8reitag,2r. September M0
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Rr. 229 Zweites Blatt
Wandervorschläge für den Sonntag
stellen
(Nachdruck verboten.)
33. Fortsetzung.
Massenpolitische Erziehung der Zugendgruppen.
stet wird. . . .,,
Auch die rassenpoKtrsche Erziehung wird nicht vergessen, da fie eine der Grundlagen unserer ge-
NSG Ortsgruppen-Dienststellen der NSDAP, sind nie stille, verlassene Winkel gewesen und werden es auch niemals sein. Hier pulsiert das Leben, herrscht die Arbeit für das Gemeinwohl, ergeben ich immer wieder neue Ausgaben, die, kaum gestellt, angepackt und gelöst werden. Wer aber in diesen Tagen die Diensträume betritt, findet einen Hochbetrieb bei so fröhlichen Gesichtern wie selten zuvor: Die Partei verschickt Feldpostpäckchen an ihre
Anstrengungen des Dienstes sind Trockenfrüchte, Fruchtsäfte, Drops, Datteln und Schokolade bet» gefügt. Für die Freizeit sorgen Spiele und ausgewählte Werke aus dem reichen Schatz deutschen Schrifttums^
Liebevoll richtet bie NS.-Frauenschaft die Päckchen zu, die von den Kameraden der Ortsgruppen gemeinsam mit den Männern der NSV. zusammengestellt wurden. Mädel des VDM. schreiben fein säuberlich die Anschriften, und die Ortsgruppenletter legen herzliche Briefe bei, die nicht selten em „Künstler" aus den Reihen der Politischen Letter als besonders schönen Gruß der Heimat mit der Zeichnung eines Wahrzeichens der Ortsgruppe, eines Wehrturm, einer Brücke oder eines geschichtlichen Gebäudes geschmückt hat. Dann bringen die Hitlerjungen die unzähligen Päckchen zur Post, die sie weiterleitet an die Standorte der Feldeinheiten, an Fliegerhorste und Stellungen und an Bord der
Kriegsschiffe. ~ v ....
Ueberall werden sie herzliche Freude auslosen,
Aus der Stadt Gießen
Oer Regenschirm.
Oie Partei verschickt Feivpostpäckchen
Siele tausend Grüße der Kameradschaft.
törksten sind natürlich alle Arten Packungen mit die tausend und aber tausend Gruße treuer Kame- Smarren Zigaretten, Zigarillos und Tabak ver- radschaft) die nicht zuletzt auch hie lebendtgen Zeugten Rasierapparate, Rasierklingen, Seife, Puder, gen eines gläubigen Vertrauens und eines unbeug- Paste' und Kämme tragen der Körperpflege des samen Siegeswillens eines starken und wehrhaften Soldaten Rechnung. Als Erfrischung ^während der Volkes sind.
Zu der angekündigten Verteilung von Bohnenkaffee an die Verbraucherschaft hat die Reichsstelle für Kaffee die erforderlichen Anweisungen erteilt. Das bestehende Röstverbot wird für die Versorgung der Zivilbevölkerung mit Röstkaffee im Rahmen der vom Reichsernährungsminister angeordneten Verteilung aufgehoben. Herstellung und Verkauf der zulässigen' Mengen von Bohnenkaffee werden auf drei Güteklassen beschränkt, nämlich eine untere (Preislage I), eine mittlere (Preislage II) und eine obere (Preislage III). Der Anteil der Preislage I muß 20 v. H. der gesamten Röstkaffee-Herstellung innerhalb einer Zuteilungsperiode betragen. Für die Abgabe an den Verbraucher werden je % kg Röst- kaffte folgende Höchstpreise bestimmt: Preislage I: 2,40, II: 2,80 bis 3,00, III: über 3,00 bis 3,60 RM. Kleinverteiler dürfen in jeder der drei Preislagen nur einen Preis fordern. Für koffeinfreien Röstkaffee gelten bei früherer Qualität die früheren Preise mit dem Höchstpreis 3,60 RM. je Vi kg.
Sie Schule
nach nächtlichem Fliegeralarm.
Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat in Erweiterung seines kürzlich veröffentlichten Erlasses über den Schulbeginn nach nächtlichem Fliegeralarm folgendes angeordnet:
Der Vormittagsunterricht für Schüler des schulpflichtigen Alters — d. h. für die Volksschulen und die Klassen 1 bis 4 der Mittel- und höheren Schulen — fällt aus, wenn in der Nacht vorher über 24 Uhr hinaus Fliegeralarm gewesen ist.
Dieser ausfallende Unterricht wird durch Nachmittagsunterricht, der in die Zeit von 14 bis 17' Uhr zu legen ist und nur wesentliche Schulfächer umfassen soll, ersetzt, wenn die Belegung der Schulgebäude dies gestattet und der Unterricht anderer Schulen oder Klassen nicht geschädigt wird.
NSRL.-Treffen auf dem Hoherodskopf.
Wenn auch — wie wir früher schon mitteilten — das Hoherodskopfbergfest des NSRL. in diesem Jahre in der üblichen Form als Großvercmstal- tung nicht durchgeführt werden kannte, so soll das Kriegsjahr 1940 doch nicht oorübergehen, ohne daß die Turner, Sportler und Wanderer ihre traditionelle Verbundenheit mit dem „Berg der Hessen" in sinnvoller Weise bekundet hätten. Sportgauführer SA.-Hauptsturmführer O t t e r b e i n (Friedberg) hat schon vor einiger Zeit Turner und Sportler und vor allem auch die NSRL.-Kameraden vom VHC. zu einer Sternwanderung nach dem Hohe- rodskopf bzw. der Herchenhainer Höhe aufgerufen, die nun hm kommenden Sonntag durchgeführt wird. Gegen Mittag wird man sich auf dem Hoherods« : köpf zu einer schlichten Feierstunde am Adolf-Hitler- . Gedenkstein treffen. Anschließend wird man sich zum
Wer war der Mensch, der die Wahnsinnstat verübte? ...
Sein Blick streift wieder scheu Dietmuthe. Weshalb reißt es ihn nicht zu ihr hin? ... Weshalb schüttelt ihn kein Schmerz, denn man hat ihm doch etwas Fürchterliches angetan? ...
Diese Vorhaltung beantwortet eine innere Stimme mit einem Nein. Aber auf keine der anderen vielen Fragen, die ihn bedrängen, gibt sie ihm Antwort. Er streicht sich über den Scheitel und trocknet sich in kurzen Zwischenräumen die Tropfen von der Stirn.
Bedeutungslos erscheint ihm die Beschuldtgung der Springer, ihr sinnloses Gebaren. Ihr Entsetzen und ihre Verwirrung machen es entschuldbar. Er setzt sich und versucht nachzudenken.
Nach kurzer Zeit erscheinen Kriminalbeamte, ein Arzt, die Mordkommission.
Es wird festgestellt, daß Dietmuthe Röhl von zwei Schüssen tödlich getroffen worden ist. Einer ist ins Herz gedrungen, und der zweite hatte die Schlagader des Halses zerrissen.
Die beiden Mädchen, Fräulein Springer und Doktor Bergholz werden vernommen. Dabei merkt er, daß die sinnlose Beschuldigung, die die Freundin und Vertraute der Ermordeten ihm entgegenschleuderte, als Verdacht gegen ihn auch bei den Beamten deutlich hervorttitt. Den wirklichen Täter hat nur er gesehen — und sie, die nicht mehr aussagen kann. Sie hat ihn mit Namen gerufen — aber da klafft eine Lücke in Bergholz' Gedächtnis, das sonst alle Einzelheiten des Ereignisses mit Genauigkeit ftstgehalten hat. Auf den Namen kann er sich nicht besinnen.
Die beiden Schüsse, die auch er noch schwach vernommen hat, sind von dem einen Mädchen in einem Hinterzimmer gehört worden. Sie hatte als erste den Tatort betreten und Frau Röhl auf dem Teppich liegend gefunden. Als sie schreiend neben ihr kniete und sich bemühte, (ie aufzurichten, war Fräulein Springer hereingekommen, die schon beim Aufschließen ihr Jammern hörte. Gleich darauf war die Köchin angelaufen gekommen. Alle drei hatten Bergholz nicht bemerkt, der hinter dem Flügel aus- gestreckt am Böden gelegen hatte.
