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Montag, 22. April 1940
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[90. Jahrgang m. 94 e
W Gießener Anzeiger
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um 12 Uhr nachts mit einem Regen von weißen Leuchtkugeln begrüßt, der das gon^e Rheintal hell beleuchtete. Gleichzeitig wurden an den Kampfwerken Hakenkreuzflaggen gehißt und mit Scheinwerfern angestrahlt.
Während draußen noch die Leuchtkugeln in die mondhelle Nacht emporstiegen, standen die Bunkerkommandanten vor den Besatzungen der Kampfwerke und verlasen den Tagesbefehl des Oberbefehlshabers. Mitten in der Flaggenhissung begann der Feind zu schießen. Langsam flaute die Schießerei dann wieder ab. Immer noch aber stiegen einzelne Leuchtkugeln in den weiten Himmel dieser Frühjahrsnacht am Rhein, eine sehr eindeutige Antwort auf eine klägliche Lautsprecheraktion der Franzosen vor 48 Stunden, bei der sie in lächerlicher Weise versucht hatten, den Führer in den Augen unserer Soldaten herunterzusetzen.
Hermann Opper.
SA. und Wehrmannschasten grüßen den Führer.
Berlin, 21. April. (DRB.) Zum Geburtstag des Führers brachten die SA. und die SA.-Wehr- Mannschaften dem Obersten SA.-Führer ihren Glückwunsch durch einen am Sonntagvormittag im ganzen Reich durchgeführten Gesamteinsatz für die vormilitärische Wehrerziehung zum Ausdruck. In Berlin marschierten 15 600 SA.-Männer und Angehörige der SA.-Wehrmannschaften im Sternmarsch zu einer Kundgebung im Lustgarten auf. Stabschef Lutze sprach hier den SA.-Wehrmann- schäften, den Ausbildern wie den Auszubildenden, für den vorbildlichen freiwilligen Einsatz Dank und Anerkennung aus. Fast eine Million Männer seien heute mit der ersten Ausbildung so gut wie fertig, und schon stünden wieder ebenso viele bereit, in der karg bemessenen Freizeit in kameradschaftlicher Der- bundenheit und in einem über die selbstverständ. lichen Pflichten hinausgehenden Einsatz dem gleichen Ziel zuzustreben. „Waren es früher die inneren Gegner, denen die SA. zu trotzen wußte, so sind
Oslo.
Don Richard Gerlach.
Oslo Hot den Reiz, der dem Kristall eigen ist: die Strahlen des Himmels brechen sich darin und sammeln sich hell und leuchtend. Ob man des Nachts von den gewaltigen Tannenwäldern hinabfädrt, oder ob man am Morgen von den Höhen auf den violetten Häuserkranz schaut, — immer ist es ein festlicher Anblick. Die Stadt schmiegt sich an den klaren Meerbusen, dessen Ernst vom Licht des Nordens zart überhaucht wird. Motorboote schraffieren das Wasser der Bucht mit haarscharfen Strichen. Bon Masten und Kränen überragt, greift der Hafen auf einen Dorsprung in den Fjord hinaus. Zn bunten Farbtupfen oaut sich die alte Festung Akershus auf den Felsen. Das düstere Gebäude des Speichers Dippetangen sitzt auf der vor- gestreckten Halbinsel wie ein Siegelring auf einer schmalen Hand. Weit draußen tauchen hie und da schwarze Inselchen aus dem Spiegel des Wassers. Die Dampfer rauchen, und der weiße Dampf der Hafenlokomotiven wölkt zum Himmel.
Einige Jahrhunderte lang hieß Oslo Kristiania nach Christian IV., dem volkstümlichsten und unternehmungsfreudigsten der dänisch-norwegischen Könige, der nach einem Brand des alten Oslo die Stadt neu aufrichten ließ. Kristiania, so hieß die Stadt auch noch zu den Zeiten Henrik Ibsens und Björnstjerne Djörnsons; erst nach dem Weltkrieg wurde sie wieder umbenannt. Denn die Norweger, die lange unter dänischer und dann unter schwedischer Hoheit gelebt hatten, wollten auch durch den Namen ihre Selbständigkeit betonen.
Die Hauptstadt des Landes ist nicht so schnell gewachsen wie sonst die Großstädte in Europa. Sie hat heute 250 000 Einwohner; vor vierzig Jahren waren es auch schon 225 000, aber dreißig Jahre vorher waren es nur halb soviel. Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts war Kristiania eine Kleinstadt. .
