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M.250 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Dienstag. 22. Oktober 1940

4711

CREME

39)8

schützt 4. | pflegt

(Nachdruck verboten.)

7. Fortsetzung.

den

sind

Dera

still.

(Fortsetzung folgt)

6in Wort an die Hausfrau!

Es ist vielfach üblich, daß die frisch gewaschene Wäsche zum Bleichen aus dem Rasen ausgebreitet wird. Es hat sich nun herausgestellt, daß die durch das Ausbreiten der Wäsche entstehenden weißen Flächen in Hellen Nächten weithin sichtbar sind und den FeindMegern das Erkennen bewohnter Gegen- Pflicht gemacht, die zum Bleichen ausgelegte Wäsche den erleichtern. Es wird daher jeder Hausfrau zur bei beginnender Dunkelheit fortzuräumen. Wer die Wäsche ausgebreitet über Nacht im Freien liegen läßt, gefährdet durch Liese Nachlässigkeit sich und seine Nachbarn.

AG.-Frauenschast / Irauenwerl

Gießen, 22. Oft. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM^ Matte 30 Rpf., Käse, datz Stück 6 bis 10, Kartoffeln.

kg 4, 5 kg 40, Wirsing, % kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 6 bis 7, rote Rüben 6, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 15 Unterkohlrabi 5, Rosenkohl 15 bis 18/ Tomaten 16, Zwiebeln 12, Meerrettich 30, Schwarz­wurzeln 15, Rhabarber 10, Kürbis 7, Feldsalat (1/io) 10, Aepfel, % kg 15 bis 30, Birnen 15 bis 25,

dene aktuelle Fragen geklärt waren, in das Treu« gelöbnis zu Führer und Reich aus. Frl. Rosen« schon hatte es in umsichtig^ Vorarbeit ermöglicht, daß die Kasserverwalterinnen als Abschluß der Ta« gung einer Vorstellung im Gießener Stadttheater beiwohnen konnten. Wohlgemut verließen diese tn den späten Nachmittagsstunden Gießen, um nun frisch ausgerüstet an die kommende Winterarbeit zu gehen.

Fahrzeugverkehr nach Auslösung des Fliegeralarms verboten.

In letzter Zeit ist vielfach beobachtet worden, daß nach Auslösung des Fliegeralarms Kraftdroschken und private Kraftwagen die Straßen durchfahren, deren Insassen sich in Gaststätten usw. aufgehalten haben und nunmehr auf schnellstem Wege nach Hause streben. Ein derartiges Verhalten ist nach den bestehenden Vorschriften verboten und strafbar. Im Interesse des allgemeinen Luftschutzes ist die Polizei angewiesen worden, verbotenen Fahrzeug« verkehr bei Fliegeralarm zu unterbinden und drg Beteiligten zur Verantwortung zu ziehen.

Ordentliche Mitgliederversammlung der GießenerUuder-Gesellschast 1877.

Am Samstag hielt die Gießener Ruder-Gesell­schaft 1877 ihre ordentliche Mitgliederversammlung ab. Vereinsführer Scharmann erstattete den Be­richt über das Geschäftsjahr 1939/40. Daraus war u. o. zu entnehmen, daß in der Jahreshauptver­sammlung am 11. November 1939 keine Verände­rungen im Führerrat vorgenommen worden waren;, der alte Führerrat aus der Friedenszeit blieb be-' stehen. Durch Einberufungen zur Wehrmacht muß«

Sie haben eine schlimme Meinung von Frauen!"

Noch schlimmer!"

Ich möchte ober zu gern wissen, «er Sie und wie Sie heißen."

Muß das sein?"

Ja, wie sollte lch Sie sonst anreden?

^,Arne"

Gehorsam wie ein kleines Mädchen, kroch unter die Decke. Sie sah, wie ihr Gastgeber nut schönen kräftigen Bewegungen die Stühle zurück­rückte und das Licht löschte. Nur der Flammen- schein zuckte rot über die Wand. Ein Zittern über­lief Deras Körper. Dieser Abend in der primitiven kleinen Holzhütte erschien ihr bei weitem reizvoller als die zahllosen Abende, an denen sie im Brenn­punkt der männlichen Bewunderung gestanden hotte. Sie drückte ihren Kopf in die Kissen. Ein fremder Duft war darin gefangen. Der Duft von seinen Haaren. Es roch ein wenig nach Wald, Erde und bitteren Beeren.

