Dienstag, 2. September 1941
Gietzener Anzeiger
<91. Jahrgang Nr. 208
Erscheint täglich, außer Sonntags und fveiertags
Beilagen:
Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis8'/,Ubr des Bormittags
'Anzeig en-Breiie:
Anzeigenteil 7 Nvi. ie mm bei 22 mm Zellenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite
Nachlässe:
Wiederholung Malstaffel 1 Abschlüsse Mengenstaffel 6 Platzoorschrist t vorherige Vereinbarung) 25°/#> mehr
vrühlfchellnioersttS^dnickerei B. Lange General-Anzeiger für Oberhessen 6itfien^Sd>Hlftta6t 7-9
Gießener Familienblätter Heimat rmBild DieScholle
Berugsvreis:
Monatlich......RM1.80
Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Ferrrivrechanschluk 2251 Trahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks j M.
Die Neuordnung in Mazedonien.
Von unserem J.-Korrespondenten.
jeder Fußbreit Ackerland besät und für die Ernährung nutzbar gemacht werde. Nachdem die Zuschußgebiete im Westen mit den Städten Kitschewo, Te- towo und Gostiwar von den Italienern besetzt wurden, wird der Kreis Skoplje sich selbst ernähren können. Das Hauptprodukt Mazedoniens, der ungemein aromatische Tabak, wird nun zu höheren Preise aufgetauft, als die serbische Monopolverwaltung geboten hat. Damit soll das Unrecht gutgemacht werden, das die Belgrader Regierung gegen die bulgarischen Mazedonier beging, indem sie auf Grund des. Monopolrechtes für den wertvollen Tabak geringere Preise bestimmte als in, Altserbien. Tatsächlich waren wir hier und im Kreis' Bitolja er-
Hafenplah Hapsal genommen.
Der Wehrmachibericht.
DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 1. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt.
Verbände des deutschen Heeres haben feit dem 26. August auf dem Dnjepr nördlich Kiew 27 sowjetische Wonllore und Kanonenboote vernichtet.
Im Verlaufe der Säuberung Estlands wurde der an der Westküste gelegene hafenplah h a p f a l genommen.
Bei den am 28. August abgeschlossenen Kämpfen um Reval wurden 11 432 Wann gefangengenommen sowie 293 Geschütze, 91 Panzerkampfwagen, 2 Panzerzüge und zahlreiches Kriegsmaterial erbeutet.
Im Finnischen Meerbusen setzten deutsche Seestreitkräfte die ZRinenoperafionen fort, lieber 60 brennende feindliche Schiffe wurden im Gebiet unserer Minensperren gesichtet.
Im Atlantik versenkte ein Anterseebot aus einem stark gesicherten Geleitzug in hartnäckigen
Finnland nach der Rückeroberung Vnpuris.
schüttet von dem technischen Rückstand der Landwirtschaft, von der Verödung fruchtbaren Bodens und der Kümmerlichkeit der Lebensführung der Bauern. Der Kreishauptmann von Bitolja, ehemals Abgeordneter des türkischen Vilajets Uesküb in Konstantinopel, sagte zu uns erbittert, er hätte nach 33jähriger Abwesenheit dieses Land in demselben Zustand und mit dem gleichen niedrigen Lebensstandard vorgefunden wie er es 1908 verlassen hätte.
Mit der Vergrößerung ihres Vaterlandes um 36 v. H. haben die Bulgaren große Verantwortung auf^sich geladen. Aber gerade in Mazedonien erhärtete sich wieder unser Eindruck, daß der bulgarische Beamte das Talent der Organisation besitzt und in kurzer Zeit die Überleitung vom Zwischenregime in einen geordneten Friedenszustand vollendet haben wird.
wiederholten Angriffen vier feindliche Handelsschiffe mit zusammen 14 000 BRT.
Auf der britischen Insel bombardierten in der vergangenen Rächt stärkere Kampffliegerkräfte den Einfuhrhafen hüll. Bombentreffer richteten schwere Zerstörungen in Dockanlagen, .Versorgungsbetrieben und Lagerhäusern der Stadt an und verursachten mehrere Grohbrände. Andere Kampfflugzeuge bombardierten roeifere Hafenanlagen an der englischen Oslküsle sowie Flugplätze in der Grafschaft Lincolnshire. Sie schossen zwei Bomber über England ab.
