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Uniuerfttätsbriiderei R. tauge

190.Jahrgang Ur. 175 1

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen -iehen^Zchulstrahe 7-9

Mische Heuchelei kann die Welt nicht täuschen

Die italienische presse zur Halifax-Rede.

Späte Sparmaßnahmen in England

gutheißt und jeden in die Verbannung schickt, der es wagt, gegen den britischen Terror Sturm zu laufen. Das sind die heuchlerischen frommen Sprüche der Hohenpriester der Plutokratie, die das englische Volk aus dem Munde eines seiner bekanntesten Vertreter hören muß.

Der Führer hat im Namen des deutschen Volkes alles versucht, unnötige Opfer zu ver- meiden. Er hat an dievernunft appel­liert, aber Herr Halifax hat es vermieden, auf dieses Thema auch nur irgendwie einzu­gehen. Die Machthaber in London wollen den Krieg mit all seinen Folgen, vor denen sie gewarnt wurden. Ihnen ist das Schick­sal des englischen Volkes gleich- gültig. Sie haben ihr Gold, ihre Familien und Rennpferde nach Kanada in Sicherheit ge­bracht. Sie werden, sobald die Sache schief geht, ihr eigenes Volk mit der gleichen Skrupellosig­keit im Stiche lassen, mit der sie das polnische, das norwegische, das holländische, belgische und das französische Volk verraten haben. Das Weltgericht wird furchtbar sein.

jetzt ein Ende haben.

Mit nicht mehr zu überbietender Heuchelei wagte Halifax die freche Behauptung:Wir haben nie­mals den Krieg gewollt". Wer hat denn diesmal wie vor dem Weltkrieg jahrelang zum Kampf gehetzt, wer hat jede friedliche Revi­sion der Pariser Vorortverträge sabotiert und wer hat denn diesen Krieg erklärt? Und wer besteht jetzt auf der Weiterführung des Kampfes?

Was meinen* wir nun", so geht es weiter,wenn wir sagen, daß wir für d i e Freiheit kämpfen? Wir wünschen unser Leben leben zu können, wie wir es leben wollen. Wir wollen einen Gottesdienst und eine Verehrung von Gott, wie es uns beliebt, und diese religiöse Freiheit beruht auf gutem Gewissen. Gewissen ist nicht etwas, was Sie jedem Beliebigen sonst weitergeben können. Aber in Deutschland haben die Deutschen ihr Gewissen an Hitler übergeben, und so ist das Volk zur Maschine geworden, die nur die Befehle ausführt, ohne zu erwägen, ob sie recht oder unrecht sind."

Das also ist die Vorstellung, die diese elende Plutokralenclique vom deutschen Arbeiter und Soldaten hat. Die deutschen Soldaten, stolz, einem großen und innerlich einigen Volke anzu­gehören, werden den Engländern schon beweisen, ob sie dietraurigen, gewissenlosen Sklaven" sind, für die Herr Halifax sie augenscheinlich hält. Einen kleinen Vorgeschmack haben die Briten in Norwegen und in Flandern schon erhalten.

Nachdem dann das alte Märchen von der beabsich- Igten deutschen Weltherrschaft aufgewärmt wird, wird natürlich auch M u s s o l i n i auf billigste Weise angegriffen:Weiter im Süden wird es möglicher­weise Mussolini, der berauscht ist durch Triumphe über Frankreich, das er nicht bekämpft hat, erlaubt sein, die Rolle eines Herrn über das Mittelmeer zu spielen, das er nicht erobert hat." England wirft also Italien Feigheit vor, dieses selbe England, das es während des Abessinienkrieges trotz der Unterstützung von 52 Staaten nicht wagte, obwohl man es gar zu gern getan hätte, Italien anzugreifen.

Mit üblen Beleidigungen des Führers geht es anschließend weiter.Schlechter Glaube, Grausamkeit und Verbrechen werden zum Recht durch die Tat­sache, daß Hitler es ist, der sie anordnet. Das ist die fundamentale Herausforderung des Antichristen, die wir als Christen mit allen in unserer Macht stehenden Mitteln bekämpfen müssen. Alle Völker des Briti­schen Reiches zusammen mit all denen, die Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit lieben, werden nie die neue Welt Hitlers annehmen."

