Montag. 30 Dezember WO
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fSr Gberhesien)
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Turnverein 1846 Gießen.
Oie Turnhalle wird wieder in Betrieb genommen.
Im Vorprogramm sieht man die neue deutsche Wochenschau mit Bildern von den Weihnachtsfeiern unserer Soldaten, von Uebungen eines Reiterregiments, von einem erbeuteten englischen U-Boot, von der Arbeit in einer Gewehrfabrik und aus der Werkstatt des Bildhauers Professor Thorak. —
Hans Thyriot
Der Spielleiter V. Tourjansky, von dessen früheren Inszenierungen u. a. die Filme „Der- klungene Melodie" und „Der Gouverneur" hier gelaufen sind, hat es verstanden, den Schauplatz an der Grenze und die gewitterschwüle Atmosphäre, die da herrscht, zu einer unheimlichen und beklemmenden Wirklichkeit zu erheben. Vor allem die entscheidenden Szenen in der einsamen Waldschenke sind von erregender Spannung: jedes Wort und jede Bewegung sind hier verdächtig, doppelsinnig, von Mißtrauen und Verrat belauert; jedes Gespräch, jeder Scherz, Kartenspiel und Tanz sind nur Momente eines Kampfes vor dem Kampfe, Entscheidungsszenen eines Dramas, in dem es nur Flucht oder Vernichtung, Rettung oder Untergang geben kann. Das tiefe, aufatmende Glück der einem er» barmunaslosen Feinde entronnenen Volksdeutschen in der Obhut der ersten deutschen Grenzposten gibt dem erregenden Geschehen einen menschlich lösenden, zu Herzen gehenden Ausklang.
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Verdunkelungszeit
in der Woche vom 29. Dezember 1940 bis 4. Januar 1941: 17.15 Uhr bis 9.30 Uhr.
käppchen", Märchenspiel nach Gebrüder Grimm von Stelter. Außer Miete! — Abends „Der Vogelhändler", Operette von Zeller. Außer Miete!
Donnerstag, 2. Januar: Einmaliges Gastspiel „Meistersextett". Außer Miete!
Freitag, 3. Januar: „Der Ahnenpaß", Schwank von Real und Frank. 15. Freitag-Miete!
Sonntag, 5. Januar: Nachmittags „Rotkäppchen", Märchenspiel von Stelter. Außer Miete. — Abends
Sauer zur Seite steht. Die Sportdienstgruppen des BDM. unter der Leitung von Jdel Hauck und des ID. unter der Leitung von Neußer jun. nehmen ständig zu. Die Faustballer unter der Leitung von Dr.- Pfeffer haben es bis zum Hessenmeister gebracht. Bei der Reichsstraßensammlung des NSRL. für das Kriegs-WHW. haben sich besonders die beiden Altersturner Wilhelm D a p - per und Wilhelm Will eingesetzt. Die Verbindung mit den Kameraden im Felde war rege. Der Vereinsführer dankte allen seinen Mitarbeitern und den Turnern und Turnerinnen für ihre Treue. Seine Worte klangen aus in besten Wünschen für die Zukunft des Vereins und in dem Siegeswillen unseres Volkes, das unter der Führung Adolf Hitlers auch den letzten Feind, England, vernichten werde.
Wie der Vereinsführer mitteilte, ist fein Stellvertreter Franz Sauer in seiner Berufseigenschaft als Kulturinspektor mit sofortiger Wirkung nach Mainz versetzt worden. Der Vereinsführer würdigte seine Arbeit mit herzlichen Worten und sprach ihm die besten "Wünsche für seine Zukunft aus. Dom Oberturnwart Karl Müller, der als Hauptmann im Felde steht, wurden Feldpostbriefe verlesen.
Die Mitteilung über die Wiederaufnahme der Turnstunden in der Turnhalle am Oswaldsgarten wurde beifällig ausgenommen. Die Turnhalle ist so umfassend hergerichtet worden, daß sie auch für größere Deranstaltungen wieder zur Verfügung steht.
