Ausgabe 
21.2.1940
 
Einzelbild herunterladen

Mittwoch,2i.z-bruarM»

M.Zchrzan,

Churchills an die Neutralen, sich am Krieg zu be­teiligen, und die gewaltsame Verletzung der norwe­gischen Gebietshoheit in einer direkten Verbindung zueinander stehen. Für Dänemark gebe es nur die eine Schlußfolgerung: Los von Genf, wo Groß­mächte vertreten seien, die Verträge geschaffen hätten, die für die Neutralen von größter Gefahr seien.

rikanischen Republiken. Roosevelt gab der lieber» zeugung Ausdruck, daß diese Republiken an den Maßnahmen mitwirken werden, um den Panama- kanal zu Lande, zu Wasser und in der Luft un­angreifbar zu machen. In den fünf Monaten seit seinem ersten Besuch seien die Verteidigungs­anlagen mehr als verdoppelt worden, und die Befestigungsanlagen würden planmäßig f o r t g e f ü h r t. Der Präsident sprach die Hoffnung aus, daß der Kongreß einen Kredit von 15 Millionen Dollar für den Bau einer britten Schleuss bewilligen werde, die nach seiner Ansicht sehr not­wendig sei.

Russischer Vormarsch ausMborg

Moskau, 20. Febr. (DNB.) Aus den letzten Berichten des Leningrader Militärbezirkes geht her­vor, daß sich die Offensive der Sowjettruppen, vom Abschnitt Summa ausgehend, nach dem ersten er­folgreichen Durchbruch durch die Mannerhsim- Stellung bei Kamora nunmehr den Finnischen Meerbusen entlang in Richtung Viipuri (Wi- borg) weiter entwickelt. In diesem Abschnitt folge der Vormarsch der Sowjettruppen hauptsächlich der der Küste entlang führenden Eisenbahn, trete jedoch auch auf die Viipuri vorgelagerten Schären über. Die Sowjettruppen, die nun wenige Kilometer vor Viipuri nördlich des Ortes Johannes ftänben, Hütten durch die erfolgreiche Entfaltung des linken Flügels den westlichen Teil der Kareli­schen Landenge in der Hand. Man glaube nun, daß die Finnen den östlichen Teil der Man- nerheim-Stellung in Richtung Ladoga-See nicht mehr halten könnten, um sich nicht einem Angriff von Westen her auszusetzen. Es wird angenommen, daß das finnische Kommando bestrebt sein werde, die Truppen aus dem östlichen Teil der Manner- Heim-Zone so rasch wie möglich zurückzuziehen. In diesem Zusammenhang sei die Einnahme des be­festigten Punktes M u o l a , der genau im Zentrum der Mannerheim-Stellung liege, von besonderem Interesse. Im Laufe der 'Luftkämpfe sollen 14 fim nische Flugzeuge abgeschossen worden sein.

Englische Offiziere

für türkische Befestigungsanlagen.

Rom, 20. Febr. (Europapreß.) In der türkischen Grenzfestung Adrianopel sind 50 englische Offi­ziere aus Aegypten und Palästina eingetroffen. Es bandelt sich um Artillerie- und Pionieroffiziere, die bei der Verstärkung der Verteidigungsanlagen von Adrianopel und Kirkilisse mitwirken sollen. Durch das seinerzeit zwischen der Türkei und Bulgarien abgeschlossene Abkommen von Saloniki ist die Türkei ermächtigt worden, die Befestigungsanlagen von Adrianopel wieder aufzubauen. Nach den Verein­barungen, die die Türkei im Anschluß an den An­karapakt mit den Westmächten getroffen hat, wurden englische Sachverständige mit der Aufgabe betraut, die Befestigungsanlagen auf dem europäischen Ufer der Türkei zu verstärken. Ferner wird bekannt, daß sich schon seit längerer Zeit englische Offiziers­abordnungen im Gebiet der Dardanellen aufhalten. Diese Offiziere sollen mit ähnlichen Mist fionen betraut-sein.

