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Anlage 1 Kgl. Norwegische Gesandtschaft.

London, 5. Februar 1940.

Nr. 372. 1 Anlage. Streng vertraulich.

Berichte vom Pressemitarbeiter der Gesandtschaft: Churchill.

An das Außenministerium.

In der Anlage übersende ich Abschriften eines Briefes des Herrn Martinsen vom 2. Februar an mich. Herr Martinsen hatte mir vorher erzählt, daß er zusammen mit anderen Presselcuten zum Lunch eingeladen war, um Churchill zu treffen. Wir waren uns darüber einig, daß er sehr vorsichtig auftreten müßte, und das hat er sicherlich auch getan, gez. Erik Colban.

Anlage 2. Geheim!

Anlage. Von M. S. Martinsen 2. 2. 1940.

An Herrn Minister Colban.

Es waren Presseleute aus allen nordischen Ländern bei dem Frühstück zugegen, das Mrs. Philipmore heute für Mr. Churchill gab und bei dem er sich Luft machte und anfänglich über die Art und Weise bitter war, in der seine Rede mit Ratschlägen an die Neu­tralen ausgenommen worden war. Er schloß mit dem Vorschlag, daß Norwegen und Schweden klar machen sollten, Finnland zu helfen, aber durch ihre Gesandten in London bitten ließen, Hilfe nach einem Plan zu bekommen, der geheim vorgelegt würde, und Gegenstand der Nachprüfung bliebe. Er erlaubte mir die Zufuhren zu erwähnen, denn ich hatte (während der halben Stunde, die wir auf Churchill warteten) mit seinem Amtsvorgänger (in der letzten Arbeiter­regierung) Mr. Alexander hierüber gesprochen, der im Unterhaus und in Konferenzen in der Admiralität versprochen hatte, aufzupassen, daß wir Zufuhren bekämen. Er wußte um die Kleinlichkeit im Ministry of economic warfare und alle Schwierigkeiten, über die ersich beinahe lustig machte. Wir sollten des­halb keine Angst haben, sagte Alexander.

Churchill war im Laufe des Gesprächs sehr bitter über die Aufnahme, die seine berühmte Rede bei den Neutralen gefunden hatte. Aber er verstand unsere Reserviertheit und auch, daß wir nicht bereit sind. Ich erklärte ihm, daß wir nicht weiter sind als England in den Tagen von München, da lachte er b'tter. Er raste die ganze Zeit gegen Norwegen und Schweden, besonders Schweden (wohingegen er Dänemark bereitsabgeschrieben hätte". Es wäre nicht ratsam, Dänemark zu verteidigen, von dem er offen sagte,es würde früher oder später von Deutsch­land genommen werden".) Das schwedische Erz sollte nicht nach Deutschland gebracht werden, und er be­hauptete, daß es von Narvik innerhalb der Dreimeilen­grenze ginge, und deshalb fand er häßliche Worte gegen Norwegen, er nannte schließlich die drei Schiffe, von denen er meinte, daß sie innerhalb der Drei­meilenzone torpediert worden wären. Da mußte ich erneut widersprechen und erzählen, daß der norwe­gische Außenminister im Storting nachgewiesen hatte, daß die drei Schiffe nicht torpediert worden waren, und daß zwei außerhalb der Dreimeilenzone ge­sunken sind. Er hatte nichts über den Bericht des norwegischen Außenministers gehört. (Ich habe dem Daily Hercüd eine kurze Mitteilung darüber einge­sandt, da dieses Blatt seinerzeit danach fragte. Man druckt es aber jetzt kaum, da man darauf aus war, daß die drei Schiffe innerhalb unserer Hoheits­gewässer torpediert wurden.)

