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Freitag,29. Mürz MO

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderhesien)

zur Aufführung gelangen.

hören.

ne.

die wiederum Herr Ober- die Schirmherrschaft über­

deutet, denn der Kessel war ein Attribut der Hexe. Daß im Rätoromanischen und Russischen, wie auch in einigen skandinavischen Sprachen der Schmetter­ling zuweilen alsGroßmutter" bezeichnet wird, läßt erkennen, daß er auch als Ahnenseele an­gesehen wurde.

Immer sind es vor allen Dingen die Nachtfalter, an die sich aller Aberglaube knüpft. Besonders der dunkle braungelbe Totenkopf mit seinem auffallen­den, an einen Totenschädel gemahnenden weißen Fleck auf dem Halsschild, der in Augenblicken der Gefahr ein lautes Pfeifen ausstoßen kann, erschien den Menschen von jeher als unheimlicher Bote des Todes, der darum auch Totenvogel oder Sterbe­vogel heißt. Doch wird den Schmetterlingen auch eine gute Vorbedeutung zugesprochen, zumal den

Die Gießener Bevölkerung wird sicherlich auch in diesem Jahre ihr besonderes Interesse und ihre all­zeitige Anteilnahme an der Gießener Kunstwoche 1940, die den Werken ewiger deutscher Kunst ge­widmet ist, bekunden.

führung besser bewiesen, als Demosthenes es ver­mocht hätte, nämlich so:Wenn wir 'feine Sommer­zeit hätten und alle Leute um neun zu Bett gingen, dann könnte ja keiner mehr die Abendnachrichten

ersten Hellen Frühlingstagfaltern. Setzt sich einem der erste Helle Frühlingsschmetterling auf den Rock, so soll das Segen bringen. In manchen Ländern trachtet der Jüngling, den ersten Frühlingsfalter, beh er sieht, zu fangen, weil er dann das ganze Jahr über Glück bei den Mädchen hat.

Außer in der Liebe bezieht sich die gute Vor­bedeutung der Frühlingsschmetterlinge vornehmlich auf Geld, und zwar bedeutet ein gelber Falter Gold, ein weißer Silber. Wenn man das ganze Jahr über Geld haben will, so muß man beim Anblick des ersten Schmetterlings seine Geldbörse schütteln. Für uns aufgeklärte Menschen der Neuzeit ist all dieser Aberglaube natürlich längst verklungen. Aber beim Anblick der Falter, die uns am 30. und 31. März in allen Straßen begegnen werden, unsere Geldbörse

tänzerische Uebersetzung der Fabel von Pygmalion fand allerdings nicht die einhellig bejahende Aus­nahme, wie die vorhergegangenen Tanzdarbie­tungen.

Insgesamt aber siel es nicht schwer, dem Roman­tischen Ballett Anerkennung zu zollen. Der herz­liche Beifall war em Ausdruck der Dankbarkeit für diesen Abend der Schönheit und der Grazie.

Einige Solodarbietungen auf der Violine (Marie von Stubenrauch) wurden ebenfalls mit viel Beifall ausgenommen, so daß sich die Virtuosin zu Zu­gaben entschließen mußte. H. L. Neuner.

In Verbindung mit der Morgenfeier wird auch eine Ausstellung des Oberhessischen Kun st Vereins eröffnet, die im Foyer des Stadttheaters hergerichtet wird. In einer umfassen­den Ueberschau werden die Werke der besten Meister deutschen Geistes in vorzüglichen Reproduktionen ge­zeigt werden. Die Führung durch diese Ausstellung übernimmt Stadtbaudirektor G r a v e r t.

Arn Montag, 1. April, wird durch den Gießener Konzertverein ein Orchesterkonzert im Stadt­theater veranstaltet. Das Städtische Orchester kon­zertiert unter der Leitung von Universitäts-Musik­direktor Professor Dr. Ternesväry. Solist des Abends ist Heinz Schröder, Frankfurt, (Klavier).

Für Dienstag, 2. April, ist keine besondere Ver­anstaltung vorgesehen. Der Mittwoch (3. April) bringt als Festaufführung des Stadttheaters das Trauerspiel von LessingEmilia G a l o t t i".

