Nr. 27 Zweites Blatt
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frühlingshafter Februar keineswegs willkommen. Im Gegenteil! „(Eft et en Februar warm, friert
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(Nachdruck verboten.)
14. Fortsetzung.
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Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!
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Verdunkelungszelt
Februar von 18.07 bis 9.05 Uhr.
Februar von 18.09 bis 9.04 Uhr.
et Uftern bet an de Darm", lehrt die alte derbe Bauernwcisheit. Es soll im Februar kein Bauer
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Umwege -es Herzens
Roman von H.S. Hansen
Copyright by Prometheus»Verlag Dr. Eidiadcer • OrSfccneell
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,Lst sie dann zu ihm hinausgegangen?"
„Nein. Sie hat nur zum Fenster hinausgelehen und dabei beobachtet, daft ihr Mann auf der Leiter Hand und fein Gewehr wieder in den Balken schob."
Die Beamten unterdrückten nur mühsam ihre (Erregung. „Hat Frau Korn Ihnen weitere Einzel* Helten erzählt?"
„Nein, nur noch, datz sie dann aufgestanden ist und in die Küche ging, um Schweinefutter zu machen und den Kaffee zu kochen. Das war wohl kurz vor sechs Uhr. Korn hat den ganzen Bormittag über in den Ställen gearbeitet. Als mittags bie Meute erzählten, es fei semand erschossen gefunden worden, hat Frau Korn ihren Mann auf Seele und Gewissen gefragt, ob er das gewesen sei. Er hat ihr versichert, datz er nichts davon wisse. Sie habe ihn gedrängt, wenn er es gewesen sei dann solle rr fliehen. Aber das wollte er nicht. Er habe ein teines Gewissen, und ihn ginge der Mord nichts an.
Weitere Fragen Bruchhausens ergaben nichts Heues. Sommer bestätigte die Angaben seiner 5rau, wenigstens den Teil, den er noch gehört hatte. Die leiden Leute unterschrieben das Protokoll und wur* len entlassen. r , .
„Soll ich Frau Korn hierherholen? fragte Der llendarmeriebeamte.
„Nein, lassen Sie. Das ist nicht nötig. Die Frau liat sicher ihrer Verwandten alles erzählt, was sie j'lbst mutzte. Ich werde mir setzt Korn noch einmal lvrknöpfen. Jetzt wird er vielleicht nachgeben."
Bruchhausen verabschiedete sich hastig und traf bereits um halb drei Uhr nachmittags wieder im Präsidium ein. Unterwegs hatte er sich überlegt, datz Staatsanwalt Doktor Fecht unbedingt in Kenntnis gefetzt werden muffe. Er erreichte ihn nach einem vergeblichen Anruf im Büro endlich in feiner Wohnung unb teilte ihm das Nötigste mit. Sie verabredeten, die neue Vernehmung Korns gemeinsam vorzu-
Ißehmen«
schert, und wenn wir uns in solchem rechten Herzhaften Winter zweifellos körperlich und geistig woh- ler fühlen als in einem milden, im Februar kommt unweigerlich die flcit, wo die erste Frühlingssehn- sucht unser Herz beschleicht. Die länger werbenden Tage künden uns das Fortschreiten Der Jahreszeit, und das wachsende Licht weckt auch unsere Sehnsucht nach Wärme.
Im Laufe des Januar, d. h. vom 1.1. bis 2. 2., hat die Tageslänge im ganzen um fast anderthalb Stunden zuHenommen, eine Zunahme, die uns grade flkgenwärtig, im Zeitalter der Verdunkelung, schon ehr deutlich zum Bewutztscin kommt. Vom 2. bis 26. Februar aber wächst das Tageslicht noch schneller, nämlich um insgesamt l3/« Stunden, 49 Minu- ten am Vormittag und 51 Minuten am Nachmittag. Der stärkste Einfluft der Sonne in diesem Monat macht sich auch schon deutlich spürbar, besonders in seiner zweiten Hälfte. Wenn auch der Februar uns noch Kälte bescheren kann, bringt er uns auf der anderen Seite doch fast immer schon Tauwetter, das freilich, wenn hoher Schnee liegt, zunächst einen unerfreulichen Uebergangszustand darstellt. Man hat lange darüber gestritten, ob der Name Hornung von dem altdeutschen Wort „horo", Schmutz, Kot, ab- ^Weiten sei, oder von „Horn" (altnordisch hiarm), was soviel wie hartgefrorener Schnee oder über- Haupt harte Kälte bedeutet.
