Ausgabe 
30.3.1940
 
Einzelbild herunterladen

8

50./5I. MSrzlM

Gießener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für vberheffen)

irr. 75 Zweiter Blatt

Apotheken und Drogerien.

892V

1620D

Großer Erfolg der Retallspende in Gießen

aiM*

Augenblicksbild aus der Metallsammelstelle. (Aufnahme: Neuner.)

aodeme

(Nachdruck verboten!)

ID. Fortsetzung

rikate

W

i$ Gesichts benutzen.

elkleie hol Reinigung;- ist auch voi hries Schön- Sauerstoff-

Ihr Gesitt

eiti* iefeen

- Ruf 2W

iL

1. Ap, ü Herrn >utenhoft rt erstlich

imö

Die Illustrierte des Gießener Anzeigers

fällt heute noch einmal aus als Folge von Güterverkehrseinschränkungen. Die Bezieher werden um Verständnis gebeten für diese be­sondere Lage.

Verlag des Gießener Anzeigers

Wern

11 therer en.

<ßolötne Wolfe über Renate

Roman non tjorflBtaath.

Es dürfte vielen Volksgenossen noch nicht be­sannt sein, daß in unfern Dörfern schon lange vor Beginn des Krieges der Oberläbskaffee das Haupt- -etränk mar; denn so dick habens unsre kleinen Bauern nicht, daß sie sich jeden Tag einen guten Bohnenkaffee vorsetzen können. Den gab es nur an iahen Feiertagen, oder wenn Besuch kam. Vielleicht md) einmal, wenn die Nachbarn zum Birnenschälen toer auf die Metzelsuppe kamen. Im übrigen wurde mb wird heute erst recht Oberläbskaffee getrunken. Das ist eine Art Kaffee, die in den Dörfern schon

öden

Einigung = ler Böden

mm

' Straße 2j

313' MD i

gesamt 1676 Kilogramm Metall abge­liefert, und zwar 190 kg Kupfer, 970 kg Mes­sing, 106 kg Zinn und 410 kg Blei. In diesen Zahlen sind allerdings nur die vollen Kilogramm erfaßt worden, während die abgelieferten Spen­den, die sich unter dem Gewicht eines Kilogramms bewegten, ebenfalls einen wesentlichen Teil der. Sammlung darstellen. Auf einem städtischen Lager­platz türmt sich bereits ein Berg von etwa 70 Zentnev Metall.

den Einsatz der Frauen in hervorragendem Maße mit erfüllt. In zahlreichen bäuerlichen und land- wirtschafllichen Betrieben versehen die Frauen an den Arbeitsplätzen der unter den Fahnen stehen­den Männer und ihrer männlichen Helfer die Auf­gaben des Betriebens, schaffen sie durch ihre Arbeit das tägliche Brot für unser Volk. Mit den Bauers­frauen wirken die Töchter und die noch jugendlichen Söhne, um den Betrieb fortzuführen und alles zu tun, damit unsere Ernährungsgrundlage keine Ein­buße erleidet. Der besonderen Wichtigkeit der Frauenarbeit in den landwirtschaftlichen Betrieben trägt das Arbeitsamt dadurch Rechnung, daß es bei der Zuweisung von Pflichtjahrmädchen an die bäuerlichen und landwirtschaftlichen Betriebe einen besonders strengen Maßstab anwendet. Im wohl­verstandenen Interesse der Volksgemeinschaft wer­den die Pflichtjahrmädchen aus der Stadt in weit­gehendem Maße dazu angehalten, ihr Pflichtjahr auf dem Lande abzuleisten, damit die Bauersfrauen bei ihrer schweren Arbeit, soweit die Kräfte der jungen.Mädchen in Betracht kommen, Hilfe erhal­ten und zugleich Unterstützung bei der Betreuung ihres Hauswesens finden. Mit Genugtuung kann in dieser Hinsicht vermerkt werden, daß die Mäd­chen und deren Eltern sich den Erfordernissen ge­genüber sehr aufgeschlossen zeigen und willig ihre Obliegenheiten im Dienste des ganzen übernehmen.