Die Darstellung erweist sich allenthalben im Sinne von Tourjanskys straff zusammenfassender Regie als eine schöne, ganz einheitlich bestimmte Gemeinschaftsleistung. Innerhalb dieser Gemeinschaft hebt sich sehr persönlich, scharf profiliert und empfindungsmäßig verdichtet die von Brigitte Gorney gegebene Wirtstochter Anna heraus, die tapfer und listig ein lebensgefährliches Doppelspiel zur Rettung ihrer Landsleute wagt. Willy B i r - gel ist der Führer der Deutschen, Inspektor Keith: energisch, geschickt, geistesgegenwärtig, der rechte Mann in drohender Gefahr. Ivan Petrovtch, aus der Gegenseite: gefährlich, kalt, brutal-geschmeidig. Vom großen Aufgebot seien ferner Nikolas Kolin , Hedwig Mangel, Karl Heinz Peters und der kleine Fritz Eugens genannt. — Der tüchtige Kameramann heißt Fritzarno Wagner. —
Ein dicker Herr stieg ein, sah sich suchend um, fand einen letzten leeren Sitz, zwängte sich hinein, zog eine Zeitung aus der Tasche und begann zu lesen. Als er umblättern wollte, flüsterte ihm sein Nachbar zu: „Einen Augenblick bitte, ich bin noch nicht fertig". Der Dicke wartete geduldig und fragte dann etwas ironisch: „Darf ich nun?" Auf das zustim- menbe Nicken las er dann die zweite und dritte Seite, ständig unterbrochen von seinem Nachbarn, und als sie endlich auch die letzte Seite gemeinsam durchstudiert hatten, sprang der Dicke plötzlich auf, faltete die Zeitung zusammen und wollte aussteigen. „Halt!" rief ihm der andere nach, „Die Zeitung, bitte! Meine Frau hat sie noch nicht gelesen". Jetzt riß dem Dicken doch die Geduld. „Das ist doch unerhört? Nun wollen Sie meine Zeitung auch noch mitnehmen?" „Ihre Zeitung?" lächelte der Nachbar freundlich. „Sie irren sich. Sie haben die Zeitung aus meiner Tasche herausgezogen."
Neuinszenierung „Madame Butterfly", Oper von Puccini. Musikalische Leitung: Otto Söllner. Spielleitung: Max Schwarz a. G. (vom Deutschen Theater Wiesbaden). Außer Miete!
Ortszeit für den 31. Dezember.
Sonnenaufgang 9.37 Uhr, Sonnenuntergang 17.19 Uhr. — Mondaufgang 10.40 Uhr, Monduntergang 20.50 Uhr.
♦♦ Gefangskonzert für unsere Verwundeten. Das Oberkommando der Wehrmacht ließ durch die NSG. „Kraft durch Freude" am gestrigen Sonntag den Verwundeten in einem Re<-
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höfliche Leute bekannt. Eine kleine Szene, die sich dort kürzlich in der Straßenbahn ereignete, beweist, daß es nicht immer leicht ist, höflich
AeuvereidigiW der Freiwilligen Feuerwehr im Stadtkreis Gießen.
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Jahreswende und Aberglaube.
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Was wir alles nicht sehen.
