überschattete. Wenn euch die Partei der Regierung Stojadinowitsch aus diesen Wahlen mit einer großen Mehrheit hervo.^.ng, tonnte sie sich doch in Der Folge vor dem Ansturm der Kroaten nicht halten und wurde im Februar 1939 durch das Kabinett Zweikowitsch ersetzt. Ihm glückte der Ausgleich mit den Kroaten. Mit dem Abkommen über die Errichtung eines Banats Kroatien, das etwa im gleichen Rahmen eine politische Autonomie erhielt. wie es das ..Königreich Kroatien-Slawonien" im ungarischen Staatsverband besessen hatte, wurde im September 1939 der seit Bestehen des jugoslawischen Staates wichtigste Fortschritt in der inneren Konsolidierung erzielt. In den Bereich der Ban- schäft Kroatien fallen innere Verwaltung. Rechts- pflege und Erziehung. Wirtschafts, und Sozialpolitik. Auch eine gewisse finanzielle Selbständigkeit ist gesichert, während Landesverteidigung, Außenpolitik, Zoll- und Außenhandelsfragen Angelegenheiten der Belgrader Zentralregierung bleiben. Der König ernennt den Banus, der gleichzeitig ihm und dem Gabor, dem kroatischen Landtag, verantwortlich ist. Gegenüber der Habsburgerzeit ist das kroatische Territorium erheblich erweitert einmal durch die Vereinigung mit Dalmatien, das früher zu Oester- reich gehörte, sodann durch den Anschluß derjenigen bosnischen und herzegowinischen Bezirke, die über- wiegend kroatische Bevölkerung besitzen. Die wich, tigste Forderung der Kroaten, eine Autonomie, die ihnen erlaubt. Herr im eigenen Hause zu sein, wurde damit erfüllt, eine zweite, die Gleichberechtigung im Gesamtstaat wurde ihrer Erfüllung nähergebracht durch den Eintritt des Führers der Kroatischen Bauernpartei Dr. Matschet als Vize- Präsident in die Reoieruna Zwetkowltlch
Cs ist kein Zweifel, daß die autzenpolittsche Hochspannung im boinm-'r des vergan lenen Jahres die scrbisch-kroatischen Ausgleichsbemühungen erheblich vorangetrieben hat Und die Auswirkungen, die der von den Westmächten gegen Deutschland und Italien vom Zaun gebrochene Krieg sehr bald auch für den südosteuropäischen Raum hatte, haben das ihrige getan, um zwischen Serben, und Kroaten den alten Zwist schnell vergessen §u lassen und auf der neuen Grundlage mit beiderseits bezeugtem guten Willen sich einzurichten, um auch das letzte inner* politische Hemmnis für die Sicherung der außenvoli- tischen Stellung Jugoslawiens )u beseitigen. Seit Den Tagen König Alexanders ist Jugoslawien in dem an Konftik'.stosien |o reichen Gulü|träum em Element der Vermittlung gewesen. König A le xo n- der war gemeinsam mit dem weitschauenden Schöpfer der modernen Türkei, dem ebenfalls zu früh für sein Volk verstorbenen Kemal Atatürk Der Begründer des Balkanbundes gewesen. Es war nicht ihre Schuld, baß sich öiejer unter uem krinfiufc westlich orientierter Politiker, vor allem deq Rumänen T i t u l e s^c u . nicht zu einem Zusammenschluß auf ihre Unabhängigkeit bedachter Balkan- völter wurde, sondern sich zu einem Instrument der britisch - französischen Störungspolitik entwickette. Aehnlich wie die Kleine Entente des Herrn Denesch wurde auch der Balkanbund mehr und mehr ein Bollwerk gegen die berechtigten Revisionsansprüche Ungarns uno Bulgariens. Damit tour ihm .m selben Augenblick sein Todesurteil geschrieben, in dem der Einfluß der westlichen Plutokratien auf dem Balkan ausgeschaltet wurde und die Achsenmächte für einen gerechten Ausgleich zwischen den Revi- sionswünschen Ungarns und Bulgariens und den ethnographischen Bedingtheiten sorgten. Jugoslawien" war es gelungen, m diesen krisenreichen Monaten sein freundschaftliches Verhältnis zu allen Nachbarn wie zu den beiden Achsenmächten zu festigen. Wenn auch in der jugoslawischen Presse und in Kreisen gewisser jugoslawischer Politiker sich gelegentlich Die Wirkung der von britischen Agenten sehr lebhaft betriebenen Agitation bemerkbar machte, so gewann doch die nüchterne Erkenntnis dessen, was den jugo- slawischen Interessen allein frommt, sehr bald die Oberhand über Gefühle und Stimmungen, die noch aus einer vergangenen Epoche der engen politischen und kulturellen Anlehnung an Frankreich herrühren mögen.