Churchill wollte das Oel aus Rumänien aufgehalten haben, gab aber zu, daß das sehr schwierig wäre. Dann wütete er weiter gegen das schwedische Erz, räumte aber ein, daß am Tage, nachdem das Erz angehalten wurde,Stockholm bombardiert würde", wie er mit zynischer Schläue sagte. Und nachdem er etwas gegessen und vor sich hingeträumt hatte, stimmte er mit mir überein, daß nordische Staats­männer Grund dazu haben, sich zweimal zu bedenken, ehe sie Land und Volk ins Unglück stürzen. Er einigte sich mit Mr. Alexander dahin, daß die beste Art, uns in den Krieg hineinzuziehen was das große Ziel wäre sei, daß wir uns auf Finnlands Seite schlü­gen. Er sah die Hilfe für Finnland als das wichtigste von allem an, die Alliierten aber könnten nur in­direkt auftreten. Eine andere Sache wäre es, wenn die norwegischen Fjorde in Gefahr kämen. Da ver­sprach er, daß die britische Flotte kommen sollte. Aber Truppen könnte England nicht schicken, da die Deut­schen schwierig abzuwürgen wären, und er prophezeite immer wieder, daß der Krieg länger dauern werde, als er sich dies zu Beginn gedacht hätte.

Je mehr man auf seine Worte hörte, die oft von Unkenntnis und Mangel an'unmittelbarer Unterrich­tung geprägt waren, bekam man den Eindruck, daß die von Norwegen und Schweden geführte Politik die richtige ist. Mag sein, daß es Ungelegenheiten wegen des schwedischenErzes geben wird. DieSchwe- den sagen, daß man seine Bedeutung übertreibe, und daß die Deutschen in den umliegenden Ländern auch Erzgruben haben und sich ohne das schwedische Erz behelfen können. Churchill meinte, die Schweden sollten zu den Deutschen sagen, daß man leider die Zufuhren aufhalten müsse, aber daran sei die finnische Sache schuld, der Norden müßte alles selbst haben, und viele Bergleute seien mobilisiert. Man schaffe es vorläufig nicht, etwas zu senden. Er verlangte von uns das Versprechen, daß kein Erzschiff von Narvik innerhalb der Territorialgrenzen fahren dürfe. Und durch unseren Gesandten in London sollten wir unsere Ansprüche wegen der Zufuhren vorlegen, er würde dann dafür sorgen, daß wir nicht zu kurz kämen. Er glaubte, daß Norwegens Sou­veränität von England garantiert wäre (was ich auch berichtigen mußte), und er erklärte, daß er sich nicht darin fiüden könnte, wenn sich jemand an unserer Küste festsetzte. Und zynisch sagte er, daß man im Stillen ab und zu wünschen könnte, die nordischen Länder gingen auf der anderen Seite mit, so daß man die strategischen Punkte, die man brauche, auswählen könnte und sonst nichts weiter. Das war häßlich gesprochen, und es blieb eine Weile eisiges Schweigen. Darauf versicherte er erneut, daß er die Schwierigkeiten der Neutralen verstände, und erklärte, warum die Allierten siegen müßten, daß die Deutschen in der Kaiserzeit viel stärker gewesen wären, daß sich die Unsicherheit in Deutschland verbreite, aber daß es Zeit brauche. Und er schilderte meister­haft die Grausamkeiten der Deutschen zur See, meinte, es wären ausgesprochene Schwächezeichen, und hoffte, daß die Amerikaner bestimmt mit dabei sein wollten, den Frieden zu garantieren und bei der Losung ökonomischer Probleme mitzuhelfen, wenn der Krieg vorbei sei. Aber Norwegen und Schweden sollten sich über die Linie besprechen, die sie im Falle eines Krieges zu befolgen gedächten, und was sie zur Unterstützung brauchten und erwar­teten. Und das sollten sie durch ihre Gesandten in London vorbringen, je eher, desto besser, sagte er. Dies letztere unterstrich er mehrmals. Ihr ergebener gez. M. Martinsen.

Die Well unter dem Eindruck der deutschen Enthüllungen.

AachhattigesEcho in Dänemark.