Vielfach hat das Arbeitsamt die Wahrnehmung gemacht, daß in der Stadt und auf dem Lande bei der Einstellung von weiblichen Hilfskräften gerne solche Frauen und Mädchen in Anspruch genommen werden, die früher schon in den Betrieben tätig 'm ar en, da hierdurch die Arbeit eine besondere För­derung erhält. Wo die Möglichkeit besteht, die Mit­hilfe der Frauen durch Heimarbeit nutzbar zu machen, wird davon gerne Gebrauch gemacht, weil in diesen Fällen verheiratete Frauep neben ihrer Arbeitsleistung für die wirtschaftlichen Erfordernisse zu Hause noch ihren Haushalt versehen und ihre Kinder in ständiger Betreuung halten können. Das Arbeitsamt ist bemüht, derartige Möglichkeiten be­sonders zu begünstigen.

Die Aufforderung zur Metallspende des deut­schen Volkes hat in allen Kreisen unserer Gießener Bevölkerung einen unge­mein lebhaften Wider­hall gefunden. In der Sammelstelle in der Marktstraße geht es seit Tagen au wie in einem Taubenschlag Die Hel­fer, die die Metallspenden entgegennehmen, haben alle Hände voll zu tun, sie kommen kaum mit dem Wiegen und mit der Eintragung der Spenden in die Lifte nach, die an­gelegt wurde, um einer­seits die Metallmengen genau ermitteln zu kön­nen, anderseits um die Grundlage zu Jdjaffen für die Verteilung der Urkunden, die nach dem Abschluß der Sammlung an die Spender ausge-

Du meinst", stammelte der alte Herr,der Sohn unserer Schwester könnte dieses junge Mädchen um­garnen wollen, um in den Genuß--*

Er hat leider nichts von unserer Familie, son­dern alles von seinem'Vater mitbekommen!" ächzte Mister Nathanael Watson.Und ich befürchte das Schlimmste ... Eil dich, Jim! Häng dich sofort an den Apparat! Setz dich umgehend mit der Münche­ner Fremdenpolizei in Verbindung--"

Nein! Nein! Nein!" stöhnte der alte Herr und schlug die Hände vor die Augen.

--und frage an", fuhr der jüngere Bruder

fort,ob Allan Parker in München ist! Denn wenn auch das noch zutreffen sollte/ dann liegt der Fall sonnenklar!"

Jeremias Watson nickte kraftlos.Ich fürchte fast, wir können uns dieses Gespräch ersparen", murmelte er und wischte sich die Augenwinkel aus. Bitte, Nat ich bin ziemlich erledigt" Be­kümmere du dich um die Voranmeldung! Es ist jetzt vier Uhr also fünf nach mitteleuropäischer Zeit; du wirst den Anschluß noch erreichen können." Er schloß die Augen und ließ das Kinn auf die Brust sinken.

Ein Glas Wasser, Alter?" fragte der Jüngere besorgt.

Danke Nat! Es ist nur eine kleine Müdigkeit; sie wird schon vorübergehen ..."

Derkleine" Bruder ballte die Faust.Wir haben eine Schlange an unserem Busen genährt!" grollte er zornig.

Der Aeltere lächelte plötzlich: es war ein zages und leise ironisches Lächeln.Ach, Nat das Bild ist ziemlich kühn und doch ziemlich richtig ... Ich fürchte nämlich, daß die Schlange, von der du sprichst, an unseremBusen" nicht allzuviel Wärme gefunden hat."

Der jüngere Watson warf den Kopf empor. Merkwürdige Auffassung!" brummte er über­rascht und warf seinem Bruder einen mißtrauischen Blick zu, als entdecke er an ihm neue und nicht gerade vorteilhafte Wesenszüge. Aber er ent­hielt sich jeder weiteren Aeußerung und begann, den Apparat in Tätigkeit zu setzen.

