Geten.el dkrhunseindknVöoel!
not!
Aus der engeren Heimat
fiT 194041
heit. Der Hauseigentümer ist (nach Vorschriften über die sogenannten „unerlaubten Handlungen ) zum Schadenersatz und zur Zahlung von Schmer- zensgeld verurteilt worden.
Zulegen.
** Vom Deutschen Roten Kreuz. Das letzte Heft der Zeitschrift „Das Deutsche Rote Kreuz bringt Geleitworte des Generalseldmarschalls von Mackensen, des Reichsoerkehrsministers Dr. D o r p m ü l l e r und des ®enerM« der Gehirns- truppen Dietl: „Ich kann nur feststellen, daß bei den Kämpfen um Narvik das Deultche Rote Kreuz in gleich vorbildlicher Weise seine Pflicht erfüllt hat, wie die Frontsoldaten." Die reich und gut bebilderten Aufsätze behandeln die Tätigkeit der DRK- Schwestern im Kriegslazarett, in Dänemark und in Norwegen. Es folgt ein Aufsatz: „Sprechstunden. Helferinnen entlasten unsere Aerzte", sowie je ein Bericht über die Deutsche Lebens-Rettunas-Gemein- schoft und d'e Zusammenarbeit Deutsches Rotes Kreuz und DLRG Unserer Dessarobiendeutschen wird in einigen Besvrechungen gedacht' Auszug und
Dm führet:
Vein Opfer: Venn was geschieht Damit!— Was haben wir in Veutfchianb für wua- den geheilt, wo Haden wir überall geholfen, welche gigantischen soziales kinrichtungen sind geschaffen morden!
orakel stellt man vielerorts gern an; man nimmt zwöll Blütenknospen, stellt sie am Wechnachtstage ins Wasser und benennt jeden Blütenstengel mit einem Monatsnamen; je nach der Art, wie das S'englein zur Blüte kommt, ob es voll aufgeht, sich kümmerlich entfaltet oder bald welkt, wird noch altem Dolksalauben das Wetter des betreffenden Monats im Folgejahre fein.
G A -Gpori.
Watzenborn- Steinberg L — Marburg L
Oie Versorgungslage im Rhein-Main-Gebiet.
Die Diehmärkte erlebten einen fehr starken Auf. trieb, da in der letzten Woche die Verteilung für die zwischen den Feiertagen ausfallenden Märkte vorgenommen werden muhte. Alle Märkte waren auf Deckung des Bedarfs abgestellt, da matz Umleitungen und Herausnahmen vermeiden wollte. Die Qualitäten waren mittel bis gut, zum Teil sehr aut. Man rechnet damit, daß auch am Nächsten Markttage, dem 30. 12. 1940, keine Zuschüsse von auherhalb nötig sind. .
Am Obstmarkt sind Aepfel in kleineren Mengen Angeboten. Die Verteilung auf Karten ist beendet. Da die Witterung einen Versand nicht zuläht, werden die dafür vorgesehenen Mengen in unserem Gebiet verteilt. Vor den Festtagen wird es möglich sein, noch einige Apfelsinen auf den Markt zu bringen. Auch das französische Mostobst kommt nach und nach herein. Der Gemüsemarkt ist mit den meisten jahreszeitlichen Gemüsearten ausreichend ver-
Ein neuer Hufruf von Eiern ist nicht erfolgt und auch vor Weihnachten wegen des Transportes nicht mehr zu erwarten. Zur Zeit erfolgt nur noch die Ausgabe der letzten drei Eier auf den Abschnitt c der Reichseierkarte.
Die Kartoffelbelieferung wird keine Stockung er. fahren, da sowohl beim Groh-, als auch beim Klein. Verteiler vorgesorgt wurde. Verladungen nach außerhalb des Dersorgungsgebietes haben aufgehört.
Der Bedarf an Butter und Käse war weiter aus. reichend gedeckt.
