Das Mtter-Ehrenkreuz für kinderreiche Miier
darf. Wenn die jugendlichen und erwachsenen Der- schuhen. Hierzu ergehen noch schriftliche Einladungen kehrssünder ihre Eckensteherei am Kreuzplatz, im an die Mütter.
ihr Trotz und v stolzem Triumph,
Auszeichnung bedacht.
Die Ueberreichung der Ehrenkreuze an die zu ehrenden Mütter wird in einigen Tagen durch die Ortsgruppen der NSDAP, in besonderer Feier qe.
Kennt Ihr die ,5Uubtr' von Schiller?
Ein Theaterdirektor namens Friedrich Wohler schrieb im Jcchre 1859, als er das Publikum seiner Stadt zu einer Aufführung der „Räuber" in seinen Musentempel locken wollte, den folgenden Theaterzettel, indem er sich in rührender Weise bemüht zeigt, seinem Publikum das „gräßlich wahre" Schau- spiel schmackhaft zu machen:
Kennt Ähr die „Räuber" von Schiller? Gewiß, dem Namen nach. Wer sie jedoch nicht kennen sollte, dem will ich einige Worte darüber sagen. Schiller schrieb dies Stück vor 80 Jahren in Karlsruhe. Es war damals eine Zeit, gerade wie jetzt. Man las in den Zeitungen von lauter Raub und Mord. Reisende wurden aus ihren Equipagen gerissen und beraubt, arme Wanderer geplündert, Schlösser und Klöster angezündet, der ewige Landfrieden war gebrochen. Deutschland wie jetzt in tausend Schwulitäten. Das war dem unvergeßlichen Schiller zu arg, er wollte ein warnendes Beispiel von der Bühne herab geben, und schrieb die „Räuber". Aber die Zensur sprach, der Dichter gehe zu weit, sein Stück wurde verboten und er bei Wasser und
Häusern aufhalten. Der Besuch des Theaters oder anderer wertvoller kultureller Veranstaltungen ist
Seltersweg, in der Mäusburg oder am Marktplatz, kurzum überall da, wo sie verkehrsstörend und .hemmend wirken, nicht unterlassen, werden sie sich der polizeilichen Erziehungsmaßnahmen so lange zu „erfreuen" haben, bis sie sich im Straßenverkehr
Friedrich Wohler, Direktor des Theaters in Bopftngeitz.
verdunkeluugszeit
ft der Woche vom 15. bis 21. Dezember: 17.05 Uhr iß 9.25 Uhr.
I. Stufe (Mütter mit 8 und mehr Kindern).
Der Oberbürgermeister des Stadtkreises Gießen teilt mit, daß die nachgenannten Mütter in Gießen und Gießen-Klein-Linden mit dem „E h t e n k r e u z der Deutschen Mutter" ausgezeichnet wor- den sind. Es kommen diesmal 252 Ehrenkreuze, und zwar der Stufe I 28, der Stufe II 45 und der 'Stufe III 179 zbr Verteilung. Insgesamt sind tm Stadtkreis Gießen nunmehr 1435 Mütter mit dieser
von dieser Dorfchtist natürlich ausgenommen.
-Wer gegen diese Anordnungen, die sich aus gesetzliche Vorschriften, insbesondere auf das neue Jugendgesetz stützen, verstößt, hat mit entsprechenden Folgen zu rechnen. Unsere Polizei erblickt ihre Hauptaufgabe nicht in Bestrafungen, sondern m erster Linie und in anerkennenswerter We,se in er- zieherischen Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, die Sünder, und vor allem Jugendliche, durch Erziehungsmaßnahmen zum Bessern zu bringen. Aber sie wird erforderlichenfalls auch nicht von Strafen Abstand nehmen, wenn es den Umständen ent» sprechend notwendig ist. Daß die Inhaber von Gaststätten usw. bei Verstößen gegen die gesetzlichen Vorschriften über verbotenen Aufenthalt der Jugendlichen in ihren Räumen oder über unzulässigen Ausschank von Getränken an Jugendliche nur mit entsprechenden Strafen zu rechnen haben, braucht wohl nicht weiter dargelegt zu werden. Den Jugendlichen dürften, wenn die wohlmeinenden Er« ziehungsmaßnahmen der Polizei nichts helfen, der Wochenendkarzer oder die Wockenendhaft wohl auch nicht erwünscht sein, so daß sie sich schon darum künftighin von allen Sünden aegen die öffentliche Jugenderziehung fernbalten dürften.