Wenn wir eine Aussage über ein Geschehnis erhärten wollen, so pflegen wir zu erklären, daß wir es mit eigenen Augen gesehen hätten. Doch auch der Augenzeuge ist vielfach dem Irrtum unterwor- fen. Man mache den Versuch und lasse ein Dutzend Menschen die Linien und Zeichnungen beschreiben, die sich auf den Tapeten ihrer Zimmer befinden, und kaum einer wird genaue Angaben machen können über diese Dinge, die er Tausende von Stunden vor Augen gehabt hat. Ein Universitätsprofessor machte mit den Hörern seines psychologischen Kollegs einen besonders aufschlußreichen Versuch. Er fragte 51 Studenten, ob ein Fenster, dessen Aussehen er genau beschrieb, sich in dem Uni- versttätsgebäude befinde. Es war ein großes, sehr auffallendes Feyster vor eigenartiger Form, an dem jeder der Studenten täglich mehrere Male vorbeiging, und doch erklärten 42 Studenten, es gäbe kein solches Fenster, zwei waren unsicher, und nur 7 wußten anzugeben, wo es sich befinde. Bei einem anderen Versuch wurde ein kleines Bild, das eine Landschaft mit sehr ausgesprochenen Merkmalen, einer Kirche, einem Hügel, Bäumen usw. darstellte, 20 Studenten je 30 Sekunden lang gezeigt, am nächsten Tage sollten sie dann angeben, was sie behalten hätten. Nur zwei von den 20 waren imstande, eine ziemlich richtige Beschreibung zu machen: 16 gaben ganz falsche Dinge an, und zwei hatten überhaupt nichts behalten. Schließlich veranlaßte der gleiche Professor in seiner Vorlesung einen aufregenden Vorfall; er ließ einen grotesk angezogenen Mann in den Hörsaal eindringen, sich wild gebärden und Schreie ausstoßen, bis er hinausgeworfen wurde. Der Vorfall spielte sich sehr schnell innerhalb 20 Sekunden ab, und der Professor kam auf den Vorfall erst nach einer Woche zurück. Er legte dann den Studenten 13 verschiedene Fragen vor, die sich auf das Aussehen des seltsamen Eindringlings bezogen. Hat er einen Hut getragen und wenn, von welcher Farbe? Wie war er angezogen? Wie war die Farbe seines Haares? Hatte er etwas in den Händen? Trug er Handschuhe und einen Schlips? 9 Studenten sagten aus, daß er überhaupt keinen Hut gehabt habe, die übrigen gaben feine Farbe mit schwarz, braun, grau, weiß an. Elf Studenten machten über die Haarfarbe Mitteilungen obgleich dies unkenntlich gewesen war. lieber die Art der Maske, die er getragen, konnte kein ein*
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In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Turnvereins von 1846 im „Schipkapaß" "gab Vereinsführer Fritz Wiegand bekannt, daß in den nächsten Tagen die Turnhalle am Oswald s- garten wieder in Betrieb genommen wird. Vereinsführer Wiegand gab der Freude darüber Ausdruck, daß der alte Turner Ludwig Herbert und der Kamerad Ziegler, die von der Wehrmacht zurückkamen, das Turnen wieder aufgenommen haben, wodurch die aktiven Turner eine erwünschte Verstärkung erhielten. In einem Rückblick auf die Ereignisse dieses Jahres erinnerte er an den Kamerad schäft sab end mit den Urlaubern am Jahresende 1939. In den Kämpfen dieses Jahres fielen die Turn käme r ade n Heinrich Herbert, Hans A l t - haus und Georg Körner, am Jahresende verstarb an den Folgen einer Verwundung im Weltkrieg 1914/18 der Kassenwart Georg Wahl. Der Turnverein 1846 betrauert in ihnen gute Kameraden ujib begeisterte Turner. Ihr Andenken wurde in üblicher Weise geehrt.
Wie Vereinsführer Wiegand weiter* mitteilte, ist Turnkameiad Ludwig Petri, ein alter Turner, als Nachfolger Georg Wahls zum Kassenwart bestimmt worden. Der 'Vereinsführer verpflichtete ihn in seinem neuen Amt. Von der turnerischen Arbeit selbst wurde mitgeteilt, daß sie rüstig weiter geht. Die Turnerinnen, die zur Zeit am stärksten vertreten sind, stehen unter der Leitung der Kameradin Jdel Hauck, die auch die Turrnstunden der Kinderabteilung leitet, in denen ihr Kamerad Franz
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„Feinde."
Ein Bavaria-Film im Gloria-Palast.
