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deutschen Westheeres die außerordentliche Derstar- kung zuteil, die 1914 gefehlt hat, als der Offensiv- sturm der Armee Klucks die Verbindung zu seinem linken Nachbar abreißen ließ.

Die ungeheure Kraft des deutschen Angriffs hat sich auch weiter südlich in Belgien und an der mut­ieren Maas in ersten wichtigen Erfolgen ausge­wirkt. Die junge deutsche Pan^erwaffe hat nord­ostwärts Namur mit einem gleichartigen Gegner zum erstenmal die Waffen gekreuzt und ist dabei Sieger geblieben. Die feindlichen Pan^erkräfte konnten an die Dyle-Stellung, die chauptstellung des englisch-französischen Heeres in Belgien, zuruckge- worfen werden. Jenseits der französisch-belgisch­luxemburgischen Grenze kämpfen deutsche Truppen bereits an der Maas, die stellenweise schon über­schritten werden konnte. Die Maas-Befestigungen sind hier die Fortsetzung der Maginotlinie, die von der Schweizer Grenze bis etwa in den Raum von Montmedy reicht. Aber auch hier an der Maas handelt es sich, ebenso wie bei Lüttich und Namur, um Befestigungen, die im Stil der Maginot-Linie nach modernsten Gesichtspunkten ausgebaut mür­ben. Daß sie von den deutschen Trupven in so kurzer Zeit niederkämpft werden konnten, ist ein Erfolg, der dem deutschen Offensivgeist und der überlegenen Führung des deutschen Heeres zum höchsten Ruhm gereicht, oer aber auch bei den Mili­tärsachoerständen des Auslandes oemerkenswerte Betrachtungen ausgelöst hat. Selbstverständlich sind alle diese Erfolge des blitzschnellen deutschen Vor­stoßes durch Belgien erst Anfangserfolge, denn wie schon gesagt, in der Dyle-Stellung im Raume vor Brüssel steht das englisch-französische Heer. So liegt jetzt auf dem rechten Flügel der Schwerpunkt der deutschen Operationen. Dr. Fr. W. Lange.

Kapitulation der holländischen Armee unterzeichnet.

B etlln, 15.2RaL (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Kapitulation der holländischen Armee ist heute 11 Uhr von dem deutschen Oberbefehlshaber und dem Oberbefehlshaber der holländischen Armee und Ma­rine unterzeichnet worden.

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Immer näher an England heran!

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Der deutsche Gegenschlag in Skandinavien hatte die Ausgangs- Häfen für die deutsche Luftwaffe dicht an die britische Küste heran­geschoben. Von hier aus sind die nördlichen britischen Kriegshäfen in kurzer Zeit zu erreichen. Unsere er­folgreiche Aktion in Holland hat nunmehr auch gegenüber dem süd­lichen England eine neue Aus­gangsbasis erbracht. (Scherl- Bild erdienst-M.)

England begreift den Ernst der Lage.

Der holländische Oberbefehlshaber General Win- k e l m a n sprach in der Nacht zum Mittwoch über einen holländischen Sender zum niederländischen Volk. Er legte dabei die Gründe dar, die ihn zur Waffenniederlegung bestimmt hätten. Die Niederländer seien fest entschlossen gewesen, das Vaterland bis zum Aeußersten zu verteidigen, aber alle Berichte des Heeres und der Marine hätten chn erkennen lassen, daß das Aeußerste am Dienstag erreicht gewesen sei. Der größte Mut sei den modernsten technischen Hilfsmitteln, die der Feind besitze, nicht gewachsen. Die niederländi­schen Luftstreitkräfte seien so gering gewesen, daß sie den Truppen nicht mehr hätten nützen können. Letztere seien so den vernichtenden Bomben der deut­schen Luftwaffe ausgesetzt gewesen. Alle diese Tat­sachen hätten ihn den Entschluß fassen lassen, den Kampf a b z u b r e ch e n. Er sei der Ueberzeugung, daß er nicht nur berechtigt, sondern auch ver­pflicht gewesen sei, die Waffenniederlegung zu proklamieren.