DerWehrmachtsbericht vom Dienstag.

Berlin, 20. Febr. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südostwärts Dusen-- darf auf französischem Doden vernichtete ein Späh­trupp einen feindlichen Lastkraftwagen my etwa 20 Mann. Die Luftwaffe führte Aufklä­rungsflüge bis in die nördliche Dordfee durch«

Vrilifche Lügen.

Eine Unterredung mit dem Kapitän Daun.

Stockholm, 20. Febr. (Europapreß.)Alle- handa" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Kapitän des deutschen DampfersAltmark", Hein­rich Daun. Der Kapitän stellte gegenüber lügen­haften englischen Behauptungen über eine schlechte Behandlung der an Bord mitgeführten britischen

6me wundervoll durchgesührle Operation."

(Skandalöse Erklärung Chamberlains zumEoffack"-Zwischenfall.

N euy o r k, 20. Febr. (Europapreß.) In Zusam­menhang mit der Inspektion des Panamakanals durch Roosevelt an Bord des KreuzersTus- caloosa" unterstrich der Präsident Pressevertretern gegenüber die Bedeutung eines hinreichenden

4

Grobe Verletzung der norwegischen Neutralität."

Der norwegische Außenminister brandmarkt im Gtorting den britischen Piratenstreich.

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen

von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen

von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B

Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr.

Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen

und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf.

Chamberlain gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß das Haus mit der Regierung eins fei in per Genugtuung, daß die Offiziere und Mannschaften der von dem deutschen Kaperschiff versenkten Damp­fer befreit worden sind nach der langen Prüfung, die sie durchqemacht hätten, und daß die Abgeord­neten auch den Wunsch hätten, der königlichen Ma­rine herzlich zu gratulieren zu diesem her­vorragenden Zuwachs zu ihren Taten. Wahrlich, das britische Volk muß bescheiden geworden sein in seinen Ansprüchen an die Heldentaten seiner Marine, die einst einen Nelson zu den ihren zahlte wenn sein Regierungschef widerspruchslos ,a unter leb­haftem Beifall von Parlament und Presse, als eine Heldentat preist, was eine infame Schurkerei war. Mit der dreisten Unverfrorenheit, mit der schon im­mer britische Politiker Recht in Unrecht umgefalscht haben warf Chamberlain der norwegischen Regie­rung vor, eine gründliche Untersuchung derAlt­mark" unterlassen zu haben, so daß die Anwesenheit britischer Gefangener an Bord nicht wahrgenommen worden sei In den Augen der brittschen Regierung sei das norwegische Verhalten unvereinbar mit einer aktiven und unparteiischen Ausübung der Pflichten eines neutralen Landes. Die norwegische Regierung habe keine Einwendung gegen den Gebrauch nor- I ' ... rr___»r mit <HM 0 P>trP(T<> von

Amsterdam, 20. Febr. (DNB.) Ministerpräsi­dent Chamberlain hat am Dienstag i m U n - terhaus in Beantwortung einer Anfrage zum FallCossack" dem brutalen britischen Gewaltakt die Krone aufgesetzt. Man konnte gewiß nicht er­warten, daß er dabei von der Schurkentat abrücken würde, die auf Befehl seines Ministerkollegen Chur­chill gegenüber wehrlosen deutschen Seeleuten be­gangen wurde. Dennoch muß auch die neutrale Öffentlichkeit die zynische Art anwidern, mit der dieser rachsüchtige heuchlerische Greis eines der ge­meinsten Verbrechen in der Geschichte der Völker verherrlichte. Die erbarmungslose Abschlachtung un­bewaffneter Menschen bezeichnete Chamberlain mit eiserner Stirn als einewundervoll durch- geführte Operation", den unsagbar feigen Piratenüberfall als eine für englische Begriffe sehr mutige Aktiv n". Wahrhaftig über Moralbegriffe läßt sich mit einem Engländer nicht streiten!

