S.Jl.-tfport
Zugendfußball der Sp.-Dg. 1900. Spieloereinigung 1900 1.3gb. — Gr.-Linden 1.3gb.
6:1 (2:0).
Die 1. Jugendmannschaft der Spielvereinigung 1900 weilte am Sonntag zu einem Freundschaftsspiel in Großen-Linden und konnte dort einen verdienten 6:1 Sieg erringen. Das Spiel begann mit schön vorgetragenen Angriffen der Gießener. Die verdienten Tore blieben jedoch vorerst aus. Nach wiederholten Durchbrüchen konnte 1900 durch zwei Tore das Halbzeitergebnis herstellen. Nach dem Wechsel hatte Großen-Linden nichts mehr zu bestellen. Die Blauweißen konnten noch 4 weitere Tore erzwingen. Die Großen-Lindener kamen durch einen Handelfmeter zum Ehrentor. Die Blauweißen in der Aufstellung Schmitz; Schänke, Weniger; Seeg, Theis, Barschel, Dinges; Rüspeler, Habeth, Schlich und Dahmer, die erstmals wieder komplett antraten, lieferten eines ihrer besten Spiele.
*
Danbringen 1. 3irgend — Alten-Buseck 1. 3ngend 9:1 (2:1).
Diese Jugendmannschaften trafen sich am Sonntag zu einem Freundschaftsspiel auf dem Wald- spörtplatz in Daubringen. Sofort nach Anstoß entwickelte sich ein spannender Kampf, wobei Alten- Buseck in den ersten Minuten mit 1:0 in Führung gchen konnte. Daubringen versuchte den Ausgleich
zu erzielen, der ihnen auch gegen Mitte der ersten Halbzeit gelang. Die Platzmannschaft spielte nun etwas überlegen und konnte kurz vor Schluß der ersten Spielhälfte mit 2:1 die Führung übernehmen. In der zweiten Halbzeit beherrschte Daubringen vollkommen das Spiel und konnte in regelmäßigen Abständen noch weitere 7 Tore erzielen.
Saubringen 2. 3ugenb — Alten-Buseck 2. 3ugenb 1:0 (1:0).
Vorher standen sich die 2. Jugendmannschasten beider Vereine gegenüber. Beide Mannschaften zeigten ein schönes Spiel, das Daubringen knapp mit 1:0 gewann.
Garbenleich — Rödgen 1:3.
Am Sonntag trug die 1. Jugend von Rödgen ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Jugend von Garbenteich aus. Die Mannschaft von Rödgen bestritt das Spiel mit nur 9 Mann. Trotz der schlechten Platzverhältnisse entwickelte sich vorn Anpfiff ein flottes und spannendes Spiel, von dem die Platzbesitzer anfänglich mehr hatten. Die Rödgener fanden sich jedoch bald und erzielten den Führungstreffer. Bei dem Stande von 1:0 ging es in die Pause. Nach dem Wechsel nahm Rödgen das Heft in die Hand, jedoch gelang es Garbenteich, auszugleichen. Die Blau- Weißen stellten in den letzten 6 Minuten das Endergebnis von 3:1 Toren her.
2. Gießener Kanu-Siadimeisterschasten.
Das Bezirksfachamt Kanu XII/8 benutzte die Gelegenheit der WHW.-Schauveranstaltung am Schwanenteich zum Austrag der im Vorjahr mit Rücksicht auf die Kriegsverhältnisse ausgefallenen 2. Gießener K a n u - S t a d t me i st e r s ch a f - t e n. Brachte die Länge des Schwanenteiches es auch mit sich, daß nur eine sehr kurze Strecke (400 Meter) ausgeschrieben werden konnte, so hatte die Verlegung der Rennen von der Lahn auf den für Zuschauer zugänglicheren Heinen Teich den Vorteil der größeren Werbekraft. Das hat die große Zuschauermenge am Sonntagnachmittag, wenn sie auch nicht der Paddler allein wegen gekommen ist, eindeutig bewiesen.
