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jache durch Einnahmen finanziert werden und durch Kredite, die die Vereinigten Staaten bereitwillig zur Verfügung stellten. Trotzdem mußte England auch damals schon zur Veräußerung von Vermö­genswerten schreiten, aber nicht zu Beginn des Krieges, sondern, erst in einem viel späteren Zeit­punkt. Im Januar 1916 erließ das englische Schatz­amt zum erstenmal einen Aufruf zur Ablieferung ausländischer Wertpapiere. Es begnügte sich zu­nächst mit diesem Aufruf und überließ die Ver­äußerung im großen und ganzen dem freiwilligen Verkauf aus Privathand. Erst im Januar 1917 wurde die Ablieferungspflicht vollkommen durchge­führt. Heute dagegen wurde die Ablieferungspflicht unmittelbar bei Kriegsbeginn erklärt und die ersten Ablieferungen wurden bereits Mitte Februar prak­tisch durchgeführt. Es handelte sich dabei um rund 60 Effektenpapiere minderer Bedeutung. Am 15. April wurden weitere 117 Papiere zur Ablieferung aufgerufen, darunter auch Papiere, deren Veräuße­rung die Aufgabe einer wirtschaftlichen Machtposi- tion bedeutete.

Das ist ja überhaupt das Gefährliche solcher Ver­läufe von ausländischen Guthaben. Amerikanische Aktien und Rentenpapiere in englischer Hand be­deuten natürlich immer eine gewisse Machtposition. Ihr Verkauf kann sich in der Entfernung britischer Kapitalisten aus den Vorständen und Aufsichts­räten amerikanischer Gesellschaften recht unange­nehm bemerkbar machen. Noch bedeutungsvoller kann diese Wirkung des Verkaufs natürlich sein, wenn es sich nicht um die Papiere amerikanischer Gesellschaften handelt, sondern beispielsweise um die Aktien rhodesischer Kupfergruben, südafrikani­scher Goldminen oder vorderöstlicher Oelwerte. Ein verstärkter Einfluß amerikanischer Kapitalgruppen in solchen Unternehmungen kann leicht auch poli­tische Folgen haben. Die Veräußerung von Ver­mögenswerten wird daher für England noch ein recht schmerzliches Kapitel werden, und Einsichtige dürften vielleicht bald erkennen, daß England durch den Krieg gerade das verlieren wird, wofür es den Krieg in Wirklichkeit führt, nämlich seine wirt­schaftliche und politische Vormachtstellung. V. A.

erkämpfte er sich unter großen wirtschaftlichen Ent­behrungen sein Hochschulstudium, das er am Anfang oft unterbrach, um sich als Zeitfreiwilliger und Freikorpskämpfer für den Bestand des Vaterlan­des' einzusetzen. Während seines Studiums lernte Henke auch fliegen. Nach Abschluß seiner Verkehrs­fliegerausbildung ging er 1929 nach Kolumbien in den südamerikanischen Luftverkehr, um 1935 zur Lufthansa überzutreten. Hier wurde er in den

Atlanttkflugdiensl übernommen, wo er sich rasch einen Namen machte. Als es galt, Spanien zu schützen, war Henke einer der ersten. Seine gemein­sam mit Hauptmann Freiherrn von Mo r e a u erzielten Leistungen wurden von den Spaniern durch die Verleihung des Komturkreuzes des Meh- dauia-Ordens von Marokko anerkannt. Auch dies­mal stand er wieder als Kämpfer für Großdeutsch­land in vorderster Front!

Kurs nach Norden..

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lieber die Wolkendecke hinweg stürmen die Sturzkampfbomber ihrem Ziel zu. (PK.-Atlantik-M.)

Der Anteil der Luftwaffe

Greuelhetze in Schweden?

Von unterer Berliner Schristleitung.

