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Montag,16. September 1940

(90. Jahrgang Nr. 2(9

Oie Residenz des englischen Königs

Drei Wellen deutscher Angriffe aus London

Blick auf den Buckingham-Palast im St.-J°m°--P°rk im Londoner Zentrum^der - wie wir berichtet haben mehrere Bombentreffer erhielt. (Atlantic°M.)

abzuwerfen, um die Kartoffel-

Eine Lnsrarotaufnahme der Stadt Dover

Rene Vergeltungsangriffe gegen England

Schwere Verluste der Royal Air Force in den hestigen Lustkämpfen am Sonntag

wenden.

Major Gallons 32. Lustsieg.

Berlin, 14. Sept. (DNB.) Bei den Cufftämpfen des Samstags über London schoß der bereits mit dem Ritterkreuz ausgezeichnete Jagdflieger Major G a l l a n feinen 32. Gegner ab.

Annahme von Anzeigen Sir die Mittagsnummer is8'/,Ubr desVormittags

Atueigen-Preise:

Anzeigenteil 7 Stvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvs. te mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung MalstaffelI Abschlüsse Mengenstaffel B Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr

warf bei Nacht mit einzelnen Flugzeugen in Bel­gien und Holland, sowie im westdeutschen Grenzge­biet Bomben auf kleinere Orte und als einziges militärisches Ziel auf ein Truppenlager. Sieben Personen wurden getötet und 16 verletzt. Der an­gerichtete Sachschaden ist unbedeutend. Fünf feind­liche Flugzeuge wurden durch Flakartillerie, weitere 25 durch Jäger abgeschossen. Fünf eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück. Oberleutnant Müncheberg errang seinen 2 0. Luftsieg.

Der Weyrmachtsbericht vom Samstag.

Berlin, 14. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Luftwaffe setzte gestern bei Tag und Nacht ihre Bergeltungsangriffe gegen die britische Hauptstadt trotz ungünstiger Wetterlage fort und erzielte zahlreiche Tref­fer in Dockanlagen, Lagerhäusern und Fabrikge­bäuden. An verschiedenen Stellen entstanden neue Brandherde. Außerdem belegte sie Flughäfen, In­dustrieanlagen, hafenplähe und Eisenbahnen im Südosten Englands wirksam mit Bomben.

Der Feind unternahm einige kurze Einflüge

nach Holland, Belgien und Frankreich und warf an mehreren Stellen Bomben, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Infolge der starken Bewölkung kam es am Tage nur zu vereinzelten Luft- k ä m p f e n. Acht feindliche Flugzeuge wurden durch Jagdflieger und Flakartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Berlin. |5. Sept. (DNB.) Unsere Fliegerver­bände griffen am Sonntag Docksund Speicher- anlagen von London wiederum erfolgreich mit Bomben an. hierbei entwickelten sich heftige Luftkämpfe, in deren Verlauf der Gegner zur Zeit über 60 Flugzeuge verloren hat. 20 eigene Flugzeuge werden vermißt. Außerdem griff die Luftwaffe einen Geleitzug vor der englischen Ost- kttste an und warf hierbei ein Handelsschiff von 8000 BRT. in Brand. Der Hafen von Dover wurde erneut mit Bomben belegt.

Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag.

Berlin, 15. Sept (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Verbände der Luftwaffe setzten trotz bedeckten Detters auch am 14. und in der Nacht zum 15. 9. die Vergeltungsangriffe gegen krieg­wichtige Ziele in Mittel- und Südengland mit Schwerpunkt auf London fort. 3m Raum der britischen Hauptstadt erhielten Dock- und hafenan- lagen Treffer. Der Hafen von Liverpool und das Walzwerk von Warrington, sowie meh­rere Flughäfen, Verkehrseinrichtungen und hafen­plähe im Süden Englands wurden wirksam mit Bomben belegt.

Bei Angriffen auf Geleitzüge gelang es, nördlich Irland ein Handelsschiff von 8000 BRT. zu versenken.