Wie dem auch sei, jedenfalls trägt der Monat Februar Grenz- und Uebergangscharakter. Als letz- ler Wintermonat kann er je nach Laune noch alle strengen S,eiten dieser Jahreszeit zeigen, aber er bringt uns lauroetter, damit freilich auch viel Kot und Schmutz. Doch dürfen wir auch die ersten wirk- lid) schönen blauen Vorfrühlingstage von ihm erwarten. Und auf jeden Fall wissen wir, datz tief
in Hemdärmeln gehen dürfen, lieber will man die Wölfe vor der Tür heulen hören. Besonders der 2. Februar, der Lichtmetztag, ist ein Lostag für das Wetter des Jahres, und der Bauer wünscht sich nach alter Regel für diesen Tag lieber Schnee und Sturm, als Helles schönes Frühlingswetter. „Licht- wetz dick und trübe, bringt viel Korn in die Schübe; Lichtmetz Helle, bringt Mangel zur Stelle."
Dagegen gilt der 24. Februar, der Matheis-Tag,
Drunten in der Erde und im Innern der Stämme schon mächtiges Leben sich regt, datz die Natur, mtdm I lange bevor sie das erste grüne Spitzchen zeigt,
n *0!1 1 schon wieder an der Arbeit ist und die Säfte treibt,
nnlll H Dem Bauern ist übrigens ein allzu milder vor-
Aus der Stadt Gießen.
Februar.
Als Walther von der Vogelweide um 1215 von Kaiser Friedrich 11. sein Reichslehen bei Würzburg erhielt, jubelte er:
Ich hab mein Lehen, alle Welt!
Ich hab mein Lehen!
Jetzt sürcht ich nimmermehr Den Hornung an den Zehen.
Hornung ist bekanntlich Der alte, damals noch allgemein gebräuchliche Name für unseren zweiten Monat, Den Februar. Der Dichter spricht es Damit aus, Datz Februarkälte am wehesten tut. Tatsächlich kann Der Februar, Der letzte Der drei Wintermonate, manchmal Rekorde an Frost und Schnee aufstellen. Es kommt aber auch Die Ungeduld Der Menschen dazu. Die sich im Februar Dem Frühling entgegen* sehnen unD die Kälte Daher besonders bitter empfinden. Wenn mir auch wissen, datz ein „richtiger" Winter mit Eis und Schnee viel gesünder ist als ein weichlicher, der uns nur Nebel unb Regen be-
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)
Durch Italiens Gaue im Kriege.
Erinnerungen an die Heimfahrt mit italienischen Landarbeitern von Oberheffen nach Italien.
Bon C. Didoni, Gießen.*
Von Genua fahren wir nach der ,XEroigen Stadt", Dem herrlict-en R o m. Nach funcr Fahrt schon kommen mir ans Meer, an Die „Riviera Di Levante" (östliche Riviera). Wir fobren ganz Dicht am Meere südwärts. Von Der lanDscl-astlichen Schönheit dieses herrlichen Landstriches finb wir entzückt. Wir freuen uns für unsere verwundeten deutschen Soldaten, die an dieser unvergleichlich schonen Ricüera ihren Genesungsurlaub verbringen können, und mir hören von den Mitreisenden gerne, wie millfommeii die deutschen Verwundeten Der Bevölkerung sind und mit weich' reicher Liebe und Dankbarkeit sie ausgenommen werden. In Pisa nilterbrechen wir Die Fahrt, um Den berühmten „Schiefen Turm" zu besichtigen. Dabei nehmen mir auch Den Dom von Pisa, Der aus weitzem Marmor hergestellt wurde, in Augenschein. Aus Der Weitersahrt nach Rom machen wir noch einmal unterwegs Station in dem herrlich gelegenen Badeort Folianten, wo wir einen herrlichen Abend an Dem schönen Strand verleben. Am anderen Morgen gehts Dann weiter nach Rom, wo wir gegen 9 Uhr an kommen.
