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dann- und Llulergau-Misterschaflen in Gießen.

Am Samstag und Sonntag fanden in Gießen auf dem Unioersitätssportplatz die Bann- und Untergau- Meisterschaften des Bannes und Untergaues 116 der Hitler-Jugend statt. Ueber 200 Jungen und Madels aus dem Bann- und Untergaubereich waren als Wettkämpfer und Wettkämpferinnen erschienen. Nach oem Auftakt der Wettkämpfe am Samstag- nachmittag fanden am Sonntagvormittag und -nach­mittag die Hauptkämpfe statt. Die Ehrung der Sie­ger und Siegerinnen nahmen nach dem Abschluß der Wettkämpfe für den Bann 116 Bannführer Taesler, für den Untergau 116 Untexgaufuhrerln Inge H a ck mit der Ueberreichung von Ehrenurkun­den vor.

Oie Ergebnisse der Wettkämpfe:

HI.-Klasse A.

100-Meter-Lauf: 1. Hans Winkler, Gef. <34/116, 11,8 Sek.; 2. Hans Rinn, Rachr.-Gef. 4/116, 12,2; 3. Robert Hartmann, Gef. 34/116, 12,2 Sek.

400-Meter-Lauf: 1. Heinz Beck Gef. 34/116, 55 Sek.; 2. Heinz Werner Fehl, Flieger 1/116, 56,2; 3. Parr, SRD., 61,4 Sek.

800- Meter-Lauf: 1. Heini Wolf, Gef. 34/116, 2:14,5 Mm.; 2. Helmut John, Rachr.-Gef. 2/116, 2:28,0; 3. Helmut Schmidt, SRD. 4/116, 2:18,5 Min. f

1500-Meter-Lauf: 1. Heinz Beck, Gef. 33/116, 4:31,9 Min.; 2. Günter Heck, SRD. 1/116, 4:34,5; 3. Heinz Schmück, Gef. 1/116, 4:47,4 Min.

Hochsprung: 1. Heini Wolf, Gef. 34/116, 1,55 Meter; 2. Robert Hartmann, 34/116, 1,52; 3. Reinhold Opper, 23/116, 1,52 Meter.

Weitsprung: 1. Hans Winkler, Gef. 34/116, 6,40 Meter; 2. Reinhold Opper, Gef. 23/116, 6,23; 3. Robert Hartmann, Gef. 34/116, 6,15 Meter.

Dreisprung: 1. Robert Hartmann, Gef. 34/116, 11,88 Meter; 2. Hans Rinn, Rachr.-Gef. 4/116, 11,68; 3. R. Opper, Gef. 23/116, 11,59 Mtr.

Keulenweitwerfen: 1. Friedrich Rödiger, Gef. 34/116, 65,30 Meter; 2. Reinhardt Mohn, Gef. 10/116, 65; 3. Hermann Hinterlang, Gef. 7/116, 59,10 Meter.

Kugel st aßen: 1. Reinhold Mohn, Gef. 10/116, 11^30 Meter; 2. Heinrich Eifert, Gef. 34/116, 10,52; 3. Herrn. Hinterlang, Rachr.-Gef. 3/116, 10,45 Mtr.

Diskuswerfen: 1. Jean Wieland, Gef. 33/116, 30,90 Meter.

4X100-Meter-Staffel: 1. Gef. 34/116, 47 Set.; 2. Mtv. Gießen, 48,6; 3. Rachr.-Gef. 4/116, 48*0 Sek.

Fünfkampf: 1. Robert Hartmann, Gef. 34/116, 4020 Punkte; 2. Hermann Hinterlang, Rachr.-Gef. 34/116, 3760; 3. Albert Rinn, Rachr.- Gef. 4/116, 3470 Punkte.

Reichssportwettkampf: 1. Gef. 34/116, 2793 Punkte; 2. Gef. Rachr. 4/116, 2716; 3. Gef. 42/116, 2125^Punkte.

