Ausgabe 
13.5.1940
 
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Eichener Anzeiger

Heer und Lustwaffe weiter im erfolgreichen Angriff

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bereits 58 feindliche Flugzeuge, davon allein 20 Flugzeuge vom Baumuster Spitfire ab­geschossen. In der mittleren Rordsee ver­senkten unsere Kampfflieger einen britischen Kreuzer neue st er Bauart. Ein anderer Kreuzer wurde im Ofotfjord schwerstens beschädigt.

Der deutschen Luftwaffe gelang es heute nach­mittag, vor der holländischen Küste einen großen Truppentransporter von 15000 Tonnen zu versenken. Sechs andere große Schiffe brannten infolge der Bombentreffer lichterloh.

Rotterdam ohne Trinltvaffer.

Rom, 13. Mai. (DRV. Funkspruch.) Rach einer Meldung aus Rotterdam ist die Stadt infolge eines Brandes in der Zentrale der Wasserwerke ohne Trinkwasser. Ferner wird gemeldet, daß auf dem im Rotterdamer Hafen lie­genden holländischen U e b e r s e e d a m p f erS t a- Itendam" Feuer ausgebrochen ist.

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Die Widerstandslinien Belgiens und Hollands eindeutig gegen Deutschland gerichtet!

Unsere Karte veranschaulicht die Befestigungen und Ueberschwemmungsgebiete in Belgien und den Niederlanden. Scherl-Bilderdienst-M.)

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3n der Rächt vom 11. zum 12. Mai flogen ein- ||eie Flugzeuge in Westdeutschland ein und griffen iviiderum eine Reihs nicht militärischer Ziele ohne desmdere Wirkung an. Die eigenen Flugzeugverlusle sind im Verhältnis zum Erfolg wiederum als gering ,|U bezeichnen. 35 Flugzeuge werden vermißt.

3n Norwegen ist die Lage unverändert. Bei Igrvik wurden feindliche See- und Landstreil- 'Iräste durch die Luftwaffe angegriffen, ein Zerstörer 'versenkt, ein weiterer beschädigt.

Line erste Dresche in die belgische Grenzverleidigung.

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Berlin, 12. Mai. Mit der Besetzung Groningen ist Rordholland innerhalb von zwei Tagen in deutsche Hand gekommen. Ver­bände des Heeres haben bei Harlingen die Nordsee erreicht. Um diese Leistung zu wür­digen, muß man wissen, daß die Entfernung von der deutschen Grenze bis Harlingen an der hol­ländischen Westküste r u n d 1 2 0 K i l o m e t e r be- lragt. Die hier vorgehenden Truppen haben damit in 4 8 Stunden einen weiten Raum gesichert.

Die holländischen Grenztruppen, die am elften Tage versuchten, in vorbereiteten Stellun­gen den deutschen Vormarsch aufzuhalten, wurden zersprengt und aufgerieben. Aus diesen Kämpfen wurden nach den bisher vorliegen en Meldungen rund 5000 Mann als ®e-

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Der Wehrmachlsbericht.

Zührerhouptquartier, 12. Mai. (DRV.) Vas OKW. gibt bekannt:

3n engem Zusammenwirken zwischen Heer und Lustwaffe ist auf der gesamten Front der deut­sche Angriff im Westen in raschem xortschreiten. 3m Rorden von Holland jolcn die deutschen Truppen die Provinz Seouingen beseht. Harlingen und die vfiküste der Zuldersee wurden erreicht. Rach dea Durchstoßen der Pssel-Stellung wurden Im Vorgehen nach Westen auch die von A m e r s - soort auf Rhenen verlaufende Grebbe- Clnie und weiter südlich die Peel-Stellung durchbrochen.

Zwischen hasselt und Maastricht ist der !lebergang über den Albert-Kanal er- swvngen. Das Fort Eben Lmael, südwestlich Maastricht. der stärkste Eckpfeiler Lüttichs, ist, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, i n deutscher Hand. Der Kommandant und die Sescihung von 1000 Mann haben sich ergeben. Vor Lüttich sind die deutschen Truppen teilweise tief in i) a 5 Festungsvorfeld eingedrungen, lluh die durch Südbelgien vorgehenden Teile des deutschen Heeres haben trotz feindlichen Wider- stoodes rasch Boden gewonnen. Ganz Lu­xemburg ist in deutscher Hand.