Die Polizei läßt sich bei ihrem Vorgehen nur von dem dankenswerten Bestreben leiten, unsere Jugend vor Gefahren zu schützen und die jungen Menschen in guter Zucht zu halten, damit einst bei der Heimkehr unserer Soldaten eine vorbildliche Jugend vorhanden ist, an frer auch unsere Frontkämpfer ihre Freude haben können. Dabei die Polizei zu unter-
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A öl Ka; melltergeist ab SO Rpf. in allen Apotheken u. Drogerien
richtig verhalten.
Zum Schutze unserer Jugend wird die Polizei von jetzt ab ebenfalls betontere Maßnahmen durch- führen. Es ist allgemein bekannt, daß jugendlichen Personen der Aufenthalt auf den Straßen in der Dunkelheit auf Grund gesetzlicher Vorschrift verboten ist, soweit nicht Jungens oder Mädels aus dienst- Heben Gründen — etwa HI - oder BDM.-Dienst, oder Besuch einer von der HI. veranlaßten kultu- rellen Veranstaltung oder drrgl. — die dunklen Straßen passieren müßen, oder sich in Begleitung ihrer Eltern bzw. einer von den Erziehungsberech. tigten beauftragten Person b:}inten. Nach dieser Vorschrift dürfen sich also die minderjahri. gen Jungen und Mädel -- selbstverstatte lich sind junge Männer unter 21 Jahren, die sich bei der Wehrmacht oder im Reichsarbei'sdienst deftn- den, von dieser Anordnung ausgeschlossen — nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf der Straße aufhalten. Dennoch kann man alle Tage Iunaens und Mädels ohne ersicht- lichen Grund und Zweck auf den Straßen, zum
Elisabeth Albach, Schützenstraße 5; Marie Althaus, Bud'destraße 5; Rosa Bogwitz, H. d. Westanlage 9; Wilhelmine Büttner, Landmannstr. 12; Marie Bukowak, Friedensstraße 31; Emma Dietz, Anneröder Wea 35; -Karollne Eckhardt, Wetzlarer Weg 51; Iosefine Frank, Löwengasse 13; Klara Ther. Gerhardt, Afterweg 22; Lucia Haas, Ritter- gaffe 18; Elisabeth Hill, Steinstraße 85; Margarethe Klein, Kläranlage 14; Margarete Krausch, Hammstraße 15: Elise Kraft, Bleichstraße 30; Mar- garete Kühl, Fröbelstraße 18; Mathilde Linde- mann, Iahnstraße 37; Margarete Möller, SJHttel- weg 16; Elisabeth Muhl, Kcwlansgasse 25; Kcttha- rtne Pmff, Kcttbarinengasse 11; Margarete Pfei ser, Bftermeg 27: Margarete Reuter, DlMingstraße 1 Katharina Rödel, An den Dahnböfen 34; Emilie Schmidt, Lcimenkauterweg 41; Karoline Ullrich, Schanzenstraße 1; Katharina Deubel. Asterwea 64; Ernestine Vetter, Kläranlage 80; Elisabeth Wall- darf, Kläranlage 64; Maria Wickert, Liebigstraße 30.
II. Stuke
(Mütter mit 6 und 7 Kindern).