Speerwerfen: 1. Rudolf Hainer, Fähnlein 2/116, 40,97 Meter; 2. Hans Kirstein, Motor 3/116, 38,32; 3. Friedrich Rödiger, 34/116, 38,37; Heinrich Reuhl, SRD. 1/116, 38,37 Meter.

HI.Klafse B.

100-Meter-Lauf: 1. Helmut Ketterer, Gef. 1/H6, Mtv., 12,3 Sek.; 2. Günter Wolkewitz, Lehr« fähnlein, 12^5; 3. Rudolf Hainer, Fähnlein 2/116, Mtv., 12,6 Sek.

1000-Meter-Lauf: 1. Hanno Bentheim, Bannspielschar, Mtv. Gießen, 2:56,1 Min.; 2. Her­mann Schmidt, SRD. 4/116, 2:57,1; 3. Otto Klein, Gef. 22/116, 3:01,4 Mn.

Hochsprung: 1. Adolf Menges, Rachr.-Gef. 4/116, 1,55 Meter; 2. Helmut Nachtigall, Mot.-Gef. 3/116, 1,50; 3. Werner Wehrum, M. 1/116,1,57 Mtr.

W e i t s p r u n g : 1. Adam Menges, Gef. Rachr. 4/116, To. Heuchelheim, 5,48 Meter; 2. Helmut Wißner, Gef. 19/116, Tv. Wieseck, 5,44; 3. Günther Kley, SRD. 1/116, DfB.-R. Gießen, 5,34 Meter.

Keulenwerfen: 1. Rudolf Hainer, Flieger- Gef. 2/116, 63,50 Meter; 2. Wilh. Gebhardt, Fl.- Gef. 33/116, 63; 3. Herman« Schmidt, SRD. 4/116, 60 Meter.

Kugelstoßen: 1. Rudolf Kainer, Fähnlem 2/116, 11,52 Meter; 2. Walter Loth, Gef. 19/116, 11,31 Meter; 3. Adolf Menges, Rachr.-Gef. 4/116, 11,20 Meter.

Fünfkampf: 1. Adolf Menges,- Rachr.-Gef. 4/116, 3970 Punkte; 2. Günter Wolkewitz, Lehr­fähnlein, 3600; 3. Wilhelm Gebhardt, Fähnlein 33/116, 3570 Punkte.

4X 100«Meter«Staffel: 1. Mtv. Gießen, 50,2 Sek.

D3.-fUaffe.

75-Meter-Lauf: 1 Dieter Ruth, Bannspiel­schar, 9,9 Sek.; 2. Karl Geisse, Lehrfähnlein, 10; 3. Bodo Weifel, Bannipielfchar, 10,2 Sek.

Hochsprung: 1. Bodo Weisel, Bannspielschar, 1,27 Meter; 2. K. Müller, Bannspielschar, 1,27; 3. Richard Drebes, Fähnlein 33/116, 1,27 Meter.

Weitsprung: 1. A. Benner, Fährllein 22/116, 4,98 Meter; 2. Hans Dieter Ruth, Bannspielfchar, 4,95; 3. Karl Ohl, Gef. 33/116, 4,86 Meter.

Schlagweitwer'ken: 1. Dankwart _ Rein­wein, Lehrfähnlein, 75 Meter; 2. Willi Bürtung, Fähnlein 6/116, 69,5; 3. Alfred Benner, Fähnlein 22/116, 69 Meter.

Dreikampf: 1. Dankwart Reinwein, Setor- fähnlein, 2690 Punkte; 2. Friedel Pfeiffer, Fähn­lein 36/116, 2400; 3. H. D. Ruch, Bannspielschar, 2470 Punkte.

4X75-Meter-Staffel der Fähnlein: 1. Lchrfähnlein 1/116, 41,3 Sek.; 2. Bannfpielschar, 41L; 3. Fähnlein 33/116, 42 Sek.

Reichssportwettkampf: 1. Lchrfähnlein, 2471 Punkte; 2. Fähnlem 19/116, 1969; 3. Fähn­lein 33/116, 1955 Punkte.

