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Veranda auf. Das war ein wunderlicher Lagerplatz. Gespenstisch glitt noch ein Segel durch die Nacht. Mücken schwirrten, und die Frösche quakten so laut, daß Doktor Faber lange wach blieb. Er sah in den Mond, der sich verdoppelt hatte. Dort oben stand er kalt und schön mit seinem Gefolge von Sternen und auf der leicht bewegten Wasserfläche tanzte heiter und gelöst sein Ebenbild.

*

Als Faber am frühen Morgen erwachte, schlich er auf Zehen ins Haus, um Kaffee zu kochen und die Schlafende damit zu überraschen. Doch stand dort schon der Frühstückstisch gedeckt. Niemand war zu sehen. Er spähte über den See. Da kam sie mit großen Stößen ans Ufer geschwommen. Sie winkte ihm zu.

Guten Morgen, Froschkönig!"

Guten Morgen, Frühaufsteherin?"

Sie trugen das Tischleindeckdich auf die Veranda.

3m Schilf nisten Rohrdommeln, und über dem See, wo der Wald bis ans Ufer reicht, müssen Wasserrosen blühen. Aber ich kehrte um, da ich nicht wegen Zuspätkommens ausgescholten werden wollte."

Ich denke mir oft", sagte Faber mit Bedacht und lehnte sich behaglich zurück,daß es schön sein müßte, wenn man immer so einen gedeckten Kaffee­tisch vorfände."

Es? Man? Ich glaube, Sie sind auf der Braut­schau. Ich werde Ihnen gern dabei behilflich sein!"

Faber brummte etwas sehr Unliebenswürdiges und schwang sich von der Veranda ins Wasser. Er schwamm weit hinaus auf den See, der nun schon belebt war. Einmal winkte er zu Inge herüber, aber sie war verschwunden.

Sie streifte durch den Wald. Ein Karnickel hop­pelte über den Weg und verschwand in seinem Bau. Ein Fliegensummen und Käferbrummen, ein Ra­scheln von Blättern, ein Vogelschlagen. Inge legte sich schließlich auf einen Kräuterfleck nieder, blin­zelte in die Sonne schlief ein.

Als sie die Augen aufschlug, lag Faber neben ihr. Er hatte sie gesucht, sich leise neben ihr niederge­lassen und war auch von der Morgensonne einge- geschläfert worden. Er hatte ein gutes, frohes, offe­nes Gesicht. Inge betrachtete es so aufmerksam, als jej ihr der Auftrag erteilt worden« es aus dem

Bauer und Künstler und Handwerker geschützt wer­den müssen, damit das Gesamtleben gedeihe.

Versucht man, diese konkreten Kräfte auf einen Gesamtnenner zu bringen, der nichts ausdrückt als das, was sie etwa in Eigentumseinheiten be­deuten, so zerstampft man das Gefilde des Lebens, auf dem die mannigfachsten Wechselbeziehungen und unmerklichen gegenseitigen Abhängigkeiten bestehen. Sie sind sittliche Mächte, nicht nur wirtschaftliche.

Ein neues Recht Europas ja der gan­zen Welt es ist die Sehnsucht, die hinter den Krisen unserer Epoche brennt. Nicht olle Völker kön­nenrechnungsmäßig" als gleich gewertet werden. Ginge man nur nach ihrer Größe, ihrer wirtschaft­lichen Kraft, ihrer politischen Macht, so wäre der Untergang der Kleinen, der ökonomisch Abhängigen, der militärisch Wehrlosen besiegelt. Aber Europa und die West bestehen nicht aus Rechnungseinheiten, sondern aus Leistungsträgern, deren Beitrag zum Ganzen so geordnet ist, wie Herz und Lunge, Magen und Gehirn Zusammenwirken müssen. Dieses Für­einander, Miteinander, aber auch Gegeneinander ist in der geopolitischen, wirtschaftlichen und geistig- kulturellen Realität schon vorgezeichnet. Trotzdem be­darf es der schweren Kämpfe und der konstruktiven Geisteskraft, um d a s zum geordneten Recht zu er­heben, was bedingend und bedingt schon in der Tiefe vorgeformt ist.

