Zer Mchlling auf Korsika
Vornan von gelnz LorenMambrecht 2Ü Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Die „Melusine" legt den Weg von Genua nach Rapallo in einer Stunde zurück. 3m Kurhaus und vor allem in dem jenseits der Straße als prächtige Terrasse über dem Meer liegenden Kurgarten herrscht bereits reger Betrieb, und unternehmungslustig stürzen sich Viktors Schutzbefohlene in das Gewühl. Solange das Boot sie zusammenhielt, konnte er sie leicht beaufsichtiaen, jetzt nicht mehr. Sie stieben da- und dorthin und sind wie Vögel, die mal da, mal dort zupicken, wo sie einen guten Wappen wittern. Es wird Kaffee getrunken, es wird getanzt, man bewirft sich mit Blütenblättern, man steht großartig mit seiner Flamme am Sektpavillon und spendiert mit der Miene eines geübten Lebemannes ein Glas Sekt und noch ein Glas Sekt und wieder ein Glas Sekt. Man ist ja der Sohn wohlhabender Eltern, man hat ja Geld in allen Taschen — oha, daran fehlt's nicht, meine Herren! Es wird dunkel, es wird Nacht, Girlanden bunter Papierlaternen streuen gedämpftes Licht auf die erhitzte Gesellschaft. Ausgelassenheit und Lebensfreude schwingen einem Höhepunkt zu. Viktor bekommt seine Horde zum Abendessen zusammen, zu dem Flipo Orlando auf jeden Fall wieder französischen Sekt bestellt. 3a, heute wollen sie einmal ganz großartig sein, diese jungen Herrchen, die in ihren ersten Smokings, zu denen sie runde amerikanische Strohhüte tragen, beinahe so blendend wie Filmstars aussehen.
Ancia Maria erinnert sich an ihr Versprechen. Sie tanzt mit Viktor. Und dann tanzt sie noch einmal mit ihm.
„O, Sie tanzen besser als die andern alle, Viktor", sagt sie. „3ch tanze gern mit 3hnen. 3d) tanze mit 3hnen am liebsten. Ach, heute ist mein glücklichster Tag, Viktor."
„3ch glaube, du hast viele glückliche Tage, Ancia Maria."
_ „3a, aber heute ist der allerglücklichste. — Sagen Sie mir, wer von uns gefällt 3hnen eigentlich am besten?"
„Enzio. Er ist der prächtigste junge Bursche, den ich kenne."
„Ach, ich meine doch natürlich von uns Mädels. Eeleste natürlich, nicht wahr?"
„Nein!"
„Nicht?" Sie ist ehrlich erstaunt. „Wissen Sie, ich kann sie ja nicht riechen, aber ich finde sie einfach himmlisch."
„Na ja, wenn sie schon Celeste heißt."
„3a, und das finde ich wieder so arrogant, daß sie schon mit ihrem Namen das Verhimmeln herausfordert. — Also?"
„Was also?"
„Wen Sie am nettesten finden?"
„Elena Borgate", lügt er.
„Ach ...!" macht sie enttäuscht. Denn wenn sie auch ohne weiteres Celeste Galiera den ersten Preis einräumt, so erhebt sie doch Anspruch auf den zweiten. „Elena ...? Nun ja, sie paßt ja auch gut zu 3hnen. Sie ist so ernst und still. Warum sind Sie eigentlich so still, Viktor?"
„Weil ich ein wenig älter bin als ihr alle. Weil ich fast der Vater jedes einzelnen von euch fein könnte."
Sie sieht ihn prüfend an. Schüttelt dann den Kopf. „Nein, das ist nhht wahr, das finde ich -eigentlich gar nicht, Viktor , sagt sie langsam.
So plaudern sie während des Tanzes da^in, und Viktor wird ganz frei und leicht zumute. Um elf Uhr aber befiehlt er den Aufbruch. Natürlich bestürmt man ihn, noch eine Stunde zuzugeben. Aber er bleibt unerbittlich. Er hat Maria Ansaldi versprochen, daß er um Mitternacht mit Ancia Maria daheim sein würde. Enzio stellt sich auf seine Seite, und auch Ancia Maria zeigt sich willfährig. Da schließen sich dann auch die anderen an.