A.

4 X 100 - Meter - Staffel: M-Gruppe 26/116 Butzbach 60,6 Sek.

100-Meter-Lauf: 1. Gert. Hörder M7/116, Tv., 14,4; 2. Erika Reitz, M. 26/116, 14,5; 3. Mar­gret Leistert, M. 26/116, 14,6 Sek.

Speerwerfen: 1. Doris Rau, M 26/116, 16,18 Meter.

Hochsprung: 1. Emmi Hußke, BDM. 3/116, Mtv., 1,37; 2. Gertrud Härder, M. 7/116, Tv. Klein- Linden, 1,32; 3, Doris Rau, M. 26/116, 1L7; 4. Margot Leistert, M. 26/116, 1,22 Meter.

Weitsprung: 1. Gertrud Härder, Tv. Klein- Linden, M 7/116, 4,64; 2. Elli Wächtershäuser, M. 26/116, 4,10; 3. Doris Rau, M. 26/116, 3,96 Meter.

Kugelstoßen: 1. Marianne Preiß, M. 1/116, 7,85; 2. Doris Rau, M. 26/116, 7,02 Meter.

Diskuswerfen: 1. M. Preiß, M. 1/116, 15,85 Meter.

Reichssportwettkampf: 1. M.-Gruppe 37/116 Wölfersheim, 1836; 2. M.-Gruppe 8/116 Watzenborn-Steinberg, 1819 Punkte.

Fünfkampf: 1. Doris Rau, M. 26/116, 2069 Punkte.

VDM.-Vterk.

100-Meter-Lauf: 1. Heilw. Clarius, BDM- Werk 3/116, Mtv., 14; 2. Else Ludwig, Untergau­stab, VfB., 14,8 Sekunden.

Speerwerfen: 1. Herta Brüning, BDM.° Werk 1/116, Mtv., 24,59 ; 2. Margrit Faber, Unter- gaustab, 19,56; 3. Heilwig Elarius, BDM.-Werk 3/116, Mtv., 16,96 Meter.

Hochsprung: 1. Heilwig Clarius, BDM.- Werk 1/116, Mtv., 1,32 Meter.

Weitsprung: 1. HeilwigClarius,BDM.-Werk 1/116, Mtv., 4,35 Meter.

Kug elstoßen: 1. Else Ludwig, Untergaustab, Mtv., 8; 2. Heilwig Clarius, BDM.-Werk 3/116, Mtv., 7,95; 3. Herta Brüning, BDM.Werk 1/116, Mtv., 7,52 Meter.

Disku sw erfen: 1. Else Ludwig. Untergau­stab, DfB., 21,43; 2. Herta Brüning, BDM.-Werk 1/116, Mtv., 19,30; 3. Heilwig Clarius, BDM.- Werk 3/116, Mtv., 17,25 Meter

Fünfkampf: 1. Heilwig Clarius, BDM.-Werk 1/116, Mtv., 2754 Punkte.

4X100-Meter -Staffel: BDM. - Werk, Gruppe 3/116, 59,5 Sek.

RDM-Klaffe B.

75-Meter-Lauf: 1. R. Andres, IM. 34/116, 10,5; 2. Gisela Zimmer, IM. 5/116, 10,6; 3. Beate Kreiling, IM, 2/116, 10,7 Sekunden.

4 X75-Meier-Staffel der Mädel­gruppen: 1. Mädelgruppe 33/116 Friedberg 43,5; 2. Mädelgruppe 1/116 Gießen 43,7; 3. Mädelgruppe 31/116 Bad-Nauheim 44,2 Sekunden.

Hochsprung: 1. Rosi Rolfes, IM. 1/116, Mtv., 1,33 Meter; 2. Inge Rolfes, IM. 5/116, Mtv., 1,32; 3. Ilse Braun 1,27 Meter.

