Dienstag,17. Dezember 1940
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefien)
Nr. 298 Zweites Blatt
Eisenbahner und Postler im Kriegsdienst
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keinen Rat!"
einer gewissen Vertrautheit mit ihren Herrn ge
Alle Bürger verstanden die wortlose Warnung, einer gewissen Die Versammlung löste sich auf, allenthalben hieß bracht werden, es: „Grütze haben wir ja genug!" t
C.K.
ten das erhalten Spruch:
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Gabenspender zugleich aber auch als Schreckfrgur der Kinder, damit schon die Doppelwertigkeit auch der alten Gottheit bezeugend. Der Stephanstag, der zweite Weihnachtsfeiertag, ist bei den Deutschen von jeher der große Pferdetag gewesen. Deshalb heißt der Heilige in Holstein auch „Pferdesteffen". Es gibt an diesem Tage große Umritte und Pferderennen bei den Bauern, namentlich in Süddeutsch-
Städtische Handelslehranstalt
Die Stadt Gießen übernimmt die alleinige Trägerschast für die Oeffentliche Handelslehranstalt.
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Als die Perser hörten, die Epheser äßen Grütze, hoben sie die Belagerung als zwecklos auf. Damals lief ein Wort von Mund zu Mund: „Siegreich waren die Perser mit den Waffen, aber sie räum* Feld vor der Grütze des Heraklit." Und hat sich bis auf den heutigen Tag der „Man muß Grütze haben!"
Den Mann aber, der ohne ein Wort seinen Mitbürgern ins Gewissen geredet hatte, fragte sein Gastfreund, der Athener Kimon: „Warum, Heraklit,
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Gerade jetzt geziemt es sich, mit einem Wort der Eisenbahner und Postler zu gedenken, die, wenn man will, auch Rüstungsarbeiter sind. Freilich nicht in dem Sinne, daß sie unmittelbar an der Dreh* bank stehen, wohl aber in dem Sinne, daß der Drehbank sehr schnell die Puste ausgehen würde, wenn die Eisenbahnen nicht Kohle und Stahl herbeischaffen würden.
Wir gederrken gerade jetzt dieser Manner, die häusig genug zwei Heime — ein familiäres Heim und eine Art Ruhestation — Haden müssen, weil die Beanspruchung von Eisenbahn und Post vor Weihnachten und um die Jahreswende einen ganz besonderen Höhepunkt erreicht.
Die Pünktlichkeit war immer die große Tugend der Eisenbahner und die Zuverlässigkeit die große Tugend der Postler. Wenn infolge der Kriegsumstände dieser oder jener Zug Verspätungen hat, so wurmt das niemanden mehr als den Eisenbahner, so sehr tjt ihm der Gedanke der Pünklichkeit „in Fleisch und Blut" übergegangen. Er ist schlechthin bewundernswert, wieoiele Züge auch im Krieg, trotz der Verdunkelung, mit hoher Genauigkeit ihr Ziel erreichen. In diesem Zusammenhänge möchten wir aber auch der Arbeiter und Angestellten auf den Lokalbahnen und Straßenbahnen gedenken, lieber sie sind viele Witze gerissen worden. Der vorurteilslose Beobachter wird trotzdem über den Witzen nicht den Tatbestand vergessen, daß auch auf den Klein- und Straßenbahnen ein ungewöhnlich hohes Maß von Pünktlichkeit und vorbildlicher Pflichterfüllung herrscht. Der Schlendrian liegt eben weder dem
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Deutsches Puppenspiel.
Don Or. Johannes Günther.
„Tiefer Sinn liegt ost im .kind'schen Spiel" — diesen Satz Schillers können wir um so berechtigter gerade auf das Puppenspiel an wend en als das „Puppenspiel" einmal jenes Spiel kleiner Mädchen ft, in dem sich ein frühes, nach Betätigung drängendes Muttergefühl andeutet, zum andern auch das spiel mit Handpuppen und Marionetten ist, das mit gleicher Freude und gleichem Eifer von «mocrn -mb Erwachsenen aus geübt und genossen wird und übrigens immer wieder, in vereinendem oder bc- ahendem Sinne, als Lebensgleichnis, als Gleich' nis für die Abhängigkeit des Menschen vom sugen- Xen Geschick, von der als weise oder willkürlich gemachten Gottheit benutzt wird.