In einem so dünn besiedelten Lande wie Norwegen drängte nichts zur Großstadtbildung, und die zweitgrößte Stadt, Bergen, hat noch den Charakter einer Mittelstadt wie Flensburg oder Elbing. Oslo ist der Mittelpunkt des geistigen Lebens immer unbestrittener geworden. Das Nationaltheater steht jetzt etwas über vierzig Jahre. Die Universität liegt gleich gegenüber, und der Garten des Königlichen Schlosses schließt sich an. Zu den Museen sind es nur ein paar Schritte. So ist in Oslo alles hüb'ch nah beieinander. Die Vorstädte freilich haben sich am Fjord entlang und die Hügel hinauf weit ausgedehnt. Das sieht man erst richtig, wenn man mit der elektrischen Bahn zum Holmenkollen hinauffährt, ober von der Halbinsel Bygdö aus, wo der Park die schönen Volkskunstmuseums die altnordische Wohnweife und die Wikingerkultur anschaulich macht.
Bedenkt man, daß die Entfernungen in Norwegen die sonst in Europa gewohnten Maße übertreffen und daß die nördlichsten Punkte des Landes von Oslo weiter entfernt sind als München, London und Leningrad in der Luftlinie, daß aber die Küste mit all ihren Ausbuchtungen und Inseln 19 300 Kilometer mißt, und daß an dieser Küste zwar noch eine Anzahl Häfen, aber keine richtige Großstadt mehr liegt, so begreift man auch, daß die Hauptstadt hier eine viel wichtigere Rolle spielt als in den volkreicheren Ländern. Für viele Norweger bedeutet ein Besuch Oslos eine Schiffsreise von mehreren Tagen. Die Eisenbahnlinien sind in dem gebirgigen Lande erst in zweiter Linie das Verkehrsmittel, und sie reichen ja auch nicht sehr weit nach Norden hinauf. Für die Bewohner der abgelegenen Gebirgshöfe und Buchten ist Oslo der Inbegriff aller Städte, beschwingter und traumerfüllter als ihre Vorstellungen. Darum gibt sich die Stadt ausdrücklich urban und scharmant. Aber die Harmonie der Waldberge und Felsküsten tönt stets mit.
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©er 20. April an der Westfront
mehreren Luftkämpfen. Lin eigenes Flugzeug
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in
Kino
(P. K.) An einem Abschnitt der Oberrheinfront, wo vor wenigen Tagen noch heftig ge- schossen worden war und unsere Flak ein englisches Flugzeug heruntergeholt hatte, wurde der 20. April
Deutscher Posten auf einer norwegischen Küstenbefestigung am Trondheimer Fjord.
(PK.-Lange — Scherl-M.)
Truppen ihr Vorgehen in allen Richtungen schnell fort. Line Kampfgruppe steht kurz vor Aamol, eine weitere ist 50 Kilometer über hamar nach Norden vorgestoßen. Deutsche Truppen stehen vor Gjoevik. Deutsche Seestreitkräfte versenkten im har- danger-Ford einige kleinere norwegische Kriegs- fahrzeuge, darunter den norwegischen Minenleger „T y r“ und kämpften eine Landdatterie nieder. Die Mannschafts- und Materialtransporte nach Norwegen lausen in erhöhtem Maße weiter. Lin ehemaliger polnischer Zerstörer wurde durch ein U-Voot nordöstlich der Shetland-Inseln versenkt.
Durch die bereits gemeldeten Angriffe deutscher Kampfflugzeuge aus englische See- slreitkräfle am 19.4. wurden insgesamt ein fchwe- ter, ein leichter Kreuzer sowie vier Transportschiffe getroffen. Der Ansatz starker Kampffliegerverbände gegen die feindlichen L an du ng sv er suche bei Namsos und Andelsnes am 20.4. war von außerordentlicher Wirkung. Bei Andelsnes wurde ein Kreuzer mit einer Bombe schwersten Kalibers getroffen und versenkt. Lin anderer Kreuzer erhielt von zwei Flugzeugen Bombentreffer mittleren Kalibers, zeigte Stichflamme und setzte sich anschließend auf Strand. An einer anderen Stelle wurde ein Truppentransportfchiff von 15 000 Tonnen durch mehrere Bombentreffer in Brand gesetzt. Ein zweiter Truppentransporter erhielt durch Bombeneinschlag starke Schlagseite. Gelandete britische Truppeneinheiten wurden an beiden Stellen wirksam m i l Bomben bekämpft und erlitten starke Verluste an Personal und Material. Die Bahnhöfe von Namsos und Andelsnes wurden in Brand geworfen. Vormarfchstrahen und Brücken durch Bomben
treffer zerstört. _
3m Westen wurden südwestlich Saarlautern dnd südwestlich Bergzabern feindliche Spähtrupp- «nlernehmen für den Jelnd verlustreich ahne eigene Verluste nbgewiesen. 3m deulsch-franzoststhen «ren,gebiel kam es im verlaus des 20. April ,u
Berlin, 20. April. (DNB.) Der Führer verbrachte seinen heutigen Geburtstag im kleinsten Kreise feiner politischen und militärischen Mitarbeiter in der Reichskanzlei in Berlin. In diesem Jahre war von offiziellen Feierlichkeiten und Empfängen Abstand-genommen worden. Wahrend der militärischen Morgenbesprechung nahmen die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtstelle Ge- neralfeldmarfchall Goring, Großadmiral R ae - der und Generaloberst von Brauchitfch Gelegenheit, dem Führer die Glückwünsche der deutschen Wehrmacht zu überbringen. Generalfeldmarschall Goring meldete dem Führer das Ergebnis der Metallfpende des deut chen Volkes, die einen überwältigenden Erfolg erbracht hat. Gegen Mittag grcktulierten d e r S t e l l- oertr - ier des FührerS, Reichsminister Ru. dolf Heß sowie die in Berlin anwesenden Relchs- minifter Reichsleiter und Gauleiter.