Er wird als der Tat verdächtig verhaftet. Aus dem Polizeipräsidium wird er stundenlang verhört. , Er macht feine Aussagen klar und bestimmt, doch
Außer einzelnen Außenseitern und eingefleischten Pessimisten, die keinem Wölkchen trauen und darum den Regenschirm am Arm tragen oder daran gehen wie an einem Spazierstock, behängt sich wohl niemand gern mit diesem sich oft als überflüssig erweisenden „Möbel". Wenn er nicht schon so klein ist, um in einer Handtasche mitgenommen zu werden, muß man nur überall auf ihn aufpassen, da ! er die unausrottbare Gewohnheit hat, in jeder Ecke l stehenzubleiben, oder gar von fremden Menschen : ' sich verschleppen zu lassen. Gießt es nicht gerade wie aus einem Sieb vom Himmel — was die Trotzigen nicht abhält, mit Wettermantel und entsprechender Kopfbedeckung ^runter durch" zu gehen — besinnen sich viele, ehe sie den Regenschirm aus dem Garderobeständer holen. „Es hat aufgehört" sagt man, oder „es scheint sich aufzuhellen", um fchließ- lich selbstsicher und von der Richtigkeit seines Handelns überzeugt ohne das lästige Anhängsel loszustiefeln. Und schließlich: man kann sich schlimmsten- , falls unterstellen, man wird schon heirnkornrnen.
Alle, die nach Schluß der Kinovorstellung mit mir in der geräumigen Eingangshalle standen, weil es kräftig regnete, hatten so gedacht und sich diesmal arg verrechnet. Die Minuten verrannen, und immer wieder stürzte sich einer mit aufgeschlagenem Rockkragen hinaus in die „Dusche".
Em Mädchen, das sich ebenfalls zum Aeußersten entschlossen hatte, hielt sich im letzten Augenblick noch zurück. Sie trug feinen Regenmantel und schauderte wohl davor, bis auf die Haut durchnäßt zu werden. Hilflos blickte sie auf die Vorübergehenden, aber unter den niedrig getragenen Runddächern war kaum ein Gesicht zu erkennen. Em junger Mann, ein Leidensgefährte, wagte sie anzusprechen: „Es will gar nicht aufhören!" sagte er.
„Ja!" antwortete sie und wandte sich ihm zu. Sie müsse nach Hause. Es sei zu dumm, daß keine Haltestelle der Straßenbahn in der Nähe sei. „Ich wohne gar nicht weit", sagte der junge Mann wieder, wurde aber rasch von ihr unterbrochen: „Sie wohnen nicht weit?" Es klang wie eine freudige Erwartung, aber als sie das verständnislose Gesicht des jungen Mannes sah, sprach sie nicht weiter, sondern unterdrückte ihren heimlichen Wunsch.
Mensch! Sie gibt dir eine Chance, dachte ich, vielleicht ist es sogar das Schicksal, das spricht, lauf nach Hause und hole einen Schirm!
Er aber sagte: „Aber bei dem Wetter wird man ja schon nach wenigen Schritten tratschnaß!" „^IKer- dings", erwiderte das Mädchen tonlos und drehte sich auf dem Absatz um. Der Stehengebliebene sah ein wenig verdutzt drein. Vielleicht hielt er sie für unhöflich und meinte: was kann ich dazu. Laß her Regen nicht aufhört!
Das Mädchen beugte sich ein paar Mal wett vor, sah die Sttaße hinauf und hinunter und es sah aus, als wollte sie sich nun doch noch naß regnen lassen. Da stieß ein Vorübereilender mit dem Schirm an sie. „Verzeihung!" entschuldigte er sich und lüftete feinen Hut. ,£), bitte!" lächelte sie. Er hielt. den Schirm hoch, und erstaunte wohl über ihr hübsches Gesicht. „Darf ich Sie ins Trockene bringen?' fragte er höflich. „Bitte, gern!" frohlockte das Mädchen und warf, bevor sie sich eng an die Seite des Beschirmers schmiegte, dem Zurückbleibenden einen mitleidigen Blick zu. Ob er etwas gemerkt hat. .?!
