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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Hr.255 Zweiter Blatt

Das Ehrenbuch für die kinderreiche Familie

Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe gibt

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(Nachdruck verboten.)

10. Fortsetzung.

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der Bedeutung fein. Denn fein Besitz gibt die Ge­währ, daß die Förderung einer Familie zuteil wird, die sie nach ihrem biologischem Wert und chrer Stellung in und zu der Volksgemeinschaft auch ver­dient. Selbstverständlich hat das deutsche Volk keinen Grund, Menschen zu fördern, die Bindungen kennen, denen sie den Vorrang vor der deutschen Volks­gemeinschaft zugestehen. Auch asoziale Großfamilien scheiden natürlich als Mitglieder für den RDF. und damit als Besitzer des Ehrenbuches aus.

Inhaber des Ehrenbuchs werden in Zukunft über­all alsEhrenbürger des Staates" anerkannt und berücksichtigt werden. Das stolze Bewußtsein ihrer Bedeutung und ihres Wertes für unser Volk wird diese kinderreichen Famüien nicht zu hohlem Dünkel und zu uferlosen Ansprüchen an die Gemeinschaft verleiten. Es wird ihnen im Gegenteil einhämmern, daß sie besondere Verpflichtungen gegen ihr Volk zu übernehmen haben, gegen dieses Volk, das sich dereinst aus ihren Enkeln zusammensetzt.

Möge bald die Zeit kommen, da jedes gesunde deutsche Elternpaar auch Besitzer des Ehrenbuchs ist, dann wird das Werk des Führers, das Dritte Reich der Deutschen, als Heimat eines edlen, freien und glücklichen Volkes für die Ewigkeit gegründet sein!

Am kommenden Sonntag, 27. Oktober, 15.30 Uhr, indet in der Aula der Ludwigsuniversität zu Gie­ren die feierliche Erstverlechung desEhrenbuchs ür die deutsche kinderreiche Familie" an etwa 50 Familien aus dem Kreise Wetterau durch den Kreis­leiter Pg. Backhaus statt. Die Feier ist öffentlich, und alle Volksgenossen sind dazu yerzlich einge- laden.

Das Ehrenbuch wird für den künftigen Aufbau und den Bestand unseres Volkes eine hervorragende Bedeutung erhalten. Die Familien, welche das Ehrenbuch erhalten, werden einer viel eingehende­ren Ueberprüfung unterzogen, als dies bei der Ver­leihung des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter ge­schieht' Die Inhaber des Ehrenbuchs sollen eine biologische Auslese darstellen, und dies Buch wird nur solchen kinderreichen Familien verliehen, die Träger wertvollen Erbgutes sind. Sein Besitz setzt die Mitgliedschaft beim Reichsbund Deutsche Fa­milie voraus, der vom Führer zum Sammelbecken der deutschbewußten, erbtüchtigen und kinderfrohen Familien bestimmt wurde.

Bei allen Förderungsmaßnahmen des Reichs und der verschiedenen staatlichen und gemeindlichen Stellen wird in Zukunft der Besitz des Ehrenbuchs für die kinderreichen Familien von ausschlaggeben-

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So naß wie wir sind, Anni, können wir nicht im' Wagen schlafen. Wir müssen sehen, daß wir ein Haus finden, wo wir übernachten."

3n dieser Finsternis, Peter, und in diesem Land, wo man höchstens alle zwanzig Kilometer auf ein Lebewesen stößt?"

Hilft nichts, Nuschka. Wir schließen den Wagen ab und tippeln los."

Sie stolperten über Wurzeln und Geröll und fan­den allmählich die Straße. Die Landschaft erttank in Regen und Schwärze. Plötzlich schrie Peter auf: Sie doch dort drüben ein Licht jetzt ist es weg nein, es flammt wieder auf du, da muß ein Haus fein!"

,Za, ich sehe es auch, aber es liegt abseits von der Landstraße in den Wiesen. Anni klammerte sich an Peter, ,der Boden ist so weich und matschig', am Ende war es ein Irrlicht und wir geraten ins Moor." .

Mädchen, Mädchen, deine Phantasie und einen Sack voll Geld, da würde ich die Welt erobern."

Wir wollen lieber sehen, daß wir ein Nacht­quartier finden." Anni war am Weinen. Das Licht wurde deutlicher.

