sehr schwierige Uebergänge wie in der großen Szene bei der Milford erleichtern und ausgleichen.
Auch die Lady, von Hilde Heinrich vorzüglich gegeben, wirkte gottlob viel jugendlicher, als man sie häufig zu sehen bekommt. Die Darstellerin ließ in der Tat bei der Verwaltung ihrer Mittel und Möglichkeiten „alle Minen sprengen", war die elegante, galante, höfische Dame und ließ doch, mit zarter Bestimmtheit, die ganz unhöfisch-menschlichen Züge im Wesen der Milford begreifen: vornehmlich in der Szene mit dem Major unb mit dem Kammerdiener, dessen kleiner Auftritt von Herrn Geiger mit-aro« ßer Bewegung ganz aus mißhandelter Menschlichkeit heraus zu vernichtender Anklage gesteigert wurde. Ausgezeichnet wirkte Herr Lowitz als Wurm, er verzichtete auf jeden äußeren Effekt, vermied den früher beliebten Stil des schleichenden Theaterintrbganten, sprach kühl, unbewegt, fast nachdenklich einen intelligenten Schuft aus der Nachbarschaft des Franz Moor.
*
Desgleichen vermied Herr Büttner als Präsident die Allüren des tyrannisch tobenden Wüterichs; er nahm die Figur ganz unpathetisch, anfangs fast lässig, doch waren unter der höfischen Maske, hinter dem lässigen Wort scbon gefährlich die späteren Gewaltausbrüche zu ahnen. Herr Geißler spielte den Hofmarschall von Kalb mit vielem Takt und leisem Humor, die Gestalt jederzeit vor dem 2hb- gleiten über eine in der Sphäre des Trauerspieles unüberschreitbare Grenze geschmackvoll bewahrend. Herr V o l ck war in gerechtem Zorn, in Zärtlichkeit und schwerem Leid der alte Miller, ein Urbild des schlichten bürgerlichen Vaters, Hella Henzky die hoffärtig-geschwätzige Mutter.
•
Anhaltender Beifall rief zuletzt mit den Darstellern auch den Spielleiter auf die mit vielen Blumen und einem Gabentisch fesllich verwandelte Szene. Intendant Klein überreichte Herrn Geißler, im Namen des Oberbürgermeisters Glückwunsch, Gruß und Anerkennung aussprechend, einen Kranz. Herr Geiger brachte mit kameradschaftlichen Worten die Glückwünsche der Reichstheater- kammer und der Kollegen dar, Herr Richter gratulierte im Auftrage der Betri-ebsgemeinschaft. Der Jubilar ließ seinen Dank an Stadtverwaltung und Intendanz, Kollegenschaft und Publikum in die Aufforderung an die Besucher ausklingen, dem Theater wie bisher die Treue zu halten. —
Hans Thyriot,
Aus her Gtadi Gießen
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Tssays, eingeleitet und übertragen von Wallher
* ßtfit,* Freiburger, Karl Rauch Verlag, Markkleeberg bei anolcj Deibzig. Preis gebunden 4,80 RM. — (109) — Der
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Das EHW. rüst alle Gießener Hausfrauen
500 Schweine fressen täglich 100 Zentner Küchenabfälle
n ihm ihren schärfsten Ankläger gefunden. Was er
-ls solcher geschrieben hat als Wortführer der unter
drückten Iren, verdient heute unser besonderes Inter-
mben 8: .
und die beiden jungen Menschen, die da ein über- lich gedämpft wirkte. Man wolle nicht mißver- wältigendes Gefühl, den ewigen Anspruch des Her- stehen: die Dramen gerade des jungen Schiller sind
nicht eben auf einen halblauten Kammerspielton ge«
iftern", ®
und da- E. Sch.
Söffe Verlag, Regensburg. — (48) — Das mit Bildern und Faksimiles reizvoll augqeftattete Bändchen rf)ilb<>rt mit großem Takt und feinem Verstänbnis den Lebensweg einer der ausgevräatesten weiblichen Persönlichkeiten der deutschen Musikgeschichte.
zens verzweifelt gegen eine Welt von Unverstand, Enge und Gemeinheit verteidigen, werden im großen Reigen der künsllerisch verklärten und berühmt gewordenen Liebespaare unvergänglich fein.
lieber dem aber, was in diesem Drama uns wie
Spannung. Erstaunlich fein find die Gegensätze im Nationalcharakter der beiden Völker in den vielen charf umriffenen Gestalten gezeichnet. Das macht Zuch diesen Roman des großen englischen Erzählers ür uns heute besonders fesselnd. Fr. W. Lange.
