Ausgabe 
13.4.1940
 
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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhelsen)

Deutsche Truppen in Oslo

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Von Oslo nach Bergen

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der uralten Giebelhäuser mit ihren langen schmalen Höfen, durch überdachte Gänge verbunden, noch er­halten ist und vom alten rührigen und wehrhaften Hansegeist kündet.

Der tatkräftigen Pietät eines Bergener Kauf­manns, I. W. Olsen, ist es zu danken, daß wir uns heute ein anschauliches Bild von dem Leben der deutschen hansischen Kaufleute in dieser Stadt, von den sog.Bergenfahrern", machen können. Olsen kaufte 1866 eines der alten Häuser von Tyskebryggen und trug in jahrelangem Bemühen alles zusammen, was er an alten Einrichtungs­stücken der Hansezeit noch auftreiben konnte. Alles steht in diesem einzigartigen Museum an seinem Platz, so wie es vor Jahrhunderten gestanden hat, und wir würden uns nicht wundern, den Herrn des

Eine der ersten Aufnahmen vom Einmarsch der deutschen Truppen in die norwegische Hauptstadt. Bon zahlreichen Osloern begleitet, zieht eine Kompanie mit Musik ein.

(PK.-v. Kayser-Presse-Bild-Zentrale-M.)

Zeitschriften.

DerAlmanach d e G«otha". 1 940. (Genealogisches, diplomatisches und statistisches Jahrbuch) für das Jahr 1940 ist im Berlage Justus Perthes in Gotha soeben erschienen. Die weltge­schichtlichen Ereignisse seit dem 1. September 1939 bedingten das verspätete Erscheinen des für jeden Zeitungsleser nützlichen Werkes: mußte doch dem Verschwinden der bisherigen polnischen Republik von der Landkarte Rechnung getragen werden. Danzig, Polen und die Tschechoslowakei sind als selbständige Staaten aus dem Almanach verschwun­den; dagegen erscheinen erstmalig die Slowakei und die Innere Mongolei als solche. Im Artikel Deutsches Reich erscheinen die neuen Reichsgcme Danzig-Westpreußen und Warthegau sowie das Protektorat Böhmen-Mähren. Auch die politischen Aenderungen in Albanien sind ausführlich behan­delt worden. Das Werk ist u. a. geschmückt mit den Porträts des Reichsaußenministers von Rib­bentrop und des italienischen Außenministers, Conte Ciano.

Idas Aufkommen von Ackerbau und I Viehzucht in der jüngeren Steinzeit. Damit sind I zugleich die Anfänge der Seßhaftigkeit, des Bauern- I lebens, gegeben. Es muh auch eine geistige Aen- derung eingetreten sein, ein Kulturwandel, denn die !i jetzt begegnenden großen Grabbauten zeigen zugleich eine erhöhte Beherrschung der Technik und eine neue Vorstellung vom Verhältnis der Lebenden zu den Toten. Die Gräber sind aus mächtigen, teils

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richten, bedurfte es des organisierten Zusammen­wirkens vieler Kräfte.

Etwa um die Wende vom 3. zum 2. vorchristlichen Jahrtausend offenbaren uns die Funde eine für die Entstehung der Germanentums entscheidende Tat­sache. Ein neues Volk dringt von Süden her in die Wohnsitze der Steinkammerleute ein. Es be­stattet seine Toten in Einzelgräbern und bringt Waffen und Tongefäße von anderer Art mit sich, als sie uns in den bisherigen großen Grabbauten begegnen. Allmählich setzt sich die neue Bestattungs­weise überhaupt im Norden durch. Aus der Ver­schmelzung der Einwanderer, die vielleicht anfangs eine erobernde Herrenschicht ausmachten, entstand ein neues Volkstum, aus zwei verschiedenen Kulturen eine einheitliche. Manches spricht dafür, daß jenes zweite Volk, dessen Sitze man sich im heutigen Thüringen denkt, nicht nur nach Norden vorgestoßen ist, sondern auch nach Südwesten und Südosten, und daß es auch dort die Vorbevölkerung umgewandelt hat. Auf diese Weise erklären sich neuere Forscher die Entstehung der I n d o g e r m a- n e n, die sich demnach nicht als Verzweigung eines einzigen Urstammes entwickelt hätten, sondern von Anfang an als verschiedene Stämme Germanen, Kelten, Illyrier usw. aus verwandten Wurzeln.