3OOOKilometer Liebe

Roman von Olly Boeheim

Aus der Stadt Gießen.

Verstand und Gemüt.

Durch das jahrhundertelange Zusammenleben der Menschen mit den Tieren sind diese mit in ihre Ge­meinschaft ausgenommen worden. Sie erhielten sinn- zemäße Namen, die ihrem Verhältnis zum Menschen entsprechen, mit einem Wort, sie wurden zu Haus- rieren.

Bei der Beurteilung der Haustiere spricht nicht nur der Verstand mit, sondern auch das deutsche Jemüt. Der Verstand ergründet das Tatsächliche, 3ber Schönheit und Glück, auch Leid, können wir nur gefühlsmäßig erfassen. Wir wissen alle, daß .ins die Natur und ihre Geschöpfe zur Freude, zur Ehrfurcht, aber auch zum Mitleid und zur Liebe

DeutschlandsRechtundAnfgabeinAstika

Erster Vortragsabend im Gießener VortragSring.

Mführen.

Diese Gedanken kamen uns, als wir vor einigen | Hagen folgende kleine Geschichte erlebten.

In der jetzigen Zeit ist die Kaninchenzucht wieder I zur Blüte gekommen. Auf dem Lande sogen wir zu j Siefen nützlichen Tieren Stallhasen, und fast in liebem Hof sehen wir die Kasten, mit den Draht- »rürdjen stehen, hinter denen Stallhasen in allen * Jrößen und Farben sitzen.

Auch unser Freund Otto hatte seinem kleinen 1 Ernst einen Stallhasen geschenkt. Er hatte nicht viel Platz, da er zur Miete wohnt. Der Kasten mit dem \ Kaninchen, das die FamiliePeter" nannte, wurde ' deshalb auf den Balkon gestellt. Das Tierchen ent­wickelte sich prächtig. Alle zarten Blätter aus dem Sorten trug der kleine Ernst zusammen, um seinen

,Peter" zu füttern. Bald durftePeter" sich ganz I fjrei bewegen, und so kam es, daß er im ganzen Haus herulief. Er war ein zahmes Tier geworden, ! er kam herbei, wenn wir ihn lockten.

Aber alles ist vergänglich auf dieser Erde. Eines Tages, als Peter fett genug war, wurde er ge- j Wachtet, und am letzten Sonntag stand ein schöner traten auf dem Tisch des Hauses. Erwartungsvoll Letzten sich Vater, Mutter und Sohn an den Tisch.

' eben hatte die Mutter das Messer ergriffen, da [iaqte der kleine Ernst aus vollstem Herzen:Ach, I unser armer Peter!" Dabei liefen ihm die Tränen i über die dicken Backen. Und Freund Otto? Auch ihm tarnen die Tränen und seiner Frau auch. Da saßen

I |le nun vor dem schönen Braten und heulten um I ihren lieben Peter! Zuletzt aßen sie Kartoffeln und Gemüse.

Keiner rührte den schönen Braten an.

Aber er kam nicht um Freund Otto schenkte ihn Keinem treuen Nachbarn, der eine zahlreiche Kinder- i sschar sein eigen nennt. Das gab dort eine große 1 Freude.

\ Hat hier nun der Verstand gesprochen oder das Gemüt? Das alte, weiche, deutsche Gemüt? h.

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag.

Stodttheater: 19 bis 22 UhrDie Macht des »Schicksals". Gloria-Palast, Seltersweg: ,Derklun- .gene Melodie". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Michelangelo".

" Stadtthealer Gießen.

Was soll das nun wieder?"

Weil ich überhaupt keinen Namen haben will. Es liegt ja auch keine Gefahr vor, daß sich ein an­derer angesprochen fühlt."

Ich entscheide mich für Arne."

Schade, daß Sie eine Frau sind. Sie wären wirklich ein ganz netter Kerl, abgesehen von Ihren etwas gezierten Bewegungen."

Dera war starr:Erlauben Sie mal."

Vermutlich werden Sie mir gleich erzählen, daß Sie Künstlerin sind. Meist entpuppen sich Schiff­brüchige oder verirrte Damen als Filmstars oder sonstige scheinbar sehr interessante Persönlichkeiten. Also bitte, geben Sie sich keine Mühe."

Ich bin Tänzerin."

Der Mann hob entsetzt die Arme auf:Na, also, ba haben mirs! Die alte Tour! Ich dachte, endlich ein vernünftiges, natürliches Menschenkind zu sin- ben"

Bis auf die gezierten Bewegungen."