— Jonathan Swift: Gedanken und
>Q9 gleiche Schicksal gehabt, wie manch anderer poli- ißsche Schriftsteller seines Volkes, man gab es den Bindern als unterhaltsame Lektüre in die Hand.
Sein Wunsch war, der überlegene Ratgeber der landelnden Politiker zu werden, er braucht die Macht, wenn sich feine Fähigkeiten entfalten sollen, inb er braucht Unabhängigkeit, um leben zu können. $r muß die Menschen aufrufen, er muß kämpfen, leine Waffe ist die Satire. Aber feinen Wünschen >leibt die Erfüllung versagt. Er verzehrt sich an )er Spannung zwischen der idealen Ordnung, die ein inneres Auge geschaut hat, und den mensch- ichen Erbärmlichkeiten der Wirklichkeit des Lebens. Er hat sich stets als Engländer gefühlt, obwohl er in Irland geboren war und dort auch gestorben ist. Die britischen Regierungsmethoden seiner Zeit haben
ein Bild und Beispiel für tausend andere steht und zeitlos den Leser und Zuschauer immer aufs neue cmspricht und anrührt, darf das Zeitliche nicht überhört und vergessen werden. Das Liebesdrama und bürgerliche Trauerspiel „Luise Millerin" war auch, als es erschien, ein ungeheuer aktuelles Stück, ein soziales Werk lange vor dem sogenannten Naturalismus, ein revolutionärer Ausbruch und ein kulturgeschichtliches Dokument.
, Gedanken über verschiedene Gegenstände erbau- ic^er und erheiternder Art", der Lebenskluge, der feine Weisheit in scharf zugespitzten Epigrammen ■ uiederlegt. So ist die in diesem Bändchen in ausge- eidpieter Uebertragung gebotene Auswahl aus den Schriften Jonathan Swifts geeignet, einen Begriff non der einzigartigen Persönlichkeit dieses unbestech- lachen Denkers zu geben. Fr. W. Lange.
— Karla Hocker: Clara Schumann. »3 Seiten. Kart 0,90 RM., Seinen 1,80 RM. Gustav
zroße englische Satiriker des 18. Jahrhunderts hat
Tiit seinem bekanntesten Werk „Gullivers Reisen" en —.........
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rtaai Dein seins dikeit be- flegel dabei nur ein, d;« im Haei es mdil ra-ßlond'
Bornoiizen.
Tageskalender für Donnerstag.
Gießener Konzertring: 19.15 bis 21
täuschungen und Aergernisse von vornherein ausge- schaltet, ebenso Irrtümer über die Beschaffenheit der Ware. Macht sich jede Frau klar, daß heute viele Austauschstoffe vorhanden sind, die die Herstellung einer gefälligen, haltbaren und billigen Ware ermöglichen, dann wird sie nicht immer nur das Teuerste in einem Geschäft verlangen mit ihren Geldbeutel unmäßig belasten-.
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Das Treudienst-Ehrenzeichen in Silber für jährige treue Dienste wurde gestern dem Amtsoor, stand des Kreisveterinäramts Gießen, Oberveterinärrat Dr Monnard, durch den Landrat Dr.
A eta Mutter und Kind rettet, das ist menschlich zart und Menij, ergreifend geschildert. Das unheimlich wilde Grollen in J»er Revolution gibt der Geschichte eine ungeheure
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llSGmeMstsl M Srafl öant Me ft. d. A.-Sportamt.
^Fröhliche Gymnastik unb Spiele" für Frauen
Donnerstags, 20 bis 21 Uhr. Schillerschule, Schillerstraße. 5112V
»Hmdergymnaslik"
Freitags, 16 bis 17 Uhr, Schillerschule.