Der Wehrmachlsberichl vom Mittwoch.

Aührerhouplquartler. 15. MaL (DMB.). Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Dle FestungHolland" hat angesichts des aussichtslosen Kampfes gegen die überlegenen An­griffe der deutschen Truppen zu Lande und aus der Luft kapituliert.

In Belgien haben unsere dem weichenden Gegner scharf nachdrängenden Divisionen die D y l e- Stellung erreicht. Zwischen Tkamur und Gi- vet ist der Uebergang über dle Maas in breiter Front erzwungen. Auf dem Weskufer mit Panzern unternommene Gegenangriffe der Fran­zosen wurden abgeschlagen. Deutsche Kampf­flieger und Zerstörerverbände griffen in diesen Kampf ein und vernichteten eine große Anzahl Panzerwagen.

Beim Uebergang über die Maas lm Raume von Sedan ist im engsteu Zusammenwirken mit der Luftwaffe der Schuhwall Frankreichs, die Maginotliuie. in ihrer Verlängerung nach Nordwesten durchbrochen. Auch hier scheiterten französische Gegenangriffe unter schweren Verlusten für deu Feind.

Bei den Angriffen an der Saarfront zeich­nete sich der Oberleutnant eines Infanterie-Regi­ments, Hans S ch o e n e, mit seiner Kompanie bei der Erstürmung eines beherrschenden Felsenslüh- punktes südlich Pirmasens durch hervor­ragende Tapferkeit aus.

Das Schwergewicht der deutschen Luftope- r a t i o n en lag gestern im Angriff gegen die rück- wärtlgen Verbindungen des Feindes, feine Transportstrahen und Ausladebahuhöfe. Feindliche Versuche, die deutsche Kampftätigkeil durch Einsatz starker Fliegerkräfle zu verhindern, wurden mit schweren Verlusten für den Gegner abgeschlagen, ohne die eigene Handlungsfreiheit in der Luft wesentlich zu stören. An einer Stelle wur­den allein über 70 britische und französische Kampf­und Jagdflugzeuge abgeschossen. Dle Gesamtver- luste des Gegners betrugen am 14.Mal über 200 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf etwa 170, durch Flak 17 abgeschossen, der Rest am Bo­den vernichtet. 35 eigene Flugzeuge werden ver­mißt.

Die bewaffnete Aufklärung vor der niederlän­dischen Lüste führte zu großen Erfolgen. Wie durch Sondermeldung schon bekanntgegeben, wurden zwei Kreuzer und ein Zerstörer durch Bombentreffer versenkt, ein weiterer Kreuzer durch eine Bombe schwer getroffen, ein Handels­schiff von 29 000 Tonnen und vier Transportschiffe zerstört.

Der AbwehrkampfumRarvlk dauert an.

Geflohen.

Kopenhagen, 15. Mai. (DNB.) Nach einer Reutermeldung befindet sich auch Königin Wil- h e l m i n a und Prinzessin Juliana in London. Die Großherzogin von Luxemburg soll in Paris eingetroffen fein.

Rom, 15. Mai. (Europapreß.) In England verhehlt man sich, wie hier einttesfende italienische Berichte aus London Mitteilen, nicht den Ernst der Lage nach der Kapitulation bes holländischen Hee­res. In der Oeffentlichkeit mache sich, so heißt es in diesen Berichten, eine ständig zunehmende Nervosität bemerkbar. Es werde täglich deut­licher, daß der Krieg immer näher an Eng­land heranrücke. Diese Nervosität wird noch vermehrt durch den ununterbrochenen Strom von Flüchtlingen aus Belgien und Holland.

