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Rotes Kreuz im weißen Felde.

Von Dr. Hermann Oreyhaus.

Schon während der Befreiungskriege, besonders nach der Schlacht bei Leipzig, machten sich Bestrebungen geltend, das Los der in d'er Schlacht Verwundeten und Erkrankten zu lindern. Doch bedurfte es abermals eines nicht minder blu­tigen Erlebnisses, der S ch l a ch t b e i S o l f e r i n o in dem österreichisch-französisch-italienischen Kriege 1859, solche Bestrebungen zu Ergebnissen zu füh­ren. Dies geschah durch den Schriftsteller ch e n r i D u n a n t aus Genf, der unter den Eindrücken auf dem Schlachtfelde es sich zur Lebensaufgabe setzte, den Leiden des Krieges entgegenzutreten. Er fand Unterstützung bei derGemeinnützigen Gesellschaft" seiner Heimatstadt und der Schweizer Bundesregie­rung. Den vereinten Kräften gelang es unter feiner Führung nach fünfjähriger Ausklärungsarbeit, am 22. August 1864 die sogenannte Genfer Kon­vention zuslandezubringen, in der sich zunächst acht, später fast alle Kulturstaaten verpflichteten, unter dem Zeichen des roten Kreuzes im weißen Felde ein international anerkanntes Recht für die Verwundeten und Kranken der Kriege und das Pflege- und ärztliche Personal aufzustellen. Es ist eine merkwürdige Fügung, daß das fünfzig­jährige Bestehendes Roten Kreuzes i n d e n er st en Monat des Weltkrieges fiel, wäh­rend das fünfundsiebzigjährige Be- st e h e n kaum beachtet wurde, da es von dem Vorabend eines neuen Krieges über­schattet wurde.

Natürlich ist das gewaltige Werk von heute nicht auf einmal dagewesen. Sein Ausgangspunkt ist die freiwillige Krankenpflege. Darin liegt eine hohe sittliche Anerkennung, aber organisatorisch gesehen auch ein Mangel. Hier setzte, besonders nach den Kriegen von 1866 und 1870/71, die Weiterent­wicklung ein. Es wurde zwar der Grundsatz der Freiwilligkeit beibehalten, aber die Organisation als solche wurde den staatlichen Einrichtungen auf dem Gebiet der Verwundeten- und Krankenpflege an­gegliedert, so daß sich eine einheitliche Ausrichtung des Unternehmens ergab, deren Durchführung einem Staatskommissar oblag. Die freiwillige Tätig­keit wurde im Frieden schon so vorbereitet, daß ihr Rückgrat feste Krankenhauseinrichtungen und Schwesternhäuser bildeten, an die sich im Kriegs­fall Lazarette, Aerzte und Hilfsschwestern anglieder­ten. Es wurden so neben fyte kämpfenden Truppen gewissermaßen helfende und heilende gestellt.

Diese Entwicklung führte dazu, daß die in der Genfer Konvention aufgestellten Grundsätze zu einer großen internationalen Gesetzgebung heranwuchsen. Das Rote Kreuz im weißen Felde wurde in allen Kulturstaaten unter gesetz­lichen Schutz gestellt. Damit wurde es zu einem wirklichen Neutralitätszeichen. Dies hat dazu geführt, daß die Rote-Kreuz-Verbände der einzelnen Länder nicht nur in Tätigkeit traten, wenn das eigene Volk in einen Kriög verwickelt war, sie halfen auch überall da, wo es'die Not er­forderte; so nahmen Abordnungen des Deutschen Roten Kreuzes 1877 am Russisch-Türkischen Krieg teil, 1899/1900 an dem opferreichen Burenkrieg in Südafrika und 1904/05 an dem gewaltigen Ringen zwischen Japan und Rußland. Auch bei großen Naturkatastrophen im Reiche oder außerhalb sprang das Rote Kreuz helfend und rettend ein. Wenn nicht vordringliche Not Forderungen erhob, dann wirkte es an der Vervollkommnung der persönlichen Fer­tigkeiten und der technischen Einrichtungen, um in jedem vorkommenden Falle einsatzbereit zu sein.