Das Treudienst-Ehrenzeichen
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Uhr im iStadtcheater Orchester-Konzert. — Gloria-Palast,
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Die Aufführung wurde von Herrn Geißler geleitet, der mit dieser Inszenierung, wie bereits mitgeteilt, sein 25jähriges Bühnenjubiläum beging. Die Wiedergabe des Werkes war des ungewöhnlichen Anlasses durchaus würdig; ihr eigentliches Verdienst war, daß sie. aufs Ganze gesehen, erfreu-
Unter diesem Namen sehen wir noch immer im bürgerlichen Trauerspiel das zeitlose Liebesdrama, tue Geschichte einer reinen, glühenden Leidenschaft,
• Lang, i be:t| k Aerlc
tisch« tz,
ter gebaut war, zum Ausbeutungsobjckt herab- würdigen. Dem Urenkel Negrellis ist es in seinem Buch gelungen, das Leben dieses begabten und ! tapferen deutschen Ingenieurs uns nahe zu bringen und gleichzeitig ein fesselndes Bild des damaligen Oesterreich der ausgehenden Metternich-Zeit zu entwerfen. So ist das reich illustrierte Buch eine wertvolle Ergänzung unseres Suez-Romans.
Fr. W. Lange.
— Charles Dickens: Eine Geschichte aus zwei Städten. (Im Insel-Verlag zu Leip- zig. Preis in Leinen geb. 5 RM.) - (67) - Der bedeu- renbfte Erzähler der Viktorianischen Aera ist auch einer ihrer schärfsten Gesellschaftskritiker geworden. । Seine Schilderungen aus den Elendsquartieren der I unteren Klaffen des englischen Volkes, feine Geißelung des ausbeuterischen Systems der liberalen bri- rischen Plutokratie sind auch heute noch durchaus , aktuell. Sein künstlerisch reifstes Werk, das dm Ende
Es wurde ein Kunstwerk, es wurde (unter an« lärm) eines der erstaunlichsten, spannendsten, stür- riischsten Theaterstücke, die wir besitzen. Daß es tud) Mängel aufweist, hat niemand früher erkannt imb ausgesprochen (Brief an den Intendanten Dal- lerg, März 1783) als Schiller selbst, den eine un- tsstechliche und oft unbarmherzige Selbstkritik ein leben lang nicht verlassen hat. Es hat wenig Sinn, auf die später oft wiederholle Kritik einzugehen, s« kann weder den hinreißenden Eindruck jeder neuen Begegnung mit dem Drama verwischen noch l e Ueberlegung beeinträchtigen, daß Stücke solcher Lrt heutigen Tages nicht mehr geschrieben werden. < u bedauern bleibt aber immer wieder, daß sicy isr von Iffland gewählte, schlechte und vielen nur falb verständliche Titel durchgesetzt hat, während schiller selbst das Stück ,Luise Millerin" genannt fülle.
der Hauseigentümer für die Beschaffung zu sorgen. Bestellungen sind an die Kreisamtsleitung der NSV. zu richten. Die Polizeiverordnung vom 21. April 1938 macht es jedem Hausbesitzer zur Pflicht, den EHW.-Eimer anzuschaffen. Darüber hinaus hat der Reichsminister des Innern angeordnet, daß überall da, wo das EHW. zur regelmäßigen Einrichtung geworden ist, die Haushaltsvorstände sowie die Inhaber gewerblicher und sonstiger Betriebe verpflichtet sind, die bei ihnen anfallenden Küchenabfälle dem EHW. zur Verfügung zu stellen und die Abfälle in die hierfür bestimmten Haussammeleimer zu schütten. Für die Durchführung dieser Vorschriften wird der Hauseigentümer oder dessen Vertreter verantwortlich gemacht. Wer vorsätzlich oder fahrlässig diesen Anordnungen zuwiderhandelt, wird bestraft, ebenso wird bestraft, wer entgegen dem Verbot ohne Erlaubnis Küchenabfälle sammelt.
Die Gießener Mästerei des EHW. konnte dieser Tage wieder 26 fette Borstentiere mit einem Gewicht von rund 80 Zentner ihrer Bestimmung übergeben. Sie wurden hiesigen Metzgermeistern zuge« wiesen. Dieser Vorgang kann sich um so öfter wiederholen, je mehr Futter zur Verfügung gestellt wird. Die Gießener Hausfrauen haben für dieses große Werk immer viel Verständnis gezeigt. Deshalb Hausfrauen! Alle verwendbaren Küchenabfälle in die schwarzen Eimer des Ernährungshilfswerkes!
