sind schon die anderen, viel zu vielen Hausfrauen versammelt, denen auch „eben" eingefallen ist, daß sie noch unbedingt dies oder jenes zum Abendrot „dringend" brauchen. Und dazwischen stehen dann geduldig die werktätigen Hausfrauen, die sich zum Kriegseinsatz in wichtigen Betrieben zur Verfügung gestellt haben, und die nach Arbeitsschluß ihren notwendigen Bedarf decken müssen. Und so staut sich beim abgehetzten Kaufmann (der es jetzt im Kriege bestimmt auch nicht leicht hat!) die Menge der Hausfrauen, die ungeduldig auf Bedienung warten. Wieviel schneller könnte das gehen, wieviel eher könnten die in den Betrieben müde gearbeiteten werktätigen Hausfrauen nach Hause kommen, wenn jene gedankenlosen Frauen nicht wären, die ihre Einkäufe auf die letzte Minute vor Geschäftsschluß verschieben. Wir wollen auch auf diesem Gebiet Disziplin halten. Es ist ja so einfach, und bei gutem Willen geht alles. Hausfrauen, die nicht werktätig sind, sollten grundsätzlich nur die Vormittagsstunden für ihre Einkäufe benutzen. Sie sparen sich und dem Kaufmann Zeit und Aerger, und sie helfen damit jenen vielen werktätigen Frauen, die an den Plätzen der im Felde stehenden Männer stehen und schaffen. Hausfrauen, übt Kaufdisziplin!
Fahnen- und Wimpel-Lleberaabe.
Beim Deutschen Roten Kreuz der Bereitschaften in Laubach, Lich und Watzenborn-Steinberg findet am kommenden Sonntag die feierliche Uebergabc von Fahnen und Wimpeln statt. Um 9.45 Uhr beginnt die Feier der Wimpel-Ueber^abe an die DRK.-Bereitschaft (w) Gießen 3 in L a u b a ch, um 11 Uhr folgt die Uebergabe der Fahne an die DRK.-Bereitschaft (m) Gießen 3 in Lich, um 12.15 Uhr wird die Fahne an die DRK -Bereitschaft (m) Gießen 2 in Watzenborll-Stein- berg überreicht, zugleich auch der Wimpel an die DRK.-Bereitschaft (w) Gießen 2 in Watzenborn- Steinberg. Der DRK.-Oberfeldführer, Landrat Dr. Lotz, wird die Fahnen bzw. Wimpel mit einer Ansprache überreichen, ferner wird der Hoheitsträger der Partei im Kreise Wetterau, Kreisleiter Backhaus, zu den Kameraden und Kameradinnen des Deutschen Roten Kreuzes sprechen. Bei den Feiern werden auch der DRK.-Kreisstellenstab, die Ortsgruppenleiter mit ihren Stäben, SA., ff, HI., BDM.. die Ortsfrauenschaftsleiterinnen, Abordnungen der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks, sowie die Bürgermeister und Gemeindevertretungen zugegen sein.
'XV
«NN der Landser ei'nkanst.
Uon Kriegsberichter Gert Eachs
Soldaten Pachulke er-qing
die Nummer der
Hausschuhe und der Strümpfe vertauscht und da-
P. K. . und dann wollte ich dich noch bitten . schreibt Frau Schulze aus weiter, weiter Ferne an ihren Mann, der irgendwo in Frankreich als Gefreiter seinen Dienst tut. Wer von uns kennt nicht Briefe solchen Inhalts.
„3a, dann wollen wir mal ..meint nun Karl zu Hans an einem dienstfreien Nachmittag, und schon ziehen die beiden los: einkaufen. Das Einkäufen ist ein gewisser Dienst bei den Landsern geworden, ein Dienst, dem alle Dienstgrade gern obliegen. Er ist gleichermaßen ein Liebesdienst.