NachDem mir uns Unterkunft in einem Hotel besorgt haben, machen wir uns auf den Weg zur Be- sickstigung Der herrlichen Stadt. Die Anlagen auf Dem Pincio sind zunächst das Ziel unserer Schritte. Von Dort begeben wir uns zum Kapitol, Dessen herrliche Bauwerke uns entzücken. Anschlietzend wandern mir zum Mittelpunkt Roms, der „Viazza Venezia", zum Kolosseum, zum Konstantinsvogen und noch vielen, vielen weiteren wunderbaren Sehenswürdig, keilen. Dann machen mir eine Rundfahrt in Dem Wagen eines Droschkenkutschers, der uns mit seinen (Erläuterungen ein guter Reiseführer ist. Den ganzen Tag über sind mir unterwegs, und wir können uns gar nicht satt sehen an den Herrlichkeiten dieser be- wundernswerten Stadt.
Am anderen Tage gilt unser Besuch der Stadt des Vatikans. Dort besichtigen wir zuerst die geroal- tige Peterskirche mit ihren unendlich vielen Sehens- Würdigkeiten, Den Grabmälern Der Päpste, herrlichen Gemälden, wunderbaren Werken der Bildhauer- fünft uftn. Dann begeben wir uns — nach einem luftigen Intermezzo mit einem Schroe-izergarbisten, der sich über eine photographische Aufnahme, die meine Frau bei einem Gespräch zwischen ihm und mir herstettt, gewaltig aufregt, bann aber, als er meine Frau deutsch sprechen hört, nachsichtig lächelt und uns ziehen lätzt — zu den Museen Des Vati, kans, Deren reiche Schätze In vielen Sälen und Gängen wir in Augenschein nehmen. Die berühmte Vatikanische Bibliothek ist zur Besichtigung eben nicht freigegeben. Dafür schauen wir uns in der „Golleria Geografica" um, in der eine große Anzahl Landkarten, bie im 16. Jahrhundert gemalt wurden, unsere besondere Aufmerksamkeit erregen. Dann steigen wir hinab zu der weltberühmten
♦) 93gl. Gietz Anz. Nr 18 vorn 22. Januar und Nr. 20 vom 24. Januar 1941.
Sixtinischen Kapelle, einem Bau von unerhörter Pracht, Der auf uns den stärksten Eindruck macht. Nach einem Blick über Die vatikanischen (Bärten, Die auch im Dezember trotz Der vorgeschrittenen Jahreszeit nod) einen wunderbaren Eindruck hinter- lasset,, juchen wir uod. Die Gemäldegalerie mit den unvergänglichen Werken der großen Meister der Malkunst auf.
Der folgende Tag bringt uns eine besondere Freude Dadurch, Datz mir von einer einflußreichen Stelle mit einer Einladung au einer Opernaussüh- rung im Königlichen Operntheater überrascht werden. Wir sehen hier in wunderbarer Darbietung die Oper von Gluck „Alceste", anschlietzend „Die Schöpfung des Prometheus' nad) der Musik von L. van Beethoven. Mit diesem herrlichen Abend be- schlletzen wir unsere reichen Erlebnisse In Rom.
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Bon Rom gebt es am anderen Morgen weiter nad) N e a p c l. Wir fahren Durd) Die welle römische Campagna und kommen bald darauf in das Gebiet der ehemaligen Pont in Ischen Sümpfe, Die von Der Faschistischen Regierung durch gros,zügige Meliorationsarbeiten zu einem fruchtbaren Kulturland gemacht wurden. Mir fahren Durd) wunderbare Olivenhaine, an riesigen Palmen und Kakteen und berrlidyen Pinienwäldern vorbei und können bald Darauf mit Früchten reichbeladene Apfelsinenbäume sehen. Und das alles in einer unvorstellbaren Fülle und Pracht mitten im Winter.