Auch das Spiel mit Handpuppen und Marionetten ist ein Schau-Spiel. Rur kein unmittelbares Schauspiel wie das des spielenden Menschen, des Komödianten auf der gehörig großen Bühne, sondern ein mittelbares Spiel. Der Puppenspieler ist in Schauspieler, der nicht selber spielt: im Puppen- Piel setzt der Spieltrieb des Menschen die zum Spiel drängenden Ideen aus sich heraus. Das Pup° oenspiel ist natürlich, was die Nerven- und Gefühls- Kräfte angeht, bequemer und weniger anstrengend »ls das unmittelbare Spiel des spielenden Menschen, »es Bühnendarstellers. Es ist für den Menschen :raglo3 leichter, an etwas außer ihm Seienden zu iormen als an fid) "felbft; es ist letzter ben stost »or sich (ober über oder unter sich, ledensalls außer üch) zu haben und an ihm und mit ihm zu arbeiten, >ls Stoff, Werkzeug und Bildender in einer Perfon j,u sein'
Daß auch das Puppenspiel seine Schwierigkeiten *at, daß es auch vor allem körperliche Kraft und Ausdauer verlangt z. B. sind die heute besonders »eliebten, bis zu ein Meter hohen Puppen für den Marionettenspieler schwer zu halte»' auch 1h" engt »ie vorgebeugte Stellung am Gelander aus Hohen Spielbrücke sehr an — all soll keines- 'alle unterschätzt werden. Auf grundsätzlich dre» vermiedene Weisen können die Puppen vor den j5u* 'chauern bewegt werden: von unten an Stäbchen »der starken Drähten können die Glieder gehoben »der gesenkt werden, z. B. im Kölschen Hannesche- Spiel; zweitens können die Puppen und ihre Gue- ver als eigentliche „Marionetten" von oben an |tar-
1925 kam die zweijährige Handelsschule hinzu. Die Schülerzahl betrug 1924/25 -- 24, aber schon 1925/26 - 94, in den Jahren 1928 bis 1932 Zw,- schen 100 und 140, im Jahre 1933/34 sank sie auf 51 ab, stieg dann wieder 1934/35 auf 89, im Jahre 1935/36 auf 182, 1936/37 auf 269, 1937/38 auf 307 und 1938/39 auf 396 (ohne Drogisten und Bankenlehrlinge), zur Zeit unter Einschluß der Berufs- schulabteilungen auf rund 450 Schüler.
Träger der Schule war zunächst ein Kuratorium, in dem die Handelskammer, die Stadt und der Kreis Gießen, das Stadtschulamt, Höhere Schulen, Kaufmännischer Verein, Detaillisten-Verein, Eltern, Angestellte usw. vertreten waren. Im Jahre 1926 wurde die Anstalt vollständig in die Trägerschaft der Industrie- und Handelskammer Gießen übernommen. Die Schule war zunächst im Kaufmännischen Dereinshaus am Wernerwall untergebracht. Ostern 1930 wurde sie in die sog. Alte Klinik, heute ßiebiqbau genannt, verlegt. Dort wurden die Räume angesichts Ser aufwärtsstrebenden Entwicklung der Schule und auch aus anderen Gründen bald ungenügend, so daß Mitte 1936 von der Kammer das Gebäude Wernerwall 11 erworben wurde, in das die Schule im Oktober 1936 einzog. Bei dieser Gelegenheit wurden neben der Verbesserung der Unterrichtsräume auch das Inventar und die sonstigen Einrichtungen der Schule wesentlich erneuert und ergänzt. Im Oktober 1938 wurde von dem früheren Kaufmännischen Verein das Kaufmännische Vereinshaus erworben und von da ab für die Zwecke der Oeffentlichen Handelslehranstalt mit eingesetzt.
Seit Ostern 1934 steht die Anstatt unter der Lei- hing von Dr. habil. Kruse, der gegenwärtig noch an der Spitze der Schulleitung wirkt.
ken Fäden bewegt werden; drittens können die Finger einer Hand in einen kurzarmigen Balg, in einen Kostümrock schlüpfen, allf Den mittleren Finger kann der Kopf gestülpt werden ... das sind die ebenso primitiven wie beliebten Handpuppen, Kasper-Puppen. Eine Abart der unten bewegten Puppe ist die Schattenpuppe, flächig, dem Publikum nicht direkt gezeigt, sondern indirekt als Schatten aus dem beleuchteten Schirm: solche Vorführung ist beispielsweise in Java beliebt.