lie deutsche Luftwaffe setzte am 11. Mai den tags jueor begonnenen Großangriff gegen die feindlichen Luftwaffen in Frankreich, Belgien und in den Rie­deilanden fort. Line große Anzahl von Flug- dlaßen wurde erneut angegriffen und datei hallen in Brand gesetzt, Werften, zerstört und lGk- und Munitionslager zur Explosion gebracht. Ein auf dem Flugplatz V r o a u x gelang es 30, auf dem Flugplatz Orleans 36 Flugzeuge zu zer- fföten. 3m Luftkampf wurden 52, durch Flakartille­rie 12 Flugzeuge abgeschossen. Ls kann mit Siiberheit angenommen werden, daß insgesamt auch M gestrigen Tage 3 0 0 feindliche Flug- i eil g c unserem Angriff und der Lnftabwehr zum )pler fielen. Truppenansammlungen, Transport- jüje, Bahnanlagen, Marschkolonnen und Kraft- ivklgentransporle hinter der belgischen und franzÜ- ifdrn Front waren das Ziel wirkungsvoller An-

Lu der belgisch-holländischen Küste wurden See- kw itkräfte, Transportschiffe und Ausladungen iflgegriffen, in Vlissingen drei Transport-

Rordholland in zwei Tagen in deutscher Sand Das holländische Stellungssystem durchbrochen.

Montag, 13. Mai M« Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?UhrdesVormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelS Plahvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 °/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen

und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf.

senge ne eingebracht.

Das holländische Stellung ssystem zvischen Zuidersee und dem Rhein (auf hollandr' tzem Gebiet Waal) besteht Zus. mehreren hinten

Kernsvrechanschluß 2251 Druck und Verlag:

Jahrgang Kr.m

Lrcheint täglich, außer ^nntags und Feiertags -SSllagen: Die Illustrierte Mßener Familienblätter -HeimatimBild DieScholle l'Mnats-Bezugsvreis: iM4Beilagen.RM.1.95 jOhneIllustrierte * 1.80 Znitellgebübr... -.25 lauft) bei Nichterscheinen ton einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

einander liegenden Befestigungslinien. Die erste Linie, die sogenannte Assel-Stellung erstreckt sich von der Mündung der Mel in die Zuidersee (nördlich Zwolle) bis Arnheim. Rund 40 Kilometer westlich dieser Linie folgt die Grebbe-Stel- l u n g, von etwa 6 Kilometer ostwärts Hilversum bis Rhenen. Südlich des Waal schließt sich an die Grebbe-Stellung d i e Peel-Stellung an, die von Rhenen bis Reermond verläuft. Um die Ver­teidigungskraft dieser Abschnitte, zu verstärken, haben die Holländer in weitem Umfange Sper­ren und Befestigungsanlagen angelegt. Das deutsche Heer hat bewiesen, daß es auch mit derartigen Anlagen und Geländeschwierigkeiten fer­tig wird.

Moderner britischer Kreuzer versenkt.

Berlin, 12. Mai. (DRB.) Das Okw. gibt bekannt:

Die harten Schläge der Luftwaffe werden fort­gesetzt. 3m Laufe des heutigen Vormittags wurden

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ruf erlangt hat. Wie steht es um England, wenn es solche Leute in seiner schwersten Krise hervor­holen muß?! Unter Chamberlain haben die Eng­länder im Traditionsstil kämpfen lassen. Unter Churchill werden sie nun selbst kämpfen müssen.

Auffallend ist die ganz unenglische Schnelligkeit im Wechsel auf dem Posten des Ministerpräsiden­ten. Er muß also von Churchill und den hinter ihm stehenden Kriegstreibern schon von langer Hand vorbereitet gewesen sein.

Chamberlain, der am 28. Mai 1937 das englische Kabinett Übernahm, ist gekennzeichnet vielleicht am besten durch zwei Engländer selbst. Der erste ist Lloyd George, der im Unterhaus feststellte, daß Chamberlain jedesmal, wenn er int Frieden oder im Kriege mit Hitler die Klingen kreuzte, verloren habe. Der zweite ist der in England soviel geleseneHistoriker", H. G. Wells. Er schreibt Über Chamberlain: ,Zch sehe in ihm nichts als einen im Grunde seines Wesens unwissen­den, engherzigen, im Unterbewußtsein furchtsamen, hinterlistigen und ungewöhnlich eitlen Menschen. Er und sein Vater Josef erschienen mir als die gebore­nen Müllkutscher des verfallenden Empire."

