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M- Jahrgang Nr. 2

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Gietzener Anzeiger

wKZmim General-Anzeiger für Oberhessen

wur-

Bomben-

sche Ziele wie Flugplätze, Trup-

militärl

3 200 000 BRT.

deutschen Luftwaffe

unverantwortlichen Verantwortlichen allein nicht zu

3m 2. Halbjahr 190000 To. Kriegsschiffe und 3900000 VRT. Handelsschiffsraum vernichiet.

Tage haben gezeigt, daß die damalige belgische Re­gierung einen weit größeren Personenkreis als die offene Opposition alsFeinde" des damaligen Bel­giens angesehen und deshalb verhaftet und nach Frankreich und England deportiert hat.

Damit allein wurde ein neuer Riß in das bereits

freuliche Taten der Belgier anführen, so darf man der Tat des belgischen Königs gedenken, der durch die gegen den Willen seiner Regierung durchgeführte Kapitulation des belgischen Heeres sei­nem Lande schreckliche Verwüstungen erspart hat, gleichzeitig aber auch Hunderten von Soldaten das Leben rettete, eine Tat, die die Fortsetzung der rich­tigen Politik war, welche Leopold III gegen alle Tradition im Oktober 1937 eingeschlagen hatte, als

er den belgischen Militärpakt mit Frankreich nicht erneuerte und der Politik seines Landes neue Wege wies, die er allerdings später gegen den Willen der

Ende gtzhen konnte.

Roch weiß man nicht, wie lange die Wartezeit dauern wird, die dem Lande auferlegt ist. Doch die

Einsichtigen im Lande, welche die Einrichtung eines Freiwilligen Arbeitsdienstes, berufsständischer Or­ganisationen, einer Organisation aller Schaffenden, der Erneuerung der Kommunalverwaltung als erste Anzeichen einer neuen Zeit begrüßen, erkennen, daß man diese Zeit setzt nicht ungenutzt verstreichen lassen darf. Jetzt ist die Basis zu schaffen, auf bec

ter Weise um Zolles das bekümmert, was für das praktische Leben von Notwendigkeit ist. Bedenkt man, daß von dem zerstörten belgischen Eisenbahn­netz trotz Hunderten von Brücken- und Tunnel­sprengungen sowie Verwüstung von Schaltwerken und Gleisanlagen bereits im Oktober wieder 95 v. H. in Betrieb standen, daß die von den abziehenden Alliierten mit allen Mitteln zerstörte belgische Industrie heute überall wieder arbeitet, mehr Kohlen gefördert werden als in der Vor­kriegszeit, daß 300 000 Arbeitslose in drei Mo- na'en wieder einen Arbeitsplatz erhalten haben, dann sind das nicht nur Leistungen, die am Jahres­ende registriert werden müssen, sondern Taten, die der Geschichte angehören.

Will man neben diesen deutschen Taten auch er­

find.

Der Kampf gegen England nimmt seinen Fortgang, seine bisherige Wirkung ist weit größer als von außen erkennbar. Das Jahr 1941 wird den Beweis dafür erbringen. Sieg­gewohnt und kampfgestählt blickt die deutsche Wehrmacht zurück auf ein Jahr stolzester Er­folge. Siegesgewiß, stärker und besser gerüstet denn je, blickt sie vorwärts aus das kommende Jahr.

penlager, Kasernen und Flakstellungen, gegen Versorgungsanlagen, Tanklager, Speicher, Kraft­werke sowie gegen Verkehrseinrichtungen.

Während dieser fast ununterbrochenen Bomben­angriffe forderten Jagd- und Zerstöreroerbände den Gegner zu Luftkämpfen heraus und- brachten ihm schwerste Verluste bei. Sie sicherten durch ihren Geleitschutz den An- und.Abflug der Kampfflieger­verbände. Seit dem 25. Juni verlor der Feind etwa das Dreifache an Flugzeugen wie die deutsche Luftwaffe. Seit dem 24. Oktober flogen auch Staffeln der italienischen Luftwaffe Seite an Seite mit den deutschen Verbänden erfolgreich gegen England.

Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegsmarine gelang es wiederholt, G e - l e i t z ü g e, die den Kanal zu durchfahren ver­suchten, unter Verlusten für den Gegner zu zer- prengen. Mit gutem Erfolg wurden militä­rische Ziele auch im Raum von Dover und südlich Londons bekämpft. Die feindliche Fernartillerie erwiderte das Feuer nur gelegentlich und ohne jede Wirkung.

In der Heimat und im besetzten Gebiet wehrten Jagd - und Flakoerbände die Angriffe des Gegners, der fast nur bei Dunkelheit, bei günstiger Wetterlage und mit kleinen Einheiten einflog, ab. Während von der deutschen Luftwaffe seit dem 8. August Über 43 Millionen Kilo Sprengbomben und Über 1 600 000 Kilo Brandbomben auf kriegs-

handelsschiffraum: durch Kampfhandtungen der

deutschen Kriegsmarine

durch kampfhandlunKn der über 700 000 BRT.

gegen Berlin vorausgegangen war, wurde der erste Vergeltungsschlag gegen die britische Hauptstadt erst am 6. September geführt.

Seitdem hat London erlebt, was den deut­schen Städten zugedacht war. liebet 450 Luftatarme und über 100 deutsche Angriffe, darunter einige von gewaltigstem Ausmaß, haben das normale Leben dieser Stadt zerstört, Hafenanlagen, Docks und Vor­ratslager vernichtet. Seit dem 15. November erstrecken sich die deutschen Luftangrisfe auch auf andere Zentren der britischen Kriegs­wirtschaft. In 80 Großangriffen und 325 An­griffen gegen wichtige Industrieanlagen wurde die britische Rüstung, insbesondere in IRittet- england, so schwer getroffen, daß der Produk­tionsausfall für England bedrohliche Ausmaße annimmt. Daneben wurde aber auch durch 350 Angriffe gegen die wichtigsten hafenan - lagen der britischen Einfuhr und der Lei­stungsfähigkeit dieser Einfuhrhäfen schwerster Schaden zugefügt. Weit über 1000 kleine An­griffsunternehmungen richteten sich gegen

Belgiens Gchicksalsjahr.

Von unserem Or. P.-Korrespondenien

insgesamt also über 3 900 000 BRT.

Dabei sind d'e Eraebnijse des 2U i n e n e i n - sahes, der sich bis in die fernsten Meere erstreckte, bisher nur zu einem kleinen Teil er­faßt.

Ein weiterer Ausfall entstand für den Feind durch die Beschädigung von wenigstens 264 Handelsschiffen mit über 2 000 000 BRT. Diese Er­folge wurden mit nur geringen Verlusten der Kriegsmarine errungen. Sie betragen seit dem 25. Juni 3 Torpedoboote, 5 Minensuchboote, 8 Unter­seeboote, 12 kleinere Kriegsfahrzeuge. Ein Teil der in Verlust geratenen Schiffe konnte gehoben und wieder in Dienst gestellt werden. Im übrigen sind die Verluste im Rahmen des Aufrüstungsprogram­mes der Kriegsmarine, das einschließlich der schwer­sten Schlachtschiffe reibungslos fortgeführt wurde, nicht nur ausgeglichen, die Kriegsmarine konnte vielmehr insgesamt in ihrer Schlagkraft erheblich verstärkt werden.

Die Luhwche. <

Mt Aufbietung aller zur Verfügung stehenden Mitteln vollzog diedeutscheLuftwaffe nach Beendigung des Feldzuges in Frankreich in weni­gen Wochen den Aufmarsch zum konzen­trischen Angriff auf die brittischen Inseln. Seit Mai hat die britische Luftwaffe in nächtlichen Einflügen deutsches Reichsgebiet ange­griffen und dabei fast ausschließlich mcht-mm- tärische Ziele getroffen. Am 8. August begann die deutsche Vergeltung für eine Form des Luftkrieges, die Deutschland weder gewollt noch^ be­gonnen bat, obwohl alle Vorteile auf deutscher Seite lagen. Seitdem haben deutsche Kampffliegerver­bände in über 130 Großeinsätzen jeweils Mischen 100 000 und 700 000 Kilo Bomben abgeworfen. Ob­wohl schon eine Reihe von feindlichen Angriffen

Ein Jahr stolzester Erfolge im Kampf gegen England

Zusammenfaffender Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht.