Der Emst der Lage spiegelt sich auch in den Kommentaren der englischen Presse wider. Die Times" z. B. schreibt, man müsse auf gewaltige Opfer gefaßt sein und auch auf große Gebietsver­luste.Daily Mail" undTimes" müssen zugeben, daß England eine schwere und ernste Schlappe erlitten habe und daß die strate­gische Bedeutung der Einnahme Hollands für Deutschland nicht unterschätzt werden dürfe.Times" rechnet mit der Möglichkeit einer Besetzungdes aesamtenKüstengebiets bis Zeebrügge und stellt in Verbindung hiermit die Frage:Was wird geschehen, wenn auch die belgische Küste in deutscher Hand ist?" Es könne nicht daran gezwei­felt werden, so fährt das Blatt fort, daß Eng­land von hier aus direkt angegriffen wer­den soll. Schon im Laufe kurzer Zeit müsse mit den ersten deutschen Luftangriffen auf England gerechnet werden. Der militärische Mit- arbetter derDaily Mail" macht das Eingeständ­nis, es bestehe die Gefahr der Umgehung der Maginotlinie. Der militärische Mitarbeiter derEvening News" stellt fest, es sei zwecklos, den Versuch zu machen, den Ernst der Lage zu ver­kennen. Die Deutschen versuchten bereits mit Erfolg die linke Flanke der Hauptstellungen der

Maginotlinie zu umgehen. Bisher hätten die Deutschen bereitsunangenehm gute Er­folge" erzielt. DerEvening Standard" schreibt, durch die Eroberung der Kanalküste sicherten sich die deutschen Truppen eine mächtige Stellung, von der aus sie die ßuftftreitfräfte Englands durch Bombenabwürfe angreifen könn­ten. Es seien bereits Vorkehrungen getroffen, um die Luftabwehr Englands zu verstärken.

Wie in Frankreich, so herrscht auch in England eine unglaubliche Angst vor den Fallschirm­truppen. Alle Flugplätze, Eisenbahnknoten­punkte, Fernsprech- und Telegraphenämter sind be­wacht. Man geht sogar soweit, jetzt in England wie auch in Frankreich auch die großen Sportplätze zu bewachen und für Flugzeuglandungen unbrauch­bar zu machen. Immer wieder wird die Bevölke- runa in England und Frankreich durch Flugblätter, Plakate, Hinweise in der Presse und Rundfunksen­dungen auf die von den Fallschirmtruppen drohen­den Gefahren hingewiesen. In England ist eine lokale Verteidigung" im Aufbau begriffen. Zu ihr werden Freiwillige im Alter von 17 bis 65 Jahren hinzugezogen. Der Einlatz soll vor allem in den Dörfern und in schwach besiedelten Gebieten erfolgen, lieber all hört man in London die Fest­stellung, daß die Lage im Vergleich zu 1914 weit ernster sei, da Deutschland nun eine schlagkräf- tige Luftwaffe besitze.

Großen Eindruck, so berichtet in diesem Zusam­mendangPiccolo" aus London, hätten die Volkskunogedungen in Italien gegen die Abwürgung des italienischen SeehckttdelsVerkehrs durch die Westmächte gemacht.Evening Standard" berichtet ausführlich über diese in der italienischen Bevölkerung ständig wachsende Erregung und feindliche Einstellung gegenüber den Westmächten.

achsende Nervosität in Paris.

Genf, 16. Mai. (Europapreß.) Nach den letzten Nachrichten aus Paris nimmt die Nervosität dort ast stündlich zu. Wie der Pariser Korrespondent derTribüne de Geneve" berichtet, ist um die ganze Stadt eine Art Polizeikordon gezogen. Die Mobilgarde patrouilliert feit Dienstag­morgen in den Straßen bis an die Zähne bewaff­net. Starke Wachen sind in den Ausfall- traßen aufgezogen; wer nach Paris herein­kommt oder die Stadt verlassen will, muß seine Papiere vorzeigen, besonders scharf ist die lieber- wachung im Bois de Boulogne. In den Bahnhöfen, die burch Truppentransporte zum Teil verstopft inb, treffen b t e ersten Evakuierten unb Flüchtlinge aus Norbfrankreich ein. Sie überschwemmen bie Caf6s, Restaurants unb Hotels. Entgegen bem, was bie Pariser Presse in ben letzten Tagen behauptete, baß keine offizielle Evakuierung ber Pariser Schulkinber vorgesehen ei, wirb offiziell mitgeteilt, bah ein e r ft e r Schub von 25 000 Kinbern in bie west­lichen Departements geschafft wirb. Weitere Ab- chubmahnahmen sollen folgen, soweit Verkehrs­mittel zur Verfügung stehen.

