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Dienstag, 5. August IM

Gietzener Anzeiger

Nonatlich...

Zustellgebühr.

General-Anzeiger für Oberhessen

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Auf den Fluchtstraßen der Sowjets

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Zchristleitung und Geschästrstelle: Sietzen, Schulftratze 7-9

auch bei Nichterscheinen non einzelnen Nummern mfolge höherer Gewalt

General Francesco Zingales, der Befehls­haber der italienischen Freiwilligen-Truppen im Kampf gegen den Bolschewismus. (Scherl-M.)

I»b Jahrgang Nr. (84

Erscheint täglich, auher Sonntags und feiertags

Beilagen:

KiehenerFamilienblätter Heimat imBildDieScholle

Bezugsvreis:

Druck und Verlag: vrühlfchevniversttätZdruckerei8.Lauge

verschlagene Panzer und zertrümmerte Häuser kennzeichnen den Fluchtweg der Sowjettruppen. (PK.-Grimm-Scherl-M.)

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Oie Masse der ostwärts Smolensk eingeschlossenen Sowjetkräste vernichtet

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terseebootsschule gehandelt habe, denen erklärt wor­den war, daß ihre Landung auf der Insel lediglich eine Hebung sei und sie in der Dunkelheit irrtüm­licherweise gegeneinander gekämpft hätten.

Oer fünfte Aki."

Der Duce an Echwarzhemden vor ihrer Abreise an die Towjetsront.

Rom, 4. August. (Europapreß.) Der Kronprinz hat in der Provinz Mantua Abteilungen Schwarz­hemden besichtigt, die zum Einsatz an der Ostfront bestimmt sind. Bei der Verabschiedung hat der Duce in einer Ansprache auf das den Schwarzhemden zugesprochene Vorrecht hingewie­sen, an einer wahrhaften Schlacht der Rie- s e n teilnehmen zu können. Der Zusammenstoß der beiden Welten, der faschistischen und der bolschewi- stischen, habe in seiner entscheidenden Phase be­gonnen, das Drama sei am fünften Akt ange­langt. Es bestehe nicht der geringste Zweifel an dem Ausgang oieser Riesenschlacht.Wir werden siegen, denn die Geschichte beweist, daß die Völker, die Träger der Ideen der Vergangenheit sind, vor jenen der Zukunft weichen müssen."

DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 4. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Auf dem Umfassungsflügel in der Ukraine haben schnelle deutsche und ungarische Verbände lebenswichtige Eisenbahnverbindungen des Feindes abgeschnitten.

Die Waffe der ostwärts Smolensk einge­schlossenen Kräfte der Sowjetwehrmacht ist nunmehr v e r n i ch t e t, der Rest steht vor der A u f l ö s u n g.

Kampfflugzeuge bombardierten in der letz­ten Rächt Versorgungs- und Rüstungs- betriebe in Moskau und einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Quellgebiet der Düna.

Im Kampf gegen Großbritannien richteten sich wirksame Tagesangriffe der Luftwaffe gegen Eisenbahnanlagen an der Südostküste Englands. Bei den Färöer-Inseln wurde ein Frachter oon 1200 VRT. versenkt. In der letzten Rächt be­legten Kampfflugzeuge militärische Anlagen in ver­schiedenen Hafenstädten an der schottischen und eng­lischen Ostküste, u.a. in hüll, mit Bomben schwe- ren Kalibers. Große Brände entstanden.

Im Mittelmeer erzielten deutsche und italie­nische Sturzkampfflugzeuge am 2. August nordwest­lich M a r s a M a t r u k Vombenvolltreffer auf zwei britischen Zerstörern. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Lagerhäuser und Flakstellungen des Fein­des bei Tobruk. In den Luftkämplen wurden vier britische Jäger abgeschossen.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der vergange­nen Rächt militärische Anlagen am Suezkanal an.

Der Feind warf in der Rächt zum 4. August eine geringe Anzahl von Spreng- und Brandbomben in Rordwesl- und Westdeutschland. Ls entstanden weder militärische noch wehrwirtschaftliche Schäden. Rachl- jäger und Flakartillerie schossen drei der angreifen­den britischen Bomber ab.

Oie Einschließung vollendet.