Kopenhagen 28. April. (Europapreß.) Mann ür Mann lauschte Dänemark den Worten des ^eichsa.lßenministers v. Ribbentrop. In allen Gast- tätten der Hauptstadt war die Uebertragung der Rebe zu hören. Mit gespannter Aufmerksamkeit olgten die Besucher den Worten. Aeußerste Ver­blüffung war auf allen Gesichtern bei den Berichten über die norwegischen Dokumentenfunde, die jedem Zuhörer klarmachen mußten, welcher Verrat von den Westmächten gegen die Freiheit des Nordens geplant war.Die größte diplomatische Sensation des Krieges"Eine Bombe schwersten Ka­libers"Vernichtende politische Enthüllung des egoistischen Spiels der Westmächte" so lauten die Schlagzeilen der Kopenyvgener Blätter.Bei den schicksalhaften Anklagen gegen England, als von der früheren norwegischen Regierung und dem rüheren norwegischen Außenminister Koht die Rede war, muhte man sich daran erinnern, daß noch nicht drei Wochen verstrichen sind, seit der erste deutsche Soldat norwegischen Boden betrat", chreibtPolitiken".Es bedurfte eigentlich des deutschen Weißbuches nicht, um uns zu zeigen, daß es die Haltung und die Handlungen der Westmächte waren, die die Ereignisse in Skandinavien in Be­wegung brachten", betont das Blatt. ,;3n diesem Krieg, der eine Walstatt suchte, hatte sich in ge­wissen Kreisen der Westmächte die Auffassung be­festigt, daß die skandinavischen Länder sich als Ope­rationsbasis gegen Deutschland eigneten, weshalb man in Druck und in Reden die Betrachtungen gel­tend machte, es fei kein Grund, die neutralen Län­der nicht zu einer Stellungnahme für oder wider zu zwingen." Churchills Reden ließen darauf schlie- ;en, daß er diese Auffassung geteilt habe. Sei er es doch gewesen, der die Verantwortung für die beiden ernsthaften Verletzungen der norwegischen Neutralität trage: die Cossack-Affäre und die Minen­legung vor der norwegischen Küste, die alles weitere ür Dänemark und Norwegen mit sich gebracht hätten. Nur habe man in London nicht mit der Schnelligkeit und Kühnheit gerechnet, mit der Deutschland diese Anschläge beantwortet habe.

GroßeSesriedigung in Schweden

S t o ck h o l m, 29. April. (Europapreß.) In schwe­dischen Kreisen ist man von der Feststellung des Reichsaußenministers von Ribbentrop über die Neu­tralität Sch w e d e n s äußerst befriedigt. Schwe­den habe damit eine neue Versicherung der riedlichen Absichten der Reichsregie­rung erhalten, die sicher auch im Lande mit größter Befriedigung ausgenommen werde. Die von der Reichsregierung der Oeffentlichkeit übergebenen Do­kumente würden in Schweden bestimmt mit Auf­merksamkeit studiert werden. Die Feststellung Rib­bentrops, daß Norwegen schon vor der Verletzung der Neutralität durch England und vor dem Ein­marsch Deutschlands bereit war, sich auf die Seite der Westmächte zu stellen, habe in schwedischen Re­gierungskreisen Ueberraschung ausgelöst. Die Bekanntgabe der Einzelheiten über die Landungs­absichten und Kriegsausweitungsbestrebungen Eng­lands stellen eine Sensation dar, die alles in den Schatten stellt.Dagens Nyheter" schreibt, daß die deutsche Regierung seit Ausbruch des Krieges weit mehr Energie gezeigt habe als die Westmächte. Mit Zufriedenheit nimmt das Blatt auf die Feststellung Bezug, daß Schweden von sich aus alles getan habe, um eine strikte Neutralitätspolitik zu befolgen. Stockholms Tidningen" stellt fest, daß sich der deut- che Außenminister an hervorragender Stelle mit der Neutralität Schwedens befaßt habe, was in Schwe­den begrüßt werden müßte.Socialdemokraten" be­tont, mit welchen freundschaftlichen Gefühlen man in Schweden die Erklärung Ribbentrops ausgenommen habe.Was Ribbentrop über die schwedische Neutra­litätspolitik gesagt hat, ist vollkommen richtig", chreibt das Blatt.

Größtes Zntereffem Moskau.

