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Donnerstag 2. Oktober 1041

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

ißt. 234 Zweites blatt

i, unb harren der nahen Lese. An

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ihr lieb- uns mit

P. B

We auf.

iUüb als der 28. Oktober heranruckte, da rüsteten fr Bopfinger ihren Galgen. Das ganze Ries_ war ü^egs, zu Fuß, zu Roß, zu Wagen, Manner ®Leiter und Kinder, um zu sehen, wie man zu Müssen einen Schelmen henkt.

Mr den Spätlingen des Zuges war auch der Mab selber, .denn der Wundersitz trieb 'hn. F&ie nun alle pressierten, als fürchteten sie zu

Verdunkelungszeit

2. Oktober von 18.56 bis 7.21 Uhr.

JfW'n blicken zu lassen.

le Bauern brachten die Ernte herein, die Felder llften leer von Kraut und Rüben, die Ganshirten iopfingen und Pflaumloch trieben aus und ein, der Bayerwind strich über die Ebene, -'ne Handwerksburschen suchten die warme

troms R rt dielt ugusi iq haben. 1

zu

i liebes Antlitz zu uns auf und reicht ejlt» letzten Lächeln ihr Blumengeschenk.

Vornntiren.

Bon August Lammte.

In Bopfingen war einer dabei ertappt worden, ^itte aus Versehen seine Hand in eines wohl- «den Mannes Rocktasche hineingebracht. wobei i, aus Versehen, ein Geldbeutel an den Fingern ijtn geblieben war.

in er ein Fremder war, so nahm das Bopfinger litt böswillige Absicht an und verurteilte lhn »Hand zum Strang.

2cs kann meiner Gans den Kragen kosten!" » der Spitzbub und schaute heimlich um eine Mnheit, zu entwischen.

nd UeMi öingungc | rheber 41 innen ijj r nachsM tabMifl ito Fm« den Diy eingezM igstermiM und erZ

Äus der Stadt Gießen.

Ausklang.

den Gärten lodert das Feuerwerk einer bunten fliilenpradjt zu Ende. Es ist das Letzte, was die ftigebiße Erde an Lieblichem zu schenken hat. Und t verschwendet noch einmal mit übervollen Hän- ir. Die Farben der Dahlien, Gladiolen, Astern n) Goldruten überbieten einander an Leuchtkraft mb Wärme. Und noch immer drängen neue nojpen, selbst an den Rosenbüschen, nach und be» innen sich zu entfalten. Es scheint sogar, als ge- hehe es eiliger wie in den Vormonaten. Ihre Frist I zu knapp bemessen, und das jähe Ende, das kr Nacht hereinbrechen kann, ist unbestimmt.

Av diesem Wissen um den nahen Untergang alles Hupenden und Schönen tragen die Tage schwer, je kommen, von Dünsten und Frühnebeln um« mut, von kühlen Winden umschauert, mit einem st tis in den Mittag hinein grauen und undurch- toriqen Himmel. Wolkenlose Bläue und warmer wnitenglanz sind' dankbar Eingenommene Ge- toe«le beglückender Stunden, die gezählt sind.

Lies ist auf Abschiednehmen eingestellt. Viele ilbtr liegen schon leer und umgepflügt. Was noch machen steht, zeigt sich der Reife nahe und voll- tbel In den Obstbäumen lehnen die Leitern. Bald ib die letzten Aepfel und Birnen gepflückt. In m Weinbergen hängen zwischen purpurn glühen- -m Geblätter die vollen Trauben, pflaumenblau

( war aber nicht nötig.

ijlttn da es vor der Ernte war und der Bop- Wp Galgen mitten im Kornesch stand, so ver- Mtm die Bauern Aufschub, weil sie wollten ihren ml nicht von dem zusammenlaufenden Volke Vertreten lassen.