Ich prophezeie dir ein prächtiges Federbett in einem Bauernhaus", sagte Peter.Weiß du, so eins, wo man mit der Leiter hinaufsteigen muß." Anni lachte. Sie kämpften sich durch den zähen, aufge­weichten Boden, bis sie endlich vor einem Hau« standen. Zu ihrer Ueberraschung fanden sie die Tür offen. Sie traten ein; warmes Herdfeuer brannte in der rußigen Küche. An der Decke hingen ge- trotfnete Kräuter.

Du, ich glaube, wir sind bei einer Kräuterhexe eingebrochen , sagte Peter und rieb sich wohlig die Hände.Auf alle Fälle haben wir ein Dach über dem Kopf."

Peter, findest du es nicht seltsam, daß die Tur offen ist? Mitten in der Nacht?"

Besser, als wenn sie verschlossen gewesen wäre." Peter untersuchte den Raum, ging ins Treppenhaus, stieg die knarrende Holztreppe empor, öffnete eine Tür, durchleuchtete mit der Taschenlampe einen Schlafraum, in dem ein Bett stand, das beinah seiner Phantasiebeschreibung entsprach.

(Fortsetzung folgt)

mit in einer tragenden Rolle vorstellt. Bühnenbild: Karl Löffler. 6. Freitag-Miete.

Ortszeit für den 26. Oktober.

Sonnenaufgang 8.10 Uhr, Sonnenuntergang 18.07 Uhr. Mondaufgang 1.02 Uhr, Monduntergang 15.49 Uhr.

Aufnahme der Straßenbenutzer in Lustschuhräumen.

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fannt: Zur Aufnahme der Straßenbenutzer, besondere der Fahrgäste von Straßenbahnen Omnibussen, bei Fliegeralarm dienen in erster Linie die durch Hinweisschilder gekennzeichneten öffent­lichen Luftschutzräume. Wo öffentliche Luftschutz­räume nicht eingerichtet sind, ist es selbstverständlich Pflicht, bei Fliegeralarm schutzsuchende Wege­benutzer in dem eigenen Luftschutzraum aufzuneh­men, soweit die verfügbaren Plätze dies nur irgend

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Aus der Stadt Gießen.

Ernte vom Rosenstrauch.

23on M. A v. Lütgendorff.

Auf ungezählten Tausenden von Wildrosensträu­chern leuchten jetzt die hochroten Hagebutten und laden zum Pflücken ein. Nur muß man beim Abnehmen schon wissen, wofür man sie verwendet, denn gerade bei den Hagebutten kommt es auf eine zeitrichtige Ernte unbedingt an. Will man sie zu Mus verkochen, so kann man ruhig die ersten Nacht­fröste abwarten, weil durch die Kätteeinwirkung das Fruchtfleich weicher und der Geschmack aroma- ttscher wird. Sollen die Hagebutten aber als ganze Frucht gekocht ober entfernt getrocknet werden, darf es zu dieser Hochreife nicht kommen, denn zu diesem Zweck muß das Fleisch noch fest sein, auch die Kerne oder Nüßchen lassen sich aus der festfleischigen Frucht leichter entfernen. Verarbeiten soll man die Hagebutten immer möglichst bald nach dem , Pflücken.

Hagebutten lassen sich von jedem wildwachsenden Rosenstrauch ernten, ja die Früchte der Wildrosen schmecken sogar besser als die der Edelrosen, doch gibt es auch besondere gut tragende Fruchttosen- sträucher, die sich leicht im Garten ziehen lassen, wie zum Beispiel die Apfelrose. (Rosa pomifera) mit ihrer großen, kugeligen und zartfleischigen Hagebutten und die aus Japan eingeführte Rösa rugosa, die noch größere Früchte liefert, alle schön in der Farbe und vortrefflich im Geschmack.

Die Hagebutte zeichnet sich durch eine Eigen­schaft aus, die sie fast unter allen anderen Edel- und Wildobstarten hervorhebt, denn kaum eine andere Frucht enthält so viel Vitamin C als die kleine rote Wildrosenfrucht. Nun muß aber Vita­min C in der täglichen Nahrung des Menschen, wenn auch nur in den winzigsten Spuren unge­fähr 50 Tausendstel Gramm enthalten sein, weil es mithilft, die schädliche Wirkung der in den Kör­per eindringenden Krankheitserreger namentlich die von bestimmten Ansteckungskrankheiten zu vermindern und die Vermehrung dieser Keime zu unterbinden, weil es außerdem der Zahnfäule vor-

3000Kilometer SteBe

Roman von Olly Boeheim

Lornotizen.

Tageskalender für Freitag.