Richtig, und da fangen Sie auch mit dem ab­gebrauchten Theater an. Kommen Sie, gehen wir zu Bett."

Erlauben Sie mal*

Wollen Sie vielleicht nach Leksandzurückschwim- men oder fünfzig Kilometer laufen?"

Und wo schlafen Sie?"

Jedenfalls nicht in Ihrer Nahe."

Sie sind sehr liebenswürdig."

Was bleibt mir sonst übrig? Also los!"

Ich heiße Dera."

Er füllte die Gläser:Auf Ihr Wohl, Dera! Zum erstenmal blickte er sie voll an. Dera stieg das Blut zum Herzen. Was waren das für seltsame Augen, kühl und heiß zugleich. Lockend unb doch voll Abwehr. Man müßte ihm bessere Manieren beibringen, dachte sie seufzend. Es wurde sich schon lohnen, diesen Wilden zu erziehen.

Auf Ihr Wohl, Arne!"

Sie können mich auch Jack nennen oder Ian oder Jens."

Grobian", murmelte sie und schlief mit einen! kleinen Lächeln ein.

Fünftes Kapitel.

Vergessen Sie nicht, links zu fahren", riet bet freundliche Zollbeamte Peter Renz, während er ihm eine Autokarte von Schweden überreichte.

Ehrensache!" rief Peter Renz und fuhr mit dem hustenden Onkel Franz über das holprige Pflaste« von Trälleborg. Der Himmel war umwölkt. Ein kühler Morgenwind kräuselte das Meer. Im Osten stand eine bleigraue Regenwand und hinderte dis Sonne, die jungen Menschen im fremden Land zu begrüßen. Anita fröstelte. Onkel Franz knallte ein paarmal durch den Auspuff, als gelte es, ein regiet rendes Haupt durch Böllerschüsse zu empfangen.

Ich denke, wir fahren durch bis Malmö. Dort gehen wir ein bißchen spazieren und frühstücken pfundig und schick. Bis dahin hat die Bank ihrs goldenen Tore geöffnet, unb wir füllen unsere Geld­katze für die Wanderschaft auf", schlug Peter vor« Anita nickte. Sie war recht durchgefroren:Du", sie packte Peter am Arm, so daß der Wagen emd unfreiwillige Kurve schrieb,was machen wir über­haupt, wenn dieser dickfellige Schuldner, dieser fteti* Ohlsen, nicht bezahlt?"

Peter blinzelte sie amüsiert von der Seite an,- Ihre grauen, mandelförmigen Augen waren do« Schreck ganz rund geworden.

Dann mußt du an den Tankstellen tan.zen und ich blase auf dem Kamm dazu und gehe einsam­meln."

Nein, bitte, sei mol ernsthaft.

Ja", sagte Peter mit einem tiefen Seufzer, bann wird wohl demnächst imStockl)olmer Tage« blatt" stehen:Zwei deutsche Autofahrer wurden! neben ihrem schnittigen Sportkabriolett verhungert aufgefunben." Aber Nuschka, sieh doch den Sund.

Selbst Onkel Franz blieb stehen, als mußte er den Anblick genießen. Ein bleigrauer Teppich ver« wob sich mit den Wolken, unb silberweiße Möwen tauchten schreiend in die stählerne Flut. Dann riß die Wolkenwand auf, und ein Sonnenstrahl zog einen leuchtenden Goldstrich über bas schlafende Wasser. Die beiden jungen Menschen wurden ganz

Am heuttgen Dienstag wird die große OperDie 'Macht des Schicksals" von Giuseppe Verdi wieder- Iholt. Die musikalische Leitung des erfolgreichen Wer- kes hat Otto Söllner, die Spielleitung Intendant .bans Walter Klein. Es wirken mit: Anni Assion, Isabella Th. Richter, Ilse Winhold; Gustav Bley, Kurt Bosny, Gustav Brunn, Heinrich Durst, Ottmar Mayr Bernhard Schmitz. Bühnenbild: Karl Löffler. Chöre': Nadine Galla. Tanzleitung: Irmgard Tro- mel. Der große Extrasingchor des Stadttheaters steht unter Leitung von Otto Söllner. 6. Dienstag-Miete.

Ortszeit für den 23. Oktober.

