Ausgabe 
18.3.1940
 
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Montag, 18. März MV

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Hl 66 Zweites Statt

Aus der Stadt Giehen.Tag der Wehrmachi" in Gießen em

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Trauerfeier für Geheimrat Krüger.

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da der erste Schlag gar zu gut "geschmeckt Krtegs-WchW. ersetzen.

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|u itu/i v 1.1111 i*-/ n Der Musiker spann *. | eine Saite erklingt,

dann beginnt eine andere,

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Jen Groß- |t auch in ufen. So. nicht um Antrans- Derzöge- ing unbe-

Gleichklang.

13nn Karl Fobert Popp

Oberhessischer Kunsiverein.

Rudolf Matthis und Rudolf Poefchmann.

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Freude. . ,r .

Die gesamte Veranstaltung zeigte alle Helfer und Helferinnen in freudiger Tatbereitschaft und be­kundete erneut die längst schon bekannte Tatsache, daß alle Kräfte sich immer wieder gerne für das

feine Motive nimmt. . . A

Rudolf Poefchmann spricht auf ganz andere

Art an. Er hält sich an das Gegenständlichere. An das, was den meisten Menschen gefällt. Er malte die Wartburg, den Dom zu Limburg, die Burg

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Haydn.

Haydn trat eines Tages in eine Musikalienhand­lung.

Können Sie mir einige neue Kompositionen vor­legen?", bat er.

Gewiß. Ich habe gerade das Ochsenmenuett von Haydn da." .

Haydn interessiert mich nicht", bemerkte Haydn.

Was? Sie lieben Haydn nicht? Was haben Sie gegen ihn?"

Haydn lächelte freundlich:

Haben Sie nicht etwas anderes da?"

Der Musikalienhändler antwortete:

Ich habe sehr viel da aber nicht für einen p unmusikalischen Menschen wie Sie!"

*

Oft besuchte Haydn die berühmte Sängerin Bil­lington, deren Kunst ihn täglich neu begeisterte, lieber dem Klavier der Sängerin hing ihr Porträt, von Reynold gemalt. Die Sängerin war als heilige Cäcilie dargestellt, wie sie mit andächtigem Gesicht einem Chor der Engel lauscht.

Das Porträt ist ausgezeichnet^, bemerkte Haydn, nur die Auffassung des Themas ist fatsch."

-Wieso?" . _ , _ f

Der Maler hat gemalt, wie Sie den Engeln lauschen. Er hätte die Engel malen müssen, wie sie Ihnen lauschen."

Eines Tages dirigierte Haydn ein Oratorium. Der Konzertmeister hatte ein Geigensolo zu spielen und eine Cadenz ad libitum zu machen. Dabei irrte er wild in den Tonarten umher und schien die Grundmelodie völlig vergessen zu haben. Endlich schloß er die lange Kadenz mit einem Triller und kam zu dem Ausgangspunkt zuruck. .

herzlich willkommen daheim! , rief Haydn^ herzlich willkommen!" Jo Hanns Rösler,

das am 27. 9. 1939 ausgesprochene Verbot öffent­licher Tanzlustbarkeiten vor 19 Uhr für den 24. und 25. März 1940 aufgehoben worden.

** Kein Vortragsabend im Goethe- Bund. Der.für morgen angekündigte Vortrags­abend im Goethe-Bund muß verschoben werden.

G. A.-Gport.

Hessen wurde Sportbereich.

Gießen nunmehr Sportbezirk.

Auf der am 10. Februar in Gießen stattgefun­denen großen Arbeitstagung des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen konnte stellvertretender Gau­amtmann Beu ermann (Kassel) bereits mittei­len, daß auch für den bisherigen NSRL.-Gau III Hessen eine Neuorganisation vorbereitet sei. Was damals angekündigt wurde, ist nun Wirklich­keit geworden: Der bisherige Hessengau ist zum Sportbereich erhoben worden. Der in schwer­ster Zeit geschaffene organisatorische Ausbau bringt eine Angleichung an die Organisation der Partei, gleichgestimmte auch in einem entfernten Zimmer zu tönen ..." r

Der Gefreite nickte ihm zu.Gleichklang! sagte er. Gleichklang! Das ist es!" Und er wurde dar­über so froh, daß er eine Lage spendete und sie bat, mit ihm auf das Wohl seiner lieben Monika zu trinken.