Stadttheater: 19 bis nach 21 Uhrvr. meck. Hiob Prätorius". Gloria-Palast, Seltersweg:Ein Leben lang". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Kleider machen Leute".

Zladtthealer Gießen.

Am heutigen Freitag wirdDr. med. Hiob Prä­torius", Facharzt für Chirurgie und Frauenleiden", eine Geschichte ohne Politik in 6 Bildern von Curt Goetz zum ersten Male aufgeführt.Dr. Prä­torius" gehört zu den erfolgreichsten Komödien des bekannten Schauspieler-Autors Curt Goetz, dessen Towarisch", dessenNapoleon ist an allem schuld" (Film) und dessenTote Tante" neben vielen an- deren seiner Werke zum bleibenden Bestand der sattrischen Komödie an unseren Bühnen und un Film geworden sind. Die Spielleitung hat Hans Geißler. Die Titelrolle spielt der neuoerpflichtete 1 Held und Bonvivant Joachim Ernst, der sich da-

raschelte es; kleines Raubzeug knisterte im Gebüsch. Wenn Anni sich mit ihren Gedanken an den Ge­liebten verlieren wollte, riß sie immer wieder ein neuer Schreck hoch.

Nachdem Peter die pompöse Beleuchtung gelöscht hatte, mar es im Zett stockfinster. Die Nacht war sternenlos. Anita richtete sich auf. Peter schlief. Sie fühlte sich doppelt allein. Mit zusammengezogenen Knien hockte sie in ihrem Schlafsack und lauschte. Waren das nicht Schritte? Sie fröstelte. Sie hatte sich wohl getäuscht. Wieder schrillte ein Tierruf durch den Wald, und neben dem Zelt knisterte und raschelte es. Anni zog die Decke über den Kopf und rückte eng an Peter heran.

Nuschka, geliebte kleine Schwester", flüsterte Peter im Halbschlaf und legte den Arm um ihre Schulter. In einem warmen Gefühl von Geborgen­heit schlief das Mädchen endlich ein.

Peter Renz träumte, er wäre gefangen, und von der Decke seines Kerkers tropfe Wasier auf feine Stirn. Er versuchte, seine Fesseln zu sprengen, wälzte sich in seinem Schlafsack zur Seite und er­wachte. Die Nacht war noch immer von undurch- ficf)tiger Schwärze; durch die Dunkelheit rauschte der Regen und sickerte in langsamen schweren Tropfen durch das Zelt. Anni schlief den eisernen Schlaf der Jugend. Ratlos stierte Peter auf das undichte Zelt. Kein Zweifel, es tropfte immer hef­tiger.Schöne Pleite", seufzte er und kroch leise heraus. Allmählich wurde es ein wahrer Wolken­bruch. Peter flüchtete unter feine Decke und dachte nach. Die Uhr zeigte zwölf Uhr nachts. Inzwischen war auch Anni erwacht.

Wir müssen in den nächsten Ort fahren und im Hotel schlafen", tröstete Peter,das Zett von Onkel Franz scheint ebenso alt zu sein wie er selbst. Komm, Nuschka, einpacken, los!"

Aber Onkel Franz war nicht aus seinem Schlaf zu rütteln. Peter startete, kurbelte an, versuchte es mit freundlichen Worten und mit Drohungen Onkel Franz rührte sich nicht. Anni saß schlotternd vor Kälte im Wagen und sah zu, wie Peter sich um den Wagen bemühte und mit der Taschenlampe im Regen herumfuchtelte, als beschwöre er einen heidnischen Gott, aus seiner Starre zu erwachen. Endlich versuchten sie es mit Anschieben, was dop­pelt schwierig mar, meil sie in einer Waldschneise geparkt hatten. Schließlich gaben sie es auf.

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7. Kapitel.

So habe ich mir immer mein Brautgemach vor- qestellt", sagte Peter Renz und hängte ein buntes Lampion an die Zeltdecke. Anita kuschette sich in den Schlafsack, klopfte das Kissen zurecht und meinte:Ich finde es 'wundervoll, Peter. Hörst du die Bäume rauschen? Mein Gott, ist das einsam hier. Man könnte beinah Angst^bekommen!"

Du hast einen Beschützer, der sein Leben für dich in die Schanze schlägt", rief Peter theatralisch und roarf sich in die Brust.

Horch mal!"

Was denn?"

Ein Käuzchen oder eine Eule?"

Schöner Schlafgesang, Nuschka, rnie? Besser als das Knirschen der Straßenbahn in Berlin. Er schloß die Zeltwand und kroch ebenfalls in seinen Schlafsack. Er seufzte.