Die beiden Rennen um die Stadtmersterschaft im Wanderfaltboot-Einer und -Zweier wurden umrahmt von zwei Rennen der Hitler-Jugend, Klasse A, und einer Schwanenteich-Stafette über 4X800 Meter. Die Kurzstrecken-Rennen nahmen alle bei guter Besetzung einen spannenden Verlauf und zeigten guten Sport. Die Stafette hatte zwar nur zwei Mannschaften an den Start gebracht, doch hat auch sie mit sehr beachtlichen Leistungen das volle Interesse der Zuschauer gesunden.
Bedauerlich ist, daß die Rennen mit Ausnahme der Gießener Rudergesellschaft nur von Fahrern der Paddlergilde Gießen bestritten worden sind. Es wäre dringend zu wünschen,
daß auch die anderen Gießener Vereine, die zum Teil an Zahl sehr starke Kanuabteilungen aufzuweisen haben, an den Regatten Anteil nehmen würden.
Die Meisterschaften wurden von der Paddler- ailde e. V. unter Leitung ihres Gemeinschafts- führers Dr. E. Schwarz maier, Bezirksfach- roart Kanu XII/8, durchgefuhrt. Die Siegerehrung nahm Bezirksführer Stein vor. Ergebnisse:
Einer-Wanderfaltboot W r I, Hitler- Jugend, Klasse A: 1. Wilhelm Büttner. (PGG.) 2:40,9; 2. Karl-Heinz Falkenhainer (PGG.) 2:42,6; 3. H. Eller (GRG.) 2:49,4.
Zweier-Wanderfaltboot WFII, Hitler-Jugend, Klasse A: 1. W. Düttner/KH. Falkenhainer (PGG.) 2:39,5; 2. H. Eller/W. Wagner (GRG.) 2:40,5.
Einer-Wanderfaltboot W FI, Stadt- meisterschaft: 1. D. Thiemann (PGG.) 2:43,6; 2. Hans Weil (GRG.) 2:45,9; 3. Karl Rohn (PGG.) 2:47,9.
Zweier-Wanderfaltboot Vi/FII,Stadt- m e i st e r s ch a s t: 1. K. Rohn/KH. Falkenhainer (PGG.) 2:40,5; 2. D. Thiemann/W. Rühl (PGG.) 2:41,0. Zwei Boote ausgescksieden (PGG.).
Schwanenteich-Stafette, Wanderfaltboot: 1. Jugend-Mannschaft PGG. 9:13,0; 2. Aktiven-Mannschaften PGG. 9:20,4.
Sprechstunden der Gauleitung.
NSG. Für die Dienststellen der Gauleitung im Adolf-Hitler-Haus in Frankfurt a. M. ist ab sofort folgende Sprechstundenzeit festgelegt worden:
Montags bis Freitags 9 bis 12 Uhr, nachmittags und samstags finden keine Sprechstunden statt.
Das Gaupresseamt bleibt von dieser Regelung ausgenommen.
Die Bevölkerung wird bei dieser Gelegenheit nochmals daran erinnert, sich in allen rat- und hilfesuchenden Fragen zunächst an den zuständigen Hoheitsträger (Ortsgruppenleiter) zu wenden, der tm der Mehrzahl der Fälle bereits in der Lage ist, entsprechend zu helfen, zumindest aber notwendige Vorarbeiten zur weiteren Behandlung der Angelegenheit bei den Kreisleitungen und der Gauleitung leisten kann.
des Vordermanns in weniger interessanten Stunden aus Heftseiten gefaltet haben, um ihn dann in der Pause zu starten. Bequemere haben in schönen blauen, roten oder grünen Tüten schon vor dem letzten Krieg beim Krämer für fünf Pfennige die netten Blechpropeller samt Startvorrichtung gekauft und stundenlang diese schwirrenden und schwebenden Dinger in die Lust getrieben. Die Hersteller dieser Sachen haben damals allerdings kaum geahnt, daß sie bereits auf ihre Art für die Fliegerei Propaganda getrieben haben. Dann haben wir Drachen gebaut. Rote, grüne, gelbe, solche in Papier oder in Stoff, eckige, runde. Älche mit langen oder kurzen Schwänzen; auch solche ohne allen Anhang. Die standen zwar im Wind, aber mehr auch nicht. Das genügte unfern Ansprüchen nicht. Da kamen die Flugmodelle. Und was damals vereinzelt einige Besessene taten, ist heute Allgemeingut der Jugend geworden und, wenn man will, Gegenstand der ersten Schulklasse im NS.-Fliegerkorps. Getreu dem Grundsatz, daß aller Anfang schwer ist, aber auf jeden Fall ein Anfang gemacht werden muß.
