Wandervorschläge für den Sonntag
auf der alten, mit unserem seicheriaen Zeichen weitergehen. Durch nerstraße nach einsame schöne Wamungen, die sag. Hörre, errei-
Die dann- lind ZunOann-Reisterschafien 1940
chen wir nach weiteren 21 h Stunden, nachdem wir beim Ausgang des Waldes noch einen reizvollen Blick auf das Dilltal haben, unser Endziel Herborn.
♦♦ Treudienstehrenzeichen für 25 ■ jährige Dienstzeit. Dem Telegraphen-Jnspek° tor Otto Dern beim Baubezirk Gießen des Telegraphenbauamts Darmstadt wurde für 25jährige treue Dienstzeit das Treudienst-Ehrenzeichen verliehen. Der Amtsvorsteher des Telegraphenbauamts Darmstadt, Postrat Hucke, überreichte dem Jubilar das Ehrenzeichen im Rahmen eines Betriebsappells
in feierlicher Form und übermittelte dabei die besten Glückwünsche des Reichspostministers und des Präsidenten der Reichspostdirektion Frankfurt <l M.
** KdF. -Veranstaltung für die R ü ck° geführten. Am morgigen Samstag, 22. Mai, 20 Uhr, veranstaltet die RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Caf6 Leib einen unterhaltenden Abend für die Rückgeführten. Gegen Vorzeigung des Ausweises haben die Rückgeführten freien Eintritt.
♦* Unfall der Straßenbahn. Am Mittwoch, kurz nach 18 Uhr, ereignete sich im Straßen- bahnbettieb in der Marburger Straße Hin Unfall, der zum Glück noch glimpflich verlief. Ein Straßenbahnwagen, der vom Friedhof kam, fuhr in der Höhe der Straßenkreuzung „Am Sandfeld" auf einen unmittelbar vor ihm fahrenden, von Wiefeck kommenden Straßenbahnwagen auf. Bei dem harten Zusammenprall wurden einige Personen leicht verletzt, im übrigen hatte es nur bei Sachschaden sein Bewenden.
fiener in Hreienseen.
* Freien feen (Kreis Gießen), 21. Juni. Am gesttigen Donnerstag gegen 21 Uhr brach in der Scheune des Landwirts Karl Sackreuther Feuer aus, dem die Scheune, ein Heu- und Stroh- vorrat, der Hühnerbeftand und einige Geräte zum Opfer fielen. Der Feuerwehr gelang es, den Brand auf feinen Herd zu beschränken. Die Ermittlungen über die Brandursache sind im Gange.
Großen-Vuseck — Climbach — Ullendorf — Totenberg — Maistrauch — Lollar.
Eine abwechslungsreiche Wanderung, die allerdings gut 6 Stunden umfaßt, ist die Begehung der roten Punktmarkierung, die in Großen-Buseck ihr5n Anfang nimmt. Nachdem wir das Dorf durchschritten haben, führt uns das Zeichen über den Hohe Berg mit hübschen Ausblicken und weiter auf verschwiegenen Waldpfaden nach dem hochliegenden Climbach. -Beim Aspenkippel, dem wohlerhaltenen Krater eines basaltischen Vulkans, treffen wir blaue Striche, die vorerst gemeinsam mit den roten Punkten gehen. Auf aussichtsreicher Straße steigen wir mit beiden Zeichen abwärts nach Allendorf, wo uns die Striche verlassen. Die Dünkte leiten uns jetzt in langsamem Anstieg hinauf zum 356 Meter hohen Totenberg, einer alten Kultstätte, wo sich eine herrliche Aussicht bis weit in das Hinterland und über unsere Gegend hinweg bis zum Taunus erschließt. Der Weitermarsch führt uns durch den schönen Walddistrikt Maistrauch, vorüber an dem sagenumwobenen Heidekönigsgrab, über Staufenberg nach
unserem Endziel Lollar.
Llch — Kloster Arnsburg — Münzenberg — Steinfurth — Vad-Aauheim.