Moskau, 28. April. (DNB.) Besonderes Inter­esse finden in Moskau naturgemäß die vom Reichs- außenmimster aufgedeckten Zusammenhänge zwischen der sogenanntenF i n nla n d h i lf e" und den britischen Angriffsplänen gegen Deutschland. Man hatte sich auch in Moskau vor allem seit Ausbruch des Konflikts mit Finnland, mehr als zu oft von der systematischen Spionage- und Wühlarbeit des britischen Secret Service in Skandinavien über­zeugt. Nunmehr haben jedoch die vom Reichsaußen­minister vorgebrachten neuen Beweise für die briti­sche Kriegsausweitungspolitik im Norden die wah­ren Absichten vollends dokummentarisch belegt, die England unter der Tarnkappe der Humanität ver­barg und mit dem Aushängeschild der Finnland­hilfe versah: Skandinavien und insbesondere Nor­wegen zum Waffenplatz und Aufmarschfeld gegen Deutschland zu machen. Die Veröffentlichung des deutschen Weißbuches über die britischen Kriegsaus­weitungspläne und die in ihm enthaltenen Schrift­stücke haben der von der britischen Propaganda im­mer wieder vorgeschickten Phrase vom sogenannten Schutz der kleinen Staaten endgültig den Todesstoß versetzt. Was der Reichsaußenminister über die zweideutigeRolle Norwegens in diesem britischen Intrigenspiel gesagt hat, wird in Moskau mit dem in der Sowjetpresse wiederholt gemachten Hinweis unterstrichen, daß Norwegen seine in der Welt anerkannte Stellung als neutrales Land miß­brauchte und damit eine gefährliche Spekulation trieb, die es schließlich zum willenlosen Werkzeug bes1 englisch-französischen Kriegsblockes machte.

Großes Aussehen in USA.

N e u y o r C, 29. April. (Europapreß.) Die Er­klärung des Reichsaußenministers v. Ribbentrop und das vierte deutsche Weißbuch beherrschen am Sonntag das Gesicht der nordamerikanischen Presse. Unter riesenhaften Ueberschriften über sämtliche Spalten wieDie Deutschen beweisen, daß die Westmächte als erste die Invasion planten",Rib­bentrop enthüllt Geheimnisse" gibt die gesamte nordamerikanische Presse den vollen Wortlaut der Rede des Reichsaußenministers wieder und zitiert ausführlich das deutsche Weißbuch. Die Form der Aufmachung läßt das ungeheure Interesse erkennen, das den deutschen Enthüllungen in den USA. ent­gegengebracht wird. Aus Kongreßkreisen liegen bis jetzt nur Erklärungen des republikanischen Abge­ordneten Hamilton Fish und des Abgeordneten von Neuyork, Bloom, vor, die beide in die Fest­stellung einmünden, daß die Vereinigten Staaten mehr denn je auf ihre Neutralität bedacht sein müssen. Die amerikanische Presse hat schon seit mehreren Monaten immer wieder Aeußerungen

englischer Staatsmänner und Zeitungen wieder- gegeben, die von der Notwendigkeit einer militäri­schenHilfeleistung" zuerst für Finnland und spa­ter für die angeblich bedrohten skandinavischen Län­der sprachen. Diese der Weltöffentlichkeit übergebe­nen Dokumente liefern den einwandfreien Beweis dafür, daß diese Aeußerungen die propagandistische Vorbereitung für die Durchführung eines bereits in allen Einzelheiten ausgearbeiteten Planes waren.

Oer Eindruck in Holland.

A m ft e r d a m , 28. April. (Europapreß.) Die Erklärung des Reichsaußenministers von Ribben­trop wurde in Holland von Zehntausenden von Rundfunkhörern mitgehört. Politisch interessierte Kreise halten in Amsterdam mit abschließenden Aeußerungen noch zurück. Immerhin kann als erster Eindruck ein Gefühl der Beruhigung fest-

aestellt werden, da Ribbentrop sich so scharf dagegen wandte, daß die Westmächte bereits seit Jahresbe­ginn den Grundsatz der Neutralität bekämpft und zu entwerten versucht haben. Unter den Dokumen­ten, auf die der Reichsminister des Aeußeren in feiner Rede anspielte, haben besonders die auf die Verladung der englischen Truppen vor dem 9. April bezüglichen ihren Eindruck nicht verfehlt, weil sie die Glaubwürdigkeit der englischen und französt- schen Regierungserklärungen auf das ernsteste m Frage stellen. Besonderes Interesse finden die Um­stände, unter denen diese Dokumente erbeutet wur­den. Die Gefangennahme eines britischen Brigade- stabes bringt endlich die lange ausstehende Erklä­rung für die hinhaltende, unbefriedigende und aus- weichende Stellungnahme der englischen Wchrmacht- berichte aus Norwegen.