In Rordafrlka richteten sich wirksame Angriffe deutscher Kampfflugzeuge in den gestrigen Abendstunden gegen militärische Anlagen der britischen Flottenstützpunkte Alexandria und Port Said.
Britische Flugzeuge flogen in der letzten Rächt nach Westdeutschland ein. In Wohnvierteln, u. a. in Köln, entstanden durch Bombenwurf Gebäudeschäden. Angriffsversuche einzelner feindlicher Flugzeuge in Rord- und Rordvstdeutschland blieben wirkungslos. Rachtjäger und Flakartillerie schossen sieben britische Bomber ab.
Skoplje, Anfang September 1941.
Seitdem die Grenzpfähle zwischen Bulgarien und Mazedonien gefallen sind und die feltfamen Wachttürme der Serben nur mehr gelegentlich von neu- gieriaen Augen bestaunt werden, flutet ein urwüchsiges Leben über sie hinweg und gleicht aus, was in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf 1 beiden Seiten verschieden und manchmal auch fremd gewachsen ist. Auf unserer Fahrt in das Land der ,HMRO" und der Revolutionen, der heißen Sonne und der goldenen Früchte fanden wir Tausende fvon Arbeitern am Bau von Vevbindungsstratzen beschäftigt. Ingenieure vermaßen zwischen Gü- kschewo und Kumanowo die Trasse der neuen, zweigeleisigen Eisenbahn, wodurch Sofia eine Verkehrs- Verbindung mit der wichtigsten Stadt Mazedoniens, mit Skoplje, erhalten wird. Rund 80 000 Männer des bulgarischen Arbeitsdienstes wühlen in den Grenzwäldern im Westen und Süden Bulgariens und beseitigen natürliche und künstliche Hindernisse. Sie demonstrieren gleichsam mit Hacke und Schaufel gegen die sonderbaren, und unglücklichen Launen des Vertrages von Reuilly.
Schon in den ersten Stunden unserer Fahrt erhielten wir den Eindruck, in ein wohlgeordnetes Gebiet zu kommen, in dem nur mehr wenige Spuren verraten, daß hier der Krieg gewesen ist. Einige zerschossene und teilweise schon abmontierte Lastautos und Tanks an den Straßenrändern, bei Kumanowo der Rumpf eines englischen Flugzeuges, verlassene einsame Gräber serbischer Soldaten und hie und da ein Grab mit einem deutschen Stahlhelm am blanken Kreuz, verdeckt von frischen Blumen und Kränzen, die von der dankbaren Bevölkerung ständig erneuert werden: an diesen Zeichen nur wird man gewahr, daß in Mazedonien die Kunst der Diplomatie abgelöst wurde von der harten und konsequenten Kunst der Waffen.
Beim Kirchlein des hl. Joachim am Paß von Kriwa Palanka feierten wir mit den Bauern das Kirchweihfest. Wir nahmen teil an der feierlich- fröhlichen Versammlung von farbenfreudigen Trachten, aufmerksam begrüßt und gerne gesehen am Tanzplatz vor der Kirchentreppe, weil es sich sofort herumsprach, daß wir Deutsche waren. Man wies auf den Flaggenschmuck der Häuser, der nicht nur die 'bulgarischen Farben, sondern auch das Hakenkreuz trug. Diese Zuordnung der Flaggen ist in fianj Mazedonien zur Gewohnheit geworden und o manche Dörfer, durch die wir tarnen, hätten ihren Triumphbogen mit dem doppelsprachigen „Willkommen!" am liebsten in Stein gehauen, um . ihn als immerwährendes Andenken an die Be- ; freiung zu erhalten.
