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Nr. 93 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)
2O./2I. April 1940
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Bahnen stehen. Und da I dann im Gebetbuch der Mutter wieder auf. Andere >llen, und jene, die gern waren mir ganz fremd, rote etwa der Großvater das widerwärtige Ge- von dem die Sage gmg, daß er eine Goldader
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feit wir unter den neuen t . die anderen nicht hören wollen, aufhorchen möchten, durch das widerwärtige Geschrei des heute zum düchmsten aller Völker gewordenen heimatlosen Volkes daran gehindert werden, so wollen wir ihnen, damit sie uns doch verstehen, die neuen Fahnen entgegenführen und alles, was
Gießen am Geburtstag des Führers
Unsere Gtadt bekundet erneut ihre Verbundenheit mit Adolf Hitler.
entdeckt hatte, aber vorzeitig krank wurde und, als der finstere Mensch, der er war, mit seinem Geheimnis zu Grabe ging. So sah er auch aus, ein unheimlicher Mann mit einem schwarzen Wangenbart, Gott verzeihe ihm. Wir könnten alle in Freuden leben, wenn er nur rechtzeitig den Mund
aufgetan hätte. .
Das andere, das weltliche Buch aber war der Kalender. Den kaufte der Vater im -erbst auf dem großen Jahrmarkt, und wenn der dicke Band endlich erstanden war und sicher in meinen Armen ruhte dann hatten alle Buden mit Knallbuchsen und Rollschlanqen, mit Lebkuchen und türkischem Honig keinen Reiz mehr auf mich. Denn der Kalender barg einen unerschöpflichen Schatz an Kirrz- weil und Erbauung für ein ganzes Jahr. Die eigentlichen Kalenderseiten blieben der Mutter Vorbehalten, sie merkte dort an, wann nach Gestalt des Mondes und nach den Tierkreiszeichen das Haar geschnitten oder die Bohnen im Garten gelegt werden mußten. Das war eine geheime Wissenschaft, der sich auch der Vater willig fugte. Die Mutter hatte es ja gewissermaßen in ihrer Macht, uns alle mit krausem Haar vom Widder oder mit glattem vom Wassermann zu versehen.
Aber der übrige Teil des Kalenders gehörte mir. Wochen brachte "ich allein damit zu, die Bilder olle farbig auszumalen, und dann waren immer noch die Geschichten nicht gelesen, die Merkwürdigkeiten der Welt nicht bestaunt, kein Rätsel war gelost und kein Spaß verstanden. Denn beiläufig gesagt, ich konnte über Scherze nicht lachen, ich wollte jeden ergründen. War etwa von dem Gast die Rede, dem der Kellner die Fliege in der Suppe als Fleischgericht anrechnet, so plagte ich den Vater tagelang mit dieser Fliegengeschichte, sie war für mich kein Scherz, sondern eine bitterernste Rechts-
Bitter ernst nahm ich auch alle anderen Erzäh- lunaen, die Berichte von den Abenteuern frommbeherzter Missionare und die erschütternden Bei- spiele vom Kampf menschlicher Tugend gegenDie höllische Niedertracht. Manche dieser Geschichten könnte ich heute noch nacherzählen, heute freilich nicht mehr ohne ein Lächeln. Aber vielleicht macht das gar nicht so viel aus, daß ich zu allererst bei einem einfältigen Kalendermann statt bei einem
Gießener Wochenmarktpreise.
* G i e ß e n, 20. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, deutsche Eier 12 bis 13 Rpf., Kartoffeln, 50 kg 3,90 RM., Gelberüben, kg 12 Rpf., Roterüben 10 bis 15, Spinat 40, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 30 bis 60. Schwarzwurzeln 35, Löwenzahn 60, Schnittsalat 150, Aepfel 15 bis 35, Dörr- zwetfchen 50, Salat, das Stück 50, Läuch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 40, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bündel 30 Rpf. __________
_ Oberhessischer Kunstverein: Ausstellung Walter Kröll, Gießen, von 11 bis 13 Uhr im Turmhaus am Brand.
