befand sich auch Oberst-Arzt Divisionsarzt Dr. Her
mann Rau aus Lich, der frühere DT.-Gaufichrer Des alten Hessengaues, von seinen alten KameraDen und Mitarbeitern lebhaft begrüßt.
Zu Beginn Der Nachmittagsveranstaltung hatte Ortssportgemeinschaftsführer StuDienrat Dietz herzlichen Willkomm im Auftrage Des NSRL.-Bezirks- führers, SA.-Hauptsturmführer Otterbein (Friedberg) entboten. Nach Der Siegerehrung Dankte Be- reichsfachwart Schäfer (Kassel) Dem KameraDen Otterbein und Den BaD-Nauheimer Kameraden für Die tadellose Vorbereitung Der eindrucksvoll verlaufenen Kriegsveranstaltung Des hessischen Bereichs.
Reichsklasse: 1. Sieger (Bereichsmeister)
Otto Gergs, ACT. Kassel, 174 Punkte; 2. Franz Sieger, CT. Hessen-Preußen Kassel, 170,6; 3. Kurt Schöneich, Tv. Erbach (WesterwalD), 164,2 Punkte.
Bereichsklasse: 1. Sieger (Bereichsbester) August Krack, Tv. Bad Homburg-Kirdorf, 180 Pkte; 2 Joses Abels, Tv. Hachenburg, 169; 3. Georg Neumann Tv. Willerode, 142,5; 4. FrieDrich Ebert, Tv. Bischofsheim, 140,5; 5. Kark Denker, To. Erbach, 133,5; 6. KonraD Horn, Tv. WelleroDe, 107 Pkte.
Turnerinnen (Reichsklasse): 1. Käthe Krege- lius. CT. Hessen-Preußen; 2. Marie Luise Kling, T. u. Fechtkl. Hanau; 3. Anneliese Griesing, Tuspo. Wil- .helmshöhe-Kassel.
Keine Spiele im Handball.
Am gestrigen Sonntag mußten Die Spiele Der Bereichsklasse noch in letzter Minute abgesagt werben. Sie werben später nachgeholt.
Geflügel-Ausstellung in Gießen-Klein-Linden.
Im Saale des Gastwirts Franz Rathenow fand am Samstaa und Sonntag eine sehr gut besuchte Werbegeslügelausstellung des G e« f l ü g e l z u ch tv e r e i n s Klein-Linden 1931 statt. Als Preisrichter waltete Vereinsführer Otto May von Lang-Göns feines Amtes. Die Zahl Der zur Schau gestellten Tiere betrug 103, unD zwar 82 Hühner unD 20 Tauben. Erfreulicherweise waren Die von Der Reichsfachgruppe anerkannten Rassen gut vertreten. Auch die Tiere der im Felde stehenden Vereinskameraden nahmen dank des Einsatzes einiger Vereinsmitglieder an der Bewertung teil. Viele Geld- und Sachspenden waren Dem Verein zuteil geroorDen. Der Oberbürgermeister von Gießen hatte dem Verein einen Geldbetrag als Preis zur Verfügung gestellt. Auch Die Reichs- unD Die Landesfachgruppe und die Schriftleitung der Zeitschrift „Die Geflügelbörse" hatten Preise gespendet. In die sehr umfangreichen Vorarbeiten hatten sich einige Vereinskameraden geteilt.
Um weiteste Bevölkerugskreise mit den Zielen einer wirtschaftlich betriebenen Rassegeflügelzucht bekannt zu machen und viele Volksgenossen zur Mitarbeit an Den Ernährungsfragen anzuregen, war eine Lehrschau der Ausstellung angeschlossen worden. Die Kreisfachgruppe Gießen hatte Dem Verein Anschauungsmaterial leihweise überlassen. Es fanden Aufklärungen statt über Den Wert Der Rassezucht, Die Fütterung unD Haltung Der Tiere und sonstige wichtige Fragen Der Geflügelhaltung. Ferner waren aufgestellt ein selbsterbautes, heizbares Kückenheim des Vereinsmitgliedes August Bierau, ein Petroleumbrutapparat für 120 Eier des Mitglieds Wilhelm Schlosser, ein elektrischer Brutapparat Des Mitglieds Reinhold Weiael, viele Aufzuchtgeräte, Futter- und Trinkgefäße. Auch ein Preisschieben war mit Der Ausstellung verbunden worDen.
Nach Dem Urteil des Sachverständigen war das zur Schau gestellte Tiermaterial im allgemeinen recht gut. Die Reichsfachgruppenzusatzpreise erhielten Tiere der Vereinsmitglieder August Lenz, Reinhold Weigel und Otto Lippert; die Landesfachgruppenpreise fielen auf Tier der Mitglieder Wilhelm Schlaffer und Hermann Rau, der Preis der „Geflügelbörse" ging in Den Besitz von MitglieD Hermann Jung über.