Berlin, 4. August. (DNB.) Im Raume süd­lich von Kiew kam es am 3. 8. zu einem förm­lichen Wettlauf zwischen sowjetischen Verbänden, die der drohenden Umklammerung zu entgehen

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Von Dr. Paul Rohrbach.

A - B-C-D, das neue Bundes-Alphabet in Ost- afien, bedeutet: Amerika, Britannien, China und Dutch Eaft-Jndies (Riederländisch-Jndien). Unter China ist hier die mit Japan im Kriege befindliche Regierung Tschiangkaischeks in Tschungking ver­standen. Die jüngsten Ereignisse nahmen damit ihren Anfang, daß die ABCD-Front dem Gouvernement von Französisch-JndochinaSchutz" gegen von außen kommendeZumutungen" anbot. Was dahinter steckte, war deutlich genug: dasselbe, was die Engländer in Norwegen vorhatten, bevor die schnelle deutsche Gegenmaßnahme erfolgte. England sitzt in Singapur und die USA. auf den Philippinen. An beiden Stellen sind artilleristische Kräfte, Flug­zeuge und Mannschaften genügend massiert, um Stellungen innerhalb des französischen Kolonial­gebiets zu besetzen. Daß die Verwaltung von Nie- derländisch-Jndien und die Tschungking-Regierung wenig zu dem angebotenenSchutz" hätten bei­tragen können, liegt auf der Hand, .aber ABCD klingt besser als bloß AB.

Japan und die französische Regierung in Vichy verständigten sich darüber, daß Japan der neuen ostasiatischen Entente zuvorkommen und Truppen und Seestreitkräfte nach Jndochina schicken, d. h. seine Verteidigung übernehmen solle. Seit dem 30. August 1940 bestand schon ein französisch-japa­nisches Abkommen über Jndochina. Mitte Juni 1940, als Frankreich eben das Gesuch um Waffen­stillstand an Deutschland gerichtet hatte, verlangte Japan, die Grenze des französischen Kolonialge­biets gegen China müsse vollständig geschlossen und durch eine japanischeMilitärmission" kontrolliert werden, um die Zufuhr von Kriegsmaterial für Tschiangkaischek zu hindern. Nach längeren Ver­handlungen willigten die Franzosen ein, wogegen Japan die Zusicherung gab, es werdedie Rechte Frankreichs im Fernen Osten, die Integrität des indo-chinesischen Territoriums und die Souveräni­tät Frankreichs über dies Gebiet" achten. Ende September 1940 wurde darüber hinaus noch ver­einbart, daß die japanische Armee und Marine im nördlichen Grenzgebiet von Jndochina gewisse Er­leichterungen für ihre Operationen gegen Tschiang­kaischek haben sollten.

Konnte man diese Vorgänge als einen einseitigen Druck Japans auf Frankreich verstehen, so besagen jetzt die von Vichy ausgehenden Kommentare aus­drücklich, daß die Japaner als Freunde kom­men. Was Frankreich zu erwarten gehabt hätte, wenn England und die USA. sich militärisch zu Herren von Jndochina gemacht hätten, das zeigt die englische Praxis in Syrien. Die Franzosen haben ihr syrisches Mandatsgebiet aufgeben müssen, weil sie dort nicht stark genug waren, sich gegen die Engländer zu halten, die für ihren Angriff auf Syrien die Tarnung gemeinsamen Vorgehens mit dem französischen Verräter-General de Gaulle brauchten. De Gaulle hatte den gleichfalls von Vichy abgefahrenen General- Catroux bei sich, der zur Zeit des ersten französisch-japanischen Abkommens

Erste Bekanntschaft mit Lissabon

Von unserem R. G.-Korrespondenten.