Die nächste Veranstaltung im Rahmen dieser er­eignisreichen Woche findet dann am Freitag, 5. April, in Form einer Feierstunde statt. Diese Feierstunde, die in der Neuen Aula der Uni­versität abgehalten wird, bringt zunächst musikali­sche Darbietungen des Städtischen Orchesters unter der Leitung von Kapellmeister Paul Walter Dann wird Oberregierungsrat Hein Schlecht, Reichshauptstellenleiter RPL., stellvertretender Leiter der Abteilung Schrifttum des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, über das ThemaDie Pflege der Dichtung als Kulturaufgabe" sprechen. Hierauf folgt ein Vortrag des Literatur­historikers Dr. Reinhard Buchwald über das ThemaSchiller und die Gegenwart".

Der Samstag, 6. April, bringt einenFestlichen Abend" im Saale des Gesellschaftsvereins. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird der Dichter Karl Heinrich Waggerl aus einigen seiner hei­teren Werke lesen. Vielen Gießenern dürfte ber Dichter noch von seinem vorjährigen Besuch aus Anlaß der Goethe-Woche in bester Erinnerung sein. Zur Verschönerung des Abends wird außerdem die Tanzgruppe des Stadttheaters beitragen.

Zum Ausklang der Kunstwoche wird am Sonntag, 7. April, im Stadttheater eine Morgenfeier statt- finden, die von dem Bann Wetterau 116 der Hitler- Jugend durchgeführt wird und unter dem Thema steht:Dichtung und Jugend". Karl Heinrich Wag­gerl wird aus seinen Werken lesen. Die Morgen­feier wird durch das Orchester der Hitler-Jugend musikalisch umrahmt werden. Kreisleiter Backhaus wird mit einer Ansprache die Gießener Kunstwoche beschließen.

Kornblumenblau" im Lichtspielhaus.

Obwohl die SchlagermelodieKornblumenblau" den Zenith ihrer Popularität überschritten hat, hiel­ten die Filmschaffenden der Terra die Melodie doch für würdig, sie in eine breit angelegte Handlung einzuspannen und einen heiteren Film daraus zu machen, der jetzt im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gezeigt wird. Die Handlung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Entstehungsgeschichte des Schlagerliedes zu erzählen und dabei in hübscher Kleinmalerei eine, Kleinstadt am Rhein und ihre Menschen zu schil­dern: Menschen mit allen ihren Vorzügen und Schwächen und mit ihren Vorurteilen gegen einen jungen Komponisten, dem nebenschweren" Sachen auch das volkstümlich gewordene Lied einfiel, das dem Film den Namen gibt. Wie dies geschieht und wie es zur Geburt dieses Liedes kommt, das läßt man sich viel besser in Filmbildern erzählen, als es hier mit dem Wort geschehen könnte.

Axel M o n j e schildert den zwischen heiterer Le­bensfreude und ernstem Schaffen hin und her be­wegten jungen Komponisten sehr sympathisch. Leny Marenbach ist seine empfindsame Partnerin, die in ihrer fraulichen Freundlichkeit besonders gut ge­fällt. Den Vater des Komponisten mimt der rhei­nische Komponist Ludwig Schmitz (der inzwischen durch die Szenen mit Jupp Hussels sehr bekannt ge­worden ist), und regt oft zu herzlicher Heiterkeit an. Außerdem begegnet man Cläre Schlichting im Film, und schließlich hat Paul Kemp eine sehr dankbare Rolle, die er auf seine Art ungemein reich und lebendig gestaltet. Noch viele andere gute Dar­steller bietet der Film auf. Unter ihnen begegnet man auch in einer allerdings kleinen Rolle dem früheren Gießener Ludwig L i n f m a n n , der, wenn auch nicht in der Maske, so doch sofort an seiner Art zu sprechen erkannt werden wird. Die Spielleitung für diesen von unbeschwertem Humor erfüllten Film hatte Hermann Pfeiffer.

Im Beiprogramm läuft ein interessanter Film von den bisherigen italienischen Siedlungsbesttebgn- ßß® « Rmtzajrikk ö. L.Neimen

erst in die Schule und dann ins Leben, und die Mutter die Mutter wartet.