Eine ganze Reihe von Szenen in diesem Film rhen sich an, als ob sie aus früheren Wochenschauen (erausgeschnitten und zusammengestellt seien; diese Wochenschauen sind jetzt nicht viel älter als ein >ahr, und die Ereignisse, die uns da vorgeführt werden, waren im Sommer und im Frühherbst tes vergangenen Jahres traurige, grausame und uschütternde Gegenwart. Der Schauplatz ist Polen, mweit der deutschen Grenze; die Zeit: kurz vor tem Ausbruch des Krieges. Das ganze ist ein Dokument in Form eines Spielfilms, und man hat len Eindruck, als ob hier die Wirklichkeit fast über» über dem Spiel stünde, über der Phantasie der Ittehbuchautoren (Emil B u r r i und Arthur ! uethv), über der Gestaltung und Derwand- •ingstraft der Schauspieler, und auch die Leistung tes Spielleiters Tourjansky scheint sich ent- Heidend in dem llmftanbe auszubrücken, daß man auf weiten Strecken des Filmstreifens, durch 9ai}3e Tzenenreihen hin zu vergessen geneigt ist, daß hier mas gespielt wird; eher glaubt man die erregen» den Bilder einer historischen Reportage zu sehen, das Historische ist uns aber noch so nah und gegen« »artig, daß wir es kaum als geschichtlich empfinden, zumal ja das, was dort vorgeht, nur am Am fing einer Entwicklung steht, in der wir uns noch S?genwärtig befinden.
Landgerichtsrat a. O. Or. Hansult 70 Jahre alt.
Am morgigen 31. Dezember 1940 begeht der Landgerichtsrat a. D. Or. jur. Moritz Hanfult in Gießen in bester Frische seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar ist sowohl durch seine berufliche Tätigkeit, als auch durch sein schriftstellerisches Wirken weithin bekannt geworden.
In Gambach bei Butzbach am 31. Dezember 1870 geboren, besuchte Moritz Hansult später das Gymnasium in Darmstadt, wo er im Herbst 1891 das Abitur erlangte. Er studierte bann bis 1895 in Marburg, München unb Gießen. Von Ostern 1895 ab war er Gerichtsakzessist in Butzbach, Darmstadt, Offenbach unb Friebberg, vorn Herbst 1898 ab Gerichtsassessor. Im Herbst 1898 erwarb er sich in ber Gießener juristischen Fakultät den Dr. jur. Von 1899 bis 1900 war er als Hilfsgerichtsschreiber an den Landgerichten in Därmstadt und Gießen beschäftigt. Von 1901 ab wirkte er zunächst als Hilfs- richter in Ulrichstein, von 1904 ab dort als Amtsrichter, bis er 1905 als Amtsrichter nach'Dieburg versetzt wurde. Im Jahre 1913 wurde er zum Amtsgerichtsrat ernannt. Bis 1914 blieb er in Dieburg, in derselben Zeit war er auch Hilfsrichter am Landgericht in Darmstadt. Im Jahre 1914 kam er als Amtsgerichtsrat nach Gießen, wo er 1919 zum Landgerichtsrat ernannt wurde. U. a. war er hier Vorsitzender des Mieteinigungsamts Gießen-Land feit 1919, Vorsitzender des Tierärztlichen Ehrenge- richts ber Provinz Oberhessen ab 1928, Dorsitzenber des Bezirksschöffengerichts ber Provinz Oberheffen von 1927 bis 1931. Dann war er Hilfsrichter am Oberlandesgericht in Darmstadt, auf feinen Antrag kam er aber wieder als Landgerichtsrat nach Gießen zurück. Hier trat er im Jahre 1933 in den Ruhestand, den er seitdem in Gießen verlebt.