stimmt; aber es gibt Aufführungen, in denen sozusagen von Anfang bis zum Ende mehr oder minder gebrüllt wird. Hier hörte man nur selten einen Schrei, aber wo man schreien hörte, da tarn es mit Notwendigkeit und von innen heraus. Es sollte ferner gesagt werden, daß die Aufführung im besten Sinne untheatralisch erschien, — hier wird ein dichterisches Theater gespielt, das keiner äußeren Wir- kung oder Ueberyöhuna bedarf —: daß die Leidenschaft des Gefühls, Das Pathos der Klage und der Anklage ganz nach innen getrieben waren und dadurch um so stärker und unmittelbarer sich äußerten. Zwei Szenen vor allem — die erste bei der Milford (II, 1—3) und die des Briefdiktates (III, 6) — waren mit einer Konzentration gespielt und von einer zitternden, inneren Spannung erfüllt, daß sie als absolute Höhepunkte der sehr sorgsam durchgearbeiteten Inszenierung gelten müssen.
Die fünf Akte waren bei geringfügigen, aus naheliegenden Gründen erfolgten Kürzungen in neun Bilder zusammengezogen, die sich auf der Drehbühne verhältnismäßig schnell verwandeln ließen; Herr Löffler hatte die Szenenräume praktisch und mit sinnvoller Kontrastierung der beiden Sphären des Dramas aufgebaut.
Lotz überreicht.
Li» alle früheren Westwallarbeiter.
Bei der Arbeitsbuchstelle der Deutschen Arbeitsfront in Wiesbaden, Taunusstraße 14, liegen noch zahlreiche Arbeitspapiere, wie Arbeitsbücher, DAF.« Mitgliedsbücher, Jnvalidenkarten, Steuerkarten usw., deren Inhaber sich bis jetzt nicht meldeten. Wer noch Arbeitspapiere vermißt, wende sich daher an obige Dienststelle und gebe dort seine genaue Heimatanschrift sowie feine Geburtsdaten bekannt.
Zahnsanierungsattion der Hitler-Jugend.
Die Fuhrer-Geburtstagsspende 1939 der Landes- oerficherungsanstalten ermöglichte eine Zahnsanie- rungsaktion innerhalb der Einheiten der Hitler- Jugend, die feit November 1939 durch Gewährung von Beihilfen eine vollständige Gebiß-Sanierung bei mehreren hundert Jugendlichen der Jahrgänge 1921 bis 1923, welche in der vormilitärischen Ausbildung stehen, erreichte. Außer diesen bereits aufgerufenen Jahrgängen werden nunmehr auch alle männlichen Jugendlichen des Geburtsjahres 1924 in diese Aktion einbezogen.
Gerade jetzt im Kriege ist die Gesundheit und die Widerstandsfähigkeit des Körpers wichtiger denn je, denn nur der gesunde Mensch kann ein schaffen- des und aufbauendes Glied in der Gemeinschaft des nationalsozialistischen Staates sein. Deutschland braucht jeden Menschen, und es ist daher die Pflicht jedes Deutschen und vor allen Dingen auch jedes Jugendlichen, gesund und wehrfähig zu fein. Eine
n sehr schöner Ausstattung und mit 16 Bildern von Phiz nach der ersten Buchausgabe aus dem Jahre 1859 in deutscher Übersetzung vorlegt, verbindet das Schicksal eines französischen Arztes, den Me Mißgunst eines Aristokraten in einem der berüch- tigten Gefängnisse von Paris verschwinden ließ, auf eine künstlerisch vollendete Art mit dem großen Ge- chehen der französischen Revolution, die den Arzt befreit und nach London bringt, wo feine Tochter
Rl i nichtsahnend den Erben eben jenes Grandseigneurs J voitij ‘ heiratet, der ihn einst ins Unglück gestürzt batte. f|^j Me dieser die Sünden seiner Väter sühnt und durch lieber einen Opfertod auf der Guillotine Schwiegervater,
Wer die Geschichte der Schillerschen Jugend kennt, weiß, daß der Schrei „in tirannos" auf dem Titelblatt seines ersten Dramas dem jungen Genie und vielen seiner besten Kameraden aus tiefstem Herzen kam. Aber während noch in den „Räubern" die aufregenden Ereignisse immerhin ganz wesentlich der Phantasie entsprungen waren, während dann im „Fiesco" die Handlung in eine schon damals ferne Zeit der italienischen Renaissance führte, waren Zustände und Umwelt der „Luise Millerin" unmittelbare Gegenwart und wurden auch von den Zeitgenossen durchaus so empfunden.