Arn Mehlmarkt ist es sehr ruhig geworden, nachdem das Weihnachtsgeschäft in der Hauptsache beendet ist. Auch am Getreide, und Futtermartt ist keine Aenderung, gegenüber der Vorwoche, ringe-
Beobachtung der -rrkehroüblich-n Sorgfalt di. S--, gaben °°rb-rr«-n di<, ^ aus Khn^^Iond-ren Zwecken
fahr nicht erkennen konnte. f° daß ein mit-ir end^ | hg , find und P«■ ttmi W m« b«" ®| »Bl*«« ^nd.lt sich dabei u a. um Fahrten zur D-rfchuId-n nicht vorliegt. Denn wer in stad.,Ich-n eni «N»« rd'n ^e Z!l..b°rfch°!t Behandlung durch Facharzie. zur Unterbringung m
Heilanstalten, zum Besuch von Kurorten und Er- holungsheimen, zur Vorstellung bei Arbeitgebern, beim Stellenantritt und in anderen ähnlichen Fa - len. Beim Lösen des Fahrscheins ist ein vom Wohlfahrtsamt für die Fahrt ausgestellter Ausweis vor-
Oer Creditverein Heuchelheim I im neuen Heim.
k^tzeuch-lh-im.18. Dez. Seit einigen Tagen befinden sich die Geschäftsräume des Creditoer - eins Heuchelheim in dem neuerbauten Kassengebäude des Vereins in der Gartenftrahe. Die Anregung zu diesem Neubau wurde im Vorstand und im Aufsichtsrat des Ereditvereins schon vor einigen Jahren gegeben. 3m vorigen Jahre konnte mit dem Neubau begonnen werden, der nunmehr in seiner inneren Ausgestaltung so weit gediehen ist, daß er bezogen werden konnte, während von den Außenarbeiten einige noch zu leisten sind. Die früheren Geschäftsräume in dem Wohnhause des Kassenrechners Ferdinand Vollmann II. waren schon seit langer Zelt zu klein geftorDen, da sich der Betrieb der Kasse gerade in den letzten zehn Fahren bedeutend vermehrt hat. Die Kasse ist nicht nur das maßgebende Geldinstitut für unseren Ort, sondern auch für die zahlreichen Mitglieder, die in den Nachbar- orten wohnen. Das neue Kassengebäude in der Gartenstraße ist in feinen räulichen Ausmaßen so ge- holten, daß alle Einrichtungen der Kasse bequem nntergebracht werden konnten. 3m Erdgeschoß befinden sich die Büro- und Kassenräume mit allen modernen Anlagen. Der erste und der zweite Stock dienen als Wohnung für Kassenangestellte.
Geflügelaussteliung in Krofdorf.
c? Krosdors.Sieiberg.20.Dkz. Der hie. sige Geflügelzuchtverein führte unter Beteiligung einer Reihe von Orten der näheren und weiteren Umgegend eine erweiterte Geflü - gelschau im Saale von Moos durch. Der Der- einsleiter Gottfried Häsler und seine Mitarbeiter hatten die reichbeschickte Ausstellung in 207 Nummern mit Sorgfalt aufgebaut, so daß sich die zahl- reichen Besucher von der hohen Qualität des hei- mischen Geflügelzuchtstandes auch jetzt im Kriege überzeugen konnten. Eine Prämiierung der Tiere durch die Züchter Bender (Griedel) und May lLang-Göns) gab'ben Ausstellern Zeugnis von bem Wert und der Leistung der einzelnen Rassen. Eine große Anzahl Ehrenpreise und Zusatzehrenpreise, gestiftet von der Reichs, bzw. Landesfachgruppe, der Landesbauernschaft und der Gemeinde Krofdorf- Gleiberg und von privater Seite, konnten vergeben werden. Der 1. Preis fiel auf eine Rheinländer Henne des Züchters Willi Pfaff (Krofdorf). Ausgezeichnete Ergebnisse erzielten ferner Fr. Schmidt, Otto Leib, Karl Stork. Willi Hassefbach, Willi Kirch, Ernst Valentin, Karl Weber, Karl Bittendorf, sämtlich aus Krofdorf; Ehr. Steiß, August Dapper aus Gleiberg: Ludwig Zeller und Willi i Schäf-r aus Wißchar; Wilhelm Dender, R. Mandler I und Ernst Leib aus Launsbach. Reges Interesse
Zum weiteren Meisterschaftsspiel empfangen dir Watzenborn-Steinberger „Teutonen" am kommen, den Sonntag die 1. Mannschaft des VfL. Marburg, Die Gastmannschaft, die erst verspätet in die Be« zirksklasse der Staffel Gießen einaereiht wurde, bat von ihren bisher ausgewogenen. Drei Spielen zwei gewonnen und eins verloren. Die Mannschaft wird auch am Sonntag versuchen, ihren guten Tabellen, platz weiter auszubauen. Ob dies in Watzenborn« Steinberg gelingen wird, dürfte ganz davon abhän« Sen, welche Mannschaftsaufstellung von den „Teu, men" auf die Beine gebracht wird. Schmitt wird auf alle Fälle wieder ersetzt werden müsien, abu desto mehr werden sich seine Kameraden anstrengen, um diesen Au-,'all auszumerzen. Falls die gleiche Mannschaftsleistuna wie in Burgsolms bestehen sollte, gehen auch Die „Teutonen" nicht aussichtslo, in diesen Punktekampf.
