Ausgabe 
14.9.1940
 
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Serano Suners Besuch in Berlin erwartet

Madrid, 14. September. (Europapreß.) Der panische Innenminister Serano Suner wird a m Montag zu einem Besuch in Berlin ein­treffen. Der Caudillo hat Suner im Laufe der Zeil mit bedeutenden Aemtern und Würden geehrt, so daß er heute als Präsident des Obersten Rates der Einheitspartei, als zweite Persönlichkeit im spa­nischen Staate angesehen wird.

Don Ramon Serano Suner, der 1901 in Murcia geboren wurde, hat als 23jähriger das Amt des Rechtsanwalts des Staates übernommen, ein hohes und bedeutsames Amt. In Saragossa wurde er unter Gil Nobles Abgeordneter. Der Bürger­krieg überraschte Suner in Madrid. Er wurde ge­fangengesetzt und in das berüchtigte Carcel Modelo von Madrid gebracht, in dem die Roten die nach ihrer Meinung gefährlichsten ihrer Feinde um­brachten. Gegen Ende Oktober des Jahres 1936 ge­lang es Suner, in ein Madrider Sanatorium zu flüchten. Dort konnte er befreit werden. Einem Deutschen gelaita es, Suner in die holländische Ge­sandtschaft zu führen. Von dort wurde er später

durch einen Adjutanten des roten Generals Miaja nach Alicante gebracht und von dort mit dem Schiff nach Marseille, von wo aus er Salamanca erreichen konnte.

Seine Hauptaufgabe sieht er darin, die Kräfte im Lande zu einer spanischen Einheit, als der Vor­aussetzung für Spaniens Größe, zusammenzufassen, und die sozialen und politischen Gegensätze der Klassen und Parteien zu überwinden. Am 19. März 1937 hat der Caudillo in Salamanca durch Dekret sämtliche Parteien, die während des Bürgerkrieges auf nationaler Seite kämpften, organisatorisch zu einer Einheitspartei zusammengeführt. Sie erhielt, obgleich die Alt-Falangisten die Minderheit bildeten, den Namen Falange, weil die 26 Punkte Joft Antonios als Grundprogramm der Einheitspartei angenommen wurden. Damit wurde erreicht, daß sämtliche Mitglieder der früheren nationalen Par­teien unter eine gemeinsame Disziplin und unter die Autorität des Präsidenten des Obersten Partei­rates, Don Ramon Serano Suner, gestellt wur­den.

fm Oktober des gleichen Jahres das Kommando Wer das 8. Armeekorps.

General der Infanterie von Kortzfleifch wurde 1890 als Sohn eines Generalmajors zu Braunschweig geboren. Nach dem Besuch verschie­dener Gymnasien und der Universität Lausanne trat er 1907 als Zweijährig-Freiwilliger ins Garde- grenadierregiment 4 ein und wurde 1909 Leutnant. Als Zugführer in einer Maschinengewehrabteilung rückte er 1914 ins Feld und wurde nach dem Welt­kriegsende von der Reichswehr übernommen. 1938 wurde er Kommandeur der 1. Division und 1940 Kommandierender General des 11. Armeekorps.

Oberst Schmidt wurde 1894 zu Karlsdorf an der Unstrut als Sohn eines Pfarrers geboren. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums trat er 1913 als Fahnenjunker ins Infanterieregiment 20 ein. Im Feld führte er eine Kompanie des Jnfan- terieregin-ents 20 und wurde zweimal verwundet. 1937 wurde er Bataillcmskommandeur im Infan­terieregiment 59, 1939 Kommandeur des Jnfanterie- Ersatzregiments 216.

Oberstleutnant Gerl och wurde 1890 in Teschen als Sohn eines Zollverwalters geboren. Nach dem Besuch der Realschule in Troppau und Mährisch- Ostrau kam er auf die Artillerie-Kadettenschule in Traiskirchen, von der er 1911 beim Schweren Ar- tillevieregiment 14 eingestellt wurde. Den Weltkrieg machte er in Serbien und auf dem italienischen Kriegsschauplatz mit und wurde 1920 in das öster­reichische Bundesheer übernommen, 1935 zum Mi- lrtär-Neit- und Fahrinstitut versetzt, wurde er 1938 Reit- und Fahrlehrer in Schloßhof, Ende des Jahves Abteilungskommandeur im Artillerieregi- ment 116, 1939 Kommandeur des Arttllerieregi- ments 90.