Ich hätte wohl derlei Allerweltszeug daherreden können. Ich habe es nicht getan.Heute mittag ist er wieder da", sagte ich, mir fiel nichts Geschei­teres ein.

Heute mittag, ja", sagt Antje und lacht mich an,heute mittag ist er wieder da."

Einmal kommt so ein Junge immer wieder.

Sommerzeit.

Es gibt zwei Arten von Sommerzeiten. Die eine hat August Zarnack schon 1819 in seinem Tannen­baumlied (du grünst nicht nur zur Sommerzeit) er­wähnt und besungen. Sie ist nicht zu verwechseln mit jener anderen, die zuerst während des Welt­krieges und eben jetzt zum zweiten Male bei uns eingeführt wurde. Damals kam ein findiger Kopf darauf, daß im Sommer eine Stunde früher auf- stehen so und so viele Tonnen Kohle spart. Denn der Frühaufsteher (und Zubettgeher) kann sich wohl morgens als auch abends ohne Mithilfe des Städti­schen Elektrizitätswerkes rasieren.

Das allein ist jedoch noch nicht die Sommerzeit. Früh aufstehen können wir auch, ohne die Normal­zeit zu zertrümmern. Hingegen aber: wir tun es nicht. Dies nun hat der Mann, der die neue Zeit erfunden hat, gewußt. Er hat Herrn Zwiesecke und Herrn Schulze'Hl gekannt, und er hat sie sich pla­stisch vorgestellt, wie sie sagten:Wat? Um neun Uhr in die Falle? Bin ik'n Säugling?" Solchen Protesten ist der Erfinder zuvorgekommen. Er hat seinen Trick hervorgeholt, er hat die Zeitgenossen mit dem Holzhammer vor den Kopf geschlagen, er hat die Uhr DorgefteUtr und niemanden ist es ein­gefallen, über das übliche Maß hinaus zu fluchen, wenn frühum sechs" der Wecker rasselt. Der Er­finder der Sommerzeit ist einer der besten Kenner der menschlichen Seele gewesen.

Die neue Zeit ist jedoch nicht nur dazu da, Kohlen zu sparen. Sie spart auch Nerven. Der Schlaf vor und nach Mitternacht ist, wie bekannt, der gesun­deste. Aber die Stunden vor Mitternacht schlagen jeden Rekord. Sie sind der Gipfel der Wohl- Bekömmlichkeit, und eine Stunde vor Mitternacht mehr schlafen, das ist so gut wie sechs Wochen Liegekur in den Höhenlagen des Thüringer Waldes.

Ueber die Notwendigkeit, früh zu Bett zu gehen, kann es also Meinungsverschiedenheiten nicht mehr geben. Wer aber geneigt sein sollte, in der Attacke auf seine Taschenuhr einen Eingriff in die persön­liche Freiheit zu sehen, der wende sich an Karlchen Mutz in Berlin-Steglitz. Er hat in seinem Aufsatz über die Sommerzeit die Notwendigkeit ihrer Ein­

gehört werden wird.

Ein abwechslungsreicher und künstlerisch wertvoller Veranstaltungsplan ist für die Gießener Kunstwoche aufgestellt worden, für Bürgermeister Ritter nommen hat.

Die Gießener Woche

für Kunst und Literatur wird durch eine Morgenfeier im Stadttheater eröffnet. Das Städtische Orchester wird die Feier mit derLeonoren-Ouvertüre" einleiten. Anschlie­ßend spricht der Oberbürgermeister zur Gießener Woche für Kunst und Literatur. Sodann wird Goethes Schauspiel in einem AktDie Geschwister"