Wo werden so viel Ueberlegungen angestellt, wo wird so wacker versucht, Wünsche in die Wirklichkeit zu übertragen, wie beim Einkauf? Es sind keine großen Sachen, keine tollen Wertobjekte, die dieser oder jener ersteht, um seinen Lieben daheim zu zeigen, wie er' auch im letzten Fischerdorf an der Atlantikküste an sie denkt. Männer, die früher nicht einmal mit einem Buch in der Hand durch die Straßen ihrer Heimatstadt gingen, „weil sich so etwas nicht schickt", sie wallfahrten heute straßauf, straßab, mit mehr oder weniger gut eingewickelten kleinen Einkaufsergebnissen unterm Arm. So ändern sich die Zeiten ...!
Die meisten Frauen wissen gar nicht, was sie an ihren Männern eigentlich haben. Das gute Herz kommt hier im fremden Land vielleicht stärker als sonst zum Durchbruch.
Was wird nun gekauft? — Kleinigkeiten sind es, Dinge, die aus dem Geldbeutel der Landser bestritten werden können, „Souvenirs“, Seidensachen, em Paar Strümpfe für die Frau, ein Halstuch für Paula, die Schwägerin, ein kleines Schürzchen für Lieselotte, die Tochter — eigentlich braucht sie ja gar keine, aber eine Schürze aus Frankreich! Schließlich ist das etwas Besonderes, noch dazu, wenn der Vater niemals in seinem arbeitsreichen Leben nach Frankreich gekommen wäre, wenn nicht
die Staatsreisen mit der „Firma Wehrmacht" ihm dieses Geschenk beschert hätten.
Gute Ehemänner denken wohl auch an Pfeffer, Zimt, Nelken und Muskat, wie ja auch das Gummiband neben vielen anderen Kleinigkeiten bei unseren Frauen viel Freude erweckt. Den Freund überrascht man mit einer geschmackvollen Seidenkrawatte; in dem Papiergeschäft, wo es kleine Kartons, Pack- und Briefpapier gibt, sowie Schnur zum Einpacken, ist Hochbetrieb. Hier kann man wohl auch Wörterbücher und Hefte mit ferttgen Redewendungen für 15 Pfennige erwerben. Altes gutes Schulfranzösisch kommt schnell wieder zu Ehren. Aber oft hapert es noch mit der Verständigung. Wir wollen ganz offen feststellen, daß man sich auf der „anderen Seite" durchaus bemüht, uns entgegenzukommen und nicht übers Ohr zu hauen. Französische Käufer und Käuferinnen vermitteln auch oft zwischen diesseits und jenseits des Laden- ttsches, gleichzeitig fachlich beratend. Das gute Verhältnis zur französischen Bevölkerung kommt auch hierbei zum Ausdruck.
Viel trägt dazu das vorbildliche immer höfliche soldatische Benehmen unserer Soldaten im besetzten Gebiet bei. Taten, wie sie aus einer nahe der Küste gelegenen Hafenstadt an der Seine berichtet wurden, wo drei deutsche Unteroffiziere und Gefreite unter eigener Lebensgefahr sechs französische Arbeiterinnen aus einer brennenden Weberei bargen, bleiben nicht ohne Rückwirkung auf das Zusammenleben.
Worüber die meisten Verkäuferinnen erstaunt waren, das war der häufige Einkauf von Baby- Garnituren und Baby-Wäsche. Verständlich in einem kinderarmen Land wie Frankreich! Es kann einem auch passieren, daß man — wie es dem
Leiflvngsfieigerung durch richtige Ernährung.
Eröffnung der Reichsschule für Gemeinschaftsverpflegung in Frankfurt a. M.
BezuasbeWränkt» Mützen.
Der Reichsbeauftragte für Kleidung und verwandte Gebiete teilt mit: „Es find Zweifel auf getaucht, welche Arten von Mützen bezuqsbeschränkt sind. Zur Klarstellung wird folgende Entscheidung getroffen: Gewirkte und gehäkelte Mützen sind wie gestrickte Mützen zu behandeln und demgemäß bezugsbeschränkt. In Abweichung von diesem Grundsatz gelten jedoch Baskenmützen feder Art, unabhängig davon, ob sie aus gewirkten, gestrickten oder gehäkelten Geweben bestehen, und Chenille-Mützen, als nichtbezugsbefchränkt."