Berlin, 3. Ian. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Das Kriegsjahr 1940 war ein Jahr deut­scher Siege. In knapp drei Monaten wurden die Engländer aus Norwegen vertrieben, Holland und Belgien zur Kapitulation gezwungen, Frank­reich nach hartem Kampf zu Boden gerungen, das englische Expeditionsheer in Flandern geschlagen, seiner Bewaffnung und Ausrüstung beraubt und auf die Schiffe gejagt. Da die englische Propa- qanbä versuchte, diese einzigartigen Erfolge der deutschen Wehrmacht zunächst abzuleugnen und bann zu verkleinern, hat sie jede Glaubwür­digkeit verloren. Letzten Endes mußte sie sich aber doch der Tatsache beugen, daß Deutschland die blockadegefährdete enge Nordseebasis gesprengt und sie auf einen Raum erweitert hat, der vom Nordkap bis zur spanischen Grenze reicht und der es ermöglicht, tödliche Schläge gegen England selb st zu führen. Das Ober- kommando der Wehrmacht hat in zusammenfassen­den Berichten dem deutschen Volke die Kampfereig- nisse zum Abschluß des Waffenstillstandes mit Frankreich dargelegt.

Seit Eintritt der Waffenruhe rhit Frankreich be­gannen die Vorbereitungen für den Kampf gegen England. Während Divisionen des Heeres die fran= zösische Atlantikküste bis zur spanischen Grenze be­setzten, die restlichen -Stützpunkte der Maginotlinie säuberten und die unübersehbare Beute sichteten, rüsteten sich Kriegsmarine und Luftwaffe, um d e n

Brüssel, im Dez. 1940.

Das nunmehr zu Ende gehende Jahr ist sicher­lich nicht nur das bedeutungsvollste gewesen, das der belgische Staat in seiner Geschichte zu verzeich­nen hat, sondern auch ein Schicksalsjahr schlechthin. Hatten frühere Krisen den geographisch so exponier­ten Staat doch schließlich nur in seinen äußeren staatlichen Grenzen berührt, so haben die dem 10. Mai folgenden Ereignisse ihn nunmehr in seinem Kern getroffen: Es sind die g e i - stigen Grundlagen, auf denen der belgische Staat ruhte, über die nun das Schicksal entschieden hat. Denn war der Staat mit dervorbildlichsten" Verfassung in allem und jedem dasM uster- k in d"vdes Liberalismus, so ergibt sich schon hieraus, daß ein solches Gebilde, auch wenn es intakt wäre (was aber bei Belgien eben nicht der Fall ist), in unserer Zeit keine Möglichkeit besitzt als Kuriosum fortzubestehen. Das bedarf keiner Er­örterung. Fraglich (mb interessant bleibt deshalb nur, wie sich eine innere und äußere Neuord­nung vollziehen könnte, von der täglich in allen Zeitungen als einer Notwendigkeit geredet wird. Und das mit Recht, denn alles, was in Belgien bisher auch immer geschah, war ungeordnet, provi­sorisch, basierend auf dem Kompromiß. Man ver­ließ sich politisch, wirtschaftlich und finanziell dar­auf, daß sich alles arrangieren werde und auf den bon sens beige (den praktischen Sinn der Bel­gier), auf den man so stolz war. Bis das Schick­salsjahr 1940 kam. Die Ereignisse des Jahres 1940 haben gezeigt, daß es Dinge gibt, die stärker und elementarer sind als der Glaube an eine besondere belgische Vernunft, ganz abgesehen davon, daß Bel- aien unvernünftig gehandelt hat. Statt sich dem Ablauf der europäischen Geschichte zu fügen, einen kühnen Entschluß vorzubereiten, haben diekleinen Leute", wie Leopold II. seine Landeskinder nannte, nach Westen und nach links geschielt und sich so im entscheidenden Moment aufdasfalsche Pferd gesetzt. Weist man auf diese Fehler der Vergan­genheit, so muß man wahrheitsgemäß zugeben, daß es auch in Belgien Männer gegeben hat, die alles voraussahen und ihrem Land eine Zeit er­sparen wollten, wie sie dann nach dem 10. Mai eintrat. Der 10. Mai und die ihm nachfolgenden