Unsere Lebensmittelvorräte, die wir vorbeugend mitgenommen hatten, waren bald an dankbare Straßenarbeiter verschenkt. Es gab nämlich in allen Bäckereien genügend Brot und Mehl; in den Gasthäusern bot man uns Früchte des Landes an, und auch die sonstigen Bedarfsartikel waren längst aus i)em Altreich herangeschafft und in den Auslagen »er Geschäfte zu sehen. Die Preise sind niedriger als unter serbischem Regime. Nunmehr wird in Mazedonien auch das Kartensystem für jene Pro- Idukte eingeführt, die schon bisher in Bulgarien rationiert waren.
Heber Kumanowo führt eine ausgezeichnete ^ Straße in das Skopsko Pole, in das breite and fruchtbare Becken von Skoplje, das »om Ward-ar durchquert wird. Skoplje wurde oon den Serben als wichtige Bastion der sogenannten Wardarbanschaft angesehen und gegenüber dem adrigen Mazedonien erheblich bevorzugt. Die Stadt | [liegt vor dem breiten Rücken eines Berges an den Ufern des Flusses inmitten hoher Pappeln, über i die die Umrisse der Festung aus der Türkenzeit ragen. Es ist nicht mehr das alte Uesküb mit 'einen Türkenvierteln und Karawansereien, wenn I auch noch immer die weißen Minarette, die Kuppeln der Moscheen, Fez und Turban zu sehen sind. Die Harke Zuwanderung an serbischen Beamten und Offizieren nach dem Weltkrieg hat vor allem das Stadtviertel im Westen verändert, wo neuzeitliche Wohnhäuser gebaut und Amtsgebäude errichtet wurden. Im Zentrum fällt der überdimensionale Bahnhof in die Augen, ein mächtiger Quaderbau mit einer arabesken Säulengalerie über dem Eingangsaortal. Heute werden die breiten Hallen von bul- ' ^arischen Eisenbahnern und amtlichen Stellen be= - nützt. Die Züge laufen fast friedensmäßia in den \ Bahnhof ein, Schlafwagen, mit der Aufschrift \,Sofia—Skoplje" werden rangiert, Güter verladen und die vielen Wünsche der Reisenden befriedigt. f Uuf einem Gerüst hängt ein Arbeiter und meißelt soeben das jugoslawische Wappen von der Mauer.
Skoplje ist die Hauptstadt eines der beiden Ver- . valtungskreise, in die Mazedonien von den Bul- ßaren geteilt wurde. Der Kreis zählt 700 000 Einwohner, darunter nur einige Hundertstel Serben, । dürfen, Albaner und Zigeuner. Es spricht Jür die , Duldsamkeit der Bulgaren, daß sie jene Serben, tie seit je hier ansässig waren und sich als verträg- ch erwiesen, nicht behelligten. Der serbische Be- -tzer der Konservenfabrik von Skoplje und die son- ligen serbischen Geschäftsleute üben weiter ihre Berufe aus. An den Geschäften sind alle serbischen Aufschriften verschwunden und durch bulgarische er- etzt worden. Das Auge kann aber leicht erkennen, aß nur in seltenen Fällen auch der Name des Be- itzers überpinselt wurde. Denn die Bevölkerungs- Mehrheit oon Skoplje hat ihren nationalen Charak- ?r in den letzten 20 Jahren nicht geändert. Der versuch, serbische Kolonisten im Gebiet von Skoplje, bitolja und Prisren anzusetzen, ist völlig mißglückt, veil sich die Siedler wirtschaftlich nicht halten konnten und der Rest inzwischen nach Altserbien abwan- berte.