Sophie Adam, Erdknuterweq 50; Emilie Baarz, Steinstraße 17; Luise Backes, Bleichstraße 31; Anna
Brot auf Hohen-Asperg eingesperrt. Der badische Gesandte befreite ihn nach Jahr und Tag, und die „Räuber" durften sogar in Stuttgart gegeben werden, wo Schiller noch heutzutage als Karl Moor abgebildet ist.
der Nachmittag war lang, und es gab vieles, wo- nach sie begehrte. Sie erhielt alles. Allmählich würben ihre Wünsche unbescheidener und rücksichtsloser, ihr Trotz und ihre Angst wichen einer Art von stolzem Triumph, worin sie alle Gelüste zu befrie- bbgen suchte, die sie jemals verspürt zu haben
Derkehrssünden und undiszipliniertes Verhalten in den Straßen, letzteres namentlich von Jugendlichen und in der Dunkelheit, haben sich seit einiger Zeit erheblich vermehrt. Klagen über diese Mißstände sind bei der Polizei in steigendem Maße eingegangen. Im „Gießener Anzeiger" Nr. 290 vom 7./8. Dezember haben wir in dem Artikel „Sünden in der Dunkelheit" die wichtigsten und häufigsten Beschwerden über Verkehrssünder und jugendliche Unfugstister zur Sprache gebracht. Die Häufung dieser unliebsamen Vorgänge und die dadurch bedingte Gefährdung der Verkehrssicherheit, aber auch der Jugendlichen selbst, veranlaßt nunmehr die Polizei im Einvernehmen mit der Partei und den zuständigen Gerichtsbehörden zu energischen Maßnahmen, die zum Ziele haben, den gerügten Mißständen ein Ende zu bereiten und darüber hinaus jugendlichen Verkehrssündern die erzieherische Behandlung angedeihen zu laßen, die zu ihrem Besten bient
Teil auch in Gruppen bel'sammenstehen, sehen. Auf derartige Sünder wird die Polizei in Zukunft ihr besonderes Augenmerk richten. Die Namen werden festgestellt, und bann wird der Dater^ ober die Mutter alles weitere von ber Polizei hören. Was bieses Äeitere" ist, kann sich jedermann denken. Wenn Polizeibeamte Kinder bis zu zehn Jahren in der Dunkelheit allein auf der Straße antreffen — was schon ost vorgekommen ist — dann werten sie diese KinderzumPolizeirevierbrin- gen, wo die Kleinen selbstverständlich mit aller Liebe und Fürsorge behandelt und vor den Gefahren ter Dunkelheit behütet werten. Die Eltern erhalten sofort Nachricht und müssen ihre Kinder selbst auf der Wache abholen, wobei ihnen aber einiges über ihre Erzieherpflichten gesagt werden wird. Gegen das Rauchen der Jugendlichen in den Straßen und auf öffentlichen Plätzen wird die Polizei von jetzt ab ebenfalls mit aller Strenge vorgehen. Sie wird auch mit aller Schärfe darauf achten, daß Jugend- liche unter 18 Jahren — selbstverständlich sind auch hier Angehörige der Wehrmacht und des Reichs- arbeitsdienst ausgenommen — sich ohne Begleitung Erwachsener nicht nach 21 Uhr noch in Gaststätten aufhalten.' Als „Beauftragter" der Eltern einer minderjährigen Person, 3, B. eines 18jährigen Mädels, gilt auch nicht etwa der Kavalier, der dem Polizeibeamten gegenüber zwar -angeben wird, er sei von den Eltern des Mädels mit dessen Begleitung beauftragt worden, der sich darüber aber nicht ausweisen' kann. Es wird auch mit größter So rasalt darauf geachtet werden, daß Jugendliche unter 16 Jahren, wenn sie nicht von Erziehungs-
Marie Berg, Landgraf-Philipp-Platz 8; Rosa Berg, mann, Müylstr. 6; Maria Bernges, Riegelpfad 92; Margarete Eckert, Gartfeld 8; Sophie Fleck, Sei- tersweg 52; Elise Johannette Frey, Aulweg 14; Marie Frey, Seltersweg 31; Karoline Geitz, Wa- gcngasfe 5; Klara Gottwald, Crednerstraße 23; Marie Hangen, Schottstr. 49; Magdalena Habeth, Q-,imenfauterwea 37; Marie Haubach, Löberstraße 3; Marie Hertrich, Weserstraße 18; Wilhelmine Hönig, Sandfeld 17, Marie Höh, Neuen Baue 10; Emma Hoßfeld, Rittergasse 23; Marie Jung, Klein-Linden, Steinstraße 1; Elisabeth Kaiser, Krosdorfer Str. 1; Emma, Keil, Weidengasse 7; Maria Keller, Rod- Heimer Straße 49; Marie Krug, Kugelberg 17; Martha Mellinger, Steinstraße 73; Katharina Muller, Schiffenberger Weg 39; Anna Nau, Schottstraße 31; Charlotte Noack, Kleine Mühlgasse 8; Ernestine Pempfer, Crednerstraße 36; Hulda Pitz, Kläranlage 12; Elisabeth Rockel, Marktplatz 18; Marie Römer, Kaiserallee 60; Elisabeth Schäler, Bergstraße 36; Karoline Schultheiß, Liebigstraße 33; Karoline Seiler, Weidengasse 5; Ottilie Seim, Löberstraße 11;-Elisabeth Spillmann, Läufertsröder- weg 61; Minna Stephan, Doeringstraße 3: Johanna Thielmann, Krosdorfer Straße 108; Margarete Belte, Leimenkauterweg 25; Susanne Wagner, Friedrichstraße 17; Marie Wellhausen, Löbers Hof 5; Margarete Winter, Rodheimer Straße 35; Anna Wittmann, Marburger Straße 100; Anna Zentgraf, Hofmannstrahe 11.