Die drei skandinavischen Königreiche haben bisher großen Wert darauf gelegt, als parlamentarische Demokratien westlicher Prägung zu gelten. Das heißt, daß die Politik der maßgebenden Faktoren nicht so sehr durch ideelle als durch wirtschafttiche Motive bestimmt wurde. Man ließ sich die anglo- jüdische Oberaufsicht in politischen, wirtschaftlichen, militärischen, zivilisatorischen Dingen gern gefallen, man verzichtete bereitwillig und weitgehend auf militärischen Selbstschutz, um nur den von London zugemessenen Anteil am Welthandel und Weltver­kehr möglichst ungeschmälert zu genießen. Im Laufe der Zeiten gewöhnte man sich so sehr an diese Ver­hältnisse, daß das Bewußtsein der Abhängigkeit von einer fremden Geldmacht immer mehr schwand. Die Lebensanschauung, die in Skandinavien vorherrschte, war die des bürgerlichen Liberalismus und Kapi­talismus. Als daher in Deutschland der National­sozialismus zur Macht kam, war es für uns keine Ueberraschung, aus den skandinavischen Blättern fast nur unfreundliche, unsachliche und gehässige Stimmen zu hören. Aus demselben Grunde nehmen wir es nicht tragisch, wenn beispielsweise dieneu­trale" schwedische Presse gegenwärtig eifrig bemüht ist, ihren westlerischen Auftraggebern mit allen möglichen Gerüchten und dummen Lügen über die norwegischen Ereignisse zu dienen. Aber e s g i b t tine Grenze, wo für uns der Spaß aufhört, nämlich im Bereich der deutschen Soldaten­ehre. DasSvenska Dagbladet" hat sich aus Trond­heim melden lasten, daß deutsche Flieger norwegische Kinder auf den Wegen und norwegische Frauen, die über das Feld zu fliehen versuchten, mit Maschinen­gewehren beschossen hätten. Diesen Bericht eines Schmutzfinken hat die schwedische Zeitung nicht etwa in den Papierkorb getan, sondern ihren Lesern prä­sentiert. Hier liegt also ein Fall von absichtlicher Greuelhetze vor, der durch nichts, durch keine ideo­logischen Antipathien und durch keine liberalistische Gewohnheit entschuldigt werden kann. H. Ev.

Schwedische Lügen.

Berlin, 23. April. (DNB.) Nach einer Meldung aus Stockholm sollen in den Nachmittagsstunden des Montags deutsche Militärflugzeuge zwei schwedische Fischerboote innerhalb der schwedischen Hoheitsgewässer mit Maschinen­gewehrfeuer angegriffen haben. Diese Meldung ist frei erfunden. Die deutsche Luft­waffe braucht keine völkerrechtswidrige Betätigung gegen unbewaffnete neutrale Fischdampfer. Ihr Ziel ist der bewaffnete Feind, der überall, wo sie ihn trifft, geschlagen wird.

Slugfapifän Henke verunglückt.

Berlin, 23. April. (DNB.) Montag vormittag verunglückte der Flugkapitän Diplom-Ingenieur Alfred Henke bei der Ausführung eines Probe­fluges. Mit ihm verliert die deutsche Handelsluft­fahrt einen ihrer fähigsten Männer, der stets in vorderster Front stand und sich immer mit feiner

(Scherl-Bilderdtenst-M.)

ganzen Person für das Ansehen Deutschlands zur Luft einsetzte. Seine großen Fern- und Rekordflüge, so die Ohnehaltflüge BerlinNeuyork und zurück im August 1938 und sein Schnellflug nach Tokio sind Flugleistungen, die den Vorkämpfer des Atlan­tikluftverkehrs in der ganzen Welt bekannt machten.

Alfred Henke stammte aus Pommern, er wurde 1902 in Groß-Justin als Sohn eines Arztes ge­boren. Mit eisernem Fleiß und seltener Zähigkeit

an den Operationen in Norwegen.

Rom, 24. April. (DNB.)Tribuna" oeröffent- licht Angaben, die das deutsche Luftfahrt- m i n i st e r i u m dem Blatt auf Anfrage über die Aktion in Norwegen gemacht hat.

Da die Besetzung des dänischen Ge­bietes vollkommen friedlich vor sich ging, hat die deutsche Luftwaffe von Anfang an begonnen, sich in den dänischen Flugzeugstützpunkten festzu­setzen, die im Hinblick auf ihre augenblickliche Auf­gabe ausgebaut wurden. Gleichzeitig sorgte das Kommando der Luftwaffe an der Westküste für die Errichtung einer Luftüberwachung und der Auf­stellung einer Kette von Batterien, um das Leben der dänischen Bevölkerung sicherzustellen. Auf ihrem Vormarsch in Norwegen stießen die deut­schen Truppen an verschiedenen Stellen auf Wider­stand, und auch heute noch verteidigt sich der Feind hartnäckig in den Gebirgsgegenden, wo vereinzelte Gruppen von Soldaten, die von größeren Zentren isoliert sind und deshalb keine Nachrichten über die Lage erhalten, versuchen, sich dem Vormarsch der deutschen Truppen zu widersetzen.