Sonnenaufgang 8.05 Uhr, Sonnenuntergang 18.13 Uhr. Monduntergang 14.06 Uhr, Mondaufgang 23.39 Uhr.

Gießen-Klein-Linden.

Oberleutnant Dr. Erößmann, Ortsgruppen­leiter der NSDAP., wurde zum Hauptmann beför­dert. Er sieht seit Kviegsdeginn unter den Wa.fen und weilt im Westen. Oderzahlmelster Rudoft Germer von hier wurde mit dem Krlegsoerdlenst- kreuz 2. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet.

ten in der Vereinsführung zwangsläufige Verän­derungen vorgenommen werden, die aber die zu leistende Arbeit nicht beeinttächtigten. Der Vereins­führer und andere Ruderkameraden teilten sich in die Mehrarbeit.

In der Mitgliederbewegung sind keine wesent­lichen Veränderungen eingetreten. Zwei langjährige Mitglieder schieden durch Tod aus, drei Ruderka« meraben starben ben Heldentod für Führer, Volk und Vaterland, denen ein ehrendes Gedenken sicher ist.

Die sportliche Tätigkeit konnte im vergangenen Geschäftsjahr nicht besonders entwickelt werden. Der Ruderbetrieb blieb auf die Jugend* begrenzt, dis fleißig trainiert und am 15. September auf einen Jugendregatta in Gießen ihr Können unter Be­weis stellte. In der Kanuabteilung lagen die Der^ hältnijfe ähnlich; auch hier fehlten die geübten! Paddler.

Ruderkamerad Becker verlas den Kassenbericht unb den Voranschlag für das neue Geschäftsjahr Zu Kassenprüfern wurden zwei bewährte Mitglie­der bestimmt.

Auch im neuen Geschäftsjahr wird Dereinsführe« Schar mann zusammen mit seinen seitherigen Mitarbeitern die Geschicke der Gießener Ruder-Ge­sellschaft leiten.

(Siebener Dochenmarktpreise.

Der Gießener Vortragsring bestehend aus c dem Goethe - Bund, der Kulturellen Vereinigung früher Kaufmännischer Verein, der Volksbildungs­stätte Gießen und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde konnte seine Veranstaltungen dieses 1 Winterhalbjahres am gestrigen Montag abend in der bis auf den letzten Platz besetzten Großen Aula i der Universität mit einem vollen Erfolg eröffnen, i Dieses Ergebnis des Abends wird sowohl durch den außergewöhnlich starken Besuch, als auch durch die ! Person des Vortragenden und den geistigen Gewinn des Abends gekennzeichnet.

Kreisleiter Backhaus

als Hoheitsträger der Partei im Kreise Wetterau leitete den Abend mit Gruß- und Dankworten an den Vortragsring und an die um den Zusammen­schluß der verschiedenen Vereine in dieser Gemein- schäft verdienten Männer ein. Er betonte dabei, daß sich nunmehr Überschneidungen der Dortrags- veranstaltungen nicht mehr ereignen könnten, da jetzt durch die Zusammenarbeit ein einheitliches Dortragsprogramm aufgestellt werden konnte. Dann lenkte er mit kurzen Worten die Gedanken der Hörer auf die politische Bedeutung des Dortrags- themas dieses Abends hin, das der Erweiterung und 'Vertiefung des Interesses für den schwarzen Erd­teil galt und zugleich den Gedanken bekräftigte, daß dem Hundertmillionenvolke des Großdeutschen Reiches auf Grund feiner inneren Kraft und seiner großen Leistungen auch ein entsprechender Anteil mi dem Kolonialbesitz der Welt gebühre.

Hierauf sprach der bekannte Kolonialforscher und Reiseschriftsteller

Or. Paul Rohrbach,

der als langjähriger, ständiger Mitarbeiter des Gießener Anzeigers" unserem Leserkreise von zahl­reichen Aufsätzen und Reiseberichten her bekannt ist, über das ThemaMit 2Uto, Bahn und Flug­zeug durch Afrika von Nord nach Süd". Die Grund­lage des Vortrages bildeten die Ergebnisse der Afrika-Reisen Rohrbachs in den Jahren 1938 und 1939, die er in Begleitung seines Sohnes unter­nommen hatte. _

Es handelte sich nicht um eine reine Schilderung von Reiseerlebnissen, sondern die Hörer wurden an die großen politischen und wirtschaftlichen Probleme herangeführt, die sich in dem SammelbegriffPoten­tial" aus der Kraft und Leistungsfähigkeit des afri­kanischen Bodens, seiner Bevölkerung, den Gesund-