Begeisterte Kundgebungen auf dem Wilhelmplatz,
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fünfe bei einem Luftkampf ab. Fünf seindlrche Flugzeuge verriebenen Musters wurden über eigenem und Feindgebiet durch deutsche Jager und Flakartillerie abgeschossen.
(DNB.) (P. K.) Der Geburtstag des Führers hatte zwischen den Festungswerken des Westens und bei den Soldaten des Vorfeldes eine besondere Form erhalten. Schon seit Tagen haben die Manner in den Bunkern, in den BereMchaftsstellungen und die in den Kampfständen des Vorfeldes Führer- bilder aus den illustrierten Zeitungen ausgeschnitten und, geschmückt mit frischem iannengrun und mit den ersten Frühlingsblumen, am Ehrenplatz der Unterkünfte angebracht.
Wo es Zeit und Umstande erlaubtem hielten die Truppenkommandeure kurze P
Während das Symbol deutscher Wehrberettfchaft gehißt wurde, erinnerte ein Sprecher an die Be- ^^D^^DorfeldsoUiat, aber auch der Westwollarbei- ter in feiner Baustelle, fast vor der Festungskampf.
Der Führer dankt Generalfeldmarfchall Hermann Goring, der ihm zugleich mit den Glückwünschen Äum Geburtstage die Mitteilung von der überwältigenden Metallfpende, der Geburtstagsgabe des deutschen Volkes, überbrachte. — (Presse-Hoffmann-M.)
linie, erlebten diesen Tag mit besonderer Eindring, lichkeit. Nach langen beschwerlichen Regentagen strahlte endlich wieder die Sonne am Himmel, und vor ihm lag eine wundervolle Frühlingslandschaft. Aber der Gegner streute mit seiner Artillerie das Land ab, und die Motorengeräusche der Aufklärer erinnerten an die rauhe Wirklichkeit. So ging hier der feldgraue Alltag mit allen Pflichten und Erfordernissen weiter. Nur geschmückte Bilder des Führers, gelegentliche Gespräche der Kameraden untereinander erinnern an Adolf Hitler
Hans Dähn.
mit denen die Bevölkerung dem Führer ihre Geburtstagsglückwünsche darbrachte, steigerten sich in stürmischem Jubel, als sich der Führer auf dem Balkon der Reichskanzlei zeigte.
Gegen 13.30 Uhr erschien Der Führer abermals in seiner feldgrauen Uniform auf dem Balkon, «t von donnernden Heilrufen, die dann in »fang der Nationalhymnen übergingen. Dankend stand der Führer auf dem Balkon. Als sich endlich die Tore schlossen, sang die Menge das Lied „Wir fahren gegen Engeland". Als der Führer um 20 Uhr noch einmal die stürmische Bitte der Tausende erfüllte und ein letztes Mal an seinem Geburtstage auf den Balkon der Reichskanzlei trat, reckten sich die Arme der Menge und ein einziger gewaltiger Jubelchor der Freude und Dankbarkeit brauste über den Platz. Erst als das abendliche Dunkel über den weiten Platz hereinbrach, verhallte der Jubel der Taufende.
Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Berlin, 21.April. <DNB.» Der Führer und Vberste Befehlshaber der wehrmachl versteh heule lern Chef des Stabes der $eef(kgsteitung, Vlje- «dustral Schniewiug, und dem Befehlshaber ter Unlerfeeboale, Sonleradmlral Donih, oos XIHerkreu, des Slfernen Sreuzes Der
Führer Hal diese hohe Auszeichnung damit 0fst,'eren zuteil werden lassen, die aus die Planung unb
rnte ‘Leitung, er Boden rde. Der nelhacke 1 Zeit und L Moder« l es bei iuser aldsgarten, 1^-21«!
itner offeln sucht.
mIM 4/28. [19730
Schwere britische Verluste an der norwegischen Küste
Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag.
-Berlin, 21.April. (DJIB.) Dos Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Am 20.4. nachmittags erschienen feindliche Seestreitkräfte vor Narvik und nahmen eine Zeitlang Hofen und Stadt unter Feuer. Landungsversuche wurden nicht unternommen. Die im Raum von Narvik stehenden deutschen Truppen stellten eine Beute von 8000 Gewehren und 315 Maschinengewehren mit dazugehöriger Munition sicher. Nach Trondheim wurden weitere Verstärkungen an Infanterie und Artillerie planmäßig zugeführt. Bel Bergen und Stavanger find deutsche Truppen damit beschäftigt, den von ihnen besetzten Raum zu erweitern und von kleineren norwegischen Abteilungen zu säubern. 3m Raume von Oslo setzten die weiterhin verstärkten deutschen
Leitung der Seeoperationen entscheidend eingewirkt bzw. den Ansatz der Unterseeboot s w a f f e verantwortlich geleitet haben.
Der Wehrmachtsberichl vom Samstag.
Berlin, 20. April. (DNB.) Das Okw. gibt bekannt:
Aus den von deutschen Truppen besetzten Räumen um Narvik. Trondheim. Bergen, Stavanger und Kristiansand sind keine besonderen Ereignisse zu melden. Die deutschen Truppen konnten die ihnen gestellten Aufgaben planmäßig weiter durchführen. Der Antransport neuer deutscher Verbünde und umfangreichen Materials wurde unbehindert vom Gegner fortgefeht. Lin feindliches Flugzeug warf am Abend des 19. April fünf Bomben auf den Südrand von Narvik, ohne Schaden anzurichten. Die im Raum von Bergen eingesetzten deutschen Truppen befehten eine Reihe vorgelagerter Inseln. 3m Raum von Kri- st i a n f a n d wurden bei haegeland weitere norwegische Truppeneinheiten entwaffnet. 3m gesamten Gebiet um Oslo find die deutschen Truppen trotz Geländeschwierigkeiten im stetigen Vorgehen. Die Gefangenen- und Beutezahten sind im ständigen Steigen begriffen. Line am 18. April nachmittags abgeschlossene Zählung meldet 180 Geschütze und 300 MG. als Beute.
Die Luftwaffe fetzte ihre Aufklärungstätigkeit
in starkem Umfange weiter fort Feindliche Kriegsschiffe und Transporter wurden an der norwegischen Westküste trotz ungünstigster Witterungsverhältnisse angegriffen. Ein Kreuzer und zwei Truppentransporter erhielten Volltreffer schweren Kalibers. Starke Rauchentwicklung auf den Schiffen und große Oelflecke im Wasser liehen die zerstörende Wirkung der Bombentreffer deutlich erkennen. Lin eigenes Flugzeug wird vermißt.
3m Westen rege Spähtrupptätigkelt. Durch eigene Späh- und Stoßtruppunternehmungen im Grenzgebiet westlich Merzig, südwestlich Saarbrücken und südlich Zweibrücken gelang es, dem Feinde e r - hebliche Verluste beizubringen und eine Anzahl Gefangene zu machen und Waffen und Gerät zu erbeuten. Feindliche Spähtruppunternehmen füd- westlich Saarbrücken und südlich Zweibrücken wurden unter Verlusten für den Feind abgewlesen. Ein feindliches Flugzeug, das im westlichen Grenzgebiet von eigenen 3ägern gestellt wurde, entzog sich dem Kamps durch Einflug in belgisches Hoheitsgebiet. Lin eigenes Flugzeug wird vermißt.
Lillehammer erreicht.
Berlin, 21. April. (DNB.) Die im Raume von Stavanger mit der Säuberung der Umgebung beschäftigten deutschen Truppen haben weitere Fortschritte gemacht. Kleine zersprengte norwegische Abteilungen haben sich ins Gebirge zurückgezogen. Im raschen Vordringen von Süden haben deutsche Truppen heute Lillehammer erreicht.
Des Führers Geburtstag.
Generalfeldmarschall Göring kann dem Führer einen überwältigenden Erfolg der Metallspende des deutschen Volkes melden.