Hast du Kummer, Peter?'

Immer den gleichen"

Kann ich dir helfen?"

Gerniß"

Wodurch?"

Dadurch, daß du dich endlich mal m mich ver­liebst, Nuschka!"

Zu spät, Peter!"

Hat's rnirklich eingeschlagen mit dem Seeosfi- zier?"

Hundertprozentig! . . e .

,£) rneh! Hoffentlich ist er treulos, und du kehrst reuig in meine stets geöffneten Arme zurück." *

Er ist nicht treulos. Mach mich nicht traurig.

'Abmarten, Nuschka. Gute Nacht!"

''Gute Nacht, Peter."

Liegst du auch gut? Soll ich dir noch eine Decke neben?"

Nein, aber du sollst endlich den Mund halten!

''Damit du ungestört an ihn denken kannst!" Erraten! Gute Nacht."

Wenn die beiden Städter dachten, die Nacht in der Waldeinsamkeit sei ruhig, so hatten sie sich aründlich geirrt. Der Wald erwachte zu unheim­lichem Leben; in der Ferne bellte ein Rehbock seinen rauhen Liebesruf. Eine Eule schnarchte vom Tan- nenmipfel herab; ein Uhu tutete feinen dumpfen Nachtgesang durch die Dunkelheit. Manchmal ftreifte I ein schwerer Flügelschlag das Zelt. Im Laub

Berufsaufklärung und Werbung für den Landdienst der HZ.

In diesem Winter findet in den Einheiten des Deutschen Jungvolks eine Berufsaufklärung statt. In diesen Heimnachmittagen werden Parteigenossen des Reichsnährstandes, der Gruppe Holz, der Gruppe Bau und der Gruppe Einzelhandel zu den Jg. sprechen. Die beiden Kreisschulämter haben an diesen Tagenschulfrei" angeordnet. Hierzu tre­ten an:

am Samstag, 26. Oktober um 15.30 Uhr: in Gießen, die Angehörigen der Fähnlein 1, 2, 3, 4, 5, 7, 19 und die Spielschar, sowie der gesamte Fanfarenzug mit Instrumenten vor Der Aula Der Universität in Gießen, Goethestraße. Bei dieser Ver­anstaltung können die Ettern teilnehmen;

in Lich, vor der Volksschule, die Angehörigen des Fähnlein 13;

in Butzbach, vor der Volksschule, die Ange­hörigen des Fähnlein 26;

in Bad-Nauheim, vor. der Volksschule, Die Angehörigen des Fähnlein 31;

in Friedberg, vor der Augustinerschule, Die Angehörigen der Fähnlein 33 und 34.

Für die Angehörigen der folgenden Fähnlein sm* det dieser Heimnachmittag aus organisatorischen Gründen am Samstag, 2. 11., u m 15.3 0 U h r statt, und zwar Fähnlein 6, 9, 23, ,32 und 37.

Die Angehörigen der Fähnlein 8, 10, 11, 12, 14, 15, 16, 17, 18, 21, 22, 24, 27, 28, 29, 30, 35, 36, 38, 39, 41, 42, 43 und 44 treten am Samstag, 26. 10., vor ihrer Schule an. Die Führer dieser (Ein­heiten setzen sich sofort mit dem Drtsbauenv sichrer in Verbindung, der von der Kreisbauern- schäft Anweisung erhalten hat, einen Vortrag zu halten.

Säuglingspflege-Kursus.

Gfs. In der Kinderklinik findet demnächst ein Kurs zur Erlernung der Säuglingspflege statt. Der vom Mütterdienst im Deutschen Frauenwerk veran­staltet wird. Kein junges Mädchen, keine junge Mutter sollte versäumen, an diesem Kurs teilzuneh- men. Lernt sie doch auf diese Weise, das kostbarste Gut, das uns in die Hand gegeben wird, richtig zu pflegen und zu betreuen. Die Anmeldungen werden in der Frankfurter Straße 1, Kreisgefchästsstelle der NS.-Frauenschaft, entgegengenommen.