Der Widerhall

in Italien.

Oie Heuchelei der plutokratien am Pranger.

Rom, 29. April. (Europapreß.) Der Nachweis der unwahrhaftigen Haltung Chamberlains und Reynauds, den Reichsaußenminister von Ribben- tropp vor dem Diplomatischen Korps erbracht hat, ist auch vom italienischen Rundfunk übertragen wor­den. Wohl hatte man in Italien den Erklärungen der Staatsmänner der Westmächte vor den parla­mentarischen Körperschaften dieser beiden Staaten nicht den geringsten Glauben geschenkt und ihre Ent­rüstung über die entschlossenen Maßnahmen der deutschen Reichsregierung in Dänemark und Nor­wegen als Ausflucht empfunden. Trotzdem aber hat in der italienischen Oeffentlichkeit der von der deut- chen Reichsregierung gelieferte unwiderlegbare do- 'umentarifche Nachweis dieser Unwahrhaftigkeit der ährenden Staatsmänner großer Nationen vor den Üplomatischen Vertretern der Staaten der ganzen Welt den tiefsten Eindruck erweckt. Chamberlain, Reynaud und Halifax, so äußert man sich in poli­tischen Kreisen Roms, sind vor der Welt als ge­meine Lügner gebrandmarkt worden. 'Ihr Lügengewebe, das einen verhüllenden Schleier über die eigenen schändlichen Pläne im No wen Europas, auf den Gegner aber die unzählige Male selbst begangene Mißachtung der Souveränität und Unabhängigkeit friedlicher.Völker abwälzen sollte, ist von Ribbentrop mit einem energischen Griff zer­rissen worden. Man weist in Roms politischen Krei­sen weiter darauf hin, daß unter diesen Umstän­den d i e Haltung Italiens die internationale öffentliche Meinung nicht in Erstaunen setzen werde. Diese Haltung fei bestimmt durch die Pro­bleme, die in bezug auf die Stellung und die Sicher­heit Italiens aufgeworfen würden. Aus diesem Grunde verbleibe, wie dies der Vorsitzende der Kam­mer der Fascio und Korporationen, Dino Gr and i, am Samstag betont habe, Italien nicht am Rande des Konflikts, durch den Europa gegen­wärtig durcheinandergeworfen würde, und der fchick- falhaft dazu bestimmt 'erscheine, sich zu verallge­meinern.

Voce d'Jtalia" bezeichnet die Enthüllung des Reichsaußenministers von Ribbentrop als ent­scheidend für die Beurteilung der kriegerischen Ereignisse in Norwegen. Ueberraschend seien diese Enthüllungen allerdings nicht gewesen: denn sie hatten lediglich durch umfangreiches Beweismate­rial das bestätigt, was man bereits ge­wußt und vor allem geahnt habe, nämlich, daß die Westmächte unter souveräner Verachtung der Rechte der Neutralen sich zum Ueberfall auf Skan­dinavien anschickten, unter der üblichen Behaup­tung, sie hätten heilige Pflichten zur Rettung der Menschheit zu erfüllen. In Wirklichkeit hät­ten sie die kleinen Länder einschüchtern wol­len, die sich nicht freiwillig dazu bereitfänden, ihre Haut und ihr Geld für die Westmächte zu Markte