Ueber London entwickelten sich einige, für unsere Jäger erfolgreiche Luftkämpfe. Der Gegner

noch befahrbaren Straßen überhaupt noch zu er« möglichen, seien umfassende Maßnahmen zur Ver­hütung der drohenden Massenslucht der Zivilbevöl- kerung aus London getroffen worden. Die Kin- derevakuierüng in London ist nun in vollem Umfange wieder ausgenommen worden.Alle- handa" berichtet, daß Autobusse und Züge eingesetzt werden, um die Kinder abzutransportieren. Man scheint auch den Plan zu haben, alle Londoner, die nicht aus wichtigen Gründen unabkömmlich smd, aus der Hauptstadt zu schaffen. Dabei würde es sich um eine Zwangsevakuierung handeln. Eine solche Zwangsräumung hat die Regierung bisher noch nicht vornehmen lassen, weil man sich der mora­lischen Folgen einer derartigen Maßnahme bewußt ist Für die in London bleibenden Menschen sollen tiefe und sichere Schutzräume geschaffen werden. Die Reorganisation und Verstärkung der Lon­don e r F l a k hat sich nach den übereinstimmenden Berichten der V8^..-Presse nicht bewährt. Früh­morgenblätter und Rundfunk betonen, daß die zen­sierten Meldungen aus London nur einen kleinen Ausschnitt der Zerstörungen wiedergeben.

Die Bombardierung

des Vuüingham-palastes.

eg6 auf"diesem Bild? den Anschein hat, weil bei den Jnfrarotausnahmen die Entfernungen erheblich verkürzt erscheinen. (Scherl-Bildarchio-M.)

Berlin, 14. Sept. (DNB.) Ueber die Bombar­dierung des Buckingham-Palastes am Freitag über­schlagen sich die Londoner Blätter in den unerhörte­sten Anschuldigungen gegen Deutschland und be­haupten,es bilde einen Teil des vorbedachten poli- tischen Programms der Barbaren von Berlin, die Staatsführer zu töten". Dazu schreibt das Deutsche Nachrichten-Büro: Noch nie hat Deutschland zu dem gemeinen und niedrigen Mittel der Ermordung der Oberhäupter feindlicher Staaten gegriffen. Dies ist nachweisbar das ureigenste Betätigungsfeld des bri- tischen Secret Service. Die deutschen dokumentarischen Veröffentlichungen über diese geheime Sabotage- und Mordorganisation der britischen Regierungs- clique haben der Welt die Augen geöffnet über bte wahren Absichten der englischen Politik und Diplo­matie, die sich in rücksichtslosester Weise bei ihren Plänen des Instrumentes des Secret Service be=

Stockholm, 16. September. (Europapreß.) London ist bis zum Sonntagabend in drei ver- schiedenen Angriffen bombardiert worden, lieber den ersten Angriff gab das englische Luftfahrtministerium am späten Nachmittag einen Bericht aus, in dem zugegeben wird, daß Sonn- tagvormittag zwei Wellen deutscher Flugzeuge die englische Südostküste überflogen. Trotz heftiger Ab­wehr, so heißt es weiter, gelang ihnen der Flug in den Luftraum von Groß-London. Don einer dieser Maschinen soll dann der Buckingham-Pa­last bombardiert worden sein, lieber den zweiten Angriff des Sonntags wird mitgeteilt, daß nach Schätzungen englischer Nachrichtenagenturen etwa 4 0 0 deutsche Maschinen an ihm teilnahmen, lieber den dritten Angriff liegen noch keine ge­naueren Angaben vor. Während der Nacht zum Sonntag haben deutsche Maschinen wie­derum über ganz England und Wales operiert. Ueber London' wurden 'Bomben abgeworfen, wobei u. a. in der City ein Brand entstand. Das überaus zurückhaltende Kommunique des Luftfahrministe­riums erklärt im übrigen, die Angriffe auf die Hauptstadt hätten sich in erster Linie gegen Vor­orte konzentriert. Ueber die Luftangriffe gegen mi­litärisch wichtige Punkte in der Provinz wird na­türlich nichts Genaueres gesagt. Der in der Nacht zum Sonntag eingeleitete deutsche Angriff begann kurz vor Mitternacht und kurze Zeit, nachdem der sechste Alarm des Samstages aufgehort hatte (Ls war damit der siebente Alarm, den die Londoner im Laufe des Samstages erlebten. Es ist anzuneh­men, daß die letzten deutschen Flieger erst bei Mor­gengrauen den englischen Luftraum per^?§en:f.