Gießener Kundgebung zur Woche des deutschen Buches 1940

Im Rahmen des Gießener Vortragsringes wer. den der Goeche-Bund, die Kulturelle Vereinigung Gießen und die Volksbildungsstätte Gießen zusam­men mit dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen 'und der Arbeitsgemeinschaft des Gießener Buch­handels am Donnerstag, 31. Oktober, 19.30 Uhr, in der Neuen Aula eine Kundgebung aus Anlaß der Woche des deutschen Buches 1940 veranstalten. Zu Beginn der Feierstunde wird der Oberbürger­meister der Stadt Gießen sprechen. Dann wird der ostmärkische Dichter Bruno Brehm, Der zu Den bedeutendsten Vertretern unseres zeitgenössischen Schrifttums gehört, aus eigenen Werken lesen. Der Dichter und der Historiker in ihm bestimmen In- halt und Gestaltung seiner Bücher gleichermaßen. Nicht der einzelne erfährt in der großen Kneys- trilogie, die Den stärksten Werken vom Weltkrieg zugerechnet werden muß, seine Darstellung. Bruno Brehm wurde 1939 mit dem Nationalen Buch­preis ausgezeichnet.

Hausfrauen, übt Kaufdisziplin!

Es gibt leider noch allzu viele Frauen, Denen es kurz vor Ladenschluß einfällt, daß sie noch etwas beim Kaufmann, beim Metzger oder Backer zu be­sorgen haben.Mein Gott, jetzt habe ich kern Salz mehr!" Also schnell zum Kaufmann! Dort aber

ein schöner Beruf.

schästigen. Dann ging auch mein Wunsch in Er­füllung, einmal die Arbeit in einem Kinderheim kennenzulernen. Ich wurde in einem Erholungs­heim als Helferin eingesetzt. Diese Zeit habe ich eifrig dazu benutzt, noch weitere Erfahrungen auf erzieherischem Gebiet zu sammeln. Wie glücklich war ich abends, wenn ich meiner Kinderschar gute Nacht sagte und wußte, daß ich ihnen wieder einen schönen Tag gegeben hatte. Ich lernte auch die Ar­beit in den Kindergärten kennen, machte mich m der AbteilungJugendhilfe" mit der Betreuung ge­fährdeter und verwahrloster Jugendlicher vertraut. Ich führte Schutzaufsicht durch und besuchte zahl­reiche Pflegestellen, nahm Fühlung mit den ehren­amtlichen Helferinnen und Helfern.

So ging mein praktisches Jahr seinem Ende zu. Es hatte mich eingeführt in die vielseitige Arbeit der Volkspflegerin. Eine zweijährige Lehrzeit in der Frauenschule schloß sich an, und nach bestande­ner Prüfung hatten auch alle meine Klassenkame­radinnen schon ihren festen Platz, auf dem sie nun wirken würden, die einen bei der NSV., die an­deren bei staatlichen Aemtern oder beim Mütter­dienst. Eine Kameradin ging in die Führerinnen­laufbahn des RAD., eine andere hatte Der BDM. für seine hauptamtliche Arbeit bestimmt.

Heute stehen alle diese Mädel in einer verant­wortlichen Stellung und erfüllen ihre Arbeit, nicht aus Mitleid mit den schwächeren Menschen, sondern einzig und allein aus der Pflicht heraus, unserem Volke mit der eigenen größtmöglichen Arbeitskraft zu dienen.

Dolkspflegerin -

Dolkspflegerin das ist ein Beruf, der . heute mehr denn je Interesse findet, weil er eben ein ausgesprochener Frauenberuf ift Eine junge Dolkspflegerin berichtet uns hier von chrer vielseitigen praktischen und theore­tischen Ausbildung.

Allen Mädeln, die nun wieder vor der Berufswahl stehen, möchte ich hier einmal von Der Vielseitig­keit und Schönheit dieses Berufes, der Den ganzen Menschen fordert, aber auch unendlich viel Schönes schenkt, erzählen. Schon als Schulmädel hatte ich das Bedürfnis, Menschen, die irgendwie in einer Notlage waren, zu helfen. Und ich ließ mir Dann viel von Diesem Beruf erzählen, Der das Ziel hat, Menschen, die Gefahr laufen, in ihrem Leben in körperliche und seelische Not zu geraten, davor zu bewahren, und solche, Die schon in dieser Not sind, zu befreien. Ich war also fest entschlossen. Den Be­ruf Der Volkspflegerin zu wählen.

So begann ich bei Der Kreisamtsleitung Der NSV. mein einjähriges Praktikum. Es galt zu­nächst einmal, mit all Dem Neuen fertig zu werden, Das auf der Dienststelle an mich ijerantrat. Zuerst war ich beim HilfswerkMutter und. Kind", Da wurden SonDerzuteilungen bearbeitet, Mütter ver­schickt, und auch Hausbesuche machte ich mit der Sachbearbeiterin. Als Dann in Der wärmeren Jah­reszeit die Erholungsverschickung begann, gab es Hochbetrieb bei uns. Ich Durfte einen KinDertrans- port nach Ostpreußen begleiten. Es mar gar nicht so einftch, Kinder auf so einer langen Fahrt zu be=

Sie blinzelte, von Der Sonne geblendet, zu ihm auf:Was, um alles in der Welt?"