Man muß sich klarmachen, wieviel Mut eines ganz auf sich selbst gestellten jungen Menschen dazu gehörte, ein solches Stück zu schreiben und seiner Zeit gleichsam entgegenzuschleudern. Es hätte für die Zeitgenossen gewiß nicht der unerhörten Szene mit dem Kammerdiener (11,2) bedurft, um die traurige und erschütternde Gegenwärtigkeit eines Schauspiels zu begreifen, den revolutionären Aufschrei, die btt« terfte soziale und nationale Anklage zu vernehmen: hier waren Zustände und Gestalten mit einer so schonungslosen Offenheit geschildert, daß man mit Fingern auf ihre Vorbilder hätte weisen können. Solche unmittelbare Aktualität der Fabel ist uns heute Gott sei Dank verblaßt, aber das kulturhistorisch Dokumentarische wird in diesem Trauerspiel tödlicher Leidenschaft immer lebendig bleiben. —
Der im Rahmen des Merjahresplanes geschaffenen Einrichtung des Ernährungshilfswerkes ist oie Aufgabe gestellt, rund 2 Millionen Schweine jährlich durch Küchenabfälle zusätzlich zu mästen. Die Wichtigkeit dieser zur Sicherung unserer Ernährung geschaffenen Einrichtung, über deren Bedeutung im Kriege sich jeder Volksgenosse im klaren ist, steht fest. Besonders die deutsche Hausfrau weiß, daß ihr bei der Durchführung des EHW. eine wichtige Aufgabe zufällt, nämlich die Beschaffung des Sutters für die Schweine dnrch das Bereitstellen aller Kuchenabfälle.
500 Schweine sind- zur Zeit in den Stallungen des Gießener EHW. untergebracht, zu deren Fütterung täglich rund 100 Zentner Küchenabfälle erforderlich sind. Diese erhebliche Futtermenge kann mit Leichtigkeit aufgebracht werden, wenn jede Haushaltung auf die Erfüllung dieser nationalen Pflicht bedacht ist und alle Küchenabfälle restlos dem EHW. zur Verfügung stellt. Es ergeht die dringende Bitte an alle Hausfrauen, Küchenabfälle und Speisereste zu sammeln und sie zur Abholung bereitzuhalten.
Den gefüllten EHW.-Eimer stellt die Hausfrau zusammen mit dem Mülleimer vor bas Haus. Der Sammelwagen des Ernährung s h i l f s w e r k e s kommt am gleichen Tage wie der Müllwagen und leert d i e Eimer.
Soweit EHW.-Eimer nicht vorhanden sind, hat
Was für die Regieführung allgemein gesagt wurde, gilt wesentlich auch für die Darsteller, tue sich insgesamt dem vom Spielleiter gewähllen Stil unterordneten. Luise Prasser war die Luise Millerin: vielleicht in manchen Augenblicken schon zu bewußt und zu sicher in der Haltung angesichts des erschütternden Geständnisses „Sechzehn gewesen"; aber sie hatte die große Empfindung, ließ Zärtlichkeit und Leidenschaft, Unschuld und Der- zweislung spüren, als ein sehr junger Mensch unter einem grausamen Schicksal.
Die gleiche schöne Jugendlichkeit zeichnete auch den Ferdinand des Herrn Caninenberg aus. Dieser Major ist ein Prototyp des jungen Helden und Liebhabers in Schillers früher Dramatik: der Darsteller begegnete einer bestimmten, eben im Typus liegenden Gefahr und sand gegen eine vorzeitige Ueberfteigerung im Ausbruch beleidigten Gefühls bas Gegengewicht in der männlich beherrschten Haltung des Öffiziers. Man wird bemerkt haben, daß dies der inneren Bewegtheit der Gestalt nichts genommen hat — im Gegenteil: solche Haltung hals
Gießener Gtadttheater.
Schiller: .Kabale und Liebe".