Auch für Gchutzhunde Futtermittelscheine.
Der Reichsernährungsminister hat feine Anweisungen über die Erteilung von Futtermittelschemsn, für Hunde ergänzt. Es handelt sich dabei um die Bereitstellung bestimmter pflanzlicher Futtermittel. Die bisherige Regelung sah Futtermittelscheine im wesentlichen für Polizeihunde und für gleichgestellte Fälle vor. Nunmehr wird bestimmt, daß auf Antrag Futtermittelscheine auch ausgehändiyt werden können für Schutzhunde schwerhöriger und tauber Personen, sowie für Wach- und Schutzbünde in kriegswichtigen Industriebetrieben. Als Nachweis für den Besitz solcher Hunde gelten entweder eine Bestätigung des Reichsbundes der Deutschen Schwerhörigen bzw. seiner Untergliederungen, oder eine Bescheinigung der Werkluftschutz-Bezirksoertrauens- stelle der Reichsgruppe Industrie.
** BDM. -Werkgruppe 4/116, Nord. Am Sonntag, 27. Oktober, treten alle Mädel der Gruppe pünktlich um 9 Uhr morgens mit Turnzeug bzw. Trainingsanzug an der Volkshalle zum Waldlauf an.
** Kriegsauszeichnung. Dem Gefreiten Arthur Balser aus Gießen, Walltorftrabe 65, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Ferner erhielt er das Verwundeten-Abzeichen und für seinen Einsatz beim Bau des Westwalls das Schubwall-Ebrenzeichen.
** 82 Jahre alt. Frau Louise Rühl, Witwe des verstorbenen Gastwirts Karl Rühl in Gießen, die jetzt bei ihrem Sohne in Rockenberg lebt, beging dieser Tage in voller Frische ihren 82. Geburtstag.
* Watzenborn-Steinberg, 25. Okt. Frau Christine Häuser Witwe, geborene Schmandt, in Steinberg, vollendet am moroiqen Samstag, 26. Oktober, in körperlicher und geistiger Frische ihr 84. Lebensjahr. Trotz ihres hohen Alters hilft die Jubilarin ihren Kindern und Enkeln noch täg- j lich bei der Arbeit in Haus und Feld Der Jubila-1 rin gelten unsere herzlichen Glückwünsche zu ihrem : morgigen Geburtstage und für einen weiteren schönen Lebensabend.
NSG. Mit einem Empfang der Stadt Frankfurt wurde die Reichsfchule für Gemeinschaftsverpflegung eröffnet Gauamtsleiter Bürgermeister Kremmer begrüßte zahlreiche Ehrengäste und die Teilnehmer des Ausbildungslehrganges für Gemeinschaftsverpflegung.
Grundlegende Ausführungen machte dann der Leiter des Amtes Arbeitseinsatz der DAF. M e n d e über die Frae der Werksverpflegung. In weiser Voraussicht und nicht aus einer Mangellage wurde feit Kriegsbeginn die Bewirtschaftung der Lebensmittel eingeführt. In diese Regelung wurde auch die Versorgung der Schaffenden während der Arbeitszeit eingeschlossen. Die Parole der Deutschen Arbeitsfront „Warmes Essen im Betrieb" ist nicht neu, aber gerade während des Krieges hat die Werksverpllegung ihren Wert gezeigt. Als besonders wichtig behandelte Pg. M e n d e die Stellung des Kochs, von dessen Arbeit Gesundheit, Zufriedenheit und Leistung seiner Arbeitskameraden abhängen. Das Ernährungsproblem ist durchaus ein politisches Problem, denn es stellt die Aufgabe, durch die Gemeinschaftsverpflegung die Schaffenden zu höchster Leistung fähig zu machen.
