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Aus dem Wege in die Gefangenschaft
Antwerpen wieder zum Leben erwacht
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Nie Hakenkreuzfahne ans dem Vrnffeler Rathaus
Reichsminister Nr. Frick zum Muttertag
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' mb von diesem in dessen historisch-ehrwürdigen LEji 2mtszimmer die Kapitulation verlangte. Die L Übergabe der Stadt und die Entwaffnung der
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Die deutschen Mütter mitten im Lebenskampf der Nation
Mit wenigen Begleitern unter Führung von zwei Brüsseler Feuerwehrleuten begab sich der Major dinn gegen Abend in das Rathaus, wo er n it dem Oberbürgerme ist e r zusammentras
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3or wenigen Minuten tobte hier noch der Kampf. Die auf dem Boden liegenden Stahlhelme verraten, ' daß auch französische oder belgische Gefangene gemacht wurden. Die Männer gehen nun sichernd vor, rm ihre Kameraden, die die Telephonleitungen zu legen haben, gegen Ueberraschungen zu sichern.
(PK.-Borchert-Scherl-M.)
Brücken den Eindruck Hervorrufen möchten. Aber an den Straßen stehen in kleinen und größeren Gruppen die Menschen. Biele winken uns zu, bieten uns mit lachendem Gesicht den Deutschen Gruß. An den Ecken und Straßenkreuzungen stehen schnell hevbeigeschaffte Tische, Eimer und Wannen mit Wasser, Kaffee (Bohnenkaffee!) und Limonade für die vorbeiziehenden Truppen. Auf Schritt und Tritt zwingt es uns sich immer mehr auf: Es ist doch deutsches Land, in dem der Marschtritt unserer Soldaten erklingt. Eupen-Malmedy heißt dieses Land, das hin und her gerissen wurde. Ein Land das deutsch geblieben ist, sogar unter seinen Kindern. Versailles hat es vom Reich getrennt und sie warteten auf diesen Tag. — Hufgeklapper, Räderrollen und immer wieder Marschtritt. An den Straßen und Fenstern lagern seit dem Erscheinen der ersten deutschen Truppen die Bewohner. Tabakwaren, Getränke und Eßwaren werden den deutschen Soldaten buchstäblich zugestopft, als ob sie seit Wochen nichts mehr zu essen bekommen hätten. Die Wachen, die öffentliche Gebäude in den Schutz der deutschen Wehrmacht nehmen, können sich der Angebote kaum erwehren. Unmöglich all die Begegnungen zu schildern, die man in wenigen Minuten in Malmedy hatte und die jedem einzelnen zu einem Erlebnis wurden.
Karl Heinz Balzer.
3m deutschen Malmedy.
P. K. Am 10. Mai marschierten die feldgrauen Kolonnen durch das deutsche Malmedy, durch einen Lanoesteil, in dem Kinder wie Greise deutsch sprechen. Die deutschen Soldaten marschierten, wofür ihre Väter einst gekämpft und ge-
*♦ I blutet haben.
War es Zufall oder bewußte Fügung, daß hier als erster ein Deutscher den Truppen den Gruß entbietet? Ein Landmann, etwa 60 Jahre alt, die lange Pfeife in der Rechten, winkt uns zu. I Er weiß in der ersten Minute kein Wort, da strömen seine Lippen über vor Freude. In der gleichen Sprache, die wir so lange von den Eifelbauern hörten, ruft er aus: etzt sind mir zu Hause! Endlich seid Ihr gekommen" I Er spricht davon, wie sie hier lange gewartet haben, von Jahr zu Jahr, heiße Sommer und bitterkalte Winter, daß Deutschland sie wieder aufnahm in den Schoß seiner Familie, daß sie von den Belgiern nicht drangsaliert worden seien, daß man ihnen ihr Hab und Gut gelassen habe, daß sie aber unter fremder Herrschaft lebten. Sie mußten bei den Behörden die fremde Sprache sprechen und ihre Kinder lernten nicht mehr die deutsche Geschichte — jetzt sind wir wieder zu Hause!