Sladllhealer- Spielplan vom 23. bis 28. April.
Dienstag,.23. April: „Die Primanerin", Lustspiel von Sigmund Graff. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 28. Vorstellung der Dienstag-Miete.
Mittwoch, 24.' April: „Der Revisor", Komödie von Nikolaus Gogol. Deutsch von Th. Commichau. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 29. Vorstellung der Mittwoch-Miete.
Freitag, 26. April: Italienischer Opernball. Mit- wirkende: Wanda Sorgi (Neapel), Sopran; Aldo Tamagni, Heldentenor der Mailänder Oper; Do- pienico Marabottini, (Rom), Bariton. Außer Miete!
Die Straßen unserer Stadt zeigen am heutigen Geburtstag des Führers wiederum ein festliches Bild. Ueberall wehen die Fahnen des Großdeutschen Reiches im Glanze des Frühlings und heben damit diesen Werktag heraus aus der Reihe der Arbeitstage. Das Meer von Fahnen an den Häu- _e r n findet eine schöne Bereicherung durch den Schmuck zahlreicher Schaufen st er, sowohl in den Hauptgeschäftsstraßen, als auch in manchen Läden innerhalb der Wohnviertel. Bei diesem Schaufensterschmuck bilden überall Bilder des Führers den Mittelpunkt des herzlichen Gedenkens, daneben macht ftifcher Grünschmuck die festliche Dekoration noch in schöner Weise lebendig.
Wie die gesamte Zivilbevölkerung, so steht auch unsere Wehrmacht in Gießen vollständig im Zeichen des heutigen festlichen Tages. In den Unterkünften der Soldaten begann der heutige Morgen mit feierlicher Flaggenhissung, der dann der Gemeinschaftsempfaug der Tagesbefehle der Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtteile folgte.
In einer Kaserne fand am gestrigen Vorabend des Geburtstages des Führers als schöner Auftakt ein Konzert statt, zu dem sich die Soldaten in festlich-froher Stimmung versammelt hatten. Ein Musikkorps der Wehrmacht erfreute mit der prächtigen Wiedergabe klassischer Kompositionen, anschließend mit Militärmärschen, schließlich mit dem „Großen Zapfenstreich", weiterhin durch die Mitwirkung eines Soldatenchores, der namentlich auch beim Spiel des England-Liedes ausgezeichnet zur Geltung kam, die große Zuhörerschaft in hohem Maße. Allen Teilnehmern dieses Konzertabends war damit ein schönes und unvergeßliches Erleben bereitet worden.
Am heutigen Samstagvormittag traten unsere Soldaten zu Appellen an, die dem Gedenken an den Geburtstag ihres Obersten Befehlshabers, unseres Führers Adolf Hitler gewidmet waren. Im Mittelpunkt dieser Appelle standen Ansprachen der Kommandeure, die in großen Zügen den Kampf und das Ringen unseres Führers um die Gewinnung und Wiederaufrichtung des deutschen Volkes schilderten, dann auf die bisherigen großen innen« und außenpolitischen Erfolge des Führers hin- wiesen, insbesondere mit Dankbarkeit der Schaffung unserer neuen deutschen Wehrmacht gedachten und deren bisherige gewaltige Erfolge im jetzigen Kriege hervorhoben. Weiter kamen in den Ansprachen das unerschütterliche Vertrauen und die unlösliche Verbundenheit unserer Wehrmacht mit ihrem Obersten Befehlshaber Adolf Hitler zum Ausdruck, ebenso wurde die starke Zuversicht erkennbar, von der alle Soldaten und das ganze deutsche Volk erfüllt sind, dabei beseelt von dem Willen, in treuer Gefolgschaft für unseren Führer und fein Werk alle Kräfte bis zum letzten einzusetzen, damit unser Großdeutsches Reich einen vollen Sieg erringt und dann einer neuen Aera der Freiheit und Größe entgegengeht.