Urlaub ... ..

Am Dienstag darauf erhielt er einen Feldpost­brief.Lieber HaHs", schrieb Monika,in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag wurde ich munter und verspürte eine große Unruhe in mir. Ich gchg auf den Balkon und sah nach den Sternen, die ja jetzt wegen der Verdunkelung auch über der Groß­stadt leuchten. Da mußte ich immer an Dich denken. Und dann dachte ich aber bitte nicht auslachen, lieber Hans! daran, daß die Sterne auch Dir scheinen, daß sie den ganzen Tag am Himmel stehen und erst nachts zu funkeln beginnen. Als ich mir das überlegte, fühlte ich, wie sehr wir doch zu­sammengehören! Auch über uns allen ist das Dun­kel einer harten Zeit, und gerade deshalb wird in uns etwas hell! Du weißt, was ich meine, Du weißt ja auch, was nun wie ein lichter Stern in uns strahlt! Und deshalb hat doch alles seinen Sinn, nicht wahr, lieber Hans?"

Hier unterbrach ein Kamerad den Lesenden und fragte, ob er schlimme Nachrichten von zu Hause erhalten habe. Der Gefreite sah auf und schüttelte den Kopf.Glaubt ihr an Gedankenübertragung?" fragte er statt einer Antwort.Glaubt ihr, daß bunderte Kilometer voneinander zwei Menschen nach den Sternen sehen und in eben diesem Augen­blick das gleiche denken können?!"

Sie wollten erst lachen, aber als sie seinen Ernst bemerkten, sahen sie ihn verwundert an und dachten nach. Der Studienrctt meinte, es gebe mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweis­heit es sich träumen lasse ...

Max Barthel, der Schmied, sagte mit einer er­klärenden Handbewegung:Waanst' dich mit einer so recht verstehst, nachher seid's allweil beianand!

~ xden Gedanken weiter:Wenn

Die letzte Straßensammlung für bas Kriegs- Winterhilfswerk, die alsTag der Wehrmacht ge­meinsam von der Wehrmacht und den Kameraden der NSKOV., des' NS.-Reichskriegerbundes, des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten und vom Deutschen Roten Kreuz durchgefuhrt wurde, gestaltete sich in Gießen zu einem starken Erfolg auf der ganzen Linie. ,

Die Sammler begannen ihre eifrige Tätigkeit be­reits im Laufe des Freitagnachmütag mit dem Verkau der Abzeichen für diesen Tag, der hübschen Fahnen, die überall reißenden Absatz fanden Bei der starken Nachfrage war der Vorrat an Fahnen­abzeichen schon bis zum Samstagoormittag vollstän­dig ausverkauft. Aber die Sammel- und Spende­freudigkeit für das Kriegs-WHW. bestand unver­ändert fort. Daher wurden dann andere Abzeichen, die von früheren Sammlungen übriggebheben waren, zum Verkauf eingesetzt, und auch sie san­den überall willige Abnehmer. Bis zum Samstag­abend hatten nach unseren Beobachtungen alle Sammler ihre Abzeichen ausverkauft, um dann Mit gewichtig klappernder Büchse her Ablieferungsstelle

Der gestrige Sonntag brachte den Höhepunkt der großen Sammelaktion.'Hier war es die Wehrmacht selbst die in der vordersten Front des Wirkens für das Kriegs-WHW. stand. Das großeErelgms des Tages war der Eintopf aus der Feldküche Es nab das immer wieder beliebte Soldatenessen Erbsen mit Speck, an einigen Stellen wurde aber auch, ebenfalls aus den Feldküchen, eine gute Linsensuppe und eine Reissuppe ausgegeben. An einer der gro­ßen Kochstellen unserer Gießener Soldaten war die Kocharbeit seit den frühesten Morgenstunden des Sonntags im Gange. Insgesamt wurden allein an

Lik-: ^betrieb an einer Feldküche. - Rechts: Eint°pf-G°m°inschaft auf Oswaldsgarten. - (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.)

