Ausgabe 
24.2.1940
 
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(Nachdruck verboten!)

23. Fortsetzung

192A

Gießen (Walltorstraße 6), den 24. Februar 1940.

Auf Wunsch des Verstorbenen fand die Trauerfeier in der Stille statt

Gießen, 24. Februar 1940.

Die trauernden Hinterbliebenen,

Gießen, Krofdorf, den 24. Februar 1940.

0654

Gießen-Wieseck, 24. Februar 1940.

938D

0639

Gießen (Kirchenplatz 14), den 24. Februar 1940.

515 A

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Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. Februar, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

Meine Anzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen.

Nadi schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden verschied am 22. Februar unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater

Roman von Frank F. Braun

Copyright by Deutscher Verlag, Berlin

Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 25. Februar, nachmittags 1 Va Uhr, vom Sterbehaus Wieseck, Karlstraße 10, aus statt.

Die Beerdigung findet am Montag, dem 26. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt.

Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8 jäh riger Schulbildg. Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits am 8. März statttindet und eine spätere Aufnahme nicht vor­genommen werden kann.

Ein-und halbjährige Handels­fachklassen für Schüler mit Volksschulreife und höherer Schulbildung, bei Sekunda oder Mittelschulreife ohne be­sondere Aufnahmeprüfung.

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Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:

Johannette Ferger Wwe. nebst Kindern,

In tiefer Trauer: Ludwig Jung V., z.Z. Wehrmacht und Frau Lina, geb. Deibel.

lieber Naturschutz und Naturkunde

mit oen allgemeinverständlichen 'bi che.n es Hugo BermüHler Berlages, Berlin- Lichterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler dos ausführliche bebilderte WerbeblattFreunde der Natur sind Freunde guter Bücher"

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Johannes Martin

im vollendeten 80. Lebensjahre.

Mittwoch früh entschlief nach längerem Leiden mein lieber Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder

Fritz Schreiner, Gastwirt

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Vogtsche

Privat-Handelsschule Gießen, Gqethestr.32

Vorgestern verschied nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Mann, unser treusorgender, guter Vater, Bruder, Schwiegervater, Schwiegersohn, Schwager und Onkel

Franz Ferger

im Alter von 43 Jahren.

Heute entschlief nach langer Krankheit und mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere einzige Tochter und geliebtes Kind

Eischen

im jugendlichen Alter von 17 Jahren. Noch bis zur letzten Stunde setzten wir alle Hoffnung für die Gesundung unseres Lieblings. Sie schenkte uns in ihren jungen Jahren nur Fröhlichkeit und Freundlichkeit. Trotz aufopfernder Pflege nahm eine tückische Krankheit ihr die Kraft für ein weiteres Gedeihen und so mußte sie ihr junges Leben dem Schicksal lassen.

zu bedeuten?

Kybander legte das Blutt erstmal beiseite. Er nahm den obersten Brief auf. Eine Frau hatte ihn geschrieben. Die Schrift war ungelenk, aber klar und fest. Trotzdem bestand kein Zweifel, daß die Schreiberin eine Frau gewesen war. Sie schrieb wie tausend junge Frauen seit tausend Fahren an junge Männer schreiben, die sie lieben und von denen sie getrennt sind. Sie denke immer an ihn, sie werde niemals aufhören, ihn zu lieben, und er möge ihr schreiben, daß auch er sie nicht vergefsen habe. Die Briefe, einander alle ähnlich, waren mit Maria unterzeichnet.

Einmal war von dieser Maria ein Hotelbnef- bagen genommen. Sie schrieb aus Ragusa, daß es ihr gut gehe. Ob er, Ludwig, nicht bald einmal käme, um sie zu besuchen. Jwanka habe die Masern gehabt, sei aber wieder ganz gesund. Der Bries endete wieder wie die meisten: deine dich liebende Maria.

Kybander legte ihn vor sich auf den Tisch. Er sah das gelb gewordene, in den Kniffalten brüchige Papier nachdenklich an.Jwanka hat die Masern gehabt", sagte er sinnend, sah das Datum an und wiederholte zu sich selber:Jwanka hat im Jahre 1928 in Ragusa die Masern gehabt..." Dann saß er eine Weile reglos und ließ die Erkenntnis auf sich eindringen.

lachte, leider konnte er das nicht sehen. Er hörte nur den Tonfall und fuhr rasch fort:Ick, habe Sehnsucht, mit Ihnen zu plaudern, verstehen Sie. lieber die Tournee zum Beispiel. Sie haben so nette Einfälle. Wir könnten noch die Kleider für die Girls besprechen. Ich hätte da gern Ihren Rat. Wollen wir uns auf einen Tee treffen?"

Warum nicht? Recht gern."

Kann ich zu Ihnen kommen?"

Einen Augenblick war es still. Dann sagte Jwanka:Wenn Sie es wünschen, gewiß. Aber ich gestehe Ihnen, ich möchte Sie nicht gern in dieser Wohnung empfangen."