„ftabale und Liebe", vor genau zehn Jahren zum ätzten Male hier gegeben, ist neben den „Räubern" l nö dem „Fiesco" das echteste Zeugnis der Schil- lsrjchen Jugend, neben Lessings „Emilia Galotti" ! as berühmteste bürgerliche Trauerspiel unserer Dichtung: es erscheint an einer Wende in Schil - I e r s künstlerischer Entwicklung, als letzter Ausläufer jener Genieperiode, die unter dem Namen l-es Sturmes und Dranges in die Geschichte des deutschen Geistes eingegangen ist; noch war, wählend Schiller das Stück konzipierte und daran zu chreiben begann, die Arbeit am „Fiesco" nicht beludet, und schon regte sich und bewegte chn sehr (in neuer großer Plan, der aus den Stürmen der §rühe in die Reife der Klassik führen sollte: ,^ch hätte sie („Luise Millerin") gern aus dem Kopf, um mich gänzlich in meinem Carlos" versenken zu lonnen ..." Und ein anderes Mal: „Meine ,Luise Nillerin' jagt mich schon um 5 Uhr aus dem Bette. Äa fitz' ich, spitze Federn und käue Gedanken. Es i:f gewiß und wahrhaftig, daß der Zwang dem Feist alle Flügel ab schneidet. So ängstlich für das Theater, so hastig, well ich pressiert bin, und doch <lhne Tadel zu schreiben, ist eine Kunst ..."
i ffe, aber nicht minder aktuell dünkt uns z. B. das tetn geschliffene Essay „lieber die Kunst der poltti- |cben Lüge". In den „Gedanken über die Religion" ünb „lieber die Abschaffung des Christentums" spricht mit feiner Ironie der große Ethiker, in andern 'Essays der um die Sittenverwllderunq seiner Zeit V mb feines Volkes ehrlich besorgte Politiker, In den
Nicht nur das Teuerste ist gut!
In den letzten Icchren Haden wir dank der Fin- bigteit unserer Chemiker und Techniker manchen Stoff erhalten, der das Naturprodukt an Haltbarkeit übertrifft. Es fei nur an Buna erinnert, bei dem niemand mehr dem Gummi nachweint. Manche Produkte können nun durch Massenproduktion verhältnismäßig billig hergestellt werden, so daß chr Kaufpreis auch manchmal unter dem des früheren Produktes liegt. Daher werden viele Waren, die eine außerordentlich gute Haltbarkeit aufweifen unb aut aussehen, zu einem für alle Käuferkreise erschwinglichen Preis verkauft. Dieser Preis aber ist es, an dem sich viele Kunden stoßen. Sie glauben, da er niedrig ist, kann die angebotene Ware nur Schund fein, und sie lehnen sie von vornherein ob, ohne sie überhaupt erst in Augenschein zu nefymen. Wie verkehrt ist das!
Wir sehen auf den Straßen junge Mädchen und Frauen, sorafäiltig und elegant angezogen, mit hübschem Schuhwerk, netten Handschuhen und Handtaschen und all den netten Kleinigkeiten, die eine Frau schmucken und sie anziehend machen. Versuchen wir, uns einmal den Geldbeutel dieser Frauen vorzustellen, so wird er durchweg nicht alhu gefüllt sein, und es ist nur der Geschmack und die Geschicklichkeit der Iranerin, aus dem Nichts etwas zu zaubern und sich die an gebotenen billigen und trotzdem preiswerten Neuigkeiten der Mode zunutze zu machen, um gut auszulehen. Diese Frauen tun recht daran. Denn eine Frau soll immer hübsch und reizvoll ausfeben, sie soll gefallen. Wollte sie bei ihrem Anzug nur auf den Preis sehen und nur nach dem hohen Preis streben, well er angeblich allein gute Qualitäten verspricht, dann sähe das Straßenblld erheblich grauer und langweiliger aus.
Ader die meisten Frauen haben längst erkannt, daß nicht der Preis allein für die Qualität einer Sache entscheidend ist, fonbem ihre Ausführung, das Material und di« gute, gediegene Verarbeitung. Sie kaufen also eine Ware auch bann, wenn sie ihnen „billig" erscheint. Hierbei kann sich eine Kun- bin nicht immer auf ihre Kenntnis ber Qualität verlassen, vor allem dann nicht, wenn sie schon älter und geneigt ist, mit den Waren früherer Jahrzehnte Vergleiche anzustellen. Es ist daher unerläßlich, daß die Verkäuferin über die Qualität jeder Ware vorher genau unterrichtet wird unb wirklich nach gutem Gewissen raten kann. Damit werden manche (Ent-
t einer vr leine Dom m Sie nicht, ( lchgega^ 1 liebte.» , iren W n wie M ' h. Unb te jo gar n-
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seines reichen Schaffens steht, ist seltsamerweise ein MpM geschichtlicher Stoff. „A tale of two cities”, die hier der Insel-Verlag im Rahmen ber ausgezeichneten Neuausgabe ber wesentlichsten Romane von Dickens
Seltersweg: „Das fündige Dorf". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der dunkle Punkt". — OberheP- scher Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung W. Imkamp Ml Foyer des Stadttheaters.