Die Verbindung klappte ausgezeichnet. Nach einer guten Viertelstunde konnte der ältere Watson seine Erkundigung bei der Münchener Stelle vornehmen, und sie bestätigte seine böse Ahnung, daß Allan

Sie setzten sich gleichzeitig die Brillen auf und t'litzten sich erwartungsvoll an. Es war, als fei mit Ine fern Augenblick die alte Spannkraft in ihre .Hüben, altjüngferlichen Gesichter zurückgekehrt

Telegraphiere zunächst mal 'ruber, ob der Brief i berhaupt abgefanbt worden ist! Und, wenn ja, i« man dir umgehend auf deine Kosten nochmals ii j,en ganzen Brief text übermitteln solle! Dann weißt im in zwei ober drei Stunben boch wenigstens, was ' in dem Brief gestanden hat und ob sein Inhalt . Man zu diesem seltsamen Schwindel veranlassen tonnte, den er dir gegenüber in Szene gesetzt hat.

Jeremias Watson sprang mit fast jugendlicher Gelenkigkeit auf.Natürlich, Nat", rief er,das ist ! ter richtige Weg! Frage eins: Ob überhaupt schon !i cd geschickt. Frage zwei: Wenn ja wann. Und Ihaltens: Wenn abgeschickt, bann den Brief in sei­nem genauen Wortlaut wiederholen!"

... Die Antwort traf nach vier Stunden ein. ? erenuas Watson übersetzte feinem Bruder den ikutschen Depeschentext; feine deutschen Sprach- tonntniffe waren ziemlich mangelhaft, aber die Worte und Sätze dieses Telegramms waren so ein­fach und klar, daß er sie ohne Schwierigkeiten über« i'agen konnte.

Nathanael Watson erblaßte und sah feinen Brü­ter starr an.Um Gottes willen! stieß er dtemlos hervor.

Der Aeltere erwiderte den Blick mit einem hils- 1b[en Achselzucken:Die Nachricht von dem Tode tes E/ben kommt mir natürlich überraschend; aber ch verstehe dennoch nicht, was Allan veranlaßt aaben sollte--" , _ ir

Zum erstenmal verließ Herrn Nathanael Watson Hnemgroßen" Bruder gegenüber die Geduld. ,Stell dich doch nicht so dumm an, Jim!" schrie er mit grauem Gesicht.Das Vermögen unseres Klien- 1-n fällt nun nicht mehr an den Bruder Naumann, Hubern an dessen Tochter Renate fällt an em junges Mädel von dreiundzwanzig oder vierund- Manzig Jahren ... Begreifst du endlich3

Der Krieg hat die Arbeit der Frauen in i vielen Wirtschaftszweigen mehr in den Vor- i der gründ gerückt, als es jemals in den Frie- i densjahren der Fall gewesen ist. Diese Tat- i fach ist aus den kriegswirtschaftlichen Not- i

Wendigkeiten ohne weiteres erklärlich. Wir haben uns mit dem Leiter des Arbeitsamts Gießen, Regierungsrat Dr. Nonnen- mann, über den Einsatz der Frauen in der Kriegswirtschaft unterhalten und dabei die Feststellung machen können, daß diese Mit­arbeit auf allen Gebieten der Kriegswirtschaft und unseres öffentlichen Lebens von großer Bedeutung ist, von den Frauen und Mäd­chen in verständnisvoller Weise für die Er­fordernisse der Kriegszeit freudig geleistet wird und dadurch ein Ruhmesblatt für die Mithilfe der deutschen Frauen bei der Ab­wehr des Vernichtungswillens der Plutokra- tien Englands und Frankreichs gegen unser Volk und Reich geworden ist. Das Ergebnis der Unterredung ist in den nachstehenden Sätzen feftgehalten.