dieser Stelle in 32 Feldküchen und Kochkesseln rund 15 000 Portionen Erbsen mit Speck gekocht, für die das ansehnliche Quantum von 25 Zentner Erbsen, 20 Zentner Speck und etwa 25 bis 30 Zentner Kar­toffeln den Weg in die Kessel antreten mußte. An einer anderen, kleineren Kochstelle wurden rund 2200 Portionen Essen gekocht, und zwar gab es hier Linsen- und Reissuppe. Dazu wanderten 340 Kilo Speck und Ochsenfleisch, 180 Kilo Linsen, 100 Kilo Reis und 200 Kilo Kartoffeln in die Kochkessel.

Schon von 10 Uhr an befanden sich die Feld­küchen motorisiert unterwegs zur Essenausgabe. Sie brachten den Käufern ein außerordentlich schmack­haftes Essen, das mit Recht überall vollste Anerken­nung fand. Auch vor den prüfenden Blicken und Kostproben unserer Hausfrauen konnte dieses Sol­datenessen in vollem Umfange bestehen. Und über­all fand es freudige Abnehmer. In den Straßen fanden sich an den Ausgabestellen Frauen, Mäd­chen, Männer und Jünglinge in großer Schar em, bewaffnet mit Töpfen, Kannen usw., um den Schlag" aus der Feldküche abzuholen. Vielfach war die erste Lieferung im Handumdrehen ausgegeben, und nicht minder rasch fand auch der zweite und dritte Kessel seine Abnehmer. Da man die Feld­küchen in kluger Voraussicht der Dinge auf Autos gestellt hatte, und da auch der Nachschub von den zentralen Kochstellen aus zu der Hauptoerteilungs- stelle in der Kaiserallee-Ecke Licher Straße ausge­zeichnet funktionierte, konnte die Versorgung der überaus kauflustigen Volksgenossen flott vonstatten gehen. Immer wieder flitzten die Autos von der Verteilungsstelle zu den Ausgabeplätzen und umge­kehrt. Viele Frauen und Männer kamen sogar em zweitesmal an die Feldküchen, um zu /Japituhe-

In den Nachtstunden vom Donnerstag zum Fre^ tag war die Truppe voller Erwartung. EMich huschten Gestalten über das Vorfeld. Der Gefreite kam mit feinen Kameraden zurück. Sie erstatteten Meldung und gingen dann gleich ichlasen. Nur der Gefreite stand noch eine Weile m der fterntlaren Nacht und sah zum Himmel hinauf, der im Glanze der abertausend Gestirne funkelte. Der Soldat, der eben noch mit gespannten Sinnen durch das Nie­mandsland feindwärts gegangen war blickte auf, und seine Gedanken liefen in die Heimat und waren dann bei Monika, seiner Braut.

Da wurde eine Sehnsucht m ihm wach, wie er sie nie verspürt hatte, wenn er früher auf feiner Arbeitsstätte wochenlang von ihr getrennt gewesen mar. Kleine Eigenheiten, die er an ü)r hebte, fie­len ihm in dieser Stunde ein. Ihr Lächeln ihre scheue Zärtlichkeit, ihr großes Vertrauen. Liebe, kleine Monika! Er sah die Sterne glanzen, und ihm kam plötzlich die Erinnerung an eine Schuljtunde.

und legte außerdem Kränze nieder im Namen des Gießener Konzertvereins und des Akademischen Ge­sangvereins. Kränze wurden ferner nieder gelegt für die Theologische Fakultät der Universität Marburg (deren Ehrendoktor Geheimrat Krüger war), für Die Gießener Studentenschaft, für die Gießener Hoch­schulgesellschaft, für den Historischen Verein für Hessen, den Oberhessischen Geschichtsverein, die Hessische Vereinigung für Kirchengeschichte für die Deutsche Theologische Gesellschaft und schließlich auch für die Altersvereinigung, der der Verstorbene an­gehörte.

Tageskalender für Montag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Die fremde Frau". Lichtspielhaus (Bahnhosstraße):Es gibt nur eine Liebe".

Bunter Abend im Stadttheater.