Den Beweis für eine solche Einstellung haben die Rote-Kreuz-Verbände aller Nationen während des Weltkrieges gegeben; nicht nur die der kriegführenden Völker, sondern ebenso die der Neu­tralen, besonders wenn ihr Land mitten zwischen d^n seindlichen Stellungen lag. Bei der langen Dauer des Weltkrieges erweiterte sich der Auf- gabenkreis des Roten Kreuzes ins Ungemessene. Im Vordergrund stand natürlich die Betreuung der Verwundeten und Kranken. Dar­über hinaus vermittelten die Rote-Kreuz-Einrich- tungen den Austausch der nicht mehr kriegs-

verwenduugsfähigen Gefangenen, wobei es nicht selten geschah, daß diese in den neutralen Ländern mit ihren besseren Lebensbedingungen Ge­nesung und Erholung sanden. Viel Dank erwarb sich das Rote Kreuz durch sein Forschen nach Vermißten. Wenn es nicht unmittelbar helfen konnte, vermittelte es wenigstens einen Bries­wechsel, so daß die verlorenen Verbindungen wie­der angeknüpft werden konnten.

Probleme der Raumordnung im Osten.

Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung hält in Berlin eine Reichsarbeitstagung ab, die sich in der Hauptsache mit dem Neuaufbau im deutschen Osten beschäftigt. Die durch den siegreichen Polen­feldzug gewonnenen neuen Gebiete sollen zum festen Bestandteil des deutschen Äolksbodens wer­den, zugleich ergibt sich aus diesem Gewinn ober eine weitere Aufgabe. Wenn wir bisher ein Volk ohne Raum waren, so sind wir heute ein Volk mit mehr Raum geworden. Jetzt muß nicht mehr jeder Quadratmeter Boden im Altreich der dringend­sten Brotfruchtbestellung reserviert werden, wir können schlechtes Gebiet aufforsten, weil wir bes­seres Gebiet im neugewonnenen Land haben. Die Raumordnung in diesem Sinne muß schon wäh­rend des Krieges geprüft werden, damit am Ende des Krieges alles zum Aufbau fertig ist. Nicht ein reines Agrargebiet soll im Osten entstehen, das industriellen Ballungsgebieten gegenübersteht, son­derst es muß eine gut abgewogene Struk­tur erstrebt werden, die auf einem gesunden Ver­hältnis zwischen gewerblicher und bäuerlicher Ent­wicklung beruht. Nur eine solche Struktur bietet die Voraussetzungen für gesicherte völkische Entwick­lung. Auch für den Osten ist daher eine breite und gesunde bäuerliche Grundlage die entscheidende Voraussetzung, zugleich aber müf= en die gewerblichen Möglichkeiten, die Energie­quellen und die verkehrspolitischen Voraussetzun­gen ausgebaut werden. Dazu kommen die großen Aufgaben auf dem Gebiet der Wasserwirt­schaft, die sowohl, die Landeskultur, den

1 Dieser Geist ist im Roten Kreuz nicht erloschen. Wieder ist es zu großem Einsatz auf-geboten. Es steht überall bereit. Es wird den Beweis erbringen, daß nach 75 Jahren seines Bestehens kein anderer Gedanke seine Mitglieder beherrscht, als getreu der großen Ueberlieferung alle Kraft einzusetzen für die­jenigen, die der Hilfe bedürfen. Daß das Deutsche Rote Kreuz auch materiell in die Lage versetzt wird, allen Anforderungen gerecht zu werden, dazu kann das ganze deutsche Volk durch seine Spenden mitwirken, zu denen es im Hilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz vom Führer aufge- ruftn ist.