Das NS.-Fliegerkorps stellt dazu die Ausbilder und das nicht billige Material, die Werkstätten und die Werkzeuge' Alles andere kommt gewissermaßen von selbst. In genau ausgewählten Stufen baut der Junge dann, beginnend mit einfachsten Mustern, im Einklang mit der fortschreitenden Erfahrung schwierigere Modelle, bis hin zu den erprobten und in Bauplänen festgelegten Hochleistungsmodellen, und ganz zuletzt Eigenkonsttuk- tionen. Es gibt feine bessere Art des Lernens, wo der Junge, seiner Sehnsucht und seinem Betäti- gungstrieb folgend, im Bau von Flugmodellen ohne besondere Mühe die Summe aller jener Begriffe und Gegebenheiten in sich aufnimmt, die nun einmal zur Fliegerei gehören. Aufbau, Telle urtb Maßoerhältnisse der Flugzeuge, ihre Beziehungen zueinander, ihre Bedeutung für den Flug — es ist unmöglich alles zu nennen. Es ist nur so: wie das ABC Voraussetzung ist aller weiteren Erkenntnisse, so sind die in dem Flug«Modellbau erworbenen Se griffe und Kenntnisse das ABC der Fliegerei.
Am Ende alles Bauens und Schaffens steht die Erprobung der gebauten Mo delle im Flug am Hang, oder mit der Gummischnur und Umlenkrolle. Am vergangenen Sonntag konnte alles besichtigt werden. Der NS.-Fliegerstürm hatte nicht nur die Türen feiner Werkstätten aufgemacht und jedem Eintritt gewährt, der sich dafür interessierte, sondern er gab auch Gelegenheit, die Modelle im Flug zu sehen und ihre Leistungen im Wettbewerb miteinander zu vergleichen. Vielleicht hat mancher erst die Werkstatt suchen müssen und hat dann möglicherweise kopfschüttelnd vor unserm „Luftschloß" gestanden, in dem die Flugmodelle gebaut werden. Es ist wahr, repräsentativ ist der Bau nicht, aber es ist Krieg. Die Hauptsache ist aber: die Arbeit ruht nicht und es wird gebaut. Davon konnten sich die Besucher überzeugen, wenn sie den Jungens die Freude gemacht haben, ihre Modelle zu besichtigen. Es steckt eine Menge Arbeit in den kleinen unscheinbaren Konsttuktionen. Nicht nur, daß jeder Teil vorher nach Größe und Stärke planmäßig genau berechnet ist. Der Zusammenbau kostete manchen Tropfen Schweiß, viel Ausdauer, Energie, Genauigkeit, Sauberkeit, Willenskraft und Hingabe. Manche Mutter daheim sieht allerdings nur die betrüblichen äußeren Begleiterscheinungen des Betätigungsdranges ihres Sohnes, als da sind die heimtückischen Kaltleimfl^cken an den Buxen, Taschentücher, die nie mehr erraten lassen, daß sie jemals weiß gewesen sind, und sonsttge Spuren der Versunkenheit der jungen Flugzeugbauer bei ihrem schweren Werk.