Steinbach I — Daubringen L
Am kommenden Sonntag empfängt die 1. Mann» schäft von Steinbach die gleiche von Daubringen. Das Vorspiel konnten die Platzbesitzer für sich ent« scheiden. Steinbach hat inzwischen an Spielstärke verloren. Die Frage, ob es den Einheimischen am Sonntag gelingen wird, den Vorteil des eigene« Platzes auszunutzen und die Gäste zu schlagen, bleibt offen.
Handbatt-Iugendfpiele am 22. Dezember.
3m Hinblick auf die am kommenden Wochenende ftattfinbenbe Sammlung zu Gunsten des WHD. werden die ange^etzten Pftzchtspiele ohne Ausnahme auf 15 Uhr verlegt. Dadurch besteht die Möglichkeit, daß alle Mannschaften eingesetzt werben könne« und mit den Spielen sich sogar Beträge für da, WHW. frei machen lassen. An-gesetzt sind:
Bann 116: Tv. Gießen-Klein-Linden — Tv.. Heuchelheim; Spgde. Garbenteich — To. Lich
Bann 88: Tv. Oberkleen — To. Hochelheim;: Tv. Atzbach — Tv. Krofdorf; Tuspo W-Medev- girmes — Tv. Katzenfurt II; Dv. Katzenfurt I gegen: Tv. Garbenheim.
Bann 116: Tv. Holzheim — Mtv. Gießen II;; To. Grüningen — Tv. Lang-Göns.
Wirkung zu. Tatsächlich enthält der Nieswurz. Helleborus niger, ein Gift, das — wie die meisten Gifte — bei richtiger Anwendung sehr wohltätig wirkt. Die Wissenschaft reiht das „Helleborein" in die offizinalen Herzgifte ein, wie auch das bekanntere Digitalis, Fingerhut. Bereits das deutsche Mittelalter kannte die Anwendung des Extraktes der Weißen Weihnachtsrose gegen „Schwermut", vielleicht „Herzangst", • angina pectoris. Als gutes Omen für den Landwirt gilt es heute noch wenn die Christrose winters reichlich blüht; es soll dies ein gutes Erntejahr verheißen. Auch ein Wetter
treten.
Die Versorgung der Derbraucherschaft mtt Zucker geht reibungslos vonstatten. Die Ablieferung von Zuckerrüben an die Fabriken wird in den nächsten Tagen beendet. Der Zuckergehatt der Rüden ist gleich gut geblieben.
Backen ohne Fett und doch l cker!
NSG. Manche Hausfrau möchte zu Weihnachten allerlei backen, doch will die eine ober andere Zu- tat nicht recht ausreichen. Unendlich viele Hausfrauen haben neue Vorschläge, die sie anderen gerne zur Verfügung stellen möchten. Die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk probiert praktisch all diese Vorschläge oiid und leitet besonders Brauchbares an jede Hausfrau weiter, die einen Rat sucht. Selbstverständlich erfolgt die Beratung kostenlos, ebenso wie die Aus- gabe von Rezepten. Darum, Hausfrauen, besucht ie in eurem Kreis gelegenen Betreuungsstellen ober die Kreisstellen des Deutschen Frauenwerkes in Gießen, Lindenplatz 11.
„G erfahrt ist no4!*
Hilf mH — Wettbewerb für das Schuljahr 1940/41.