Bald nad; unserer Ankunft in Neapel, als ich eben auf einer Bank einen Reisescheck in Lire Umtauschen rollt, erleben wir einen Fliegeralarm. In wenigen Sekunden sind Die Bankschalter geschlossen und die wellen Räume leer. Alles Hal sich in den Luftschutzraum begeben, In dem auch mir Unterschlupf gesunden haben. Nad) etwa anderthalbstiinDl- gen, Alarm wird entwarnt, und nun gehl der Bankbetrieb wie alles übrige Leben weiter seinen ge- wohnten Gang.
Nad, dem Mittagessen brechen wir zur Besichtigung der Stadt auf. Auf dem Wege zum Hasen niachen wir infolge eines Mltzverständnlsses die Bekanntschaft mit der Polizei. Ein (tarablnlere nimmt UNS fest, offenbar find mir Ihm Irgendwie verdächtig vorgekommen. Wir werden non ihm zur nädift- gclegenen Pollzelstatlon gebracht, wo fid) das Mitz- Verständnis aber nad) einiger Zelt aufklärt, und wir von dem zuständigen Kommissar mit vielen Entschuldigungen entlassen werden. Der Kommissar gibt uns eine Empfehlung und sogar nod) einen (Carabiniere für unser Hotel mit, der den Auftrag hat, hem Hotelwirt besonderes Entgegenkommen für uns hinsichtlich der Unterbringung und der Preise dringend nahezulegen, kurzum alles zu tun, um uns den Aufenthalt fo angenehm wie nur Irgend möglich zu machen. Mit diesem Ausgang des neuen Intermezzos sind wir natürlich sehr zufrieden. Nun können mir uns ungestört zur Besichtigung her Stadt auf den Weg machen. (Forts, folgt.)
in vielen Gegenden schon als Frühlingsanfang. Die« fer Tag hat eine einzigartige Stellung in unserem Kalender, die sich aus ferner Vergangenheit herleitet. Der Februar war bekanntlich im alten Nom der letzte Monat des Jal)res, unb der 23. Februar war als Fest des Grenzgottes Terminus der letzte Festtag des Jahres. Nach diesem 23. Februar wurde, um die Abweichung des Kalenderjahres vom Son- nenjahr auszugleid)en, alle zwei Jahre ein Schalt« monat von wechselnder Länge, der „Mercedonius", eingeführt. In feiner berühmten Kalenderreform vom Jahre 46 v. Ehr. hob Julius Cäsar diesen SchaUmonat, der auf Die Dauer nur Verwirrung gestiftet hatte, auf und ersetzte ihn durch Den alle vier Jahre wiederkehrenden Schalttag, als den er den 24. Februar, den ersten Tag an Dem letzten Festtag des Jahres, ansah. Mit Recht hat daher früher der 24. Februar allgemein als Schalttag gegolten, und diesem Umstand verdankt der Tag eine Reihe von Bräuchen, die später zum Teil auf an«
Als der Verhaftete vor Ihnen stand, ergriff Fecht zuerst das Wort: „Heute vormittag konnten wir eine autzerordentlich wichtige Entdeckung machen, Korn. Id) rate Ihnen, jetzt das Leugnen aufzugeben. Es hat keinen Zweck mehr." Er fixierte Den Mann scharf. „Zunächst einmal das Sachverständigenurteil über ihr Gewehr Es ist einwandfrei erwiesen datz Sie Die Waffe innerhalb der letzten vier Wochen gereinigt und gefettet haben. Ihre Angabe, datz Sie vor zwei ober drei Jahren das Gewehr zuletzt in der Hand gehabt hätten, Ist nicht wahr. Was haben Sie hierzu zu sagen?"
„Nichts. Ich kann mich auch irren. Vielleicht Ist es vor einem Monat gewesen. Ausgeschrieben habe ich mir das Datum nicht." Die letzte Bekundung klang trotzig.