Den jungen Kameraden im feldgrauen Rock wurde der Führer, der Gefreite des Weltkrieges, als der vorbildliche Soldat vor Augen gestellt; sie hörten von dem Weg des Führers vom Gefreiten bis zum Führer des Reiches und wurden daran er-
Dornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Gemeinsamer Mitgliederappell aller Ortsgruppen der NSDAP.: 20.30 Uhr in der Aula. — Gloria- Palaft (Seltersweg): „Feuertaufe". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Frau im Strom". — Oberhessischer Kllnstverein: Ausstellung Walter Kröll, Gießen, von 17 bis 18 Uhr im Turmhaus am Brand.
Tageskalender für Sonntag.
11.30 Uhr auf Oswaldsgarten: Kundgebung der SA. aus Anlaß des Geburtstags des Führers. — Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „Die Primanerm . — Gloria-Palast (Seltersweg): „Feuertaufe". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Frau im Strom .
unter ihnen marschiert.
Der Führer hält diesen Krieg, der, wäre er fessel- tos geblieben wie 1914, schon alles in seine Flammen gesteckt hätte, straff gezügelt m seiner Hand, denn wir besitzen diesmal das Gesetz des Handelns. Wir wissen diesmal auch, wo der Gegner steht, und lassen uns durch nichts aus dieser Richtung ao- lenken wie sehr man es auch auf der anderen Seite wünschen mag. Wie diese geballte Macht zuschlagen wird, wenn sie den Beefehl bekommt, können wir selbst kaum ahnen. Die anderen sind nicht Polen.'' Ach was haben die Polen geglaubt, im Vergleiche mit uns zu fein! Es ist nicht gut, darüber viel zu reden, es kommt darauf an, zu vertrauen und zu
Dann werden die neuen Fahnen der Wehrmacht, um die schon der erste junge Lorbeer des polnischen Feldzuges raschelt, die würdigen Nachfolger der alten Fahnen in unseren Zeughäusern fein, geweiht durch die Schwüre, geheiligt durch das vergossene Blut und Träger der Ehre, die unsere Wehrmacht im Namen des ganzen Volkes vertritt.
Meine liebste Beschäftigung.
Von Heinrich Vaogerl.
Aus meinem Kindesalter sind mir zwei Bücher in dauernder Erinnerung, ein geistliches und em weltliches. Das eine war das Gebetbuch meiner Mutter. Zu heiligen Zeiten, oder wenn ich neben ihr im Kirchenstuhl hockte und erbärmlich fror' dann durfte ich darin blättern und die wunderlichen Anrufungen und Litaneien buchstabieren, in denen die Muttergottes ein elfenbeinerner Turm genannt wird ein goldenes Haus. Ich betrachtete auch immer wieder die vielen Bilder zwi^en den Selten Andenken an Wallfahrten, die sich meine Mutter zu unserem Nutzen auferlegt hatte, Stoßgebete für mancherlei Nöt^ und bunte Sterbebilder, Es war unfere ganze jenseitige Verwandtschaft m biefcm Buche versammelt. Einige kannte ich selbst von Angesicht, sie verfchwanden plötzlich und tauchten
innert, wie es ausschließlich der Führer gewesen ist, durch dessen Taten und Entschlußkraft Millionen von Volksgenossen wieder dem Reich eingegliedert wurden und das Großdeutsche Reich entstand.
Die Soldaten wurden aufgefordert, sich stets ihres Treueids auf den Führer bewußt zu fein und auch in den Stunden der Entscheidung alles einzufetzen für Deutschlands Größe und Zukunft. In markigen Worten wurde des Einsatzes der deutschen Truppen in Polen und der Helden gedacht, die bisher ihr Leben für Deutschland ließen. Die Soldaten wurden aufgerufen, sich stets dessen bewußt zu fein, was wir alle, was das ganze deutsche Volk unserem Führer schuldet und ihm zu danken hat.
Mit dem Gruß an den Führer und den Liedern der Nation sowie einem Vorbeimarsch fanden die kurzen militärischen Feiern ihren Abschluß.