III. Stufe
(Mütter mit 4 und 5 Äinbern).
Marie Adolph, Asterweg 69; Anna Altendorf, Bergstraße 27-. Sophie Altensen, Druchstraße 12; Anna Andree, Walttorstraße 65; Luise Aulenbacher,
Moor mit der Schnur von seinem Hute erhängt, spiele ich ganz nach dem Originale. Schweizer, em Haupträuber, rettet mich, indem er durch das bren- nente Schloß hereinstürmt und mich abschneidet, dafür kommt Roller direkt vom Galgen mit dem Strick um den Hals, auf einem Abdeckerkarren. Eine herzzerfleischende Scene. Der Auftritt am Hungerturm wird selbst den stärksten Nerven zu tun geben. Hermann, mein Rade, wird in der Tat von Herrn Rabe gegeben. Den Kapuziner spielt Herr Kirchmeyer, mehr sage ich nicht. Den Räuberchor singen junge, angehende Dilettanten. Herr Krappler, den Ihr aus Eyblers Bierhaus kennt, seiner schönen Baßstimme wegen, wird sich extra ein Rauverlied einlegen. Die Dekorationen sind n^ch den Kupferstichen von Chodorviecki gemalt; t*s Kostüm neu, bis auf das der Räuber, denn diese gingen historisch in abgetragenen Wämsern herum. Es sind also keine Kosten gescheut Worten, um die Räuber nach der Natur darzustellen. Preise und Plätze die bisherigen. Die einzige Loge des Schauspielhauses ift bereits vergriffen. Der Anfana ist wegen des Nachmittagskranzchens in Eyblers Biergarten um 8 Uhr abends. Man bittet, die Hausschlüssel mitzunehmen. Bor elf Uhr geht die Bor- stellung nicht zu Ende.
warf einen kurzen BM auf sein Gesicht, das ihr merkwürdig bekannt und unbekannt zugleich vorkam, und gleichzeitig haschte sie wie nach einem versinkendem Traum nach der Erinnerung eines Erlebnisses, das sie gerade noch gehabt zu haben glaubte. Sie fand es nicht wieder. Ihr Auge fiel auf eine reiche Kette, die in der Auslage des Schmuckladens vor ihr glitzerte, und glitt von dort mit verstörtem Ausdruck in eint Ecke des Fensters, wo einfache Ringe in einer Schale Tagen.
Mit einenrrnal wußte sie, weshalb sie vor diesem Laden' stand. Es gab jemand, der sich einen solchen Ring gewünscht hatte, und plötzlich war sie sich be- mußt, daß sie ihr Geldtäschchen krampfhaft in ter Hand hielt und ängstlich überlegte, ob fein Inhalt -um Ankauf eines solchen Restes reichen würde. Sie war erregt bei dem Gedanken und vergaß alles andere, sie suchte mit den Augen nach dem schönsten unter den Ringen, und ihr Herz klopfte frohlockend in Erwartung des Augenblicks, wo sie den Ring überreichen und das strahlende Gesicht des Freundes sehen würde.
bere^^ begleite! sind, stützen, muß für jeden Erwachsenen insbesondere
sich überhaupt nicht in Gaststätten oder Lichtspiel- für die Eltern, eine vornehme Pflicht fern. B.