Illi Gericht beriet darüber, und schließlich meinte b ir Ei ttel, es wäre das beste, wenn man den Schel- mf eine Zeit laufen ließe. In der Ernte und Siem Herbst habe man sowieso keine Zeit, der ordentlich nachzugehen. Der Kerle solle sich INfcieren, wohin er wolle, und auf Simon und lübi wiederkommen, daß ihm fein Recht werde, stimmten alle zu. Also zahlle der Stadt- jpn?rer dem Dieb ein angemessenes Kostgeld aus Iffe Wartezeit, der Schultheiß schärfte ihm den "tonn des Gerichts ein, und der Bitte! brachte ihn ,lici Äadttor, nahm mit einem herzhaftenDon- AWhochdakommichher" Abschied und verbot ihm, tor dem festgesetzten Termin im Bopfinger

Taaeskalender für Donnerstag.

cka-Pnlast, Selterswea:Annelie". Lickit- iU5, Bahnbofstraße:Krach im Vorderbaus".

llWi Nncht folgt.

Wllks Prangen und Lodern ist wie ein anmutiger Wtedsstrauß in den Händen einer schönen Frau, lilins gut mar. Sie hebt noch einmal

Schwäbischer Schwank

I n Äckerrainen und Hängen haben die meisten I räfr ihre Samen schon verstreut. Diele Blurnen- Sinyl rascheln braun und unansehnlich geworden : [it I ürren Kapfeln und Schoten im Wind.

Tr Wald wird mit jedem Tag einsamer und |rUei Die meisten Vögel haben ihn schon verlassen. Ilaüche sind noch in größeren Wanderscharen ü itetmegs, andere, wie der Pirol und der Kuckuck, Lbe? bereits ihre südlichen Winterquartiere er» ich! Ihre Rester in den lichter werdenden Büschen Wb Gipfeln zerfallen wie menschliche Behausungen, r die sich niemand mehr kümmert. Selbst die t^niqcn unverzagten und seßhaften Vögel sind Zhste und schweigsam gworden. Sie streifen diel» ito ton Busch -zu Busch umher und begnügen sich r;it niem bescheidenen Unterschlupf, wenn die Nacht thriirt. Bald beginnt es in den Laubkuppeln rost- Bi mb flammengelb aufzuleuchten. Aus einzelnen jpntönen werden Akkorde inetnanderrauschen, 11 i;e lodernde Herbstsymphonie in voller Entfal­lmist. Ihr Farbenzauber gleicht dem eines Son- iiMtergangs am westlichen Horizont, dem eine

spät zu kommen, da sagte er zu ihnen:Leut! laßt euch Zeit, es hat nicht Eil! Solang ich nicht dort bin, geht die Sach nicht an!"

Er schlug sich aber bald seitwärts und ging der Stadt zu, die war wie ausgestorben, sogar der Spittel war leer. So nahm er sich in aller Seelen» ruh in ein paar Kaufläden, was er für den Winter nötig hatte, Hemd und Rock, Stiefel und Mantel, und entlief. Schatz wohl, dem Galgen entlief er nicht.

Die Bopfinger und die Riefer aber standen im weiten Kreis in dichten Haufen und warteten auf die Hauptperson. Die Weiber standen vorn und. die Kinder saßen den Vätern auf den Schultern. Der Henker stand bei der Leiter und hatte einen neuen Strick in der Hand, und bei ihm stand der Schultheiß und das Gericht, und dahinter stand der Bitte!. Und sie standen bis lang übern Mittag: aber der Malefikant kam nicht.

Unter den Wartenden war auch ein Nürnberger, der war zu Besuch in Bopfingen, und der wußte schließlich einen Rat. Er sagte, in Nürenberg sei es so, da henke man keinen, man habe ihn denn zuvor.

Die blaue Schürze.

Von Hans Reimann.

Di" alte Kesselbergstraße führt vom Kochelsee bis hinauf nach einem Engpaß oberhalb vorn Walchen­see. Nimmt man die ersten Meter aus, den Anlauf, so kann man dreist behaupten: sie hat eine hübsche Steigung. Am höchsten Punkt, nachdem sich alte und neue Straßen vereint haben, steht eine Hütte, wo man Andenken kaufen und eine Kleinigkeit verzehren kann. Rechts von der Hütte führt der Aufstieg zum Herzogstand, links zur Iocheralpe.