Der Einsatz unserer Frauen und Mädchen in der Kriegswirtschaft an Stelle der in der Wehrmacht stehenden Männer tritt heute auf allen Gebieten der Wirtschaft und in allen Berufszweigen in Erschei- nung. In vorbildlichem Pflichtbewußtsein und in freudiger Mitarbeit an den großen Aufgaben, die der Krieg auf allen Gebieten der deutschen Volks­gemeinschaft stellt, leisten die Frauen und Mädchen nicht nur in wirtschastichen Betrieben, sondern auch bei den Behörden, in der Ernährungswirtschaft, in der Landwirtschaft und in den sozialen Zweigen ihren Dienst für Führer, Volk und Vaterland.

Nach außen hin wird die Mitarbeit der deutschen Frauen beispielsweise im Briefträgerdienft, in gro­ßen Städten auf den Straßenbahnen, an den Schal­tern der Pvst und der Reichsbahn usw. besonders sichtbar. Vielfach sind namentlich bei den Behör­den die Ehefrauen der zum Wehrmachtsdienst ein­gerückten Angestellten oder Beamten, soweit geeig­net, an deren Stelle in den Büros getreten, ober sie haben Arbeitsposten an anderen Verwaltungs­stellen übernommen, um dadurch Männer für an­dere Behördenaufgaben verfügbar zu machen.

In zahlreichen Betrieben stehen Frauen und Mädchen als Kriegsaushelfer an den Arbeitsplätzen der Männer, um dort mitzuschaffen an den großen Aufgaben, die sich für die Wirtschaft in der Kriegs- ,3eit ergeben. Dadurch helfen sie nicht nur bei per Erfüllung der normalen Funktionen des Wirt­schaftslebens, sondern sie stärken auch die kriegs­wirtschaftlichen Leistungen, die im Dienste unseres Vaterlandes zur Abwehr des feindlichen Vernich­tungswillens notwendig sind. Von den verheirateten Frauen werden bei dieser Mitarbeit besonders be­deutsame Leistungen vollbracht, wenn man sich vor Augen hält, daß diese Frauen neben ihrer Arbeit in den Betrieben während der Abendstunden noch ihren Haushalt versehen und alle Arbeiten für die Pflege und Betreuung ihrer Kinder leisten müssen. Aber auch die unverheirateten Frauen bieten durch ihren Arbeitseinsatz für die Volksgemeinschaft im Kriege eine Mithilfe, die für den Aufgabenbereich der Betriebe von großer Bedeutung ist und dem Wohle von Volk und Reich dient. Darum gebührt all diesen Frauen und Mädchen die besondere An­erkennung unserer Volksgemeinschaft, denn sie hel­fen ja mit, die an der Grenze unseres Reiches, zur See oder in der Luft kämpfende Front der Männer zu stärken und täglich mit neuer Kraft aus der Heimat zu erfüllen, daneben den Erfor­dernissen in der Heimat zu dienen und dadurch den reibungslosen Gang unseres Wirtschaftslebens aufrechtzuerhalten. Wie sehr diese Hilfe zu schätzen ist, weiß jeder, der mit offenen Augen den Ver­lauf des täglichen Lebens an allen Stellen beob­achtet.

Ebenso wichtig und dankenswert ist der Einsatz der Frauenarbeit auf dem Lande. In diesem Be­zirk unserer Gesamtwirtschaft stehen die Frauen als opfer- und tatbereite Dienerinnen unseres Vol­kes an besonders wichtiger Stelle, denn hier wer­den die großen Aufgaben der Vokksernährung durch

Die Krauen in der Kriegswirtschaft.

Eine Unterredung des Gießener Anzeigers mit dem Leiter des Arbeitsamtes Gießen

Aus -er Stadt Gießen.

Oberläbskaffee."