Don unserem Ausgangspunkt Lich führen uns blaue Ringe an der Jhnng-Melchiorfchen Brauerei vorbei über einen Teil der Hardt durch das liebliche Gottesackertal nach Arnsburg, wo wir nicht versäumen wollen, die teilweise noch wohlerhaltene Klosteranlage zu besichtigen. Von Arnsburg benutzen,totr ein kurzes Stück rote Striche, die uns 1 ' *■ allerdings schattenlosen Hohe- oder Römersttaße nach Trais-Münzenberg mit interessanten Fachwerkhäusern führen. Hier treffen wir wieder die blauen Ringe, die uns bis ans Ende begleiten. Bald errei
chen wir das Hauptziel unserer Wanderung, Münzenberg mit seiner mächttgen Burgruine, die uns schon von weitem entgegengrüßte. Bei der Besichtigung der gewaltigen Burganlage lohnt sich die Besteigung des einen Bergfrieds, von dessen Plattform sich eine weite, prächtige Rundschau erschließt. Unser Zeichen leitet uns weiter am Galgenberg vorbei abwechselnd durch Feld und Wald, zunächst nach dem durch seine Rosenzucht berühmten Steinfurth, vorbei an zahlreichen großen Rosenfeldern und hierauf auf guter Landstraße nach unserem Endziel Bad-Nau- heim. Dauer der Wanderung 5 Stünden.
leiter werden die Ehrenzeichen zur Ausgabe gelangen.
Die Ortsgruppe Nord verbindet damit auch die Ausgabe von Äeftwall-Ehrenzeichen, die an einige Arbeiter im Ortsgruppenbereich ausge- händiat werden.
Auch im Vorort Gießen -Wiefeck wird am kommenden Sonntag die Ueberreichung der Mütter- Ehrenkreuze ftattfinben. Für den kommenden Sonntag ist um 14 Uhr eine Feier im Saale Braun vorgesehen, in der die Ehrenzeichen erster und zweiter Stufe ausgegeben werden, während die Ehrenzeichen dritter Stufe am Sonntag, 30. Juni, in Feiern um 14 und 15.30 Uhr überreicht werden sollen.
Sammlung der Jugend für das Iugendherbergswerk.
Ende voriger Woche setzte sich die Gießener Jugend, wie auch die Jugend im gesamten Kreis Wetterau, lebhaft für eine Sammlung zu Gunsten des Jugendherberaswerkes ein. Die Straßensammlung, die im Einvernehmen mit der NSV.-Kreisamtsleitung durchgeführt wurde, brachte den Bettag von 12 787,93 RM. Es gelangten dabei 50 000 Glasabzeichen mit den Runenabbildungen zum Verkauf.
Darüber hinaus wurde durch die Schulen eine weitere Sammlung organisiert, bei der von den Schülerinnen und Schülern in eifrigem Verkauf von Haus zu Haus die hübschen Marken mit den Abbildungen vorbildlicher deutscher Jugendherbergen verkauft wurden. Auch dabei wurden erfreuliche Ergebnisse erzielt. Bisher liegen uns die Sammelergebnisse der nachstehenden Schulen vor: Goetheschule 569,90 RM., Schillerschule 648,10 RM., Volksschule Wieseck 193,50 RM., Gewerbliche Berufsschule 164,52 RM., Kaufmännische Berufsschule 149,10 RM., Öffentliche Handelslehranstalt rund 350 RM., Vogtsche Handelsschule 229,80 RM., Langemarckschule 618 RM. und Landgraf-Ludwig- Gymnasium 230 RM. Die Ergebnisse sind natur- gemäß entsprechend der Schülerzahl sehr unterschiedlich. Das bisher ermittelte Ergebnis von insgesamt 3152,92 RM. aus diesen Sammlungen stellt unserer Jugend und ihrem Sammeleifer das beste Zeugnis aus.
Lieder- und Klavierabend blinder Künstler.
sonders in dem Nocturne. Herr Schneider mußte für den starken Beifall mit zwei Zugaben danken.