Orchesterkonzert im Stadttheater.
Am heutigen Donnerstag findet im Stadttheater das 4. Konzert des Gießener Konzertringes 1940/41 statt. Das Konzert bringt als Orchesterkonzert einen Beethoven - Wend. Unter ber Leitung von Otto Söllner werden aufgeführt: Ouvertüre zu König Stefan, Werk 117, das Violinkonzert in D-dur, Werk 61 und die 7. Sinfonie in A-dur Werk 92. Solistin ist die 'Münchener Geigerin Elifabety Bischoff, die in Deutschland und Italien ausgezeichnete Erfolge bet Presse unb Publikum zu verzeichnen hat. Das Konzert wird ausgesührt vom Städtischen Orchester, Gießen. Dormiete ° Konzert Gruppe B, Nr. 2.
Ortszeit für den 15. November.
Sonnenaufgang: 8.47 Uhr, Sonnenuntergang: 17.31 Uhr. — Monduntergang: 8.35 Uhr, Monoaufgang: 18.14 Uhr.
der wichtigsten Doraussetzunaen des ganzen Körpers aber ist ein gesundes Gebiß.
Alle Eltern und Erziehungsberichtigten sollten die Jugendlichen des angegebenen Jahrgangs auf die nur einige Wochen andauernde Maßnahme Hinweisen und sie zur umgehenden Zahnbehandlung^an- halten. Die von den Krankenkassen zugelassenen Zahnärzte und Dentisten sind über bas Zuschuß- verfahren unterrichtet.
Um die Erdal-Vlechdofen mehrmals verwenden zu können, gibt es nun auch Erdal-Nachfüllpackungen. Das Nachfüllen ist eine einfache, saubere unb schnelle Sache. Deckel abnehmen unb bas gefüllte Unterteil in die leere Erdaldose setzen. Das ist alles! Auf diese Weise, läßt sich die Erdal-Blechdose lange Zeit verwenden, und man hat immer Erdal, bas allbewährte Erdal! 4810V
Ohne Punkte für das Kleinkind.
Daß wir uns zusätzlich Punkte sparen, ist nicht schwer; bas beweisen die Ausstellungen der selbstangefertigten Säuglingswäsche des Mütterdienstes in allen Kreisen. Welcher Mutter macht es nicht Freude, wenn sie ihrem Kinde etwas Nettes Herstellen kann aus irgendeinem Rest, der ungenutzt daliegt? Aber wir sehen hier auch reizende und praktische Kle-idungsstücke aus alten, schadhaft gewordenen Stücken, sei es nun Windel, Decke ober Kissen für das Bett. Wir staunen, was wir aus alter Trikotwäsche für weiche Hemdchen, Jäckchen und andere nützliche Gegenstände anfertigen können. Daß Vaters Homdeneinsatz noch einmal bunt gestickt ein Lätzchen abgibt, erfreut uns ebensosehr wie die prächttgen Höschen aus Großmutters alten weißen Strümpfen. Wenn Mutti geschickte Hände hat, ergeben die teils aufgezogenen unb neu gestrickten, teils ganz verwandten Strümpfe fast alles für das Kleinkind. Ueberhaupt die Strümpfe! Bubi hat ein Höschen aus alten Sportstrümpfen erhalten, das warm und strapazieriähig ist, wenn ber kleine Kerl im Lausitällchen herumrutscht. Daß man aber auch selber eine Matratze für das Kleinkind Herstellen kann, hat sicher manche Mutter noch nicht gewußt. Die Ausstellungsbesucher bestaunen sie in manchem Kreis. Mit gebrühter, also absolut sauberer unb keimfreier Holzwolle gefüllt und mit festem Ueberzug aus weißem Stoff erfüllt* sie alle Anforderungen für gesundes und glattes Liegen.
Die Abteilung Mütterdienst im Deutschen Frauen- werk fichrt die Ausstellung felbftangefertigter Säuglingswäsche aus allem Material als einen Wettbewerb durch. In allen Kreisen des Gaues wetteifern die Mütter, gute Anregungen zu geben unb