Zu allen Zeiten hat nur der Krieg solche neuen Gestalten der Welt, solch neue Ordnung ge­boren. Wir müssen uns als lebende Generation dem schweren Schicksal dieses Neuwerdens unterziehen, nicht nur als Zusehende denn die Zeit des stillen Wachstums der Völker ist vorbei sondern als Mithandelnde, Wagende und Gestaltende. Der Krieg ist der Vater aller Dinge. Aber jeder Krieg wird ge­führt im Sinne eines Gottesurteils, damit neues Recht entstehe.

Aus dem Mich.

Schönheit der Schotte.

Neben die ParolenSchönheit der Arbeit" der DAF. undSchönheit des Dorfes" des Reichsnähr­standes stellt der Direktor der R e i ch s st e l l e für Naturschutz, Dr. Klose imOdal" die Parole Schönheit der Scholle". Er weist darauf hin, daß Landschaftsschutz nicht nur die Erhaltung und Pflege des Antlitzes ber Heimat für den Stadtmenschen sei, sondern in erster Linie für den Bewohner dieser Landschaft, das Landvolk, den Bauern selb ft. Von dieser Erkenntnis sei man leider vielfach noch recht weit entfernt. Ein führender Vertreter der deutschen Raumordnung habe kürzlich geäußert, daß man eigentlich die ganze deutsche Landschaft unter Landschaftsschutz stellen müsse. Das sei lediglich die ganz nüchterne Feststellung, daß deutscher Boden im Grunde überall schutzwürdig und schutzbedürftig sei. Eine große Anzahl landschaftlich bedeutsamer Gebiete sei in den letzten Jahren bereits unter be­sonderen Schutz gestellt worden. Weit mehr Gebiete würden in den kommenden Jahren folgen. Aber selbst wenn der behördliche Landschaftsschutz noch so großen Umfang annehmen sollte, werde es sich im­mer nur um einen bescheidenen Bruchteil der deut­schen Gesamtlandschaft handeln. Das gelte vor allem von der Feldflur, die im wesentlichen frei von ge­setzlichen Beschränkungen bleiben werde. Deshalb müsse im Bauerntum selbst das Verständnis für den freiwilligen Schutz der Heimatlandschaft geweckt und gestärkt werden. Schönheit der Scholle sei Ausdruck bäuerlicher Bodenverbundenheit, gesunder Bauernwirtschaft und echten Heimatsinnes.

Reichszuschüffe

für die Wohnungsteilung.

Schon im vorigen Jahre hatte der Reichsarbeits­minister erneut 10 Millionen NM. zur Verfügung gestellt, um die Schaffung von Wohnraum durch die Teilung von größeren Wohnungen, den Umbau sonstiger Räume zu Wohnungen und An - und Ausbauten zu fördern. Der Reichs- zufchuh beträgt 50 v. H. der Baukosten. Der Höchst­betrag wird auf 1200 RM. für jede neue Wohnung oder Teilwohnung festgesetzt. Bis zu 600 RM. kön­nen für jeden An- oder Ausbau gewährt werden. Dieser Höchstsatz kann überschritten werden, wenn namentlich bei kinderreichen Familien, ein Reichs­zuschuß bis 50 v. H. der Gesamtkosten erforderlich erscheint.

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Eichener Anzeiger <SeneraI-Anzeiger für Sderhchen)

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Sie ist bewilligt!" versprach Faber mit komischem Seufzer.

Da schrieb sie mit dem Zeichenstift unter das ver­lockende Häuschen am See mit großen, eckigen Buch­staben:

Kein Wort von Liebe!"