ten sie, feilschend und lebhaft gestikulierend, ihre Ware an. Genau so mögen sie bereits vor Jahr­hunderten durch die Straßen Lissabons gezogen fein, um den Fang, den ihre Väter, Männer oder Brüder in harter, gefahrvoller Arbeit dem Meere abrangen, in klingende Münze umzusetzen. Mit einem Unterschied: Damals liefen sie barfuß, tru­gen noch nicht die Pantoffeln oder Holzpantinen, mit denen sie sich heute mühselig abratfern müssen. Noch vor einigen Jahren schritten sie mit nackten Füßen, wie sie es von ihren heimischen Fischerdörfern her gewöhnt waren, über das Pflaster der Stadt. Bis die Regierung fand, daß sich das nicht recht mit der Würde einer Hauvtstadt vertrage. Flugs wurde eine Verordnung erlassen, durch die die Fischfrauen gezwungen werden, in den Straßen der Stadt Fuß­bekleidung zu tragen. Die Frauen empfanden das als einen Eingriff in ihre durch uralte Tradition geheiligten Rechte; sie revoltierten. In langem Zuge marschierten sie vor dem zuständigen Ministerium vorbei, alle, der Verordnung gehorchend, ihre Schuhe tragend, aber nicht an den Füßen, sondern um den Hals gehängt!

Es hat ihnen nichts geholfen. Wie die Männer, so haben auch die Frauen in Portugal sich das Revolutionieren" abgewöhnen und sich unter die Staatsautorität beugen müssen. Hip und wieder sieht man noch eine Fischfrau, die barfuß geht und ihre Schuhe bei den Fischen im Korb liegen hat.

versuchten und einer deutschen Vorausabteilung, die die Einschließung vollenden sollte. Im letzten Augen­blick verlegte die Vorausabteilung den Bolschewisten den Weg. Auf einer Entfer­nung von wenigen hundert Metern lag vor der Vorausabteilung, die eine Höhenstellung bezogen hatte, ein Netz von Straßen, auf denen es von bolschewistischen Kolonnen wimmelte. Im direkten Beschuß schlugen die Granaten der deutschen Sturm­geschütze, der Infanterie- und Flakgeschütze in die bolschewistischen Kolonnen hinein. Auf den Stra­ßen wuchs das Trümmerfeld, immer neue Kolon­nen tauchten auf und wurden von den deutschen Granaten erfaßt. Auch ein vollbeladener Eisenbahn­zug, der am Horizont erschien, wurde durch Voll­treffer vernichtet. Zuletz blieb den Bolschewisten nichts anderes übrig, als umzukehren. Die Ein­schließung war vollendet.

Zähe Kämpfe um Ladoga-Lnseln.

Helsinki, 4. Aug. (DNB.) Die finnische Zei­tungAamulehti" berichtet über die Kämpfe um die Inseln im Ladoga-See. Eine finnische Abteilung hatte die Aufgabe, die Insel Lunkula, die dem Ort Pitkaeranta am Ostufer des Ladoga-Sees vor­gelagert ist, zu säubern, wobei sie zwei bolschewisti­schen Bataillonen gegenüberftanö, hauptsächlich Matrosen, die von Leningrad aus durch den Stalin- Kanal anfangs nach Norden transportiert, dann aber auf die Insel Lunkula - geworfen worden waren. In dem dichten Gestrüpp der Insel gab es heftige Kämpfe mit Handgranaten und Maschinen­pistolen. Der Feind versuchte, in den Gräben Schutz zu suchen und von der Seeseite her etwa 350 Mann Nachschubtruppen zu landen, aber die finnische Ar­tillerie machte diesen Landungsversuch zunichte. Schließlich stürzten sich die Bolschewisten Hals über Kopf ins Wasser, um die Flotteneinheiten schwim­mend zu erreichen, was ihnen jedoch nicht gelang. Zwei Motor-Torpedoboote und zwei Kanonenboote wurden versenkt. Ein Boot schleppte Lastkähne mit Mannschaften. Als die Finnen die Insel erobert hatten, stellten sie fest, daß insgesamt.950 Sowjets gefallen waren. Nur wenige Sowjets irrten auf der Insel umher. Mit der gleichen Verbissenheit kämpften die sowjetischen Truppen auch auf der Insel Mantsi. Die wenigen (Befangenen erzählten, daß es sich meist um Schüler der Leningrader Un-

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Naht sich aber ein Polizeibeamter, dann schlüpfen die Füße schnell in die Schlappen. Ein Strafmandat kostet Geld, und Geld ist in Portugal immer noch rar, nicht nur bei den Fischfrauen