zu tragen. Das Blatt nennt Deutschlands Vorgehen durchaus gerechtfertigt; denn wenn Großbritannien die norwegische Neutralität verletzen könne, um seine Kriegspläne zu fördern, sei es einleuchtend, daß Deutschland mit der gleichen Waffe antworten müsse, um sich zu verteidigen. Alles erscheine heute klar: Die Westmächte hätten in Norwegen nicht nur ein neues Mittel gesucht, um die Blockade gegen Deutschland zu schließen, son­der auch ein Landungsgebiet, um gegen Deutsch­land eine neue Kampffront aufzustellen und den Konflikt zu erweitern. Frankreich und England seien mehr denn je darauf bedacht, sich neutraler Länder und Menschen zu bemächtigen, um sie in den Konflikt hineinzutreiben und soweit wie mög­lich ihre eigenen Menschen und Gebiete zu schonen. Diese Versuche dauerten fort. Man müsse daher über d i e Länder Südeuropas und des Balkans wachen, wo die Westmächte ihre Umtriebe ebenfalls mit dem gewaltigen Ge­schrei über angebliche Angriffsdrohungen Deutsch­lands und Italiens zu begründen versuchten, um dann mit der klassischen Rettungsmission Englands und Frankreichs aufwarten zu können. Dieses Ziel fei aber zu offenkundig. Regierungen und Völker feien gewarnt.

DieStampa" schreibt, die Dokumente bewiesen nicht nur das Vorhandensein eines englischen Pla­nes zur Invasion in Norwegen, sondern auch das Einverständnis der ehemaligen nor­wegischen Regierung. Diese Regierung habe sich daher nicht nur des Hochverrats gegenüber ihrem Volk, sondern auch der Vorbereitung eines wahren und eigentlichen Angriffs gegen Deutsch­land schuldig gemacht. Es sei zu erwarten, daß die Veröffentlichung dieser Dokumente eine beson­ders starke Wirkung auf die neutralen Staa- t c n haben werde.

I l Regime Fascista" schreibt:Mit den deutschen Dokumenten wird unwiderruflich der Be­weis erbracht, daß die Westmächte seit langem be­schlossen hatten, Skandinavien zu besetzen, und daß sie diese Operation mit umfassenden Besprechungen und einem ausgedehnten Spionagenetz vorbereitet hatten. Die Mitschuld der Regierung von Oslo bei der geplanten Truppenlandung der West­mächte sei erwiesen. Deutschland sei dieser Landung um wenige Stunden zuvorgekommen. Das wahre Gesicht der jüdischen Plutokratien werde damit ent­hüllt. Während ihre unverschämte Propaganda immer noch behaupte, daß die Westmächte für ein neues, freies Europa und die Unabhängigkeit der kleinen Staaten kämpften, hätten sie heimlich unter dem Einfluß verdächtiger Geldinteressen jene kleinen Staaten in Fesseln legen wollen, die Fe schon durch die internationale Hochfinanz beherrschten.

Wie die ersten Engländer in Norwegen gefangen wurden.

DNB. In Norwegen.....28. April (P. K.).

In einem mit bewunderungswertem Tempo durch­geführten Vormarsch haben die deutschen Truppen das Gebiet nördlich Oslo zwischen dem Nands- fjord und dem Mjoefa-See sowie zu beiden Seiten dieser großen Gewässer bis zur schwedischen Grenze und weit westwärts in Besitz genommen. Durch eigene schwere Waffen und durch Artillerie und Panzer verstärkte Infanterie-Einheiten trieben und treiben den Gegner verfolgend vor sich her. An einzelnen Stellen mußte feindlicher Widerstand gebrochen werden, während die Begegnung mit norwegischen Streifabteilungen eine schon alltägliche Begleiterscheinung des Vormarsches ist. Obwohl die Stadt Ha mar unversehrt in deutsche Hände fiel, mußte das auf der anderen Seite des Sees gelegene Gjoevik mit Nachdruck genommen werden. Weiter nördlich kam es dann bei Asmarka erneut zu einem Gefecht, und als die Truppen schließlich vor Lille­hammer eintrafen, wohin vor allem deutsche Feldhaubitzen und Panzerkampfwagen dem Gegner seinen Weg beschleunigt.haben, stellten sich ihnen zum ersten Male auch Engländer entgegen.