1 . D.
er diese aufgeregten, jammernden Stimmen zu hören. Er ringt und kämpft gegen die Fesselung dumpfen, wirren Träumens. Endlich tastet feine suchende Hand das glatte Holz des Flügels. Er richtet sich an dem Instrument empor und sieht, wie die Zofe, Fraulem Springer und die Köchin Dietmuthe vom Boden aufheben und auf. den Diwan betten.
Wieder brechen alle drei in neue Rufe des Ent- etzens aus, und was er dort liegen sieht, ist ein blutiger Leichnam mit glasigen Augen und verzerrtem Munde. Der vordem weiße Seidenschal hängt als rotes Tuch herab, und auf dem Teppich ist eine dunkle Lache.
Da kommt auch aus feiner Kehle ein rauher Ton des Schreckens. Der erst verrät den drei Frauen seine Anwesenheit. Sie verstummen, starren auf ihn wie auf eine Geistererscheinung. Die Springer kommt mit zwei kurzen, zaudernden Schritten auf ihn zu. Voll Grauen und Haß funkeln ihn ihre hellen Augen an. „Sie sind hier? — Sie also waren es? — Sie haben sie ermordet!" stößt sie hervor.
Die beiden Mädchen laufen aufschreiend aus dem Zimmer. 1 r, ., t ,
Bergholz sieht sich verständnislos um, streicht sich mit her zitternden Hand über den Kopf. „Wo ist der Mann?" stammelt er.
Welcher Mann? — Hier ist niemand weiter! Sie waren doch allein mit ihr?" ruft die Springer — immer noch mit dem gleichen Ausdruck des Grauens und fanatischen Hasses.
Dort aus dem Zimmer kam er und erschreckte sie! stößt Bergholz hervor. Er eilt zur Tür. Die Springer weicht ihm aus. Durch alle Räume der Wohnung lauft er und sucht. Die Mädchen halten sich in ängstlicher Entfernung von ihm. Er kommt wieder in das Zimmer, in dem die Schreckenstat geschah. Die Tür wird hinter ihm zugedrückt, das Schloß schnappt. Was soll das bedeuten ...
Er drückt auf den Griff der zweiten m den Vorraum mündenden Tür — auch sie ist zugeschlossen. Er steht einen Augenblick davor. „Die Weiber sind ja verrückt!" murmelt er. Er hört, wie die Springer nebenan telephoniert. Plötzlich hat er das Gefühl einer eisigen, abgrundtiefen Stille, die wie eine herz- : lähmende Drohung ist.
Verstört blickt er nach der Getöteten hinüber. Wie , kam das nur? .. Welch schreckliches Ende! — ver- t dunkelt von einem Rätsel... Wird es sich löfenl.s«
Sie neigt den Kopf seitwärts, flüchtig blitzt das spielerische Glitzern in ihren Augen auf. „Ich ■ fonnte heute nicht allein fein", entgegnet sie tjalblaut. „Sie wissen doch, manchmal fürchte ich mich vor Ge- f'penftern." Sie legt die Arme auf die Sessellehnen, summt ein paar Töne hinter geschlossenen Lidern, wippt mit dem Fuß. Sie hat offenbar heute ihren nachdenklichen Tag.
Plötzlich zuckt sie mit einem Schreckenslaut zusammen, springt auf, die eben weich und gelost ruhenden Arme stoßen mit einer iahen Abwehrbewegung vor. „Klaus! — Du? — Was willst du schreit sie auf.
Bergholz, der mit dem Rücken zur Tur sitzt, fahrt herum und sieht einen Mann aus dem Nebenzimmer treten, der mit finsterem Blick die Frau ansieht, und dessen Gesicht ihm nicht fremd vorkommt, das er bestimmt einmal irgendwo gesehen hat ...
„Mit dir abrechnen will ich!" sagt der Mann tm bedächtigen Ton, her dennoch drohend klingt.
„Doktor Bergholz, schützen Sie mich!" schreit Dietmuthe mit hohem, schrillem Ton.
Mit einem Satz ist er bei dem Eindringling, greift nach dessen Arm. „Was wollen Sie hier? Sofort verlassen Sie die Wohnung!"