Bor allem wird dabei — wie der Leiter der Gießener Schutzpolizei, Major der Schutzpolizck H e 11 - wege Emden, in einer Besprechung mit den Vertretern der Gießener Presse am gestrigen Mitt- woch mitteilte — der Betrieb im Seltersweg künftighin einer erheblich verschär s te n Aufsicht unterworfen. Das sinn- und zwecklose Herumstehen aus den Bürgersteigen und besonders an den Ecken der Straßenkreuzungen, bei dem hauptsächlich Jugendliche der „Stein des Anstoßes" sind, wird von jetzt ab nicht mehr geduldet werden. Die Polizeibeamten sind angewiesen, derartige „Verkehrshindernisse" sofort namentlich fest- zu st eilen und zur Räumung ihres „Stehplatzes" a u f z u f 0 r d e r n. Die wegen solcher Verstöße feftgeftellten Personen werden sich dann am Sonntag darauf vormittags für zwei Stunden auf ter Polizei zur Teilnahme • an einer Belehrung über richtiges Verhalten im Verkehr einzufinten haben. Diese Anordnung unh Aussicht auf Verkehrsbelehrung betrifft auch Erwachsene, „unterhastungsbedürftige" Frauen mit Kinderwagen nicht ausgeschlossen, die zu zweit oder dritt cter viert den Gehsteig oder die Stra- h en ecke blockieren und der Meinung sind, ihr, Schwätzchen fei wichtiger als die Flüssigkeit und Sicherheit der Derkehrsabwicklung. Auch diese Günter werben sich jeweils am Sonntag darauf auf Vorladung durch die Polizei ein Stelldichein auf ter Polizeidirektion geben müssen, selbst wenn die Hausfrau eigentlich daheim, das Mittagessen bereiten sollte, wegen ihrer „Stehkonvente" zum Schwat- zen an den Straßenecken aber der Belehrung be-
Das junge Mädchen und das Glück.
von Tiudols Schneder-Schelde.
Hinter bas junge Mädchen, da- l-hnli-chtig vor lern blitzenden Schaufenster des Schmuckladens ianb, trat wie von ungefähr ein Herr und fragte lächelnd: „Was wünschen Sie sich, mein Fraulem?
Die Angesprochene drehte sich um unb fd) tn rin schwer zu fassendes fremdes Gesicht. ©ie wollte vntergehen und sich dem Menschenstrom anoer- trauen, der durch die Sttaße flutete, aber sie vermochte es nicht. Es war am Nachmittag die Lust tuar silbern unJ weihnachtlich, das Sehen schien mrlid) und verführerisch, ein paar Vorübergehend achten heiter. Der Unbekannte stand abwartend und Pölich neben ihr und wiederholte seine Frage. Das Mädchen luhlte Schwäche und Begehrlichkeit im Herzen und eine Versuchung, der sie nicht wide - leben konnte. Es kam ihr so vor, als sei sie ploy- ich durch diesen Mann in eine Welt te reien, Die enters war als die vor ihren Augen. Als er zum teittenmal feite Frage tat, antwo.rtete sie keck und trotzig, mit den Augen nach einem Schmuck,tua in ter Auslage deutend: „Dieses Halsband.
„Sie sollen es haben", sagte der ^"bekannte und nötigte sie zu der Ladentür. Sie folgte ihm wider trebenb, trat mit ihm ein unb bürte, iane er bas 5al5banb verlangte. Sie ließ es geschehen, baß ihr »er Juwelier ben Schmuck um ben chgls legte^, stand lraumhast befangen vor einem 6megel, »er $r Bilb strahlend vom Licht unb ben 9'an,ie.nöe". °£r •en roibergab, hörte ben Preis und |al).