„Schön. Wenn Sie bei diesen Ausflüchten bleiben, verschlechtern Sie nur Ihre Lage. Welter, wo sind Sie in Der Nacht vom Samstag zum Sonntag in Der Zelt zwischen elf Uhr abenDs und fünf Uhr früh gewesen?"
Korn zuckte zusammen und sandte ängstliche Blicke von Bruchhausen zu Fecht zurück. „In der Nacht? Im Bett."
„Nein. Sie waren nicht Im Bett. Sie haben abends um elf Uhr Ihr Haus verlassen und sind morgens um fünf Uhr wieder zurückgekommen."
„Das ist nicht wahr."
„Lügen Sie nicht. Wir haben Beweise unb Zeugen Dafür." Fecht Uetz Dem Mann Bedenkzeit unD unterbrach seine krampfhaften llebcrlegungen nicht. Nach einer langen Pause lieft Korn sich hören.
„Wenn Sie es schon wissen, meinetwegen, ich bin abenDs um elf Uhr weggegangen und morgens nach Hause gekommen, aber nicht um fünf Uhr, sondern schon um halb fünf."
„Und wo waren Sie in der Zelt?"
„Ich habe zuerst nach meinen Schlingen gesehen. Dann ging Ich Im Bogen um das Dorf herum und durch den Wald zur Lichtung." Er stockte eine Sekunde und fuhr bann fort: „Auf der Lichtung, bie eine Viertelstunde von der Jagdhütte weg liegt, treten Immer Rehe aus. Ich wollte die Wechsel kontrollieren, um einen guten Bock auszumachen. Um Drei Uhr habe ich mich angestellt Dann habe Ich gewartet. So kurz vor vier, genau weift Ich es nicht, habe Ich hintereinander aus der Richtung
bere Tage des Monats übergingen.
In den Februar fällt her Höhepunkt Des Karneval, der, wie bie Luperkalien des antiken Nom mit Dem alten Jahr, bei uns mit dem Winter auf räumt, und das neue Jahr, Den Frühling, feierlich und unter kultischen Vefchwörungssormen einleitet. Die lärmende Fröhlichkeit, bie In anderen Jal>ren um diese Zeit in Den Städten herrscht, schweigt zwar in unserer ernsten Gegenwart, aber die zahlreichen Bräuche und vegetationskultischen Umzüge, mit Denen Das Volk die Karnevalszelt begeht, gehören nun einmal zu diesem Monat und charakterisieren ihn als Uebergang zwischen Winter und VorfrÜH- Ung. C. K.
SornofUen.
lagesfalcnbcr für Samstag.
Gloria «Palast (Seltersweg): „Wunschkonzert". — Lichtspielhaus (Bahnhofstratze): „Dao himmelblaue Abendkleid". — Städtische Frauenarbeitsschule: 13
der Jagdhütte drei Schüsse gehört. Da bin ich fort- gelaufen, weil ich nicht erwischt werden wollte.'
„Sieh mal an. Das gibt ja ein ganz neues Bild. Nun erzählen Sie mal, wie schnell auseinander die Schüsse folgten unb in welcher (Entfernung sie ungefähr gefallen finb."
„Sie kamen sofort hintereinander, fo als ob jemand nur ein Gewehr repetiere unb schnell schleste. Es kann aber nicht aus bemfelben Gewehr gewesen fein, well bie Schliffe verschieden klangen. Der erste Schuft war bestimmt ein Schrotschuft. Der nächste Schuft war von einer Kugel, klang aber dumpfer als der letzte, der mehr peitschte, fo wie ein Militärgewehr."
„Natürlich, einer der Schüsse muft fo geklungen hoben. Herr KÜHUtz ist ja mit einem Mllitärkara- Diner erschossen worden."
Korn wurde bleich, er fühlte, wie er In die Enge getrieben wurde. Schreiend brachte er heraus: „Aber Ich war es wirklich nicht. Jemand anders hat Ihn erschossen."