Nachstehnb folgt Das Ergebnis Der Bewertung. Es bedeuten die Abkürzungen sg 1, Z --- sehr gut, Zusatzpreis; sg 1 = sehr gut, 1. Preis; fg 2 = sehr gut, 2. Preis; fg 3 = sehr gut, 3. Preis; fg = sehr gut; g = gut; b ■» befriedigend; RFZ = Reichs- fachgruppenzufatzpreis; LFZ = Landesfachgruppen- zufatzpreis.
Hühner.
Rote Rhodeländer: Wilhelm Schlößer: fg 1, LFZ; fg 1; fg 2; dreimal g. — Wyandotten, weiß: Wilh. Schlosser: sg 1; g; b. — Altsteirer, wildfarbig:
August Lenz: sg 1, RFZ; fa 2; sg; zweimal g. — Georg Lutz auf dieselbe Rasse: sg 1; Z; fg 1; zweimal g. — Weiße Leghorn: Hermann Jung: fa 2; zweimal g. Hermann Rau auf dieselbe Rasse: fg 1, LFZ; sg 1, Z; sg 1. — Italiener, silberfarbig: Reinhold Weigel: fg 1, RFZ; fg 2, fg 3; zweimal fg; zweimal g. Wilhelm Schlosser auf dieselbe Rasse: sg 1, Z; fg 2; fg 3; fg; viermal g. — Italiener, gestreift: Wilhelm Steinmüller: fg 1, Z; fg 1; Dreimal g. — Italiener, braun: Fritz Klingelhöfer: 1 fg, Z; zweimal fg 1; zweimal g. — Italiener, gefcheckt: Ernst Jünger: fg 1, Z; zweimal fg 1; g. — Italiener, goldfarbig: Gerhard Weller: fg 1; zweimal g. — Italiener, schwarz: Otto Lippert: sg 1. — Wyandotten, goldfarbig: August Bierau: sg 1, Z; fg; g. — Rheinländer, fchwarz: Friedrich Allendörfer: fg 1, Z; fg 1; sg 2; zweimal g.
Zwerghühner.
Wyandotten, gestreift: Georg Lutz: fg 1; sg 2; fg; zweimal g. Otto Lippert auf dieselbe Rasse: fa 1, RFZ.; g. — Wyandotten, schwarz: Georg Lutz: sg 1, Z; sg 2; g. — Italiener, silberfarbig: Reinhold Weigel: sg 1, Z; sg 1; g.
Tauben.
Strasser, blau: August Bierau: sg 1, Z; fg 1; g. — Koburger Lerchen, gefiltert: Gerh. Weller: sg 1; sg. — Schautauben, gelb: August Lenz: sg 1, Z; sg. — Goldgimpel mit blauen Flügeln: Gerhard Weller: fg 1; g. — Kupsergimpel mit schwarzen Flügeln: Franz Rathenow: fg; g. Hermann Jung auf dieselbe Rasse: fg 1, Z; fg 2. — Thüringer Flügeltauben, blau: Reinhold Weigel: fg 1, Z; fg 1; fg 2; fg. — Samtschilder, rot: August Lenz: sg 1; sg. — Wiener Hochflieger: Gerhard Weller: sg 1; g.
Rückkaufsrecht / der ehemaligen Hundebesitzer
Die von Privatpersonen auf Grund des Reichsleistungsgesetzes für Die Kriegsdauer angekauften Hunde werden nach dem Kriege an die Vorbesitzer zur ück veräußert, soweit nicht besondere dringliche dienstliche Interessen der Rückgabe zu diesem Zeitpunkt entgestenstehen. Richt zu- rückbehalten werden Dürfen Di« vom Reichsverband für das Hundewesen für besonders zuchtwertvoll erklärten Hunde. Der Rückkaufpreis wird im allgemeinen nicht höher als ein Drittel des Ankaufpreises sein. Die Freigabe Der zurückzugebenden Hande wird nach und nach, an- gepaßt an die Beschaffungsmöglichkeit von Ersatzhunden, erfolgen.
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34. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Andreas Anfaldis sechzigster Geburtstag, Der in Den September Dieses Jahres 32 fällt, ist Der Anlaß zu großen Feiern. Von allen Seiten empfängt er Glückwünsche. Abgeordnete der Wirtschaft, der Finanz, der Stadt, des Staates erscheinen, um ihm zu gratulieren. Am Nachmittaa findet eine Feier für die Arbeiter und Angestellten seiner Betriebe statt, am Abend ein Bankett, das die Stadt ihm zu Ehren gibt. Ein Vertreter der Regierung überreicht ihm eine Auszeichnung des Königs und ein Handschreiben und Bildnis des Regierungschefs.