Reichsamtsleiter Gallert ging nach einem
Rückblick auf die bisherige Entwicklung der Gemeinschaftsverpflegung und der Reichskoch- und -Sprachenschule in Frankfurt auf die Gründe ein, die zur Errichtung einer „Reichsschule für Gemeinschaftsverpflegung" geführt haben. Die Deutsche Arbeitsfront hat hier eine neuzeitliche, großangelegte Berufserziehungsstätte geschaffen, die sich in der kurzen Zeit ihres Bestandes ausgezeicynet bewährt hat. Während des Krieges zur Ausbildung von Heerestöchen der Wehrmacht zur Verfügung gestellt, wird sie nach Kriegsende wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zurückgegeben werden. Die enge Zusammenarbeit mit Wehrmacht, Reichsarbeitsdienst usw. hat die Notwendigkeit ergeben, die bisherige Schulungsstätte zu einer „Reichsfchule der deutschen Koch- k u n st" cmszuweiten und in dieser der Gemeinschaftsverpflegung einen besonderen Rahmen zu geben. Die neue „Reichsschule für Gemeinschaftsverpflegung" soll der Mittelpunkt der gesamten beruflichen und fachlichen Erziehung für alle Gruppen werden, die an der Gemeinschaftsverpllegung und in ihr an der Werks- und Lageroerpflegung irgendwie Anteil nehmen.
Reue Pflichisprünge der HZ.
Das Amt für Leibesübungen in der Reichsjugendführung hat für die Meisterschaften der HI. und des BDM. im Kunst- und Turmspringen des Schwimmsports neue Pflichtübungen ausgeschrieben. Diese Erneuerung des Wettkampfprogramms, die im Gegensatz zu den Altersklassen für die Jugend alle zwei Jahre erfolgt, ist das Ergebnis von Beobachtungen, die in den Uebungsftunden, ßehrgängen und in den Wettkämpfen gemacht worden sind. Die Vorschriften gelten sowohl für die Meisterschaft vom kleinen als auch vom 3-m-Brett. Neben dem Kopfsprung aus dem Stand, dem Salto vorwärts und einem Auerbach-Hocksprung ist für die Zukunft auch ein Fuß-Hechtsvrung zur Pflicht gemacht, da diese an sich leichte Hebung eine ausgezeichnete Körperbeherrschung ooraussetzt, die bei vielen nicht mit her gewünschten Sicherheit zum Ausdruck kommt. Für die Mädel ist außerdem die Zahl der Kürsprünge auf zwei erhöht worden.
Mannschastskampf im Rasenkrastsport.
Arn Sonntagoorrnittag stehen sich auf dem Waldsportplatz der Athletenclub 88 Marburg und die Schwerathletikabteilung des VfB.-Reichsbahn (früher I. Kraft- und Sportclub 93) zu einem Kampf im
Rafenkraftfport gegenüber. Gekämpft wird in vier Gewichtsklassen, und zwar Federgewicht bis 135 Pfund Körpergewicht, Leichtgewicht bis 150 Pfund, Mittelgewicht bis 165 Pfund und Schwergewicht über 165 Pfund. Dabei werden folgende Hebungen ausgetragen: Hammerwerfen, Gewichtwerfen und Steinstoßen. Jeder Verein stellt pro Klasse einen Wettkämpfer. Die Marburger haben ihre besten Kräfte im Federgewicht, wo der deutsche Meister Hermann kämpft, und im Schwergewicht, wo Gary an den Start geht. Gießen tritt mit Götz, Klotz, Noeller und Dr. Luh an. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Die Gießener Mannschaft ist durch den Start von Dr. Luh sehr gestärkt und man kann gute Leistungen erwarten.
Trockenschikurse in Gießen.