Sie fahren ab, und das bunte Llchtgeflimmer auf der Terrasse über dem Meer liegt bald wie eine seltsame Fata Morgana hinter ihnen, lieber ihnen und rings um sie her öffnet sich ein viel köstlicherer Lichtzauber: das mit Sternenbildern sanft durchwirkte Gewölbe des nächtlichen Himmels. Sie gleiten an der Bucht von St. Margherita vorbei und um das Vorgebirge von Portofino herum, das sich als massiger schwarzer Bergkoloß ins Meer vorschiebt. Dann taucht schon — ganz in der Ferne noch — der Lichtdunst auf, den Genua in die Nacht sickern läßt.
Viktor hat der Sicherheit halber das Steuer über
nommen. 3n den jungen Menschen pulst noch kräftig der Aufruhr des Festes. Dazu hat Flipo Orlando noch zwei Flaschen Sekt mitgenommen. ,Kapitän", sagt er mit etwas gläsernen Augen und steifer Zunge zu Viktor, „melde, Herr Kapitän, daß ich ordnungsgemäß Konterbande an Bord geschmuggelt habe." Und läßt den Pfropfen knallen. „Evvioa!" rufen die andern und halten die Gläser aus der kleinen Pantry hin. Außer Rand und Band sind sie.
Jetzt steht Flipo Orlando auf der Heckbank im Cockpit und hält eine Rede auf das junge 3talien, und sie singen ein faschistisches Kampflied. Dann hält er eine Rede auf das Meer. Und dann eine Rede auf die Frauen im allgemeinen. Dann eine auf Ancia Maria im besonderen, manchmal verwechselt er den Namen und sagt Celeste. Er fuchtelt mit Händen und Füßen und hat vor lauter Fuchteln keinen Tropfen mehr in seinem Glas. Er ist Temperament vom Wirbel bis zur Zehe. Außerdem ist er natürlich beschwipst.
Bei seiner Rede stopft sich Ancia Maria die Finger in die Ohren und kreischt ihn an: „O Flipo, du bist der größte Schwätzer von ganz Ftalien."
„Was bin ich? Der größte Schwätzer von ..." Weiter kommt er nicht mehr. Er hat mit solcher Vehemenz seine Arme über sich geworfen, daß er das Gleichgewicht verliert und ganz unerwartet hjnb plötzlich über Bord geht. Seitlich über den Dollbaum plumpst er am Hintersteven ins Meer. Dort verschwindet er fuchtelnd in dem Strudel, der von der Schraube aufgepflügt wird.
Ancia Maria stößt einen schrillen Schrei aus, die anderen starren wie von Entsetzen gelähmt ins Wasser. Da merkt auch Viktor schon, was geschehen ist. Er überlegt nicht lange, während er das Boot abstoppt, hat er schon den Rettungsring im Griff, der neben dem Steuerrad hängt. Er schreit Enzio zu, das Boot herumzuwerfen, ist mit einem Satz am Heck späht, den Rock herunterreißend, wobei er den Rettungsring zwischen die Knie geklemmt hält, über das Kielwasser hin und sichtet Flipos Gesicht und seine Arme, die noch heftiger fuchteln als vorhin.. Er wirft den Retttmgsring in weitem Bogen in die Richtung und springt ihm herzhaft nach. Er weiß zwar, Flipo ist ein guter Schwimmer, aber der Junge hat zuviel getrunken, und der Schreck kann ihm in dieser Verfassung Geitzesgegen-
seroelazarett ein Gesangskonzert darbringen, das von dem Gesangverein „Germania" Watzenborn- Steinbera unter Leitung seines Ehrenchormeisters Harnisch gegeben wurde. Der Sängerchor brachte Volkslieder in bester Weise zu Gehör und konnte den dankbaren Beifall der aufmerksam lauschenden Hörer ernten. Ein Vertreter der NSKOD. wohnte der Deranstattung bei.
♦* Neujahrsglückwünsche sollen vor allem auch rechtzeitig beim Empfänger eintreffen. Darum liefert man die Sendungen nicht erst in letzter Stunde bei der Post ein. Man versieht sie mit genauer Anschrift, vergißt also nicht Straße, Hausnummer, Stockwerk und bei Untermietern den Wohnungsinhaber anzugeben. Bei Sendungen nach Großstädten fügt man die Nummer des Zustell- poftamts hinzu. Man schreibt möglichst mit Tinte, Somit die Aufschrift nicht unleserlich wird, gibt auch die volle Absenderanschrist an und verwendet Marken und Karten des Kriegswinterhilfswerts.