Als im vorigen Jahr aus Anlaß der 25-Jahr-Feier des Goethe-Bundes zum erstenmal eine Gießener Kunstwoche unter Beteiligung der Gießener Kultur­institute mit einem Erfolg durchgeführt werden konnte, der weit über die Grenzen der Stadt hinaus wirkte, da gab der Oberbürgermeister der Stadt Gießen die Anregung, alljährlich in unserer Stadt zum Ausklang des Vortragswinters eine solche Kul­turkundgebung durchzuführen. Zugleich stand auch Thema und Geleitwort für die Kunftwoche des Jahres 1940 fest:Von ewiger deutscher Kunst." Damit war dem Veranstalter eine schöne und große Aufgabe gesetzt. Es aalt, aus dem unergründlichen Schatz deutschen Kulturgutes die unvergänglichen Werke unserer großen Meister aufzuzeichnen, sei es nun aus unserer deutschen Musik mit Beethoven, Haydn, Schubert, Mozart, Händel, Wagner, sei es aus unserer deutschen Dichtung mit Walther von der Vogelweide, Goethe, Schiller, Lessing, Storm, Raabe, sei es aus unserer Malerei und bildenden Kunst, seien es die schaffenden Kräfte der Gegenwart oder der Vergangenheit. Ein reicher, unversiegbarer Born des deutschen Kulturschaffens tut sich vor uns auf, aus dem wir schöpfen können. In einer umfassenden und großen Schau sollte die Kunstwoche die bedeu­tendsten deutschen Kulturschöpfungen aus Vergan­genheit und Gegenwart vermitteln. Mitten in diese Vorbereitungen brach der uns von England auf­gezwungene Krieg herein. Die aus diesem Schicksals­kampf unseres Volkes sich ergebenden Erschwerungen und Hemmnisse ließen nicht alle Pläne zur vollen Durchführung kommen. Waren aber schon im Frie­den die festlichen Tage der Kunst ein stolzes und freudiges Bekenntnis zu unserem deutschen Kultur­gut, so ist die Gießener Kunstwoche im Knegsjahr 1940 ein unerschütterliches Gelöbnis zur Kultur unserer Nation geworden. In diesen Tagen des Kampfes und der Abwehr gegen den Vernichtungs­willen Englands hat vielleicht die Gießener Kunft­woche ihre höchste Erfüllung und Berechtigung ge­funden. Wenn wir daher heute die Bürgerschaft unfern Stadt zur Teilnahme an den kulturellen und künstlerischen Veranstaltungen der Kunstwoche auf- rufen, dann wissen wir auch, daß unser Ruf allseits

Gießener Woche für Kunst und Literatur 1940 ,$on ewiger deutscher Kunst."

Don Dr. Otto Henning.

fein Lunge geht zur Schule.

X'on Hans 3. Toll.

Heftern morgen war es, da traf ich Antje. Diese rrje und ich waren einmal Nachbarskinder, und ii: haben eine Menge Erinnerungen an eine Zeit, Bi Der Risse und Flecke in unseren Kleidern bekun- iet n, daß wir für eine tumultuarische Ungebun- ÄaEfjeit des Lebens viel übrig hatten. Das ist lange |?r und heute gibt es längst einen kleinen Peter tttl eine kleine Antje, die zur großen Antje Mutter fq: n. Die Jahre haben es eilig.

^«a, ich treffe Antje, wir gehen ein paar Schritte Einander, sprechen über dies und das, und ja, laile, es ginge ihr gut, ja, alles gesund und froh i Hause. Und die Kinder, frage ich, der Peter und izüleine Antje? Oh, sie sind laut und lebendig und

; aleen Risse und Flecke in den Kleidern.Und eicer", sagt Antje noch,Peter habe ich heute na gen zum erstenmal in die Schule gebracht."

2 ie Antje hat ihren Peterle zum erstenmal in die Sdule gebracht! Sie lächelt, als sie es leise sagt. Lll Mütter lächeln wohl, die ihren Jungen zum ,erst°nmal in die Schule brachten, ein bißchen stolz, sein bißchen weh.

1Tr wollte nicht, daß ich auf ihn wartete. Ich liiite fortgehen, kaum, daß ich bis ans Klaffen- jiir-ner mitgehen sollte. Er sei nun groß, sagte er, mnb ich solle ja nicht warten, er könne allein M Hause finden. Oh, es wäre ihm sehr peinlich

amefen, wäre ich geblieben. Da bin ich dann angegangen. Er ist ja nun groß, der Peter."

Nir gehen eine Weile still weiter, und ich weiß liritf-s Rechtes zu sagen. Was soll man auch sagen?

ein erster Schulgang ist nun einmal ein Abschied. Sie sechs Jahre, die sich tza selbstbewußt oder auch ein wenig ängstlich zum erstenmal auf eine Schul­bar? setzen die wissen nichts davon, daß hinter drTür, die der Lehrer zumachte, die Mütter stehen ttii warten, hier oder zu Hause.