Neben seinem beruflichen Wirken betätigte sich Ländgerichtsrat Dr. Hansult auch als Fach- unb Heimatschriftsteller. Er schrieb mehrere juristische Abhandlungen. Im Jahre 1936 erschien u. a. aus seiner Feber in ber „Heimat im Bilb" bes „Gießener Anzeigers" eine Abhandlung „Wirt unb Gäste nn „Goldenen Ritter" zu Butzbach 1798 bis 1800", im Jahre 1940 als neueste Arbeit ein heimatkundliches Buch unter dem Titel „Vogelsberg und Wetterau in alten und neuen Zeugnissen für Sinn und Art ihrer Bauern" als Gießener Beiträge zur deutschen Philologie (begründet von Otto Behaghel, her- ausgegeben von Alfred Götze). Dieses Buch fand weithin in unserer engeren Heimat große Beachtung, denn es stellt einen bedeutsamen Beitrag zur Kenntnis des oberhessischen Volkstums dar. Durch feine Arbeiten hat sich Dr. Hansult in ber Reihe ber oberhessischen Heimatschriftsteller besonbere Der- bienfte erworben.
In ben Kreisen seiner früheren Berufskameraden und darüber hinaus in breiten Bevölkerungsschichten in Stabt unb Lanb wird dem im langjährigen öffentlichen Dienst bewährten Beamten und mit vortrefflichen Charaktereigenschaften ausgestatteten Menschen große Wertschätzung dargebracht. Zu seinem morgigen 70. Geburtstage übermitteln auch wir dem Jubilar unsere herzlichen Glückwünsche. B.
Gie^en-Wieseck.
Am 2. Weihnachtsfeiertag konnten die Eheleute Emil Kreiling, Landwirt, und Frau Luise, geb. Völzel, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Das Jubelpaar erfreut sich noch bester Gesundheit, die es ihm ermöglicht, noch alle landwirtschaftlichen Arbeiten zu verrichten. Zum Ehrentage gingen ben Jubilaren zahlreiche Glückwünsche zu. Nachträglich auch unseren herzlichen Glückwunsch.
Die wenigen Schicksale Volksbeutscher in Polen, i’-e hier geschilbert werben, stehen als Beispiele fcr Tausende von anderen, und wenn die Meyr- W der hier gezeigten eine glückliche Wendung »shmen ganz zuletzt, dann zeigt der Film nicyl nur, wie nahe und messerscharf der Weg m die iieiheit an Verzweiflung und völliger Vermich- frng vorbeiführte, sondern er erinnert auch an Hun- krte und Tausende von anderen deutschen Men- henschicksalen in Polen, die unvergessen in Den Zvilen Verlustlisten dieses Krieges verzeichnet steyen. -$n einem deutschen Sägewerk nahe an Der Grenze gibt ein Sabotageakt das Signal ZUM Aus- f-ande ber polnischen Insurgenten, bie alles Deut’ he mit fanatischem Haß verfolgen und nur aus kn Augenblick lauern, wo sie sich übermächtig Ö nug und bie Deutschen schwach unb verlaßen $?nug glauben, um auf ihre grausame Art ben Ver- r chtungsfelbzug unb Bcmdenkrieg gegen Die oeu -
auch ber Gemeinde den Stempel auf. Der Oberbürgermeister gab den Feuerwehrmännern noch von den geplanten Bauten für die Feuerwache Kenntnis, Die außer den Geräteunterkünften auch noch Wohnungen für die Mannschaften und die Wache haben sollen. Mit dem Gruß an den Führer wurde die Feier geschlossen.
Im Saal des „Frankfurter Hof" fanden sich dann die Kameraden zu einem kameradschaftlichen Zusammensein eim Oberbürgermeister R i t te r begrüßte hier die geladenen Gäste, Polizeimajor Hellwege-Emden und Kreisfeuerwehrführer Bouffier. Kreisfeuerwehrführer Bouffier dankte für die Einladung und teilte mit, daß es dem Kreisfeuerwehrdezernenten Regierungsrat Fuhr durch Erkrankung leider nicht möglich war, selbst zu kommen. Seine weiteren Worte galten der Kameradschaft, in der er die Brücke zu allem gedeihlichen Zusammenarbeiten sieht. Mit dem Dank an die Kameraden von Klein-Linden und Wieseck, die nun dem Stadtkreis Gießen zugehören, schloß er seine Ausführungen. Stadtbaudirektor Grave r t brachte dann in Lichtbildern einen Gang durch die Stadt. Die naturfarbigen Aufnahmen vom Winter 1939 und Frühjahr sanden guten Anklang. Nachdem man noch in kurzer kameradschaftlicher Unterhaltung verweilt hatte, wurde das Beisammensein geschlossen.