Er sieht in ein Paar ernste blaue Augen, sieht den rechten Arm des Mannes sich heben — eine Faust trifft feinen Kops wie einen Hammer. Es zischt und dröhnt in seinem Schädel, Funken stieben vor seinen Augen, und schwindelnd schnell saust er in eine tief- schwarze Finsternis hinab — hört noch habet zwei Schüsse fallen, deren Knall schwach und blechern wie aus einer Spielzeugpistole klingt. —
Aus der Bewußtlosigkeit, von der er hinterher nicht -u sagen vermag, ob sie lange ober kurze Zeit gedauert hat, weckt ihn Schreien und verworrenes Durcheinanderfprechen, Geraume Zeit schon glaubt
Dornotizen.
Tageskalender für Freitag.
Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr: „Goldregen". — Gloria-Palast, Seltersweg: .„Komgswalzer . — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der ewige Quell .
Stadttheater Gießen.
Am heutigen Freitag wird die Lustspiel-Operette „Goldregen" von Manfrieb Rößner, Musik von Hellmut Rößner, zum erften Male wiederholt. Spielleitung: Harry Grüneke. Bühnenbild: Karl Löffler. Die musikalische Bearbettung stammt von Arthur Apelt, der auch die musikalische Leitung hat. 2. Frei- tag-Miete. _ _ , ,
Ortszeit für den 28. September.
Sonnenaufgang 7.21 Uhr, Sonnenuntergang 19.10 Uhr — Mondaufgang 3.08 Uhr, Monduntergang 17.20 Uhr. ___________________________
Roman von Helene Kalisch
Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München
Die Jugendgruppen der NS.-Frauenschaft , innerhalb der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes die Gruppe der Mädel und Mütter zwischen 18 und 30 Jahren dar. Die Aufgabe her. Jugendgruppen besteht darin, für das Mädel aus dem BDM. einen Uebergang zum Frauenschaffen zu bilden und das Mädel, wie die junge Frau mit dem nötigen Rüstzeug einer Frau und Mutter zu versehen. Langsam müssen die jungen Menschen in die neue Verantwortung hineinwachsen.
Mit dem Leistungsbuch für die Jugendgruppen wollte die Reichsfrauenführerin ein festes Ziel stecken. Mit der Erfüllung der Vorbedingungen für das Leistungsbuch wurden im Mütterdienst die Grundbegriffe der Kindererziehung, Säuglingspflege unb' Haushaltführung erlernt. Im Lehrgang des Deutschen Roten Kreuzes wurden sie in den Grundbegriffen der Krankenpflege geschult und haben sich sechs Wochen lang in Fabrik, Haushalt ober Ernte- bienft für einen anderen Menschen eingesetzt. Die gesamte Ausrichtung spricht schon für bie Art her Erziehungsarbeit, die in ben Jugendgruppen gelei-
Frontkameraden.
Natürlich stehen, alle Ortsgruppen der NSDAP., wie auch die Einheiten der Gliederungen seit Kriegsausbruch mit ihren ejngerückten Kameraden in engster Verbindung. Sie senden ihnen regelmäßig Berichte über bie Arbeit in her Heimat und ihre Erfolge, sie stellen ihnen pünktlich die gewohnten Zeitungen zu, erfreuen sie mit Buchern unb Päckchen mit kleinen Gebrauchgegenständen und Erfrischungen. Diesmal aber hat sich gleich her ganze Kreis ans Packen gemacht unb seine Diensttellen in wahre Warenhäuser verwandelt. Am
birgsstädtchen Gedern. Am Schloßberg beginnt die gelbe Kreuzmarkierung, die zunächst unser Wegzeichen bildet. Durch Wald und Feld steigen wir langsam aufwärts über bie mit Felsen bebecfte Alte Burg mit schöner Aussicht. Auf unserem Wege er- chließen sich uns prächtige Blicke in bas Nidbertal mb auf oerschiebene Dörfchen. Durch Herchenhain, bas höchstgelegene Dorf Hessens, unb an der Jugendherberge Vater-Bender-Heim vorbei, kommen mir auf die Herchenhainer Höhe, wo sich uns ebenfalls eine herrliche Aussicht bietet. Don dem Ge- allenenbenfmal bes VHC., bas auf bem Kamm bes Berges steht, folgen wir dem rot-weißen Band, bis bis aüf gelbe Kreuze stoßen, die uns durch eine reizvolle Landschaft nach dem Hoherodskopf bringen. (Im Clubhaus gute Unterkunft.) Nunmehr folgen mir roten Strichen zum Taufstein, um von dessen Bismarckturm die großartige Rundschau zu genießen, und weiter über die Breungeshainer Heide zum Landgrafenborn, dem Ursprung her Nidda. Von diesem idyllischen Plätzchen führen uns jetzt rote Kreuze über ben Hüttenborn, später an der Ruine Horß, einer Gruppe mächtiger Basaltblöcke, vorüber nach Rudingshain und von hier auf einem Teil der Rennstrecke nach unserem Endziel Schotten.