Nicht weniger schwer war die Aufgabe, die sich Maria Kujawa gestellt hotte. Ihre wohlausgebildete, in allen Lagen gleichgut klingende, auch recht umfangreiche Stimme befähigt sie, sowohl die ge- anglich so dankbaren Lieder Schuberts, als auch die gedanklich schwere Art von Joh. Brahms und Max Reger wirkungsvoll zu bewältigen. Des Münchener Trunks Weisen wird man nicht immer so gut hören. In erfreulicher Weise wurden die dynamischen Möglichkeiten stark ausgenutzt, so daß besonders die Mainacht von Brahms zu schöner Geltung kam. Aber auch z. B. das Wiegenlied von Schubert und Regers Gebet wirkten sehr durch die Geschlossenheit des Dor- trags. Nach dem Trunkschen „Maskenball" mußte sich die Sängerin zu einer Zugabe verstehen. Die Künstlerin wurde in trefflicher Weise von Liefet Bernhard (Wiesbaden) am Flügel unterstützt.
Es war erfreulich, daß diesem ehrlichen Streben und Können auch ein guter Besuch beschieden war.
Heinrich Blaß.
bet sich um 9 Uhr beim Wettkampfleiter. Jedem Junggenossen ist die Wahl des Wettkampfortes freigestellt. Die Wettkampforte sind von allen Standorten entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen.
Zu bemerken ist noch, daß ursprünglich noch zwei weitere Austragungsorte im Kreis Friedberg vorgesehen waren, aber mit Rücksicht auf den am 23. Juni in Friedberg stattfindenden Kreissporttag des NSRL. fallen gelassen wurden. Die Ausschei- dungskämpfe in Friedberg werden in den Kreis- fporttag des NSRL. eingebaut und tragen somit wesentlich zur Verwirklichung des den Sporttagen zugrunde liegenden Gedankens der „Leibesübungen für alle" bei.
Neu bei den diesjährigen Meisterschaften ist die Durchführung der Wettkämpfe nach zwei HJ.-Alters° klaffen und die erstmalige Teilnahme des Deutschen Jungvolks an den Einzelmeisterschaften. Wie in den vergangenen Jahren werden auch die heften Mannschaften der Gefolgschaften und Fähnlein in den Hebungen des Reichssportwettkampses zum Bann- entscheid antreten. Der Mannschaftskamps findet bereits am Samstag, 29. Juni, in Bad-Nauheim statt, so daß der Sonntag allein für die Einzel, meisterschaften und die Staffeln zur Verfügung steht.
Reichswerbetag für das Kinderturnen.
Der NS.-Reichsbund für Leibesübungen wendet sich mit einem 2. Reichswerbetag für das Kinder- turnen am 29. und 30. Juni 1940 an die Öffentlich- feit, insbesondere an die Eltern. Die große Organi- sation des NSRL. mit ihren 50 000 Vereinen verfügt über eine gewaltige Zahl von Uebungsftätten, von denen allein mehr als 10 000 eigene Vereinsanlagen sind. Alle diese Einrichtungen mit vielen tausenden sachkundiger Helfer und Helferinnen tonnen dem Kinderturnen restlos nutzbar gemacht werden. Der NSRL. umfaßt in seinen Kinderabteilungen die Kinder bis zum Eintritt in die Jungvolk- und Jungmädelgruppen. Es werden im wesentlichen zwei Altersgruppen unterschieden: das Kleinkindalter bis zum Schuleintritt und das Grundschulalter.
Kurze Sportnotizen.
Ein Heb e rtritt zum B e r uf sb o xsport ist den deutschen Amateuren während des Krieges nicht geftattet
fen tn den wesentlichen Wettbewerben der Bann- und Jungbannmeisterschaften in der Leichtathletik antreten. Damit ist auch dem Junggenossen, der bisher noch an feinem sportlichen Wettkampf außer dem Reichssportwettkampf teilgenommen hat, eine Wettkampfmöglichkeit ohne große Reise gegeben. Da die Besten der AusscheUmngswettkämpfe zu den Bannmeisterschasten einberufen werden, wirb es möglich sein, die Teilnehmerzahl bei den eigentlichen Bannmeisterschasten zu beschränken. Vor allem aber wird erwartet, daß gerade die sportlich veranlagten Junggenossen vom Lande, die mangelndes Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit und eine gewisse Scheu vor der städttschen Aschenbahn seither vom Wettkampf femhielt, dife Gelegenheit zur Leistungsprobe im heimischen Kreis wahmehmen.
Das technische Verfahren der Ausscheidungswettkämpfe ist denkbar einfach. Jeder Junggenosse, der sich in irgendeiner Sportart etwas zuttaut, met-
Wirtschaft.