Das Häuschen am See war in Wirklichkeit nicht viel mehr als ein wetterfester Holzverfchlag. Doch hatte es eine Feuerstelle, wo man kochen konnte, und ein Tisch, zwei zusammenklappbare Feldbetten bildeten eine ausreichende Einrichtung. Das Schönste aber war die Veranda. Sie stand mit ihren vier hölzernen Füßen im See.

Habe ich zuviel versprochen?"

Zu wenig!"

So habe ich also noch einen Wunsch frei?" Er dachte an die harte Bedingung, die ihm auferlegt worden war. Gern würde er nun von ihr freigespro­chen! Aber das Zeichenblatt mit dem ungewöhn­lichen Gebot war von Inge an die Holztür des Hauses angeschlagen worden.

Erst wurde gebadet. Dann befahl sie:Kaffee kochen! Sie werden Wasser holen und Feuer machen, Faber." Er tut gehorsam alles, was sie ihn hieß.

Auf der kleinen Veranda wurde das Mahl ein­genommen. Von den Booten, die vorüberpaddelten, winkte man den beiden fröhlich zu. Segel alitten schräg über die schimmernde Fläche. Große Personen­dampfer rauschten vorbei, hohe Wellen werfend. Der Tag flog wie ein Vogel davon. Es dämmerte, und noch immer saßen die beiden auf der Veranda vorihrem Haus".

Warum sind Sie so still, Faber?"

Es ist so meine eigene Art, zu genießen."

Nun, das ist wohl immer so."

Darf ich Sie etwas fragen, Inge?"

Ihr Gesicht lag im Schatten, so daß Faber nicht sehen konnte, ob sie ablehnte.

Könnten Sie mir ein wenig vertrauen?"

Nun war es so still zwischen ihnen, daß man das leise Schlagen der Wellen hörte.

Vertrauen ist viel", sagte Inge schließlich ruhig und bestimmt.Das verschenkt man nicht am ersten Tag."

An dieser Antwort war nicht zu deuteln.

So gingen die beiden zur Ruhe. Ihr gehörte das Haus« und er jchlug (ein Feldbett draußen auf der

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Hein Wort von Liebe!

Von Bertil Hott.

Genug für heute!" Mit diesen Worten nahm kltor Faber seiner kleinen Kollegin Inge Hoss et Zeichenstift aus der Hand. Unter das Werk- ijf, das sie an diesem Morgen bearbeitet hatte, kichnete er mit flüchtiger Hand einen kleinen Wald- ie mit windgebeugten Kiefern.

Die Stimmen der Völker.

Volkstum, Rechtsidee und Lebensordnung.

Von Professor Dr. Eduard Lpranger, Universität Berlin.

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In einem schweren Ringen um das nationale selbstoerständnis hat das deutsche Denken zwei Arundideen herausgearbeitet, die in der gegenwär- ligcn Zerrissenheit Europas furchtbar zu werden vermögen. Beide sind aus echtem Wirklichkeitssinn terwrgegangen; denn nichts hat in der Welt Be- tanb, was sich nicht auch an der Wirklichkeit be­wahrt. Zugleich aber sind sie Leitgedanken, die der Vorgefundenen Wirklichkeit eine höhere Gestalt geben önnen: die Idee des gewachsenen Volks- ii m 5 und die Idee der gegliederten Rechtsordnung. Man versteht sie am besten, wenn man sie in ihrer polemischen Bedeutung ent­wickelt: Volkstum gegenGesellschaft"; gegliederte Rechtsordnung gegen das Recht derquantitativen Gleichheit".

1. Der BegriffGesellschaft" mit all seinen Ableitungen wie Soziologie, soziale Frage, Sozial­politik, soziale Fürsorge'ist entstanden infolge der großen Französischen Revolution, in der sich der ärgerliche Stand nicht nur gegen die beiden ersten Stände empörte, sondern gegen das vorgefundene olitische System. Der dritte Stand ein Träger er Aufklärung und der neuen individualistisch-kapi- llistischen Wirtschaftsform sprengte gleichsam as Gehäuse des absolutistischen Staates,' der die

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und an ihr zu einem kräftigen Selbstbewußtsein er­wacht sind.