Die Pariser Oeffentlichkeit steht weiter unter dem Eindruck ber holländischen Kapitulation. Die Lei­tungen werden ben Händlern nach wie vor fast aus ben Hänben gerissen. Mit Sorge werben vor allem bie deutschen Operationen in Nordfrankreich bei Sedan, D in ant und an ber Maas verfolgt. Die Lage wirb in Paris als außerorbentlich ernst an- efehen, obwohl die Presse unb ber Rundfunk die ! )urchstoßung ber Norb-Maginotlinie in ber Gegenb von Sedan zu bagatellisieren versuchen. Man gibt in Paris offen zu, daß wohl die größte Schlacht aller Zeiten im Gange ist. So schreibt derParis Soir", die Westschlacht 1940 steye in ihrer vor­bereitenden Phase. Wie vor 25 Jahren seien die deutschen Massen auf dem Marsch zum Meer. Es gebe jedoch niemals eine absolute Aehn- lichkeit der Operationen. Bei ber Feuerkraft der modernen Waffen und der Produktionskapazität ber heutigen Rüstungsindustrien sei eine sehr ausge­dehnte Schlacht eine grundlegende Machtprobe, die eine Nation bis an die Grenze ihrer Kräfte in An- pruch nehme.

Im Elysee trat am Dienstagnachmittag unter bem Vorsitz bes Präsibenten Lebrun bas Kriegs- fomltee zusammen. Dann fanb im Quai b'Orsay eine Sitzung bes Kriegs kabinetts unter Lei­tung bes Ministerpräsidenten Reynaub statt. Den beiden Sitzungen ging ein Bankett zu Ehren bes belgischen Außenministers Spaak,

bes belgischen Finanzministers Gutt, des luxemburgischen Ministerprasibenten D u p o n g unb bes luxemburgischen Staatsministers Bech voraus. Am späten Nachmittag empfing Ministerpräfibent Reynaub ben Außenminister Spa k unb bie Bot­schafter Großbritanniens unb ber Vereinigten Staa­ten. Reynaub wirb am Donnerstag gelegentlich ber Wieberaufnahrne ber Parlamentsfitzungen vor ber Kammer eine Erklärung über bie internationale unb militärische Lage abgeben. Am Dienstag erlitt bie Pariser Börse einen gewaltigen allgemei­nen Kurssturz; Suez-Kanal-Gesellschaft verlor 690 Punkte.

Gegen das Herz Englands."

Die italienische Presse zur Kapitulation Hollands.

Rom, 16. Mai. (Europapreß.) Die größte Sen­sation der italienischen Presse bildet die Nachricht, daß das deutsche Heer im Raum von Sedan d i e Maas überschritten und die nordwestliche Fortsetzung der Maginotlinie angegnffen habe. Nun meldetTevere" in einer Sonderaus­gabe aus Paris, daß eine deutsche Armee auf Longwy und im Raume Longwy°Montm4dy be­reits heftige Angriffe mache. Die französische Presse stehe bereits im Banne der großen Schlacht an der Maas. Stumm und voller Sorge berichtet die römische Presse weiter, werde in Paris die atem­lose Hast der Ereignisse verfolgt.