Aus die Frage, welche Ergebnisse auf Grund der Beobachtungen der Aufklärungsflugzeuge erreicht werden konnten, lautete die Antwort: Von den deutschen und norwegischen Stützpunkten sind ganze Geschwader ausgesandt worden, um die englische, Flotte in der Gegend der Orkney-Inseln, in der Nordsee und insbesondere vor der norwegischen Küste anzugreifen, wo große Erfolge erzielt wur­den. Die deutschen Flieger haben bekanntlich wäh­rend ihrer ersten Operationen in Norwegen zwei Kreuzer, einen Zerstörer und drei U- Boote versenkt. Sie haben weiterhin durch Volltreffer zwei Schlachtkreuzer, vier Kreuzer, einen Zerstörer, ein Flugzeugmutterschiff, drei Transport­schiffe und ein norwegisches Torpedoboot schwer beschädigt und zudem eine imposante Zahl feindlicher Flugzeuge abgeschossen.Diese An­gaben" so betonteTribuna"beziehen sich natürlich nur auf die e r ft e Operations­phase, ihnen müssen die in den letzten Tagen er­zielten Erfolge hinzugerechnet werden, die die Der- lüfte der Westmächte auf 90 Einheiten anwach­sen ließen."

Auf die Frage, wie die Truppentrans­porte.auf dem Luftwege und die Verbindung mit isolierten Truppenteilen Durchgeführt wurde, lautete die Antwort: Kampf- und Aufklärungsstaffeln haben beim Vormarsch der deutschen Truppen in Nor­wegen eine wichtige Ausgabe gehabt, nicht nur in bezug auf die Ueberwachung und die Sicherung, sondern auch hinsichtlich der Material- und Truppentransporte. Sie haben mehrfach die Lage der Truppenabteilungen, und besonders der in ber Zone von Narvik operierenden, erleichtert. Diese Aufgabe, so betontTribuna", sei sicher eine der wichtigsten gewesen, die die beut=,

sche Luftwaffe so glänzend gelöst habe. Angesichts der Schwierigkeiten der Verbindung zu Lande und zur See und der Notwendigkeit, die fernsten Teile blitzartig zu erreichen, habe die Beförderung in der Luft sich als außerordentlich wirksam erwiesen, und zwar nicht nur als ein außergewöhn­licher, auf wenige Episoden beschränkter Notbehelf, sondern als ein Mittel, was sich entschieden auf den gesamten strategischen Plan auswirkt. Denn eine gut bewaffnete und genügend zahlreiche Abteilung, die noch der Vorhut vorausgehe, könne besonders in einem Bewegungskrieg durch den überraschenden Einsatz eine entscheidende Wendung herbeiführen

Aus die Frage, inwieweit die Organisation der neuen Luftstützpunkte im Hinblick auf die Offen­sive der Luftwaffe gediehen sei, lautete die Antwort u. a.:An der Westküste haben die Flak und Flugplätze von den ersten Tagen an ununter­brochen ihre Aufgabe erfüllt und beträchtliche Re­sultate erzielt. Das gleiche gilt für die Schein­werfer, die Artillerie und die Maschi- n e n g e w e h r - Abteilunaen. Die Erfolge haben die volle Wirksamkeit dieser raschen und schlagkräf­tigen Organisation bewiesen. Zahlreiche norwegische Flakbatterien haben deutsche Bedienungsmannschaf­ten erhalten und sind zur.Sicherung des Luftrau­mes eingesetzt worden. Kleine Aufklärungsfahrzeuge und See- und Luftkontrollstellen sind längs der ganzen Küste eingesetzt worden. Aufklärungsflug­zeuge überwachen die See und kontrollieren besvn-, ders die möglichen Wege, die die Schiffe angesichts der neuen strategischen deutschen Positionen ein­schlagen könnten. Einer besonderen Kontrolle unter­liegen die feindlichen U-Boote und Minenleger. So ist eine wichtige Operationsbasis im Kampf gegen England geschaffen worden.