Nicht in Feindesland befinden mir uns, das merken mir immer mehr, wenn auch die gesprengten
hier antreffen. Allmählich mögen sich auch einzelne Bürger aus dem Bau heraus. Zunächst verängstigt und zurückhaltend. Bald aber roerben sie freundlich und erzählen uns, daß sie seit vier Tagen ohne Wasser und ohne Licht leben und daß sie laut Verordnung des Magistrates vor Montagvormittag 9 Uhr, also 48 Stunden lang, ihre Wohnungen nicht haben verlassen dürfen.
Wir klopfen am Südbahnhof an die Scheiben eines Cafe-Hauses. Vorsichtig regt sich etwas hinter den verschlossenen Türen. Man trägt uns einen Tisch vor das Haus und bringt Kaffee, Weißbrot und Käse. Man merkt es den Einwohnern an, wie glücklich sie darüber sind, daß ihre Wohnviertel durch den schnellen Einmarsch der deutschen Truppen vor den Schrecken des Krieges verschont geblieben sind. Die Einwohner Antwerpens sind Flamen, bei ihnen spürt man nichts von Deutschenhaß.
Bestreben, der kinderreichen Familie nach und nach die Stellung zu geben, die ihr in der Volksgemeinschaft zukommt. Nicht bevorzugt soll sie werden, soll doch Kinderreichtum einmal selbstverständlich für jede Familie sein. Aber unter den Nachwirkungen einer selbstsüchtigen Zeit ist unser Leben noch -zu sehr auf den einzelnen abgestellt und es scheint die kinderreiche Familie allzu leicht benachteiligt gegenüber dem Junggesellen.
haben eine jahrhundertealte Heimat auf gegeben, um ins Vaterland endgültig heimzukehren.
Alle Frauen des ganzen Volkes, die heute als Mütter einer entschlossenen Nation leben und arbeiten dürfen, sind sich darüber klar, daß wir in einem Lebenskampf stehen, der b e ft a n b e n sein muß. Wir wollen dabei besonders allen schwer arbeitenden Müttern danken, die in der Landwirtschaft und in kriegswichtigen Betrieben treu und gewissenhaft ihre Pflicht erfüllen. Ihnen gu helfen und sie vor Ueberlaftung zu bewahren, ist unsere vornehmste Aufgabe. Die Kette helfender Hände muß noch viel dichter werden als das bis heute schon der Fall ist. N a ch b a r s ch a f t l i ch e Hilfe, dieses Urgut unseres Volkes, soll uns mehr denn je zur inneren Pflicht werden. Der Mut, mit allem fertig zu werden, soll nicht beim guten Willen stecken bleiben, sondern lebendige, tägliche Wahrheit sein. Heute, am Muttertag, reichen wir unsere Hände unseren Soldaten. Vor unseren Führern, ihren besten Kameraden, treten mir hin und sagen: Unsere Herren, unsere Gedanken und unsere Arbett gehören dir, weil du für uns Deutschland bist. Was auch an Opfern von uns Frauen gefordert werden wird, es soll uns willig und bereit finden.
Berlin, 19.Mai. (DNB.) Im Rundfunk sprachen am Sonntag Reichsminister Dr. Frick und Reichs- frauenschaftsführerin Scholz-Klink zum deutschen Muttertag. Unsere Herzen und Hände, so sagte die Reichsfrauenführerin, unsere Gedanken und unsere Arbeit stehen seit den Septembertagen so ganz in dem uns aufgezwungenen Kampf, daß mir nur einen Maßstab aller Dinge kennen: den iKrieg und unsere Soldaten. Wir Mütter mit Kindern, die noch nicht ihr Vaterland verteidigen können, treten mit allen-deutschen Soldaten in dieser Stunde zuerst vor alle Mütter und Frauen hin, die in diesem Krieg ihre Söhne und Männer für ihr Volk gegeben haben. Vor ihnen verneigen wir uns in dankbarer Ehrfurcht und in dem guten Willen, ihnen Schrnestern und Brüder zu sein, sobald sie dessen bedürfen. Weiter gehen unffcre Schritte zu den Müttern und Frauen, die durch feige Angriffe auf deutsche Städte in diesen Tagen ihre Kinder verloren haben ober um ihre schwer verletzten bangen. Zum dritten stehen mir — Sol- | baten und Mutter — Hand in Hand vor dem ein
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Polizei erfolgte um 20.45 Uhr am 17. Mai, roobei । der Oberbürgermeister Garantie für ruhiges Verhalten der Bevölkerung übernahm. Wenige Minuten darauf steigt am Brüsseler Rathaus die Hakenkreuzfahne empor und auf dem berühmten Rathausplatz erscholl zum ersten Male aus den Kehlen deutscher Soldaten ein Sieg-Heil auf den Führer.