Die deutsche Schuljugend ist von dem Reichswal- ter des NS.-Lehrerbundes, Fritz Wächtler, und dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dr h. c. Räder, in den nächsten Monaten zu dem Wettbewerb „Seefahrt ist not!" aufgerufen. 3n Aufsätzen, Erzählungen, Zeichnungen, graphischen Darstellungen, plastischen Arbeiten, Modellen usw. soll die Jugend zeigen, was sie zu dem Wort: „Seefahrt ist not!" zu sagen hat.
Der Wettbewerb soll unsere 3ugenb auf die Auf
fand auch die ungegliederte Lehrschau, der die Reichsfachgruppe mannigfaltiges Material aus dem Gebiete der Geflügelhaltung zur Verfügung gestellt hatte. Anläßlich der Veranstaltung tagte die Kreisfachgruppe mit Vertretern von fast allen Ortsvereinen. Hierbei referierte der Kreisfachgrup- penleiter Ehr. Steiß (Gleiberg) über die gegenwärtige Geflügelzuchthaltung, Die Pflege und Förderung und über die damit in Verbindung stehenden neuen Bestimmungen Des deutschen Geflügel- zuchtverbandes.
Naturschutz und Heimat.
b S ch o t t e n , 18. Dez. Der hiesige Zweig- verein des VHC. hielt gestern im „Anker" einen wvhlgelungenen Familienahend ab, Der sehr stark besucht war. Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Apotheker S c r i b a , hielt Der Naturschutzbeauftragte unD Bergwachtführer 3- B u ß einen interessanten Vortrag über Naturschutz und Heimat. An Hand des Naturschutzgesetzes sprach er über Die vom Gesetz geschützten Tiere, Pflanzen und einzelne Naturgebiete, wie den Bühlerwald bei Gedern, das Hochmoor, die Taufsteinkuppe mit dem Urwald. Näher ging er auf die Umgebung von Schotten und die Teile Der Gemarkung Schotten, die unter besonderem Naturschutz stehen, wie Der Alteburgskopf, die Nußallee, der Altebachsberg, Die Warte, Marienruhe u. a. ein. Mit Begeisterung hob Der Vortragende Die vielen besonderen Schönheiten unseres Gebirges hervor. Reicher Beifall belohnte den um Den Naturschutz und Die Markierung in unserem Gebirge verdienstvollen Redner. 3m 3uni nächsten Jahres wird der VHC. fein 60jähriges Bestehen feiern, Das wie üblich in Der Gründungs- ftaDt Schotten begangen wenden wird.
Butter aus gestohlenem Nahm.
Lpd. Dillenburg, 19. Dez. Ein bei Der Molkerei Mademühlen beschäftigter Mann hatte sich vor Gericht wegen Vergehens gegen Die Kriegswirtschaftsverordnungen zu verantworten. Der Mann hatte aus der 'Molkerei Rahm entwendet, diesen in feiner Wohnung z u Butter d e r arbeitet und Die Butter an Verwandte und Bekannte geliefert. Das Urteil lautete auf a cht M o - n a te Gefängnis.
Die weiße Weihnachtsrose.
Liebliches Sinnbild der auch im Winter unsterb- , liehen Natur, Symbol zugleich unerschütterlichen Lebensmutes ist die Christrose, Die alljährlich zur Weihnachtszeit viele deutsche Gabentische und man- : ches treugepflegte Grab schmückt. Man erzählt, daß ! diese Pflanze erstmals in der heiligen Mitternacht ■ erblüht fei, die uns Das Christkindlein schenkte; ! Drum schreibt schlichter Dolkssinn ihr heilbringende
♦* Errnästiate Kraftpostfahrgebühr wird 'm einiaen Befvrechungen gedacht' Auszug und für Schwerkriegsbeschädigte Die Deut-l Rückkehr und DRK -Ein^ ttn Nwsied^asl.ger fche Reichspost dehnt die für Kriegsbeschädigte bet Vergrab. Zwei kurze. Ausführungen über das Benutzung Der Kraftposten und Landkraftposten ge» Deutsche Krankenheim m Madrid und das D^rK. wahrte Fahrgebühren-Ermäßigung von 50 v. S). für • verpflegt Soldaten beschließen Das lesenswerte Heft.
fahr nicht-------- . .