*
Doch auch das vergißt sich wieder, wie so manches Unangenehme, das uns die liebenswürdige Betrügerin Erinnerung so gerne unterschlägt. Das Wetter sehr schön, als am Sonntagnachmittag die Jungens geschlossen zum Startfeld hinter dem Gericht gezogen kamen. Unter den Klängen des Lautsprechers vom Schwanenteich herüber wurden die technischen Vorbereitungen getroffen, und der Leistungswettbewerb konnte beginnen. Die Gießener haben's schön gehabt, und das gute Wetter lockte viele heraus. Ein kleiner Rundgang brachte ihnen auf unsrer Seite einen Flugtag im Kleinen und auf der anderen Seite Sport und Spiel. Bequemer kann man's wohl kaum haben. Der Besuch war dementsprechend über alles Erwarten gut und die Jungens glücklich, die unter soviel interessiertem Publikum ganz stolz wurden. Der Sturm fühlt sich darum auch zu Dank verpflichtet, sowohl den Besuchern der Werkstätten, als auch den Zuschauern beim Vergleichsfliegen. Das bewiesene Interesse gibt den Jungens neuen Antrieb und Stolz für ihre Arbeit. Sie ist auch wirklich Aufmerksamkeit und Interesse wert, denn nichts lähmt schließlich mehr jede Schaffensfreude, als Gleichgültigkeit und Geringschätzung, die mir dem Tun unsrer Jungens entgegenbringen.
So wurden die Ereignisse auf dem Fluggelände mit großem Eifer verfolgt und begutachtet. Die Stimme des Volkes wurde mehrfach gehört und je nach Ereignis in den verschiedensten Variationen. Ruse des Bedauerns, fröhliches Gelächter, Laute der Bewunderung wechselten miteinander ab. Je nachdem, ob bei dem schwierigen Hochstart mit der Umlenkrolle das Modell entweder ausbrach und mit Vollgas ohne auszuklinken in den Boden raste, oder die Ohren anlegte, d. h. beide Tragflügel schon beim Anziehen abbrachen, weil die Holme dem Druck der Luft nicht gewachsen waren, oder bei gelungenem Start nun in wunderbar leichtem Schweben durch die Lust glitt, die Stoppuhr Sekunde um Sekunde zählte und der glückliche Besitzer mit klopfendem Herzen dsbei stand und nichts
sehnlicher wünschte, als daß es eine Rekordzeit geben möchte.
Ein Wort des Dankes auch der Diszipliniertheit des Gießener Publikums, das es der Startleitung leicht machte, den Betrieb störungsfrei abzuwickeln. Gegen 18 Uhr wurden die letzten Modelle gestartet. Zu den inzwischen angetretenen Wettbewerbsteilnehmern sprach kurz der derzeittge K-Führer des Sturmes 6/75, Cröniger. „Nicht jedem ist ein Sieg vergönnt. Es gilt auch aus den Enttäuschungen zu lernen, wie es beim nächsten Male besser zu machen ist. Jedes Bessere ist der Feind des Guten, und das ist schließlich der Sinn der Der- gleichsfliegen, im ehrlichen Wettbewerb miteinander das Bessere zu finden. Der Verlierer dieses Jahres ist oft der Sieger im nächsten. Alles soll dienen der Förderung der Arbeit und der Erfüllung der gestellten Aufgabe. Damit gebührt jedem Teilnehmer Anerkennung für feine Leistung. Die Siegerverkündung nahm der Segelflugmvdellbausachbe- arbeiter des Sturmes im Krieg, Jg. Erwin Ewald.
Der Sieger des Tages war Jg. Wolfgang Helfen, Gießen, der mit 372 Punkten die längste Zeit herausholen konnte. Er wurde damit auch Gewinner des von der Fa. I. B. Häuser gestifteten wertvollen Preises. Die übrigen Sieger verteilen sich nach einzelnen Klassen wie folgt:
Klasse I. (Modelle unter 1 m Spannweite). WM Roth (1. und einziger Sieger).
Klasse II. (Modelle von 1 m bis 1,50 m Spannweite). 1. Jürgen Rohweder, Gießen, 252 Punkte; 2. Erich Schuchmann, Gießen, 246; 3. Georg Debus, Wieseck, 220 ; 4. Peter Hel - ferich, Gießen, 220; (durch Los entschieden); 5. Joachim Soppard, Gießen, 162; 6. Walter Petri, Wieseck, 155 Punkte.
Klasse III. (Modelle über 1,50 m Spannweite).
1. Wolfgang Heisen, Gießen, 372 Punkte (Tagessieger); 2. Karl-Heinz Schmidt, Wieseck, 305; 3. Hubert Texto r, Gießen, 173; 4. Karl Möser, Wieseck, 171; 5. Hermann Lenz, Gießen, 165; 6. Karl Möser, Wieseck, 39 Punkte.