weltanschaulicher Haltung darstellt.

Wenn wir von dieser Einstellung aus die plane­rischen und gestalterischen Notwendigkeiten in den neuen Gebieten des Reiches einer grundlegenden und richtungweisenden Prüfung unterziehen, dann müssen wir zuerst einmal erkennen, daß diese neuen Bereiche deutscher Macht weder als koloniale noch als Wirtschaftsräume betrachtet, sondern nur als un­bedingt notwendige Vergrößerung des völ­kischen Lebensraumes gewertet werden dürfen.

Es wird auch heute noch zumeist übersehen, daß o viele bäuerliche und kleingewerbliche Existenzen im Altreichsgeb'iet dringend einer Festigung und Erweiterung ihrer Lebensgrund­lagen bedürfen, daß schon jetzt durchaus kein Zweifel darüber bestehen kann, daß die neuen Reichsgebiete völlig mit deutschem Men­schentum au 5 gefüllt werden können. Von der Gestaltung einer lebensfähigen Volksordnung in den überfüllten Räumen des Altreiches aus gesehen, bedeutet, wiederum eine genügend große Aus- n ah m e f ä h ig k e it der neuen Reichsge­biete sogar die grundlegende Voraussetzung für eine gedeihliche und anhaltende Gesundung der ge­samtdeutschen sozialen Lebensgliederung.

Der nationalsozialistisch ae,ührte, Aufbau einer neuen völkischen Ordnung die Stadt und Land, Landwirtschaft und Gewerbe, Sozial­aufbau und kulturelle Belange in sich umschließt wird im völkischen Neuraum zum erstenmal in grö­ßerem Umfange und in großzügigster Gestaltung beispielhaft durchgeführt werden können. Auch hier­aus wiederum wird erkenntlich, daß die neuen Gaue nicht etwa irgendwelchen eigenständigen Ge­setzmäßigkeiten grundsätzlicher Bedeutung unter­stehen, sondern daß Art und Umfang der hier voll­brachten deutschen Zukunftsarbeit zurückstrahlen werden auf die Altreichsgebiete, die ja ebenso wenn auch unter gewissen- anderen Vor­bedingungen noch ihrer Gestaltung nach den Ge- sichtsnunkten nationalsozialistischer Lebenshaltung und Raumbetrachtung harren.

Damit wird deutlich, in welch entscheidendem Aus- maß sich auch das kleinste Geschehen in den neuen Gauen in gutem oder schlechtem Sinn auf die ge­samtdeutsche Lebensordnung auswirken muß, daß weiterhin alle Maßnahmen von Planung und Ge­staltung im Neuraum dahin überprüft werden müf- fen, ob sie auch im Altreich zur Anwendung gelan­gen kennen, und daß schließlich ebenso jedes Un­terfangen, das im Altreich als volksschädigend er­kannt wurde, in den neuen Gebieten erst gar nicht in den Bereich der Möglichkeit gerückt werden darf.

Diesen Kampfhandlungen der Kriegsmarine im Verein mit den Angriffen der Luftwaffe fiel eine beträchtliche Anzahl britischer Kriegsschiffe zum Opfer. Durch die Kriegsmarine wurden 12 Zerstörer, 8 Unterseeboote, 9 Hilfs- kreuzer, 3 Kanonenboote, 63 kleine Kriegsfahr­zeuge, durch die Luftwaffe insgesamt 32 verschiedene Einheiten der britischen Kriegs­marine versenkt. Die Gesamttonnage dieser versenkten Kriegsschiffe beträgt rund 190 000 Tonnen.