Jnzrnischen ist in kaum einstündiger Arbeit und baten unb Mutter — Hand m Hand vor Dem env lerer Pioniere der erste Notiibergang über zrgartlgen Heimweg unstrer Wolhymen- und Ga- den Kanal fertig geworden. Mit den Sicherun- liziendeutfchen, unserer Balten und Sudtiroler, die gen überschreiten auch wir ihn und gelangen un- zum erstenmal in dscsem Jahr den Muttertag mit behelligt zum königlichen Schloß Lacken. aus uns feiern. Auch sie haben ihre Opfer gebracht. Sie beHen Kuppelturm mir die Hakenkreuzfahne auf-' ziehen. Regierung und königliche Familie sind schon seit Tagen geflüchtet. Kurz darauf erscheinen englische Aufklärer, die rnohl die rneithin leuchtende
Fahne bemerkt haben, aber von unserer Flak ver-1 _ M^ertag am 19. Mai 1940 hielt Reichs- scheucht werden konnten. Als mir aus bem miSifSr Dr. Frick eine Rundfunkansprache. Wie in m bie Stabt zuruckkommen, ist das Leben m Brussel Jahr, so sagte der Minister, feiern mir auch mieber erwacht. Staunend ^Hn ^smal den ReiSmuttertag. Gerade heute ist es
kerung, die uns mol)!mt es biein besonderes Bedürfnis, den deutschen Müt- der königlichen Familie betonte, die mir 'm Schloß Ufib grauen -u sagen, daß die deutsche Natton trafen,. nod) nicht so rasch erwartet Die L., empfindet, rvelche Ehrung die deutsche Mutter freundliche atte DE meinte nämlich, im Weltkrieg ^underttausenbe von ihnen haben ihre waren die Deutschen nach JEagen getommen, $aben We Väter ihrer Kinder aus der Fa- S&JV.. E'aÄ'iÄt'SS
MA? »ft ha »rüffel aemeldet seien und deutschen Mütter und Frauen in besonderer Ehr- ?Ann rtiAns die Kolonnen der Panzerjäaer erbietung. Aber mir wissen, daß es ihnen Trost und MIK: d-r S in dieskr RMng Stolz zugleich fein -mrd, daß diese Männer für Füh- vorüber Aus den ersten paar Monn, als die wir rer und Reich, für die Freiheit des deutschen Vo - durch Brüssels Sttaßen kamen, werden von Minute kes, ja für die Befreiung ^ M^en Menschheit zu Minute mehr. Auf die Radfahrerkompanien, die von der Herrschaft einer plutokratischen Kaste fielen, als erste sicherten, folgen Truppen aller Wehr- Die größte und die eigentliche Aufgabe der Frau machtsteile. An den Straßenausgängen beziehen Mutterschaft. Ihr den Weg zu dieser
Panzerjäger ihre Stellungen. In der Ferne fjären Aufgabe zu ebnen, ist eine der vornehmsten Auf- mir Sprengungen rollen und ab und zu unterbricht gaben unseres Reiches. Ich erinnere an die Ehe- der Feuerstoß eines MG. die Stille der garten- standsdarlehen, die bie Rückkehr ber Frau zur Fa- ähnlichen Umgebung ber schönen Hauptstadt Bel- mtfie durch bie Erleichterung der Grünbuna eines giens. Hausstandes bezwecken. Die Gesamtzahl ber seit ber
mit einem Pfeil unb einem Schiffsbilb ben Automobilisten zur Fahrt nach Dover ein. Unfete Ge- bauten treffen sich mit benen der Panzerjager an den Geschützen, und ein Mund spricht das aus, was mir alle in diesem Augenblick denken. „Dieser Einladung werden wir nachkommen! Mit Brüssel sind wir wieder dem Urheber dieses Krieges um ein gewaltiges Stück näher auf den Leib gerückt." Edgar Bissinger.