Cröniger.
meldet:
Ein Fünshunderter in Gießen.
Ein Gewinn von 500 Reichsmark auf Nr. 1 480 036 Reihe 4 wurde am gestrigen Abend in einer Gießener Gaststätte gezogen und von der Geschäftsstelle Gießen der Reichslotterie der NSDAP, ausbezahlt. Ein Unteroffizier der Wehrmacht, der an feinem letzten Urlaubstag hier noch einen Abschiedsschoppen nahm, war der glückliche Gewinner.
Einstellung von Offiziersanwärtern.
Das Oberkommando des Heeres gibt bekannt, daß die Einstellung der Bewerber für die Offizierslaufbahn, die sich bis zum 1. 9.1940 bei den Wehrbezirkskommandos gemeldet haben, in der Zeit vom 15. bis 30.10. erfolgt.
Nur elektrische Heizkörper für Lustschutzräume.
Wie der Oberbefehlshaber der Luftwaffe bekanntgibt, ist nichts dagegen einzuwenden, daß während der kalten Jahreszeit in den Luftschutzräumen elektrische Heizöfen oder andere elektrische Heizkörper ausgestellt werden.
Neue Beitragsmarken der Deutschen Arbeitsfront.
Die zur Zeit gültigen Monatsbeitragsmarken der Deutschen Arbeitsfront werden mit Wirkung vorn 31. Oktober 1940 außer Kraft gefetzt. Vom 1. November 1940 an dürfen nur noch die neu herausgebrachten Beittagsmarken für die von diesem Zeitpunkt ab gezahlten Beiträge geklebt werden. Beitragsrückstände und etwa seit dem 1. August 1938 entstandene Beitragslücken müssen deshalb bis zum 31. Oktober 1940 beglichen sein.
Die Leistungseinrichtungen der Deutschen Arbeitsfront können nach den Bestimmungen über die Zugehörigkeit zur Deutschen Arbeitsfront nur dann in Anspruch genommen werden, wenn der Beitrag laufend und der Höhe des Bruttoeinkommens entsprechend gezahlt worden ist. Es wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß jedes Mitglied seiner Ansprüche verlustig geht, wenn es nicht die vorhandenen Beitragsrückstände und die etwa seit dem 1. August 1938 entstandenen Beitragslücken bis zum 31. Oktober d. I. restlos ausgeglichen hat. Nähere Auskünfte erteilen die Straßen-, Block- und Zellenobmänner, die Betriebsobmänner und die Verwaltungsstellen der Deutschen Arbeitsfront.
Die in den Baubetrieben eingeführten Teilmonats- (Wochen-) Beitragsmarken werden von dem Umtausch nicht betroffen. Diese Marken behalten also nach wie vor ihre Gültigkeit. Das gleiche gilt auch für die Monatsmarke der Klasse 4 W mit dem Aufdruck 1940 züm Werte von 60 Rpf., die für die zur Wehrmacht eingezogenen Mitglieder geschaffen wurde. Für die Wehrmachtsangehörigen besteht somit nicht die Gefahr des Verlustes der Mitgliedsrechte, solange sie ihrer Dienstpflicht genügen müssen. Im Interesse dieser Mitglieder liegt es allerdings, wenn gemäß Abschnitt II Ziffer 5 der Bestimmungen über die Zugehörigkeit zur Deutschen Arbeitsfront eine ordnungsmäßige Meldung an die zuständige Verwaltungsstelle erfolgt.
Gießener Schlachtviehmarkt.
Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 bis 45,5 Rpf., Bullen 34,5 bis 49,5, Kühe 14 bis 44,5, Färsen 33,5 bis 47, Kälber 25 bis 57, Hämmel 30 bis 38 je Yi kg Lebendgewicht und Ziegen 8 bis 32 RM. das Stück. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgend Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,14 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,14 b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg) 1,08, d (80 bis 99,5 kg) 1,02, e bis f (unter 80 kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,14, i (Altschneider) 1,12, g2 (andere Sauen) 1,02, h (Eber) 1,02 RM. Marktverlauf: Alles zugeteilt.
Kranke und Gebrechliche bei Fliegeralarm.