Ja", sagt Antje weiter,siehst du, so ist das H habe schon einen großen Jungen, den ich nicht Mr an der Hand zu halten brauche."

linb nun könnte ich viel sagen. Ich könnte havon Archen, daß man diesen kleinen Abschied als Sym- il nehmen könnte, nicht wahr? Er ist der erste, le:* viele werden noch folgen. So ein Junge will ft) seinen Weg allein finden, und die Mutter soll Df: warten. Aber die Mutter wartet. So ein v'ige stößt sich einmal an der Nase, und dann geht 8 Dieber zur Mutter auch das wäre sinnbildlich A Nehmen, wie? Da laufen die Jungen davon.

Aus der Stadt Gießen.

Schmetterlinge.

-ie letzte Reichsstraßensammlung des Kriegs- M. verkündet den Frühling. Sie steht im Zeichen ' >er Schmetterlinge, die uns zusammen mit Blumen nn? Vögeln Boten des Lenzes sind, die allerzarte- und geheimnisvollsten. Mit den Kindern Floras Haien sie die leuchtenden bunten Farben gemeinsam, faf: erscheinen sie selber als blumenhafte Wesen, abir noch schwereloser, noch unirdischer, frei und geb ft im Licht schwebend. Ein paar Tautropfen und ern wenig Blütenhonig genügen ihnen zur Sätti- gur g, ja viele nehmen während ihres kurzen Falter- bdfins gar keine Nahrung zu sich. Dieses Gewicht- los der Schmetterlinge hat die Anschauung von den (fntagsfaltern" ausgelöst, denen nur wenige Stun­de: oder Tage zu ihrem Leben in Faltergestalt be- jdy-ben wären. Aber diese zarten Geschöpfe sind !?r als sie scheinen. Ein paar Wochen beträgt, sein sie nicht Feinden oder anderen äußeren Ein- »i-fungen zum Opfer fallen, die Daseinsspanne auch b-e: kurzlebigsten unter ihnen. Andere überdauern föcir den kalten Winter bei uns.

>er erste hochgelbe Zitronenfalter, der erste rot- .Miune kleine Fuchs, die wir durch den Frühlings- ^Mnenschein gaukeln sehen, sind nicht erst von die- lch Frühling in ihr Dasein gerufen, sie waren auch itn vergangenen Sommer in ihrer jetzigen Gestalt schm da, und sie haben die Wintermonate mit zu- (ar men^flappten Flügeln in Wäldern', auf Dach- brten oder sonst einem Unterschlupf in todesähn- (jd?m Schlaf verbracht, bis die wiedererstarkende Sinne dieses Jahres sie zu neuem Leben wachküßte. Di bunten Heere der Falter freilich, die in den ei( ntlichen Sommermonaten unsere Fluren reich U ben, sind zum größten Teil neue Geschöpfe, vor tigern erst aus dem dunklen Gefängnis der Puppe $»ri Licht und zur Freiheit erlöst. Aber welch ge- hesmisvoll reiches Leben und welch vielfachen Ge- ftdroanbel haben diese Wesen schon durchlaufen, 'm! sie als Schmetterlinge im Sommerwind schweben.

' »ie Verwandlung der Schmetterlinge vom Ei zur Rupe, von der Raupe zur Puppe und endlich zum F ter hat sie zu allen Zeiten und bei allen Völkern ju Symbolen der Unsterblichkeit, zu eigentlichen S Untieren gemacht. Die griechische Darstellung der P che, der unsterblichen Seele, als ein Mädchen mit ss"metterlingsflügeln ist uns wohloertraut, aber sct n im 5. vorchristlichen Jahrhundert finden wir Ke Schmetterling auf Sarkophagen und Gemmen dl: Sinnbild der Unsterblichkeit dargestellt. Nach ar r germanischer Anschauung verläßt die Seele als metterling den Schlafenden.