Unter der HeberscyriftGegen das Herz Eng­lands" schreibtMessaggero": Das gewaltige furcht­bare Manöver bes deutschen Heeres entwickele sich weiter in seiner ganzen Großartigkeit und mit un­verminderter Schnelligkeit. Antwerpen befinde sich in einer verzweifelten Lage. Von Dort aus aber seien oie Deutschen nur noch 250 Kilometer von ber britischen Küste entfernt, unb sie mürben zweifellos diese Entfernung durch chren weiteren Vormarsch an ber Küste noch verkürzen. England habe bie Gefahr bereits klar erkannt unb verberge seine Besorgnisse nicht. Dafür seien bie Erklärungen Churchills unb die eiligen Vorkehrun­gen zur inneren Verteidigung nur allzu deutliche Anzeichen. Diese direkte Bedrohung des Her­zens Englands sei bie wahrhaft neue unb ge- fchichtlich denkwürdigste Tatsache dieses Krieges. England, bas jahrhundertelang als Insel betracytet worden sei und aus seiner splendid isolation feine Größe gemacht habe, sei heute keine Insel mehr. Es könne sein, daß in den nächsten Tagen,

Das Ritterkreuz für Hauptmann Jngenhoven.

Berlin, 15. Mai. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh dem Hauptmann Jngenhoven, stellvertretenden Kommandeur einer Kampfgruppe, das Ritter­kreuz zum Eisernen Kreuz auf Grund seiner per­sönlichen Tapferkeit und seiner Entschlossenheit in der Führung seiner Kampfgruppe.

Als am 9. April 1940 seine Kampfgruppe den Auftrag erhielt, Jnfanterieverbände auf dem Luftwege nachOslo zu überführen, setzte sie trotz schlechtester Wetterlage über den Skagerrak und Kattegat den Flug fort. Obwohl sie während des Fluges den Befehl erhalten hatte, auf Grund der eingetretenen Verschlechterung des Wetters zu- rückzukehren, landete sie als erste deutsche Truppe auf dem vom Feinde besetzten und ver­teidigten Flughafen Oslo-Fornebu. Bei der Landung wurde beim Ausschweben seines Flug­zeuges der Kommandeur der Kampfgruppe tödlich verwundet, so daß der Flugzeugführer des gefalle­nen Kommandeurs sich entschloß, burchzustarten und zurückzufliegen. Das nächste Flugzeug, das landete, war bas Kettenflugzeug der ersten Staffel unter Führung bes Hauptmanns Jngenhoven. Ob­wohl er sah, daß das Kommanbeurflugzeug wieder startete, landete er trotz der starken feinblichen Abwehr. Hauptmann Jngen­hoven übernahm sofort die F ü h r u n g der lanben- den Gruppe, sorgte für schnellste Ausladung der Truppen unb Säuberung der feinblichen MG.- Offiziers ist es zuzuschreiben, daß ber Flugplatz Nester. Der Entschlußkraft unb der Tapferkeit dieses Offiziers ist es zuzuschreiben baß ber Flugplatz Fornebu in deutsche Hanb kam unb so für weitere Landungen frei gemacht würbe. Die Besetzung des Flughafens #unb die reibungslose Landung von Truppen waren für die Kampfhandlungen in Nor­wegen von ausschlaggebender Bedeutung. Durch den kühnen Entschluß und die vorbildliche Haltung des Hauptmanns Jngenhoven konnte die Eroberung des Raumes von Oslo planmäßig durchgeführt wer­den. Jngenhoven ist geborener Düsseldorfer und 46 Jahre alt.

während noch die Landheere ihre Kräfte jenseits der Maas miteinander messen, Deutschland auf dem Meere entschlossen auf bas Herz bes Geg­ners zielen werden, ber seine Auflösung und ein Ende wollte, um zu versuchen, England' und einem Imperium ben Todesstoß zu ver. e tz e n.

AuchPopolo di Roma" weist darauf hin, daß die Stellungen, die bas beutfche Heer von Nor- wegen bis zur Nordsee erobert habe, bie schwerste Bedrohung darstellen, die England jemals gegen bas Herz und Hirn seines Imperiums gerichtet ge­sehen habe. Auch bie amerikanische Presse gebe der Ansicht Ausdruck, daß nun die Stunde Eng­lands aefchlagen habe, gegen bas sich die scharfgeschliffene Waffe ber beutschen Offensive richte.