In nflti) weit höherem Maße bekam die bri­tische Handelsschiffahrt die Folgen der neuerkämpften englandnahen Basis zu spüren. Im Zusammenwirken mit. Unterseebooten der italieni­schen Kriegsmarine haben deutsche Unter­seeboote ihre Erfolge immer mehr gesteigert. Die wachsenden Versenkungsziffern rühren an dem Lebensnerv der britischen Inseln. Erstmalig konnten auch durch Handelszerstörer in über­seeischen Gewässern feindliche Schiffe zu Prisen gemacht und in deutsche Häfen eingebracht werden. Gleichzeitig brachten deutsche Kampf- und Sturzkampfflieger durch unermüd­liche Angriffe auf britische Geleitzüge und einzeln fahrende Handelsschiffe dem Gegner schwere Ver­luste bei. Don Island bis zur Nordküste Afrikas überwachte die bewaffnete Luftaufklärung den at­lantischen Luftraum und erleichterte auf größte Ent­fernungen hin durch ihren Meldedienst den deutschen Unterseebooten ihre schwere Arbeit.

Seit dem 25. Juni bis zum Iahresschluß ver­lor England an eigenem oder ihm nutzbaren

wichtige Ziele in mehr als 2000 Angriffsunterneh- mungen auf die britischen Inseln abgeworfen den, betrug die vom Feind abgeworfene Bo last nur rund V25 dieser Mengen. Die Mehrzahl der feindlichen Bomben fiel auf Wohnbezirke, darunter auf 30 Krankenhäuser und Lazarette so­wie auf 40 Kirchen und Friedhöfe. Der angerich­tete militärische und wehrwirtschaftliche Schaden ist dagegen geringfügig. Die deutsche Kriegswirtschaft ist durch ihn in ihrer Gesamtheit Überhaupt nicht beeinträchtigt. Dank der vorbildlichen Haltung der Zivilbevölkerung und aller Organisationen des Luft­schutzes scheiterten alle Versuche des Feindes, der Heimat größeren Schaden an Gut und Blut zuzu­fügen. Im Gegensatz zür strengen englischen Zensur erhielten neutrale Pressevertreter in Deutschland Gelegenheit, sich von der Wirkung der feindlichen Angriffe in den nach d-en amtlichen eng­lischen Berichten besonders schwer getroffenen deut­schen Städten zu überzeugen. Don Woche zu Woche wurden in englischen Berichten schwere Angriffe auf deutsche Städte gemeldet, auf die keine Bombe ge­fallen" ist, ja die nicht einmal überflogen worden

Kampf gegen England fortzusetzen. Die. ita­lienische Wehrmacht fesselte inzwischen immer stär­kere britische Kräfte.

Die Kriegsmarine.

Die Kriegsmarine löste in kurzer Zeit die schwierige Aufgabe, alle in Besitz genommenen feindlichen Küstengebiete vom Nordmeer bis zur Biskaya beschleunigt zu sichern, die vorhandenen, teilweise völlig zerstörten Hafenanlagen wieder ge­brauchsfähig zu machen, die vorgefundenen Küsten­schutzanlagen in Verteidigungszustand zu setzen, wo nötig, neue Kampfbatterien einzubauen. Nach der gefahrenvollen Säuberung und Sicherung des weiterreichenden^ Küstenvorfeldes griffen unverzüg­lich leichte S e e st r e i t k r ä f t e in den Kampf ein. Ihre mit besonderer Kühnheit durchgeführten Vorstöße wurden immer wieder bis weit in das englische Küstenvorseld hineingetragen.