, Da an der Ecke des Kurfurstendamms ist doch so . ein' kleines Cafe, sagte Boury.Wollen wir uns in einer Viertelstunde dort treffen?"

Gern", sagte Jwanka. Ihr Herz klopfte rascher. 3d) werde pünktlich sein", verhieß sie.

Boury hatte mit Bedacht ein Tischchen in einer Nische gewählt, an dem sie allein, ungestört und ungehört bleiben würden; denn er gedachte sich an diesem Nachmittag die Seele und das Herz frei zu reden. Aber was will man machen, wenn zwei empfindungslose Schachspieler das Lokal betreten und gerade den Tisch dicht vor den beiden mit Be­schlag belegen?

Vielleicht waren diese beiden Schachspieler nicht einmal die schlechtesten, tröstete sich Charles Boury. Sie bestellten Kaffee, ließen sich das tarierte Wachs­tuch und den Kasten mit den Schachfiguren bringen und bauten ihr Spiel auf. Es waren passionierte Spieler. Sie schauten kaum von den Königen, Damen und Türmen auf; rührten nur manchmal in ihren Kaffeetassen und tranken einen Schluck, um sich dann sofort wieder auf den Angriff der Springer und die Abwehr der Läufer zu stürzen.

Charles Boury beachtete sie nicht mehr. Er schaute Jwanka an, die an einem Sahnenbaiser löffelte. Immer kam die spitze rote Zunge gewisser­maßen vorahnend ein Stückchen zwischen den Lip­pen zum Vorschein. Es war ein reizendes Bild, fand Direktor Boury. Weiß auf Purpur. Er war sich dabei aller Sach- und Fachkenntnis nicht einmal ganz klar, ob die Lippen geschminkt oder wirklich so rot durchblutet waren.

Boury kannte den Blick nicht von ihr ab wend en.

(Fortsetzung folgt.) _________

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Am 1. und 2. März, vormittags von 9 bis nachm. 6 Uhr kommen in Heuchelheim, Bachstraße 25, folgende Gegenstände aus freier Hand geg. Barzahlung z. Verkauf: Eine Anzahl eis. Iauchepumven u. Einlaufrohre/Vogelgestelle, eiserne Kastenkarren 120 Ltr., starke Bau­art, eine Anzahl verzinkte Blech­schablonen für Kastenkarren, ein Schraubensiaschenzug lOZtr.Trag- kraft, 7 Meter Hub, eine schwere Kette 6 Meter lang, mehr. Svann- ketten, Zugketten mit Sillscheiten und Rückenriemen, Hals- u. Bauch­riemen, 1 Stoßkarren, 1 Schrot­säge, 1 Säulenbohrmaschine, 1 Am­boß, 1 Schraubstock, 1 Rohrschraub­stock, 1 Rohrabschneider, 1 Blech­schere, 1 Pionier, 4 Gasgewinde- klupven von l/9-3 Zoll, LD.-Rohr, Muffe u. Verbindungsstücke a. Art, eine Anzahl Holz- u. Eisenbohrer, Schloßschrauben i.versch. Größen, Rundeisenstäbe 25-30 mm usw. loser

Kybander steckte den Vorwurf ein. Im Hof trenn­ten sie sich. Der Kommissar hatte die Schlüssel der hinteren Ladentür mitgenommen. Er schloß auf und trat ein. Vorsichtshalber schloß er von innen hinter sich zu. *

Durch die vorderen beiden großen Fensterschei­ben fiel Licht. Der Laden war aber selbstverständ­lich nach der Straße zu abgeschlossen. Den jungen Verkäufer hatte man für die nächsten drei Tage nach Hause geschickt.

Es war sehr still in dem Raum. Ein paar leere Erdnußschalen erinnerten, wo Asmus, der Papa­gei, gestanden und gesessen hatte. Julia hatte ihn in die Wohnung genommen.

Kybander schaute sich um. Die eigentümliche Atmosphäre dieses Raumes drängte sich ihm auf. Hier müßte man Geschichten erfinden können, dachte er, hier war eine Fundgrube für Dichter und Schriftsteller. In der Ecke lehnte der japanische Eisenritter. Holländische Landschaften hingen an der Wand. Chinesische Keramik mit sonderbaren Dra­chenmuster. Brücken aus Teheran und Belutschistan. Ein arabischer Gebetsteppich. Man kann seine Augen ziemlich weit von sich wegschicken, ging es ihm durch den Kopf. Ein paar hundert Meter. Aber das ist nichts gegen die Entfernung, die unsere Ge­danken und Vorstellungen zurücklegen können. Wer hatte einst auf diesem arabischen Teppich gekniet? Der Emir von Kabul oder seine Lieblingsfrau? Und die Beule im Visier des Daimyo, stammte sie von einem Schwerthieb der Samurai, an dessen Folgen der Ritter starb?