Wie sehr man in Belgrad die Entwicklung richtig beurteilt hat und sich auf sie einzustellen suchte, erhellt aus der Tatsache, daß schon im Jahre 1937 Jugoslawien es war. an dessen Widerspruch der damals vom Quai d'Orsay wie von Benesch und Titulescu eifrig propagierte Plan eines Garantiebündnisses zwischen Frankreich und den Staaten der Kleinen Entente scheiterte, womit die Politik der Einkreisung Deutschlands Schiffbruch erlitt. Die zielbewußte S ärkung der Freundschaft mit Italien vereitelte auch den Plan, in Jugoslawien einen Wächter der britisch-französischen Interessen an der Adria den Italienern vor die Rase zu setzen. Weder der Anschluß Albaniens an das italienische Imperium noch der Schritt, zu dem sich Italien gegenüber Griechenland gezwungen sah. hat das gute Einvernehmen zwischen Rom und Belgrad eeinirächtigen können. Die Neuordnung des durch die Siege der deutschen Wehrmacht von den Fesseln der britischen Vormundschc st befreiten europäischen Kontinents, die nach der völligen Ausschaltung Englands unter deutscher und italienischer Führung bereits ihren Anfang nimmt, während noch die Bomben der deutschen Luftwaffe Tag und Nacht auf Die belagerte britische Insel nieberpraffeln, hat in Belgrad selbstverständlich größte Aufmerksamkeit erregt Ministerpräsident Zwetkowitsch hob erst vor kurzem in einer Rede hervor, daß Jugoslawien sich dieser neuen Ordnung anpassen werde. Und das Oraan des Kroatenfüdrers Dr. Matschet schrieb kürzlich: ..Unser gesamtes Wirtschaftsleben orientierte sich zu Den Achsenmächten. Es gibt geopolitische Gesetze, die nicht geändert werden können. Diese Gesetze haben insbesondere nach dem Eintritt Italiens in den Krieg, als der ganze jugoslawische Ueberfeebanbel eingestellt wurde, klar und entscheidend die Richtung unserer Wirtschaftspolitik bestimmt. Dre Schweizer Presse und die englische und amerikanische wissen zwar von einem Druck der Achsenmächte auf Jugoslawien zu berichten, tatsächlich gab es aber keinen Druck der genannten Mächte, sondern ein Gesetz des Lebens und der Lage, die durch Die Entwicklung der Kriegsereignisie geschaffen wurden. Jugoslawien führt heute eine vollkommen reale Außenpolitik im Einklang mit der Lage in der Welt. Daß Jugoslawien die Integrität und Un- verltzbarkett seiner nationalen Gebiete wahrt, ist selbstverständlich. Beide Achsenmächte haben beim Eintritt in den Krieg wiederholt klar ausgesprochen, daß sie auf diesem Ab'chnitt keinerlei territoriale Aspirationen haben, und auch setzt bestehen keinerlei Gründe, daran zu zweifeln. Bei dieser Lage der Dinge können die sugoslawischen Beziehungen zu Deutschland und Italien nur freundschaftliche fein *
Soweit das kroatische Blatt. Die von ihm ausgesprochene Auffassung. Die sich mit Der des Belgrader Kabinetts deckt, hat es der jugoslawischen Außenpolitik ermöglicht, auch zu der nächsten Etappe der Konsolidierung des südofteuropäischen Raums eine positive Einstellung zu finden. Sie hat sich soeben geäußert in Dem Abschluß de» ungarisch-ju-
Adventskranz der Soldaten, bon Kriegsberichter Horst Bree
P.K. Gestern habe ich bei unseren jungen Käme- roden vom Arbeitsdienst einen Sonntagsbesuch gemacht Das waren ein paar schöne Stunden und mit ihnen tarnen zu uns die ersten Weihnachts- aedanken. Denn die Männer im braunen Rock, getreue Helfer der Luftwaffe, die wochentags schwere Arbeit auf dem Flugplatz leisten, hatten sich eine ganz eigene Sonntagsbeschäftigung ausgesucht: Sie machten eine Bastelftunde, und dabei erzählten sie mir Dann, daß sie allen ihrctz Angehörigen in Der Heimat zum Weihnachtsfest selbftgefertige Arbeiten schicken wollten.