Dies war die Vorgeschichte, und jetzt geht's los:

Ein Landwehrmann, dpeiundvierzig Jahre alt, den Tornister auf dem Buckel, stiefelt bergab ... Richtung Kochel.

Ein junges Mädchen stiefelt bergauf ... Richtung Urfeld. Sie hat ein weinrotes Dirndl an und scheint fast aus der Stadt zu sein.

Dort, wo lichtgrüne Stauwasser von einer grauen Mauer' umfangen zvird, begegnen sie einander.

Der Landwehrmann grüßt, das junge Mädchen dankt kurz. Anschließend fragt sie, wie weit es noch ist Der Landwehrmann erwidert:Noch eine kleine halbe Stunde.

Denn es handelt sich tatsächlich um eine kleine halbe Stunde, und das ist eine halbe Stunde, wohin­gegen eine gute halbe Stunde bis zu drei Stunden dauern kann.

Das junge Mädchen stiefelt fürbaß. Der Land­wehrmann seufzt, schaut ihr wohlgefällig nach und läßt sich dabei auf den mollig warmen Steinen nieder. Dann zieht er den rechten Stiesel aus und aber das führt zu weit. Dann wirft er einen Blick auf seine Uhr. Dann einen in die Runde. Und dabei fällt ihm etwas Bläuliches auf, mitten auf dem Wege. Und eben will er sich aufrappeln und den bläulichen Gegenstand näher untersuchen, da hört er Schritte von unten nahen und bleibt sitzen.

Die Schritte sind ein junger Soldat mit dem E. K. I.

Er stapft an dem bläulichen Gegenstand vorbei und sieht ihn nicht. Aber den alten Soldaten, den sieht er.

Der Landwehrmann sagt:Das Blaue da, hat eben ein Mädel «verloren." Und zeigt dabei den tüchtig steigenden Weg hinan.

Der Junge bückt sich und hebt den Gegenstand auf: ein türkisblaues Rechteck mit luftigen Seiden­bändern.

Nimm's mit!" sagt der Landwehrmann und seufzt zum zweitenmal.

Der Junge denkt sich was, grüßt und stapft wieder los mit der bläulichen Sache. Bei jedem Schritt flattern die Bänder.

Den Landwehrmann tun wir nun beiseite, wir brauchen ihn einstweilen nicht.

Der junge Soldat jedoch strebt mächtig den Weg empor. In wenigen Minuten ist er bei der Hütte angelangt, wo man Andenken kauft.

Den blauen Gegenstand sieht man nicht. Er hat ihn eingesteckt. Aus der Richtung, in die er zu wandern gedenkt, kommt das Mädchen gekeucht. Offenbar hat sie eben erst den Verlust bemerkt.

Sie trippelt an. unserem jungen Soldaten vor­über.

Der Soldat tut nicht dergleichen.

Als sie seinem Gesichtskreis beinahe entschwindet, ruft er hinterdrein:Holla, Fräulein!"

Das Fräulein bremst.

Ham S' was verloren?"

Ja, meine Schürze."

Ich hab sie g'sehn. Am Wegweiser hängt's." Wo?"

Wo der Weg zum Kraftwerk abbiegt."

Ach du meine Güte!" Das Mädchen erschrickt fo heftig, daß man es bis zur Hütte hört.

Was krieg' ich?" fragt der Soldat,wenn ich sie bei mir hab'?"

Und greift in feinen Hofenfack.

Zögernd naht das Mädchen ... Dem schmucken Ding schwant schon, worauf er abzielt.

Er schwenkt die türkisblaue Schürze ...

Wir überblättern eine Seite, verlassen den Schau­platz und eilen vierundzwanzig Stunden voraus.

In 1737 Meter Höhe erhebt sich ein Aussichtsturm.

Hinter dem Turm hat man Zutritt verboten einen wetterfesten Verschlag angelegt. Mit Pritsche, Ofen, Zeißglas.

In dem Verschlag tut unser Soldat einsamen Dienst.

Einsam?

Vor der TafelZutritt verboten" liegt er im Gras ... und neben ihm ein weinrotes Dirndl. Ver­liebt flattern die Seidenbänder der türkisblauen Schürze.