1 heitsverhältnissen, den wirtschaftlichen Expansions­möglichkeiten, den Derkehrsbedingungen usw. er­geben. Dabei gab er in großen Umrissen einen ileberblirf über die bisherige Entwicklung, den jüng­sten Stand der Dinge und über die Möglichkeiten der t künftigen Erschließung der vielfältigen Reichtümer - des schwarzen Erdteils, wofür er eine Reihe inter« . essanter Beispiele aus den verschiedenen Kolomal-

Der Regen klatschte und trommelte gegen die Hütte. Der Fremde hatte Dera em Seehundsfell über die Füße geb.reitet. Sie kostete die Suppe und schlürfte sie voll Behbgen.

Anders, als wenn das Frauenszeuq, kocht sagte der Mann und begann, einen BratfyH zu verzehren. Sein starkes, herbes Gesicht mit den blitzenden Zähnen leuchtete.

Wo soll ich denn schlafen?" fragte Dera be­klommen. Dieser Wilde flößte ihr ungeheure Sympathie, aber auch ein wenig Angst ein. I - falls war er himmelweit von allen andern J) ; nerti verschieden, die Dera bisher begegnet war Es übersiel sie ein leichtes Frösteln, wenn sie daran dachte, daß sie meilenweit von der nächsten m sch­lichen Siedlung entfernt waren. Das war der erste Mann, an dem Deras persönlicher Zaudermchl nur abprallte, sondern der sie wie einen s g Eindringling bcbanbclte.2lto er ,etzt. Bodtommen dem Genuß feines Brattisches hmg-geb-N, Feuer saß, eristierte sie überhaupt "ickt I Sie wiederholte ihre Frage mit einem Lach-'", das schon vielen Männern den Schlaf gekost,t hatte.

Der Fremde sah auf. Seine Augen waren jung groß und non unbestimmter dann umwolkt

sich seine Stirn, und er iagte betummertW tragen Sie mich ich habe Sie doch nicht einge- hoslichst? Men,^°de'r mir ^rna,< begegnet ist"

Zöllen'Sie"mich bÄÄ Hagelwetter vor die Tür setzen?" . nMt1 ...

e-ifh möchte schon, aber Er begann zu lacyen^ Wenn e? lachte war fein Gesicht nicht mehr daa ®ne" Mann?- in mittleren Jahren, imbern £ eines mutwilligen Burschen, der sich kindlich uoer iX®t?XUtmir mal einen Grog" sagte er; vielleicht hört es bis dahm auf zu regnen.

Sie sind ein unmöglicher Mensch!" Dera mußte ebenfalls lachen.Für diese Nacht haben Sie mich jedenfalls auf dem Hals."

Der Fremde nickte bekümmert, während er die Groggläser füllte. Vera begann dieses Abenteuer Spaß zu machen. Wer mochte der Fremde fern? Er war kein einfacher Fischer; soviel stand fest. Er sprach fließend Deutsch. Seine Hande waren hart, aber nicht ungepflegt.

Dera lehnte sich in dem primitiven Holz fessel zurück, schloß die Augen und streifte ihn mit einem ihrer berühmten Sphinxblicke. Der Mann schien es nicht zu bemerken.

Wer sind sie eigentlich?" fragte sie.

Aha'" Der Fremde schob das Glas von sich. Jetzt geht es los! Das Verhör,oder was ebenso schlimm ist, die Konversation."

Ich muß doch schließlich wissen, bei wem ich zu Gast bin", hielt Dera an ihrem Thema fest

Na, wenn Sie es unbedingt wissen müssen, bei einem Weiberfeind."

Dera lachte.Da habe ich ja Glück gehabt."

Und ich Pech?"

Sind Sie gar nicht neugierig, zu wissen, wer ich bin?" ..

Um Gottes willen, nein! Wenn man nicht fragt, wird man nicht angeschwindelt."

gebieten anführte, z. B. aus den Bereichen der Eng- ; länöer, Franzosen, Belgier und Portugiesen. In die- en Zusammenhang stellte er die frühere kolonisato­rische Tätigkeit des deutschen Dolkes und die Groß­taten der deutschen medizinischen Forschung und Wissenschaft hinein, wie sie namentlich in der segens­reichen und von den älteren Eingeborenen heute noch mit großer Dankbarkeit empfundenen deutschen Derwaltungsardeit sowie in dem erfolgreichen Kampf deutscher Wissenschaftler gegen die Schlaf­krankheit, die Malaria usw. gekennzeichnet sind.