Aus der engeren Heimat.
Landkreis Gießen
4- Grünberg, 27. Dez. Die Ueberreichuna von 51 Ehrenkreuzen der deutschen Mut- t e r fand am zweiten Weihnachtsfeiertage im Saale vom „Hessischen Hof" statt. Zu der Feier waren die Politischen Leiter, Vertreter der Gliederungen und Angehörige der Mütter als Gäste erschienen, als Vertreter der Stadt war Bürgermeister König anwesend. Die Ueberreichung, die durch den brennenden Weihnachtsbaum eine weihevolle Gestaltung erfuhr, wurde durch Lieder einer BDM.-Gruppe, Musikvorträge sowie dem Vortrag von Worten des Führers oder unserer Dichter über die deutsche Mutter umrahmt. Ortsgruppenleiter Schütz sprach zu den Müttern, denen er alsdann die Auszeichnung überreichte. Folgende Mutter erhielten das Ehrenkreuz: I. Stufe (goldenes Ehrenkreuz): Marie Weiß, geb. Muth: Minna Repp, geb. Feldmann. — II. Stufe (silbernes Ehrenkreuz): Anna Gehringer, geb Dickel: Frieda Keller, geb. Seng; Helene Schroer, geb. Windgassen: Katharine Flick, geb. Dickel; Margarethe Stichler, geb. Sauer: Elise Keil, geb. Koch; Katharine Thom, geb. Schepp: Elise Repp, geb. Dickhardt: Luise Stein, geb. Brückmann: Lina Degen, geb. Keller; Anna Godosar, geb. Heidt. — III. Stufe (bronzenes Ehrenkreuz): Emma Misar, geb. Debus; Anna Kreuder, geb. Lückert: Hella Hornef, geb. Schinke; Lina Hansen, geb. Dreut; Katharine Hoffmann, geb. Hofmann; Amalie Repp, geb. Bachmann; Anna Tröller, geb. Wurm Nonette Meyer, geb. Schilling, die als Achtzigjährige die älteste der Ausgezeichneten war; 3osevhine Möller, geb. Steuernagel; Anna Tröller, geb. Frank; Auguste Rau, geb. Knöß; Anna Kaspar, geb. Seibert; Marie Wolf, geb. Ohly: Paula Robert, gb. Aff; Anna Erb, geb. Schäfer; Marie Hoffmann, geb. Stamm; Luise Schmadel, geb. Kratz; Margarete Römer, geb. Keil; Katchen Heinzmann, geb. Stauf; Elisabeth Bock, geb. Knöß, Marie Balser, geb. Weber; Anna Port, geb. Keller; Elisabethe Herzberger, geb. Bast; Lina Bausch, geb. Bley; Katharine Sauer, geb. Ritter: Anna Hahn, geb. Reuter; Luise Neeb, geb. Sauer; Minna Leineweber, geb. Kaiser; 3ohanna Semmlerf geb. Frank; Elisabeth Säubert, geb. Roos; Luise Rühl, geb. Schäfer: Martha Elise Rebensberger, geb. Kauß: Anna Helm, geb. G'lbert; Marie Karpe, geb. Frank; Elise Stein geb. Möbus: Lina Gömert, geb. Erb; Johanna Müller, geb. Groß; Else Zimmer, geb. Bück.
Kreis Büdingen.
h Schotten, 27. Dez. Der N SV -Kind er- g ar t e n hielt in der dicht besetzten Turnhalle eine stimmungsvoll verlaufene Weihnachtsfeier ab. Die vielen Dortrage, Lieder und Spiele fanden reichsten Beifall. Ein gemeinsamer Kaffee schloß sich an. Der Kindergärtnerin Frl. ntfe Fürst wurde vom Bür-, germeifter her Dank für ihre treue Kinderfürsorge ausgesprochen.
Kreis Marburg.
ch N o r d e ck, 27. Dezember. Der Flieger-Ober- gefreite Karl Schneider von hier erhielt für besondere Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz I. Klasse.
Todessturz aus dem Auto.