Wie in jedem Herbst, so finden auch fetzt wieder die Trockenschikurse des Schiklubs Gießen statt. Durch geprüfte und anerkannte Lehrwarte wird den Anfängern schon in der Reithalle die Technik des Schilaufens gezeigt. Aber nicht nur die Anfänger, sondern auch die Fortgeschrittenen haben hier Gelegenheit, durch die Gymnastik sich für den Winter vorzubereiten. Ein Lehrfilm, der zum Schluß der Trockenschikurse den Teilnehmern vorgeführt wird, soll das Erlernte nochmals im Bild festhalten.
durch eben daheim großes Entsetzen hervorruft. „Ja, ja", werden die Frauen manchmal sagen, „wenn man schon die Männer einkaufen läßt ..." Auch seidene Kombinationen werden gefragt, etwas Seife, Parfum. Die lieblichen Gerüche werden dem heimkehrenden Soldaten nach Wochen oder Monaten lieblich entgegenduften.
Wenn mal einer eine Quelle entdeckt hat, in der Kaffee und Tee oder Schokolade „strömt", wenn er dann selbst vielleicht ein halbes P'und nach langem Kämpfen ereicht, dann ift. ein besonderer Glückstag. Ob auch die Heimat solche kleinen Kaffee- sendungen richtig zu würdigen versteht? Weiß man denn, wie schwer es ist, oft auch nur eine Kleinigkeit zu erreichen? Weiß die Frau, daß ihr Mann manchmal zu Gunsten seiner Angehörigen auf die eigene Tasse guten Kaffees, die auch ihm wohl tun würde, verzichtet?
Hat nun mal einer wirklich im Laufe b^r Zeit etwas mehr Geld in der Börse, weil er sonst sehr sparsam ist, und er könnte vielleicht mehr nach Hause schicken, dann erscheint ihm der „Streichbold", jener Mann aus der Kompanieschreibstube nämlich, der unbestechlich den Rotstift schwingt und nicht duldet, daß die von der Wehrmacht zugelassenen vier Päckchen zu je 500 Gramm auch nur um ein ganz, ganz kleines Paketchen überschritten werden.
Es kommt natürlich auch vor, daß mal ein Paket zu Hause nicht ankommt. In der Mehrzahl der Fälle sind die Absender selber Schuld. Sie haben, obgleich es ihnen bekannt ist, daß die Gewichtsgrenze nicht überschritten werden darf, ungenau eingepackt Die Feldpost wiegt sehr genau, und so manches Päckchen wandert dann wegen Hebergewichts zur NSV. Tröste dich, armer Absender, so mancher von der NSV. Betreute im Reich freut sich über deine nette Gabe.
Oie Börse.
Anfangs schwach, im Verlaufe wieder fest.
Frankfurt a. M., 24. Okt. Die Börsenstimmung war im Berichtszeitraum überwiegend zur Schwäche neigend. Anlaß dazu waren die auch aus Publikumskreisen kommenden dauernden Abgaben von Aktienmaterial. Man scheint sich doch etwas eingehender mit dem Verhältnis der Kurs- Höhe zur Rendite befaßt zu haben, so daß auf fast allen Märkten zu den hohen Kursen Material herauskam. Diese Abgabeneigung war nur von kurzer Dauer, bewirkte jedoch mehrprozenttge Kursor- mäßigun^en. Da keine anregenden Momente vorlagen, ebbte die Geschäftstätigkeit immer mehr ab. 3m Wochenverlauf kamen allerdings wieder fle-ine Kaufaufträge an die Börse, die — angesichts einer ausgesprochenen Marktenge — bei einzelnen Werten wieder zu Kursbesserüngen führten. Der Schluß der Berichtszeit konnte wieder als fest angesehen werden. Hmsatzmäßig ist das Geschäft klein, zumal am Rentenmarkt für das anlagesuchende Publikum die Aussicht auf eine neue Tranche der 4prozentiaen Reichsschatzanweisungen, die inzwischen am Mittwoch erstmals zur Ausgabe gelangten, zur Zurückhaltung am Aktienmarkt veranlaßen.