Nach dieser offenen Verherrlichung brutalen Mordes überhäufte Chamberlain die norwegische Regierung mit anmaßenden Vorwürfen, weil sie es gewagt hat, den willkürlichen brittschen Anschau­ungen von Neutralität und Völkerrecht, die sich bekanntlich von denen aller übrigen zivilisierten Völker abgrundtief unterscheiden, zuwiderzuhandeln. Dabei glaubte sich der Sprecher der britischen Jm- perialiftenclique jeden Rechtfertigungsversuch be­züglich des beispiellosen britischen Völkerrechts­bruches ersparen zu können. Vielmehr steigerte er feine von hohler Rabulistik getragenen Ausführun­gen zum Schluß zu frechen Drohungen gegen Norwegen, die die Neutralen endlich über die wahren Absichten Englands aufklären sollten. ,

Jedenfalls zeigt diese skandalöse Interpretation desCossack"-Zwischenfalles eines ganz klar: Bru­talste egoistische Vergewaltigung des internationalen Rechtes und gewaltsame Aufdrängung dieses Standpunktes allen anderen Völkern, wie das in einem der Schlußsätze Chamberlains als Kommen­tar zur Rede des norwegischen Außenministers zum Ausdruck kommt, das ist Völkerrecht, wie ine bri­tische Regierung es versteht!

20. Febr. (Europapretz.) Naql «u ^rttorialgewäsier auf eine Strecke von

dänischen Außenminister nahe | Don Seemeilen durch ein deutsches

' - ike n" bedeutet der eng- Hunven ^bsichtigt, fid) her Gesangen-

i gegenüber, daß England Kr st >cy N, entziehen und brityche

fall enge assen hat nähme aus Y Y^ Gefangenenlager zu

tischen Staaten sich einig Gesang Gine ^lche Doktrin", so wagte

t der war, daß große /n»XrhnTeSnwö;'tli^^e3u ertlären^Mt im Wider-

Oslo, 21. Febr. (DNB. Funkspruch.) Zu den be­reits von uns veröffentlichten Erklärungen des Kö­nigs von Schweden schreibtDagbladet , daß der König sich völlig hinter die Neutralitatspottttk der schwedischen und norwegischen Regierung stelle. Er wende sich damit auch gleichzeitig g e g e n die von England gegen Öen Norden gerichtete Propaganda.Arbeideren" schreibt: .Bleie Norweger haben sich durch die demagvgrsche Be­hauptung. wonach England und Frankreich den Krieg um hoher Ideale, um des Friedens und der Freiheit und Demokratie willen luhve, hlnters Li ch t s ii h r e n lassen. Der provokatorische Nentro- litätsbruch der englischen Regierung unserem Lande gegenüber in dem Fall ..Cossack" und das darauf folgende Trommelfeuer der englischen Presse, welches den Ueberfall auf die Altmark' b- chomgen.M °. reißt dem englischen ,Gentleman oie Maske herunter. England macht riesenhafte Anstrengungen, um Skandinavien ' n d e n ft r eg htneinzuziehen, nicht um 83nnI 3U stützen, sondern um seine Blockade gegen Deutschland zu erweitern. England will sich ein Hand- und Halsrecht über unser Land oerschaf. fen. Die Regierung muß die Knegsakttvisten, w immer sie sich verbergen, scharf im Auge behalten, denn die geringste Nachgiebigkeit ^olaen

perialismus gegenüber kann "

für uns für unser Land und Volk nach sich ziehen.

Macht an die Stelle des Rechts.

Dänische Stimmen ?,nm FallCossack".