Heute um die Mittagsstunde fand in einer Kaserne ein P l a tz k o n z e r t statt, bei dem das gleiche Programm wie bei dem gestrigen Konzertabend zu Gehör gebracht wurde. Die vielen Zuhörer nahmen auch hier die guten musikalischen Darbietungen in verdienter Weise mit starkem Beifall auf.
Die Feiern der Partei.
Die Partei und ihre Gliederungen begehen am heutigen Samstagabend bzw. am morgigen Sonn- tagmittaa den Geburtstag des Führers in würdiger Weise.
Am heutigen Samstag um 20.30 Uhr findet in der Aula der Universität ein ^emeinfamer Mitglieder-Appell der vier Gießener Orts gruppen statt, in dessen Mittelpunkt eine Ansprache des Hoheitsträgers im Kreise Wetterau, Kreislest er Backhaus, stehen wird. Da bei dieser festlichen Kundgebung mit sehr starkem Besuch zu rechnen ist, dürfte es sich empfehlen, beizeiten zu erscheinen.
Am Sonntagmittag veranstaltet die SA.-Stan- barte 116 eine Kundgebung. Der Sturm 11, mit dem Musikzug der Standarte an der Spitze, wird die Fahnen der Gießener Stürme im Standartengebäude abholen und zum Oswaldsgarten bringen, wohin mittlerweile die einzelnen Stürme marschiert sein werden. Um 11.30 Uhr wird die SA. auf Os- waldsgarten aufmarschiert sein. Mit den Kameraden der SA. unter dem Kommando des Standartenführers Lutter versammeln sich zu der Kundgebung il a. der Hoheitsträger im Kreise Wetterau, Kreisleiter Backhaus, Vertreter der Wehrmacht, der Behörden usw. Gemeinsam werden die Kameraden der SA. und die an der Kundgebung teil- nehmenden übrigen Volksgenossen die Uebertragung einer Ansprache des Stabschefs Lutze hören. Nach der Uebertragung dieser Rede werden die Einheiten der Standarte einen Marsch durch die Stadt unternehmen, der von Oswaldsgarten aus durch folgende Straßen gehen wird: Neustadt, Bahnhofstraße, Kaplansgaffe, Seltersweg, Goethestraße, Johannes- straße, Neuen Bäue, Sonnenstraße, Brandplatz zum Landgraf-Philipp-Platz. Hier wird ein Vorbeimarsch die Kundgebung beschließen.
größeren Licht des Geistes in die Lehre ging. Und wahrscheinlich sind eben die Großen zu groß, als daß sie auch einmal Kalendergeschichten für kleine Leute erzählen könnten.
Um diese Zeit kamen mir bann auch andere Bücher in die Hand, aber die waren mir weniger lieb. Denn zwischen der Fibel und dem Leitfaden der Naturgeschichte für die Oberstufe senkte sich ununterbrochen Schulstaub und Mühsal auf meine Kinderwelt. Und das erste Buch, das ich mir selber kaufte, war auch eine schmerzliche Enttäuschung. Wir Buben meines Viertels hatten uns zu einer Räuberbande gegen die Soldaten der anderen Gassen zusammengetan und weil ich, wenn nicht der Hauptmann selbst, so doch ein hoher Würdenträger der Räuberei war, wollte ich mich fortbtlben und bestellte in der Stadt das Buch über „Die Kunst, Männer zu fesseln".
Das Ergebnis war furchtbar. Was mir an Groschen für die Rechnung fehlte, bekam ich von der Mutter hinter die Ohren gezählt, das war nicht wenig. Und das Buch schenkte ich nachher meiner älteren Schwester, aber sie meinte auch, es hielte nicht, was es verspräche.