DNB...... 19. Mai. (PK.) In rascher Fahrt
tagt uns unser PKW. durch die noch im ersten Norgendärnrner liegende Landschaft. Wir kommen oen aus Löwen, das unter dem sinnlosen Widersand des Feindes, der in aller Eile die friedliche Universität der Stadt noch befestigt hatte, schwer {■litten hat. Nur dem raschen, auf die Widerstands- refter genau konzentrierten deutschen Angriff ist » zu bauten, baß bas Bild nicht noch troftlofer cusgefallen ist. Hinter Löwen ist aber ber Rück- Pg des gsechlageuen Feindes auf Brüssel zu schnell geworden, daß oft kilometerweit keineeiuzigeKampfspur zu sehen ist. Die ßinwohner, die unserem Wagen entgegenkommend in ihre verlassenen Heimstätten zurückkehren, sind nur betroffen durch die Plünderungen der ß nglänb er, bie wahllos Wertgegeustäube aller Üxt mitgehen hießen. Männer unserer Vorausad- tiilung fanben so in der Beiwagenmaschine eines englischen Offiziers Dameuschlüpfer, Frühjahrsstoffe, Cttümpfe unb Sekt noch in ben Packungen verstaut unb mit der Preisauszeichnung des Löwener Kauf- ttauus versehen, aus dessen Laden dieses „Vorbild" ftiner Soldaten sie gestohlen hatte. Ein belgischer befangener, den wir beim Gefechtsstaud ver Vorausabteilung treffen, bestätigt diese unsere Wahr- nrhrnuug mit ber Aussage, die Soldaten hätten aus- dicklich Erlaubnis zum Plündern erhal- hn, da ja sonst diese Gegenstände ben Deutschen in di< Hände fielen.
Iluf diesem Gefechtsstand gibt uns der Führer b>r Vorausabteilung eine kurze Schilderung seines ßinbringens in bie Stadt Brüssel und von der Leb er gäbe, die wenige Stunden vorher vor sich ; g-ng. Als die Spitze seiner Abteilung sich aus den ?vrstädten heraus auf die Brücken, die über den nitten durch die Stadt gehenden Willebrock-Kanal fuhren, hinentwickelte, erhielt sie plötzlich Beschuß eRglischer Nachhuten, die sich in Hausern jmfeits des Kanals festgesetzt hatten. Wie die Eng- linder den Charakter Brüssels als unverteidigte ' b ene Stadt auffassen, geht am besten daraus her- vor, daß sie gegen den Willen ber Bevölkerung sämtliche Brücken sprengten und die 2 rückenauf führten mit Minen bepflasterten. Dvhlgezielter Pakbeschuß veranlaßte den Feind ziemlich schnell, seine Stellung zu räumen und auch Hüne Granatwerfer schwiegen rasch, nachdem seine Beobachtungsstelle niedergekämpft war.
Der Krieg ist für die deutsche Hausfrau unb Mutter ebenso wie für den deutschen Mann d le große Bewährungsprobe. Wie unsere deutschen Frauen und Mütter in der Heimat sich bewähren, wie sie in der Arbeit des Tages Mut und Hoffnung nicht sinken lassen, sondern als tapfere Vorbilder in ihrer Familie wirken, wie sie ihren Männern und Söhnen draußen das beruhigende Gefühl verschaffen, daß- in der Familie, in der Heimat Ordnung und Zuversicht herrscht, das wird zu einem nicht geringen Teil für die Entscheidung unseres Kampfes maßgebend fein. Ich begrüße es deshalb, daß auch unter den jetzigen schwierigen Verhättnissen das Deutsche Frauenwerk seinen Mütterdienst fortsetzt. Der beste Wille muß erlahmen, menn ihm nicht das notwendige sachliche Können zur Seite steht. Dies zu vermitteln ist die Aufgabe des Mütterdienstes. Die Aktion zur Verhütung der Rachitis ist ein schönes Beispiel, wie im nationalsozialistischen Staat alle Kräfte sich zusammenfinden, um den deutschen Nachwuchs zu sichern. Die Säuglings- und Müttersterblichkeit wird immer der Gegenstand besonderer Sorge der deutschen Gesundheitsführung sein. Ich darf daraus Hinweisen, daß die Säuglingssterblichkeit seit 1933 von 7,7 auf 6,0 v. H. zurückgegangen ist. Der Führer hat bem deutschen Volk gewalttge Ausgaben im mitteleuropäischen Raum zugewiesen. Es wird von uns ab» hängen, diese Möglichkeiten zu nutzen. Wir werden es nur dann können, wenn wir genügend Menschen haben, die dazu fähig sind. Von Ihnen, also, deutsche Mütter, wird es abhängen, ob die erste Voraussetzung für die Lebensbehauptung unseres Volkes erfüllt ist: eine ausreichende Zahl erb- gesunder, rassisch wertvoller, kinderreicher Familien. Diese Aufgabe soll Ihr Stolz sein. Sie gibt Ihnen jene geachtete Stellung, die unser Volk Ihnen voll Ehrerbietung einräumen soll und der mir am heutigen Tage besonders gedenken.