Dillenburg, 29. Dez. Nachts fiel aus einem fahrenden L a st a u t o aus Herbornseelbach, mit dessen Hilfe in Oberscheld ein anderes Auto flott- gemacht worden war, einer der vier 3nsassen, Otto S e i p aus Herbornseelbach, auf die Straße. Die Mitfahrer hoben ihn auf und setzten ihn zwi
schen sich, doch mußten sie bei ihrer Ankunft feststellen, daß der Verunglückte bereits t o t war. Wahrscheinlich hat er sich bet dem Sturz das Genick gebrochen.
Verfehlungen im Dienst.
4 Jahre Zuchthaus für einen Volksschädliug.
Lpd. Darmstadt, 29. 12. Der ehemalige städtt- sche Angestellte Georg Friedrich Späth aus Darmstadt ist nach mehrtägiger Verhandlung von der Strafkammer des Landgerichts Darmstadt wegen fortgesetzter schwerer und einfacher Bestechung, Erpressung, Nötigung und Amtsanmaßung, Amtsunterschlagung und Betrugs sowie als Dolksschädling im Sinne des § 4 der Verordnung gegen Volksschädlinge vom 5.9.1939 rechtskräftig zu einer Gesamtstrafe von 4 3 ahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 3ahren verurteilt worden. Drei Monate Untersuchungshaft werden auf die Strafe angerechnet, zahlreiche von Späth durch seine Straftaten erwor
benen Gegenstände, eingezogen. Ein Wertbetrag weiterer Bestechungsvorteile in Höhe von 500 RM. ist zu Gunsten des Reiches für verfallen erklärt worden. Der Verurteilte hat die Mehrzahl feiner Verfehlung unter Ausnutzung feiner Stellung als Aufseher einer Arbeitskolonne begangen und wurde bereits zu Beginn des Ermittlungsverfahrens fristlos aus dem städtisschen Dienst entlassen. Neunzehn in diesem Zusammenhang gleichfalls unter Anklage gestellte Personen wurden wegen aktiver Bestechung zu Gefängnisstrafen von 1 bis 6 Monaten verurteilt. 3n zwei weiteren Fällen erfolgte Freisprechung.
Sranffuder Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 30. Dez. (Vvrbericht.) Es kosteten: Ochsen 35 bis 46,50 RM., Bullen 35 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 36 bis 45,50, Kälber 35 bis 70, Hämmel 30 bis 51, Schafe 18 bis 44, Schweine 50 bis 58 RM. Marktverkauf: alles zugeteilt.
erzielen konnte. Schiedsrichter Best leitete groß, zügig und konnte gefallen.
Spielverlauf: Trotz der zahlenmäßigen Untev legenheit sind die VfB.er sofort im Angriff. Zu enge Kombination gibt jedoch der Wetzlarer Hintermannschaft immer wieder Gelegenheit zu klären. Verschiedene Vorstöße der Gäste beweisen im Straf- raum die gleiche Schußunsicherheit wie bei den Gie- ßenem. Nachdem die Gießener das Führungstor erzielt haben, verschießt Kramer einen Elfmeter, und damit sind die Höhepunkte des Spieles bis zur Halbzeit erschöpft. Nach Wiederbeginn wird bat Spiel vollständig einseitig. Von den vielen Torchancen werden jedoch mir noch 5 verwertet. Bei einem Freistoß haben die Gäste Gelegenheit, das Ehrentor herauszuholen. Ein Gießener Verteidiger kann aber den Ball auf der Linie abwehren. Beim Schlußpfiff haben die Gießener einen in dieser Höhe verdienten Sieg errungen, ohne jedoch restlos überzeugt zu haben.
Kurze Sportnotizen.
Die Ausschreibungen zu den hessi- schen Schimeisterschaften sind jetzt erschienen. Die Titelkäinpfe in den nordischen Wettbewerben finden am 11/12.3anuar in Kassel statt, die alpinen Meisterschaften werden am 1./2. Februar in Gersfeld (Rhon) entschieden, und die Dauerlauf- Meisterschaft kommt am 16. Februar in Willingen (Waldeck) zur Durchführung.
Der deutsche Eishockeymeister Wiener EG. wurde am Samstagabend auf der Me- ner Engelmann-Eisbahn von Schwedens Meister Güta Stockholm mit 3:0 Toren besiegt. Die Schweden schossen die Tore gegen Schluß des zweiten Spielabschnitts innerhalb von 75 Sekunden.