Aus diesen klaren Angaben erkenne man, so sagt dieTribuna", welch ausschlaggebende Bedeutung der Luftwaffe im norwegischen Kriege zukomme. Ohne den Ereignissen vorgreifen zu wollen, sei doch sicher, daß auf dem Terrain, das England in einen Kriegsschauplatz habe verwandeln wollen, obwohl es sich doch als der Beschützer Norwegens aufspiele, die Beherrschung des Luftraumes und die Ueber- legenheit der Luftwaffe von unschätzbarem Wert sein werden. Es sei auch nicht schwer zu verstehen, daß die Bedeutung der Luftwaffe noch zunehmen wird, wenn einmal erst die Minensperren vollendet sein werden und die deutschen Transporte sämtlich auf dem Seewege nach Norwegen gelangen können. Dann werde sich die Aufgabe der Luftwaffe in bezug auf den Transport von Material und Mann­schaften vermindern, und sie werde in erhöhtem Maße für die Offensive eingesetzt werden können und so das Schicksal jener Verbände der West­mächte, die in Norwegen an Land gehen konnten, außerordentlich düster gestalten.

Vlücher"-Kamerai>en singen das Englandlied.

PK. Wenige Tage sind seit jener dunklen Stunde vergangen, da der stolze schwere KreuzerBlücher" unter drei donnernden Hurras der geretteten Be­satzung und der eingeschifften Landeseinheiten in die Tiefe des Oslo-Fjords sank. Vor wenigen Tagen war es, da wir, nur mit dem bekleidet, was wir im Augenblick des ,Hnswasterfpringens" am Leibe hatten, durch die Straßen der norwegischen Haupt­stadt fuhren. Damals wühlte noch Der unermeß­liche Schmerz über den Verlust unseres Schiffes in uns, damals zitterte noch die gewaltige Erregung in uns nach und nur mit halbwachen Sinnen konn­ten wir feststellen, daß die Stadt schon stark mit deutschen Soldaten besetzt war.

Seit diesem Tage hat sich das Bild der schönen Stadt mächtig verändert. Deutsche Soldaten mar­schieren in unermeßlichen Kolonnen durch die Stra­ßen. Deutsche Soldatenlieder klingen von den Häu- serwänden wider, und die Norweger selbst stehen stundenlang an den Straßenrändern, um den Vor­beimarsch Der deutschen Truppen zu sehen. Starke Flakeinheiten, motorisierte Truppen fahren durch die Straßen, vor vielen Hotels, Häusern, wichtigen Verwaltungszentralen stehen die jungen Feldgrauen unter Gewehr auf Posten. Rastlose Tätigkeit, wo man auch hinschaut.

Hauptsächlich am Hafen selbst herrscht ein nie gesehener Hochbetrieb. Nie gesehen deshalb, weil ein großer Truppentransport nach dem anderen am Pier anlegt. Dazu brummen die deutschen Flie­ger mit ihren Maschinen über der Stadt, ziehen unermüdlich ihre Kreise. Ruhig und zuversichtlich ist überall die Stimmung.

Ganz besonders auch bei den Schiffbrüchigen des Blücher", die zum größten Teil in einer Schule untergebracht sind. Schon gleich nach dem Eintref­fen der ersten Gruppen wurden alle Hebel in Be­wegung gefetzt, um ihnen neue Kleidung und vor allem Essen zu beschaffen.

Und wenn man sie heute sieht, die Kameraden, die neben einem im Wasser um ihr Leben kämpf­ten, die neben einem an dem rauchenden kleinen Holzfeuer standen, manche im bloßen Hemd, so er­innert nur die verschiedenartige Kleidung daran, daß sie irgendetwas erlebt haben, was sie aus ihrem gewohnten Dienst herausriß. Manchmal ist es recht bunt zusammengesucht, aber sie alle haben jetzt warmes Zeug, feste Stiefel, erhalten ein gutes Essen, Schokolade und Zigaretten. Seit einiger Zeit wird auch schon wieder ein bißchen Dienst gemacht und nicht lange wird es dauern, dann werden auch sie wieder voll ihren Platz ausfüllen.