Allein, indes ich heranwuchs, gesellte sich doch wieder manches Buch zu mir, mehr schon wahrend der Studienzeit, und nachher, als ich meine erste Jugend in den Schützenlöchern und Kavernen der Gebirgsfront begrub. Manchmal besaß ich sogar viele Bücher und verlor sie achtlos wieder, aber einige blieben mir dauernd, aus Zufall oder weil sie mir wirklich lieb waren. Und als ich dann ins Stille geriet und mein Leben im Dorf einzurichten begann, fügte es sich bei meinem Hang zum Handwerk ganz von selbst, daß ich mich mehr und mehr auch mit dem Aeußeren des Buches befaßte, mit seiner dinglichen Gestalt. Viele vergilbte Scharteken habe ich mühsam zerlegt, um den alten Meistern hinter die Schliche zu kommen, wie sie den Vorsatz falzten oder den Heftrand führten oder ein Kapital kunstvoll umstachen. Am Ende lernte ich es und daran habe ich noch immer meine Freude. Stehe am Schrank vor den schöngewandeten Büchern, befühle das köstliche Leder, schlage eins und das andere auf und suche darin nach dem Wort, das mir lieb ist. Und so wird es wohl auch bleiben: am liebsten binde ich Bücher, weniger gern lese ich welche und am wenigsten mag ich sie selber schreiben.
Frauen und Mädchen helft mit!
Der Leiter des Arbeitsamts Gießen, Regierungs« rat Dr. Nonnenmann, wendet sich mit einem Aufruf an die Frauen und Mädchen — insbesondere an die im elterlichen Haushalt weilenden Mädchen, die noch keinen Arbeitsplatz haben, und an die abkömmlichen verheirateten Frauen und Witwen — aller Bevölkerungskreise. Der Aufruf appelliert an die Frauen und Mädchen, ihre Arbeitskraft für die Erfüllung kriegswirtschaftlich wichtiger Aufgaben zur Verfügung zu stellen. Für solche Frauen und Mädchen, die zu Hause nicht abkömmlich sind, kann Heimarbeit vermittelt werden. Es wird erwartet, daß so zahlreiche freiroiUige Meldungen eingehen, um auch ohne Dienstverpflichtung dem Erfordernis nach Einsatz weiterer weiblicher Arbeitskräfte entsprechen zu können. Man darf wohl hoffen und wünschen, daß dieser Aufruf allenthalben bereitwillig Gehör finden wird.
Merkwürdige Brandursache.
Gestern vormittag gegen 11 Uhr brach am Dach- gesims des Caf6 Wien Feuer aus. Glücklicherweise konnte der Brand gelöscht werden, bevor größerer Schaden entstand. Dachdecker, die auf einem benachbarten Dach arbeiteten, bemerkten das Feuer und gingen ihm gleich zu Leibe. Sie deckten das Dach ein Stückchen ab, legten den Brandherd frei und bewältigten das Feuer mit Hilfe eines Handfeuer» löfchers sehr schnell. Immerhin wurde aus Gründen der Sicherheit die Feuerwache herbeigerufen, die aber nicht mehr einzugreifen brauchte. Bei der Untersuchung der Brandstelle — an der nicht etwa ein Kamin vorbeiführt, von dem aus das Feuer hätte auskommen können — stellte sich heraus, daß die Brandursache von einem Vogelnest ausging, sich unter dem Sims befand. Das Nest dürfte h Funkenflug von der Eisenbahn her in Brand
durch Funkenflug von der Eisenbahn her in Brand geraten sein, es besteht aber auch die Möglichkeit» daß vielleicht einer der gefieberten Bewohner des Nestes einen glimmenden Zigarettenstummel in das Nest geschleppt hatte und dadurch das Feuer aus» löste. Wie wir von der Feuerwache hören, sind solche Fälle tatsächlich schon vorgekommen. Vor einiger Zeit fiel auf diese Weise in einem Dorfs eine ganze Scheune den Flammen zum Opfer.
Samstag, 27. April: KdF. Feierabendring. 7. Vorstellung. „Der Revisor", Komödie von Niko, laus Gogol. Kein freier Kartenverkauf.