Die Künstler unseres Stadttheaters traten am Samstag gewissermaßen im eigenen Bezirk zu einer Schlacht für das Kriegswinterhilfswerk" an. Es wurde ein Bunter Abend veranstaltet, der em aus- Runkel Bilder aus Miltenberg, Lindau und Rothen­burg o. d. Tauber, er geht also solchen Motiven nach, die an sich schon wirkungsvoll sind, und die der Künstler mit viel technischer Geschicklichkeit und mit freudigen Farben in ihrer Wirkung noch stei­gert, romantisiert und in eine fröhliche Sommer­seligkeit taucht. Da erscheint die Ruine Runkel plötzlich gar nicht mehr dunkel und trutzig, der Lim­burger Dom nicht mystisch und die Wartburg nicht träumerisch aus deutscher Vergangenheit, sondern das alles ist mit heiter gestimmten Augen gesehen. Ein Helles weiches Ockergelb, das angenehm in das Rötliche hinüberspielt, herrscht vor und bestimmt fast alle Bilder. Poeschmann malt sichtlich mit rascher Hand, mit breitem Pinsel, mit viel Phan­tasie und künstlerischer Freiheit. Die Architektur be­handelt er virtuos in Licht und Schatten, m wir­kungsvollen Perspektiven, in kraftvoller Plastik. Daß er aber auch in der Landschastsmalerei eine glückliche Hand hat, beweist das BildGroßer und kleiner Arber" (Bayerischer Wald), das zum Besten zählt, was in seiner Ausstellung zu sehen ist.

o ; Heinrich Ludwig Neuner.

In der Kapelle des Neuen Friedhofs fand am Samstagmittag die Trauerfeier für Geheimrat D. Dr Gustav Krüger statt. Dazu sanden sich viele . Trauergäste aus dem Kreise der Universität und ' der kulturtragenden Vereinigungen unserer Stadt ein. Der Sarg war von zahlreichen prächtigen Kränzen umgeben.

Oberkirchenrat Superintendent a. D. D. Wag­ner widmete, nach Bibelwort und Gebet, dem Verstorbenen einen herzlichen Nachruf. Er verlas, einem Wunsche des Dahingeschiedenen folgend, die Worte, die zu BrahmsDeutschem Reguiem' als Text gelten, und schilderte dann Geheimrat Krüger in den Wesenzügen seines Charakters. Er sei offen gewesen für alles Gute, Wahre und Schone, erfüllt von einer tiefen Liebe zur Kunst, inbesondere der Musik, erfüllt von Wahrheitsliebe, von deutscher christlicher Frömmigkeit, von Lebensbejahung und von einem tiefen Ernst der Lebensauffassung über­haupt. Ihn habe eine erstaunliche geistige Spann­kraft ausgezeichnet bis in die letzten Tage feines Gebens; er lebte seiner Forschung, beteiligte sich aber auch rege am öffentlichen Leben. Trotz seiner fein empfindenden Natur habe er den Kamps nicht gescheut. Im Geisteskampf habe er unwandelbare Ritterlichkeit bewiesen. Sein Leben sei erfüllt ge­wesen von Arbeit für das deutsche Volk, für Kirche . und Staat, für Stadt und Universität, für die Stu- deuten und für solche Volksgenossen, die einer Hilfe bedürftig waren. Sein Leben sei aber auch reich an Leid gewesen, an Leid besonders um seinen unlängst verstorbenen Sohn, Regierungsrat Dr. Krüger. Mit dem Wunsche, daß Gott dem Verstorbenen die ewige 1 Ruhe schenken möge, schloß die Gedenkansprache.