In der Freizeit ist der große der Straße zuge­legene Schulhof mit unzähligen kleinen Gruppen plaudernder Soldaten gefüllt. Man spricht von den Erfolgen der deutschen Truppen, von den Siegen der deutschen Luftwaffe über die englischen Schiffe, man plaudert von diesem und jenem,-aber immer wieder landet das Gespräch doch bei den gefallenen Kameraden, die in den nächsten Tagen auf dem Osloer Friedhof beigesetzt werden. Still wird es dann ringsum, Mattosen und Infanteristen schauen stumm vor sich hin. So manchen haben sie in den kurzen Tagen gut kennengelernt, so mancher stand Monate hindurch Seite an Seite auf der Brücke oder sonst an irgend einem Platz.

Der Krieg ist hart und fordert seine Opfer. Das wissen gerade die Soldaten am besten und deshalb lassen sie sich auch nicht allzulange von der trüben Stimmung veherrschen. Irgendwer hat einen Fuß. ball, einen Handball, Tennisball beschafft und im Nu haben sich die notwendigen Mannschaften ge- funben und ein munteres Spiel hebt'an. Hin und her sausen die Bälle, Sprungstände dienen als Torpfosten, die schweren Stiefel sind prächtige Fuß. ballschuhe, da gibt es keine Langeweile mehr. Zu den Mahlzeiten treten die nach Hunderten zählen, den Männer an und marschieren mit flottem Ge­sang zu den Essenstätten und abends sorgt der Skat dafür, daß auch diese Zeit, herumgeht und nicht zuletzt wird nach alter deutscher Volkssitte der Ge- sang gepflegt. Das Englandlied ertönt hier jeden Tag.

Während die Schwerverletzten in Krankenhäusern untergebracht sind, haben die Leichtverletzten und diejenigen mit Erfrierungen und leichten Verbren­nungen im Revier Unterkunft gefunden. Auch für sie ist ständig für Unterhaltung gesorgt. Gerade als wir den großen Raum betraten, hämmerte ein junger Fähnrich, der auch mit seinem Lederpäck. chen das rettende Ufer erreichte, auf den Tasten eines Klaviers, während ein anderer Kamerad man weiß nicht wie eine Geige in die Hand bekam und nun das schönste Konzert gab. Solda. ten lassen sich eben nicht unterliegen. Im Gegen, teil, gerade diese Verletzten brennen darauf, ihre frühere Beweglichkeit wieder zu erlangen, um wei. ter für Deutschland antreten zu können.Geiht schon alln's klor" meint ein Matrose, als wir ihm gute Besserung wünschen.

Geiht alln's klor". Das Wort dieses Mannes trifft am besten die Stimmung, die unter den Männern hier herrscht. Niedergedrücktheit gibt es nicht, und wenn sie draußen die Lieder ihrer Ka- meraben auf ben Straßen hören, wenn sie burch bie hohen schönen Fenster bie beutschen Flieaer am Himmel sehen, bann leuchten ihre Augen, wissen sie bad), baß ihr Einsatz sich gelohnt hat unb baß bas Enbe bieses Kampfes boch ben beutschen Sieg bringen muß.

Noch ein, noch zwei Tage finb sie vielleicht noch Schiffbrüchige, bann werben sie roieber einsatzbereite Solbaten sein. Hans Giese.

Breite" unbLange".