Auf der Eisbahn in Villach (Kärnten) erzielte die Eishockeymannschaft des Münchner ED. ein 2:2 gegen eine Kombination Kämten/Klagen- furt. Die Gastgeber konnten erst wenige Sekunden vor Schluß den Gleichstand erzielen. \
Das Schispringen In Oberammer, g a u, das für Sonntag vorgesehen war, wurde auf Sonntag, 12. 3anuar, verschoben.
Bayerns Eishockey - Meisterschaft wurde am Sonntag in Garmisch-Partenkirchen mit dem Treffen zwischen SC. Rießeilee und SS. Nürnberg fortgesetzt. Rießersee siegte nur knapp mit 3:2 (1:1, 2:0, 0:0). Die Tore für den Sieger schossen Wild (2) und Egger, für Nürnberg Isenmann unb Molter.
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Die Stuttgarter Berufsboxkämpfe hatten rund 5000 Besucher in die „Stadthalle" gelockt. 3m Hauptkampf des Abends siegte der deutsche Halbschwergewichtsmeister Kreutz (Aachen) über den Schweden Andersson hoch nach Punkten. Weltergewichtsmeister Eder (Köln) schlug Deyana (Ftalien) nach Punkten, und Rutz (Straßburg) landete einen Punktsieg über Kreimes (Mannheim).
Sei ben Hamburger Borkämpfen siegte Richard Vogt (Hamburg) über Oldomi (Italien) nach Punkten, ebenso landete Andersen (Dauern c: k) einen Punktsieg über Stegemann (Berlin). Der Münchner Schmidt punktete den Stuttgarter Kohlborn aus. .
Die Südwe st-Ringermei st erschuften im Bantam-, Feder- und Halbschwergewicht wurden in Franksurt-Eckenheim durchgeführt. Hübner (AC. Mainz-Weisenau), Seibert (Mainz 88) unb Leichter (Dikt Frankfurt-Eckenheim) sicherten sich die Titel.
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Einen Führungswechsel hat es in der bayerischen Fußball-Bereichsklasse gegeben. Der BC. Augsburg unterlag auf eigenem Gelände mit 1:3 (0:0) gegen die Spvg. Fürth und mußte den ersten Platz an den TSV. 1860 München abgeben, der den Lokalgegner Wacker mit 10:1 (7:1) schlug.
Der Ostmark-Fußballmeister Rapid Wien trat am Sonntag in Budapest vor 7000 Zuschauern zum Rückspiel gegen Ungarns Meister Ferencvaros an und unterlag knapp mit 3:4 (1:2) Toren. 3n Wien hatte Rapid mft 6:1 gewonnen.
Derslowakische Fußballmeister Preh- burger SK. siegte am Sonntag in Berlin vor 5000 Zuschauern gegen -ertha/BSC. überlegen mit 7:1 (4:0) Toren.
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Fußballergebniffe am Sonntag.
1900 — Burgsolms 5:2
VfB.-Reichsbahn — Sportfreunde Wetzlar 6:0 Wetzlar 05 — Bissenberg 6:2
VfL. Marburg — Naunheim 3:4
Das Resultat auf dem Trieb entspricht dem Spielverlauf. Die 1900er haben mit diesem Siege den Anschluß zur Spitzengruppe sich nicht entgehen lassen.
Die Sportfreunde hatten auf dem Waldsportplatz während des ganzen Spieles r(eine Gewinnchance. Das Ehrentor wäre ihnen schon auf Grund ihres Eifers zu gönnen gewesen.
Wenn auch die Wetzlarer eindeutig gewannen, so leisteten die Bissenberger doch erbitterten Widerstand. Aus Angriffen aus der Verteidigung heraus resultierten die Gegentore. Die 05er haben mit die- fern Sieg ihre Spitzenstellung weiter ausgebaut.
Die Naunheimer nutzten in Marburg eine Schwächeperiode des Gastgebers in der ersten Halbzeit geschickt aus und errangen eine 3:0-Führung. 3n der zweiten Halbzeit waren-die Marburger jederzeit Herr der Lage. 3hr Mittelstürmer Scherer konnte zwei Tore aufholen und schoß auch, nachdem die Naunheimer einen Fehler der Hintermannschaft der Marburger zu einem weiteren Tor ausgenutzt hatten, das dritte Tor. Naunheim war glücklich in feinen Akttonen, wahrend Marburg vieles mißlang.
Auf Grund der Resultate ist der Tabellenstand folgender:
Verein
Spiele
Gew. Unentsch.