Mit dem Namen Neville Chamberlains ist die Tatsache verbunden, daß er die beiden größten Chancen für eine endgültige deutsch-englische Ver­ständigung nicht zu nutzen gewußt hat: den Flotten­vertrag und vor allem das Münchener Abkommen. Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, die die deutsche Mäßigung gegenüber der Tscheche! und gegenüber Polen boten. Dafür ist er belastet mit der fortgesetzten Sabotage der deutschen Friedens­politik durch seine Einkreisung. Für seine politische Instinktlosigkeit sind solche Fälle bezeichnend wie seine völlige Verkennung des spanischen Frecheits- kampfes oder feine monatelangen Verhandlungen mit den Russen im' vergangenen Sommer. Immer trat dieser Mann so gut wie ahnungslos vor das Parlament. Kein anderer als er selbst hat den stärk­sten Ausdruck für seine grenzenlose politische Un­wissenheit geprägt, als er im Winter sagte, dieser Kriege verlaufeso ganz ander s", als England es sich gedacht habe. Er kann sich sagen, daß er den Frieden verlor und daß er auch den Krieg ver­lor, solange er seine Rolle als politischer Scharlatan in der Downingstreet spielen durfte. Er besaß weder politischen noch militärischen Verstand genug, um sich an der inneren oder äußeren Kampffront durch­zusetzen. So mußte er dem Manne Platz machen, den er einst in öffentlicher Unterhausrede alsNar­ren" bezeichnete und dem er doch nicht ausweichen konnte: Winston Churchill.

Heber Winston Churchill längere Ausführungen zu machen, erübrigt sich fast. Dieser Herr besitzt in Deutschland eine derartigePopularität", daß wir! alle mit seinen bösartigen Absichten, Charakter­zügen und geistigen Fähigkeiten schon genau Be* scheid wissen, Winston Churchill liebt die Tarnung nicht. Er ist kein vorsichtiger Taktiker, sondern ein Abenteurer. Er erscheint nicht in der Maske des Friedenswächters mit Gebetbuch und Regenschirm, sondern vertritt mit brutaler Offenheit den Grund- , satz:Und willst du nicht mein Bruder sein, sa ; schlag ich dir den Schädel ein." Die Neutralen, so-, weit sie nicht schon von vornherein mit den plufot kratischen Aggressoren unter einer Decke steckten« wissen ein Lied zu fingen von der gefährlichen Auf« dringlichkeit dieses Mannes. Daß Winston. Churchill nun an die Spitze des Landes tritt, das sich immer ! als eine friedfertige Musterdemokratie preisen ließ, - ist ein Witz. Aber in diesem Witz liegt eine tiefe » Wahrheit, die Wahrheit nämlich, daß kein Mensch - feinem «Schicksal entgehen kann. Churchill muß nun - selber den Krieg führen, zu dem er fett Jahr und

Tag gehetzt hat.

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Auf den Posten des englischen Regierungschefs ist auf den 71jährigen Chamberlain der 66jäyrige Churchill gefolgt, eine der anrüchigsten Ge­stalten aus dem politischen England der Gegenwart. Er wäre 1914 in Antwerpen um Haaresbreite von den Deutschen gefangen genommen worden. Das Schicksal aber sparte ihn für die Aufgabe auf, im zweiten englischen Kriege die britische Flotte von Niederlage zu Niederlage und schließ­lich gar Englands havariertes Staatsschiff selbst zu fuhren, nachdem ihm noch einen Tag vorher em Fachmann wie Admiral Sir Roger Keyes öffentlich bescheinigt hatte, daß die Flotte buchstäb­lich versagt habe. Churchill ist nun auf dem Gipfel­punkt seiner lebenslänglichen ehrgeizigen Träume angelangt, er, der als der Mann von Gallipoli und als Musterbeispiel eines Katastrophenpolitikers Welt-

B e r l i n, 12.Wai. (DRB.) 3nnerhalb ihrer aus- schließlich gegen Deutschland gerichteten Besestigun- jci haben die Belgier zwischen den Eckpfel- rf._Q1. leinAntwerpenundLüttich den Alber t- g amt« L-nal seit 3ahren zu einer hauplwider- a auf |hnbslinie ausgebaut. Eine Kampfanlage liegt m$or« gier neben der anderen. Alle Flankierungsmöglich. Bilanz« keilen sind weitgehend ausgenuht. Trotzdem gelang ng von bßn deutschen Truppen, diese starke Stellung i. zwischen Hasselt und Maastricht zu n« durchbrechen. 3n die starke belgische Grenz- S Mleidigung ist damit eine erste Bresche ge- Kren Ichlogen. Diese Leistung muß als ein bedeuten­des '^er Anfangserfolg gewertet werden, beliefen ß » ar di ger, ois gefudp ittel be« heftanb/ 3

General-Anzeiger für Gberheffen Siehen^5chulstrahe7-Y

, jchiffe und ein Tankdampfer getroffen, in ?a r mittleren Rordsee ein feindlicher Zerstörer dnlch Bombentreffer beschädigt.

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