Verschulden nicht vorliegt. Denn wer in iiuumajtrn wu»«ui -........ -r.; H
Verhältnissen durch ein offenes Gartentor oder > See- und Weltgeltung zu ^rdeiu Die Er^lehers f einen Vorgarten Den Weg zur Haustür geht, ist angehalten, bei ihrer «toffgebung wahrend der braucht nicht dam.t zu rechnen, daß plötzlich ohne i nächsten Wochen alle Fragen Z« berühren d e aus jede Sicherung Treppenstufen zu einem Keller hm- dieser Zielietzung erwachsen, das Derstandni. der abführen Insbesondere kann nicht oerlangt wer- Jugend über die Kriegs- und ^^belsmar ne z den. daß er bei Dunkelheit den Erdboden vor sich vcrnesen und ihre Kenntnisse über deren Ausbau mit dem Stock oder Schirm Darauf prüft, ob nicht und Aufgaben zu erweitern
plötzlich Stufen in die Tiefe führen, oder dnh er | In ra»lreichen Derf°mmfun«-n der Erzieher schleifend ober schlürfend" geht. Er darf vielmehr wurde in Den letzten Wochen überall in umercm
daraus vertrauen daß sich Der Zugang Durch Den Gau — und Darüber hinaus in ganz Deuschland Vorgarten zu einem städtischen Miechause in einem Der schulmäßige Ablauf Des neuen Wettbewerbs Verkehres,ch^r-n Zustande bTfinM, auch bet Dunkel- j eingehend besprochen und nach K°rm-nbte heit. Der öauseiaentümer ist «nach Vorschriften er auch der kleinsten ochule und b'm letzten «chu
lerer möglichen mit einer Einzel« ooer hinein- schaftsarb'eit an Dem Wettbewerb teilzunehmen.
Gegen Ende März nächsten 3ahres werden in allen Schulen Ausstellungen Durchgeführt werden. Die der Öffentlichkeit zeigen sollen, wie unsere 3u- gend sich für einen hohen Gedanken zu begeistern vermag, wie Die Arbeit Der Schule Dem großen Leitgedanken unterstellt werden tonn: Seefahrt ist
Stt$läd)tlingaufßotfito
Roman von Heinz LorenMambrecht
23. Fortsetzung. lNachdruck verboten.)
Solterbeck fällt ihm hastig ins Wort: „Also, nun sei schon still, Viktor. Von Unkosten und derartigem brauchst du schon gar nicht anzufangen. 3etzt gehe ich erst mal Chinin holen und Dann zu Ansaldi wLgen Der Papiere. Das weitere wird sich finden."
ÜWtor sieht ihm mit einem trüben Blick nach. Er weiß schon genau, daß er allein in dieser heißen fremden Stadt bleiben muß.
Am Nachmittag fährt vor der Hafenkneipe ein Krankenauto vor, Das Viktor in das Sanatorium Dr. Wardens bringt. Der Arzt hat noch einmal mit Maria Ansaldi telephoniert und ihr die Unerläßlich« feit der Ueberführuna klargemacht. Solterbeck ist gerade nicht da, als Viktor abgeholt wird. Erst als er zurückkommt — mit den Papieren, Die ihm und Viktor Die Einreife in die Schweiz ermöglichen, erfährt er, was geschehen ist Sofort begibt er sich zu feiner Tante, insgeheim vertraut mit dem Gedanken, allein nach Deutschland fahren zu müssen.
Maria Ansaldi überzeugt ihn, daß es so am besten für seinen Freund sei und verspricht ihm, sich auf jede Weise um diesen zu kümmern. Hieraus tritt Solterbeck noch einen schweren Gang an. Den ins Sanatorium Dr Wardens, um sich von Viktor au verabschieden. Aber als er ankommt, liegt dieser In einer schweren Fieberphase. Es kann nach Dr Wardens viele Stunden währen, ehe der Kranke vorübergehend wieder klar wird. Es ist besser, so denkt Solterbeck, als^r wieder zurück^ährt, auf diese Weise bleibt uns das schwere Abschiednehmen erspart.