Das ist der Prototyp des englischen Heuchlers, der Christus sagt und Baumwolle meint, der einen Kreuzzug aufzieht, um die Vorrechte und

* den Besitz einer kleinen Plutokratenclique zu retten. Die törichten Verunglimpfungen des Füh­rers werden die von Halifax herbeigesehnte End­abrechnung nicht gerade mildern.

Am widerlichsten ist der Schluß dieses geistlosen Sermons, denn nun bemüht Herr Halifax den lie­ben Gott persönlich für die Interessen seiner Gruppe. Wohin wird Gott uns führen? Sicherlich nicht auf

Berlin, 23. Juli. (DNV.) Englands Außenminister Hal am Wonlagabend in einer Rundfunkrede den Appell des Führers an die Vernunft ebenso hochmütig wie verant- ,wortungslos abgelehnt. Nachdem Presse und Rundfunk während der letzten Tage bereits mit unerträglicher Arroganz für Fortführung des Krie­ges gehetzt hatten, hat nunmehr das Plutokra- tenkabinettt selb ft den letzten Weg zu einer Verständigung verbaut. Das wahrhaft großmütige und von tiefstem Verantwortungsbewuhtsein getra­gene Angebot des Führers war also u m s o n st. Die Schuld, die sich die Kriegsheherclique aufgela­den Hal, ist unermeßlich. Das Schicksal nimmt nun seinen Lauf.

Konserven. Jede Büchse könne in Notzeiten einmal von höchster Bedeutung werden. Er müsse dringend raten, sich mit dembescheidenen Angebot" an frischem Gemüse zu begnügen. Gleichzeitig er­suchte der Minister um Verständnis für die Not­wendigkeit,möglichst viele" Frischgemüse und Obst der Verwertungsinvusttie zuzuleiten.

Englands Finanzminister Sir Kingsley Wood begründete im Unterhaus in ernstem Ton den Kriegs-Staatshaushalt, der große Steuererhöhungen sowie ein Abstoßen der in Ue- berfee deponierten Gold Vorräte und eine stärkere Heranziehung der Dominien und Indiens zur Fi­nanzierung des Krieges vorsieht. Kingsley Wood stellte fest:Wir wissen alle, warum unsere finanzielle Lage jetzt auf die Probe gestellt werden muß und wir weittragende Maßnahmen zu er­greifen haben. Als die Regierung im April dieses Jahres mit allem Vorbehalt die Kriegsausgaben des laufendem Finanzjahres auf zwei Milliar­de n Pfund bezifferte, hatten wir keine Kenntnis davon, daß sich die Ausgaben höher stellten. In der letzten Zeit beliefen sich die Ausgaben wöchent­lich auf 50 Millionen Pfund, in den letzten vier Wochen sogar auf rund 57 Millionen. Nach dieser Berechnung würden sich die Kriegsausgaben für das ganze Jahr auf nahezu 2,8 Milliarden Pfund be­laufen, doch ist anzunehmen, daß die Ausgaben für den Rest des Jahres noch weiter steigen. Alle Angaben über die Kriegsausgaben müssen auch in Zukunft mit größtem Vorbehalt gemacht