Meist schwächere Börienwoche.
Frankfurt a. M., 21.Jpni. Die verflossene Börsenwoche stand im Zeichen der großen militä» rischen Erfolgt, die hinsichtlich ihrer politischen Aus- Wirkungen zu vielerlei Erörterungen Anlaß gaben. Man scheint in den interessierten Kreisen daraus gewisse Folgerungen gezogen zu haben, die Veranlassung gaben, gewisse Kapitalanlagen, die unter den kriegswirtschaftlichen Bedingungen in Aktien Unter- fünft fanden, zu realisieren, um mehr flüssige Mittel zur Inangriffnahme der später wieder in oen Vordergrund tretenden Aufgaben bereit zu haben. Daneben wirften sich die am verflossenen Samstag erstmals aufgelegten längerfristigen 4prozentigen Reichsschatzanweisungen aus, die lebhaftem Interesse begegnen und verschiedentlich auch Umstellungen im Wertpapierbesitz veranlaßt haben dürften. So ergaben sich, da anderseits die Neigung des Publikums, Aktien zu kaufen, nach wie vor gering blieb, meist Kursabschwächungen, die vor allem bei den schweren Papieren nennenswerteren Umfang annahmen. Vereinzelt ergaben sich naturgemäß auch wieder Erholungen, die jedoch die vorangegangenen Verluste nicht aufzuheben vermochten.
Am Rentenmarkt lagen die meisten Werte durchweg nur knapp gehalten. Nachfrage bestand unverändert.für Pfandbriefe und daneben für Reichs- schätze, während Steuergutscheine etwas in den Hintergrund traten. Bei Jndusttieobligationen ftan- den die 5prozenttgen Papiere mehr im Angebot Stadtanleihen durchweg sehr ruhig. Der Freiverkehr wies dagegen eine recht stetige Haltung auf, hier ragen Dinglerwerke (Zweibrücken) hervor, die stark gesteigert wurden und nach wie vor gefragt sind. Am Geldmarkt ist Tagesgeld die Woche über unverändert mit 1,75 o. H. genannt worden.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 21. Juni. Es kosteten: Ochsen 20 bis 46,5, Bullen 27,5 bis 44,5, Kühe 18 bis 44,5, Färsen 25 bis 45,5, Kälber 30 bis 65, Härnrnel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 50 bis 56 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt.
Die Künstler Maria Kujawa, Wiesbaden (Sopran), und Otto Schneider, Heidelberg (Klavier), hatten sich zu ihrem Konzert am gestrigen Donnerstagabend in der Aula ein sehr anspruchsvolles Programm gewählt. Es enthielt Klavierstücke von Mozart, Chopin und Liszt und Lieder von F. Schubert, Joh. Brahms, Max Reger und Rich. Trunk. Das sind Prüfsteine, die die Qualität und das Können eines jeden Künstlers auf eine harte und scharfe Probe stellen. Allein schon die Verschiedenheit des Sttls in den Klavierwerken von Mozart, Chopin und Liszt: da steht die kristallene Klarheit des Klassizismus des Wiener Meisters neben dem^Ueberschwang und der Verträumtheit Chopins und der aus dem Virtuosentum geborenen Raffinesse Liszts. Jeder dieser Meister verlangt in der Darstellung sein eigenes Profil, am ehesten berühren sich noch Chopin und Liszt.
Herr Otto Schneider bewies durch fein Spiel die Vertrautheit mit der Vorlage und gab jedem das Seine. Die Mozartsonate, ein Werk aus der späteren Schaffenszeit des Meisters, steht in einem gewissen Gegensatz zu "feinen früheren Werken. Die thematische Arbeit nimmt hier einen breiten und entscheidenden Raum ein. Der Künstler hob das im Dorttag bewußt hervor, so daß bie in verschiedenen Stimmen auftretenden Mottve immer zu ihrem Recht kamen. Besonders eindringlich wirkte das schöne Adagio, auch stimmungsgemäß klar geschieden, wogegen das Hauptthema des Rondo etwas der Klarheit entbehrte. Insgesamt aber kam die große manuelle Fertigkeit und Sicherheit des Künstlers Mozart sehr zu statten, so daß der Pedalgebrauch gerade bei diesem Klassiker ohne Gefahr ruhig noch mehr eingeschräntt werden kann. Die in ihrem Inhalt oft recht verschiedenen Chopin- stücke kamen in schöner Weise zu ihrem Rechte, fo erfreute das op. 28 durch die kantable Art der Darstellung, als auch zum Beispiel die Jmposantheit oes ersten und letzten Stückes, wobei die sehr gut ausgebildete linke Hand des Vortragenden wirkungsvoll in Erscheinung trat. Die stark auf Effekt und äußeren Glanz gearbeiteten Liszt-Stücke gaben dem Künstler noch einmal in reichem Maße Gelegenheit, seine Fettigkeit zu zeigen, aber auch hier wurde dem Ausdruck Rechnung gettagen, be-
Aßlar—Hohe Warle—Adlerhorst—Bellersdorf— Rennweg—Herborn.