Die letzten Stunden bis zum Abgang seines Zuges verbringt er allein mit trüben Detrackmngen Um Mitternacht besteigt er Den Zug nach Mailand Am folgenden Morgen halt er an Der Grenzstation An feinen Papieren und feiner Person fällt nichts auf. Nach einer halben Stunde fährt er weiter über Den Gotthard nach Luzern Hier will er einige Tage bleiben, da er erfahren hat, daß die deutschen internierten Offiziere größtenteils in Den Ortschaften um den Vierwaldstätter See herum nntergebracht sind
Als er gleich nach feiner Ankunft jenseits der Reußbrücke in Die Uferpromenade einbiegt, sieht
er Drei deutsche Offiziere auf sich zukommen. Der Kleine in Der Mitte tragt Die schwarze Attila Der Braunschweiger Husaren und die Mütze mit dem Totenkopf.
„Peddinghusen .. .!*
„Solterbeck! Na, was hab ich Ihnen prophezeit?"
Es ist ein Wiedersehen.
Während sich Solterbeck kurz in Luzern aufhält und dann nach Deutschland fährt, um an Den allerletzten Frontkämvfen teilzunehmen, ringt sein Kamerad Viktor in Genua mit einer schweren Tropenmalaria auf Leben und Tod.
VIIL
Maria Ansaldi nimmt die Betreuung Viktors in wahrhaft mütterlicher Weise auf. Schon am Tag nach Solterbecks Aofahrt begibt sie sich in Dr. Wardens Sanatorium, das außerhalb der Stadt im Bi- fagnotal lieat, und steht nach Dem Kranken. Viktor weiß aus feiner neuen Umgebung nichts zu machen, fein Gehirn faßt auch in Den immer seltener werdenden flareren Stunden nichts mehr auf. Die Fie- beranfälle folgen sich mit kürzeren Unterbrechungen und dauern manchmal Tag und Nacht an. Der durch die lange Gefangenschaft geschwächte Körper ist diesen hefttgen Angriffen kaum gewachsen. 3m- merbin vertraut der Arzt auf die 3uaend und den stark eingenisteten Lebenswillen des Kranken.
Als er mit Maria Ansaldi bei ihrem ersten Besuch über Viktor spricht, erwähnt er, daß jener in seinen Delirien fast nur deutsch spreche, und daß Darin häufia zwei Frauennamen eine Rolle spielten: Thea und Beate.
Der Arzt sieht dabei Maria Ansakdi an, als erwarte er von ihr irgendeine Erklärung. Da sie weiß, daß sie von Dr. Warden die Karten aufdecken Darf, enthüllt sie ihm, was es mit dem angeblichen Stephan Walker für eine Bewandtnis habe. Viktors Geheimnis wird, solange er sich in Wardens Sanatorium befindet, gewahrt bleiben.
Woche um Woche ringt Viktor mit den hartnäckigsten Fieberan'ällen. Sie erreichen ihren Höhepunkt, lasten nach erschöpfen sich. Fugend und Lebenswillen sind Sieger geblieben. Der Preis ist doch gewesen. Viktor ist zunächst nur noch der Schein eines M-nlchen Aber nun w-rden die Pausen. in denen er ruhen und Kräfte sammeln kann, von Tag zu Tag länger. Oft sieht Maria Ansaldi
nach ihm, allein ihre Nähe kann ihm noch nichts bedeuten.
Dann aber kommt Der Tag, an dem er ihre Gegenwart zum erstenmal mit klaren Sinnen emp- inoet. Er hat eine besonders gute Nacht gehabt und ühlt sich erfrischt, als Dr. Warden mit Maria An- alDi an sein Bett tritt.
„Das ist Frau Ansaldi, Mr. Walker", stellt Warden vor.'
Maria Ansaldi lächelt ihn ermunternd an und streckt ihm langsam die Hand hin.
Viktors Augen hängen forschend und mit tiefer Verwunderung an ihrem Gesicht. Zug um Zug scheint er es in sich aufzunehmen. Der erste Mensch aus Der Welt jenseits Des Krankenhauses und auch jenseits des Stacheldrahtes, Der Dem GenesenDen, der einem neuen Leben Wiedergegebenen entgegentritt! Maria Ansaldi macht einen tiefen Eindruck auf ihn, sie mag ihm wie ein Engel Vorkommen.