Die Sinfonie der Dölkerstimmen, die Herder in seiner Philosophie der Geschichte komponierte, emp­fing ein Menschenalter später einen energischeren Rhythmus durch Hegels Entscheidung: Geschichte machen nur die Völker, die über den pflanzenhaften Zustand des Wachsens durch eigene Staatsbildung hinausgelangen: denn erst in seinem Staat erwacht ein Volk zur Einheit und Klarheit des Wollens. Die Weltgeschichte ist die Bühne der S t a a t s v ö l k e r. Sie sind dann nicht bloß Individualitäten, sondern willensmächtige Personen höheren Grades. Nur an ihnen vollzieht sich das große Weltschicksal mit seiner Tragik und seiner Herrlichkeit.

Wäre dies das letzte Wort der Geschichtsphilo­sophie, so wäre es niederschmetternd für alle die kleinen und kleinsten Volkstümer, die nie zu einer politischen Heldenrolle emporsteigen können. Aber zwischen Volk und Staat liegt eine -ritte Gestalt des Geistes: das Recht. "Das deutsche Denken hat auch mit dem Wesen des Rechtes tief gerungen.

2. Aus späten römischen Rechtsbegriffen haben die europäischen Nationen die irrige Deutung über­nommen: das Recht sei die technische Lebensordnung unter Gleichen. DerVertrag" galt als das rechtliche Urphänomen. Den Vertrag aber dachte man sich so, daß mindestens zwei Willen, die man juristisch als gleich unabhängig konstruierte, in einem dritten höheren Willen eins würden oderübereinkämen". Wie man im Westen seit 1789 die Gesellschaft nur als ein berechenbares Spiel von Interessentengrup­pen ansah, hatte man schon viel früher die Auf­klärungsidee herausgebildet: im Recht verständigt sich abstraktes Individuum mit Individuum: als for­males Rechtssubjekt ist jedes Individuum dem an­dern gleich.

Es ist Hegels charakteristische Leistung, daß er diesen Rechtsgedanken als eine ganz untergeord­nete Auffassung (als bloßabstraktes Recht",Ver­tragsrecht") abgetan hat, um das eigentliche Recht auf höherer Stufe zu suchen, nämlich in mannigfach gegliederten Lebensverhält­nissen, die niemals mit der quantitativen Kate­gorie der Gleichheit zu erfassen sind: der Mann, die Frau,'das Kind sind mehr als bloßMenschen", die einander in Rechtsansprüchen und Rechtspflichten gleichgestellt werden können. Der Bauer, der Krie­ger, der Priester, der Kaufmann sie sind Glieder des Gesamtlebens im Volke, nicht Rechnungsein­heiten in einem Aggregat, in dem jeder Teil für jeden anderen gesetzt werden dürfte. Das Leben des Volkes ist eine qualitative Mannigfaltigkeit, in der kein Teil einfach gegen den andern ausgewechselt werden kann. Darauf beruht die deutsche Rechtsa-us- fassung. Recht ist nicht bloß Ausrichtung der Glei­chen. Sondern Recht gewährleistet Ordnung un­ter Ungleichen im Sinne einer höheren Lebensordnung, die jedoch jeden Beitrag zum Gesamtleben gemäß seiner Unentbehrlichkeit und Eigenart zur Geltung kommen läßt und sichert.

Zwei wesentliche Gedanken gehören zur Voll­endung dieser Rechtsidee: Einmal der Satz: das Recht wird nicht erdacht und nicht beliebig gesetzt. Sondern die rechtliche Normierung (Regelung) liegt in den gegebenen, gegliederten Lebensverhältnissen schon drin. Man kann diese vorgegebenen Verteilun­gen von Funktionen und Verfügungsgewalten nicht mißachten. Andernfalls zerstört man das Ganze. Denn das Leben ist immer gegliederte Ganzheit. Die juristisch-politische Aufgabe ist nur, das eingehüllt vorhandene Recht zum Bewußtsein zu erheben und zu formulieren, immer vom gegliederten Ganzen her. Ferner: der Starke ist nicht willkürlicher Herr über das Recht; er macht es nicht. Er findet es schon angebeutet vor. Aber seine ablige Pflicht ist es, dies Recht zu schützen. Macht geht nicht vor Recht. Aber ohne umsorgende Macht gedeiht kein Recht.