Roosevelt fordert zusätzliche Aufrüstung

Washington, 15. Mai. (Europapreß.) Die USA. stehen im Zeichen einer neuenRüstungs- welle. Für bie zusätzliche Aufrüstung wirb Roose­velt wahrscheinlich am Donnerstag im Bunbeskon- greß Gelbmittel anforbern. Wie aus bem Weißen Hause mitgeteilt wirb, beabsichtigt Roosevelt ben Kongreß selbst barüber entscheiben zu lassen, ob bte . neuen Aufrüstungsmaßnahmen burch Steuererhöhungen oberburch Staats» f ch u l b finanziert werben sollen. Für bas neue am 1. Juli beginnenbe Steuerjahr hat ber Kongreß be­reits rurtb zwei Milliarben Dollar für Wehrzwecke bewilligt.

An ber Neuyorke Börse haben bie neuesten Ereignisse in Europa beträchtliche Ver­kaufsaufträge unb Kursstürze zur Folge ge­habt. Auch bie Rüstungswerte würben in Mitleibenschaft gezoaen. Sie verloren im Durch- chnitt fünf Punkte. Das StockholmerAftondlabet" berichtet, Dienstag seien etwa zwei Milliar­ben Dollar in Wallstreet verloren worben. Eine fürchterliche Panik erfaßte alle führenben Finanzzentren ber Vereinigten Staaten, bie Aktien eien für jeben Preis, ben man erzielen konnte, über Borb geworfen worben. Die Besetzung von Seban burch bie beutschen Truppen und bie Kapitulation bes hollänbis chen Heeres werben von ber amerikanischen Presse in Riesenüberschriften mitgeteilt. In militärischen Kreisen wirb barauf hingewiesen, baß bie jüngsten Erfolge ber Deutschen bie Weftmächte in eine außer- orbentlich gefährliche Lage gebracht hätten. DU New Port Post" schreibt, baß bie Lage ber Trup­pen ber Weftmächte in Belgien unb Hollanb höchst kritisch fei.

Neue englische Schiffskäufe in USA.

Neuyork, 15. Mai. (Europapreß.) Der burch die neuen Kriegsverluste und den Ausfall weiter Teile der neutralen Schiffahrt gesteigerte Bedarf Englands an verfügbarem Schiffsraum führte in den letzten Wochen zu bisher gehe im gehaltenen Käufen von annähernd 200 völlig ver­alteten und zum großen Teil kaum noch als see­tüchtig anzusehenden Schiffen, Binnenfeefahrzeugen, owie kleineren Küstenfahrzeugen in den Osthafen der USA. Der Verkauf dieser von britischen Agen­ten aufgestöberten Fahrzeuge an die britische Re­gierung bedarf nur noch ber Genehmigung bes bunbesstaatlichen Scyiffahrtsausschusfes. Ange­sichts bes Wagnisses einer Atlantiküberquerung mit berart seeuntüchtigen Fahrzeugen verpflich­tete bie britische Regierung eine Reihe wage­mutiger Seeleute aus ben verschiedensten Welt­teilen, darunter Lotsen aus Singapur, pensionierte Seeoffiziere, in verschiedenen Landberufen tätige ehemalige Steuerleute sowie Abenteurer aller Art, nach Neuyork, von wo die Ausfahrt dieserGe- fpcnfterflotte" nach Genehmigung der Verkaufs- Transaktton durch die USA.-Bchörden erfolgen soll.

Kleine politische Nachrichten.

Die Kriegsmarine stellte an der norwegischen Küste weitere norwegische Kriegsfahrzeuge sicher. Sie werden mit deutscher Besatzung in Dienst gestellt. »

Gelegentlich der deutschen Angriffe an der Saarfront wurden westlich Merzig 80 Engländer als Gefangene eittgebracht.

Der F ü h r e r hat dem Bildhauer Professor Josef W a ck e r l e in München aus Anlaß der Vollendung feines 60. Lebensjahres die Goethe-Medaille für Runft und Wissenschaft verliehen.