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Vitaminen ist, die Verhältnisse zu gewissen Jahres­zeiten (Spätwinter, Frühling) recht ungünstig wer­den können, liegt auf der Hand. Man wird also in diesen Fällen durch künstliche Zufuhr reiner Vitamine einen Ausgleich schaffen kön­nen für die zu knappen Mengen, die die Nahrung darbietet.

Ist das zugeführte Vitamin in einem solche Falle Heil- oder Nährmittel? Die Frage aufwerfen, heißt ihre Problematik enthüllen. Sicherlich kann in den Fällen, in welchen längere Zeit hindurch die Vita- minzufuhr knapp gewesen ist, ein reichliches An­gebot stimulierende Wirkungen auf den Körper aus­üben mit dem Erfolg, daß die Leistungskraft sich rasch verbessert. In einem solchen Falle würde das Vitamin als Medikament die Wirkung eines Nährmittels haben, wobei gleichzeitig zum Ausdruck gebracht sein möge, daß man als Attribut eines solchen die allgemeine Hebung aller Funktio­nen einschließlich eines Körpergewichtsansatzes usw. betrachtet.

Im übrigen sind Versuche mit der Darreichung von Vitaminen zur Behebung der knappen Zu­fuhr in der Kost während des Winters in ganz großem Umfange bereits unternommen worden, indem von der Reichsgesundheitsführung an gewisse Altersklassen der Schuljugend Vitamin C s y - stematisch verteilt wurde; ähnlich bei den Angehörigen der Wehrmacht. Obwohl naturgemäß an der Hand solcher Experimente ein überzeugender Beweis für die Wirksamkeit der Vitaminmcdikation dem Zweifler nicht geboten werden kann, kann je­doch der allgemeine Eindruck und Erfolg Anspruch auf eine gewisse Beachtung erheben, und dieser Ein­druck ist unzweifelhaft ein günstiger gewesen.

Im allgemeinen muß man vom Standpunkte der Ernährungswissenschaft die Forderung aus­sprechen, daß die Zufuhr reiner Vitamine sich be­schränkt auf diejenigen Fälle, in denen einbeson­derer Mangel" nachgewiesen ist. Daneben ist gegen die Anwendung reiner Vitamine in besonderen Fällen, wie bei Verknappung der natürlichen Di- tamintrager, nicht nur nichts einzuwenden, sondern sie ist im Gegenteil zu empfehlen.

Nie aber darf vergessen werden, daß diejenige Ernährung die beste ist, bei der die Naturpro­

dukte in möglichst unverändertem Zu- st a n d e dem Organismus zugeführt werden. Dann ist nicht nur die Aufnahme der unbedingt erforder­lichen Mengen, sondern auch die Darbietung in ihrem natürlichen harmonischen Gefüge gewähr­leistet.

Aus aller Welt.

Die Ersten in der Lrzeugungsschlachl.

Gauleiter und Reichsstatthalter F o r st e r hat 100 000 RM. zur Verteilung an die Bauern des Reichsgaues Danzig-Westpreußen zur Ver­fügung gestellt, die ih der Erzeugungsschlacht des vergangenen Jahres an der Spitze gestanden haben. 95 Bauern und Landwirte, Besitzer eigener Höfe und Betriebslandwirte, die als Treuhänder polnische Höfe wieder emporgearbeitet haben, wurden am Lrntedanktag vom Gauleiter als die Besten der Erzeugungsfchlacht ausgezeichnet. Besonders die Ortsbauernschaft Frieding im Kreise Bromberg hat schon seit Jahren das Beispiel vorbildlicher Dorf­gemeinschaft gegeben.

Volksschädling zum Tode verurteilt

Vom Sondergericht Köln wurde der 20jährige Walter Schulz aus Bad Kreuznach wegen zweier besonders schwerer Einbruchsdiebstähle zweimal zum Tode, und wegen 14 weiterer teils vollendeter, teils versuchter Einbruchsdiebstähle zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Verbrecher suchte Land­häuser und Wochenendunterkünfte heim. Wegen schwerer Diebstähle ist er bereits zweimal bestraft worden. Nach dem psychiatrischen Gutachten ist der Angeklagte ein arbeitsscheuer und haltloser Atensch mit durchschnittlicher Intelligenz, bei dem mit einer Besserung nicht zu rechnen ist Seine Untaten lassen auf Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit schließen. Aus dem Gefängnis entlassen, meldete er sich nicht bei der chn zugewiesenen Stelle, sondern begann von neuem eine Einbruchserie.