Zeitschriften.

Dem deutschen Soldaten ist das September» Hest der Zeitschrift f,b i e neue linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig-Berlin) gewidmet. Das Heft wird eröffnet mit Fotos von Köpfen unbekannter Soldaten, deren jeder eine Waffengattung vertritt und zugleich aufs eindrucksvollste den neuen Typus des sieggewohnten Soldaten verkörpert. Dieses junge großdeutsche Volksheer ist die höchste Stufe einer Entwicklung, die in einer großangelegten, mit farbig wiedergegebenen Kunstblättern ausgeftatte- ten VeröffentlichungDom Landsknecht zum Volks« Heer" dargestellt wird. Sodann verdienen 4 farbige Aquarelle besondere Erwähnung; sie stammen von einem jungen Maler, der diese Blätter als Soldat in Norwegen schuf. Einige schöne Frontgedichte ver­anlassendie neue linie", einen Aufruf zur Einsen­dung weiterer Lyrik zu bringen. In diesem Zusam­menhang fei auch auf die Ausschreibung des jähr­lichen Erzähler-Wettbewerbs derneuen linie" für 1942, mit ©efamtpreifen von 3500 RM. hingewie- fen. Der gleichfalls mit einer Farbtafel illustrierte Beitrag von Ministerialdirektor Hinkel spricht von dem Erlebnis des Fronttheaters. Schließlich ist noch das reizvolle KunstthemaMars und Venus" zu erwähnen, das jenes klassische Paar im Wandel der Epochen zeigt. So sind Krieg und Kunst auch in diesem Heft überall auf das engste verflochten.

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Mars in größter Erdnähe.

Oer gestirnte Himmel im Oktober 1941.

Von Dr. Erwin Kossinna.

Wer an einem klaren Oktoberabend den östlichen Himmel mustert, dessen Blick wird alsbald gefesselt durch einen Stern von außergewöhnlicher Hellig­keit und auffallend roter Farbe. Es ist der Planet Mars, der sich gegenwärtig im Sternbild der Fische bewegt, einer Himmelsgegend, die nur schwächere Sterne aufweist. Um so mehr kommt der unwahrscheinlich helle Mars zur Geltung. Wie eine Feuerkugel strahlt er während der ganzen Nacht und übertrifft noch Jupiter an Lichtfülle.

Noch vor einigen Monaten war Mars ein un­scheinbares Gestirn. Aber etwa vom Juli ab wuchs seine Helligkeit mit der Annäherung an die Erde rasch, zulettt schnellte sie geradezu empor, um An­fang Oktooer den Gipfel zu erreichen und dann ebenso schnell abzusinken, wie sie vorher angestiegen war. Mars ist jetzt etwa 20mal so hell wie vor einem halben Jahr. Arn 3. Oktober gelangt der Planet in größte Erdnähe; sein Abstand beträgt bann 61,5 Millionen Kilometer, nur 3 Millionen Kilometer mehr als bei der berühmten Mars­opposition vom Juli 1939. Während aber vor zwei Jahren der Planet sehr tief im Süden stand und feine Beobachtung burth den Dunst der horizont­nahen Luftschichten erschwert wurde, steigt diesmal der Mars über 40 Grad empor. Die Beobachtungs­möglichkeiten sind in Deutschland demnach jetzt weit günstiger als 1939. Da die Marsbahn ziemlich exzentrisch ist, fällt der kleinste Abstand zettlich nicht mit der Opposition zusammen. Erst am 10. Oktober befindet sich Mars im Gegenschein zur Sonne. Die schneller laufende Erde überholt den Mars, so daß nach der Opposition der Abstand beider Himmels­körper sich rasch vergrößert. Anfang Dezember ist er schon auf über 100 Millionen Kilometer ange­wachsen.