„Hatten Sie selbst eine Waffe bei sich, Korn?" Fecht fragte Ihn lauernd.
„Nein, Ich wollte ja nur die Wechsel kontrollieren, aber nicht schleften/
„So. Wir wissen es besser. Kurz vor fünf Uhr haben Sie Ihr Gewehr, das später gesunden wurde, in dem Balken versteckt und dazu auf der Leiter ge- standen "
Jetzt überfiel den Mann ein Zittern. Seine Nerven gaben nach. Er bot ein Bild her Verzweiflung ,La, Idi will jetzt auch die Wahrheit sagen. Id) hatte mein Gewehr mit, um zu schietzen. Bevor ich aber dazu kam, fielen die drei Schüsse, und Ich mutzte flüchten. Ich habe feit Wochen keinen Schuft mehr abgegeben "
Mehr war nicht aus ihm herauszubringen, so sehr Ihn auch Fecht und Bruchhausen ins Kreuzverhör nahmen. Schlieftllch gaben sie Ihre Bemühungen auf und beschlossen, mit dem Nerhasteten sofort eine Untersuchung an Ort und Stelle vorzunehmen. In Begleitung eines unformierten Polizeibeamten fliegen sie in einen Kraftwagen unb fuhren zuerst nach der Gendarmerlestation. Von dort riefen sie In Der Försterei an unb bestellten den Nevlersörster zu der Stelle im Wald, an der Korn nach seinen Angaben am Morgen des Sonntags gestanden hatte.
l./2.£ebruar 1941
bis 17 Uhr, Steinstrafte 10, Ausstellung der Arbeiten des Technisd)en Seminars. — Oberhefsischec Kun-stverein: 17.30 bi» 18.30 Uhr Ausstellung „Deut- sehe Graphik der Gegenwart" im Foyer des Stadt* 1 Heaters.
lagcofalcnbcr für Sonntag.
Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr Morgenve» anstaltung „Dos Reich": 19 bis 22 Uhr „Die un< garische Hochzeit". — Gloria-Palast (Seltersroeg)t „Wunschkonzert". — Lichtspielhaus (Bahnbösstrafte): „Dao himmelblaue Abendkleid". — Städtische Frauenarbeitsschule: 10 bis 17 Uhr, Steinstr. 10, Ausstellung der Arbeiten des Technischen Seminars* — Oberdeutscher Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung „Deutsche Graphik der Gegenwart" im Foyer des Stadtthcmters.
Stablll)cnlcr (Dleftcn.
Am Sonntag wird als zweite rezltatorische Mor- genvermiftaUung unter der Leitung von Gerhard R e u I e r Dichtung gelesen, Die sich mit Dem Reichs- getonnten von Walter von der Vogelweide an beschäftigt. 21 u ft er Miete! Am Abend wird bie erfola» reiche Operette Nico Dostals „Die ungarische Hochzeit^ wleberholt. Aufter Miete!
Dienstag 4 Februar: Erstausführung „Darf Ferienkind", Lustspiel von Nutz. 19. Dienstag- Miete!
Mittwoch, 5. Februar: „Des Meeres und der Liebe Mellen" von Franz Grillparzer.
Donnerstag, 6. Februar: Geschl. Veranst. f. KdF. Iße-r Ring 8. Vorstellung „Madame Butterfly", Oper von Puccini.
Freitag, 7. Februar: „Dao FerienkinD", Lustspiel von Ruft. 19. Freitag-Miete!
Samstag, 8. Februar: Geschl. Veranst. f. HI. „Der Vogelhäntoler".
Sonntag, 9. Februar: Nachmittags-FremDenvor, ftcllung „Tiefland", Oper von d'Albert. Aufter Miete! Abends: „Die ungarische Hod)zeit", Operette von Dostal. Aufter Miele!
Kameradschastsabend der Ortsgruppe Areßen-Aord.
Arn Donnerstag, 30. Januar, vereinigten sich viele Parteigenossen der Ortsgruppe GieftenNoro im „Burghof" zu einem Ka rn e ra dsch a s t so bend, Der zugleid) eine Oiedenkstunde an den 30. Januar 1933 war.