~Is Seelentier begegnen wir dem Falter im V: ksglauben des ganzen Mittelalters bis in die Allzeit hinein. Besonders die Nachtfalter, die um ßr*t und Lampe schwirren, galten alsSeelen aus bei Fegfeuer", die ihre Verwandten und Freunde beochen. Weiße Schmetterlinge wurden als Seelen un/hulbig verstorbener Kinder angesehen, aber auch JjjB Seelen der Ungeborenen. Der Glaube, daß über Dem von einer Hexe getöteten Kinde ein weißer S metterling als seine Seele schwebe, hat in einem enprozeß des Jahres 1680 eine wichtige Rolle gelvielt.

i überhaupt wurden die Schmetterlinge vielfach i mi Hexen und Zauberern in Beziehung gebracht.

. Gcion unser deutscher Name Schmetterling, der mit alten Bezeichnung Schmetten für Sahne ver-

, TD.irbt ist, weist auf diesen Zusammenhang hin, 3cm bekanntlich galt bas Milch- und Sahnestehlen ! 4: eine Hauptbetätigung der Hexen. Das englische ! Trt bütterfly für den Schmetterling drückt diese Zii'chauung noch viel deutlicher aus. Doch auch im Nutschen begegnen wir zahlreichen Namen, die auf desselben Ursprung zurückgehen. So heißt der Eametterling auch Milchdieb, Milchtrud, Molken- eb-r, Molketewer, Schmantlecker, Boterwif, Boter- "y\ und ähnlich. Im Münsterland wird der Zitto- lessalter auch Hex genannt, in Mecklenburg finden Di neben anderen auch die Namen Kätelflicttr und ßcielböter, was ebenfalls auf den Hexenglauben

Romantisches Ballett" im Gtadttheaier.

Das Rornanttsche Ballett Peters-Pawlinin, das gestern abend in einer Veranstaltung der NS.- GerneinschaftKraft durch Freude" vor ausverkauf­tem Haus im Stadttheater zwei Stunden mit be­wegter Grazie und beseelter Schönheit ausfüllte, bereitete eine vorbehaltlose Freude. In einer reich­haltigen Folge der Darbietungen wurde die Phan­tasie der Besucher lebhaft angesprochen. Es wurde aber auch unaufdringlich an den mehr ober weniger großen Reichtum eigenen Gefühls jedes einzelnen appelliert, denn die Kunst eines Balletts kann sich naturgemäß nicht so klar und eindeutig äußern, wie es z. B. im Solotanz und von der tänzerischen Einzelpersönlichkeit her möglich ist. Die Kunst des Balletts verlangt das wurde gestern bewiesen die allgemeinere Form des Tanzes überhaupt, innerhalb der sich die Ausdruckskraft der einzelnen Tänzerin bewegen muß. Das wiederum bringt es mit sich, daß vom Betrachter eine innige geistige und seelische Hingegebenheit verlangt wird. Diese Bereitschaft und Hingegebenheit forderten besonders die ersten Darbietungen heraus, die sich ganz im Charakter desTanzes an sich", im Stil des klas­sischen Tanzes, teilweise auch im Bereich des Alle­gorischen bewegten und dabei außerdem stark an die Intentionen von der Musik her (Beethoven, Chopin, Brahms) gebunden waren. So mußte man also versuchen, den Gehalt der Tänze nicht nur vom Auge, sondern auch vom Ohr her der eigenen Ge­fühlswelt zu erschließen.

Das Ballett ließ es dazu nicht an Adel der Be­wegung und an wohlerwogener Geste fehlen: es bot genug an fast olympisch anmutenber weiblicher Schönheit und männlicher Kraft, wie auch an einer gemessen ausgebrückten Sinn en f re-ude. Hinzu kam außerbem sorgfältig ausgebildetes tänzerisches Können.

Sinnfälliger als bas einleitenbe Adagio, ber bionysifche Reigen und die TanMzzeUeoers Feld" waren bie Darbietungen bes zweiten Teiles der Dorttagsfolge. Die tänzerische Stimmungs­malerei ,^)erbstblätter" sprach rasch und lebhaft an und löste ein heiter-melancholisches Entzücken aus, während die in einigen Zügen fast derbe Tanz­groteskeDie Hose" mit rückhaltloser Heiterkeit quittiert wurde. Die zum Abschluß wiedergegebene

zu zücken und sie recht heftig zu schütteln, um mög­lichst viel herausfallen zu lassen, wollen wir ja nicht vergessen. Um die gute Vorbedeutung brauchen mir uns keine Sorgen zu machen! C. K.