Kopenhagens Febr. (Eur°pa^.) Nach der Ansicht des dem i stehenden BlattesPoliti lische Uebergriff Norwegen - übeVrorfd»? all/ demokratischen Stachen sich einig sind und deren Hauptpunkt der war daß gwtze UN kleine Staaten g l e. ch g e s ° l l t "°u sich um Rechtsfragen fanble. 2In bn<e totetie i (

grundlegenden Prinzips h^^"g ^nalanö diese gesetzt. Man wisse noch nicht. °b England °.°f° Machtanwendung als neues poWs Prinzip oe behalten werde, welches durchaus »ortat ®ru«

Gefangenen fest, daß alle Engländer die gleiche Verpflegung wie die Be­satzungsmitglieder derAltmark" erhalten hätten. Der Kapitän unterstrich mit Nachdruck, daß es sich nicht um Gefangene, sondern um geret­tete Seeleute gehandelt habe, die er nach Deutschland führen sollte, um sie dort inter­nieren zu lassen. Kapitän Daun bestritt ent­schieden, daß Besatzungsmitglieder derAltmark" den an Bord gekommenen Engländern bewaffneten Widerstand geleistet hätten. An Bord des deutschen Schiffes seien auch keine Geschütze gewesen. Die Behauptung, daß von deutscher Seite aeschossen worden sei, wird von dem Kapitän derAltmark" mit Bestimmtheit als eine Lüge bezeichnet. Nach den weiteren Aussagen eines Offiziers des deut­schen Dampfers sollen die Engländer mit Stahl­helmen, Gasmasken und automatischen Pistolen versehen gewesen sein.

Berlin, 20. Febr. (DNB.) Im norwegischen Storttng gab Außenminister Koht eine Erklärung über den brittschen Angriff auf dieAltmark" ab, wobei er eingangs unterstrich, daß sich die eng­lischen Kriegsschiffe einer groben Verletzung der norwegischen H o h e i t s g e w ä s s e r, der norwegischen Neutralität und Souveränität schuldig gemacht hätten. Er betonte, daß auf den Protest des Kommandanten eines dieAltmark" begleitenden norwegischen Torpedobootes gegenüber dem Verlangen der Engländer, an Bord derAlt­mark" eine Prifenmannschäft zu entsenden, der norwegische Kommandant zur Antwort bekam, daß die Engländer von ihrer Regierung den Befehl erhalten hätten, die englischen Ge­fangenen von der ,Altmark' herunterzuholen, w i e sehr auch d i e norwegische Regierung dagegen protestieren sollte". Deutschland habe gegen die englische Neutralitätsverletzung und dagegen protestiert, daß die norwegische Regierung den deutschen Schiffen nicht genug Hilfe zuteil werden lasse. Dazu sei auf die große Uevermacht hingewiesen, der sich die norwegischen Kriegsschiffe gegenüberfanden.

Außenminister Koht erwähnte sodann, daß der norwegische Ministerpräsident dem englischen Ge­sandten in Oslo gegenüber die stärkste Entrüstung über die grobe und unentschuldbare Verletzung nor­wegischen Hoheitsgebietes zum Ausdruck gebracht habe und stellte eindeutig fest, daß das deutsche Schiff in jedem Falle das Recht hatte, nor­wegisches Gebiet zu passieren. Es gäbe überhaupt kein Völkerrechtsgesetz, welches einer kriegführenden Macht verbiete, Gefangene durch neutrales Gebiet zu führen. Hinsichtlich der lügnerischen Unterstellun­gen des englischen Gesandten, daß Norwegen deutsche U-Boote auf norwegischem Gebiet hätte operieren lassen, verwies der Außenminister auf seine Erklärung vom 19. Januar, wonach nicht der geringste Beweis dafür bestehe, daß irgendein Schiff innerhalb der norwegischen Hoheits- geroäffer torpediert worden sei. Er erwähnte hier­bei auch die deutsche Erklärung vom 14. Februar, daß kein deutsches U-Boot zu der Zeit, als diese Schiffe torpediert sein sollten, in diesem Seegebiet zugegen war und fügte hinzu, daß die seitens Nor­wegen von der englischen Regierung erbetenen an­geblichen Beweise bis heute nicht zu erhalten ge­wesen seien.