Sonntag, 28. April: Erstaufführung: „Jungs Spatzen", musikalisches Lustspiel von Erhard Siedel, Werner Böhland. Musik von Henri^Joersen. Spielleitung: Harry Grüneke. An 2 ylügeln; Richard Boeck—Elfriede Fischer. Außer Miete.
Militärische Beförderung.
Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat mit Wirkung vom 1. April 1940 Oberst von Wachter zum Generalmajor befördert. Generalmajor von Wachter ist aus seiner früheren Dienstzeit vor dem Kriege in Gießen und Ober» Hessen in weiten Bevölkerungskreisen bekannt und geschätzt.
Aus der Gladi Gießen.
3n der Heimat, in der Heimat...
Langsam setzt sich der Urlauberzug in Bewegung Aus allen Fenstern schauen die Feldgrauen, winken und lachen. Frauen, Mädchen und Kinder stehen am Bahnhof und lassen die Taschentücher zum Abschied wehen.
Wie schnell so ein paar Tage Urlaub dahingehen! War's nicht so, als ob die Soldaten erst gestern ankamen? Nun sind sie wieder abgereist. Die Soldaten aber sitzen im Zuge und plaudern und fingen von der Heimat.
Kein Wort hat so vertrauten Klang und besitzt solchen Wohllaut wie das Wort Heimat. „Wo dir Gottes Sonne zuerst schien, wo dir die Sterne des Himmels zuerst leuchteten, wo seine Blitze dir zuerst feine Allmacht offenbarten, und seine Sturmwinde dir mit heiligem Schrecken durch die Seele brausten: Da ist deine Siebe, da ist . dein Vaterland, deine Heimat!" (E. M. Arndt.)
Wie fest saugt sich das Bild unsrer Heimat in unser Herz, wenn wir Abschied nehmen müssen. Gar mancher Soldat hat am Abend vor dem Abschieds- tag noch einmal still vor seinem Heimatdorf gestanden und das schmale Tal überschaut, den von Wiesen eingerahmten Bach, die Bäume und Büsche ringsum. Dieses Bild der Heimat nimmt er mit hinaus an die Front. Dieses Bild gibt ihm Mut und Ausdauer. An ihre Heimat denken die Soldaten draußen auf den Schiffen, auf den U-Booten und hoch in der Luft.
Wenn in den Grenzgebieten die Bäume blühen, weilen die Gedanken unserer Soldaten in der Heimat, wenn die Frucht reift, sehen sie im Geiste die Heimatsluren, und wenn die Stürme über das Land brausen, dann steht immer wieder das Bild des väterlichen Hauses vor ihnen. Ihr letzter Gedanke, ihre ganze Liebe gelten der Heimat.
Im ewigen Wechsel der Erscheinungen, in dem fast alle Stände aus ihren ursprünglichen Kreisen herausgetreten sind, hat sich der Bauernstand nicht verändert. Er ist geblieben, wie er war. Er sitzt auf feiner Scholle, er hat feine Heimat. Er weiß, was das Wort Heimat umschließt. Sein Haus, umgeben von Gärten und Wiesen, überschattet von hohen Bäumen, ist seine Burg. Hier, wo schon Vater und Großvater und alle Vorfahren wirkten und schafften, Leid und Freud trugen, hier ist feine Heimat, feine Welt. Das ist die Verbundenheit mit der Vergangenheit.
Aber dieses enge Verbundensein mit der Heimat, die Liebe zu ihr, besitzt nicht nur der Bauer. Das Heimatgefühl schlummert in jedes Menschen Herz, und in den Tagen der Gefahr kommt ein Erwachen. Jeder Mensch hat — oft versteckt im innersten Herzen — eine Sehnsucht nach dieser Heimat, auch im Lärm der Stadt, im Hasten und aufregenden Treiben der Arbeit. Die Erinnerung an die Kindheit weckt unwillkürlich auch die Sehnsucht nach der Heimat. Selbst wenn es nur eine freundliche Ecke im Hofe eines Mietshauses ist, oder ein alter Apfelbaum an der Straße, oder ein kleines Gärtchen hinter dem Hause. Es ist doch die Heimat. „Der Jugend Zauber für und für ruht lächelnd doch auf dir, auf dir!" (Th. Storm.)