Was ist das für ein verrücktes Wort, wird man« ger Leser denken. Aber viele Tausende OberhesseN □erben es sofort verstehen.Oberläb" nennt man in unfern Dörfern den Speicher, den Boden, auf :em das Getreide aufbewahrt wird. In andern Ölten heißt der SpeicherUewerstlaab" o. ä. Es ist richt unsere Aufgabe, hier zu untersuchen, wie solche Htfamen Wörter Zustandekommen. Der Speicher ieißt nun einmal so. Und wie kommt der Kaffee iu der Oberläb?

Am letzten Sonntag waren Gäste da. Die Haus­bau holte Gebäck und goß Kaffee ein. Da sagte ine Nachbarin:Der riecht noch so gut, ift das listiger Kaffee?"Nein!" erwiderte die Hausfrau, .das ist Oberläbskaffee."??

Ihre Hände ruhten still im Schoß. Fern und weit von der Welt, die jenseits dieser Mauern ihr klei­nes Leben umspannte, gab sie sich losgelöst und mit offenem Herzen dem Zauber dieser Stunde hin der milden Stille der Nacht, dem flimmernden Fun­keln der Sterne, den tiefen Schatten in den blinden Fensterbögen und der unsterblichen Musik.

Dunkle Nacht, blindes Erlöschen

Ach, ein Frösteln durchschauert die Seele, Sie schmeckt den Tod ...

Nacht, süße Nacht,

Freundin der Müden, Geliebte der Liebenden, Schwester der Träume und Sterne Nimm mich zu dir ..."

Parker beugte sich langsam vor. Seine Hand suchte in der Dunkelheit Renates Arm und glitt zart zu ihren Händen herab, bis er ihre Linke umschloß. Er spürte keinen Widerstand.

Minuten vergingen, in denen nur die Musik Mo­zarts über sie hinströmte. Dann wandte Renate ihm mit einer kleinen Drehung des Halses das Ge­sicht zu. Ihre Augen trafen sich in dem Halbdunkel. Sie sah, daß er die Lippen bewegte, daß sein Mund ihren Namen formte und schloß die Augen und neigte den Kopf. Und plötzlich fühlte er, daß sie den zarten Druck seiner Hand leise erwiderte ...

Die Geigen verstummten. Lichter flammen auf.

Die jähe Helligkeit überraschte sie beide. Renate löste ihre Hand aus seinen Fingern. Sie tat ee gart; ohne den umsitzenden Kvnzertbesuchern ein Schau­spiel zu geben.

Der Beifall wurde laut. In der Empore des Turms verbeugte sich der Dirigent.

Parker erhob sich.Kommen Sie, bitte!" sagte er erregt und legte feine Hand auf ihren Arm.Lassen Sie uns gehen! Ich muß mit Ihnen sprechen ... Was ich Ihnen zu sagen habe, ist mir wichtiger als die Fortsetzung dieses Konzerts!"

Im Turm verließen die Musiker ihre Plätze. Zwei livrierte Diener schoben den großen Flügel näher an die Brüstung heran.

Renate stand zögernd auf.

Bitte, kommen Sie, Renate!" wiederhoUe er eindringlich.

Seine Stimme war dunkel, und es war ein Aus­druck in ihr, der sie zwang, feinem Drängen nach- zugedeir, (Fortsetzung folgt)

geben werden sollen.

Wie stark die Sammelstelle in den ersten drei Tagen bereits besucht war, geht aus der folgen­den Aufstellung hervor. Am ersten Tage der Sammlung (26. März) erschienen bereits 84 Per­sonen, am zweiten Tag waren es schon 231 Volksgenossen, die abgefertigt werden mußten, und am dritten Tage erschienen 253 Spender mit ihren Metallschätzen, die nun im höheren Inter­esse des Vaterlandes zu größtem Wert aktiviert werden sollten. Allein schon an den ersten drei Tagen vom 26. bis zum 28. März wurden ins-

Parker tatsächlich vor zehn Tagen in München ein­getroffen war und seitdem ohne Unterbrechung in einem Hotel am Lenbachplatz wohnte.