Gayda im halb amtlich enGiornale d'Jtalia" die Rundfunkrede des britischen Außenministers. Es handele sich um eine Wiederholung der wohlbe­kannten Methode der britischen Politik, um den typischen Ausdruck ihrer raffinierten Heuchelei. Der ganzen Welt sei es wohlbekannt, daß die englische Politik ausschließlich den eigenen Hegemonieinter­essen diene, sich aber dabei erhabene Grundsätze als Deckmantel umhänge. Der fromme Lord Hali­fax sei mobilgemacht worden, um von einem Kreuz­zug des Christentums" und von einem hohen Ideal desFriedens in der Gerechtigkeit" zu sprechen, die die Triebfeder des englischen Krieges gegen die totalitären Mächte seien!" Zwanzig Jahre lang habe Großbritannien nach dem verhängnisvollen Fehler von Versailles die Möglichkeit gehabt, diesen Willen zur Gerechttgkeit durch eine Zat oder wenigstens eine Geste kundzutun. Statt dessen habe Großbri­tannien niemals auch nur ein Anzeichen davon, ver­raten. Jedermann werde also verstehen, daß die plötzliche Begeisterung für die Gerechtigkeit in der letzten Stunde lediglich ein verzweifeltes, aber ver­gebliches Manöver sei, mit dem England sich ein Alibi für die Verteidigung jener tatsächlichen Un­gerechtigkeiten verschaffen wolle, die in dem ganzen System der britischen Hegemonie kristallisiert seien. Tribun a" sagt, aus den Herzen der Völker steige ein einziges Gebet auf. Aber dieses Gebet sei nicht das, von dem Lord Halifax gesprochen habe, der an der Seite des internationalen Judentums von einemKreuzzug des Christentums" zu reden wage. Vielmehr sei es ein Gebet, das sich mit dem unerschütterlichen Siegeswillen der Achse decke: für immer die barbarische Herrschaft Englands zu stür­zen, die die Welt in ein Blutbad getaucht und jedes Prinzip der menschlichen und göttlichen Gerechttg­keit mit Füßen getreten habe.

Unter der UeberschiftJene, die den letzten Auto­bus versäumen" stellt die TurinerGazzetta del Popolo" fest: die britischen Machthaber werden früh genug bereuen, den Worten Hitlers fein Gehör ge­schenkt zu haben. DieStampa" stellt die Frage, ob sich für die Engländer feit dem 3. September 1939 denn gar nichts geändert habe. Hätten die Eng­länder nicht bemerkt, daß sie endgültig vom Kon­tinent abgeschnitten und im Mittelmeer eingekapselt worden seien? Es fei der Starrsinn dessen, der am Grunde eines Brunnens nicht bemerken wolle, daß ihm das Wasser bis zum Halse steige, und daß er I ertrinken werde. Und dies werde schnell der Fall sein.

leichten und angenehmen Pfaden. Was er aber tun wird, ist, daß er denjenigen, die ihn darum bitten, einen Geist verleiht, der durch keine Gefahren ge­stört werden kann. Diejenigen von uns, die nicht bei den Truppen dienen können, müssen in anderer Weise ihr Bestes tun, um unseren Streitkräften zu helfen. Es gibt ein Ding, das sich vielleicht als viel nützlicher erweisen wird, als wir denken, und das ist das Gebet. Ich hörte neulich von einem Dorf in Porkfhire, wo nach all den Gerüchten über eine fünfte Kolonne die Leute übereingekommen sind, eine sechste Kolonne zu bilden, und sich verpflich­teten, jeden Tag einige Minuten zum Gebet im Gotteshaus zu verweilen. Dieses also ist der Geist, in dem wir zusammen in diesem Kreuzzug für die Christenheit marschieren. Wir und die großen Do­minien über See stehen und werden auch weiterhin standhaft stehen gegen die Mächte des Gegners."

Es kann einem übel werden, wenn man sich ver­gegenwärtigt, daß solche Worte ausgerechnet aus dem Munde eines Vertreters jener Clique kommen, deren Hände so viele Jahrhunderte hindurch bis auf den heutigen Tag blutbefleckt waren und sind. Sie können es sich gar nicht anders vorstellen, als daß der liebe Gott ein geborener Engländer sei, der alle Verbrechen, die von England begangen werden,

England hat gewählt.

Halifax sagt nein. - Oie britischen Plutokraten wollen den Krieg

werden, die Staatsausgaben eingerechnet. Sie wer­den voraussichtlich auf 3,467 Milliarden Pfund stei­gen, d. h. daß wir einen Fehlbettag von etwa 2,2 Milliarden zu decken haben werden/

Oie Lustbedrohung Englands.