Eine hübsche Wanderfahrt, die viel durch Wald geht, ist die LMßanberung des Westerwaldvereins, die außerdem mit weißen Sttichen bezeichnet ist. Vom Bahnhof Aßlar, dem Beginn der Markierung, steigen wir an der stattlichen Kirche vorüber auf die Höhe, die Hohe Watte genannt, wo ein Segelflugplatz angelegt ist und sich ein prächtiger Blick über das Dilltal bis zur Burg Greifenstein und ostwärts bis zu den Lahnbergen bietet. Bald hinter dem Flugplatz nimmt uns der Wald auf. Nach etwa zweistünÄger Wanderung kommen wir über den bewaldeten Adlerhorst (435 Meter) nach dem im Lemptal schön gelegenen Oberlemp und nach weite- ren 45 Minuten nach Bellersdorf, wo, wie im vorigen Orte, gute Einkehr ist. Wenige Minuten hinter Bellersdorf treffen wir auf dem Rennweg rote H und gelbe Andreaskreuze, sie nunmehr gemeinsam
Die diesjähttgen Meifterfchasten des Bannes und Jungbannes 116 in der Leichtathletik werden am 30. Juni 1940 zusammen mit denen des Untergaues 116 in der Tschammer-und-Osten-Kamvfbahn in Bad-Nauheim ausgetragen. Mit Rücksicht auf die Zeitumstände wurde von der in den vergangenen Jahren üblichen Zusammenlegung mehrerer Meisterschaften zu einem durch Vorführungen umrahmten Bannspottfest, das den Höhepunkt im sporttichen Leben der HI. bildete, verzichtet. Die Meisterschaften im Schwimmen finden am Sonntag, 7. Juli, im Schwimmbad in Klein-Linden statt.
Größter Wett wird in diesem Jahr auf die Auslese des sportlichen Nachwuchses vor allem vom ßanbe gelegt. Am fommenben Sonntag wird der sportliche Nachwuchs an sechs verschiedenen Plätzen des Bannes, nämlich in Gießen, Friedberg, Butzbach, Lich, Großen- Bufeck und Grünberg, zu Ausscheidungskämp-
Keine Spur von Hauck.
Vornan von Sharlotte Kaufmann.
22. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
Auch hier staken bluttote Kerzen auf dem Baum, rot wie die Backbordlichter der Schiffe draußen auf dem Meer.
„Wir sind, glaube ich, die einzigen Menschen in Dörup, die heute abend allein sind", sagte Huith und sah ihr zu, wie sie ihm wieder Wein einschenkte. Ihr krauses Haar glitzerte wie Messing.
„Ach ja", gab sie lachend zurück, „es gibt nun mal überall Menschen, die allein sind und niemanden haben, der zu ihnen gehört. In jedem Ort und in jeder Stadt. Aber Sie ... nun, Sie werden doch sicher bald heiraten?"
,Zch ...?"
„Natürlich. Sie sind doch im richtigen Alter jetzt, und die Mädchen sehen hinter ihnen her."
„Tun sie das?"
„Das tun sie." Sie richtete eine Kerze gerade, die Umfallen wollte, und faßte nach einer abgefallenen Tannennadel, mit der sie in das Tischtuch stach. „Sie brauchen sich nur umzusehen. Junge Mädchen, hübsche Mädchen ..., tüchttge Mädchen."
„Vielleicht will ich aber gar nicht heiraten."