Weitspruna: 1. Rosemarie Andres, M. 33/116, 4,73; 2. Griseldis Gutlch, M. 33/116, 4,44; 3. Marga Langlouis, M. 26/116, 4,39 Meter.

Schlagballweitwerfen: 1. Emmi Dick, Heuchelheim, M. 7/116, 62; 2. Erika Rittmann, Gie­ßen, M. 4/116 60; 3. Irmgard Heßler, Gießen, M. 4/116, 55 Meter.

windet sich der Drache hindurch. Nahe dem Nord­horizont, wo noch der Schein die die höchsten Luft­schichten erhellenden Sonne sichtbar ist, funkell die Kapella. Im Nordosten steigen die Bilder Perseus, Kassiopeia, Andromeda und der aus einem Quadrat und einem Sechseck bestehende Pegasus empor.

Am 3. Juli durchläuft die Erde den sonnenfernsten Punkt ihrer Bahn. Wir befinden uns dann in einem Abstand von 152 Mill. Kilometer von der Sonne, d. h. 5 Mill. Kilometer weiter als Anfang Januar.

Der Mond zeigt im Juli folgende H^uptticht- gestalten: erstes Viertel am 2., Vollmond am 8., letztes Viertel am 16., Neumond am 24., erstes Viertel am 31. Juli. Der Mond erscheint also zwei­mal im ersten Viertel. Auf seiner elliptischen Bahn durchläuft er die Erdnähe am 6., die Erdferne am 18. Juli. Der Vollmoüd des Hochsommers zieht wie die Dezembersonne in flacher Bahn am Südhimmel entlang; sein gedämpftes Licht erscheint gelblich im Gegensatz zu dem hoch am Himmel stehenden weiß­glanzenden winterlichen Mond.

Schwerer Verkehrsunfall auf der Saalburgstraße.

Zwei Todesopfer.

LPD. Bad Homburg, 30.Juni. Am Sams- tagybend kam es auf der Saalburgstraße zu einem schweren Verkehrsunfall, der zwei To­desopfer forderte. Der Personenwagen eines Radiohändlers aus Bad Hombprg, der von der Saalburg herunterkam, wurde vor Dornholzhausen aus der Kurve geschleudert, riß einen schweren Chausseestein um und überschlug sich. Der Mitfahrer wurde sofort getötet, der Fahrer kam mit so schweren Verletzungen ins Krankenhaus, daß er kurz nach seiner Einlieferung starb.

Reichssportwettkampf: L IM.-Grippe 3/116 Gießen-Ost 2456; 2. JM-Gruppe 2/116, (Bu> ßen-Mitte 2321; 3. JM.-Gruppe 23/116 Lollar 1951 Punkte.

Fußball im Tv. Allendorf (Lahn).

Allendorf 1. Jgd. Rödgen 1. Igd. 5:0 (3:0).

Arn Sonntag trafen sich diese Mannschaften zum fälligen Rückspiel in Allendorf. Von Anfang an hatten die Gastgeber das Heft in der Hand und drängten die Gäste in ihre Hälfte zurück. Dis zur Halbzeit konnten die Einheimischen drei Tore sur sich buchen. In der zweiten Halbzeit drängten die Gäste stark, konnten aber gegen die wirksame Ab­wehr des Gastgeber nichts erreichen. Mit zwei wer­teren Toren der Allendorfer, denen die Gaste keines entgegensetzen konnten, wurde das Spiel beendet.

Merkur und Großplaneten am Morgenhimmel

Siernfchau im Luli.

Von Dr. Erwin Kossinna.

Sportlicher Dreikampf: 1. Emmi Dick, M. 7/116, 292 ; 2. Rosemarie Andres, M. 33/116, 276; 3. Griseldis Gutsch, M. 33/116, 275 Punkte.

Jungmädel.

10X60°m-Staffel der JM.-Gruppen. 1 IM. 13/116 Lich 1:44,5; 2. IM. 2/.116 Gießen- Mitte 1:45,4; 3. IM. 1/116 Gießen-Süd 1:45,9.