OberstleutnaTck von Werder wurde 1897 in Uchte, Reg.°Bez. Stade, als Sohn eines Pastors aeboren. Er besuchte das Gymnasium in Nort­heim, trat 1914 ins Infanterieregiment 164 ein, und wurde 1915 durch Bauchschuß schwer verwun­det. Als Kompanieführer geriet er im September 1918 in englische Gefangenschaft. Nach seiner Rück­kehr tat er bis 1934 in der Sicherheitspolizei Dienst. 1936 wurde er Major im Infanterieregiment 102 und 1939 Oberstleutnant.

Oberstleutnant Frhr. von Seckendorfs stammt aus Görz, wo er 1897 als Sohn eines Rit­tergutsbesitzers geboren wurde. Nach dem Besuch des Kaiser-Wilhelm-'Gymnasiums Hannover trat er 1914 als Fahnenjunker ins Dragonerregiment 5 ein. Nach dem Zusammenbruch wurde er zur Oft ftzier-Reitschule kommandiert und tat bei verschie­denen Reiterregimentern Truppendienst. Als Haupt­mann übernahm er 1935 das Kradschützenbataillon I, wurde 1937 Bataillonskommandeur im Schützen­regiment 4 und übernahm 1939 die Kradschützenab­teilung 6. 1940 wurde er Kommandeur des SckMtzenregiments 114.

Kämpfer und Künder zugleich.

Der deutsche Journalist in vorderster Front.

Ander K a n a l k ü st e, 13. Sept. (DNB.) Front Und Heimat, Heimat und Front sind zu einer gro­ßen Erlebnisgemeinischast geworden. Sie tagtäglich aufs neue zusammenzuführen, das ist die Aufgabe im$) das Werk der deutschen Kriegsberichter. Diesen Männern stattete der Reichsprefse- ch e f an der Kanalküste einen Besuch ab, um ihnen für ihre schwere und opferreiche Arbeit zu danken. Im Verlaufe seiner Ausführungen betonte Reichs-

preffechef Dr. Dietrich, daß das neue Deutschland auch einen neuen Journalismus hervor­gebracht habe, einen Journalismus kämpferischer Prägung. Dieser Krieg habe das heroische Ideal des Nationalsozialismus auch in die letzten Redaktions­stuben getragen. Ueberall, wo heute von tapferen und todesmutigen deutschen Soldaten angegriffen wird, da ist der deutsche Journalist in vorderster Front mit dabei. Er kämpft als Soldat und trägt den gleichen feldgrauen Rock wie die anderen. Der neue Typ des deutschen Journalisten ist Kämpfer und Künder zugleich. Aus seinem Munde spricht unmittelbar die Front. Die deutschen Schriftleiter unserer Zeit, die die Hand am Abzug und an der Feder zugleich haben, haben das Ansehen des deut­schen Schriftleiters als Träger einer hohen natto- nalen Aufgabe im ganzen Volk begründet. Durch­drungen von der Verpflichtung dieser Aufgabe kehr­ten die Kriegsberichter nach diesem kameradschaft­lichen Treffen mit dem Reichspressechef zu ihren Einsatzstellen und Geschwadern zurück. Bade.

Oel und Getreide über Dnjepr und Bug nach Deutschland.

Moskau, 14. Sept. (DNB. Funkspruch.) Me derPrawda" aus Kiew gemeldet wird, hat der e r st e Transport auf dem neueröffneten Wasserweg von Cherson am Schwarzen Meer über Kiew, den Dnjepr und Bug hinauf b i s Brest-Litowsk an der deutsch-sowietrussischen Jnteressengrenze bereits eingesetzt. In den letzten Tagen haben die ersten Karawanen von neuge­bauten Erdöltransportschiffen Kiew verlassen, denen zahlreiche andere Schiffe folgten, die Naphtha-Pro­dukte und Getreide führen.

Das Ungarn zugesprochene Gebiet beseht.

Budapest, 14. Sept. (DNB. Funksprych.) Nach einer Mitteilung des Chefs des ungarischen General­stabes erweiterten die ungarischen Truppen am 13. September die militärische Besetzung des durch

den Wiener Schiedsspruch Ungarn wieder zugespro­chenen Gebietes. Die in sehr schlechtem Zustande be­findlichen Wege und die aus dem Umfang der Be­setzung sich ergebenden ansehnlichen Märsche, so heißt es in der Mitteilung, hätten von den Trup­pen vielfach große Leistungen gefordert.