Erst am folgenden Tag kommt er dazu, seinen Geburtstag im Kreise seiner Familie und Der nächsten VerwanDten und persönlichen Freunde zu begehen. Aber auch heute sinD so viele Personen beijammen, Daß man beim Essen im großen Prunk- faal gerade noch Platz hat.
Viktor hat — es ist abermals ein Beweis für feine Vertrauensstellung — Ancia Maria zur Tisch- Dame. Das freunDschaftliche Verhältnis zwischen Den beiden hat sich noch nicht geändert. Ancia Maria, obwohl nun schon bald dreiundzwanzig, und obwohl sie wahrhaftig Die Auswahl hat, ist noch nicht verlobt. Offenbar hat sie noch keine Zeit Dafür gefunden, fo wenig wie Enzio; beide sind ja auch kürzlich erst von ihrer großen Reise zurückgekehrt. Viktor hat sie seither öfter getroffen und es kommt ihm vor, als fei sie ruhiger und in sich gekehrter geworden. Manchmal glaubt er sogar, ein heimliches Grübeln in ihren Augen festzustellen, als ob sie etwas Rätselhaftes zu ergründen suche. Manch, mal auch will es ihm erscheinen, als sei sie von etwas enttäuscht, oder als warte sie auf etwas. Zu Zeiten können ihre sonst fo lebenswarmen Augen kühl und gelassen über Menschen und Dinge hin- wegsehen.
Ein teerosenfarbenes Abendkleid trägt sie heute, und um das glatte dunkle Haar schmiegt sich ein schmaler Reif blitzender Steine. Der tief entblößte Rücken schimmert bei jeder Regung in rosig durch- hauchten mattbronzenen Lichtern. Ihre Augen, Die bei künstlichem Licht dunkler erscheinen, haben einen -sinnenden Ausdruck.
Das Essen dauert nicht lange. Andreas Ansaldi hat höflich Darum gebeten, von jeder Rede Abstand nehmen zu wollen, wie er selbst nicht reden würde. Nach dem Essen, während man in den anschließenden kleineren Räumen und auf der Terrasse den Mokka einnimmt, wird im Saal Platz zum Tanzen geschaffen.
Viktor tanzt mit Ancia Maria. Er kann heute nicht recht klug aus ihr werden. Beim Essen schien sie zerstreut, sie überhörte oft, was er zu ihr sprach. Sie zerpflückte ihre Tischkarte, und hin und wieder lief ein nervöses Zucken über ihr Gesicht. Dann wieder wandte sie sich ihm hastig zu und begann eine Unterhaltung, um sie ebenso plötzlich wieder abzubrechen.
Nachdem sie eine Weile schweigend getanzt haben, fragt er: „Was haben Sie, Ancia Marias Sie sind heute so ganz anders als sonst."
„Merken Sie das wirklich!" In ihrer Stimme schwingt ein versteckter Groll. Dann antwortet sie: ,Lch denke darüber nach, wie rasch die Zeit vergeht. Papa ist heute sechzig, ich dreiundzwanzig und Sie — wie alt sind eigentlich Sie?"
„Auch schon sehr alt. Bald vierzig."
„Meine Güte! Und ich dachte, Sie seien schon älter als Papa." Sie lächelt, aber es sieht gequält aus. Plötzlich fragt sie: „Wißen Sie noch, wie Sie das erste Mal mit mir getanzt haben?"
„Ob ich das noch weiß! Rapallo — Das ist schon lange her."
„Gestern war es", stößt sie leidenschaftlich hervor. Dann aber sehr ruhig: „Damals, bei Der Rückfahrt, da habe ich mich in Sie verliebt."
„Ich weiß es."
„Sie wißen es?"
„Ja, gewiß, ich weiß es, daß Sie einen kleinen Schwarm für micht hatten,"
„Einen kleinen Schwarm?" Sie sieht ihn starr an, mit großsn Augen: „Viktor ... Trauen Sie- mir fo etwas zu wie einen kleinen Schwarm?"
„Nein", sagt er und fühlt, als er in ihre Augen sieht, daß mit einemmal etwas Großes auf ihn zukommt, ein unerhörtes Wunder.
„Warum sagen Sie es Dann?"
„Weil ich nicht wagen Durfte, etwas anders zu hoffen, Ancia Moria."
Ihre Blicke verflechten sich, alle Schleier fallen mit einem Schlag, eines vermag tief ins andere zu jeheie, und ha erkennen sie sich gang. „
„Viktor ...! Oh ..." flüstert sie. Ihre Augen schließen sich beseligt.
„Ancia Maria ...!"
Sie tanzen, aber sie schwanken im Tanz, alles um sie her schwankt. Ancia Maria bemerkt die offene Terraffentür. Sie ergreift Viktors Hand und zieht ihn mit sich. „Komm ...!" „Wohin?"