Zwei Millionen Lire in der Lotterie gewonnen.

Den ersten Preis von zwei SUH tonen Lire der Lotterie von Meran hat nach einer Meldung aus Montecatini Terme ein 20 Jahre altes Mädchen aus Turno, namens Anna Cinella, gewonnen. Das

Los ist dem Mädchen von einem Fremden g e - schenkt worden, der es in einem Hotel von Monte­catini gekauft hatte.

Die Tätigkeit des Vesuvs.

Wie der Direktor der Vesuvwarte, Prof. Jmbo, erklärte, ist von dem gegenwärtigen verstärkten Ve- suvausbruch nichts zu befürchten. Da der verhält­nismäßig kleine glühende Lavastrom langsam aus­fließt, würde es Monate dauern, bis die große na­türliche Ablagerungsmulde zwischen dem Monte Sommo und dem Vesuv ausgefüllt wird. Die Lava fließt in eine Mulde, die Atrio del Eavallo heißt Der feurige Ausbruch ist zudem im Abnehmen begriffen und der Lavastrom kann daher bald wieder zum Stillstand kommen. Die übrigen Be­gleiterscheinungen der großen Ausbrüche, wie lokale Erdbeben, Erschütterungen und unterirdisches Don­nerrollen fehlen. Bis jetzt hat der Lavastrom nur die in Bau befindliche neue Fahrstraße vom Obser­vatorium nach dem Kraterrand unterbrochen.

Lin sellenes Familienfest.

In Wiesbaden feierten die Diamantene Hochzeit die Eheleute Anton Schwarz und Frau Katharina, geb. Hüfner. Der Ehemann stammt aus einem Taunusdorf, die Ehefrau aus Kassel. Das Ehepaar hatte elf Kinder, von denen vier, darunter drei während einer Diphtherie­epidemie, innerhalb sechs Wochen gestorben sind. Sämtliche Söhne nahmen am Weltkrieg teil, heute sind es die Enkel, die den feldgrauen Rock tragen. , Sieben Kinder, zehn Enkel und zwei Urenkel nah­men am Ehrentage des Jubelpaares teil.

Die 25 größten Slädle in USA.

Die Zählung dieses Sommers läßt erkennen, daß die Liste der größten Städte in den USA. aus dem Jahre 1930 nur geringfügig abgeänüert ist. H o u - ft o n und Denver erscheinen erstmalig unter den 25 ersten, und zwar an 21. und 25. Stelle. Dafür sind Jersey City und Portland, Oregon, hinausgedrängt worden. Im Einklang mit Voraus­sagen, daß ländliche Gebiete, vor allem Vororte, wachsen würden, dagegen dichtbesiedelte Stadtkerne einen Rückgang haben, verloren acht unter den 25 ersten, nämlich Philadelphia, Cleveland, St. Louis, Boston, Pittsburg, San Franzisco, Newark und