Wendet man diese zweite Grundidee auf das Leben der Völker an, so ergibt sich folgendes: G e - wachfenes Volkstum gehört überall zu der Gliederung des Lebens, das der Wirklichkeitssehende achten muß, wie Mann und Frau und Kind, wie

.Dorthin geht die Fahrt!" sagte er in bestimm- hn Ton. ,Zn einer Stunde, fahren wir mttemanber pi diesem See und nehmen in einem kleinen Haus- icn Wohnung, das mir den Sommer über gehört, tr den geträumten See kam nun noch ein kleines s Hous, leicht hingeworfen. Vielversprechender Rauch tirnelte sich aus dem Schornstein in die Luft.Sie fcrbeti kochen, Inge, und ich stelle mich als Wasser- hnqer und Abwäscher zur Verfügung, Was an tcusrat fehlt, malen wir uns an die Wand. Ollau- Lv Sie nicht auch, das gibt ein beschauliches

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mittelalterliche Ständeordnung als Unterbau in sich mgefügt hatte. Die nivelliertebürgerliche Gesell- xe Hochs, l i shaft" entfaltete sich als ein mechanisches Kräftespiel ün Interessen und Interessenverwebung, von Pri- Uliyullt ategoismus und Gruppenegoismus, von persön-

!! ntwi g des Wahren und Starken; Religion und Poesie hüllen das ganze Leben ein. Herder belauscht ljs Stimmen der Völker in ihren noch träum» Iften Gesängen; kaum ein wichtiges europäisches itf bleibt seiner Liedersammlung fern. Er sucht die ihesten Traditionen und Urkunden. Er studiert die ille des göttlichen Lebens in den Völkerindivibuali- ten, die aus seinem Schoß emporwachsen.Der entart der Nationen" so sagt er früh im Sinne iner Lebensaufgabebin ich nach geschlichen, .d was ich ohne System und Grübelei herausge- acht, .ist: daß jede sich Urkunden bildete nach der ,ligion ihres Landes, der Tradition ihrer Väter fcb den Begriffen (Auffaffungsweifen) der Nation: b ft diese Urkunden in einer dichterischen Sprache, ir dichterischen Einkleidungen und poetischem Rhyth- llus erschienen: also mythologische Nationalgesänge itm Ursprünge ihrer ältesten Merkwürdigkeiten", lir wissen, wie viele gewachsene Völker Europas b'se Herdersche Botschaft freudig aufgegriffen haben

mit A.B.1I , .

Gebilde erschien jetzt als das Wesentliche in der

kadukt eines solchem Jnteressengeschiebes. Das ^Lolk" hatte sich aufgelöst, dieGesellschaft" trium­phierte. Die Soziologie wurde die Universalwiffen- fl;aft von der Kultur.

In Deutschland reifte in demselben Jahrzehnt ri 780 bis 1790), das im Westen die tiefe Erfchütte- ,: ing brachte, das Verständnis für die große, im U runde unzerstörbare LebenseinheitVol k". | rankreich war in feine Altersperiode eingetreten. H eutfchland begann erst, sich auf feine Iugendkräfte besinnen. In Herder dämmerte der Gedanke if, daß hinter dem Wandel von Sippenordnung, indischer Ordnung und Klassenordnung ein Wesen- I! iftes beharrt: die volkhafte Einheit. Will man sie inz zu Gesicht bekommen, so muß man in die f* * igendzeit der Völker zurückgehen. Da ist ihre L'Urzelung noch ganz erdnahe, ihr Wachstum gleich- - m pflanzenhaftz ihre Seele noch phantasievoll, an h shnliche Bilder gebunden. Die eigentümliche Sprache ; ginnt, ihr Gewebe zu weben; der Mythos ist

8c chenende?"