samten Weltanschauung bildet. Um bie rassenpolitische Aufklärungsarbeit innerhalb her Heimabende der Jugendgruppen durchführen zu können, wurden Jugendgruppenführerinnen aus allen Kreisen in der Jugendherberge von Bad Homburg durch die Sach- bearbeiterin für Frauen- unb Mäbelarbeit des Rassenpolitischen Amtes, Dr. Hertha Gent, geschult. Gaujugenbgruppenführerin Hele Sußlik leitete bas Lager, bas in Anwesenheit aller Kreisjugenbgrup- penführerinnen mit einem Vortrag des Leiters des Rassenpolitischen Amtes, Professor Dr. med. H. W. Kranz, Gießen, seinen Abschluß fand.
Don her Universität Gießen.
Der ordentliche Professor für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht mit ihren Nebengedieten m her Juristischen Fakultät der Universität Gießen Dr^ Rolf Dietz wurde in gleicher Eigenschaft an bie Universität Breslau berufen unb hat sein Amt an ber bärtigen Universität mit Beginn des neuen Trimesters bereits angetreten.
Der orbentliche Professor Dr. F. ® ° 9 e n 1e l/ in Bonn würbe in gleicher Diensteigenschaft an bie Universität Gießen auf den Lehrstuhl für Anatomie berufen unb gleichzeitig zum Direktor bes Anatomischen Universitäts-Instituts ernannt.
*
Der Rektor der Lubwigs-Universität hat ben Dr. med. Rudolf Kohl burch Urkunbe vom 8. Mai 1940 zum wissenschaftlichen Assistenten ernannt.
Bohnenkaffee in drei preiSoruppen.
man sucht ihm Wibersprüche nachzuweisen. Wenn er von bem fremben Einbringung, vor bem er Frau Röhl schützen wollte, niebergeschlagen worben sei, o hätte er doch — so wie er ben Vorgang schilderte — in der Nähe der Tür liegen müssen unb nicht hinter bem abseits stehenden Flügel. Er gebe an, dort aus ber Betäubung erwacht zu sein: aber weber^ Fräulein Springer noch die beiden anderen Hausangestellten haben ihn dort bemerkt — was nicht recht begreiflich erscheine. Fräulein Springer hat sich geäußert, sie habe den Eindruck gehabt, er fei aus der Erkernische hervorgetreten.
Die Aussagen der Springer sind es, die ihn am meisten belasten — er erkennt darin ihren Haß, der ihm zwar nicht neu, so _doch völlig unbegründet erscheint.
Es ist keine Pistole in der Wohnung gefunden worden. Etwa eine Minute nach bem Knallen ber Schüsse war bas Mädchen ins Zimmer gekommen. Daß es ihm in dieser kurzen Zeit gelungen sein sollte, die Waffe unauffindbar zu verbergen, scheint selbst ben Beamten nicht glaubhaft. Es war auch auf der Sttaße ohne Erfolg gesucht worden, obwohl kaum anzunehmen ist, daß er eines der breiten Doppelfenster geöffnet unb bie Pistole hinausgeworfen haben könnte. Er hatte bazu erst ein gestuftes Blumengestell, auf bem Topfgewächse und Vasen mit Sttäußey standen, beiseiterücken müssen. Die Zeit dazu konnte er nach ben Angaben ber Mäbchen nicht gehabt haben. Ober bie Zeuginnen irrten sich ba in ihren Wahrnehmungen.