schen Ansiedler zu beginnen. Von diesen sind manche seit Jahrzehnten mit segensreicher Arbeit als Kulturpioniere drüben am Werk und selbst in diesem Augenblick noch geneigt, bie Gefahr zu unterschätzen — bis eine Schreckensbotschaft aus ber nächsten Nachbarschaft jeben Zweifel beseitigt: bort haben bie polnischen Mordbrenner einen deutschen Hof überfallen, ben Besitzer erschlagen, sein Haus geplündert unb in Flammen aufgehen lassen.
Die Ereignisse überstürzen sich nun innerhalb weniger Stunben und treiben einer Katastrophe zu. Es gibt für bie Deutschen, ba jeder Wiberstand gegen bie Uebermacbt aussichtslos erscheint, nur noch bie Flucht mit Frauen und Kindern und ber bürftigften Habe über bie rettenbe Grenze nach Deutschland. Aber schon streifen die polnischen Banden überall durch die Wälder und machen Jagd auf die wehrlosen Deutschen. Denen ist schon jeder Fluchtweg abgeschnitten, nur ein breiter Sumpfstreifen vor der Grenze ist noch frei, aber da traut sich bei Nacht unb Nebel niemanb burch. Während an bie zweihundert Deutsche, Männer, Frauen und Kinder, in einem Waldlager voll Angst und Sorge auf Rettung sinnen, ist ihr Führer, der Inspektor Keith, den Insurgenten in einer Waldschenke in die Falle gegangen. Dort beginnt ein atemraubendes, nervenspcmnendes Spiel auf Tob und Leben, bis es endlich mit List und Gewalt gelingt, die polnische Uebermacht zu überrumpeln unb den verfolgten Landsleuten den gefährlichen Fluchtweg durch den Sumpf zur rettenden Grenze zu bahnen.
'len alten, feit Urzeiten überkommenen Räucher- ■nitteln, nämlich mit Wacholderbeeren und Baum- larzen. So entstand ber Name Rauchnächte, von dem bie Rauh nächte hasten blieben.
Die alten, bem Wodan zu Ehren gefeierten Jul- efte waren mit feierlichen Opferschmäusen verbun- en. Zum Festfeiern gehört nun einmal gut essen gib trinken. Der Kops bes Julebers ist seit Wal- ballas Zeiten bie Lieblingsspeise der Götter und Helden und hat sich seitdem auch auf deutscher Erde ingebürgert. In den „Zwölften" werden von ber cermanischen Heidenzeit her zu Ehren der Frau jolle oder Bertha besondere Kuchen gebacken. Die n Zopfform gebackenen Semmeln, Wecken, Stollen iber Striezeln gehören zur Holle, die in dieser Zeit n die Häuser kommt und ngchsieht, ob die Frauen
und Mädchen ihre Zöpfe ordentlich geflochten haben, widrigenfalls sie ihnen einen „Hollenkopf" zaust.
Die Freiwillige Feuerwehr des Stadtkreises Gießen war am gestrigen Sonntagnachmittag an der Schillerschule zur Neuvereidigung angetreten. Zugführer Funk erstattete dem Dberbüraermeifter Ritter Meldung, der dann im Turnsaal der Schillerschule die Neuoereidigung der gesamten Freiwilligen Feuerwehr vornahm.