Im geräumigen Verwaltungsgebäude des Kreises erfahren wir vom stellvertretenden Kreishauptmann, baß die Ernte auch in diesem Jahre befriedigend sei. Es sei dafür Sorge getragen, daß im Herbst
Helsinki, 2. Sept. (Europapreß.) Bei der Eröffnung der Reichstagssitzung am 1. September sprach Präsident Hakkila Worte der Ehrung für die Kriegsgefallenen. Er wies darauf hin, daß der Platz des Abgeordneten H a v a s, der im Kampf für die Freiheit Finnlands gefallen ist, mit einem Lorbeerreis und mit der finnischen Flagge geschmückt sei. Der Abgeordnete hatte bereits an den beiden früheren Verteidigungskämpfen Finnlands teilgenommen. Sodann sagte Reichstagspräsident Hakkila, die Eroberung von Viipuri ist für uns der deutlichste Beweis für die Sicherheit und Endgültigkeit unseres Sieges. In den dunkelsten Tagen unseres Winterkrieges haben wir niemals aufgehört, an die Gerechtigkeit unserer Sache zu glauben. Die gerechte Sache wird siegen im Kampf gegen Falschheit, Lüge und Gewalt. Die Vertreter des finnischen Volkes sprechen unserer Wehrmacht den Dank und die Anerkennung aus. Das finnische Volk wird nie vergessen, daß es nach den in der Weltgeschichte bisher größten Siegen, die Deutschland dem Erbfeind zugefügt hat, möglich geworden ist, unsere Freiheit zu retten. Unsere junge selbständige Demokratie ist auf eine unerhörte Probe gestellt und wird sie bestehen. Finnland baut auf und wird lebensfähig in eine neue Zukunft schreiten.
Ein eindeutiges Dementi.
Helsinki, 1. Sept. (DNB.) Das finnische Nachrichtenbüro ist bevollmächtigt, zu erklären, daß die in einigen ausländischen Zeitungen und Rundfunksendungen verbreiteten Gerüchte, wonach Finnland angeblich wegen unzuftiedenstellender Ergebnisse seines Verteidigungskrieges Äerhandlungen in Helsinki und Stockholm mit dem Ziel eingeleitet hätte, ein fremdes Staatsoberhaupt für Friedensverhandlungen zwischen Finnland und der Sowjetunion zu bewegen, vollkommen falsch sind.
♦
Angesichts der großen Erfolge der finnischen Truppen in Karelien — es sei nur an die Einnahme von Wiborg erinnert — war nichts alberner als das Gerede in Neuyork, London und Stockholm, die Finnen suchten nach einer Möglichkeit, ihren Befreiungskrieg abzubrechen. Wie'so oft, war auch bei der Verbreitung dieser lächerlichen Gerüchte durch die feindliche Agitation der Wunsch der Vater des Gedankens, der Wunsch nämlich, den finnischen Freiheitskampf, indem sich die Truppen des Generalfeldmarschalls Mannerheim mit beispielloser Bravour und größtem Erfolg schlagen, zu diffamieren und so nebenbei auch die deutsch-finnische Waffenbrüderschaft anzuzweifeln. Die Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes an Generalfeldmarschall Mannerheim beweist eindeutig, wie eng die deutschen und finnischen Truppen im Kampf gegen den Bolschewismus Zusammenarbeiten und welche Bedeutung der Führer der Tapferkeit der Finnen beimißt. — Die Bemühungen der feindlichen Agitation, ob sie nun ihren Ursprung im Weißen Hause in Washington oder in der Sowjet- Gesandtschaft der Frau Kollontay in Stockholm haben, sind zu durchsichtig, als daß sie nicht als ein übles Machwerk der Plutokraten oder ihrer dunklen bolschewistischen Freunde erkannt wurden. Das Dementi aus Helsinki, das an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt, ist die klare Antwort an die Gerüchtemacher, die glauben, von Frieden reden
zu können, obgleich sie (wie Herr Roosevelt) alles tun, um den Anschluß an den Krieg nicht zu verpassen.
Erfolgreiche Verfolgung über Viipuri hinaus.
Helsinki, 19. Aug. (DNB.) Die Verfolgung des Feindes an der finnischen Ostfront nach der Einnahme von Viipuri wird erfolgreich fortgesetzt. Die Bolschewisten finden keine Zeit, sich zu wirksamem Widerstand festzusetzen, so daß die Verluste der finnischen Truppen verhältnismäßig gering sind. Nach der Einnahme von Kivennava schiebt sich die finnische Front in einem Keil in Richtung auf Petersburg vor.
Schwere Eowjelverluste bei Neval.
Berlin, 1. Sept (DBB.) In den Kämpfen um Reval haben die Bolschewisten überaus schwere Verluste erlitten. Die Verbände des X. sowjetischen Armeekorps, die 22. motorisierte Schützendivision, die 10. Schützendivision und Reste der 16. Schützendivision sowie zahlreiche Wärmeeinheiten und die regulären Truppen zugeteilten Arbeitsformationen wurden völlig vernichtet Darüber hinaus wurde eine große Anzahl von Gefangenen eingebracht
Starke sowjetische Kräfte südlich des Ilmensees vern'chtet.