Das deutsche Handpuppen- und (Hänge-)Mario- nettenspiel erfährt gegenwärtig in Deutschland eine besondere Pflege. Von der Reichsjugendführung, der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und der Stadt Stuttgart ist ein „Reichsinstitut für Puppen- spiel" ins Leben gerufen worden. Seine vorbereitende Arbeit leistet es zunächst in Berlin, bis es, nach dem Kriege, in Stuttgart stationiert werden soll. Aber schon jetzt geht von ihm viel Segen und Freude aus: nicht zuletzt zum Besten unserer Wehr- macht. Puppenspieler werden vom Reichsinstitut entsandt, um in großen, kleineren und kleinsten militärischen Einheiten den für Puppenspiel internierten Kameraden Unterrichtskurse im Hand- puppenspiel zu erteilen. Die Soldaten brauchen nach schwerer Pflichterfüllung die Entspannung, also das Spiel. Vor allem freuen sich die Krieger, die, etwa in Norwegen, auf abgelegenen Posten aus- harren müssen, wenn sich solche Puppenspiel-Kurse mitgemacht haben: Stunden des Wartens und sonst vielleicht eintönige Freizeiten können sie sich und den Kameraden mit Puppenspiel-Szenen, die durch tau- send Jmprovisationsmöglichkeiten nicht totzukriegen sind, verkürzen und künstlerisch gefällig verschönen. — An alle zivilen Gruppen, Organisationen und Betriebe versendet übrigens das Reichsinstitut Bll- der-Kataloge mit Wiedergabe der wichtigsten, von den Ateliers des Reichs-Jnstituts hergestellten Kopf, und Kostüm-Typen und mit Listen der verfügbaren Spieltexte. Puppen und Libretti werden nach diesem Katalog ausgewählt und bestellt.
Die meisten dieser Handpuppen-Typen stammen von dem attberühmten und künstlerisch sehr bebeu- beuten Puppenmodelleur und Puppenspieler Professor Harro Siegel. Siegels Marionetten zeichnen sich durch ungewöhnliche Eharakterisierung, auch gerade zu ernsten Spiel-Wirkungen verwendbar, aus, sind sehr bewegungsfähig und pflegen, entsprechend und ansprechend geführt, eine dämonische Illusion zu erwecken.
Im „Gießener Anzeiger" Nr. 289 vom 6. Dezember berichteten wir über eine Sitzung des erweiterten Beirats der Industrie- und Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach, in der man sich mit einem Wechsel der Trägerschast für die Oeffentliche Handelslehr- anstatt Gießen beschäftigte. Dabei wurde einstimmig die Notwendigkeit des Trägerschaftswechsels für die- es Institut der Industrie- und Handelskammer anerkannt, da die Kammer für Die Zukunft die erforderlichen finanziellen Grundlagen für die Schule nicht mehr gewährleisten kann. Die Trägerschaft ollte nach Den Vorschlägen Der Kammer von der ilndusttie- und Handelskammer auf die Stadt Gie- zen übertragen werden.
Nunmehr hat Oberbürgermeister Ritter als Leiter der Gießener Stadtverwaltung den Entschluß gefaßt, Die Oeffentliche Handelslehranstalt Gießen mit Wirkung von Ostern 1941 ab von der Industrie- und Handelskammer auf die Stadt Gießen zu über- nehmen. Die Schule soll als „Städtische Han« delslehranstalt" von Der Stadt Gießen als alleinige Trägerin unverändert fortgeführt werden. Das Personal der Schule wird in städtische Dienste übernommen. Der Besitz der beiden Hausgrundstücke (Ecke Steinstraße/Wernerwall und das Anwesen des ehemaligen Kaufmännischen Dereinsl)au ses am Wernerwall) geht ebenfalls auf Die Stadt Gießen über.
Welche Tiere
gewöhnen sich an den Menschen?