60-m-Lauf: 1. Liane Schuldt, IM. 2/116, 8,9; 2. Karola Kopp, IM. 2/116, 9,1; 3. Maleen Thyriot, IM. 3/116, 9,3 Sek. _

Weitsprung: 1. Liane Schuldt, IM.2/116, 4,37; 2. Karola Kopp, IM. 2/116, 4,15; 3. Irmgard Waller, IM. 34/116, 4,12 Meter.

Hochsprung:!. Gudrun Pfefferte, IM. 26/116, 117; 2 Liselotte Bechtold, IM 1/116, 1,17; 3. Lilla Möller, IM. 1/116, 1,17 Meter.

Schlagballweitwurf: 1. Astrid Raddatz, IM 1/116, Mtv., 50; 2. Liselotte Müller, IM 1/116, Mtv., 47; 3. Margret Hofmann, IM. 26/116, 47 Meter.

Wem es nicht zu unbequem ist, an einem klaren Morgen einmal vor der Sonne aufzustehen und den Sternenhimmel zu mustern, dem bietet sich ein prächtiges Bild: im Osten leuchten die beiden Groß- planeten Jupiter und Saturn neben den glänzenden Sternbildern des Orion, des Stiers und des Fuhrmanns, die uns an den langen Winter­abenden durch ihr funkelndes Licht erfreuten. Hoch im Süden finden wir den rötlichen Mars, der uns immer näher kommt und daher seine Helligkeit schon erheblich gesteigert hat. Sein Abstand ver­ringert sich im Laufe des Juli von 109 Mill, auf 93 Mill. Kilometer. r .

Zu diesen drei Planeten gesellt sich im letzten Monatsdrittel noch der Merkur, der bei klarer Luft eine Stunde vor Sonnenaufgang über den Ost« Horizont erscheint. Da sein Licht bei dem tiefen Stand durch die unteren Luftschichten stark ae- schwächt wird, hebt er sich nur wenig von dem Hellen Himmelsgrund ab. Man wird daher mit Vorteil einen Feldstecher zum Auffinden des Planeten be­nutzen^ obwohl Merkur Heller ist als die hoch über ihm funkelnde Kapella im Fuhrmann.

Jupiter und Saturn, die im Februar scheinbar dicht nebeneinander standen, sind nun durch einen weiten Zwischenraum voneinander getrennt. Jupiter bewegt sich schneller als Saturn und eilt dem Ring­planeten ostwärts voran. Eine reizvolle Konstella­tion ergibt sich am 19. und 20. Juli um 3 Uhr morgens, wenn die Sichel des abnehmenden Mon­des zuerst am Saturn, dann am Jupiter vorüber­zieht.

Bietet somit der Morgenhimmel eine ganze Reihe interessanter Planetenerscheinungen, so finden wir am Abendhimmel nur die Venus, die aber trotz ihrer großen Helligkeit nicht recht zur Geltung kommt, da sie sehr tief im Westnordwesleu steht und schon eine Stunde nach Sonnenuntergang wieder verschwindet. Diese ungünstigen Sichtbarkeitsver- haltniffe des Abendsterns ände.rn sich in den nächsten Mönchen noch nicht; erst der Oktober wird eine Besserung in dieser Hinsicht bringen.

Im ersten Julidrittel beeinträchtigen die Hellen Rächte und Mondschein die Beobachtung des Fix­sternhimmels. Günstiger sind die Abende nach dem 10. Juli. Um die Mitte des Monats sehen wir gegen 23 Uhr Sommerzeit die weißblau strahlende Wega, in der Leier, nahe dem Zenit. Sie steht am West­rande der Milchstraße und ist der hellste Fixstern unseres Sommerhimmels. Oestlich der Leier treffen wir auf das große Sternbild des Schwans, das Kreuz des Nordens, das ganz in den Hellen Grund der Milchstraße eingebettet ist. Die Griechen des Altertums sahen in den kreuzförmig angeordneten Sternen einen nach Süden herabfließenden Schwan mit langem, nach vorn gestrecktem Hals und breit auslandenden Flügeln. Der Schwanz wird durch den Hellen Stern Deneb, der Kopf durch den Doppel­stern Albireo angedeutet. Schon ein kleines Fern­rohr läßt erkennen, daß Albireo aus einem gelben und aus einem blauen Stern besteht. Gemäß unse­ren Vorstellungen von der Entwicklung der Fix­sterne handelt es sich dabei um einen gelben Riesen von verhältnismäßig niedriger Strahlungstempera- tur, dessen Lichtfülle von feiner sehr großen Ober­fläche herrührt, und einem kleinen, aber m höchster Glut strahlenden Begleiter. -