Trotz wiederholter Hinweise besteht in der Oeffent- lichkeit immer noch Unklarheit darüber, wie mit Kranken und Gebrechlichen bei Fliegeralarm zu verfahren rft. Es kann nicht davon die Rede sein, daß kranke aber gebrechliche Personen in ihren Wohnungen „zu bleiben haben. Vielmehr f ön n e n sie in ihren Wohnungen bleiben. Die X. Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz sagt hierzu: Alle Personen, die sich in Gebäuden befinden, haben sich bei Fliegeralarm sofort in die Luftschutzräume zu begeben. Die Verpflichtung zum Aufenthalt im Luftschutzraum erstreckt sich aber nicht auf Personen, deren körperlicher Zustand dies nicht zuläßt, einschl. des Pflegepersonals. Wenn also ein alter, gebrech
licher Volksgenosse den Luftschutzraum aufsuchen will, so müssen die Luftschutzwarte ober andere Selbstschutzkräfte ihm dabei behilflich fein. Hat er dagegen die Absicht, in seiner Wohnung zu bleiben, so ist hiergegen nichts einzuwenden.
Mhmittel
auf die zweite Reichskleiderkarte.
Gegenüber Unklarheiten in der Verbraucherschaft wird darauf hingewiesen, daß ein 4. Sonderabschnitt der alten Kleiderkarte für die Belieferung mit Nähmitteln nicht freigegeben worden ist. Im laufenden Versorgungsvierteljahr findet vielmehr die Abgabe von Nähmitteln bereits auf die zweite Reichskleiderkarte statt. Dabei sind, gemäß Anordnung des Reichsbeauftragten für Klettmng und verwandte Gebiete, auf den Abschnitt „Nähmittel 1" der 2. Reichskleiderkarte Nähmittel im Gegenwert von 25 Rpf. abzugeben mit der Maßgabe, daß bet Abgabe von Nähseide nur die Hälfte des Wertes auf den Abschnitt anzurechnen ist.
Fahrräder nur zu notwendigen Fahrten.
Für die Erteilung von Bezugscheinen für Ersatz- bererfungen von Fahrrädern gelten strengste Maßstäbe. Die Notwendigkeit längere Wegstrecken zurückzulegen, muß nachgewiesen werden. Dem Ersatzbedarf kann daher nicht voll entsprochen werden. Unter diesen Umständen ist es, wie ein Erlaß des Reichserziehungsministers ausführt, nicht tragbar.
3n bet Tlot frißt bet Teufel Fliegen, sagt man, wenn man zwar gern etwas Altbekanntes haben möchte, aber nehmen muß, was gerade da ist. Jetzt ist durch die Erdal-Nachfüllpackung eine Erleichterung geschaffen. Man kann wieder wählen, und jede Erdalfreundin nimmt natürlich das altbewährte Erdal! Ist Erdal in Blechdosen mal nicht da, dann nimmt man die Erdal-Nachfüllpackung und setzt sie in die leere Erdal-Blechdose ein. Einfach und sauber, gleich viel und gleich gut wie in der Erdal-Blechdose!
daß die Jugendlichen und Schulkinder, die noch über Reifen verfügen, mit ihren Rädern Spazier- und Ausflugfahrten unternehmen, wobei die Reifen oft nicht schonend genug behandelt werden. Es steht zu hoffen, daß auch weiter von einer Beschlagnahme gebrauchter Fahrradreifen Abstand genommen werden kann, wenn dieser Mißbrauch künftig vermieden wird. Die Schüler und Schülerinnen aller Schulen sollen eindringlich auf ihre Pflichten im Gebrauch ihrer Fahrräder hingewiese» werden.
* /
** JM.-Untergau 116. Zur JM.-Bestäti- gung des Jahrgangs 1929/30 treten alle IM.« Gruppen von Gießen-Stadt am Freitag, 27. September, 15 Uhr, an der Eisbahn an. Alle Neuaufnahmen, die bereits Tracht haben, bringen Tuch und Knoten mit, alle anderen das HJ.-Metall-Ab- zeichen.