Verl. Pkte.
FC. Wetzlar
8
7
0
1
14:2
Naunheim
8
6
0
2
12:4
W.-Steinberg
8
5
1
2
11:5
VfB.-Reichsbahn
8
5
0
3
10:6
Burgsolms
8
4
1
3
9:7
1900 *
8
4
0
4 !
8:8
VfL-Marburg
5
2
0
3
4:6
Bissenberg
5
1
0
4
2:8
Luftwaffe
7
1
0
6
2:12
Sportfr. Wetzlar
7
0
0
7
0:14
1900 — Burgsolms 5:2 (2:0).
Der Sieg der Blau-Weihen ist zustande gekommen. Er mußte jedoch weit schwerer erkämpft werden, als man vorher annehmen konnte. Die Gäste brachten nämlich neben ihrem kämpferischen Einsatz manche unnötige und überflüssige Härte ins Spiel, die den Platzbesitzern, besonders in der ersten Hälfte, das Spiel sehr erschwerte. Auch die Platz- vcrhältnisse beeinflußten das Spiel zu Beginn merklich. Erst als man die richtige Einstellung gefunden tjatte, bekam das Geschehen den richtigen Fluß.
Mit dem Wind als Bundesgenossen verlegen die Blau-Weißen vom Anstoß weg das Spiel in des Gegners Hälfte. Vielbeinige Verteidigung, besonders aber die Tücke des Spielfeldes, lassen kein richtiges Spiel zu. Es ist ein Hin» und Herschlagen des Balles, das sich bis zur 20. Minute hinzieht. Erst da sieht man einen geschlossenen Angriff, der auch zum Erfolg geführt hätte, wenn Koch nicht in Abseitsstellung geraten wäre. Kur^ darauf bewahrt eine wunderbare Leistung des Hüters die Gäste vor dem ersten Treffer, als er einen Bombenschuß von Heilmann im Hechtsprung über die Latte lenkt. 3n der
30. Minute ist es dann doch geschehen. Ein geschlossener Angriff der Blau-Weißen wird mehrmals ab- gewehrt, bis Heilmgnn den Rest besorgt. Acht Minuten später steht es 2:0. Kraft II., der bis dahin eifrigste Mann im Sturm der Platzbesitzer, kämpft sich auf Rechtsaußen die Linie entlang, und ttotz Behinderung kommt seine Vorlage so genau zur Mitte, wo sein größerer Bruder nur einzulenken braucht. Bei diesem Stande werden die Seiten gewechselt. Mit dem Wiederanstoß der Gäste ändert sich sofort das Ergebnis. Bei einem harmlos aus- sehenden Angriff gelingt es dem Linksaußen, das Leder aus nächster Nähe einzuköpfen. Auf der Gegenseite verschuldet der Gästehüter durch zu langes Ballhalten einen Freistoß. Diese Gelegenheit weiß man geschickt auszunutzen, und damit steht es 3:1. Als bei einem Angriff Kraft II. allzu hart gelegt wird, entscheidet der Schiri Elfmeter. Koch, sonst der absolut sichere Vollstrecker, verschießt. Bei einem Gegenvorstoß verkürzen die Gäste überraschend auf 3:2. Hierdurch geraten die Blau-Weißen sichtlich aus dem Konzept. Burgsolms drängt mit Macht zum Ausgleich, und man kann schon sagen, daß diese Zeit glimpflich für die Platzbesitzer ablief. Als dann jedoch durch eine glänzende Einzel- leiftung durch Greven der Stand auf 4:I gebracht wird, kommen die Blau-Weißen nochmals ganz groß zum Zug. Der Ball läuft, die Gäste werden vollkommen in die Verteidigung gedrängt. Daß es hierbei nur noch zu einem Treffer durch Greven kommt, verdanken die Gäste der Nachsicht des Schiri, der bei manchem Vergehe» im Strafraum mehr als beide Augen zudrückt.
Der Vorzug der Burgsolmser war die körperliche Ueberlegenheit, von der jedoch mehr als erforderlich und zulässig Gebrauch gemacht wurde. 1900 mit Heeg, Pankok, Goß, 3äger, Greven, Bischoff, Schell- haas, Kraft II., Kraft I., Heilmann, Koch, zeigte eine annehmbare Leistung, di« sich in der zweiten Hälfte zur Befriedigung auswirkte.