Der Mensch hat Die stattliche Hahl Der Haustiere in den engeren Kreis seines Levens gezogen, und mit seinen Dressurkünsten hat er es zuwege gebracht, daß ihm selbst die grimmigsten Bestien ge- horcyen. Doch wird man im allgemeinen von einer Freundschaft des Menschen mit Löwen, Tigern oder Bären nicht sprechen können. Der aufmerksame Beobachter der uns umgebenden Natur gewinnt den Eindruck, daß die Tiere, die in Freiheit leben, ihm nicht gerade zutraulich entgegenkommen und jede Freundschaft ablehnen. Ein Naturkundiger, der sich die Frage vorgelegt hat, welche in Freiheit lebenden Geschöpfe sich am ehesten mit Dem Men schen anfreunden, meint, daß die Vierfüßler ihn mit seltenen Ausnahmen fliehen oder den sich ihnen Nähernden einfach nicht beachten.
Kaninchen und Ratten nehmen reißaus, wenn sie uns sehen; Wiesel nehmen von uns keine Notiz ober greifen uns an. Der Igel begegnet, vielleicht wegen seines Stachelkleibes, dem Menschen gewöhnlich mit größter Gleichgültigkeit, er nimmt eine Schüssel mit Milch gern an, ohne dafür zu danken. Kröten lassen sich mit Würmern füttern, zeigen aber für Den, der ihnen Nahrung spendet, nicht das geringste Inter- esse. Am ehesten können noch die Eichhörnchen, wenngleich sie die Freiheit weit vorziehen, von solchen, die sich auf ihre Behandlung verstehen, zu
land, ebenso auch in Schweden, Gebräuche, die an Wodans Umritte in Den stürmischen Zwölfnäcdten gemahnen und an die großen Pferdeopfer dies?r Zeit.
Neben dem Schimmel finden wir den Klappervock. In Pelz oder Stroh vermummt, mit ragendem Gehörn und lang heraushängender roter Zunge zieht er mit seinen Gaben umher. Unter mannigfachen Namen und Gestalten ist er auch in den verschiede-
nen skandinavischen Ländern vertreten. Schweins-, Bocks* Hunds-, Wolfs- und Bärenmaskcn tragen die Perchten oder Holden, die Vegetationsdämonen der Freya, die die Dorfstraßen österreichischer Alpen- täler unsicher machen, heutzutage allerdings in Den Fasching, Die Vorfrühlingszeit, vorgeschoben, ur- prünglid) auch in Den Zwölfnächten, desonDers am Epiphaniastag.
Unübersehbar endlich ist Die Tiergestalt im Wech- nachtsgebäck und anderen Weihnachtssveiscn. Da gibt es den Julagalt, Julagris (Juleber) oder das Julkalf, Julkuse (Kalb) Skandinaviens, fei es als Braten, fei es als Festbrot, das Pferd mit oder ohne Reiter auf Der Bildseite vieler deutscher Fest- gebärfc. Als pars pro toto entstanden auch Hufeisen- oder hörnerförmige Gebäcke. So leben, auch wenn es uns nicht zum Bewußtsein kommt, noch beute die heiligen Tiere unserer fernen Ahnen in zahlreichen Weihnachtsbräuchen fort. C.K.
Gustav Schilling.
Es wäre ungerecht und undankbar, dieses Jahr vergehen zu lassen, ohne einer Der bebeutcnbften und charaktervollsteii Persönlichkeiten unter Den akademischen Lehrern Gießens zu gefreuten, bet vor einem Jahrhundert in diese Stadt kam, Die ihm zur zweiten Heimat wurde: Der Philosoph Gustav Schilling. Ueber ein Menschenalter, von 1840 bis zu seinem Tode 1872, war er mit der Universität verbunden. — Erst im vorigen Jahre kckufte Die Stadt in Anerkennung seiner Verdienste sein Grab auf dem allen Friebhof nochmals für 100 Jahre zurück.