Nach Musik und Lied sprach in .Vertretung des Rektors, der Prorektor unserer Landesuniversitat, Prof. Dr. Klute. Wenn auch der Tod für den Verstorbenen eine Erlösung geworden sei, so sei der Heimgang des bedeutenden Mannes doch ein gro­ßer Verlust. Der Verstorbene habe ein reiches Leben hinter sich gebracht, ein Leben in der Weite des Geistes, der Seele und des Herzens, ein Leben, be­stimmt auch von praktischem Verstand, von reichem und glücklichem Wirken für die Universität und ihre Verwaltung. Als Rektor habe er für die Universität gewirkt, als Dekan für die Theologische Fakultät. Er habe mitentschieden, als es die Deterinärkliniken zu schaffen, als es Liebigs Laboratorium zum Liebig- museum auszugestalten galt, er entschied mit, als es darum ging, die Diplome der Universität und Immatrikulations-Urkunden in deutscher Sprache abzufassen, die 300-Iahrfeier der Universität habe er mit vorbereitet u. v. a. m. Im Kriege 1914/18 wirkte er als Offizier in der Heimat, widmete sich der Kriegshilfe, er legte aber auch nach dem Zu­sammenbruch die Hände nicht in den Schoß. 25 Jahre habe er als Ephorus der Stipendiaten gewirkt, väterlich für sie gesorgt und viel Dank ge­erntet. Viel Dankbarkeit schulde ihm die Universität in ihrer Gesamtheit, für die er immer eingetreten fei, wo es sich als notwendig erwiesen habe. Mit dem Versprechen eines ehrenden und treuen Ge­denkens schloß Prof. Dr. Klute und legte einen Kranz nieder.

Für die Theologische Fakultät sprach Prof. D. Dr. phil. Rudolph als Amtsnachfolger des Verstorbe­nen. In feinem Nachruf nannte er Geheimrat Krüger im engen Zusammenhang mit den großen Lehrern der Kirchengeschichte. Er würdigte ferner die über­ragende wissenschaftliche Leistung des Verstorbenen und sprach dann davon, wie weniggeheimrätlich unnahbar" der Dahingeschiedene gewesen sei den Kameraden in der Fakultät und den Studenten gegenüber. Im Kampf der Theologie aber habe sich immer dann, wenn Unrecht geschehen sei, seine leidenschaftliche Natur geäußert. Immer aber sei er auch dessen fähig gemeßen, Person und Sache aus­einanderzuhalten. Mit den Studenten habe er immer persönliche Verbundenheit gesucht und ge­funden. Von ihm sei reicher Segen ausgegangen, ins­besondere immer dann, wenn es um Entscheidungen im Innersten gegangen sei. Im Namen der theo­logischen Fakultät und vieler Studenten legte Prof. Rudolph einen Kranz nieder.

Prof. Dr. Eger widmete dem verstorbenen Ehrendoktor der Juristischen Fakultät einen Kranz

hatte, so daß man sich gerne zu dem zweiten ent­schloß.

An der Plocksttaße und auf Oswaldgarten war Gelegenheit zu gemeinschaftlichem Essen gegeben. An langen Tischen saß man hier beisammen, um dem guten Mittagessen alle Ehre zu erweisen. Die Soldaten an den Feldküchen hatten kaum Hande genug, um alle Teller so rasch zu füllen, wie sie ihnen zugereicht wurden. Helferinnen von der NS.- Frauenschaft leisteten dabei wertvolle Hilfe, lieber«- all konnte man die Wahrnehmung machen, daß es ausgezeichnet schmeckte. Ein Musikkorps der Wehr-- macht erfreute an beiden Plätzen mit gutem Platz­konzert, so daß die Besucher neben - ihrem guten Schlag" auch noch einen musikalischen Genuß er­hielten. Besonders erfreut waren die Essen-Abneh­mer noch darüber, daß sie zu der Suppe auch eine Scheibe gutes Kommisbrot erhielten, das allen vor­trefflich mundete. In flotter Tätigkeit wickelte sich die Essenausgabe bis gegen 14 Uhr überall zur Zufriedenheit beider Teile ab.