Verkehr wie die E n e r g i e e r z e u g u n g an­gehen. Endlich müssen städtebauliche" Auf- gaben gelöst werden, um eine dauerhafte deutsche Kulturgrundlage in Dorf und Stadt zu schaffen und ihr die zentralen Mittelpunkte zu geben. Eine besondere Rolle spielt für den Neuaufbau die Ge­winnung geeigneter Siedler, die den Boden dem Deutschtum gewinnen und ihn als Besitzer neuer Bauernhöfe bearbeiten oder als Handwerker und Arbeiter am Aufbau mitwirken sollen. Dadurch gibt die Neubesiedlung des Ostens die Chance, vor allem Bauernfamilien und nachgeborene Bauernsöhne, die in der zu eng gewordenen Heimat keinen eigenen oder keinen ausreichend großen Hof erwerben könnten, die Möglichkeit zu geben, im neuen Lande Bauern und Träger neuer starker Geschlechter zu werden.

Nie Heeresverwaltung.

Die Arbeit der Heeresverwaltung in Front und Heimat wird von Oberregierungsrat Dr. Kayser vorn Oberkommando des Heeres in derZeitschrift für die Heeresverwaltung" erläutert. In der Heeres­verwaltung lebe die älteste Tradition preußischer Staatsverwaltung -fort. Mit der Errichtung des Großdeutschen Reiches feien ihr auch die wertvollen Erfahrungen der alten österreichischen Heeresverwal­tung zugeführt worden. Mit der Entlastung, die durch die Tätigkeit des Verwaltungsdienstes von den Zahlmeistereien über die Heeresstandortverwal- tung, Verpflegungsämter, Bauämter, Bekleidungs-' ämter, Forstämter, Lazarettoerwaltungen und Re- monteämter bis zu den Wehrkreisverwaltungen und bis zum Heeresverwaltungsamt den militärischen Kommandobehörden zuteil wird, gewinnen diese eine

größere Beweglichkeit in der Ausbildung und Füh« rung der Truppe. Unter den Bedingungen des to­talen Wirtschaftskrieges ist die Heeresverwaltung zum Träger wichtiger Aufgaben in der Kriegswirt­schaft geworden, da ihr die Sorge für rechtzeitigen Nachschub sowie ausreichende Bevorratung von Le» bensmitteln und Futtermitteln, Bekleidung und Aus­rüstung, Verbrauch'sgütern und Unterkunftsgerät ob­liegt. Damit ist die Heeresverwaltung aber auch das Bindeglied zwischen Wehrmacht und Volkswirt­schaft. Der Beamte der Heeresverwaltung bedarf also umfassender Fachkenntnisie. Durch die Schilde­rung ihres Wirkens sichere sich die Heeresverwal­tung den erforderlichen Nachwuchs, zumal die Pflich­tenkreise des gehobenen und höheren Dienstes sogar in der Wehrmacht selbst kaum bekannt seien.

Kleine politische Nachrichten.

Der holländische PassagierdampferJohann van O l d e n b a rn e v e l d", der zwischen nie­derländisch-indischen Häfen unterwegs war, ist durch einen englischen Kreuzer angehalten worden. Ein Kommando des Kreuzers prüfte die Schiffs­papiere und fahndete nach deutschen Fahr- g ä st e n. Die Untersuchung erfolgte vier Meilen von der Nordküste Javas entfernt.

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Das britisch^ HandelsschiffL o l w o r t h" (1969 BRT.) ist an der Südküste Englands infolge einer Explosion gesunken. Zwei Mann der Besatzung wurden getötet und acht verletzt.

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Reichsminifter Dr. Frick stattete mit Reichs- arbeitsführer Hier! der Reichsschule des Reichsarbeitsdienstes für die weib° licheJugen d in Finowfurt einen Besuch ab. Er besichtigte die Einrichtungen der Schule und nahm mit Interesse den Bericht dey Leiterin über die durch den Krieg notwendig gewordene Ausbildung zu Führerinnen des weiblichen Arbeitsdienstes entgegen.

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Reichsminister Dr. Goebbels empfing aus An­laß des Abschlusses der deutsch-spanischen Filmverhandlungen den Leiter der Film­abteilung des spanischen Innenministeriums Augusto Manuel Garcia Dinolas und den Leiter der Film­abteilung des spanischen Handelsministeriums San­tos Bernardo Bollar-Layda.