Am Samstag entstanden auf dem historischen Trafalgar-Square im Herzen Londons bzw. in seiner Umgebung Brände, von denen auch das Haus des südafrikanischen Oberkommissars m Lon­don, Waterson, heimgesucht mürbe. Die Bankvon England hat ebenfalls einen Treffer befommen. Die Zeitungsgebäude dreier führender englischer Blätter haben Bombenvalltreffer erhalten. Es han­delt sich umDaily Heral d" undD a i l y Expreß" deren Verlagsgebäude bereits vor eim- qen Tagen Bombeneinschläge erhielten, undEve. ning Standard", der ebenso wie derDaily Erpreß" dem Minister für die Herstellung von Muazeuaen, Lord Beaverbrook, gehört Alle drei Blätter liegen in der Fleet Street, die feit geraumer Zeit wegen Bombeneinschlags ge­sperrt ist. Schwere Serftörungen erhtt ber $ 11 = toria-Bahnhof und der St. Pancratz- Distrikt. In der Sloanstreet so len Brande aus- gebrochen sein. Der bntische Rundfunk gab bekannt, Last bei den Flugzeugangnfsen bet Tageslicht der Berkeley-Square, wo der Neubau des britischen Luftfahrtministeriums liegt, bombardiert wurde. Ferner wurde d,e be­kannte Londoner Gefchäftsstraße Strand m der sich die großen Konfektionshäuser sowie das s a o o y - ch o t e l und das Hotel S t r a n d -Place befinden, mit Bomben belegt. Auch das Oberhaus gehört zu den Behörden, die nun auch bombardiert worden finit. Das Jnfvrmativnsmini- fterium teilte mit, daß ein Brand entstanden fei, b-r allerdings schnell habe gelöscht werden können. In einem Äommuniquö des Luftfahrtnumstermms wird aeiaai, vor allem im Londoner Subroeften feien Bomben abgeworfen worden. Zur gleichen stett hätten m e h re r e K ü st e n st ä d t e im Süden äi Bombardement ertragen muffen. Hauptsächlich in Briathon und Eastbourne feien große Schäden zu verzeichnen. In Ipswich fe.en m°h- "'NMonättidende-^ ""fährt' aus amerikanifcher Quelle daß sämtliche in London verfügbaren Ver­kehrsmittel von der englischen Regierung be- icklaanahmt und für Truppentransporte em« W°werb°7 sollen, tim den Verkehr auf den

dient. Die Worte des ehemaligen britischen Premier­ministers Chamberlain, die dieser einen Tag nach der Kriegserklärung an Deutschland aussprach, unter- treichen die Auffassung nur. Chamberlain erklärte: Ich hoffe, den Tag noch zu erleben, an dem Adolf Hitler nicht mehr ist!" Wenn aber bei dieser tat- ächlichen oder angeblichen Bombardierung der Buckingham-Palast getroffen und beschädigt wurde, dann können wir den Schreiern von der Themse nur zurufen, daß uns der Buckingham-Palast nicht m e h r w e r t ist als irgendeine kleine Arbeiter- wohnung im Norden oder Westen des Reiches oder in der Reichshauptstadt

Sorge um die St.-pauls-Kathedrale.