So zuversichtlich auch Fabers Stimme klang, ganz ftfsr war er feiner Sache nicht. Ob Inge wirklich niSam? Sie war ein guter Arbeitskamerad, sie hinte etwas, er erkannte rückhaltlos an, daß sie k von ihm gelernt hatte, seit sie zusammen ar- bi eten. Aber über ihre Freizeit verfugte sie selvsi, liti zwar sehr eigenwillig.

>od) nun war sie unschlüssig. Ein kleines Haus am Bee? Es wäre schön, wenn der Sonntag so geruy- h und sonnenselig dahinginge. Alles wurde so wie Faber ankündigte, sie wurden wandern, brummen und- rudern. Doch

,Ich sehe auf Ihrer klaren Stirn ein Aber her- («i'viehen wie ein Gewitterwolkchen am Sommer- trmel. Bitte, hören Sie mir einmal zu! Als icy )r en meinen Platz hier am Fenster einraum e, ei der Morgensonne hat als ich Sie eines b nds ein Stückchen begleitete als ich zum ks-n Male mit Ihnen tanzen ging und als 'M si.en Blumen zum Geburtstag brachte immer lim ich erst ein Lächeln, dann Worte des Dankes ii zuletzt ein stilles oder lautes Aber!

*mge Haff sah Faber sinnend an.

»Ich komme mit, unter, .einer Bedingung.

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Maj&tAtHifie 29/30 - fäatmkofat#'. 2/4.

2./5. August 19N

Aus der Siadi Gießen.

Oie Stadt im Blumenschmuck.

Wenn unsere braven Soldaten in Polen oder Rußland ober auch sonstwo in unwirtlichen Gegen­den das bekannte Marschlied vorn Wiedersehen in der Heimat fingen, verbindet jeder sicherlich mit dem BegriffHeimat" die Vorstellung vom Wohnen in Dörfern ober Stäbten inmitten blühender Gärten und blumengeschmückter Wohnhäuser, wie wir sie bei uns zll sehen gewohnt sind, daß man kaum noch davon spricht. Das aber sollte man von Zeit zu Zeit tun, weil man sonst kaum weiß, was man besitzt, und wo es etwa noch fehlt. Das gilt auch von uns in Gießen. Wir haben während der letzten beiden Jahre trotz des Krieges innerhalb der Stadt man­cherlei Wandlungen erlebt, die in dieser Hinsicht einen beachtlichen Fortschritt bedeuten. Die Haupt­verkehrsstraßen sind breiter, das Blickfeld durch Entfernen überflüssigen Strauchwerks erweitert und freier geworden. Die Anlagen, welche sich wie ein grüner Kranz um das Häusergewirr der Altstadt winden, sind zwar schmäler, dafür aber um fo schöner. Alle öffentlichen Gebäude tragen wieder reichen Blumenschmuck, und wo es trotzdem etwas

Verdunkelungszeit

2. August von 21.13 bis 5.38 Uhr.

3. August von 21.11 bis 5.40 Uhr.

auszusetzen gehen könnte, muß bedacht werden, baß tausenb fleißige Hänbe fehlen, weil sie bamit be­schäftigt finb, bie scheelsüchtigen Feinbe, bic uns Deutschen Tob unb Verderben geschworen haben, so lange abzuwehren, dis ein dauerhafter Frieden Leben und Arbeit wieder schützt.

Was ist z. B. aus dem, im Raum etwas beschränk­ten Dreieck des Ludwigsplatzes während der letzten Jahre doch geworden, nachdem man ihn gartenmäßig umgestaltet hat? Wie gut- nehmen sich an diesem belebten Kreuzungspunkt bie in sauberen Gefäßen blühenben Cannabüsche aus, sowohl hier wie auch auf bem Freiplatz vor bem Theater. Ganz allge­meinen Beifall finbet vor allem bie Umgestaltung bes Platzes am Selterstor mit bem geschmackvoll bepflanzten, großen Blumenbeet als Mittelpunkt bes Ganzen.