Stockholm, 23. Juli. (Europapr.)Deutsch­lands Luftarmada ist b e r e i t", schreibt der Luftfahrtsachoerständige vonStockholms Tid- ningen" in einer Bettachtung, in der die Ueber- legenheit der deutschen Luftwaffe über die englische bewiesen wird. Der Zeitpunkt zur Einleitung der künftigen Offensive gegen ^England sei für die deutsche Luftwaffe überaus günstig. Die lieber- legenheit dürfte nun d i e denkbar größte sein. Während die französische Luftwaffe ausgeschaltet sei, stehe die italienische an der Seite der deutschen. Die amerikanische Hilfe für England habe sich noch nicht geltend machen können. Demgegenüber behatte Deutschland seinen Produktionsoorsprung. Der deutschen Luftlandetechnik könne England nichts entgegensetzen, zumal die deutschen Flugausgangs­punkte, die sich vom mittleren Norwegen bis zur Bretagne erf frechen, deutlich die gewaltigen Pro­porttonen des nun abgeschlossenen Aufmarsches gegen England offenbarten. Die Luftbedrohung Englands habe nun ihr Maximum erreicht.

Zwangsrekrulen für eine Mische Fremdenlegion.

Lissabon, 24. Juli. (DNB.) Die Engländer kön- nen sich noch immer nicht mit dem Gedanken ab­finden, daß sie im letzten entscheidenden Stadium des Kampfes um ihren Raubftaat auf sich g a n z a l l e i n angewiesen sind. Kriegsminister Eden kündigte des- halb die Bildung einer Fremdenlegion an. Dabei handelt sich um die Staatsangehörigen aller jener Länder, die durch Englands Schuld in den Krieg gegen Deutschland getrieben wurden. Die Un­glücklichen, die bei Kriegsausbruch in England an­sässig waren, sollen nun mit echt britischer Unver­frorenheit gegen ihren Willen in die Reihen der Fremdenlegion gepreßt werden, während ihre Heimat sich längst der durch Deutschlands Waffen gesicherten Ruhe erfreut. Von diesen Zwangsrekruten und sogar einem Teil der Internierten also Juden und anderen Emigranten verspricht England sich wirk­same Hilfe!

Eden verkündete ferner im Unterhaus, daß sich die Regierung an König Georg mit der Bitte ge­wandt habe, aus den freiwilligen Heimatschutz- verbänden, die 'eine Mitgliederzahl von 1300000 aufweisen, eine militärische Einheit zu machen. Die Rekrutierungskampagne zur Aushebung von Heimatschutzverbänden hätte allerdings ein­gestellt werden müssen, da nicht genügend Waffen zur Ausrüstung der Heimatwehroerbände vorhanden sind.

Bernhard Shaw wird mundtot gemacht

Mailand, 23. Juli. (Europapreß.) Die eng­lischen Zeitungen haben, wie derSortiere della Sera" meldet, Weisungen erhallen, keine Ar­tikel mehr von Bernhard Shaw abzu­drucken, weil er in einem Interview erklärt hatte, England werde den Krieg verlieren. Staatssekretär Nicolson habe in einer Sitzung des Jnformattonsininisfetiums vorgeschlagen, die Schriften Shaws zu verbieten. Diesen Vorschlag habe Duff Cooper jedoch abgelehnt und seinerseits vorgeschlagen, dem Dichter durch Freunde nahezulegen, feine politischen Ansichten mehr zu äußern.

Stockholm, 23. Juli. (Europapreß.) Mit wel­cher Fieberhaftigkeit England Maßnahmen trifft, um dem erwarteten deutschen Angriff begegnen zu fönnen, beweist ein Befehl des Innenministeriums an die Hausbesitzer unb Mieter, alle Boden- f ammern und Speicher zu räumen. Die Bevölkerung wird verpflichtet, alles Altmaterial der Speicher dem Staat zur Verfügung zu stellen. Die Nichttäumung der Speicher wird schwer bestraft. Der Minister für die Herstellung von Flugzeugen, Lord Beaverbrook, gibt bekannt, daß die Alumi- nium-Einsammlung am kommenden Sonn­tag ab geblasen wird. Die Aktion war ein ausge­sprochener Fehlschlag. Deshalb wird schon jetzt eine neue Aluminium-Sammlung angefünbigt. Die Regierung wird dann mit polizeilichem Druck vorgehen. Die Zinnknappheit veranlaßt das Ministerium für Materialbeschaffung zur Einleitung einer sofortigen Einsammlung von Zinn-Büchsen und dergleichen. Außerdem wird es in Zukunft keine Konserven in Zinnbehältern mehr geben. An Stelle dieses selten gewordenen Metalls soll Pappe treten. Andere Sparmaßnahmen betreffen Tabak-, Zigaretten-, Kakao-, Schokolade- und andere Ver­packungen. Zigaretten sollen in Zukunft sofort vom Ladentisch zur Westentasche wandern, weil auch an Pappe und Papier gespart werden müsse. Der eng­lische Ernährungsminister Lord W o o l t o n , der einst den Mund nicht voll genug nehmen konnte überSie drohende Hungersnot in Deutschland" erlpßt jetzt dringliche'Warnungen zur Schonung von