Am Rentenmarkt wandte sich das Interesse vor allem den Steuergutscheinen I zu, die zuletzt etwa 104,5 notierten und damit gut 2 v. H. über dem Wochenbeginn lagen. Hier spielt der bevorstehende Jahresabschluß eine Rolle. Auch die 4ll-prvzentigen Reichsschätze fanden einiae Beachtung. In Reichsbahnvorzügen kamen geringe Hm- sätze auf der Basis von 126,5 zustande. Jndustrie- obligationen waren weniger beachtet, das zunächst überwiegend bestandene Angebot hat jedoch nachgelassen, und die Haltung, ist hier ziemlich ausgeglichen. In Stadtanleihen waren kaum Hmsätze zu verzeichnen. In Pfandbriefen kam nur vereinzelt kleines Material heraus, das zu 102 25 glatte Un« terfunft fand, ohne daß die große Nachfrage auch nur einigermaßen befriedigt werden konnte. Die 4prozentigen Pfandbriefe und Kommunalobligationen wurden nach den niedrigen Einführungskursen nach mehrfachen Streichungen heraufaesetzt.'
Der Freiverkehr lag ohne größere Veränderungen, banegen wurden im Televhonverkehr in letzter Zeit stärkere Tätigkeit in Zellstoff- und Zellwolleaktien beobachtet, die nennenswert anzieben konnten. Der E i n h e i t s ma r k t hat sich im großen und ganzen der Allaemeintendenz angeschlossen. Tagesgeld unv. l3/< v. H.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 25. Okt. Es kosteten: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 40 bis 42,5, c) 37,5. Bullen a) 43,5 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, c) 34 bis 35.5. Kühe a) 43 bis 44 5, b) 39 bis 40,5, c) 30 bis 34,5 d) 20 bis 25. Färsen a) 44 bis 45,5, b) 40 bis 41,5, c) 33 bis 36,5, d) 24 bis 28. Kälber Sonderklasse 65 bis 74, a) 59, b) 56 bis 59, c) 46 bis 50. d) 35 bis 40. Hämmel b2) 48 bis 51, c) 40 bis 44. Schafe a) 42 bis 44, b) 37 bis 40. c) 18 bis 32. Schweine a) 58. bl) 58, b2) 57, c) 55, d) 52 e) 50, g) 58 RM. Marktoerlauf: lebhaft, alles zugeteilt.
Lumpen
finö wichtig für die lenitwirlfchoft. toß sie nicht den Motten jum srqA, Gib sie an das nächste Schulkind weitert
Die unheimliche Wanölung des Äler Rokher
,^Haben Sie schon mal was vom Parcel,us-Museum läuten hören?" fragte Wachs ein wenig mühsam. Er wiegle sich merkwürdig aus seinem Stuhl hin und her, als muffe er inmitten schweren Seegang» immer wieder das Gleichgewicht suchen.
Um ihn und den Fremden, der vor einer Halden Stunde an seinem Tisch Platz genommen hatte, braust« der Lärm de» überfüllten klemen Lokals. Schnaubend wie ein Walroß schob sich der dicke Frank«, wi« ft« den Wirt nannten, durch di« feterabendlich ausgelaffrnen Stammgast« der Kneip« „Zum guten Freund". Er griff nach den beiden Ittren Biergläsern, und der Fremde nickte nachdrücklich. „Jawoll, noch einmal!" heischt« er. Gleich« zeitig beantwortet« er die Frage (eines Gegenüber». „Natürlich, Parceltu». Museum!" erklärt« er. „Das weiß doch feder Mensch in Bremen."
„Na also", murmelt« Wachs und versuchte seinen Rtesenschnurrbart zu drehe». Aber die Geste gelang nicht ganz; er sah au», als wolle seine Hand unterwegs einschlafen. Wieder pendelte er seltsam hin und her. „Da bin ich Wärter", nickte er in müdem Stolz.
"Ach so", meinte der Fremde mit anscheinend neiderfüllter Bewunde. rung. „Wärter tm Parceliue-Museum. Tja, da» ist denn fa wohl sicher tut hübscher Posten."
Der Wärter Wach» seufzte tief auf. Erstaunt musterte ihn der dicke
Franke, der gerade da» neue Bier brachte, und zog die Augenwülste hoch. „Nanu", brummelt« er, „was ist denn mH dir los, Gustav?"