Jnbetannte zahlte. Dann stand sie wieder neben Dm au, ber Straße unb ginn an feiner 6 it* und Ählte die Kette brennend auf ihrer und kam
tteben und fragte nach ihren Wünschen.
nicht mehr imstand, sich chm zu en^iehen, sie mußte nicht einmal, ob sie es noch m°ltte. S'e wünschte sich ein-n Pelz, ein Kleid, dann ttnen Hu, ’gäitr seidene Wäsche, eine Uhr und immer mehr.
glaubte. , , ,
Sie saß längst in einem eleganten Auto, umgeben von ein paar reizenden Hündchen, zwischen tausend Paketen und Paketchen, in denen ihre Schätze verpackt waren, als ihr nichts mehr zu wünschen einsiel. . _ r .
„Was wünschen Sie sich letzt, mein Fräulein? fragte ter Unbekannte neben ihr, der ferne Haltung nicht verändert hatte. Sie sah prüfend zu ihm hin, ab er lächle, aber nun lächelte er nickt. Sie wußte nicht, was sie sich noch wünschen sollte, es gab nichts mehr. Sie dachte nach. — Zartere Haut, dachte sie, blauere Augen, blonderes Haar? Sie wußte nicht, ob sie sich auch etwas wünschen konnte, das nicht für Geld zu haben war, ewige Jugend, ewige Schönheit, etwas, das den Inbegriff aller wünschbaren Dinge enthielt.
„Was wünschen Sie sich?" hört« sie wieder.
Das Beste, dachte das Mädchen, das Allerbeste, das, was nur ich allein so einzigartig besitzen kann, und sie warf einen bereits gelangweilten Blick auf all die Herrlichkeiten, die sie in ihrem Wagen hatte Es müßte etwas sein, dachte sie, das mein ganzes Glück ausmacht, das wirkliche Glück, ja, das Gluck felber müßte es fein, das ist es, mein Gluck will ich mir wünschen.
„Nun?" hörte sie neben sich.
Sie atmete tief und heftig: „Ich wünsche mir mein Glück."
Ihr Glück?" fragte der Unbekannte und fing iefet wieder zu lächeln an, „ist das Ihr Ernst?"
„Ja", sagte das Mädchen ungeduldig; „warum?
Geht es nicht?" . w ,
Der Unbekannte machte eine Pause, ehe er sagte:
Gut! — Sie sollen es haben."
3n diesem Augenblick erhielt das Mädchen einen scharfen Ruck, als stoße der Wagen irgendwo an, bann stand sie, ahne zu begreifen, was oorgefal- len war, verwirrt und halb benommen vor dem blitzenden Schaufenster eines Juweliers unb horte hinter sich die beiläufig gemurmelte Entschuldigung eines Herrn, ber sie soeben angerannt hatte. Sie
Aus ber Ettabi Gissten.
Sie Kunst des Schenkens.
Es ift auch eine Kunst, richtig schenken zu können, fre der eine in ben Fingerspitzen, vielmehr in einem itigen, verständnisvollen Herzen hat, und die der adere nie lernt! Wenn man einmal die Menschen r seiner Umgebung in dieser Beziehung beo'oach- t, kann man drei Arten feststellen. Am allerwenig. Im verstehen diejenigen etwas von dieser das Herz nb den feinen Takt berührenden Künst, die am age vor dem Feste, womöglich gar noch am 24., den Geschäften umherlausen, um nur irgendwas zu kaufen, von dem sie annehmen, daß es feileicht passen könne. Dann sind sie auch noch ent- cuscht, wenn der Beschenkte, die Lieblosigkeit wohl, Merkend, nur kühl dankt und vielleicht gar fragt, ein Umtausch möglich sei. Man hat dann wohl xwas geschenkt, aber keine Freude bereitet, was ach der tiefe Sinn der Gabe ist. Die wahre Kunst ts Schenkens zu verstehen, ist nicht schwer, wenn an während des ganzen Jahres ein Ohr dafür itte, welche Wünsche wohl die einzelnen Freunde, erwanöten oder Bekannten haben; diese Wünsche
Gegen Eckensteyerei und Gaflstäiien-Mißbrauch.