Stockholm, 15. September. (DNB.) Aus Lon­don wurde gemeldet, man befürchte, daß die S t. - Pauls-Kathedrale, ein nationales Denk­mal der Engländer, einstürzen werde, weil eine deutsche Fliegerbombe mit Zeitzünder in die Nähe der Kathedrale gefallen f et Wieder einmal sollen die Deutschen verantwortlich gemacht werden, wenn die Kathedrale einstürzt. Es ist eine altbekannte Tatsache, wie auch jetzt von Londoner Korrespondenten der United Preß be­tont wird, daß die Kathedrale sehr schlecht fundiert ist. Der Autobusverkehr ist schon seit Jahren in den um die Kathedrale führenden Stra­ßen gesperrt, weil das Fundament der Kathedrale chon diese Erschütterung nicht mehr aushält. Wenn also Einsturzgefahr beobachtet wird, so ist das nicht die Folge der deutschen Fliegerbomben, sondern eine alte Sorge der Londoner Bevölke­rung.

DieFührungSaufgabederTechnik

Man weiß heute, daß im Weltkrieg die innere Front, wenn man sie auch in der jetzigen Begriffs« stellung noch nicht kannte, trotz manchem guten Willen und Können im Endeffekt versagt hat. Die tiefere Ursache dieses Versagens beruhte in dem Fehlen einer straffen Führung. Bei allen Leistungen, die die Technik auch im Weltkriege hervorgebracht hat, spielten die Techniker, abgesehen von Einzel- leistungen auf dem Gebiet der sicher sehr wert­vollen Kriegserfindungen und der Fertigung, kerne führungsmäßige Rolle. Es ist eine unbestrittene Tatsache, daß der Ingenieur früher der Meinung war, er sei lediglich dazu berufen, zu erfinden, zu konstruieren, neue Fertigungsmöglichkeiten zu ent­werfen und dergleichen, alles weitere gehe ihn nichts an. Darum traf man den Techniker, sowohl m der Verwaltung wie in der Wirtschaft, kaum an leiten- der Stelle. Bei der heutigen Einstellung der Wirt­schaft zum Kriege, namentlich in der Wehr- und Rüstungswirtschaft: sind solche Gedankengange schlechterdings unmöglich, sofern die innere tfront nicht ernsten Schaden erleiden soll. Der Techniker muß über sein eigentliches Fachgebiet hinaus m eh r können und leisten. Er muß mehr als ein technischer Berater und Sachbearbeiter innerhalb seines Auf­gabenbereiches sein, denn das Rückgrat der inneren Front ist zweifelsohne im Kriege die gesamte Ru- stungswirtschaft. Um sie gliedert und dreht sich alles Hält sie, so hält auch die innere Front und wird die gestellten Aufgaben meistem, genau wie die ' ^Jn^ Polen" im Norden und im Westen kam die

gegen die holländische Landwirtschaft und die Volks­ernährung richten, abaeworfen, sondern sie sind in ihren feigen Kampfmethoden sogar so weit gegangen, Kartoffelkäfer abzuwerfen, um die Kartoffel­ernte zu vernichten. Die niederländische Bevölkerung wird daher aufgefordert, der Bekämpfung dieser englischen Methoden erhöhte Aufmerksamkeit zuzu«

Erster Lustalarm in Aordirlaud.

Stockholm, 16. Sept. (DRV. Junkspruch.s Nordirland, der bei England verbliebene Teil der irischen Insel, hatte am Freitag zum ersten- malin diesem Kriege Luftalarm. Deutsche Flug­zeuge belegten die militärischen Ziele in Belfast und einigen K ü st e n st ä d t e n mit Bomben.

Neue heimtückische Kampfmethoden KartoffelkäferüberHollandabaeworfen

Amsterdam, 14. Sept. (DNB.) Wie von zu­ständiger deutscher Seite im Haag mitgeteilt wird, haben die Engländer bei ihren letzten Flügen über Holland nicht nur Zündplättchen, die sich

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Eichener Anzeiger

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