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Der Generalgouverneur für die besetzten polnischen Gebiete, Reichsminifter Dr. Frank, übernahm im Lager Birkental bei Oppeln das ihm vom General­feldmarschall Göring zur Verfügung gestellte Forst- schutzkommando. Es ist aus deutschen Wald­arbeitern zusammengestellt und hat neben der Be­kämpfung der Forsträubereien den Auftrag, eine vernünftige Forstwirtschaft im Bereich des General­gouvernements aufzubauen.

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Der deutsche Gesandte in Belgrad, von Heeren, teilte dem Außenminister Cincar Markowitsch mit, daß die Reichsregierung Bau- und anderes Sach­material im Werte von 100 000 Reichsmark der jugoslawischen Regierung zur Unterstützung der Hochwassergeschädigten zur Verfü­gung stelle. * ,

In Uebereinstimmung mit dem im letzten italieni­schen Ministerrat gefaßten Beschluß, den Minister­rat in den ersten Tagen jedes Monats einzuberufen, wird am 1. Mai eine Kabinettssitzung unter dem Vorsitz des Duce im Palazzo Viminale statt­finden. Auf der Tagesordnung stehen zahlreiche wichtige Fragen.

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Der litauische Staatspräsident Smetona hat den zurückgetretenen litauischen Armeeoberkommandan­ten, General R a s ch t i k i s , mit dem Rang eines Divisionsgenerals in den Stand der Reserve versetzt.

Hcmptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschrfftleiters: Ernst Blumschein. Verantworllich für Politik, Feuilleton und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner^

Druck und Verlag: Brühlsche Universitütsdruckeret R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzetgenleiter: Harrs Beck. Verantworllich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.8.

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Hier ist auf einem Flughafen in der Nähe von Oslo ein deutsches Rote-Kreuz-Flugzeug gelandet. Behutsam werden die Verwundeten von Bord des Luftransporters in die bereitstehenden Kraft­wagen übernommen. (PK.-Hausmann Scherl-M.)

Aus dem Reich.

Statt Karten.

Wir danken herzlichst für die uns bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme.

Emilie Wettläufer, geb. Merkel Helmi Pohl, geb. Wettläufer Richard Pohl.

Gießen, den 25. April 1940.

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Ordentliche Mitglieder­versammlung am Samstag, d. 27. April, 20 Uhr im Hotel Köhler Horst-Wessel-Wall

Tagesordnung: Siehe Aushang­kasten. 2088D

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Ausführende: WANDA SORGI, Sopran, von der Oper San Carlo, Neapel ALDO TAMAGNI, Heldentenor der Mailänder Oper DOMENICO MARABOTTINI, Bariton der Oper in Rom Am Flügel: HEINRICH GÖLDNER, Berlin

Arien, Duette, Terzette aus italienischen Opern

Die Presse schreibt: Mit Begeisterung lauschte man der blühenden Pracht dieser Stimmen, drei glanzvolle Vertreter des italienischen Gesanges waren zu Gast und gaben ein Bild von dem hohen Stand ihrer Kunst. Der Zusammenklang der Stimmen in Duetten u.Terzetten war vollendeter Genuß... Selten hat unser Kursaal (Bad Kreuznach) solche Begeisterung gesehen

Freitag, den 26. April 1940, 20 Uhr 20890

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Betr. Ergänzung zur 2092D Einheits Satzung.

Anschließend: Kameradschaltsabend DerVereinsftthrer

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Bekanntmachung.

Am 26. April drei Eier.

Auf die gültige Reichseierkarte werden auf den Abschnitt c in der Zeit vom 26. April bis 5. Mai drei Eier ausgegeben.____________________ 20990

Unsere Kriegsmarine

Eine Morgenveranstaltung im Gloria-Palast Sonntag, 28. April 1940, vormittags 10.30 Uhr Tonfilme des Oberkommandos d. Kriegsmarine: StanderZ vor-Unter der Kriegs­

flagge -Stapellauf des Tirpitz

Vortrag von Korvettenkapitän Chorus umrahmt von der Marine-HJ. Gießen

Erwachsene 20 Pf., Jugendliche unter 16 Jahren 10 Pf. Angehörige der HJ. und des BDM. bei Teil­nahme mit ihren Formationen Eintritt frei.

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