Das Auftauchen der olivgrünen Uniformen stei­gerte den Angriffsschwung der Infanterie und Panzerschützen noch mehr. Infolge von stärkeren und besetzten Sperren vor Lillehammer stellte sich das Spitzenbataillon, unterstützt von Panzern, zum Angriff. Einen kühnen Vorstoß unternehmend, gelang es einem Oberleutnant und 10 Mann, in die eigentliche Stadt einzudringen. Plötzlich sah sich dieser Stoßtrupp einem Haufen fremdartig unifor­mierter Menschen gegenüber. Den flachen Stahl­helm ins Auge fassend und seinen Leuten laut zu­rufend:Engländer vor uns" war für den Ober­leutnant, zu'ammcn mit dem blitzschnellen Ge­danken, sie möglichst gefangen zu nehmen, eins. Ueberrascht folgte der Gegner und ließ sich ent­waffnen.

In Lillehammer, zwischen dem schönen Gud- brandsdal und dem Mjoessa-See endete also das erste Hilfsunternehmen der Briten für Norwegen mit der Zurücklassung eines Haufen? entmutigter Gefangener, und im Straßengraben des Weges nach Tretten liegen mit zerbrochenen Achsen die Kraft­fahrzeuge des" Expeditionskorps. Die gefangenen Engländer darunter mehrere Offiziere, machten einen völlig deprimierten Eindruck. Die Mannschaften sind meistens armselige junge Kerle aus der englischen

Provinz, Handwerker und Arbeiter vor allem. Bei dem Schritt der Gefangenenwache horchten sie er­schreckt auf und fuhren ängstlich zusammen, wenn einmal aus Kontrollgründen besonders des nachts die Tür geöffnet wurde. Auf die erstaunten Fragen der deutschen Soldaten, weshalb sie so ängstlich und verschüchtert seien, kam zögernd die bange fragende Antwort, ob sie nicht erschossen würden. Ihren eige­nen, völlig unwissenden Soldaten haben die Kriegs­hetzer in London die gleiche gemeine Lügenmär er­zählt, wie den Polen, den Norwegern, den farbigen Hilfsvölkern:Wen die Deutschen fangen, dem drehen sie den Hals um." Wie jedem wehr- und waffen­losen gefangenen Soldaten wurde selbstverständlich nach ritterlichem Kriegsrecht auch diesen gefangenen Briten von den deutschen Truppen eine anständige Behandlung zuteil. Allmählich legte sich dann auch ihre Nervosität und zwischen zwei Bissen eines kräfti­gen Schlages aus einer deutschen Feldküche antwor­tete auf die Frage eines Feldgrauen, wie es ihm schmecke, ein junger Schuster aus Lester behaglich kauend:Allright, very well! For me the war is out,, (Sehr gut, für mich ist der Krieg zu ende!) Seine Kameraden bestätigten diese Meinung mit lebhafter Zustimmung.

Was das britischeHilfskorps" für Norwegen im übrigen fast mit den deutschen Feldgrauen versöhnte, waren einige nicht unerhebliche Vorräte an leckeren Lebensrnitteln, die den Truppen in die Hände fielen, und die nun in dem Küchenzettel der Gulaschkanone Verwendung finden. In Lillehammer wies die norwegische Polizei ein großes Depot mit Kon­serven, Butter, Biskuits, Tee, Zucker usw. nach, und fast in jedem Wagen der Engländer fanden sich eben­solche gefüllte Kisten, Kästen und Kanister vor. Dazu gab es reichliche Beute an Waffen und Munition, Gerät und Ausrüstungsgegenständen: Granatwerfer, Panzergewehre, Karabiner, Maschi­nengewehre, Geschirre, Decken, Mäntel und vieles andere mehr. Der Mühe enthoben, den-eigenen Nach­schub in Anspruch nehmen zu müssen, haben sich die Kompanien dieser deutschen Vormarschtruppen, die dem Engländer begegneten, auf 814 Tage restlos eingedeckt. So kam der.Tommy in Norwegens winter­liche Berge, sah erstaunt und erschreckt zwischen den dunklen Tannen Stahlhelme auftauchen und lief dann davon, wenn er nicht gefangen wurde.

Aekheben» Schmidt.