Die Art, wie Halifax zur Rede des Führers Stellung nahm, war geradezu widerlich. Die Frivo­lität, mit der die letzte Entscheidung über das Schicksal Großbritanniens gefällt wurde, war mit heuchlerischen Phrasen und frommen Sprüchen ver­ziert. Daß Lüge und Verleumdung nicht fehlten, war vvrauszusehen. Sv behauptete Halifax zu Be­ginn seiner Rundfunkansprache, die einzigen Argu­mente des Führers seienDrohungen gewesen. Dabei weiß jedermann, der die Rede hörte oder las, daß sich der Führer jeder Drohung enthal­ten und lediglich die harten Folgen einer Fort­setzung des Krieges angebeutet hat.Infolge bes Gegensatzes in den Auffassungen", so fuhr der Kriegsverbrecher fort,bleiben wir durch Drohun­gen unberührt. In jedem Teile Großbritanniens herrscht ein unerschütterlicher Geist der Entschlossen­heit." Genau so haben sich einst Herr Beck und Herr Rydz-Smigly in die Brust geworfen, als sie aus dem sicheren Rumänien das polnische Volk zum Aushalten aufriefen. Genau so mutig zeigte sich Herr Reynaud, als eine Fortsetzung des Kampfes bereits sinnlos geworden war.

Wir werden", meinte Halifax weiter,d e n Kampf durchführen ,auch wenn er uns alles kosten m a g."Es hat niemand irgend­welche Zweifel darüber, daß, wenn Hitt?r Erfolg haben würde, dies das Ende für vieles bedeuten würde von allen denjenigen Dingen, die das Leben lebenswert machen." Hier hat der alte Heuchler in gewisser Hinsicht recht. Denn was hat das Leben für die Plutokraten lebenswert gemacht? Die U n - terbrüefung so vieler anderer Völker, ihre un­barmherzige A u s b e u t u n g und das blutbefleckte Z u f a m m e n r a f f e n unerhörter Reich­tümer. Diese Art von Lebensauffassung wird

OieWürfel find gefallen

Von unserer Berliner Schrifileiiung.

England besteht auf der Fortsetzung seines plutokratischen Krieges, dem es schon ein halbes Dutzend fremder Völker geopfert hat. Das ist der klare Sinn der Rede, die der Außenminister Lord Halifax als Sprecher der britischen Regierung im Rundfunk gehalten hat. Die Rede strotzt geradezu von Verleumdungen und Beschimpfungen gegen Deutschland und seinen Führer, ebenso aber auch von einer geradezu widerwärtigen Heuchelei. Der Lord, der in der englischen Hochkirche als Bibelforscher und Sonntagsprediger eine Rolle spielt unb den Urtyp des Pharisäers der englischen Gesellschaft verkörpert, bringt es fertig, zu behaupten:Niemals haben wir den Krieg gewollt!" Als wüßte nicht die ganze Welt, daß Halifax schon im Kabinett Chamberlain Außen­minister war unb zusammen mit feinem bamaligen Regierungschef die Kriegserklärung an Deutschland unterzeichnet hat, nachdem England seit München diesen Krieg durch seine Einkreisungspolitik, durch die Verpflichtung zahlreicher Staaten im Wege von Garantien" und Hilfsversprechen auf die Sache Eng­lands verpflichtet und schließlich andere Völker in die vorderste Kampflinie geschickt hatte!