Daß du mich verhexen wurdest, immer habe: ich mir gesagt: verlieb dich nicht am Sisiansee. Jetz ist es zu spät. Jetzt lasse ich Dich nicht mehr fort, Vera. Jetzt mußt Du meine kleine WalDsrau wer­den willst Du Das?" .

Ich will alles, nur bei Dir sein.

Unb Dein Leben Draußen?"

Interessiert mich nicht mehr."

Vera?"

ÄabVeine Bitt-, hörst dm Siebe mich, wie -ich bin' Frage nicht viel unD belüge mich mchk Schwindle mir nicht vor daß du eine berühmte Tänzerin bist; bas macht feinen Einbruch auf mich. Bleibe meine kleine Waldfrau, bis du meiner müde bist. Oh, bu wirst es nicht lange aushalten, hier m ber Einsamkeit, Sera."

Sich möchte immer hierbleiben."

"Ja heute, wo bie Sonne scheint. Aber wenn bi Tage grau werben Vera legte Die Hand auf feinen %lunb:An goldenen Tagen soll man nicht an die grauen denken!"

Kleine Geliebte"

Großer Geliebter

Hast du gar ferne Angst? .

Ich habe ja nichts zu verlieren als mem Herz, und bas gehörte vom ersten Augenblick an Dir.

Vera!" Er jubelte es förmlich tynaus Bann yo er'fie auf feine Anne: ..Du ich machte d.ch m den blauen Himmel hinaufwerfen aber ich surchte.

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braunen Armen ins Haus.

beugt und mit einem Wort bem Körper einfach un­entbehrlich ist. Allerbings finbet sich gerabe Dieses Vitamin auch in anderer pflanzlicher Nahrung, in Früchten, grünen Gemüsen, getrockneten Erbsen unD Pilzen, aber /nicht in so großer Menge wie in Den Hagebutten. Hat man Doch berechnet. Daß ein Mensch, um sich mit Dem ihm für Den Tag nötigen Vitamin-OZusatz zu versorgen, täglich nur einen Löffel Hagebuttenmarmelade zu verzehren braucht. Zudem enthält Die Hagebutte auch viel Kali nur ber Avfel enthält mehr Dann auch Natron, Kalk unD Eisen und mehr als 10 v. H. Magnesia, eine Menge, Die in dieser Höhe unter Den Früchten überhaupt fast einzig dasteht.

Am besten munden Die Hagebutten als Mus. Rührt man Das gesüßte Mus mit einer Einbrenne an und verkocht es gar noch mit einem kleinen Gläschen Wein zu einer Soße, so wird geradezu ein Feinschmeckergericht Daraus, namentlich Dann, wenn man Die Soße zu Wildbret reicht unD in diesem Fall noch ein wenig Wildbratensaft Daran gibt. Soll sie pikant schmecken, so würzt man sie mit saurem Senf, Darf aber natürlich trotzdem Zucker und Salz nicht vergessen. Als Mus werden Die Hagebutten mit nicht zuviel Wasser weichgekocht, bann burchs Haarsieb getrieben unb gut gezuckert, worauf die Masse unter beständigem Rühren bick eingekocht und noch heiß in bie Einmachglaser ge­füllt wirb. Will man sie ganzfrüchtig zu Kompott verwenden, so müssen vorher Kerne und Härchen entfernt unb Die Hagebutten nun mit Wasser unb einem Schuß Rotwein weichgekocht werben Nur eine Vorsichtsmaßregel sollte man beim Einkochen Der Hagebutten immer gewissenhaft befolgen: Die fertige Fruchtmasse Darf nur in Gefäßen aus Glas, Porzellan, Holz unD Dgl. und auch nicht mit Deckeln aus Metall verschlossen, aufbewahrt werben, weil sich die Berührung mit Metall schädigend auf die Früchte auswirkt. £ .

Ein altes deutsches Sprichwort Jagt:an per Hagebutte sieht man nicht, baß sie einmal eine Rose war", man kann biefen Sinn aber auch um­kehren, benn ber zarten, buftigen Wilbrose sieht man es wirklich nicht an, daß soviele Verwendungs­möglichkeiten in ihr stecken.__,