** Polizei gegenVerkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 13. bis 19. September im Bereich der Polizeidirektion Gießen, einschl. des Polizeiamtes Bad-Nauheim^Friedberg, gegen Kraftfahrzeugführer mit 3 Anzeigen, 4 gebührenpflichtigen und 6 gebührenfreien Verwarnungen, gegen sonstige Fahrzeugfuhrer mit 1 Anzeige, 2 gebührenpflichtigen und 3 gebührenfreien Verwarnun- en, gegen Radfahrer mit 2 Anzeigen, 14 gebührenpflichtigen und 8 gebührenfreien Verwarnungen, gegen Fußgänger mit 7 gebührenpflichtigen und 9 gebührenfreien Verwarnungen ein.
** B e i derArbeittvdlich verunglückt. Am gestrigen Dienstagnachmittag verunglückte der 24 Jahre alte Arbeiter Hermann Kranz von hier an seiner Arbeitsstätte in Gießen tödlich. Der bedauernswerte Mann hatte auf ein Lastauto springen wollen, war dabei aber ab gestürzt und entweder von dem Hinterrad des Wagens überfahren worden oder auf den gepflasterten Boden außerordentlich hart aufgefchlagen. Er mußte mit schweren inneren Verletzungen der Chirurgischen Klinik zugeführt werden, wo er bald nach feiner Einlieferung verstarb.
Strafkammer Gießen.
Der K. H. in Bad Hornburg war durch Urteil des Amtsgerichts Vilbel vom 26. Juni zu einer Geldstrafe von 5,— RM. verurteilt worden. Er war beschuldigt, am 27. Dezember 1939 in der Gemarkung Nieder-Eschbach als Teilnehmer am öffentlichen Straßenverkehr sich nicht so verhalten zu haben, daß der Verkehr nicht behindert oder gefährdet wurde. Er befuhr mit einem Lieferwagen die Straße, ohne die rechte Fahrbahnhälfte einzuhalten. Durch einen in großer Geschwindigkeit überholenden Lastkraftwagen wurde fein Fahrzeug angefahren. Gegen das Urteil legte der AngeHagte Berufung ein. In der Berufungsverhandlung wurde festgeftellt, daß den Angeklagten keinerlei Verschulden trifft. Das angefochtene Urteil wurde aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen.
Der I. D. in Hitzkirchen hatte sich wegen Wilderei und versuchter Blutschande zu verantworten. Der Angeklagte war teilweise geständig. Der Anklage- oertreter beantragte wegen Wilderei eine Gefängnisstrafe von einem Jahr, wegen versuchter Blutschande eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und aus beiden Strafen eine Gesamfittafe von zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis. Der Angeklagte wurde der Wilderei und der versuchten Blutschande, letztere in 2 Fällen, schuldig erkannt und zu einer Gesamtgefängnis st rase von zwei Jahren, abzüglich drei Monate und drei Wochen Untersuchungshaft, verurteilt. Bei der Wil» derei kamen der große Vertrauensbruch gegenüber dem Jagdpächter, dessen Jagdaufseher der Angeklagte war, bei der Blutschande die Häufigkeit der Fälle und der Umstand, daß ein Teil der verwerflichen Handlungen verjährt ist, sttaferschwerend in Betracht.
Ein Junge von einem Auto überfahren
* Bad-Nauheim, 25. September. Auf der Landstraße Bad-Nauheim — Friedberg wurde am Dienstag gegen Abend ein siedenJahre alter Junge, der auf einem Fahrrad unterwegs war, von einem 'entgegenkommenden Auto überfahren und so schwer verletzt, daß der Tod des bedauernswerten Kindes auf der Stelle eintrat. Die Ursache des Unglücksfalles unterliegt noch den behördlichen Ermittlungen.
Bolksschädling hingerichtet.
LPD. Frankfurt a. M., 24. September. Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Am 24. September 1940 ist der 29 Jahre alte Karl Semmler aus Frankfurt a. M. hin gerichtet worden, den das Sondergericht in Frankfurt a. M. als Volksschädling zum Tode, sowie zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt hat. Semmler, ein vorbestrafter gefährlicher Gewohnheitsverbrecher, hat zahlreiche Einbrüche verübt und dabei in vielen Fällen die Verdunkelung ausgenutzt.