Aus diesen Gegenüberstellungen der kolonisatori- chen Arbeit anderer Völker und der deutschen Ko­lonialarbeit, sowie aus den Betrachtungen der wirt­schaftlichen Kraftquellen des Landes und der großen Aufgaben für die Fortentwicklung Afrikas und dessen Nutzbarmachung vor allem auch für die wei­tere Aufwärtsentwicklung unseres deutschen Volkes ergab sich die überzeugende Erkenntnis, daß dieser Erdteil die natürliche Ergänzung für die Wirtschaft Europas und vor allem für die Wirtschaft Groß­deutschlands ist. Aber auch im Interesse Afrikas selbst ist es gelegen, daß dort deutsche Arbeit, deut­sche Wissenschaft, deutsche Gründlichkeit, deutsche Ge­sundheitsführung und soziale Gesinnung wieder zur Geltung kommen, um ihren Anteil zum Wohle des Landes und der Eingeborenen leisten zu können. Um nur einige dieser Aufgaben zu kennzeichnen, erwähnte der Vorttagende u. a. den Kampf gegen die Tsetse-Fliege, der im engen Zusammenhang steht mit dem Kampf gegen Bevölkerungstod und Säuglingssterblichkeit unter Befreiung der Frau aus der jetzigen Arbeitssklaverei durch den dann möglich werdenden Uebergang vom Hackbau zum Pflug, weiter den Kampf gegen die Malaria und vor allem auch gegen den Aberglauben, ferner die großen Aufgaben der Wirtschafts- und Verkehrs­politik. ~ ,

In der Gesamtheit betrachtet gab Dr. Rohrbach seinen Hörern mit diesem Rückblick zugleich eine Vorausschau auf große koloniale Verpflichtungen, die zu übernehmen Großdeutschland nicht nur be­reit sondern aus Gründen des Rechts, der Moral, feiner Weltgeltung, feiner Volksgröße und gestützt auf feine früheren großen kolonisatorischen Leistun­gen auch berechtigt ist. In voller llebereinftimmung mit feinen Hörern vertrat er daher die Forderung, daß unserem Volke nicht nur der alte Kolonialbesitz in vollem Umfange zurückerstattet, sondern ihm dar­über hinaus auch ein der deutschen Größe entspre­chender Anteil an der Erschließung des Landes in . kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht zugebilligt = werden muß, i Die Vorführung einer großen Reihe von Licht- ; bildern von der Reise Rohrbachs 1938/39 bildete den - Abschluß und zugleich eine wertvolle Bereicherung des Vortragsabends, dessen großen geistigen Ge- - winn die Hörer dem Vortragenden mit starkem Bei- - fall dankten.

M Mil M Wlsltwt

Achtung!

An die Mitglieder der Deutsche« Arbeitsfront!

Mit dem 31. Oktober 1940 verlieren die jetzigen DAF.-Beitragsmarken ihre Gültigkeit und werden einqezoqen. Ab 1. November werden neue DAF.- Beitragsmarken eingeführt, fo daß evt. vorhandene Rückstände in der Höhe des jeweiligen Bruttoein­kommens bis zum 31. Oktober nut den alten Marken nachqeklebt werden müssen. Die neuen Marken dürfen für aufgelaufene Rückstände nicht verwendet werden. 42940

Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die bei den Baubetrieben üblichen Wochen­marken und die Wehrmachtsmarken zu 0,60 RM. mit dem Ueberdruck 1940 ihre Gültigkeit behalten und im Umlauf bleiben.

Die Deutsche Arbeitsfront.

Verwaltungsstelle 24. Welterau.

Am Sonntag fand in Gießen im Saale des U.-C. eine Tagung sämtlicher Kassenverwalterinnen der NS.-Frauenschaft für den Kreis Wetterau statt. Die Tagung wurde von der Kreiskassenoerwalterin Pgn. Rosenschon (Gießen) eröffnet. Der Vormittag brachte eine weltanschauliche und kassentechnische Schulung des Gaukaffenverwalters Pg. Ohm _rr:, ~ --- - , f , _ ,.

(Frankfurt a. M.) und klang, nachdem noch verfchie- Blumenkohl, das Stuck 10 bis 40, Salat 5 bis 10,