Gustav Wachs beachtete ihn nicht. Er starrt« plötzlich wie hypnotisiert auf die Linke des Fremden. An dieser Hand fehlten die oberen ©lieber de» zweiten und dritten Finger». Der Fremde fühlte sich sichtbar durch die- Starren geniert. Er steckte die Linke in die Tasche, hielt aber doch eine Er. klärung für angebracht. „Schreiner ist nicht so ein harmloser Posten wi« Museumswärter", sagt« er kurz. „Ich bin da mal in die Fräsmaschine ge. raten." Er sah sich unmerklich im Lokal um. Dann fuhr er schnell und gleichsam wie segnend über die beiden gefüllten Biergläser, was eine komische Angewohnheit von ihm zu fein schien; denn Wach« hatte sie schon ein paarmal bei ihm beobachtet. „Na, vrost!" sagte der Fremde und trank dem Wärter zu.
Schweigend tat ihm Wach» Bescheid. Eigentlich wollte er viel fragen - zum Beispiel, wie denn fein freigebige» Gegenüber, dieser Schreiner, der da vor einer halben Stunde an seinen Stammtisch gefunden hatte, beiße, und ob er Geburtstag oder da» Große Los gewonnen habe. Er vermochte aber nur den Mann, der tatsächlich wie «in biederer älterer Handwerker zu Feierabend aussab, mit plötzlich erschreckend rollenden Augen ^nzustieren. Ein merkwürdiger Laut kam über seine wie zu einem Schrei ausgeriffenen Ltppen; e» klang wi« ein Seufzer kindlichen Erstaunens. Dann stockte plötzlich das Pendeln feine» Körper». Er schlug mit seinem Stuhl schwer nach hinten. Der Tisch folgt« und fiel auf ihn. Die Gläser zerkrachten am Boden. Der Wärter Wach» lag inmitten einer großen Bierlache. Er räkelt« sich noch einmal wie ein Schläfer, der im Bett die bequemste Lage sucht; dann schnarchte er auch schon.
Der fremde Schreiner war aufgesprungen. Mit ihm beugten sich einige Gäste über den Mann am Boden. Auch der dicke Franke schob sich heran. „Verflucht", schnaufte er „ich hab' mir doch gleich sowas gedacht!"
„Was gedacht?" fragte der Schreiner und sah ihn böse an.
„Daß mit dem Wachs was los war", bellt« d«r Wirt zurück. „Er ist Stammgast bei mir, aber noch nie war er nach vier Glas Bier so stockde- trunken. Der Mann ist krank."
Der Schreiner zuckte die Achseln, musterte noch einmal den schnarchen, den Wärter und meinte gelaffen: „Jedenfalls muß man ihn nach Hause bringen. Wiffen Sie, wo er wohnt?"
„Nur ein paar Häuser weiter, Nummer 55", meldete sich ein Stammgast. „Ne sowas! Los, wer packt mir an?"
Sie hoben den scheinbar schwerbetrunkenen Wärter Wachs aus.
„Hat er nichts bei sich gehabt?" fragte einer von den hilfsbereiten Männern. „Keine Dienstmütze, keinen Mantel, keine Tasche oder so?"
Niemand besann sich. Der dick« Frank« sah sich nach dem Fremden, dem Schreiner um, der mit Wachs am Tisch gesellen hatte. Aber der Mann war schon verschwunden. Keiner von den Stammgästen kannte ihn.
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Die Kriminal-Polizei wird diesen Unbekannten suchen müffen, denn aus dem harmlosen Dämmer.Schoppen entwickelt sich ein Kriminal-Fall, der die Welt in Atem hält und den Lesern ter „Grünen Post" fetzt viel Spannung bereiten wird. Die große Sonntag.Zeitung beginnt soeben mit dem Abdruck ihres neuen Romans, besten Anfang Sie hier gelesen haben. Kaufen Sie sich noch heute die „Grüne Post" und lesen Sie mit Die „Grüne Post" ist für 20 Pfennig überall zu haben.