Die Funde im Kopenhagener Museum stammen nur aus Dänemark, aber sie sind denen in den be­nachbarten Teilen Deutschlands so ähnlich, daß während der jüngeren Steinzeit und noch im Be­ginn der folgenden Periode, die man nach dem neuen Werkstoff die Bronzezeit nennt, einheitliche Verhältnisse angenommen werden müssen. Auf dem Höhepunkt der Bronzezeit, etwa um 1200 v. Ehr., reichte die germanische Südgrenze in einem Bogen von der Wesermündung über die Vereinigung von Elbe und Saale bis jenseits der Odermündung. Einige Jahrhunderte spater hatte sie im Westen den Niederrhein erreicht und im Osten den Unterlauf der Weichsel überschritten. Im Süden lag sie etwa am Fuße des Thüringer Walds.

Man ist vielfach geneigt, sich die Steinzeit, auch

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Früh-Germanisches aus Kopenhagen

Von Or. Paul Rohrbach.

Hauses in Wams und langem Degen zur Tür ein­treten zu sehen. Den vornehmsten Raum bildet die Stube", an den Wänden mit dem Wappen der Hanse und mit alten Waffen geschmückt, mit wuch­tigen Holztischen, darauf noch das alte Bierfaß mit dem Holzzapfen, der alte Kessel zur Bereitung des Punsches und in einem Wandschränkchen eine dick­bauchige Flasche. Von der Trinkfestigkeit der Hanse­gesellen bekommen wir einen starken Begriff, es ist aber auch begreiflich in dieser Stadt, deren feuchtes Klima und ständige Niederschläge gradezu sprich­wörtlich geworden sind, doppelt begreiflich, wenn wir erfahren, daß dieBergenfahrer" satzungs­gemäß alle Junggesellen waren, Vertreter der rei­chen Kaufleute daheim in Deutschland, denen sie jährlich einmal Rechenschaft ablegen mußten.

Neben der Stube, in der die Kunden und Liefe­ranten empfangen und bei einem tüchtigen Trunk sicher manch wichtiges Geschäft abgeschlossen wurde, liegen das Hauptkontor und das Privatkontor des Kaufmanns, auf dem Tisch noch vergilbte Geschäfts­bücher. Auch verschiedene Protokollbücher der eine Gemeinschaft bildenden Kaufleute einer Gasse, sog. Naberbücher" (von Naber, Nachbar), sind noch er­halten. Im oberen Stockwerk der Schlafraum des Ärbeitspersonals mit seltsamen, in die Wand ein- qemauerten und mit Schiebetüren versehenen Schlaf­löchern, die vollständiglicht- und luftdicht" abge- chlosien werden konnten und im Winter sicher auch so abg-schlossen wurden, denn von einem Ofen mar in diesem Raum keine Rede. DieBergenfahrer" führten ein oft übermütig lustiges, dann aber auch wieder spartanisch hartes Leben voll strenger Ar­beit und die jungen Leute, die aus den deutschen Hansestädten als Lehrlinge hierher geschickt wurden,

Trondheim, die alle norwegischeKönigsstadl.

In alten norwegischen Chroniken und geschicht­lichen Erzählungen aus mittelalterlicher Zeit taucht häufig der Name Nida ros auf. Nidaros oder Trondheim, wie wir heute sagen, ist für den Nor­weger die ehrwürdigste Stadt seines Landes, die alte Königs- und Krönungsstadt, die in der großen geschichtlichen Zeit Norwegens, vom 11. bis zum 13. Jahrhundert, den Inbegriff der Macht und Herrschaft bedeutete. In den endlosen und immer neu entbrennenden Kämpfen der Könige unterein­ander, und her Könige mit den Geschlechtern, galt schließlich der als der rechtmäßige Herrscher, der im Dom zu Nida ros gekrönt worden war.