Es find Erwägungen, bie in bas Verhör hineinspielen. Bergholz äußert sich nicht bazu.
Enblich läßt man ihn in Ruhe. In dem Raum, ben man ihm für ben Rest der Nacht anweist, sitzt er eine lange Weile wie zerschlagen auf einem Stuhl und wartet mit geschlossenen Augen, bis die stechenden Schmerzen in seinem Hinterkopf ein wenig nachlassen. Er kann nicht mehr denken, er ist fertig. Nach einer Viertelstunde erhebt er sich, geht schwankend vor Müdigkeit nach hem Bett hinüber und wirft sich daraus nieder.
Ein paar Stunden schläft er fest. Dann schreckt er auf, hört den Schritt der Wache draußen auf bem Gang, besinnt sich barauf, wo er ist unb was ihn hierhergebracht hat. In ber nächtlichen Stille wächst bie Ungeheuerlichkeit bes Geschehens brohend vor ihm auf, (Fortsetzung folgt)
Station Friedelhausen — Alteberg — krofdorfer Forst — Wettenberg — Gießen.
Von ber Station Frieb^lhausen überschreiten wir ■ die Lahn unb kommen burch bas anmutig am Berghang liegenbe Odenhausen. Bei der Gaststätte „Ium grünen Baum" gehen wir geradeaus weiter durch einen Hohlweg und gelangen auf den 297 Meter hohen kahlen Altenberg. Entzückend ist der Blick von dem Kamm des Berges u. a. auf bie Lahnberge, nach bem Vogelsberg, dem Taunus, auf bas Marburger Schloß, auf Gießen, das Lahntal und Salzbödetal. Wir steigen nach dem am Südabhang hinziehenden Fahrweg ab und gehen mit bem roten H, später noch rote Keile, burch ben großen Krofdorser Walb, bis wir schwarze 'Punkte anttes- fen, bie uns nunmehr nach links führen. Wir überqueren bas liebliche Wißmarbachtal unb kommen nach geraumer Zeit, nachdem wir bie Wißmar Krofborser^Sttaße passiert haben, nach dem Wettenberg, wo wir uns ebenfalls an ber reizvollen Aussicht erfreuen. Die Zeichen weisen uns abwärts zur Krofborfer Straße, auf ber wir Heimwanbern. Marschbauer 3V2 Stunden.
Sieber — Bubenrob — Attenberg — Altenstädter Heide —Aßlar.
Dom Bahnhof Bieber folgen wir roten Kreuzen, die uns, nachdem ber Ort passiert ist, burch schönen Waldbestanb nach bem Hofgut Bubenrob bringen. Wir burchschreiten bas Anwesen unb kommen am Hang bes Bleibenbergs auf rote Striche, bie uns über ben beroalbeten Kamm des Berges führen, um auf der anderen Seite gelbe Andreaskreuze und das rote H des Hessischen Rennwegs anzutreffen. Beiden Zeichen folgend, kommen wir am Fuße des Altenberges her, dessen Besteigung wegen her prächtigen Aussicht sehr lohnend ist, und später, nachdem wir die Blasbacher Straße überschritten haben, wieder zum Wald, in bem wir bis zur großen, zu Groß-Altenstäbten gehörenben Heibe roanbern. Auch hier erfreuen uns hübsche Ausblicke, namentlich auf bas hochragenbe Hohensolms. Weiße Striche leiten uns von hier, stets burch schönen Wald, an dessen Ausgang sich ein reizvoller Blick über bas Silltal erschließt, über ben bekannten Segelflugplatz nach ; unserem Enbziel Aßlar. Dauer ber Wanderung knapp 4 Stunden.
Gedern — herchenhainer höhe —hoherodskopf — Taufstein — Landgrafenborn — Rudingshain — Schotten.
Diese hübsche Vogelsbergwanderung ist, da sie ) nahezu 7 Stunden umfaßt, nur für rüstige Fuß- r gänger geeignet. Wir fahren über Stockheim durch das anmutige Nidbertal nach dem freundlichen Ge-