Unb jetzt versichert Lorb Halifax im Wiberspruch zur geschichtlichen Wahrheit:Wir haben niemals den Krieg gewollt, unb sicherlich wünscht auch feiner von uns, baß der Krieg länger als notwendig fort­gesetzt werbe." Nicht länger als notwenbig? Aber doch eben so lange, bis sich bas Kapital der Kriegs­interessenten, das sie in ihre Rüstungsfabtiken ge­steckt haben, mindestens verdoppelt hat! Darum wollen sie den Kampf fortsetzen, dessen Ende sie zugleich fürchten. Seit Jahrhunderten haben sie die West betrogen, in Indien, Irland und Südafrika, in der ganzen Welt die Völker versklavt und müs­sen nunmehr sehen, wie der Sieg einer ganz ande­ren .Auffassung näher rückt, der Auffassung näm­lich, daß Völker unb Meere frei von englischen Ket­ten werden sollen unb die ungeheuerliche Anmaßung einer englischen Bevormundung alles dessen, was Gott erschaffen hat, aufhöre. Alle Barrieren politisch- militätischer Art gegen diese Befreiung zerbrachen, in ber Dschecho-Slowakei, in Polen, in Norwegen, Dänemark, Hollanb, Belgien, Frankreich. Die Völ­ker haben ihre Haut für England zu Markte ge-

Rom, 23. Juli. (Europapreß.) Die Beanttvor- ' tung ber Mahnung Adolf Hitlers durch Halifax be- ' urteilt die römische Presse als ausgesprochen negativ : unb jesuitisch. Der englische Außenminister, schreibt : Popolo di Roma", habe die Vorschläge des Füh- : rers kritisiert, weil siekeinen Frieden der Gerech- < tigfeit einleiten". Jene Macht, die immer Gewalt 1 und Ungerechtigkeit geübt habe, habe es gewagt, durch den Mund ihres Außenministers jene Formel Mussolinis über das europäische Zusammenleben zu beflecken und zu fälschen, die vor allem durch Ver- , schulden Englands zur rechten Zeit unbeachtet ge= i lassen worben sei. Aber noch andere Scherzhaftig­keiten fänden sich in der Rede Halifax': das Be­wußtsein,alles zu wagen", die Anmaßung,bie Pläne Hitlers über den Haufen zu werfen ,ber Kreuzzeug der Christenheit gegen die Achsenmächte" (zu dem die Juden aufrufen) und das Einwirken derSechsten Kolonne des Gebets".Auf welchen Grad der Dummheit", ruftPopolo bi Roma" aus, ist bie Politik eines Imperiums herabgesunken!" Und bann, so fragt dieses Blatt weiter, ist denn Großbritannien noch ein demokratischer Staat? Die autoritative Art Churchills, der das englische Volk in einen Zerstörungskrieg hineinzwänge und somit ruhig über das Leben des Volkes entscheide, lasse ernsten Zweifel als gerechtfertigt erscheinen.

Die Rede des britischen Außenministers bezeichnet Messaggero" als die eineszitternden Helden". Blutspender" für England seien in Europa nicht mehr aufzutteiben. Deshalb habe Halifaxzu den Dominions" gesprochen. In Amerika, Afrika und Australien suche England neue Blutspender zu seiner eigenen Rettung. Halifax habe den Englän­dern das Gesetz desPflichtselbstmords" verkündet. Der(Sortiere della Sera" schreibt, unter der Be­drohung durch bie große deutsche Offensive verlange der britische Außenminister einen Frieden, der mit dem wahren Frieden und der wahren Gerechtigkett nichts zu tun habe. Den britischen Frieden und die britische Gerechtigkeit habe bie seit mehr als zwei Jahrhunderten tyrannisierte und aus gebeutete Welt kennengelernt. Es sei klar, daß Furcht bie britischen Minister verblende. Weder ber von den Juden an­geführte christliche Kreuzzeug noch die sechste Ko­lonne der Gebete derBrandstifter" würden den Lauf der Geschichte aufhalfen und den Anbruch des Friedens ber Gerechtigkeit verhindern können.

Einen Appell an den Fanatismus der Völker Englands und der Vereinigten Staaten nennt |