Nicht schlecht, dachte ich, und setzte mich zu den Männern an Den großen blankHescheuerten Tisch, an Dem Die Laubsägen rasselten, Die Bohrer schnurrten und sonst allerlei Geräusche zu hören waren. Die für Das Ohr untrennbar mit Dem Begriff Weihnachts- oorbereitungen oerbunDen sind. Haben wir nicht alle einmal als Jungen in den letzten Wochen vor Dem Fest eifrig unD mit roten Ohren am Schraubstock gebastelt? Für Vater Den Uhrenhalter, für Mutter Den Briesständer und für die Schwester das ausgesägte Märchenbild.
Wenn man älter wird, verlieren sich leicht die Erinnerungen daran, und viele von uns Soldaten sind schon so weit, daß sie von ihren eigenen Kin- Dem solche Festgeschenke erwarten können. Deren praktischer Wen meist stark hinter Dem ideellen zurückbleibt. Aber welcher Vater würde nicht mit berechtigtem Stolz seinen Schreibtisch mit einer solchen Bastelei schmücken, die von feinen Jungen stammt, selbst wenn er Dafür etwas Platz machen müßte, was an sich viel besser zu gebrauchen wäre?
Nun — was unsere Arbeitsdienstler hier schaffen, dem wird bestimmt ein solcher Mangel nicht an- haften —. ihre geschickten und erfahrenen Hände fertigen ja keine Kinderarbeiten mehr an, sondern wirklich brauchbare und schöne Geschenke. Mancher ist unter ihnen, der kunsthandwerkliches öerftänD» nis und entsprechende Begabung besitzt. Der fertigt für die anderen die Pläne zu ihren Arbeiten an: und Dann braucht man keine Sorge zu haben, daß hier Kitsch oder unbrauchbares Zeug geschaffen würde. Die Schmuckkästen, die hier geschnitzt werden. Die Schreibmappen, die die jungen Männer kleben, und alle die anderen Dinge versprechn, von hervorragendem Gebrauchswert und nahezu künstlerischer Vollendung zu werden. Die Lieben in der Heimat werden ihre Freude daran haben, wenn sie diese Geschenke unter dem Weihnachtsbaum aus Dem Feldpostpäckchen herausfchälen.
Aber noch viel mehr wert ist ja die Liede und Verehrung, Die in biefe Geschenke hineinaearbeitet wird. Man sitzt so schön beisammen, ein Lied wird
zur Harmonika gelungen, und Die richtige Weih- nachtsstimmung ist Da.
Nun kommt mir, Der ich als stummer Zuschauer Dabei sitze, ein Gedanke: Ich winke einem Der Iunaen, und wir gehen hinaus in Den nahen Park. Da steht eine ganze Menge richtiger Tannen, wie wir sie aus Den Wäldern unserer Heimat kennen. Ein paar tüchtige Zweige schneiDen wir von Den Bäumen ab, und Dann kehren wir wieder in den Kreis der Bastler zurück, die in ihrem Eifer unser Fehlen kaum bemerkt haben Nun habe ick) auch eine Arbeit, brauche nicht müßig Dabei zu sitzen.
Ihr wißt schon, was ich meine: Ich flechte einen ADventskranz! Mit ungelenken Fjngern zwar, aber es kommt schon langsam hin. Mein junger Kamerad hat inzwischen aus seinem Schrank vier Kerzen herbeigeholt, und Die anDeren schauen ab unD zu erwartungsfroh von ihrer Arbeit auf, um zu sehen, wie der Kranz sich rundet. Der Duft Der frischen Zweige verbreitet sich in Dem Raum, unD welchen Deutschen Menschen gäbe es wohl. Dessen Herz Dabei nicht schneller schlüge, der nicht von sehnsüchtigen Weihnachtsgedanken erfüllt würde?