Bei nautischen Warnungen, bei Standorttneldun- gen von Schiffen, aber auch bei sonstigen Gelegen­heiten lesen oder hören wir im Rundfunk oft von Breiten- unb Längengraben. Dabei hanbelt es sich um Ortsbestimmungen, bie den Vorteil haben, daß sie in allen Ländern und auf allen Meeren verständlich sind. Denn alle Völker der Welt messen geographische Punkte mit demselben Maße. Was bedeutet alsoBreite" undLänge" im geo­graphischen Sinn? Unter Breite verstehen wir die Entfernung eines Ortes vom Aequator bzw. von einem der beiden Erdpole. Die Entfernung vom Aequator bis gu einem der beiden Pole ist in 90 Breitengrade aufgeteilt. Neuyork und Neapel oder London und Frankfurt liegen (ungefähr) auf dem­selben Breitengrad, d. h. jeweils in derselben Ent- fernung vom Ae.uator. Damit ist aber nur eine Entfernung angegeben, die andere Entfernung ergibt sich von einer willkürlich angenommenen Linie. Diese Linie rechnet man seit geraumer Zeit nach der Entfernung des Ortes von dem Längen- grab 0. Dieser Längengrad 0 läuft vom Nordpol zum Südpol über das Observatorium von Green« wich an der Themse unterhalb von London. Don dort aus werden 180 Längengrade nach Osten und 180 Längengrade nach Westen gemessen. Sängen- und Breitengrade sind wieder untergeteilt in 60 Minuten" und jedeMinute" in 60Sekunden". Durch die Kombination von Längen- und Breiten­graden (mit ihren Unterabteilungen vonMinuten" undSekunden") läßt sich nun die.Lage jedes Ortes ganz genau bestimmen und mitteilen. Wenn also ein Schiff funkt, dem in einer bestimmten Breite und Länge ein Unfall zugestoßen ist, so weiß jeder Kapitän und Steuermann, wo er das Schiff auf dem Weltmeer, das als solches keine Orientierungs­zeichen hat, .suchen muß. Da sich die Erde gegen­über den Polen abplattet, ist die Länge des ein­zelnen Breitengrades am größten am Aequator und verringert sich, je weiter wir nach dem Nar- den oder Süden der Erdkugel kommen. Bei Bergen ist ein Breitengrad ungefähr 56 km, bei Frankfurt am Main etwa 76 km groß.

Kriegsgräberfürsorge im ehemaliaen Polen.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge macht Mitteilungen darüber, in welcher Weise bie Kriegsgräberfürsorge im ehemaligen Polen weiter­geführt worben ist. Ein großer Teil ber Gräber bes Polenfelbzuqes ist erfaßt unb gesichert worben. Dabei war es nötig, baß Gräber, bie roeber Namen noch sonst ein Kennzeichen trugen, zur Feststellung ber Jbentität ber Toten geöffnet würben. Anbere Gräber müssen vorerst auf ben nächstliegenben Friebhof verlegt werben, bamit sie nicht infolge ihrer Lage gefährbet werben. Alle Angehörigen ber Gefallenen können bie Gewißheit haben, baß bie Gräber ihrer Lieben nicht verlassen finb. Daneben schreitet bie Planung ber Ehrensriebhäfe fort. Gräberoffiziere unb Architekten bes Volks- bunbes arbeiten zusammen, um roürbige Plätze zu schaffen. Sobalb es bie Witterungsverhältnisse zu­lassen, werben bie vvrgeschlagenen Plätze noch ein­mal geprüft, um bann bie Entscheibung zu treffen. Schon zeichnen sich gewisse Räume unb Plätze ab, bie bazu bestimmt sein werben, in einbrucksvoller Form zu Gebenkstätten für bie Gefallenen bes polnischen Felbzuges unb bes Weltkrieges ausge­baut zu werben.

Luftschutz in den Kirchen.

Der Reichslustfahrtminister hat Anweisungen für den Luftschutz in ben Kirchen erlassen. Als Be­triebsluftschutzleiter ist eine zur Gefolgschaft ber Kirche gehörenbe Person polizeilich heranzuziehen. Geistliche, Organisten, Küster, Glöckner, Ergän- zungskräste können aus ben in ber Nähe ber Kirche wohnenden Kirchenmitgliedern polizeilich herange- zogen werden. Für jede Kirche sind Luftschutzräume herzustellen, mindestens in behelfsmäßiger Form. M ein genügender Schutz der Kirchenbesucher nicht zu erreichen, so wird sich bei Verschärfung ber Lust- lage einer vorübergehende Schließung ber Kirchen nicht vermeiden lassen. Die Errichtung ber Luft­schutzräume wirb hier und da nur in benachbarten Häuf er n durchführbar fein. Die Anweisung regelt weiter die Verdunkelung ber Kirchen, ferner die Entrümpelung ber Böden und Türme. Nach Auf­ruf des zivilen Luftschutzes können bie Lustgaukom« manbos unter Berücksichtigung ber Kriegs- unb