Jeremias hängte langsam ein, mit einer außer­ordentlichen Vorsicht, als sei das Zurücklegen des Hörers auf die Gabel ein anstrengendes und schwie­riges Kunststück.Und was weiter, Nat?" fragte er leise.

Entweder du nimmst das fahrplanmäßige Flug­zeug nach Köln--"

Kein Flugzeug! Auf keinen Fall!" rief der alte Herr und spreizte ängstlich die Hände.

--oder du nimmst den Nachtzug nach Dover;

die Anschlußzüge gehen kurz vor oder nach Mitter­nacht vom Charing-Croß-Bahnhof ab."

Jeremias Watson senkte den Blick.Und wenn lieber du führest, Nat?" tastete er verzagt.

Ich würde es dir gern abnetymen, Alter", ant­wortete der jüngere Watson herzlich,aber ich spreche kein Wort Deutsch, und ich nehme an, man wird das in diesem Falle brauchen."

Wahrscheinlich ..."

Dann kann ich also packen lassen, Jim?"

Der alte Herr nickte sparsam.Scheußlich! Scheuß­lich!" murmelte er abgeschnürt.Wann treffe ich in München ein, Nat?"

Der andere rechnete kurz nach.Uebermorgen in der Früh ..."

Im Brunnenhof der Residenz erloschen die Lich­ter. Der nächtliche Sternenhimmel stand glitzernd und blau über dem Rechteck der Firste, und in dem matt schimmernden Strom der Milchstraße segelte der Schwan still und unendlich fern über den ver­schütteten Hof des Schlosses hinweg.

In den Stuhlreihen verstummte das Geflüster. Ein weicher Flötentriller, Saitengezirp, rasche, leise Geigenläufe, ein paar Odur-Akkorde des Flü­gels ... Zwei Scheinwerfer überfluteten gebündelt den Turm. Das dreimalige Achtungsklopfen des Taktstocks, zwei schmal erhobene Hände Stille, Erwartung, der Einsatz und dann: Mozarts Kleine Nachtmusik" ...

Parker saß neben Renate. Zurückgelehnt und mit leicht gesenktem Kopf spähte er heimlich nach dem matten Schimmer ihres Gesichts, nach der Linie ihres Profils, nach dem Glanz ihrer Augen und dem zarten Bogen der Kehle.

enerWoclit Literatur.

) Uhr staltung-

WM zenierung visier . von Qo^' ns Geißler- rl Löffler-

0.50, 0-7» ätz RM-O-^ Außer M reisen! miaiis h Strauß-

Zr*ieit

,iteratBr

1.80^3 ItODg- tfocfr jener

A

Es wäre erwünscht, wenn das vorbildliche Bei­spiel der bisher schon im Wirtschaftsleben mitarbei­tenden Frauen und Mädchen noch bei vielen Frauen, insbesondere kinderlosen, Nachahmung finden würde. Denn es bestehen überall noch vielfältige Möglichkeiten zur Nutzbarmachung der Arbeitskraft unserer Frauen und Mädchen, die durch ihre Tätig­keit auf diesem Gebiete ein wichtiges Stück Kriegs - Hilfe im Dienste unserer Volksgemeinschaft leisten

Jm wenigen Zagen

war ich vom Husten und starker Verschleimung restlos befreit. Düsseldorf, den 7, März 1937, Richt­hofenstr. 226, Fritz Haack, Kaufmann. Darum nehmen auch Sie Husta-Glycin, Fl. 1 Mk. Erhältlich in

Drog. WinterhoH, Kreuzplatz 9. Drog. Pierenkemper, Seltersweg 69. Drog. Bornemann, Bahnhofstraße 17. Drog. Ligen, Seltersw. 66. Drog. Seibel, Frankf.Str. 39 können, lieber die dringende Notwendigkeit hierzu bedarf es keiner weiteren Beweisführung. Diese Mitarbeit unserer Frauen und Mädchen in der Hei­mat werden unsere Soldaten besonders schätzen und dankbar würdigen.