Endlich ist es geschafft; mit festem Draht werden die Kerzen auf Dem Kranz befestigt, unD schon will ich aus einer einfachen Schnur eine Aufhängung knoten — es ist eben ein ADventskranz im Kriege —, Da kommt ein Arbeitsmann mit einem kleinen Knäuel roten Bandes an: „Das ist ein Päckchen. Das ich gestern bekommen habe. Meine Mutter hat es beigelegt, und ich verstand erst nicht, was fie Damit meinte. Nun weiß ich es — sie wollte uns wohl an den Adventskranz mahnen? früher hat sie uns Kindern den Kranz immer selbst Tn unser Zimmer gehängt ..."
Ganz glücklich ist Der blonde Junge, daß er nun auch etwas beigetragen hat zu diesem neuen Schmuckstück des Tagesraumes. Schnell sind wir jetzt fertig, und alles steht mit blanken Augen Dabei, als ich Den Kranz an Der nieDrigen BalkenDecke befestige. Tief leuchtet Das starke Rot Des Bandes aus dem dunklen Grün der Tann-nnadeln, und obenauf stehen die kleinen weißen Kerzen.
Und wenn nun abends die Kerzen an unserem Kranz aufflammen, Dann denken wir an die Heimat. wo vielleicht auch gerade zur selben Stunde Die Lichter ihr warmes Strahlen in Menschenaugen schicken. Sie künden das kommende Fest. Und wenn wir Diesmal auch nicht alle bei ihnen sein können — Das Fest feiern wir gemeinsam: Der Tannenduft und Der Kerzenschimmer ist ja Der gleiche, wie auch unsere GeDanken Die gleichen sind. Nicht mehr lange ist es bis dahin!
Heftige Kämpfe an -erCyrenaika-Grenze
Oer italienische Wehrmachtbericht.
Rom, 13.Dez. (DRB.) Der lialienifche Wehr- machlberlchl hat folgenden Wortlaut: An der Ly- renaika.Grenze im Gebiet von Sollum und Sibi el Baran! und im südöstlichen Wustengebiet wurden die heftigen Kümpfe zwischen unseren Truppen, die sich mit großer Tapferkeit schlagen, und den feindlichen Panzerkolonnen fortgesetzt. Unsere Jagd- und Bomber st asfelu sind trotz heftiger Sandstürme ununterbrochen von Tagesgrauen bis Sonnenuntergang unterwegs gewesen und haben feindliche Einheiten mit Bomben belegt und dabei auch Brände ausgelöst. Die Gesamtzahl der am 9. Dezember Im Luftkampf abgeschossenen feindlichen Flugzeuge hat sich auf 18 erhöht. Am gleichen Tage sind eigene Flugzeuge nicht zurückgekehrt.
3n Ostafrika Patroulllentätlgkelt an der Sudangrenze mit Unterstützung unserer Luftwaffe, die den feindlichen motorisierten Abteilungen Verluste beibrachte. Ein feindliches Flugzeug wurde brennend abgeschossen.
An der griechischen Front keine besonderen Ereignisse. Kleine Angriffe lokalen Charakters wurden abgeschlagen.
Oie Gefechtstätigkeit an der albanischen Grenze.
Belarad, 13. Dez. (DNB.) Don der jugosla- wisch-aloanischen Grenze meldet Der Berichterstatter Der „Dreme" aus Bitolj (Monastir), Daß Die Ge- fechtstätigkeit an Der Front von PograDetsch am Donnerstag äußerst gering gewesen sei. Den Italienern sei es gelungen, am Mittwoch und Donnerstag Den Bergabhang oberhalb Des Dorfes
Staroye, 3 Kilometer nörDlich von PograDetsch, wieder zu besetzen. Ebenso sei es ihnen gelungen, südwestlich von PograDetsch bei dem Dorfe Tre- banije eine neue wichtige Stellung, Der eine große strategische Bedeutung zukomme, zu beziehen. Ferner hätten Die Italiener in Diesem Abschnitt neue Truppen an die Front gebracht.
England setzt alles auf eine Karte.