Koht entkräftete dann jedes einzelne der Argu- menle, die Lord Halifax bei der Unterredung mit dem norwegischen Gesandten in London vor­gebracht hatte und bezeichnete die englischenKla­gen" als v ö l l i g grundlos. Es schiene, so schloß Außenminister Koht, daß die englische Regierung offenbar glaube, sich sowohl über die Rücksichten auf das Völkerrecht, als auch über die Rücksichten auf einen kleinen Staat hinwegsetzen zu kön­nen, was im offenen Widerspruch zu den Prm- jripien stehe, die gerade England so oft feierlich ver­kündet habe.

Norwegen gehen die Augen aus.

Die Abwehr berFett"-9lockade

Die Vorbereitungen für die Frühjahrsbestellung und Ernte des laufenden Jahres 1940 reichen schon in den Spätherbst des Vorjahres zurück. Damals wurden alle landwirtschaftlichen Betriebe zunächst aufgefordert, ihre Maschinen und Werkzeuge nach dem Abschluß der letzten Erntearbeiten wieder in« stand zu setzen und das Bedürfnis an Wiederher­stellungsarbeiten anzumelden, soweit im eigenen Betrieb nicht entsprechende Vorsorge getroffen wer­den konnte. Wir haben bann weiter gelesen, daß viele Hunderte von Facharbeitern für Die Wieder­herstellung und Pflege landwirtschaftlicher Maschi­nen umgeschult werden.

Kurz darauf kam die Mitteilung, daß die im Herbst etwas herabgesetzte Zutellung an Stickstoff­dünger wieder auf den normalen Stand gebracht wird, Kali ist reichlich vorhanden. Außerdem war die Landwirtschaft und damit greifen wir schon auf die Göring-Rede vom 15. Februar zurück- eit Jahren durch vorteilhafte Preisgestaltung er­muntert worden, in den Boden soviel Dünger hineinzutun, als sich mit den Betriebserfordernissen irgendwie vereinbaren ließ. Generalfeldmarschall Göring hat in seiner Jnsprache an das Landvolk bestätigt, daß diese Aufforderung zur vorsorglichen Düngung überall verstanden worden ist. Der lange Winter hat Befürchtungen geweckt, ob die Dünge­mittel nun auch wirklich bis zum letzten Landwirt in ausreichender Menge herangebracht werden ton­nen und ob die Verkehrsmittel diesem Ansturm gewachsen sind. Auch hierüber gab Hermann Göring die beruhigendsten Versicherungen. Schließlich fällt noch in, den Dezember des Vorjahres die allge­meine Anmeldung des Bedarfs an Hilfskräften. Während unsere Bauern diese Anmeldungen ein­reichten, waren in Polen schon die Werbekolonnen unterwegs, um viele Hunderttausende von landwirt­schaftlichen Arbeitern auf der Grundlage des freien

das heißt nichts anderes, als brutale Vergewaltigung zum legalen Bestandteil des Völkerrechts erheben. Aber Herr Chamberlain und die Clique der Kriegs­macher in London mögen gewiß fein, daß künftighin Recht fein wird, was die jungen, gesunden Völker für Recht halten. Dafür kämpft Deutschland, und es ist gewiß, daß der Frevel im Jössing-Fjord und Chamberlains dreistes Unterfangen, diesen Völker- rechtsbruch in Recht umzufälschen, dazu beitragen werden, der Welt die Augen darüber zu öffnen, daß unser Kampf gegen britisches Piratentum, gegen Verlogenheit und Unmoral der Kampf aller anstän­digen Leute ist. L.

Rechtsverdreher.

Das Schicksal des deutschen Frachters Düsseldorf".