Ortsaruppenleiler Thomas begrüftlc Die Bartel genoss en und insbesondere die zur Zeit im Urlaub zu Hanse weilenden Soldaten, Die her Einladung zu dem Abento In großer Zahl gefolgt waren, mit herzlichen Worten. Er gab sodann in grotzen Zügen einen Rückblick auf die arbeitsreichen Jahre des 2lufbnueo von 1933 bis heute und wies dabei na- mcnllid) auf die Höhepunkte im Leben des deutschen Volkes hin. Dann gab er einen Uederblick über die Arbeit Innerhalb der Ortsgruppe in der jetzigen Kriegszeit, wobei er die enge Verbundenheit der in der Heimat weilenden Parteigenossen mit Den Kameraden an der Front hervorhob. Als Beweis dafür, wie dankbar die Arbeit der Ortsgruppe von den im Felde stehenden Kameraden gewürdigt wird, wies er auf zahlreiche Briese hin, in denen die Soldaten immer wieder zum Ausdruck bringen, wie sehr sie sich, aud> wenn sie weit von der Heimat entfernt finb, in Gedanken mit Ihr und der Ortsgruppe verbunden fühlen. Die Ortsgruppe Nord werde auch künftighin nicht verfehlen, auf den altbewährten Bahnen tatkräftig weiterzuarbeiten, um allen Ausgaben gereckst zu werden, die ihr namenl-
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Nach einem Marsch von einer halben Stunde er- reichten flö die Waldlichtung Der Förster war inzwischen eingetroffen und lieft sich von Korn aenan erzählen, welchen Weg dieser tzenommen ijabcn wollte. Er bestätigte die Möglichkeit gegenüber Fecht lind Bruchhausen. Dann nahm Korn neben einer Fichte die Haltung ein, in der er früh um drei Uhr vor dem Mord gestanden hatte. Er wurde unter Aufsicht zweier Beamten zurückgelassen, während der Forster den Staatsanwalt unb den Kriminalrat zu der Mordstelle führte. Es waren nur drei Minuten Weg für die kurze Entfernung von etwa dreihundert Meter notwendig. So weit konnten die Angaben Korns zutreffen. Man fertigte eine genaue Skizze von der Gegend an und begab fick) zu der Lichtung zurück. Der Förster feuerte wenig später auf der Stelle, wo Kühlitz aufgefunden worden war, einen Schuft ab, der deutlich von allen anderen an her Lichtung gehört wurde. Dann wurde die Untersuchung eingestellt, unb der Staatsanwalt.fuhr mit Bruchhausen und seiner Begleitung nach Berlin zurück.
Unterwegs vermieden sie eine Unterhaltung über ihre Vermutungen und berieten sich erst Im Büro des Staatsanwalts. „Ich glaube, jetzt haben wir ihn, Herr Kriminalrat."
„Scheint mir auch so Einen direkten Tatbeweis können wir noch nicht führen, aber gegen den Mann spricht einfach alles. Die Geschworenen werben auch 'nicht anders urteilen können, als wir es fetzt tun. Nur die Geschichte mit den drei Schüssen kommt mir merkwürdig vor "
„Aber roieso denn?"
„Ich sehe den Zweck nicht ein, so etwas zu erfinden Er hätte genau so gut von einem einzigen Schuft sprechen können. ?lber ausgerechnet drei Schüsse, von denen her erste ein Schrotschuft, der zweite ein Kugelschuft unb her dritte aus einem Militärgewehr stammen soll, das ist eigenartig. Korn kann unmöglich eine Ahnung davon haben, was wir an Hand der Waffe des Erschossenen festgestellt haben."
Fecht lachte „Das nicht. Aber Sie verrennen sich setzt Natürsick; weift der Mörder von den drei Schüssen. Zwei sind wahrscheinlich auf ihn abgegeben worden, ohne ihn aber zu treffen. Den dritten hat er selbst abgefeuert und Kühlitz erschossen/
(Fortsetzung folgt.) -