Man hat den Mars früher vielfach als eine Zweite lebentragende Erde bezeichnet. Die neueren Untersuchungen über Dichte und Zusammensetzung der Marsatmosphäre und über die auf der Mars­oberfläche herrschenden Temperaturen lassen jedoch jede Hoffnung zum mindesten auf höhere Lebewesen tief sinken. Die Marsatmosphäre ist sehr dünn und trocken und enthält fast keinen Sauerstoff. Wenn dieses Gas, ohne das höheres Leben nicht möglich ist, früher in größeren Mengen vorhanden war, so ist es vermutlich durch die Oxydation eisenhalti­ger Sandsteinformationen verbraucht worden. Auf oiefe Weise erklärt man die ziegelrote Farbe aus­gedehnter Hochflächen auf dem Mars. Die Tempe­raturen schwanken selbst in der Tropenzone außer­ordentlich stark, nämlich zwischen 40 Grad unter und 25 Grad über Null. Die mittlere Jahrestempe­ratur der Marsoberfläche liegt 'bei minus 15 Grad, die der Erde bei plus 15 Grad. Mars ist also um 30 Grad kälter als die Erde und demnach im Ver­ein mit der äußerst dünnen, trockenen Atmosphäre eine für unsere Begriffe unsagbar rauhe und öde Welt. Die sogenannten Marskanäle sind keine Ge­bilde der Marsoberfläche, sondern optisch-physiolo­gische Erscheinungen, welche verschwinden, wenn man bessere optische Hilfsmittel anwendet. Ferner läßt sich mit Bestimmtheit sagen, daß Mars nicht der uferlose Eisozean ist, für den ihn die Vertreter

der Welteislehre in allzu freier Phantasie und ent« gegen den physikalischen Gesetzen hatten. Denn eine Eisoberfläche kann natürlich nicht Temperaturen von 25 Grad über Null annehmen und vorwiegend rot aussehen. Die ganze Marsscheibe müßte blen­dend weiß sein wie die Polkappen des Mars, wo sich die geringe vorhandene Feuchtigkeit in Form von Reif niederschlägt.

Von den übrigen Planeten bleibt Merkur un­sichtbar. Venus ist Abendstern und geht ein- bis eineinhalb Stunde nach der Sonne unter; ihre Sichtbarkeitsoerhältnisse werden langsam günstiger. Die beiden Grohplaneten befinden sich zur Zeit im Sternbild des Stiers. Mit den Plejaden steigt zu­erst Saturn im Osten empor, etwa eine Stunde später der sehr hell strahlende Jupiter.

Am abendlichen Fixsternhimmel finden wir gegen 22 Uhr Sommerzeit die charakteristischen Herbststernbilder hoch im Südosten: die große, aus einem Sechseck und einem Quadrat bestehende Pe- gafusfigur, die sich nach links in der Sternreihe der Andromeda fortsetzt, während unter derselben das Dreieck und die beiden Hellen Sterne des Widders im Tierkreis leuchten. Weniger auffällig sind die nur aus schwächeren Sternen bestehenden übrigen Bilder des Tierkreises: Steinbock, Wassermann und Fische. Um so schöner der schon vom Hellen Grunde der Milchstraße sich abhebende Perseus im Nord- osten. Der optisch veränderliche Stern Algol im Perseus hat günstig zu beobachtende Lichtminima am 10. Oktober um Mitternacht und am 13. Okto­ber um 21 Uhr. Das Licht des Hauptsterns wird dann durch den umlaufenden Begleiter teilweise ab» geblendet.

Wohl kein Monat ist so günstig für die Beobach­tung der M i l ch st r a ß e wie der Oktober. Mit dem Eintritt völliger Dunkelheit entfaltet sie ihre ganze überirdische Schönheit. Wie ein großer Lichtbogen steigt die Milchstraße im Nordosten empor, wo der Helle Fixstern Kapella im Fuhrmann funkelt, zieht durch die Bilder Perseus, Kassiopeia, Kepheus zum Schwan nahe dem Zenit, wo sie sich in zwei Arme teilt, die wir über den Adler zum Schützen im Süd­südwesten verfolgen können. Mustert mag, mit einem lichtstarken Fernglas die Milchstraße, so er­kennt man, wie reich gegliedert dieses aus vielen einzelnen Sternwolken bestehende Lichtband ist.