Es können zwar nicht alle Männer an der Front stehen, oder an anderen Stellen der Wehrmacht Dienst für Volk und Vaterland leisten; gewisse Auf­gaben in der Heimat erfordern eben auch in Kriegs­zeiten die männliche Arbeitskraft. Das weiß nie­mand besser, als der Frontsoldat selbst. Aber unsere Frauen und Mädchen können doch auf vielen Ge» bieten der kriegswirtschaftlichen Aufgaben wichtige Hilfe leisten und dadurch an ihrem Teil guten Dienst für das Vaterland tun. Der volle deutsche Sieg über die plutokrattschen Kriegshetzer Englands und Frankreichs wird diesen Helferinnen in der Heimat der schönste Lohn für ihren Einsatz bei dem Ab­wehrkampf unseres Volkes fein. Und in diesem Be­wußtsein tragen sie freudig und tatfroh dazu bei, unserem Führer zu helfen und die deutsche Kraft für den Abwehrkampf täglich neu zu stärken. B.

I »it vielen Jahren zubereitet wird, schon zu einer j Zeit, bevor überhaupt Malz- und Kornkaffee fabrik­mäßig hergestellt wurden. Und so ift es gekommen, I !,aß viele Hausfrauen auch heute noch das Rezept I non ihrer Mutter übernommen haben und bei feh- iisnbem Kaffee einfach auf den Speicher gehen und Ich dort einige Pfund Getreide meistens wird 3erfte, manchmal auch Korn genommen holen. Das wird durchlesen und dann geröstet.

Immer wieder können wir, wenn wir oberhessi- che Dörfer durchwandern, diesen Dust der geraste­rn Gerste mit unsrer Nase aufnehmen. Es ist ja gerade nicht der beste Duft, der da der Küche ent- römt. Aber der Oberläbskaffee selber schmeckt gar icht so übel, besonders bann, wenn er richtig zu- -creitet wird. Da hat jede Hausfrau ihre eigenen kniffe und bringt dann oft eine Mischung zutage, liie an den Bohnenkaffee erinnert.

Wir können wahrhaftig nicht behaupten, daß es \ ie Hausfrauen in den Dörfern sind, die etwa l traurig wären, daß es keinen Bohnenkaffee mehr gibt. Sie sind mit ihrem Ersatz sehr zufrieden und gön- en den echten Kaffee gern unfern Soldaten drau- i f en in ihren Bunkern. Sie selbst haben ihren Ober» öbsfaffee, manchmal auch einen echten Malzkaffee, !.en sie beim Händler holen, und trauern dem Boh­nenkaffee nicht nach. Daß es ältere Frauen und auch Männer gibt, die gern wieder einmal eine Tasse «echt starken Kaffee tränken, soll gar nicht verschwie­gen werden, aber sie fügen sich in diese Zeit und enfen: Wenn erst unsere Soldaten wieder zurück ind, dann erst können wir auch einen kräftigen Zohnenkaffee vertragen.

Und dasselbe sagen wir auch. Der Oberläbskaffee : ber wird auch nach einem siegreichen Kriege in . nsern Dörfern nicht verschwinden. Das ist auch rut so. h.

Tageskalender für Samstag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Opernball". Licht- ^ielhaus (Bahnhofstraße):Kornblumenblau".

Tageskalender für Sonntag.

Stadttheater: 11.30 bis 12,30 Uhr: 7. Morgen- «ranftaltung. Beethoven, Ouvertüre Leonore Nr. 3 inbDie Geschwister". 19 bi? 22 Uhr:Die Fledermaus". Gloria-Palast (Seltersweg): .Opernball". Lichtspielhaus (Bahnhofsttaße): .Kornblumenblau".