Hoher Sieg der Reichsbahner.
Die Spielweise der Leute vom Waldsvortplätz in der ersten Halbzeit entsprach der Art ihres Antretens; es ist für einen Platzverein beschämend, wenn die Mannschaft mit 8 Mann aufläuft und sich dann im Laufe des Spieles ergänzt. Schmidt uni) fröhlich hatten die Aufgabe, das unsportliche Verhalten ihrer Kameraden, Die ohne Entschuldigung weggeblieben waren, zu verdecken. Die Wetzlarer Mannschaft war zu unausgeglichen, um gewinnen zu können. Wohl verfügte sie über eine Verteidigung, die glänzend war und in dem linken Verteidiger den 6elften Mann auf dem Felde hatte, und auch der linke Flügel war gefährlich, im übrigen jedoch waren die Spieler unter Durchschnitt. Es war daher keine Ueberrcrschung, daß die Wetzlarer nur dann durch kamen, wenn dieser Flügel sich durchsetzen konnte. Gemessen an den Bodenverhältnissen war die Leistung der VfB.er erst Dann befriedigend, als sie in der zweiten Halbzeit das Spiel nach einer Umstellung auf die Flügel verlegten. Die Hintermannschaft der VfB.er hatte keine schwere Ausgabe. Die Läuferreihe spielte zeitweise zu kurz, im übrigen konnte sie befriedigen. Die Leistung des Sturmes wird durch die 6 Tore gekennzeichnet. Besonders glücklich war dabei Ehmann, der allein 4 Tore
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wart und Kraft lähmen. Mit ruhigen Stößen zieht er nach dem Verunglückten hin, nimmt unterwegs den Rettungsring auf und ist bei Flipo, der sich fauchend und keuchend über Den Ring wirft, wah- renD Viktor ihn unter Der Brust hochstemmt.
Enzio hat unterdes das Steuer übernommen. ($r wendet das Boot nicht. Er schaltet den Rückwärts gang ein und drückt es langsam zurück. Dicht bei Viktor und Flipo hält er an. Er manövriert besonnen und geschickt, bis man Den beiDen an Bord helfen kann, zuerst Flipo, Dann Viktor.
Nach zehn Minuten ist alles roieDer in Ordnung- Viktor und Flipo haben sich in der Kajüte ausge- kleidet, abgerieben und ^tatrofen^)o^en und Woll- jroeateps angezogen, die immer im Boot bereitliegen. Die kleine Gesellschaft sitzt, etwas ernüchtert durch den Zwischenfall, auf Den im Spitzbogen zu- laufenDen Bänken im Cockpit und unterhält fiA leise. Nur Ancia Maria starrt schweigend vor sich hin. Enzio steht am Steuer. Die Lichter Genuas nähern sich.
Als Flipo und Viktor aus der Kabine kommen, steht Ancia Maria auf. Flipo jetzt sich schweigend auf ihren Platz. Er fühlt sich klein und seekrank von dem vielen geschluckten Wasser. Ancia Maria dreht sich zu ihm herum, stemmt die Hände in die Hüften unb sieht finster auf ihn herab. Endlich macht sich ihre niedergehaltene Erregung Luft.
„Du bist ein ganz dummer 3unge, Flipo, damit du es nur weißt", beginnt sie. „Du machst immer solche Kunststücke, Die einen auf Den Tod erschrecken- Du, mit Deinem Sekt und Deinem Gequassel. Den Sekt hättest Du ruhig bleiben lassen können. Wer Du mußt ja immer Den Großartigen spielen. Du kannst nur Herrn Gienant danken, daß du noch am Leben bist. 3ch an seiner Stelle wäre dir nicht nach' gesprungen, niemals, wahrhaftig nicht."
Hier wagt Flipo einen schwachen Einwurf: „Herr Gienant unb niemand hätte mir nackzuspringe» brauchen. 3ch kann nämlich ganz gut schwimmen, wenn du es noch nicht wissen solltest."
„Ach, du und schwimmen! 3n deinem Zustand« Tu bist ja betrunken, bas bist du nämlich wirklich, Damit Du es nur weißt Du solltest dich ganz gehörig was schämen. Ueberhaupt, wenn ich gewußt hätte, daß es so kommt, wäre ich ganz bestimmt nicht mitgefahren, ganz bestimmt nicht.
(Fortsetzung folgt)