Ludwig Carotti hatte in seinem Schreibtisch auf Ordnung gesehen. In der vorderen Ecke stand die

Zur selben Stunde gelangten die beiden Beob­achter vor dem Hause Jwanka Gospiks, der Privat­detektiv Zacharias und der Kriminal-Assistent Henke, gemeinsam wie sie jetzt nach ihrer Bekanntschaft ar­beiteten und Hand in Hand, zu dem gleichen Wisfen. Allerdings waren sie gezwungen, ganz andere Wege zu gehen.

Herr Direktor Charles Boury war em alter Theaterhase. Aber auch die ältesten Hasen kommen einmal zu Fall. Herr Direktor Boury aus Metz konnte sich trösten und entschuldigen, daß gerade in seiner Heimat vor ihm unzählige Theaterdirektoren dem Scharm und Liebreiz ihrer Darstellerinnen er­legen waren. Er hatte sich sogar lange gewehrt. Er war wie gesagt fein heuriger Hase; aber Jwanka Gospik hatte es ihm angetan.

Sie warf feine Glutblicke, sie lächelte ihn nur manchmal, wenn es angebracht war, ein bißchen an. Sie sprach fühle, vernünftige Worte, regelte die Kostüknfrage mit ihm und hielt sich bei den Proben überraschend irgendein buntes Tuch um und fragte ihn, ob ihr das stehe. Sie behandelte ihn als Direk- tor, als Kollegen, als guten Freund; nur nicht als Liebhaber.

Und gerade danach sehnte sich Charles Boury all­mählich. Er begann an ihrem Eis zu fratzen. Es gab nach und bröckelte ab; aber dann war es plötz­lich wieder nachgeeist und er erfältete sich an ihrer Sachlichfeit. So warf sie ihn hin und her. Er schwankte in seinen Gefühlen.

Er ertappte sich bei dem Gedanken, daß es rei­zend sein müsse, Jwanka als Frau, als richtige Ehe­frau versteht sich, zu besitzen, ganz allein für sich. Gleichzeitig meldeten sich Bedenken. Da war ein anderer Mann vor ihm gewesen. Dieser Ludwig Carlotti. Gewiß, er wußte davon. Aber was hatte es für Zweck, sich darüber zu ärgern. Er selher war ja auch kein unbeschriebenes Blatt mehr.

Unversehens kam ein neuer Gedanke. War das nicht zu bedenken: er hätte damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ein Theaterdirektor, der mit feiner besten Darstellerin einen solchen Ehe- oertrag macht, ist ihrer wirklich sicher. Sie kann ihm nicht vor der Nase bei Saisonschluß weg­engagiert werden.

Er rief sie an.Jwanka", sagte er,ich habe Sehnsucht nach Ihnen."

Aber, Direktor, was reden Sie denn da? ote

im 48. Lebensjahr.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Minna Schreiner.

bei

DpS(?iweS

P^/bringt die leichte

Maße^ von

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Heute morgen entschlief nach langem Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater, Schwiegervater und Großvater

Karl Heimes

Schuhmacher

im Alter von 51 Jahren.

In tiefer Trauer:

Marie Heimes, geb. Möller und alle Angehörigen.

Gießen, den 23. Februar 1940.

Die Beerdigung findet Montag, den 26. Februar, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere hebe Mutter und Großmutter

Frau Margarete Übrig, geb. Hölscher

im Alter von 85 Jahren zu sich zu nehmen.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Elise Wagner und Sohn und alle Angehörigen.

Gießen, den 24. Februar 1940.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. Februar, nach­mittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

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Meere Papphülle, die zur Aufbewahrung des Re­volvers gedient hatte. Man erkannte deutlich den Abdruck in der Watte. Eine Schachtel, noch neun­zehn Patronen enthaltend, stand daneben. Von einer Klammer zusammengehalten lagen da weiter­hin die Ausweispapiere des Verstorbenen. Paß, Anmeldung, ein paar Mitgliedskarten. Eine kleine, braune verschlossene Mappe lag etwas weiter zu­rück. Kybander zog sie heraus. Sie war zwar ver­schlossen, aber der Schnappverschluß sprang nach einigen Bemühungen auf. Sie enthielt Briese. Alte, private Briefe, die schon vergilbt waren.

Kybander las sie.

Ein Blatt fiel ihm als erstes in die Hande, das ihn erstaunen ließ. Es war ganz offenbar aus einem Hotelbuch herausgerissen. Es wies mit gelb­gewordenen Schriftzügen die Eintragung auf, daß Ludwig Carlotti am 15. Mai 1919 im HotelMo­dern" in Agram übernachtet habe. Was hatte das

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Frau Karoline Köhler, geb. Winkenstern.

Am 22. Februar hat es Gott dem Allmächtigen gefallen, meinen

lieben Mann, unseren guten, treusorgenden Vater, Schwiegervater,

Großvater, Bruder, Schwager und Onkel

Die Beerdigung findet auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille

statt.

Johann August Köhler

Postbeamter i. R.

im 72. Lebensjahre plötzlich und unerwartet in die Ewigkeit ab­

zurufen.

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