Auch bre Bürgerschaft wetteifert mit dem Blumen­schmuck ihrer Wohnhäuser, Balkone unb Vorgärten mit benen ber öffentlichen Hand überall, wo bie Bauart ber Häuser bas zuläßt. Man braucht nur auf bie neuerftanbenen Wohnviertel im Osten, Süd­osten, wie in der Schwarzlachgegend zu verweisen, um zu erkennen, daß ein gesundes Geschlecht hier tätig ist. Die Friedhöfe sind wahre Blumenfelder, auch der Wiesecker ist eine kleine Wanderfahrt dahin durchaus wert. Die Anmeldungen zum diesjährigen Blumenschmuck-Wettbewerb sind gegenüber dem Vorjahre um 20 v. H. zahlreicher. Alles das und noch vieles andere sind erfreuliche Erscheinungen von Heimatliebe, Wohlstand, Gesittung und Kultur.

Die Frage, ob wir uns auf dem besten Wege zu einer wahren Gartenstadt befinden, müssen wir

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Es sind Forscher von Ruf, ernste Männer der Wissenschaft, Pio­niere des Fortschritts. Wenn sie ein Heilmittel zur Verwendung freigeben, dann hat es erfolg­reich die schwierigsten Prüfun­überstanden. Dafür bürgt . Kreuz.

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Gedächtnis zu malen. Sie berührte sein Haar, strei­chelte es ganz leicht. Da war Faber plötzlich wach« Er war nicht verwundert, daß sie ihn liebkoste.

Sie sollten mir ein wenig von sich erzählen« Inge."

Sie schüttelte abweisend den Kops. Aber nach einer Weile fing sie an:Von mir erzählen! Ach, da gibt es nicht viel. Sie kennen ja meinen Per­sonalbogen, da steht alles drauf. Nur dies viel­leicht, damit sie mich nicht für töricht halten. Vor ein paar Jahren auf der Kunstschule, da hatte ich einen Menschen sehr gern. Wir waren froh und traurig miteinander, wie es eben kam, und dachten, das würde bis in alle Ewigkeit fo bleiben. Aber bann war es auf einmal vorbei. Keiner wußte recht, warum. Wir waren sicher beide schuld. So habe ich immer Angst vor bem Abschieb."

Er setzte zur Entgegnung an, aber bann schwieg er. Kein Wort von Liebe! Ich möchte ihr sagen, wie sehr ich sie liebe, aber, wenn ich mein Wort breche, bann habe ich ihr Vertrauen verloren. Und bas muß ich vor allem behalten. Erst nach einer langen Weile sagte er:

Unb darum haben Sie mir eine so harte Be­dingung gestellt? Ich verdiene sie nicht."

*

Am Nachmittag ruderte Faber Inge hinüber zu den Wasserrosen. Auf dunkelgrünen Blättern schim­merten weiße Kelche.

Ach, es ist alles so schön!"

Inge stieg an der flachen Stelle aus dem Boot und nahm eine Rose behutsam in ihre Hand. Sie wollte sie nicht abpflücken, nur bie Kühle ber Blät­ter fühlen und in den Kelch blicken, wie es dis Sonne tat.

Faber war ganz in den Anblick des schönen Mäd­chens versunken. Er sagte leise:Ich liebe dich!"

Als die beiden über den See zum Häuschen zu­rückruderten, stand der Abendstern am Himmel. Gerade unter ihm hatten junge Leute am Ufer ein Lager aufgefchlagen.

An ber Holztür hing noch das Zeichenblatt mit der kleinen Skizze vom Haus am See unb bein strengen Gebot. Da schrieben sie Faber führte Inge die Hand mit großen Lettern quer übet, das Blatt ein einziges Wort; Liebel