Der britische Angriff auf alle italienischen Positionen.
Mailand, 13. Dez. (Europapreß.) Zu Den verstärkten englischen Angriffen auf Italien stellt „Gazzetta bei Popolo" fest, England setze alle seine Truppen aus Afrika, Asien und Australien und einen großen Teil seiner Flotte gegen italienische Positionen ein. Das fei eine große Ehre, aber auch eine Last. Niemand Dürfe sich wundern, wenn Italien in Griechenland. Aegypten und tm Mittelmeer sowie an anderen Fronten Schwierigkeiten begegne. Das ganze britische Weltreich stehe gegen Italien. England werbe überall Söldner an, und Italien sei sich durchaus der harten Aufgabe bewußt, Die es zu lösen habe.
„Stampa" schreibt, seit Monaten versuchten die Engländer vergebens, alles auf eine Karte zu setzen, um Italien zu erledigen und Dann alle Kräfte Des Empires gegen DeutschlanD einsetzen zu können. EnglanD habe also Die BeDeutung Des italienischen Faktors in diesem Kriege erkannt. Italien werde mit entschlossenem Willen jeden Schlag mit Gcgenschlägen beantworten.
goslawischen Freundschaftsvertrages bei Dem Besuch des ungarischen Außenministers, Grafen Cfaky, in Der jugoslawischen Hauptstadt. Der Vertrag, Der von Der Absicht geleitet ist. Die gutnachbarlichen Beziehungen und Das gegenseitige Vertrauen zwischen beiDen Nationen auf eine solide unD Dauerhafte Basis zu stellen, bestätigt nur ein Verhältnis, Das von Den Spannungen, Die es in Den Jahren nach Dem Weltkrieg beherrscht hatten, längst befreit ist und sich unter Der freunDschaft- liehen Vermittlung namentlich Italiens zu einem gutnachbarlichen Einvernehmen entwickelt hatte. Der soeben in Belgrad vereinbarte Vertrag sieht in seinem zweiten Artikel vor, daß beide Länder alle Fragen, Die ihre gegenseitigen Beziehungen betreffen, miteinander besprechen. Damit ist ein Weg gezeigt, alle noch vorhandenen Reibungs- flächen und Schwierigkeiten durch freundnachbar- liche Aussvrache abzuschleifen und beizulegen. So Darf auch Der Belgrader Vertrag als ein wertvoller Baustein für eine neue stabile Ordnung im Balkanraum betrachtet werden. Dr. Fr. W. Lange.
Trinksprüche in Belgrad.
B e l g r a D , 13. Dez. (Europaprsß.) Bei Dem Fest, elfen im Gardekasino, das Außenminister C i n c a r- Markowitsch am Donnerstagabend zu Ehren des ungarischen Außenministers Graf C s a k y gab, richtete Cincar-Markowttsch einen Trinkspruch an Den ungarischen Gast. Er hob hervor, Daß Der Belgrader Besuch eine Verständigung zwischen Den beiden Staaten Darstelle, Den Frieden in diesem Teil von Europa zu bewahren und allen Konflikts- möglichkeiten aus Dem Wege zu gehen. Diese Der- ftänDigung sei nicht nur eine Unterlage zu foliDer nachbarlicher Zusammenarbeit, sondern auch ein wertvoller Beitrag zur Konsolidierung Des gesamten Donaubeckens in voller Uebereinftimmung mit Den beiden befreundeten und benachbarten Großmächten
Deutschland und Italien. In seiner Antwort erklärte Graf C s a k y , daß auch die öffentliche Meinung Ungarns eine Zusammenarbeit mit Jugoslawien wünsche. Die beiden Völker seien entschlossen, zu sammenzuarbeiten am Werke eines dauernden Frie- bens, ein Werk, Das auch mit Dem Ziel Der Achsenmächte übereinstimme.
Die englische Kehlspekulation auf den Hunger.
Rom, 13. Dez. (Europapreß.) Man könnte sagen, so schreibt Gayda im „Oiornale d'Jtalia", daß (Eng. lanD, Das früher dauernd und eifrig auf Der Suche nach Freunden und Verbündeten war, nun ebenso eifrig neue Feinde, zumindest geistige Feinde, suche. Dagegen unterlasse es England, die von Der ganzen Welt geforderten wahren Kriegsziele endlich zu enthüllen. England habe nur noch ein- mal feine Methoden der Kriegführung erklärt und feine Absicht bestätigt, durch die Blockade Die weni. ger gut versorgten Völker Europas auszuhungern.