Der Mond zeigt folgende Hauptlichtgestalten: Vollmond am 5., letztes Viertel am 13., Neumond am 20., erstes Viertel am 27. Oktober.

Sandvorräte veistärken!

NSG. Die Engländer werfen feit einiger Zeit auf Wohnungen, Ställe und Scheunen in zunehmendem Maße Brandbomben ab. Verstärkte Abwehrmaß­nahmen aller Deutschen müssen die Folge fein! Am schnellsten und wirksamsten werden Brandbom­ben mit Sand bekämpft, lieberprüfe deshalb jeder feinen Sandvorrat! Begnügt Euch nicht mit einem Eimer, oder einigen Tüten mit Sand! Die Kriegs- erfahruna lehrt, daß gar nicht genug Sand vor­handen fein kann Besonders gefährdet sind Dach­böden, Mansarden und obere Stockwerke. Stellt

Tüten mit Sand nicht nur vor die Wohnungstür, sondern auch in die Rimmer! Rasches Abdecken der Brandbomben mit Sand vermag Hab und Gut zu retten!

Oie Gießener Hindenburg-Spende.

Wie erinnerlich, hatte der Stadtrat der Stadt Gießen durch Beschluß vom 30. September 1927 aus Anlaß des 80. Geburtstages des Reichspräsi­denten von Hindenburg eine Stiftung von jährlich 500 RM. errichtet. Die Vergebung dieser Stiftung für das Jahr 1941 ist jetzt wieder an die durch den Beirat für Kriegerfürsorge vorgeschlagenen Per­sonen erfolgt. Es wurden zehn Kreigseschädigte unb sonen erfolgt. Es wurden zehn Kriegsbeschädigte unb Kriegerhinterbliebene mit je einer Gabe von 50 RM.

Oer Ladenschluß in Hessen.

Auf Grund der Bekanntmachung des Reichsstatt­halters in Hessen Landesregierung vom 22. März 1941 schließen die Einzelhandelsgeschäfte einschließlich der Lebensmittelabteilungen in den Warenhäusern ab 1. Oktober 1941 bis 31. März 1942 um 18 Uhr, Lebensmittelgeschäfte um 19 Uhr. Der Mittagsladenschluß bleibt wie bisher.

50 ?ahre an seinem Arbeitsplatz.

Am gestrigen Tage war der Geschäftsreisende August Leithäuser 50 Jahre bei der Firma W. & G. Schuchard in Gießen tätig. Aus die­sem Anlaß fand gestern mittag ein Betriebsappell zu Ehren des Jubilars statt. Der Setriebsführer feierte den Jubilar durch eine Ansprache. Der Ober­bürgermeister übermittelte dem Jubilar persönlich das ihm vom Führer verliehene Treudienst-Ehren­zeichen. Alsdann brachte ihm der Betriebsabmann die Wünsche der Gefolgschaft dar.

Gastspiel der Wiener Sängersnaben.

Die NSG.Kraft durch Freude" veranstaltet am 6. Oktober im Gloria-Palast ein Gastspiel der Wie­ner Sängerknaben, die aus den ehemaligenHof­sängerknaben" hervorgegangen sind und ähnlich wie der Thomaner-Chor eine langjährige Tradition haben. Aus der männlichen Jugend der Ostmark werden die Musikbegabtesten herausgesucht, einer Prüfung unterzogen und dann in einem Internat auf allen musikalischen und wissenschaftlichen Gebie­ten erzogen. Bedeutende Musiker sind aus dieser Wiener Schule schon hervorgegangen. Zahlreiche Konzertreisen führten den Chor des öfteren durch das Großdeutsche Reich, aber auch ins Ausland, so durch ganz Europa und auch mehrmals in die außereuro­päischen Länder. Der Chor, der die alte Kirchen­musik ebenso pflegt, wie das Volkslied und das mo­derne Chorlied, hat sich besonders durch die Auf­führung kleiner Singspiele und Spielopern des 18. und 19. Jahrhunderts einen Namen gemacht. Bei der jetzigen Reise, die ebenfalls durch Deutschland und nach Skandinavien führt, wird der Chor ein für ihn eigens komponiertes und gedichtetes Sing«

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