Wega und Deneb bilden mit Atair, dem Haupt­stern im Adler, ein jedem Beobachter auffallendes langgestrecktes Dreieck. Wesllich davon bemerken mir die aus schwächeren Lichtpunkten bestehei^en Bilder Herkules und Nördliche Kron^sowie den Bootes mit dem hellstrahlenden Arkturps, einem gelben Riesenstern von der hundertfachen Leuchtkraft der Sonne. Darunter folgen der Schlangentrager und, schon ziemlich tief im Südsüdwesten, das prachwolle Sternbild des Skorpions. Der rötlich leuchtende Antares, mit rund 400fachem Sonnendurch­messer einer der größten bekannten Himmelskörper, ist sttahlenförmig von weißen Sternen umgeben.

Wenden wir uns nach Norden, so sehen mir links vom Polarstern den Großen Wagen in ab­steigender Fahrt, wobei die Deichsel aufwärts ge­richtet ist. Genau die umgekehrte Stellung zeigt der Kleine Wagen. Zwischen diesen beiden Sternbildern

Zwanzig Tonnen Altpapier ersparen sechs­undsechzig Raummeter holzt Darum sammelt Altpaplert

Die Dominiks.

Roman von Hellmuth M.Vöttcher.

18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Der geht ein paarmal nachdenklich durch den Zeichensaol und überlegt. Was Lietzendorf da gesagt hat, klang ehrlich und anständig. Jeder Ehrenmann würde so und nicht anders reden. Schon brennt ihm eine Entgegnung auf den Lippen.. Da denkt er an das, was fein Vater wohl sagen würbe, und er drangt die Aufwallung wieder zurück. Ist jeder, der wie ein Ehrenmann spricht, wirklich einer? Das ist hier die ungelöste Frage, um die sich alles dreht.

So zwingt er sich zur Kühle und Zurückhaltung.

Sie wollten mir, wenn ich Sie richtig verstan­den habe, über eine Unterredung, die Sie mit Herrn Lind hatten, Rechenschaft ablegen?"

Lietzendorf geht unwillkürlich einen Schritt rück­wärts. Er hatte eine andere Antwort erwartet. Aber er bezwingt sich noch einmal.

Rechenschaft ist nicht das richtige Wort", stellt er dann fest, und in seiner Sprache ist nun eben­falls ein frostiger Unterton.Ich hielt mich für verpflichtet, Sie von meiner Unterredung in Kennt­nis zu setzen, nicht um mich zu rechtfertigen, sondern weil ich den Wunsch habe, keinen meiner Schritte weiter mißdeutet zu sehen."

Ist das nicht das gleiche?"

Nein."

Dann sprechen Sie, bitte."

Lietzendorf berichtet von der gestrigen Unterredung so wie er .dazu gekommen und wie sie ausge­laufen ist. x

,Hch würde wahrscheinlich zu diesem Bericht kei­nen Anlaß gefunden haben", schließt er,wenn mir nicht Ihre Aeußerungen von gestern gezeigt hätten, wie leicht ich mißverstanden werde und wenn ...", er druckst einen Augenblick,und wenn Herr Lind, der eigentlich heute nach Hamburg zu fahren vor- hatte, nicht nach meinem Bericht plötzlich seine Dis­positionen geändert und aus mir nicht näher erklär­lichen Gründen nach Berlin gefahren wäre."