„Komm nur, komm!"
Unbekümmert um die Menschen, die sie sehen können, geht Ancia Maria dicht an ihn geschmiegt Die Terrasfentreppe hinab, Durch Das Tor auf Die Straße. Hier stehen Die Magen Der Gäste. Ancia Maria entDeckt Den Chauffeur ihres Onkels.
„Tonio ... Fahren Sie uns zum Castellaccio hinauf, fo weit Sie können."
Sie steigt schon ein unD zieht Viktor neben sich, Den sie noch immer an Der Hand hält. Der Wagen fährt Die Circonoallazione entlang und beginnt Dann steil zu klettern.
Ancia rückt dicht an Viktors Seite. „Du ...! Was denkst du?"
„Nichts. Ich träume. Ich habe Angst zu erwachen."
„Du träumst nicht. Liebst du mich?"
„Immer. Ich habe dich immer geliebt. Seitdem ich dich kenne."
„Warum hast du es mir nje gesagt?"
„Durfte ich das denn? Als du ein Kind warst! hätte ich schon verheiratet sein können."
„Was für ein Glück, daß Du es nicht warst! Ich habe immer nur auf dich gewartet."
„Und ich dachte. Du hättest viele anDere -im Kops."
„Ach ...! Wenn ich nun einen andern geheiratet hätte?"
„Ich weiß nicht, wie ich es ertragen hätte. Aber ich rechnete Damit. Du bist jung, schön, begehrens- wert. Es gibt viele Männer in Der Gesellschaft ..."
„Oh Diese Gesellschaft!" lacht sie auf. „Wie schnell hat man sie über."
„Ich bin glücklich, Daß ich mich nicht in Dir getäuscht habe?
„Wie meinst du das?"
„Ich hatte wirklich Angst, Du könntest Dich in Dieser oberflächlichen Gesellschaft verlieren."
„Mein Bild — Damals, als ich in Die Schweiz mußte — sagte Dir Doch, Daß ich Dich liebe."
„Ja. Aber Du warst noch ein halbes Kind. Wie durfte ich das ernst nehmen! Und, Ancia Maria, «ch hohe w Doch ernjt genommen,"
„Wie gut, daß nun endlich, endlich alles klar ist!" Der Wagen hält. Sie steigen aus und legen Die letzte Strecke zur Höhe zwischen Dem Bisagno und Dem Polcevera zu Fuß zurück. Auf Den Terrassen vor Den Restaurants sitzen noch viele Gäste. Die beiDen Liebenden gehen daran vorbei. Erst vor Dem zerfallenen Gemäuer des alten Kastells machen sie halt. Sie sehen auf die weiße Stadt hinab, die tief unter ihnen liegt. Unter Dem sanften Schimmer Der Sternennacht Dehnt sich Das Meer.
Ancia Maria Deutet in Die Weite. „Von Dorther bist Du zu mir gekommen."
„Er war ein seltsamer wirrer Weg. Nun bin ich im Hafen."
„Bist Du glücklich?"
„UnenDlich, Ancia Maria, unendlich."
Natürlich hatten Die Gäste ihr Verschwinden bemerkt. Als sie nach fast einer Stunde zurückkommen, sinD viele Augen aus sie gerichtet. Ancia Maria merkt es nicht. Sie hält Viktor fest an Der Hand. Dort steht ihre Mutter.
Ancia Maria tritt vor sie unD sagt ruhig und ernst: „Mama, Viktor und ich, wir haben uns eben verlobt."
Maria AnsalDi ist nicht einmal überrascht. Sie sieht Die Tochter an, Dann Viktor. Dann sagt sie: „O ja, ihr feiD beide sehr glücklich. Kommt, wir wollen es Vater sagen, Damit er sich mit uns freut."
XII.
Viktor sitzt in seinem Büro. Aber er arbeitet nicht. Dor ihm liegt ein Stapel Zeitungen, Die er eben gelesen hat — immer Dieselben sich gleichlau- tenhen Nachrichten, Die aus Deutschland kommen, hat er gelesen. Die Bewegung, für die er auch in Genua seinen Mann steht, hat sich Durchgesetzt. Es wird ein neues DeutfchlanD geben, ein freies, aufrechtes, geschloßenes.
Viktor lehnt sich zurück und stemmt Die Hande gegen Die Kante des Schreibtisches. Er denkt an jene anderen gleichlautenden Nachrichten, Die er erhalten hat, als er geraDe von feiner schweren Fieberkrankheit genesen war. Fünfzehn Jahre sind es gerate her. Was für ein Weg von damals bis heute? Zwei Revolutionen! Aber welch ein Unte» schied! Damals eine Revolution Der Vernichtung, Der Zersetzung, des bösen Geistes, heute eine Revolution der Erlösung und des Sichwiederfindens.
Hortjetzung