Berlin, 1. Sept. (DNB.) Südlich des Ilmensees vernichtete eine deutsche Division in umfassendem Angriff starke sowjetische Kräfte. Die Sowjets hatten sehr schwere Verluste. Heber 1600 Gefangene wurden eingebracht. Die Bolschewisten setzten schwerste Panzerkampfwagen ein. Fünf Kampfwagen wurden vernichtet.
Sechs Gowjetschiffe versenkt.
Berlin, 1. Sept. (DNB.) Im Nordabschnitt der Ostfront setzten Truppen des deutschen Heeres am 31.8. die Beschießung von Schiffszielen erfolgreich fort Es gelang, sechs Sowjetschiffe zu versenken. Unter diesen befanden sich vier Monitvre und ein Schnellboot.
Neue Sowjetangriffe am unteren Dnjepr zurückgewiese«. Berlin, 1. September. (DNB.)' Am Unterlauf des Dnjepr griffen die Sowjets am Sonntag mit stärkeren Kräften die deutschen Stellungen an. Die Angriffe wurden unter blutigen bolschewistischen Verlusten zurückgeschlagen. In diesen erfolgreichen Abwehrkämpfen wurden 1000 Gefangene eingebracht, 21 Granatwerfer und zahlreiche andere sowjetische Infanteriewaffen erbeutet. Sowjetische Kräfte wiederholten auch südlich Kiew den Versuch, mit Unterstützung von Artillerie und durch Kanonenboote auf das Westufer des Dnjepr überzusetzen. Auch dieser Versuch wurde, wie an den Vortagen, unter schweren bolschewistischen Verlusten abgeschlagen. — Es gelang den Bolschewisten nicht, das Westufer des Flusses zu erreichen.
Sowjetischer Panzerangriff zerschlagen.
Berlin, 1.September. (DNB.) Im mittleren Frontabschnitt der deutschen Ostfront
Oie deutsche Luftwaffe in zwei Kriegsjahren.
Von General der Flieger Qnade.
In vier Jahren hat der Reichsmarschall die junge deutsche Luftwaffe des Dritten Reiches auf Befehl des Führers aufgebaut. Vier kurze Jahre - hatte sie Zeit zum Ausbau, zur Organisation, zur Ausbildung, zur Entwicklung ihrer Waffen und ihrer Flugzeuge, zum Zusammenschweißen der Besatzungen und der Verbände, zu Hebungen und Manövern, in welchen die Einsatzgrundsätze für die Luftwaffe erforscht, ihre Zusammenarbeit mit Heer und Kriegsmarine erprobt werden konnten. Dann rief der uns durch England aufgezwungene Krieg sie zur Tat.
Zwei Kriegsjahre haben bewiesen, daß ihre Bewaffnung und Ausrüstung allen Anforderungen in höchstem Maße entsprachen, daß die Ausbildung und der Geist von Offizier und Mann dem Feinde turmhoch übrlegen waren. Auf sieben Kriegsschauplätzen — in Polen, Norwegen, Frankreich, über England, auf dem Balkan, in Nordafvika und im Sowjetstaat war sie eingesetzt oder kämpft sie heute noch. Ueberall gelang es ihr nach wenigen Tagen die Luftüberlegenheit zu erringen, die feindliche Luftwaffe weitgehend auszuschalten, und damit die wichtigste und entscheidende Vorbedingung zu schaffen für die kühnen und schnellen Angriffsoperationen i>es Heeres.