^Hm." Nun ist auch Nissen verdutzt. Diesen Aus­

gang der Sache hat er nicht erwartet. ,,Unb was schließen Sie daraus?" forscht er.

Lietzendorf zuckt mit den Schullern.

Nichts Bestimmtes! Wenigstens vorläufig nicht ... wenigstens so lange nicht, vis Sie mir die Frage beantwortet haben, die ich jetzt stellen möchte: Ist das wahr, was Herr Lind mir versichert hat, näm­lich, daß er als Aufsichtsrat über die Pläne der Dominik-Werst in bezug auf den Bau von U-Kreu- zern genaueft unterrichtet ist?"

Nissen Dominik spricht nicht gleich.

Ist das eine Falle? Weiß Lietzendorf wirklich so wenig Bescheid? Man sollte es eigentlich nicht für möglich halten. Aber es scheint doch so zu fein. Gesichtsausdruck und Tonfall können nicht jo täu­schen. Lietzendorf, der Betriebsleiter, ist selber in eine Falle gegangen, und er und sein Vater haben ihn durch chre Voreingenommenheit dazu getrieben. Sie selber sind schuld an der Dummheit, die der Ingenieur gemacht hat.

Nein!" sagt er darum und blickt Lietzendorf voll an. Und wiederholt es nochmals. -Nein! Er weiß nichts davon."

Der Ingenieur ist wie unter einem Schlage zu­sammengezuckt.

Nein?" fragt er tonlos. Aber ich denke, daß Herr Lind als Aufsichtsrat ..

Wir sehen in Herrn Lind nur den Konkurren­ten, und Herr Lind sieht in uns ebenfalls bloß das gleiche. Da ist es nicht mehr als ein Zeichen von Vernunft, daß wir dem formalen Willen des Gesetz­gebers, den Herr Lind gegen uns ausnutzt, das ewige Recht des Selbsterhaltungstriebes entgegen» stellen."

So ..." Nichts anderes weiß der Betriebsleiter zu entgegnen. Bloß dieses nachdenkliche Summen, das mehr als alle Worte anzeigt, wie tief er be­troffen und erschüttert ist.

Dann habe ich", sagt er nad) einer langen Weile, dann habe ich vielleicht an Ihnen sehr viel gutzu- machen." Er zögert, als er bemerkt, wie Nissen mit den Schultern zuckt und fährt bann doch fort:Ich bitte Sie, Herr Dominik, vertrauen Sie mir untf geben Sie mir Gelegenheit, Ihnen zu beweisen, daß ich keine Kreatur des Herrn Lind bin." Er streckte dem andern die Hand hin. ,Jch habe Ihnen vorhin bereits mein Ehrenwort angeboten. Ich bin Offizier wie Sie."

Da gibt sich Nissen gefangen.

Hat er nicht schon einmal, vor Monaten, zu fei­nem Vater gesagt: Ich bin bereit, für Lietzendorf zu bürgen?"

Nun schlägt er entschlossen in die dargebotene Rechte ein.

Ich vertraue Ihnen", sagt er dabei.Und damit Sie sehen, daß das ehrlich und rückhaltlos gemeint ist, biete ich Ihnen die Mitarbeit an unfern ge- heimften Plänen an." Er denkt eine Sekunde nach, ob er das nächste sagen soll, und dann tut er es: Offengestanden ich habe oft an diese Möglichkeit gedacht. Ich brauche Ihre Hilfe, Lietzendorf."

Dann geht er cm den stählernen Schrank mit den Zeichnungen hinüber und sperrt ihn auf.

Noch einmal zögert er.

Ich habe Ihr Ehrenwort?" fragt er.

Sie haben mein Ehrenwort", bestätigt Lietzen- dors.

Danke."

Ein befreiendes Lächeln geht über Nissens Gesicht.