OerAzoren-BesuchCarmonas

Lissabon, 4. Aug. (Europapreß.) Das Lissa­boner BlattNovidades" widmet der Azorenreise des portugiesischen Staatschefs, General Carmona, einen Artikel, in dem es heißt, in einem Augen­blick der schimmsten Ungewißheit der internatio­nalen Politik bekräftige Portugal die Unlösbarkeit der Bande, die es mit den atlantischen Inseln vereine, und setze diese Inseln in Verteidigungszustand. Der Staatschef habe sich selbst davon überzeugen fünften, daß die Land-, Luft- und Seestreitkräfte Portugals die por­tugiesische Zukunft der Azoren sicherstellten und eine Barriere gegen jeden Hand- streich, gegen jeden Versuch, die Integrität der Inseln zu vergewaltigen oder zu beeinträchtigen, bildeten. Das RegierungsblattDiorio da Manha" schreibt, die Begeisterung,# mit der General Car­mona auf den Azoren empfangen worden sei, be­stätige die Aussprüche des Staatschefs, der bei der Abreise von Lissabon erklärte, daß er nurvon Portugal nach Portugal" reise, und bei der An­kunft in Ponta del Gada ausriefHier ist Portu­gal". Die Azoren seien für Portugal mehr als nur eine strategische Position an den großen atlantischen Wasserstraßen. Sie seien ein lebendiges Stück Por­tugals wie irgend eine Provinz des Mutterlandes, mit dem sie zu einer unteilbaren und unlösbaren Einheit verwachsen seien.

briggeblieben. Immerhin unter dem Wenigen, is erhalten ist, befindet sich das KlosterOs Jero- 7. mos" in Belem, jenes unvergleichliche Kleinod tr manuelischen Baukunst, das allein eine Reise Md) Lissabon rechtfertigen würde.

Kann also Lissabon, durch höhere Gewalt, keine ölte Stadt sein, so hat man anderseits nichts getan, um es zu einer modernen Hauptstadt auszu- iuen. Als der Marquis de P o m b a I, der vom Nationalismus Voltaires befruchtete große Minifter- räsident des unbedeutenden Königs Jose, nach der Katastrophe von 1755 die ungeheure Aufgabe zu geistern hatte, Lissabon aus Schutt und Asche so shnell wie möglich wiederaufstehen zu lassen, da | bnnte er dies zwar nach einem selbst heute noch I Überraschend großzügig erscheinenden Gesamtpläne f tun, der beispielsweise einen rund 35 000 Quadrat­meter großen Platz am Ufer des Tejo vorsah, aber mußte naturgemäß zum Serienbau greifen, bei iem er die künstlerische Ausgestaltung im einzelnen mb kleinen der Nachwelt überließ. Die Nachwelt ht dieses Vermächtnis aus einem recht prosaischen Grunde vernachlässigt: Sie hatte nie das Geld zur 5 erschonerung der Stadt. Ob Monarchie, ob Repu- f ik, die ständig wachsende Verschuldung Portugals Mattete es Öen folgenden Generationen nicht, das Derk Pombals zu vollenden. Erft heute, nachdem

Ministerpräsident Dr. Oliveira S a l a z a r, den iie Demokratien so gern alsDiktator" bezeichneten, der Krieg sie noch nicht dazu nötigte, liebens* rürbiger mit ihnen umzugehen, den feit Jahrhun- t»rten versumpften Augiasstall der Staatsfinanzen nit eisernem Besen ausgemistet hat, kann das por­tugiesische Volk endlich daran denken, Lissabon aus UrHauptstadt des schlechten Geschmacks" in die würdige Metropole eines Reiches zu verwandeln tas, Mutterland mit überseeischen Besitzungen, nicht Deniqer als zwei Fünftel Europas bedecken wurde.