London ist krampfhaft bemüht, das ungeheuerliche Verbrechen an dem deutschen DampferAltmark" durch den Hinweis zu erklären, ja zu verherrlichen, daß sich an Bord des Schiffes britische Untertanen befanden. Der Dampfer habe daher kein Recht zur Fahrt durch neutrale Gewässer gehabt. Da ist es wichtig, auf das Schicksal des deutschen Frach­tersDüsseldorf" hinzuweisen. Dieses Schiff wurde Mitte Dezember einwandfrei innerhalb der amerikanischen Neutralitätszone durch den britischen KreuzerDespatch" aufge­bracht. Dennoch gestattete der amerikanische Kom­mandant die Durchfahrt der unter einem be­waffneten brittschen Prisenkommando stehenden Düsseldorf" durch die neutralen Gewässer des Panamakanals, und zwar unter der britt­schen Kriegsflagge. Die deutsche Mannschaft befand sich wöhlgemerkt gefangen an Bord des Schiffes. Keine Zeitung kritisierte damals den Standpunkt des amerkanischen Kommandanten. In England insbesondere betrachtete man ihn völker­rechtlich als selbstverständlich, obwohl das Schiff überhaupt erst durch einen Bruch des Völ - kerrechts aufgebracht worden war.

In dem Augenblick jedoch, in dem ein deut­sches Schiff mit einer rechtmäßigen Prise an Bord Gefangene sind Teil einer Prise in neutralen Gewässern eintraf, änderte sich für die britischen Rechtsverdreher die ganze Lage. Das Recht", das sie verehrten, solange es ihre Taschen füllte, wurde augenblicklich fallen gelassen und em neuesR e ch t" trat an seine Stelle. Auf Grund des neuenRechts" wurde nun gemordet. Der Welt wird jedoch verkündet, daß alles in Ueb er einst im- mung mit denGesetzen" geschah.

England^abri bringt den Tod.

Der brittsche PetroleumdampferImperial Transport" (8022 BRT.) ist torpediert worden. Das Schiff wurde in zwei Teile gespalten. Die Be­satzung hatte auf dem rückwärtigen Teil Zuflucht gesucht und wurde nach drei Tagen von einem Kriegsschiff gerettet. Der in Bergen beheimatete DampferHop" (1365 BRT.) ist mit der ganzen 17föpfigen Besatzung verloren gegangen. Der Damp­fer verließ Bergen am 3. Februar mit dem Ziel England. Der norwegische DampferStart (1168 BRT.), der vor längerer Zeit einen englischen Hafen verlassen hatte, muß als verloren aufgegeben werden Der 4291 BRT. große griechische Dampfer P e l i n a i o n" ist in der Nähe der Bermudas 'auf Sttand gelaufen und in zwei Teile zerbrochen. Der griechische DampferElli n" (4917 BRT.) ist 60 Seemeilen von Cap Finisterre entfernt gesunken. Der finnische DampferWilja" (6672 BRT.) ging infolge einer Explosion unter, ebenso das nor­wegische SchiffS a n g ft a b' (4297 BRT ).

Der (Schutz des Panama-Kanals.

hm<i

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats--Be$ugspreis:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Gießen

Postscheckkonto:

firanffurt am Main 11686

Kbambertain wörtlich ZU erklären steht im ffiib«. Ipruch zu dem internationalen Recht, wie die h r i f i I di e Regierung es versteht.

6 fiter Hegt der Hase im Pfeffer:Wie di- britische. Regierung cs versteht." - Recht ist also, was d,e Briten sür Recht. halten und die anderen Batt» ^n^benswÄtigen Verbindungsweg

haben das zur Kenntnis zu n b en u ö a) ) bem Stillen und dem Atlantischen Ozean,

zu richten, was> duBriten ihnen ^Mrewe^^a^ 3^1 ^natnakaNal interessiere nicht nur die Der- lageTfÄ Zulamm-nl-b-n gesitteter Rationen, einigten Staaten, sondern auch alle anderen 21 ame-

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger sür Oberhessen

Druck uns Verlag: Vrühlsche Universitatsdruckerei R. Lange in Gießen. Schnstlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7