(P. K.) Im unaufhaltsamen Vormarsch haben unsere Truppen am Samstagvormittaa die Festung jntrnerpen genommen. Auf der großen Zu- fchrtstraße von Tilburg in Holland her zeigen sich uns bald nach Ueberfdyreiten der belgischen Grenze deutlich Spuren heftigsten Wider st an- de s. Durch Brücken» und Straßensprengungen, durch Baum- und Wagensperren versuchten die Feinde, bas rasche Vorrücken der deutschen Wehrmacht zu verhindern. Aber mit Artilleriefeuer mürben die Widerstandsnester des Gegners zerstört unb bann schnell genommen.
Weit hinaus in die Vororte Antmerpens führen Hchienen der elektrischen Straßenbahn. Aber bie Lrähte hängen zerrissen herab, die Telephonmasten sind umgestürzt, zerschossene und ausgebrannte flraftmagen, tote Pferde und Kühe säumen unseren Deg. Je näher man jedoch dem eigentlichen Stadtkern Antwerpens kommt, desto seltener trifft man Einschläge der Granaten und Spuren der MG.- ßarben. Antwerpen selbst wurde anscheinend kampf- lis vom Gegner geräumt.
In einem schmucken Landhaus am Rande der ftabt finden mir, zu einem großen Haufen aufae- tiirmt, Uniformstücke und Ausrüstungsaegenstände. $ie Soldaten der feindlichen Armee haben alles »eggeroorfen, um möglichst ungehindert fliehen zu kennen. Aber so viel Zeit hatten sie doch, um tzchränke und Kästen zu durchmühlen und alles Vertoolle mitgehen zu heißen. So plünderten sie hier die Wohnungen ihrer eigenen Bundesgenossen, die in panikartigem Schrecken alles jiheim im Stich gelassen hatten. Die Straßen sind menschenleer, die Häuser und Läden geschlossen, die senster mit Papierstreifen verklebt und mit Gardinen verhängt. Da sehen wir zwei Schutzleute euf dem Fahrrad, bie ersten Menschen, bie wir
Wir fahren weiter zum Rathaus, von bem bas berühmte „Denkmal des Handmerfers" steht, der nach der Sage der Stadt Antwerpen ihren Namen gab. Auf dem weiten Platz lagern deutsche Soldaten. Panzerjäger mit ihren Geschützen sichern biel Sttaßen. Das Rathaus und die Zunfthäuser ber - deutschen Hanse, in prachtvollem Renaissancestil er» I baut, die schmalen handtuchartigen Bürgerhäuser I der Barockzeit und die modernen großen Hotels unb Geschäftshäuser finb sämtlich unversehrt. Allmählich regt es sich hinter ben Garbinen. Verstohlen I blicken bie Einwohner aus ben Fenstern. Freundlich I .. o. . en, -
winkt man uns zu. Die Antwerpener haben rasch Ein Transport belgischer Gefangener wirb von beutschen Solbaten in die rückwärtigen Linien geführt, begriffen, baß ber beutsche Soldat nicht als Feind | um nach Deutschland gebracht zu werden. — (PK.-Borchert-Scherl-M.)
der Zivilbevölkerung gekommen ist. Bald wird auch in Antwerpen wie drüben in Holland bas gewohnte Leben und Treiben wieder beginnen.
Erich Leupolt.