Trotz ihres kleinstädtischen Charakters macht die U portugiefifcbe Hauptstadt, wenn der helle Sonnen- IIBein über ihren Straßen und Plätzen liegt, einen ; freundlichen Eindruck. Die Einwohner Lissabons 's leben lichte, frohe Farben. Sie streichen ihre Hau- Ms r in zarten grünen, blauen, gelben und rosa- Ifrrbenen Pastelltönen an, sofern sie die Fronten Zncht mit buntenAzulejos" (Kacheln) verkleben, fre lustig aussehen und manches Gebäude ui ^elf- tiT Porzellan verwandeln. Die Straßenbahnen bringen mit ihren kanariengelb angestrichenen offe- rsn Sommerwagen eine weitere heitere Note in ins Straßenbild. Selbst das Pflaster der Gehsteige saßt sich vielfach der Umgebung an: Es besteht aus feinen weißen Quadern, zwischen die mit schwarzen Steinchen zierlich-fröhliche Arabesken ist sind. Den Bäumen, die in langen Reihen die ! kreisten Straßen der neueren Stadtviertel säumen inö mit ihrem lichten Grün die freundliche Note unterstreichen, sieht man es heute schon nicht meyr «Li, daß viele Hunderte von ihnen erst vor wenigen Lochen an Stelle älterer und größerer Bruder em- c-pflanzt werden mußten, die der Wirbelsturm des 15. Februar wie Streichhölzer umgeknickt hatte

Lissabon ist eine Stadt ohne ^oörraber (s ist geradezu eine Seltenheit, wenn man anm «nem Polizisten oder einem Telegrammboten au ( nem Stahlroß begegnet. Die Hügel derCtabt ? Haben es in sich". Außerdem kennt man in Portu- pl ja noch keine Benzinnot, wenn auch der®rcrm- soffverbrauch seit Beginn des Krieges infolge der Preissteigerung etwas zuruckgegangen ich So wim- tielt es in den Straßen von Prchatkraftwagen und Caxen. Nirgendwo in der Welt durste es eine solche ITnmenge elegantester Mietautos geben. Unter ihnen v.ie unter den Privatwagen sind die Marken aller l ander vertreten. Einen seltsamen Gegensatz zu Hefen Erzeugnisfen der modernen Oidustne bilden i-e Fifchsrauen, die sich zwifchen i^nen bm- imrchwinden. In einer von den Unbilden Wit terung meist stark mitgenommenen Kleidung ziehen 1* durch die Straßen, einen fachen Korb auf dem -opfe, aus dem rechts und links Fisch Pf «chwänze herausschauen. Bon Haus zu Haus b

Lissabon, im Juli 1941.

Man sollte was in Kriegszeiten für uns eutsche leider schwer möglich ist in Lissabon o m Meere her an kommen. Wenn der ampfer langsam in die seeartig erweiterte Tejo- ründung einläuft, bietet sich die Stadt, die wie !om auf sieben Hügeln erbaut, aber längst darüber naus gewachsen ist, in ihrer ganzen bezaubernden chonheit dem verzückten Blick der Reisenden dar. ie Portugiesen sind stolz auf das Wunder, das inen die Natur in den ödjofj geworfen hat. Sie eben es, Vergleiche zu ziehen, und behaupten, daß ire Hauptstadt an landschaftlichem Reiz. Neapel bertreffe und unmittelbar hinter Rio de Janeiro, >r schönsten Stadt der Welt, genannt werden üsse. Es ist schwer, in diesem Streit den Schieds- chter zu spielen; aber es kann nicht bestritten wer- >n, daß die Flußmündung und die Sta-dt, die sich >eit an ihrem nördlichen Ufer hinzieht, zu den hönsten Punkten der Welt gehören.

Aber Lissabon ist eine Stadt, die man nur aus er Ferne betrachten sollte, wie eine Fata Mor- ana. Nähert man sich ihr, setzt man den Fuß auf >r holpriges Straßenpflaster, dann fällt aller Sauber von ihr ab. Uebria bleibt nur eine Pro- inzstadt, sehr freundlich, sehr hell, sehr ange- ehm, aber doch eine Provinzstadt. Schuld daran ragen die Bewohner selbst, die sich mit dem Werk tr Schöpfung begnügten und sich niemals be= lüßigt gefühlt hoben, aus ihrer Stadt eine iauptstadt, die Hauptstaot Portugals zu zachen. Darum ist Lissabon so arm an Kunstwerken, n Monumentalbauten geblieben.

Allerdings haben die Lissaboner eine Entschuldi- ing: Ihre Stadt ist von zahlreichen Erdbeben eimgesucht worden, und bei der furchtbaren eben- und Brandkatastrophe des Allerheiligen- :-ges 1755 ist von den architektonischen Schätzen ?s'Altertums und des Mittelalters kaum etwas