Nach Begrüßung der Kameraden ging Oberbürgermeister Ritter kurz auf bie Ereignisse des Jahres 1940 ein, die zu dem gewaltigen Erfolg führten, weil nur in der vom Führer geschaffenen Kameradschaft fö etwas möglich ist. Die Freiwilligen Feuerwehren haben schon immer beste Kameradschaft gepflegt, und so werden die Kameraden gerne bie von ihnen geforberten Pflichten übernehmen. Nach kurzen Erklärungen über die Neuordnung, die durch das Feuerlöschgesetz von 1939 geschaffen ist, nahm Oberbürgermeister Ritter die Vereidigung der 90 Feuerwehrmänner vor und ließ die ErnennungsurkuiÄen ausgeben. Nachdem noch die Kameraden Heinrich Funk, Otto Arnold, Heinrich Schmidt (Gießen) und Karl Fink (Klein- Linden) mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen für 25- jährige Dienstzeit ausgezeichnet waren, gab er noch bekannt, daß zur engen Fühlungnahme der' Wehr mit der Stadtverwaltung Stadtbaudirektor G r a» ocrt persönlich das Amt des Kreis- und Wehrführers übertragen wurde. Die Wehr solle ausgebaut werden, denn der Geist der Feuerwehr drücke
ter Sonne. Zum guten Essen gebührt sich auch in guter Trunk: „Die Männer trinken die Stärke, ie Frauen aber die Schöne" — sagt Sebastian ftanck in seinem „Weltbuch" (1567). Endlos ist ie Reihe der Rezepte zu Weihnachts- und Silvester- unschen, und jedes wird als bestes und bekömm- ichstes angestsiesen.
Den Schluß der „Zwölften" bildet bas „Große eujahr", der Dreikönigstag (6. Januar), an dem ie ländlichen Dienstboten einstehen oder wechseln. >n Süddeutschland wird dieser Tag auch „Perch- g" genannt. Zu Ehren der Frau Bertha, bie egen ausftreuenb burch bas Lanb zieht und durch rscheucsten der bösen, Feld und Flur bedrohenden '(ter em gutes Erntejahr bescheren wirb, machen ie Burschen und Mädchen mit Peitschen und Kuhlocken einen ohrenbetäubenden Lärm im Dorf. Ne- en ber heidnischen Göttin stehen die heiligen drei önige, deren Anfangsbuchstaben E. M. B. (Easpar, clchior, Baltbasar) mit drei Kreuzeszeichen in eide an bie Tür gemalt werden. Die drei Kreuze örnten Donars Hammerzeichen fein.
Xtornofüen.
Tageskalenber für Montag.
Gloria-Palast (Seltersweg): „Feinbe". — Licht- ielhaus (Bahnhofstraße): „Beates Flitterwochen"; 3.30 Uhr Märchenvorstellungen „Die Sterntaler", Kaspar bei ben Wilden", „Der süße Brei", „Der leine Häwelmann".
Stabtlheaker Gießen.
Dienstag, 21. Dezember, Silvester: Uraufführung Der Ahnenpaß", Schwank von Neal unb Frank. Mit Kabarett-Einlagen! Außer Miete!
Mittwoch, 1. Januar, Neujahr: Nachmittags „Rot-
Die Hauptzeit des Aberglaubens konzentriert sich tuf bie Jahreswende, auf bie „Zwölften", bie auf >as Julfest folgen. In biefer Zeit, besonders in ben .... ifflölf Nächten, haust ber „Wilde Jäger", unb es J'i, uirb gewissermaßen die alte heidnische Götterwelt c u losgebunden; daher ist dies bie Periode für alles heidnische Wesen, für Zauberei unb Wahrsagung. Di« neubekehrte Gemeinde xu schützen, räucherten Vie christlichen Priester Kirchen und Kapellen mit
Als das germanische deutsche Heidentum durch das Christentum verdrängt wurde, machte die Kirche die bisherigen göttlichen Mächte, bie als persönliche Lrscheinungsformen der Naturmächte anzusehen !ind, zu gespenstischen, unheimlichen und vcrwun- chenen Wesen und verwies sie in das Gebiet des ilnglaubens, des Aberglaubens.
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