Besonders erfolgreich war der Einsatz von See­streitkräften in überseeischen Gewässern. Wo immer der Feind die Tätigkeit der deutschen Handelsstörer zu unterbinden versuchte, lieferten ihm deutsche Kriegsschiffe Seegefechte, aud. denen sie selbst erfolgreich und voll einsatzfähig hervor- gingen, während der Gegner mit Beschädigungen und Verlusten den Kampfplatz räumen und den nächstgelegenen Hafen aufsuchen mußte. So sah sich die feindliche Seekriegführung ständig vor neue Ueberraschungen gestellt.

Gestalwg der neuen AechWbiele.

Von Or. Konrad Meyer,

0. proseffor an der Kn oerfität Äerlin.

Die gewaltigen Aufgaben, die dem deutschen Volke durch die Eingliederung seiner neuen Reichsgebiete erstanden sind, können nicht allein durch die Orga­nisierung und Gestaltung der Eindeuttchung von I Mensch und Raum in den jüngsten Gauen des I großdeutschen Volksreiches ihre erschöpfende Lösung sinden, sondern wollen ebenso sehr als entscheidende Vorbedingungen und Voraussetzungen für die als unumgängliche Notwendigkeit vor uns stehende Schaffung einer gesunden und lebensfähigen ge­samtdeutschen Volksordnung angesehen und gewertet werden. Daryit wird die Betrachtung und Bewertung des neuen Gebietszuwachses über alle machtpolitischen, wirtschaftlichen und strategi­schen Vorteilserwägungen hinaus in jene volihafte und allein für Gedeih und Verderb einer Volksge­meinschaft ausschlaggebende politische GescNnthaltuug hinaufgehoben, die alle Geschehnisse nur danach wertet, ob und wie sie der Gesamtheit aller Volks­glieder nutzen und dienen können, und die letztem Endes auch den wirklich revolutionären, also um­wälzendsten Kerngedanken nationalsozialistticher

zerklüftete Belgien gebracht und die Voraussetzun­gen dafür gegeben, daß wir heute in Belgien nicht wie 1914 bis 1918 nur in einem besiegten und besetzten Land, sondern uns in einem Gebiet befinden, in dem ein Reaime zusammen- brach und jedermann sich fragt:Was ist noch? Was kann noch bestehen? Was darf hier werden?" Hier stehen sich nicht nur Flamen und Wallonen, Sozialisten, Katholiken, ßiberaliften und Rexisten gegenüber, sondern es sind nach den Geschehnissen des Mai die krassen und fortdauernden Gegensätze zwischen Geflüchteten, Daheimgebliebenen und De­portierten, wobei zu den Letzteren angesehene Bel­gier, Deutsche und andere Ausländer gehören, die in den Monaten harter Gefangenschaft eine gewisse Schicksalsgemeinschaft erwarben. So ergaben sich in mancher Beziehung Bindungen zwischen Bel­gien und Deutschland, dessen Armee die Belgier ihre Befreiung zu danken hatten, die stärker sind als die Bindungen zu den Landsleuten dieser Bel­gier, die damals deren Verhaftungen anordneten oder zumindest guthießen.

Mit all dem Gesagten können am Jahresende nur Einblicke gegeben werden in das heutige Leben jener Gebietsteile, die der zusammengebrochene bel­gische Staat umfaßte, aber keine Voraussagen für die Zukunft. Daß sich das Schicksal diesen ebenso kleinen wie wichtigen Landes im kommenden Jahre entscheiden wird, ist anzunehmen. Gerade so, wie wir schon heute wissen, daß mit diesem Kriege dieses Gebiet auf alle Fälle dem Kontinent fest ver­haftet bleiben wird, und daß der alte englische Wunsch, hier ein britisches Dorgelände auf dem Festlande, den berühmtenBrückenkopf", zu unter« halben keine Gestalt finden wird.

Die deutsche Militärverwaltung, die heute bei großzügiger Gewährung weitgehender Freiheiten an die einheimischen Verwaltungsstellen die Sorgen für das Gebiet des ehemaligen Bel­giens auf sich genommen hat, Hat sich daneben auch i lagen oarn ^51 qi uie oujis zu jujunen, «uj seinerseits in den letzten Monaten in dankenswer- i allein ein Neuaufbau spater vollzogen werden tamfo