Mienischer Wehrmachtsberichl.

Rom, 13. Sepk. (DRV.) Der italienische Wehr- machlsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut:

Eines unserer U-Vooke ist nach Versenkung von 1 8 0 0 0 BRT. englischen Schiffsraumes im Atlantik, bestehend aus einem Tankschiff von 10 000 BRT. und einem vollbeladenen 8000-BRT.- Dampfer, nach feinem Stützpunkt zurückgekehrt.

In Nordafrika hat unsere Luftwaffe die Ta­ges- und Nachtangriffe gegen die feindlichen Stel­lungen, Kraftwagenparks und andere militärische Ziele an der ägyptischen K ü st e fortgesetzt. Ein Benzinlager wurde in Brand geschossen. Verschiedene Kraft- und Panzerwagen wurden wiederholt ge­troffen und unbrauchbar gemacht.

In Ostafrlka griffen unsere Fliegerverbände erfolgreich ein Zelt- und Barackenlager bei Abiq im Sudan und eine feindliche Kolonne von 20 Kraftwagen in der Nähe von El Katulo (Kenia) an.

Feindliche Luftangriffe wurden ausgefühkk auf Wassaua, das bei Beschädigung eines Pavillons viermal bombardiert wurde, auf A f f a b, wo ein Krankenhaus, eine Lazarettküche und Wohnungen im Zentrum der Ortschaft zerstört wurden, wobei unter der italienischen und der eingeborenen Bevölkerung sechs Personen getötet und eine verletzt wurden, auf Asmara und Gura, wo beschränkter Schaden angerichtet wurde. Außerdem wurden bombardiert die Flughäfen von Gimma und Sclasca-

Wieder zahlreiche Bomben auf militärischeZiele in London.

Britische Einflugsversuche vereitelt.

Berlin, 14. Sept. (DNB.) 3m Laufe des 13. September nachmittags und in der Nacht vom 13. zum 14. September fanden Llnflugsveri suche der Engländerin das Reichsge­biet statt, die jedoch unter der Wirkung der deut­schen Abwehr nicht zur Durchführung kamen. Auf dem Rückflug warfen die Engländer ihre Bomben wahllos ins Land und Nordfrankreich ab. 3n Papenwiek, einem kleinen Ort nördlich Dortrecht, wurde ein Holländer leicht verletzt.

Anders war es in England, wo wieder zahl­reiche deutsche Flugzeuge ihre Bomben ungeachtet der verstärkten und neu organisierten Abwehr über London abwarfen.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter M HauptschrifttetterS: Ernst Blumschein. Verantwortlich für PoliM, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschetn. _

Druck und Verlag: Brühlsche UniversttütSdruckerei R. Lange S«.

BerlagSleiter: Dr.-Iag. Erich Hamann; ^l-eigenlerter:

Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr^l.

manna, wo leichter Schaden angerichtet und neun Personen verletzt wurden. Ein feindliches Flugzeug wurde von unseren Jagdflugzeugen abgeschossen, zwei weitere sind wahrscheinlich abgeschossen worden.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichsminister des Auswärtigen von Rib­bentrop empfing den von Berlin abberufenen Kö­niglich-Rumänischen Gesandten R o m a l o zur Der- nbschiedung.

In Bukarest fand eine Gedächtnisfeier der Le­gionären Bewegung für ihren ermordeten Führer Codreanu statt. In geschlossenem Zuge marschier- ten die etwa 10 000 Teilnehmer singend durch die Straßen Bukarests zum Grünen Haus der Bewe­gung, wo Horia Sima, der jetzige Chef der Be­wegung, eine Rede hielt.

Das mexikanische Amtsblatt verkündet das Gesetz über die Einführung der allgemeinen Dienst- pflicht. Danach sind die Männer zwischen dem 18. und 45. Lebensjahr für ein Jahr aktiv dienstpflichtig. Bis zum 30. Lebensjahr gehören sie der ersten Re­serve, bis zum 40. Lebensjahr der zweiten Reserve und bis zum 45. Lebensjahr der Nationalgarde an.