Nur in einem Raume, der nach oben abgeschirmt war durch eine starke Luftwaffe, die den Luftraum über dem jeweiligen Angriffsraum beherrschte, konnten die Panzerkorps und die Schnellen Truppen jene vom Feinde völlig unerwarteten, entscheidenden Einbrüche tief in die Feindfront vortragen, die heute schon Geschichte geworden sind. Mit Recht wurden dafür die Begriffe „Blitzkriege" und „Blitz- sic-ge" geprägt. Die Jagdverbände schützten sie gemeinsam mit der Flakwaffe gegen Angriffe aus der Luft, sie verhinderten die Zerstörung wichtiger Uebergangsstellen auf den langen Nachschubwegen durch die feindliche Luftwaffe, ihre Kampfverbände unterstützten sie wirksam, wenn es galt, stärkeren Widerstand schnell zu brechen, ihre Lufttransportverbände halfen mit, ihren dringenden Nachschub auf schnellstem Wege zuzuführen, Verwundete zu bergen.
Aber auch den Infanteriedivisionen war die deutsche Luftwaffe eine getreue Helferin. Die schweren und schwersten Bomben der Kampf- und besonders der Sturzkampfverbände trugen entscheidend dazu bei, daß sich die stärkeren Riegel, mit welchen unsere Feinde ihre Grenzen abgeschlossen hatten, schnell öffneten. Die im Verbände des Heeres eingesetzten Teile der F l a k w a f f e zeigten besonders' bei diesen Kämpfen ihre Treffsicherheit, auch auf kleinste Erdziele. Sie bewährte sich hundertfach als hervorragende, überaus tapfere Fronttruppe in vorderster Linie.
Auch die Fallschirm- und Luftlandetruppen haben ihren stolzen Anteil an den Erfolgen des Heeres. Die Kapitulation der Festung Holland, die Bezwingung des Forts Eben Emael, die Heberwindung des Isthmus oon Korinth und endlich die Eroberung Kretas waren Erfolge, welche schon heute mit goldenem Griffel in das Buch der Geschichte dieses Krieges eingeschrieben sind. Auch bei allen diesen Kampfhandlungen haben sich die Lufttransportoerbände in schneidigem Einsatz besonders hervorgetan.
Kampf- und S t u r z k a m p f v e r b ä n d e haben durch Zerschlagen anmarschierender feindlicher Reserven, durch Zerstörung von Bahnen, Brücken, Straßen, Kanälen, Munitions- und Der- pflegungsdepots dem Heere indirekt wertvollste Hilfe geleistet. Durch weitgehende Zerstörung der Nachrichtenmittel behindertsn sie die feindliche Führung, durch systematisch rollende Angriffe auf ein- gekesselte Feindarmeen vernichteten sie deren Moral und beschleunigten ihre Kapitulation. In der Verfolgung geschlagener Verbände wurden sie gemeinsam mit den Panzertruppen der Schrecken aller Feinde. ..z
Nah- und Fernaufklärung haben für die Führungsstellen von Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine durch unzählige mit höchstem Schneid durchgeführte Einzelflüge die Unterlagen geliefert für die entscheidenden taktischen und operativen Entschlüsse. Sie haben sich als das unentbehrliche Auge der Obersten Führung erwiesen, die ihre in
sanden am 31. August heftige Kämpfe statt, in deren Verlauf die Sowjets Panzerkampfwagen einsetzten. Die sowjetischen Einheiten wurden von den deutschen Truppen zerschlagen und mußten sich zurückziehen. In diesen Kämpfen wurden 25 sowjetische Panzerkampfwagen, darunter acht 52-Tonnen-Panzer, vernichtet. Damit wurden am 30. und 31. August im Bereich eines deutschen Armeekorps insgesamt 86 sowjetische Panzerkampfwagen zerschossen und vernich- tet. Verbände dieses deutschen Armeekorps schossen außerdem am 30. und 31. August durch Maschinengewehrfeuer zwei sowjetische Jagdflugzeuge und ein Bombenflugzeug ab. Durch Flakartillerie wurden zwei weitere sowjetische Flugzeuge zum Absturz gebracht.
Das Eichenlaub
für Generalleutnant Grüwell.
DRB. Ans dem Führerhauptquartier, 1. Sept Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh dem Generalleutnant G r ü - tvxe 11, Kommandeur einer Panzerdivision, in dankbarer Würdigung feines heldenhaften Einsatzes im Kamps für die Zukunft unseres Volkes als 34. Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Der Führer übergab heute dem tapferen Kommandanten diese hohe Auszeichnung persönlich.