„Sicher wollen Sie. Es kommt nur darauf an, daß Sie die richtige Frau finden."
„An was Sie nicht alles denken, Betttna."
Sie zerbrach die spitze Tannennadel. Er hatte Betttna gesagt. Daran war seine Einsamkeit schuld, sie wußte es gut.
„Ja, ich habe mir manchmal den Kopf zerbrochen, wer wohl die befte Frau hier für Sie wäre. Und ich denke mir, daß das dem Fischer Wing seine Gfine ist. Aus Teek. Die kennen Sie doch."
„Gesine Wing. Ach ja, sie hat mir neulich geholfen, meine Pakete aus der Stadt zu schaffen. Wie kommen Sie auf sie?"
„Nun, sie ist jung und hübsch und fleißig. Vor allem fleißig. Kein Bauernmädel und kein Mäd- ten aus der Stadt. Aber sie hat von allem etwas.
ie ist eine Frau, wie ein Mann sie braucht. Fröhlich und bescheiden."
„Bettina, Bettina, Sie sollten lieber an sich selbst denken, anstatt an andere."
„An mich? Was brauche ich an mich zu denken. Sie lachte auf. „Vor acht Tagen hat mich der Tierarzt Pyilipp gefragt, ob ich nicht wieder ans Heiraten denke. Der Schmied wäre doch Witwer geworden, und ich sollte mich ein bißchen um ihn bemühen. Aber sehen Sie, Herr Lchrer ... so bin ich nicht, daß ich mit Gewalt wieder einen Mann haben will, nur weil ich seit ein paar Jahren Witwe bin und an die Vierzig gehe. Was für mein Leben bestimmt ist, das kommt schon noch."
„Warum meinen Sie aber dann gerade, daß ich auf die Suche gehen sollte? Ich könnte doch auch stillsitzen und warten?"
„Sie sind doch ein Mann, Herr Lehrer, und dann ... nun ja, sehen Sie, ich meine eben so. Ich bin natürlich eine dumme Frau und verstehe nichts. Aber daß Sie immer nach Stein hinüberlaufen und an den nassen Strand ... seit drei Jahren immer wieder ..." Sie schob ihm die Honigplätzchen hin und schwieg.
Die Menschen wissen immer alles, fand Huith, aber er war nicht bitter darüber. Wie sollte er auch. Es war warm hier und weihnachtlich, und die Frau mit dem krausen Haar sprach so, wie seine Mutter mit ihm sprechen würde. Er fühlte nicht, daß es ihr schwerfiel, so zu sprechen, wie er ja auch nicht sah, daß sie heute ein Gesicht hatte, als wäre sie keine sechsunddreißig Jahre alt, sondern nur dreißig. Aber ihre Worte waren nicht schlecht. Sie waren zwar auch nicht ganz gut, aber gewiß wahr. Er mutzte Sibylle vergessen.
„Darf ich Ihnen noch ein Glas Wein einschenken?" fragte die Bettina. „Darf ich Ihnen ein Wurstbrot bringen?"
Die Kerzen am Weihnachtsbaum brannten zu Ende. Die altmodische Stube wurde dunkler und dunkler, das Licht schob sich zusammen zu einem winzigen Viereck.
„Danke. Ich muß jetzt gehen", sagte Huith. „Es schlägt zwölf Uhr, hören Sie?" Sie lauschten zum Fenster hinüber, indes die letzte Kerze erlosch.
Finsternis. Einen Herzschlag lang, währenddem er Betttna atmen hörte. Dann lief sie nach Licht.
„Sie wollen also schlafen gehen?" Sie reichte ihm ihre verarbeitete Hand. „Gute Nacht, Herr Lehrer.
Es war sehr nett von Ihnen, daß Sie noch ein wenig zu mir gekommen sind."
„Gute Nacht, Bettinas
„Du darfst nicht immer lachen, wenn ich einmal hinfalle", rief Joachim, als er sich aus dem Schnee klaubte.
Sibylle stand mitten im Wald auf dem Hang, der sich hier herunterzog, mit zwei Schistöcken in der Hand, Schneereifen an den Füßen, und lachte.
Sie waren auf dem Weg ins Dorf.