In Mexiko wurde die Wahl des offiziellen Prä­sidentschaftskandidaten, General Avila Camacho, von der als Wahlkolleg zusammengetretenen Kam­mer festgestellt. Er erzielte mit 2 476 641 Stimmen eine erdrückende Mehrheit gegenüber dem Opposi- tionskandidaten General Almazan, der 151101 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Avila Cama­cho wird Präsident an Stelle Cardenas.

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Auf Wes Kilo kommt es an!

Umsomehr (Gütet Kann die Deutsche Reichsbahn täglich befördern, |e vollständiger jeder einzelne (Güterwag en bis zur Höchstgrenze ausgelastet wird. Der hohe technische Stand der Äeichsbahngüterwagen hat es erlaubt, die Beladung der Wagen im innerdeutschen verkehr bis 1000 kg über die am Wagen angeschriebene Trag­fähigkeit zuzulassen. Durch diese Massnahme ist es möglich, den Verfrachtern erheblich mehr Wagentaum als bisher zur Verfügung zu stellen. Leuchten Sic dieses Beispiel- Wenn bishetLin Wagen mit 15 Tonnen bis zur Tragfähigkeit von 17,5 Tonnen beladen wurde, so kann er setzt eine Belastung bis zu 18,5 Tonnen erhalten. Erste Pflicht für alle verkehNreibenden ist es, jeden Wagen möglichst bis zur Höchstgrenze auszunutzen, denn «tut dann kann diese Wastnahme die von der Deutschen Leichsbahn gewünschte Erleichterung für alle bringen. Berücksichtigen Sie daher diese Neuerung bereits beim Abschluß Ihrer liefern ertrüge und bei Ihren Befielt- schreiben, vielfach werden heute noch aus alter Gewohnheit und ohne Rücksicht auf die erhöhte (Grenze der Tragfähigkeit z.B. 3005adt$u|e50kg bestellt, obwohl jetzt der(Güterwag en370Sark befördern kann und soll.

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le Güterwagen schnellstens be-unv ent- laden. Rückgabe der Wagen möglichst vor Ablauf der Ladefristen: vberschrei- tung der Ladefrist hat Ausfall werwollen Laderaums zur Zolge.

<! Durch zweckmäßige Ladegeräteunb Hilfsmittel das Be- und Entladen CT» leichtern.

le Auslastung der Mäzen bis zum Ladegewicht und nach Möglichkeit jetzt lm innerdeutschen Verkehr bis 1000 kg über die am Magen ungeschriebene Tragfähigkeit. Raumersparnis durch geschicktes Stapeln der Güter, ganz be­sonders durch sachgemäßes und über» legtes verladen sperriger Güter.

8. Nicht mehr Güter zu gleicher Zell beziehen, als rechtzeitig entladen wer. den können.

f>e Entladung sogleich beim Eingang der Versandanzeige des Absenders oder bei der voraoisierung durch die Güter­abfertigung oorberelten. 5uhrwerke und Ladepersonal schon im voraus für die Zeit der bevorstehenden Entladung frei­halten.

lOe Zrachtbriefe und sonstige Beglell- papiere sorgfältig ausfüllen zur Ver­meidung von 3erlaufen.

9» Magen rechtzeitig und nur für den tatsächlichen Bedarf bestellen. Ange­botene Ersaywagen verwenden, selbst wenn kleine Unbequemlichkeiten damit verbunden stnd.

3. pünktliche An- a. Abfuhr der Güter. gUt der Be- und Entladung sogleich nach Magenbereitstellung beginnen.

le 5ür Güterwagen gibt es jetzt keine Sonntagsruhe. Daher Güter, wenn möglich, auch Sonntags verladen. 5ür eingegangene Güter besteht die pflicht zur Entladung an Sonntagen.

Se Güterwagen beim Be- «nd Ent­laden nicht beschädigen. Lademaße lnne- halren. Güter ordnungsmäßig und be» triebsstchec verladen

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Der Güterverkehr, den die Deutschs Reichsbahn (m grvfjdeMfchen Raum $ii bewältigen hat, fit gewaltig tm»}

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vor täten Dingen unsere Mehrmacht (teilen größte Anforderungen an den Güterwagenpark. Alles kommt daher darauf an. jeden vorhan» ' - denen Güterwagen bis '

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