Gustav Schilling wurde am 27. Juli 1815 als Sohn des Tierarztes Leberecht Schilling in Cöthen in Anhalt geboren. Seine Jugendbildung verdankte er Der Leipziger Nikolaischule, an Der ihn besonders Professor Nobde zur Philosophie hinlenkte. Naci-dem er 1834 das Gymnasium mit glänzendem Abgangszeugnis verlassen hatte, wandte er sich zur Universität Leipzig. Der anfangs etwas kränkliche Student stärkte seinen Körper durch Turnen, Reiten und Fuhreisen, die ihn weit durch Deutschland führten so, daß er nicht nur philosophische Vorlesungen bei Hartenstein und mathematische bei Drobisch, sondern auch medizinische und naturwissenschaftliche hören konnte. Von den beiden genannten Gelehr* ten wurde er für die Herbartsche Philosophie gewonnen. Ostern 1837 verließ er auf Drodischs Rat Leipzig, und siedelte nach Göttingen über, wo er sich bei Herbart bis 1840 in dessen Lehre elnarbci tete, der damals schon in ihm einen seiner größten Schüler ahnte.
Ausgestattet mit einer wirklich tiefgreifenden Bildung auf philosophischem und naturwissenschaftlichem Gebiet, kam er im Wintersemester 1840 nach Gießen an die Ludoviciana. Nachdem er die Doktorprüfung abgelegt hatte, erhielt er schon im Novem ber die „venia legendi“ d. h. das Lehrrecht. — Die Gießener Professoren erfuhren bald, welch ein Kern in diesem Manne steckte, mußte doch der Professor
bürgern ins Gewissen ge
Gastfreund, der Athener Ki
sagtest Du Deinen Mitbürgern kein Wort?"
„Weil es Verschwendung gewesen wäre, Kimon. Denn auf Worte finden Die Epheser Widerworte, auf Rede Gegenrede, gegen die Tat aber finden sie
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Husten, Frösteln, rauher Hals, Heiserkeit, Schnupfen, Kopfschmerzen sind meist die Anzeichen beginnender Erkältung, die bei Vernachlässigung leicht zur Grippe fuhren kann. Es ist deshalb ratsam, sofort folgende Schnellkur anzu- wenden: ..
Kurz vor dem Zubettgehen oder im Bett möglichst heiß 1—2 Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und 1—2 gestrichene Eßlöffel Lucker mit etwa der doppelten Menge kochenden Wassers gut verrührt trinken und dann schwitzen! In hartnäckigen Fällen wird biese Anwenbung 1—2mal —abends — wiederholt. Zur Nachkur, und um Rückfällen entgegenzuwirken, nehme man noch einige Tage, und zwar 2—3mal täglich, einen Teelöffel Klosterfrau-Me- llffengeift in einer Tasse Pfefferminz- oder anderem Tee. f
Machen auch Sie einmal «einen Versuch! Den bekannten Klosterfrau-Melissengeist in der blauen Packung mit den drei Nonnen erhalten Sie bei Ihrem Apotheker ober Drogisten in Flaschen zu RM. 2,80. 1,65 und 0,90 (Inhalt: 100, 50 und 25 ccm). Vergessen Sie ihn nicht bei Ihrem nächsten Einkauf! Die Wirkung von Klosterfrau-Meliffen- geift wird Sie gewiß befriedigen.
lern Ueberirdischen gibt es fein wichtigeres und wirksameres Mittel als das Opfer. Um Die Macht, n deren Hand Der Mensch sich fühlt, von sich ab- julenfen und sich gnädig zu stimmen, bringt er ihr an seiner Stelle ein anderes Leben dar, ursprünglich Menschenleben, später Tiere.
Eine zusammenfassenbe Und übersichtliche Darftel- s'Ung über die Tieropfer beim germanischen Mittwinterfest und ihre heute noch lebendigen Spuren m Weihnachtsbrauch gibt Dr. Elvire Roeder von Diersburg in Der Halbmonatsschrift „Geistige Ar* beit". Für Den Germanen stehen als Opfertiere an erfter Stelle Schwein (Eber), Pferd, Bock und Rind, die später durch Schaf und Lamm ersetzt werden. Eine jüngere Entwicklungsstufe bringt statt Der Haustiere Jagdwild Dar, Hirsch und Hase. Insbe- sondere Der Hase, bis zum Ausgang des Mittelalters noch Freiwild, galt als Opfer Der Armen. Nur Diejenigen Tie/e wurden als geeignete Opfer- fiere angesehen, Die auch zur Nahrung des Menschen dienten. So waren manche der heiligen Tiere Wodans, Adler und Rabe, Wolf und Hund, vom Opfer ausgeschlossen, obgleich ihnen hohe kultische Bedeutung zukam, die im heutigen Brauchtum noch teilweise erkennbar ist.