Er bemerkt gar nicht Die ausgestreckte Hand, so sehr hat er sich verfangen in ihrem Gesicht. 3n leichter Verwirrung nimmt sie Die Hand wieder zurück und zieht sich einen Stuhl herbei, um sich zu ihm zu setzen. Dr. Warden entfernt sich, um nach feinen anderen Kranken zu sehen. Viktor ist mit Maria Ansaldi allein.
Sie hat eine kleine Befangenheit zu überwinden. an der gewiß fein unverwandt auf sie gerichteter Blick schuld ist. Sie sagt: „Nun haben Sie Das Schlimmste überstanden, und es geht wieder bergauf mit Ihnen. Bald werden Sie wieder ganz gesund fein .. .*
Er hört kaum auf das. was sie fvricht und unterbricht sie fast: „Sie sind Maria Ansaldi?" Als ob er nicht gehört hätte, daß Der Arzt vorhin ihren Namen nannte.
„In. 3ürf Solterbecks Tante bin ich."
„Haben Sie Nachricht von ihm? Ist er in Deutschland?" Er ist offenbar vollkommen im BilDe.
„3a. Ich habe auf Umwegen Nachricht bekommen, daß er in Hamburg ist. 3n Luzern hat er einige von seinen alten Kameraden aus Bastia getrogen."
„Wissen Sie, ob er an die Front gegangen ist?"
„Als ich Die Nachricht erhielt, war er gerade in Hamburg anaefommen." Sie ahnt, was in ihm vorgeht und sucht ihn zu ermuntern: „Nun werden Sie fa auch bald so weit sein, daß Sie nach Deutschland zurück könn-n "
Viktor lächelt und schweigt und sieht sie wieder
unverwandt an. Nichts anderes mehr als sie scheiÄ seine TeUnähme zu haben. Maria Ansaldi tonne nichts Rechtes mit ihm anfangen. Auf ihr harmloses Geplauder geht er kaum ein.
Als sie sich erhebt, macht er eine erschrockene Bewegung: „Wollen Sie schon gehen?"
„3ch Darf noch nicht so lange bei 3hnen bleibens. Es ermüdet Sie."
„0 nein, im Gegenteil."
„3d> komme ja wieder."
„Sicher?"
„Gewiß. 3ch war doch schon öfter bei Dhnen. €>w waren nur nicht bei klarer Besinnung."
Da fällt ihm etwas ein: „Sie waren öfter bei mir? Wissen Sie, ob ich etwas .. etwas Dummes ausgeplaudert habe in meinem Fieber?"
„Was nennen Sie etwas Dummes?" Sie lädjeÄ „Sie haben gar nichts Dummes ausgeplaudert.
„3ch habe deutsch gesprochen, nicht wahr?" „Natürlich. Wir sprechen fa auch die ganze Ze» über deutsch."
Erst jetzt fällt ihm diese Tatsache auf. „Natürlich. Aber der Arzt?"
„Er weiß alles. Aber Sie brauchen keine Anef. zu haben. Er und feine Angestellten werden W Geheimnis bewahren."
„Und wann kommen Sie wieder zu mir?" Sarflit liegt ihm offenbar am meisten.
„Mckrgen", lächelt sie.
„Danke. Das ist sehr, sehr freundlich von 3bn*n" sagt er bewegt.
Sie reicht ihm die Hand Er ergreift sie und wiH sie küssen. Plötzlich aber läßt er sie los und mir"t sich hastig herum. Er will die aufsteigenden Trair i vor ihr verbergen. Er ist sehr schwach und weich geworden. Maria Ansaldi verläßt leise das Zimmn.
Viktor zeigt fortan wieder eine gewisse Lei'' nähme für feine Umgebung. Er ißt auch mit reaeitt Avpetll. Das hat der zum Skelett abaemagertl Körper auch dringend nätto. Die schwere Krankheit hat seinem Gesicht ihren Stemvel aufgedrückt. S ist. al« ob die unbekümmerte Frische der IugemS endgültig Du raus getilgt, als ob Viktor zum fertigt Mann geprägt worden sei. Der Mund ist meist M msammenaevreßt, als solle fein überflüssiges ®*rrt über die Lippen kommen, die Augenbrauen siM näher zusammengerückt, so daß sich über Der Uta*<e eine senkrechte Falte zu bilden beainnt, und H dunklen Augen haben einen grüblerischen Ausdruck angenommen. (Fortsetzung folgt.)