„Ich bin nur über eine Wurzel gestolpert, die hier blank liegt und aus dem Schnee ragt. Sieh per. Wenn ich mich nicht nach dir umgeschaut hätte, ob du auch nachkommst, wäre ich nicht darüber gestolpert."
Sie kam über den Hang herunter. Halb lief sie, halb rutschte sie.
„Es ist doch hübsch, wenn du in den Schnee purzelst."
Joachim klopfte die weißen Kttstalle ab. Schweigend standen die Tannen in der Runde.
„Du hast leicht lachen. Nächstes Jahr lache ich, wenn du hinfällst."
„Nächstes Jahr?"
„Ja, paß nur auf. Allmählich habe ich es satt, immer vor feinen Augen in Schneelöchern zu liegen ober gar von dir aus dem Wasser gezogen zu werden. Nächstes Jahr lache ich über dich." Er blinzelte sie an und war vergnügt. Die ganze Welt hätte er an sich reißen mögen, so glücklich war er über die gleißende Sonne und den Schnee.
Sibylle stapfte schon wieder weiter. Sie kam sich vor wie ein Urwelttier mit riesigen Füßen.
„Du läßt Spuren zurück wie ein Mammut", schrie Joachim ausgelassen, als er an ihr vorbeisauste.
„Nimm die Bäume nicht mit", rief sie ihm nach, dann war er verschwunden.
Herrgott, betete sie, laß dife Tage nicht Vorbeigehen, laß sie ewig dauern.
Ganz unten am Hang blieb Joachim wieder stehen und wartete. Zwischen den Wipfeln der Tannen schimmerte kobaltblau der Himmel. Uebermorgen würden sie wieder zurückfahren. Dann waren die Ferien vorbei. Das war weiter nicht schlimm. Man würde dann eben wieder arbeiten und sich auf den Sommer freuen. Im Sommer würde er mit Si
bylle schwimmen. In der See, weit hinaus. Dann sollte sie wieder lachen. Immer lachen. Er liebt« sie ja. Seitdem er über lange Straßen mit ihr gefahren war, wußte er dies.
Er würbe sie heiraten. Ins Mjollns Schublab« lag ja eine Bescheinigung, wonach der Kunstmaler Detlef Hauck tpt war, verunglückt in Flensburg. Also mar gar kein Hindernis da. Er würde ihr« Bernsteinaugen ruhig küssen bürfen.
Sibylle kam durch den Wald gewatet. Urwelthaft, weiß von Schneestaub.
„Du bist auch gefallen", lachte er.
Sie schüttelte den Kopf. „Nein. Ich hatte mich an einen Baum gelehnt, und da schüttelte er seine Zweige."
„Wie im Märchen", sagte er. „Bäumchen, schüttle dich, wirf Gold und Silber über mich. Ich glaube es nicht. Du bist in mein Schneeloch gefallen. Komm her. Hier kann man das Dorf sehen."
Sie standen beisammen und sahen ins Tal. Glri« ßende Dächer blinkten herauf. Ein spitzer Kirchturm. Zwei Schifahrer sausten an ihnen vorbei, wahrem sie standen. .
Schon waren sie wieder allein. Zaghaft fiel der Schnee von den Bäumen, lautlos, versank in den Polstern am Boden. Die Wipfel bewegten sich, zeichneten Kreise in den Himmel wie die Masten der dümpelnden Fischerewer im Hafen von Teek.
„Wann wirst du das Bild für mich malen?" fragte Joachim. Er stützte sich auf seine Schistöck« und sah geradeaus. Eigentlich hatte er Lust, seinen Arm um sie zu legen, um ihre weiß bestaubten Schultern.
Sie hiell eine Hand vor die Augen und blickt« in die Runde. -
„Hörst du? Ich fragte, wann du mein malen wirst?"
„Dein Bild? So viel Kremserweiß habe ich flar nicht bei mir, daß ich diesen Schnee hier malen könnte. Diese Helligkeit." ,
„Das heißt also, daß du nicht malen wirst „Ich habe doch jetzt Ferien, oder nicht?" „Doch, bas ist richtig."
„Ich werbe bir zu Hause eins malen. Möwen ober Stranbschwalben ober den Rübsam-Hof. Wa. bu willst."
(Fortsetzung folgt)