Erst wenn unsere Heimat in Gefahr ist, wenn fremde Neidlinge eindringen wollen, kommt uns zum Bewußtsein, was sie uns bedeutet, was wir an ihr haben. ___
Und es gM kein größeres Gluck für alle Sohne Deutschlands, wenn sie dereinst siegreich zurück- kehren aus diesem Kampfe und wieder fingen können: „In der Heimat, in der Heimat gibts ein Wiedersehn!" h-
BOM.-llitergau 116 Gießen.
Bett.: Ueberrocifung der BD2N.-Werk-2Nädel in die NS.-Frauenschaft.
Alle zu überweisenden Mädel der Standorte Gießen, Klein-Linden, Großen-Linden, Leihgestern, Wieseck, Heuchelheim, Allendorf (Lohn) treten am kommenden Sonntag, 21. 4., pünktlich um 10 Uhr, vor dem Klubgebäude in der Sonnenstraße an, und zwar in tadelloser Kluft. Es ist Pflicht ,edes Madels, an dieser Ueberweisungsfeier teilzunehmen.
Ltnseren Jahnen.
Von Bruno Brehm.
Zum erstenmal seit vielen Jahrhunderten stehen fast alle Deutschen wieder unter einer Fahne in einer Wehrmacht, unter einer Führung. Und Führer, Fahne und Wehrmacht sind so unbestritten deutsch, daß keine deutsche Hand, tue nicht verdorren will, diesen Fahnen eine andere entgegenhalten kann und darf. . ,
Die Welt scheint nicht zu ahnen, was dies bedeutet. Sie will sich nicht Rechenschaft darüber ablegen, welche Fehler sie seit 1918 in ununterbrochener Reihe begangen hat. Sie denkt noch immer in den alten Begriffen, sie will es mcht wahr- habtn, daß bei uns etwas Neues entstanden ist, sie läßt sich von jenen beraten, tue nachts über die Grenzen gegangen sind, und ahnt nicht, dasz Aus reißer immer im Unrecht bleiben.
Sie denken noch imnvr an unsere vielen alten Fahnen, an die blau-weißen, grun-weißen schrvarz weißen und schwarz-gelben, sie bauen darauf, datz auch mir di- alten Fahnen nicht vergessen hadern Nein, mir haben sie wirklich nicht vergessen. Ich habe di- alten österreichischen Fahnen 'M großen Rund über dem Grab Napoleons gesehen.die! me en Fahnen aus den vielen Kriegen gegen Frankreichs und ich habe es bedauert, daß mir ]ie ni*t wie Preußen die seinen 1871, heungehalt und 1919 verbrannt haben. Wir haben unsere Fahnen nicht Der gellen aber mir haben alle unsere Treue und untere Anhänglichkeit an sie dem Reiche fortan unter jener Fahne zu dienen die alle Deut schen geeinigt hat. Die anderen Volker, die lange vor uns längst diese Einigung °allst>gen tI ■
haben vielleicht das Gluck jener Tage uni fWe vergessen, das sie uns seist neiden. Aber der F hat ja oft genug um Verständnis «eroorben er Ija gewarnt, gebeten, beschworen: st- haben'hnmch verstanden, sie haben ihn nicht
Unter den Staatsfuhrern bat er allem md)t nur an fein Volk und an dessen Schicksal 9ed"cht, d- wir Deutsche haben uns, seit wir Volk bestes immer für ganz Europa °»-ntmortsich gestihlt. W r haben, um diese uns gestellte Aufgab 3 selbst viel versäumt, und jene Vol er d.e nicht aber ihr eigenes Dasein hinausgedacht haben, n
uns einen großen Vorsprung "kGewi . holen wir auf, und wir tun es mit Niefenschrstten,