Bitte, sehen Sie sich einmal die Sachen hier an", sagte er, und seine Stimme hat jede Frostigkeit ver­loren.Ich würde es gern sehen, wenn ich bei der Weiterarbeit auf Ihre Unterstützung rechnen könnte wenigstens soweit Ihre Tätigkeit als Betriebs- leiter Ihnen dazu Zeit läßt ..."

e

Die tägliche Postkorrespondenz ist zu Ende. Liet­zendorf und Arndt gehen. Nur Nissen ist noch ge­blieben. Sein Vater pflegt mit ihm gewöhnlich noch einige besondere Fragen zu besvrechen.

Kaum hat sich die Tür geschlossen, als der Alte aufsteht, aus dem eingemauerten Pribattresor eine Mappe nimmt, darin lange blättert und dann zu lesen an fängt. Er scheint alles andere in der Welt darüber vergeßen zu haben.

Soll ich gehen?x fragt Nissen nach einer Weile.

Nein, ich möchte mit dir noch etwas besprechen." Wieder muß er warten. Es dauert noch geraume Zeit, bis schließlich Friedrich Dominik die Mappe auf den Tisch schwappt.

Hast du gelesen, daß Birk & Co. vor der Pleite stehen sollen?"

Ja mir hatten vor ein paar Tagen von der Auskunftei einen Berichtsnachtrag. Meinst du, daß wir Verluste haben werden?."

Nein das Konto steht schon lange glatt. Die Firma kaust ja kaum von uns. Aber du roitft überrascht fein es ist La mit der Nachricht von dieser Pleite ein aller Jugendplan in mir auf- gewacht."

Ein Jugendplan?"

Nissen kann sich nicht vorstellen, wanden Vater an Birk & Co. so interessieren könnte. Die Firma fabriziert Motorboote als Spezialität, ist also kaum als Konkurrenz der Dominik-Werft anzusehen. Man hilft sich bloß gelegentlich mal mit kleinen Gefällig­keiten aus. Außerdem kauft die Dominik-Werst manchmal von Birk & Co. einen Spezialstahl, der der Motor-Werft patentiert ist. Der Stahl ist vor­züglich, für manche Schiffstypen geradezu unersetz­lich, aber sündhaft teuer.

Damals, vor dem ersten Balkankrieg, hatte ich den Gedanken, mit Birk & Co. zusammenzugehen. Nicht wegen der Motorboote, obwohl die überall, besonders bei Sportlern, gut eingeführt sind, son­dern wegen des Stahls. Birk-Stahl gibt es in der Welt nur einmal. Es liegt nicht bloß am Patent­schutz. Auch ohne diesen wäre er unerreicht."

Nissen erinnert sich dunkel, einmal davon gehört zu haben. Birk & Co. besitzen eine eigene kleine Eisenerzgrube im Ruhrgebiet. Es wäre an sich nichts Besonderes daran, wenn nicht das hierfür nötige Eisenerz Beimischungen irgendeines Stoffes ent­hielte, der dem Stahl aus noch nicht einwandfrei erforschten Gründen eine so vielfache Härte und Dehnbarkeit gäbe, daß Platten von nur zwei Milli­meter Stärke die Festigkett haben, wie sonst normale Stahlplatten von fünf bis sechs Millimeter. Was das für den Schiffsbau bedeutet, liegt auf der Hand. Man kann bei Verwendung von Birk-Stahl zwei Drittel Material sparen? Und man gewinnt entlpre- chendes Gewicht für die Nutzlast!

Die Bedeutung von Birk & Co. als Motorboot­werft ist dem Birk-Stahl zu danken.

Riffen kann sehr wohl verstehen, was der Birk- Stahl erst für die Dominik-Werft bedeuten wurde. Beim Bpu von Ozeandampfers, wo jede Tonne Ge­wichtsersparnis einen dauernden Gewinn brächte, ober gar bei feinem Lieblingstraum, den U-Booten.

Friedrich Dominik holt aus feinem Wandschrank eine graue Mappe mit vergilbten Papieren.

I (Fortsetzung folgt.)