Tageskalender für Freitag.

Stadttheater: 20 bis 23 UhrDer Freischütz". Gloria-Palast, Seltersweg:Opernball". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Kornblumenblau".

Hitler-Jugend Bann 116.

Aus technischen Gründen müssen die Sportstunden der 14- bis 15jährigen wie folgt umgelegt werden: Dienstags alle Gefolgschaften außer der Motor-Ge­folgschaft, Freitags Motor-Gefolgschaft. An beiden Tagen um 18 Uhr Schüler und um 20 Uhr Berufs­tätige.

Don der Universität Gießen.

Der Inhaber des Lehrstuhls für Anatomie und Direktor des Anatomischen Universitäts-Instituts, Gießen, Prof. Dr. E l z e, folgt mit Beginn des neuen Universitätstrimesters Anfang April einem Ruf an die Universität Würzburg, wo er den Lehrstuhl der Anatomie und die Leitung des dortigen Anatomischen Instituts übernehmen wird. Professor Dr. Elze war seit 1. November 1936 in seinem Amt in Gießen tätig.

Ein Abend der Rückgeführten.

Die Rückgeführten von der Saar hielten imBurg­hof" ihre übliche Zusammenkunft ab. Der Kreis­beauftragte, Pg. Brand, konnte dabei darauf Hin­weisen, daß nun in jeder Gießener Ortsgruppe und einem Teil der Ortsgruppen im Kreise Gießen Landsleute als Ortsbeauftragte bestimmt sind, an die sich die Rückgeführten mit ihren Anliegen wenden können. Wie der Kreisbeauftragte weiter bekannt­geben konnte, hat der Gau Saarpfalz der NSDAP, für alle Neugeborenen eine Stiftung errichtet, aus der für jedes Kind ein Sparbuch mit einem nam­haften Betrag angelegt wird. Bei den Ortsbeauf­tragten können sich auch solche Mütter melden, die bereits in ihrer Heimatgemeinde für das Mütter­ehrenkreuz eingereicht wurden, oder die einen be­rechtigten Anspruch darauf haben. Der Vorsitzende des Gießener Saaroereins, der hier die Vorarbeiten für die Abstimmung an der Saar leitete, Polizei­hauptwachtmeister Thum, benutzte die Gelegenheit, um den Landsleuten die Grüße und Wünsche der hier ansässigen Volksgenossen von der Saar zu über­bringen. Er wünschte ihnen alles Gute und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß der Führer alles zum Besten gestalten wird.

Irland, die grüne Insel.

Der Goethe-Bund, Kaufmännische Verein und die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, in Arbeits- gemein'schaft mit der NSG.Kraft durch Freude", veranstalteten am gestrigen Donnerstag einen Vor­trag des Reiiseschriftstellers Joachim G ersten- berg überIrland". Der Vortragende vermittelte einen interessanten Einblick in die Geschichte und die landschaftliche Beschaffenheit dieser Insel und ihrer Bewohner. Dabei ging er von der im Dezember 1937 erfolgten Anerkennung der unabhängigen Re­publik durch die Engländer aus. Der Vortragende wies darauf hin, wie mit dieser Anerkennung der acht Jahrhunderte währende Freiheitskampf der Iren ein Ende nehmen sollte, der mit großer Er­bitterung auf beiden Seiten geführt wurde und un­geheure Opfer an Blut gefordert hat. Die Iren sind jetzt im Begriff, die letzten Fesseln der englischen Herrschaft abzustreifen und die Freiheit ihrer Jnfel, einschließlich Ulsters, zu erringen.

Der Vortragende führte die erste historische Er­wähnung Irlands auf 2000 Jahre vor der Zeitrech­nung zurück. Die von Mittelasien über Spanien eingewanderten Jberier waren die ersten Einwoh­ner, denen sich erst 900 bis 800 vor der Zeitenwende die Kelten zugesellten. Diese beiden Stämme bil­deten die irische Rasse. Die Engländer hatten nie bas Land betreten, sondern ein Papst, der einzige