Im Laufe des Sonntagnachmittag boten unsere Soldaten dann in reichem Maße jung und alt Ge­legenheit zu allerlei Unterhaltung. Man konnte da­bei am Maschinengewehr schießen, Kinder konnten reiten oder auf Militär fuhrwerken vierspännig spa- zierenfahren usw. Alles Möglichkeiten, von denen reichlich Gebrauch gemacht wurde. So brachte auch in dieser Richtung hin unsere Wehrmacht an ihrem Arbeitstage für das Kriegs-WHW. vielen eine große

Der Oberhessische Kunstoerein stellt in seiner neuesten Ausstellung (im Foyer des Stadttheaters) zwei Künstler ganz verschiedener Prägung einander gegenüber: den niederdeutschen Maler Rudolf Matthis (Nordenham, Oldenburg) und den Dresdner Rudolf Poefchmann, der schon von früheren Ausstellungen her in Gießen bekannt i|t- Beide unterscheiden sich lebhaft voneinander sowohl in ihren künstlerischen Auffassungen, wie auch in der Schau der Landschaft. o .

Matthis hat sich ohne Einschränkung der Lanv- schaft zugewandt. Er nimmt nur die natürliche Landschaft in sich und in seine Bilder auf. Man sicht nur selten Häuser oder Dörfer. Für ihn reden, so scheint es, Busch und Baum, Wald und Feld, Berg und Tal, die Heide, ein einsamer Feldweg, eine Sandgrube, vor allem aber der Himmel uno sein Licht, das Licht über der Landschaft in einer so reichen und lebendigen Sprache, daß er keiner weiteren Zutat bedürftig ist. Erscheinen einmal Häuser oder gar ein ganzes Dorf, so bedeutet das nie Selbstzweck im Bild, sondern Unterordnung, Einfügung, nur Bestandteil. Der Mensch ist in seinen Landschaft ganz und gar verloren. Um 1° sorgfältiger sind Stimmungen des Lichts und der Lust, Nahe und Ferne und alles, was Zwischen Himmel und Erde Farbe hat, festgehalten. Bufche Bäume, Gras, Blumen, Felsen usw. sind dabei nut spitzem Pinsel mit einer geradezu rührenden Sorg­falt und Treue gemalt. Man fühlt sich mit seinen eigenen Augen in die Landschaften versetzt, die uns der Künstler in einer feinen Vergeistigung, dabei doch in hohem Maße naturalistisch vermittelt Der Künstler hat sich viele zarte Motive gewahtt und fordert vom Betrachter eine liebevolle Versenkung.

Schwarzwaldtal mit Walken",Mesen am Mor- g»n",Der Waldrand",Trüber Tag ,Feld­weg",Warschlandschaft" diese Titel sind charak- teristtsch dafür, aus welchen Bereichen der Künstler

verkauftes Haus brachte. Zahlreiche Künstler des Theaters kamen in einem reichlich improvisiertem Programm zu Wort. Alles was sich dabei vor oder hinter den Kulissen eines Tanzkabaretts (das den Schauplatz der Ereignisse darstellte) ereignete, mar mehr oder weniger geheimnisvoll, war Original uno Talmi, war eines von beiden, war gut gespielter Trick oder gut fundierte Kunst. Eine Rahmenhand­lung, für die ein Dokumentendiebstahl erfunden war, brachte zum Schluß Chamberlain und Churchill auf die Bühne. Im übrigen bestand der Bunte Abend aus gespielten Witzen, aus Tanz und Gesang, aus guter Musik. Der Abend brachte eine geradezu toll­kühne Messerwerfer-Nummer, für die man sich einen frappanten Trick ausgedacht hatte, schließlich trat auch ein Verwandlungskünstler auf, der für ferne Nummer eine stattliche Anzahl von Helfershelfern hatte. Das Ballett steuerte auch einiges dazu bei. Es gab zwei Stunden der Unterhaltung.

*

** Lockerung des Tanzverbotes zu Ostern. Durch Polizeiverordnung vom 14. 3. ist Die Sterne stehen den ganzen Tag am Himmel", hatte der Lehrer feinen staunenden Jungen erzählt, , erst im Dunkel der Nacht leuchten sie unseren Äugen auf." Da dachte der Gefreite dankbar lächelnd, daß es wohl mit ihrer Liebe auch so sei. Der Alltag hatte sie in der Selbstverständlichkeit des Gewohnten verblassen lassen, nun aber, in Härte und Dunkel der großen Bewährung, nun leuchtet sie wieder hell in den Herzen und durch­bricht mit ihrem Schein die Nacht der Einsamkeit! Als er das dachte, freute sich der Soldat auf seinen

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