Das bedeutendste Opfertier des Mittwinters war der Eber. Er «alt, vielleicht feiner kleinen* Augen wegen, als Lichtfeind. So tötete er zur Sommer* fonnwende den schlafenden Odin, das heißt er. zerstörte die Pflanzenwelt und mußte daher als Sühne* opfer für ein fruchtbares Jahr fein Leben lassen. Der stürmische, goldborstige Eber Gullenborsti ist das Reittier des nur für Den Norden gesicherten Fruchtbarkeitsgottes Freyr. Der Sturmesaott Odin eignet Das achtfiißige Götterroß Sleipnir, das selbst göttlicher Herkunft ist und Die Eigenschaften Odins verkörpert. Donar-Thor gehören Bär, Dock und Hahn zu, von denen Bock und Hahn bevorzugte Opfertiere sind. Die Göttin Frigg-Freya-Berchta- Holda hat Beziehungen zur Kuh, aber auch zu Wolf, Hund und Schwein. So sind Eber, Roß, Bock, Hahn, Kuh, ferner Hund, Wols und Bär die dämonischen Tiere des germanischen Mittwin- fers, denen wir in Brauchtum und Volksglauben
1 unserer Tage noch begegnen.
Die Siebenbürger Adventssau, der „Gottesborich sGotteseber), geht, ebenso wie im heimischen Schwaben, noch heute als gespenstisches Dorftier umher. Zu Weihnachten und Neujahr füttert Der Bauer feine Schweine besonders gut. Wodans Sleipnir erscheint als „Schimmelreiter" mit oder ohne Begleitung des Nikolaus, Knecht Ruprecht, Pelzmärte oder wie seine Namen sonst noch lauten, als gütiger
deutschen Eisenbahner, noch dem Straßenbahner, noch Dem Postier. Er will glatte Arbeit haben.
Wir müssen uns einmal überlegen, wie groß Die Leistungen Der Eisenbahn für unser tägliches Leben sind. Im vorigen harten und langen Winter wurden wir peinlich daran erinnert, als Der ungewöhnlich gestiegene Bedarf an Kohlen nur mit dem letzten Aufgebot an Menschen und Wagen befriedigt wer- den konnte. Ist es nicht eine phantastische Leistung, daß die Eisenbahn täglich 74 500 Wagen zu 10 Tonnen für Den Transport von Kohlen und Koks, zur Zeit Der Erntebewegung außerdem 5000 gedeckte Wagen für Kartoffeln und etwa 25 000 offene Wagen für den Rübentransport stellt? Wohlverstanden: täglich! Grohdeutschland hat eben einen ungeheuer großen Magen, es kann fehr viel vertragen.
Nicht zu vergeffen find Die zahlreichen Frauen, die im Eisenbahn- und Postbetrieb während Des Krieges hilfreich „eingesprungen" sind. Sie machen ihre Sache in der Regel sehr gut und haben sich schnell an Die NottveEgkeit gewähnt, über ihren neuen Ausgabenkreis einen guten Ueberblirf zu haben. Das ist gar nicht so einfach. Man denke nur an die Beanspruchung einer Straßenbahnschaffnerin, die von ihren Fahrgästen schließlich wifsen muß, ob sie gezahlt haben ober ob sich nicht ein „fauler Kunde" mit einer üblen Drückebergerei zu behelfen sucht. Die vielen im Bestelldienst der Post verwendeten Frauen haben wiederum Gelegenyelt, reichlich Treppen zu steigen und diese „Gliederübung" so ausgiebig zu betreiben, daß einen ausgewachsenen Mann ein leichtes Grauen beschleichen kann.
Ephesos, diese reiche, Dem Wohlleben hingegebene Stadt, wurde vom Heere Der Perser belagert. Das focht Die Bürger nicht an, Denn die Mauern Der Stadt waren fest. Wie sie es gewohnt waren, gingen sie zu Gastereien, ließen sie sich ergötzen von Flötenbläserinnen und Tänzerinnen, kamen sie schwer vom Weine des Abends heim und glaubten nicht an den Ernst des Krieges.