Nach Steuerungen des Vorsitzenden Des nord- amerikanischen Ausschusses für die Hilfeleistung an England, White, habe Der englische Botschafter Lord Lothian noch kurz vor seinem Tode in Washington erklärt, daß die englische Regierung endgültig Den von privaten amerikanischen Orga. nifationen gemachten Vorschlag zuruckweise, die Sendung von Lebensmitteln In die von Deutschland besetzten Gebiete passieren zu lassen..England beabsichtige also, so betont Gayda, einen Teil Europas zum Hunger zu verurteilen. Auf diese Weise bestätige es feine so wortreich behaupteten .christlichen" Gefühle! England täusche sich aber, wenn es hoffe, durch diese Art Der Blockade die Macht Deutschlands treffen zu können. Cs rechne wieder einmal falsch. Dieser englischen Blockade werde es niemals gelingen, die
Achsenmächte auszuhungern. Die Versorgung bet Achsenmächte fei ausreichend gesichert durchs Die eigene Erzeugung unD durch Den Handelsverkehr mit seinen Nachbarn, Der nicht von Den Eng. ländern gestört werden könne. Die übrigen Völker Europas aber, unschulDige Opfer einer niederträch. tigen Berechnung Englands, würden nur lernen, England wegen dieser Aushungerungspolitik mit noch größerer Uebergeugung als bisher zu Haffen. England täusche sich, wenn es Durch den Hunger. Europa nieDerroerfen wolle. England sei heute be.I reits zur Niederlage verurteilt. Es könne sich durch' nichts mehr davor retten. Die Abrechnung aber werde immer unerbittlicher und für England kost, fpieliger werden
Fnnerpolitische Wandlungen in Dänemark.
Kopenhagen, 13. Dez. (Europapreß.) „Na- tionaltidende" schreibt, innenpolitisch müsse jugegeben werden, daß wachsende Kreise Des dänischen Volkes immer klarer Die Notwendigkeit einer Neue, rung unD Verbesserung Des Volks- regimes einsehen. Von Dem neuen Kurs erhofft das Blatt „größere Festigkeit in Der Staatsttih. rung, größere Sachlichkeit und Abschaffung aller Parteistreitigkeiten." Die Volksregierung fei um- 3 u f o r m e n , so daß Der Älaffenfampf'ausgerottet werde und Der Stimmenkauf verschwinDe. In Dieser Hinsicht stelle sich Das Dänische Volk nicht a b w e i- f e n D 3 u fremDen IDeen. „Politiken" gibt ein« gleiche Auffassuna 3U erkennen mit Der Feststellung, „fein Mensch in Diesem Lande glaubt. Daß Die alten Zeiten zurückkehren werden. Es ist eine gewaltige Veränderung in Europa eingetreten, uno neue Zustände sind im Begriff, sich auszubilden unD Form anzunehmen."
„Faedrelandet" geht noch weiter und erklärt: „Wir Nationalsozialisten bekennen uns in vollem Umfang zu dem Eindruck, Den Das Deutschland Adolf Hitlers auf uns ausgeübt hat Diese Beeinflussung ist natürlich für Das dänisch« Volk, Das stets den großen Strömungen ausgesetzt war. Die vom SüDen her zu uns herauffam"n. Nie haben sie unserem LanDe geschadet ... Wir bekennen uns zu einer geistigen Rassenge, meinschaft mit Deutschland, Das Die neue europäische Völkergemeinschaft anstrebt. Zu diesem Kampf sind wir angetreten, und wir werden stehen, bis Der Sieg errungen ist."
Reform des Wahlrechts in Iavan.