Der Settersweg ist keine „Rennbahn" und kein „Heiratsmarkt". - Für Freistunden zur Erholung sind die Anlagen groß genug für alle.
Kommt nun unb seht das Stück, ich führe es heute auf, wie Schiller es geschrieben. Ich selbst spiele zu meinem Benefiz den Franz Moor, den größten schleichenden Intriganten,, den nach die Bühne gezeigt hat. Den Karl spiett ein Urenkel Schillers, Herr Mächler aus Ulm, mit erschütternder Wahrheit. Ich mache das edle Publikum von Dop- ingen auf bie großen Schönheiten dieses Trauer- piels aufmerksam. Die Räuberszenen im Walde ind in gräßlicher Wahrheit hingestellt. Die Schloß- zenen mit Amalia und Franz und dem alten Moor atmen verwüstetes Familienglück und heuchlerische Tücke. Die Szene, in welcher sich Franz
erden in ein kleines Büchlein geschrieben. Man * t dann nicht verlegen, wenn es gilt, die Geschenke ' u kau en. Auf diese Weise lernt man die Kunst ] I irr Schenkens.
Nun ist es ja in diesem Jahre etwas anders mit ■ tzeschenken, denn wir können nicht einfach kaufen, ! jas mir eigentlich im Sinne haben. Aber das scha- |it nichts, denn so lernen wir es einmal anders- Lcum und werden merken, daß dies auch seine lieize hat. Aufmerksam gehen wir durch die Straßen in den Schaufenstern vorbei, ober sehen uns bie Auslagen in den Läden an, unb bei jedem Gegey- janb, ber uns in Form und Art gefällt, überlegen | vir uns, ob er wohl für einen Menschen bas Rich- I jge sein möchte, bem wir eine Freude machen | pollen. Mehr noch als sonst gilt in diesem Kriegs- pinter der Grundsatz, daß es auf das berühmte I mie" ankommt! Ein ganz kleiner, vielleicht sogar I lilliger Gegenstand gilt, wenn er mit Liebe aus- | t’fudjt worden ist, mehr, als ein teurer, der ver- iandnislos gesch-nkt wurde. Es kommt nicht auf i?n Wert des Gegenstandes an, sondern darauf, vieviel Freude er macht und mit wieviel liebe- rollern Verständnis er ausgesucht wurde.
Itornotiftcn.
Tageskalenber für Donnerstag.
Gloria.Palast, Seltersweg: „Das Lieb ber Siebe". - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der ewige Jude". Vberhessischer Kunstverein: 17.30 bis 18.30 Weih- uachtsausstellung im Foyer bes Stadttheaters.
Ortszeit für be20. Dezember.
Sonnenaufgang 9.34 Uhr, Sonnenuntergang 17.11 Uhr. — Monduntergang 12.26 Uhr, Mondaufgang <04 Uhr.
Rhein-Main im 33di>.
NSG. Rechtzeitig zu Weihnachten übergibt die deutsche Arbeitsfront das KdF.-Jahresheft der Seffentlichkeit. Als Titelbild des Heftes, das unser O.iugebiet im Bild bringt, wurde bie Pfalz bet Staub gewählt. D?r einleitende Artikel weist auf die otel- iältigen Schönheiten und Sehenswürdigkeiten des sihein-Main-G-bietes hin. Auf den folgenden Setten hb die schönsten Aufnahmen aus den einzelnen Landschaften des Rhein-Main-Gehietes zusammen- getragen: Frankfurt a. M., das obere Maintal, der Dinin von Frankfurt bis Mainz, der Cbenmalb, Wischen Odenwald und R^ein, das Land der N de- iunaen, ber Rhein von Mainz bis Lahnstem, ter restliche unb der östliche Taunus, das ßa^ntal, ber Westerwald, Dill und Hinterland, bie Wetterau, Dterhcffen, ber Vogelsberg und das Kinzigtal. Den Abschluß bilden zwei Aufnahmen von ben für unser Yougebiet wesentlichste^ Flüssen, dem Rhein und tem Main. Das KdF.-Jahresheft in dieser schonen ^usammenltelluna ist eine hervorragende Werbung für unser Rhein-Main-Gebiet.__