Rochester. Neuyork ist immer noch die größte Stadt und hat mit seinen 7 380 259 Einwohnern mehr als die nächsten drei Millionenstädte C h i - kago (3,4 Mill.), Philadelphia (1,9) und Detroit (1,6) zusammen. Doch ist Neuyork ver­hältnismäßig langsam gewachsen. Die Geburtenrate ist seit 1930 die geringste je gemeldete, selbst zif­fernmäßig muß man mit dem Zuwachs von nur 400 000 in zehn Jahren bis zur Periode von 1860 zurückgehen, um einen gleich bescheidenen Zuwachs zu entdecken. In den 20er Jahren stieg die Bevölke­rungsziffer um die gewaltige Quote von 1,3 StiUio» nen. Neben diesem geringeren Wachstum beobach­tet man jedoch auch in Neuyork einen Zug ins Grüne. Selbst vornehme Stadthäuser an der Fisch Avenue stehen reihenweise leer, weil sie altmodisch, zu teuer zu bewirtschaften, vor allem zu hoch in der Steuer sind. Dagegen sind die furchtbaren Elends­viertel an der Bowery oder in Hartem nach wie vor übervölkert.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Vachbar. Auf Grund der mit dem Nachbar ge­troffenen Vereinbarung haben Sie das Recht, die Anbringung einer Dachkandel zu verlangen, voraus­gesetzt, daß die Vereinbarung in der Folgezeit nicht wieder aufgehoben worden ist. Falls der Nachbar sich weigert, der Vereinbarung nachzukommen, bleibt Ihnen nichts anderes übrig als zu klagen. Selbst wenn eine Vereinbarung nicht getroffen worden wäre, hätten Sie gemäß § 1004 BGB., da die Ge­fahr besteht, daß Ihr Grundstück auch in Zukunft durch das vom Nachbargrundstuck eindringende Wasser roeUer beeinträchtigt wird, einen Anspruch auf Unterlassung gegen den Nachbar, den Sie eben­falls im Klagewege geltend machen könnten.

HaupnchrlsUeirer: Dr. ^tiehri» Wildelm Lange. Slellveraeler des Hauptzchrl-tieilers- Ernst Blumschein. Verantwortlich für Poitti, und Bilder- Dr. iVr. 23. Lange. für das Feni.leton: Dr. Hans Thyriot; sür Stadi Gießen. Provim, Wir^chmi u. Sport: Ern» Bmmjche n. x

Druck tmö Berlag Brüh'.iche Univerutalsdruckere^ R. Lange Xi. ®. Verlaasieiter: Dr.°Ing. Erich Hamann An^eigenie-ter- Hans Beck. Ppr-mhtinrtr-tf) fir b<m CftihaH bet)hrefopn - Tnecbnr 9tr.6.

Nachruf.

in Kenntnis zu setzen.

4783 D

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Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Ehrenmit­gliedes

Heinrich Noll

Mit ihm ist einer der Großen unseres Vereins von uns gegangen. Was er in den vielen Jahren seiner Mitglied­schaft für das deutsche Schützenwesen und damit für unser Volk und Vaterland geleistet hat, können nur die ermessen, welche mit ihm gearbeitet haben.

Heinrich NoU ist in die Reihen unserer Unvergeßlichen eingegangen.

Schützenverein Gießen e.V.

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Aus Anlaß der Woche des deutschen Buches 1940.

Donnerstag, den 31. Oktober 1940, abends 7*/2Uhr, Neue Anla der Universität

Literarische Feierstunde

BRUNO BREHM

liest aus eigenen Werken

Die mitglkder ths Goethe-Bundes und der Kulturellen Vereint ung haben auf Mitgliedsausweis, Kontrollab­schnitt Nr. 2 bis zu 3 Plätzen freien Eintritt. Ebenso haben Blitglrder dss Vo tragsrinties der KdF. gegen Vorlegen des Mitgliedsausweises freien Eintritt. Die Mi gheder der Gese ischatt für Erd- und Völkerkunde erhalten gegen Kontrollabschnitt Nr. 2 Karten zum ermäßigten Preis von 50 Pf. MitgUeäer der MS-Frauen- schaff, des Laadschaftsbundes Volkstum und Heimat er­halten Eintrittskarten zum ermäßigten Preis von 70 Pf. Nichtmitgiieder zu RM. 1,25 bei Challier, Neuenweg, Kartenverkaufsstelle der KdF., Seltersweg 60, upd Abendkasse. A~p hörige d-VcranstaliungsrinyesderiSJ. erh. erm. Eintrittskarten zu 30 Pf., Studenten, Militär und die übrigen KJ.- und BD..i.-Angehörlgen zu 40 Pf.

Voranzeige: 12. November Lichtbildervortrag Hielscher.

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Vor führet: Was den deutschen Soldaten an der front stark macht. Ist das vewufttseln und das wissen, daß hinter Ihm in eiserner öe schlossenheit und fanatischem Willen ein ____________ganzes Volk steht!_____________ Meine Privat-Untersuchungen in der Orthopädischen Klinik

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