Tokio, 13. Dez. (Europapreß.) Jrn Mittelpunkt Des innenpolitischen Interesses Japans steht zur Zeit Der am 25. Dezember erfolgende Züsow- mentritt Des Parlaments, Das während der bevorstehenden Tagung sich vor allem mit der Frage Der Reformierung Des Wahlrech- t e s zu befassen haben roirD. Der Dem Parlament vorlieaende Gesetzentwurf be-Deutet Das Ende Der liberalen Aera in Japan und verwirklicht die Forderungen Der Reformbewegung, deren Vertreter mit Der Uebernahme Des Kabinetts durch Den Fürsten Konoye nunmehr Die Geschicke des Staates leiten.
Nach dem neuen Gesetzentwurf wird das japanische Parlament in Zukunft keine Pa rteien mehr kennen. Das Wahlrecht liegt entsprechend Dem alten japanischen Familiensystem ausschließlich in Den Händen Der Familienoberhäupter. Uebrigens hat Die Dem Kriegsministerium nahestehende Zeitung „Kokumin" in diesem Zusammenhang Die Forderung erhoben, Daß auch alle Diejenigen Personen, Die als R e s e r v i st e n Dem Heer oder Der Marine angehören, Das Wahl, recht erhalten sollen.
Die neuen Manner in der Schweiz.
In Der Schweiz Ist wie wir schon gemeldet haben eben ein neuer Bundespräsident in Der Per. fon von Dr. Ernst Wetter gewählt worden, her — ursprünglich Lehrer — später Die Beamtenlaufbahn m Der Bundesverwaltung einschlug, sich be« sonders mit wirtschaftlichen Fragen besaßt hat, bi* zum Leiter Der Handelsabteilung aufstieg unD end. lich im Rahmen Des Schweizerischen Handels- und Jndustrievereins eine recht umfangreiche Tätigkeit entfaltete, Die ihn sowohl mit den Außenhandels« fragen wie mit Den inneren schweizerischen Witt» schaftsproblemen vertraut gemacht hat. Dr. Ernst Wetter saß nur zwei Jahre im Bundesrat (Regierung) und ist daher sehr rasch zu Dem höchsten Amt aufgeftiegen, Das Die Schwerz mit Der Wahl zum BunDespräsiDenten zu oergeben hat. Nach brm Rück, tritt Des Bundesrates Minger vorn Militärde- partement unD vorn Bundesrat Baumann vom Justiz. unD Polizeidepartement finD zwei neue BunDesräte gewählt worden: Dr. Kob eit für Das MilttärDepartement und Dr. (EDuarD von Steiger für Das Justiz, und Polizeidepartement. Dr. Kobelt ist von Haus aus Bauingenieur und hat sich mit wasserwirtschaftlichen 5zagen, beson- Ders auch mit Der BoDensee-Regulierung und der Schiffbarmachung Des oberen Rheins beschäftigt. Zur Leituna Des Milttävdepartements ist er dadurch qualifiziert, Daß er im schweizerischen Generalstab Den Rang eines Obersten hat unD bisher als Generalstabschef Des 4. Armeekorps fungierte.
<?>ne erste Besprechung zwischen Argentinien und Ls-uguay. Montevideo, 13. Dez. (Europapreß.) lieber Den ersten Tag des Zusammentreffens Der Außenminist e r von Argentinien und Uruguay in Colonia wird in Regierungsk eisen mitgeteilt, Daß Die Besprechungen im Zeichen Der gemeinsamen Aufgaben Uruguays unD Argentiniens am La Plata geftanDen hätten Die Presse oer- meidet politische Folgerungen und erwähnt mit keinem Wort Das Interesse Der Vereinigten Staaten an der Stützpunktfrage.
Kleine politische Nachrichten.
Nach Abschluh ihrer Reichsarbettstagung, DU in Der Akademie für Jugendffchrun-g tn Braunfchwng stattfand, kamen Die Obergauführerinnen Des ÄDM. und Amtsreferentinnen Der Reichsju-gendführung nach Berlin, wo sie von Dr. Goebbels empfangen wurden. Anschließend entwickette Reichsjugendführer Sljmann Die Arbeitsplanung der Hiller- Jugend für Die kommende Zeit.
Der ungarische Minister für Kultus und Unterricht, H o m a n, Der auf Einladung der Deutsch- Ungarischen Gesellschaft ins Reich gekommen ist, stattete nach seinem Eintreffen in Berlin in Begleitung Des ungarischen Gesandten Dem Rcichserzie- hungsminister Rust einen Besuch ab.