Aber allmählich wurden das feine Geflügel, die zarten jungen Kälber und Lämmer aufgezehrt, und Die guten Weinsorten gingen zur Neige. Darum versammelten sich Die Bürger auf Dem Markt zur Beratung. Allein nur Klage reden wurden gehalten. Aristarchos jammerte, daß keine Fische mehr auf den Markt gebracht würden. Archon bedauerte tief, daß es feine Gänseleber mehr gebe. Tylandros wünschte sich Lammzungen. Procles schimpfte, daß er feine Drosseln mehr auftreiben förnie. Ungesagt blieb nur, worauf die Perser rechneten, daß Dic|e Feinschmecker nämlich gern die Stadt übergeben hätten, wofern ihnen nur wieder volle Tafeln vergönnt würden.
Da sahen sie, wie ein Häher Mann mit ernstem Gesichte aufttand, zur Ecke ging und sich bei einem Händler ein paar Handvoll Grütze fauste, sie in eine Schale Wasser tauchte und alsbald verzehrte, eine Speise, wie sie nur niederes Dolf in Ephesos genoß.
(Sieg durch Grütze.
Von Friedrich ftreffa.
„Krieg ist der Vater aller Din^e. Krieg ist aller Dinge König. Die einen macht er zu Göttern, Die anderen zu Menschen, die einen zu ©flauen, Die anderen zu Freien. Man soll aber wissen, daß der Krieg das Gemeinsame ist und daß alles durch Stteit und Notwendigfeit zum Leben fommt."
Das sind Aussprüche des großen Denkers Heraklit von Ephesos, der in der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts v. Ehr. lebte, als Griechen und Perser im gewaltigen Kampfe standen und Persien Herr in Kleinasien war. In Kleinasien aber lag Ephesos, die Heimatstadt Heraklits.
iAus der Stadt Gießen.
Tiere im Weihnachtsbrauch.
I Im altüberlieferten Weihnachtsgebäck mancher »Landschaften, im süddeutschen Springerle oder im 1 rheinischen Spekulatius, treten uns gewisse Tierfor- »men entgegen, Pferd, Ziegenbock ober Hirsch; auch A ennen wir alle das beliebte rosige Marzipan- 1 chweinchen. Das, womöglich mit Geldsäcken beladen, !bem damit Beschenkten auf scherzhafte Weise das Glück ins Haus bringen soll. Wer von uns denkt 's daran, daß sich in diesen liergebilDen die letzten fReste uralter Kultvorftellungen verbergen? Unser Weihnachtsfest steht im Jahresablauf an der Stelle, | |lie einst Das aermanischc Sonnwendfest, bei Den ftorDgermanen das Julfest einnahm. Dieses für Die *inne so eindrucksvolle Naturgeschehen, der Wieder- ! M^tieg Der Sonne und Damit die Verheißung Der ückkehr von Leben und Fruchtbarkeit noch mitten jn Der Dunkelheit und Erstarrung des Winters, Mar das wichtigste Fest, das mit hohen kultischen feiern begangen wurde. Bei den Tieropfern, die । W m Mittelpunkt dieser Gestalten standen, wirkten Offenbar verschiedene Gedanken zusammen. Der "Mittwinter war ja Die Zeit, Da Die Scheidewand zwischen Dem Reich Der Toten und Der ßebenDigen
1 am Dünnsten und durchlässigsten war, da die Seelen zer Abgeschiedenen Macht hatten über Die Lebenden. So waren denn die Opferfeiern Dieser Zeit vor allem Totenbeschwöruna, magische Abwehr gegen SeelenDämonen unD andere unsichtbare Trolle und Geister. Aber Der Sterbliche sucht nicht nur Die böse Gottheit zu bannen, sondern auch Die gute sich gnädig zu stimmen, sucht Schutz für fick und das seine, Gedeihen und Fruchtbarkeit. Im Verkehr mit
Die Oeffentliche Handelslehranstalt wurde im Jahre 1924 von der Industrie- und Handelskammer Gießen mit Unterstützung der Stadtverwaltung und des Kaufmännischen Vereins gegründet. Ostern 1924 wurde zunächst nur Die Abteilung Höhere HcmDels- schule mit einjährigem Schulbesuch errichtet, Ostern
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