Nidaros, dieMündungsstadt des Nid", wurde 996 von Olaf Tryggvoson, der glänzendsten Ge­stalt der norwegischen Königsgeschichte, gegründet und erlebte seitdem wechselvolle und bewegte Schick­sale. Nachdem es zum erstenmal von Jarl Svein verbrannt worden war, baute Olaf Haraldson nach seiner Wiedereroberung des Landes es von neuem cu|. Zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt des mittelalterlichen Norwegen wurde Nidaros aber erst nach dem Tode Olaf Haraldsons 1030, als über seinem Grabe eine hölzerne Kirche erbaut und bald danach Olaf heiliggesprochen wurde. Das hölzerne Kirchlein ließ Olas Kyrre abreißen und begann an der gleichen Stelle den Bau des steinernen Doms, der im 13. Jahrhundert vollendet wurde und bald der größte Wallfahrtsort des ge­samten Nordens war. Noch heute stellt dieser Dom den großartigsten Kirchenbau ganz Skandinaviens dar, wenn auch zahlreiche Brände, Zerstörungen, Umbauten, Erneuerungen feinen ursprünglich nor-

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die jüngere, als primitiv in den äußeren Le­bensformen, in Hausbau, Technik usw. oorzustellen. Man wird schon eines Besseren belehrt, wenn man die ausgezeichnete feine Arbeit bei den Stein­werkzeugen und Stemwaffen beobachtet. Man hat Stellen gefunden, wo Werkstätten für die Werkzeug- und Waffenfabrikation gelegen haben müssen. Das Material ist zum größten Teil der Feuerstein, auch Flint genannt. Sogar Sicheln zum Abschneiden des Korns und Angelhaken wurden aus ihm gemacht. Offenbar bestand die Sitte, besonders wohlgelungene Stücke als Opfergaben an höhere Mächte an be­stimmten Plätzen, namentlich in Mooren, nieder- zulegen. Auf der Insel Seeland wurden Depots von großen, ganz roh zugeschlagenen Flintstücken ge­sunden, die als »Halbfabrikate für den Export" ge­deutet werden, nach Gegenden, die arm an Feuer­stein waren. Ein anderes Depot enthielt etwa 100 Stücke, die sämtlich Vorarbeiten zur Anfertigung von Sicheln darstellen. Es war also nicht jedermann sein eigener Handwerker und Waffenschmied, son­dern dazu gehörte eine besondere Technik. Manche schön geschlissenen Beile sind so groß, daß sie un­möglich geschäftet und geschwungen werden konnten, da der Stiel sofort abgebrochen wäre. Sie haben vermutlich kultischen Zwecken gedient.

Eine besondere Rolle spielen die Streitäxte des einwandernden Einzelgrabvolks. Sie sind pracht­voll gearbeitet, bestehen nicht aus Feuerstein, der zu hart ist, um gebohrt zu werden, sondern aus an­derem harten Material und haben in der Mitte ein Loch für den Schaft. An unfertigen Stücken kann man erkennen, wie die Bohrung geschah: offenbar mit einem Röhrenknochen, der auf angefeuchtetem Ouarzsand hin und her gedreht wurde. Auf diese Weise läßt sich, wenn auch mit viel Geduld, sogar mit Hilfe eines gewöhnlichen Holzstabes harter Stein durchbohren. Die Bohrkerne zeigen aber, daß das Bohrinstrument hohl war. Hausreste aus der Steinzeit haben sich im Norden nicht sicher fest­stellen lassen, aber Funde in {üblicheren Gegenden (Bodensee) zeigen, daß länglich rechteckige Häuser mit zwei Räumen und einem Vorplatz aus ein­gerammten oder liegenden (Blockbau) Hölzern ge­baut wurden. In dieser nordisch-germanischen Haus» form erkennt man die Vorstufe der indogermani­schen Steinarchitektur im Süden: das griechische Megaron. Als Schmuckmaterial in Gestalt pompöser Halsketten, diente besonders der Bern­stein. Er wurde auch als Opfergabe, in großen Ton­gefäßen in Mooren, niedergelegt. Als Getreide kannte der Ackerbau der Steinzeit Gerste und Wei­zen. Man hat ihre Körner mit in den Gefäßton ein­geknetet gefunden. An Haustieren hatte man Rinder, Schafe und Schweine, außerdem schon von weit älteren Zeiten her den Hund. Die große alt­germanische Blüteperiode aber ist erst die Bronze­zeit.

Bergen ist eine der ältesten und ehrwürdigsten Handelsstädte Norwegens. König Olaf Kyrre baute Ntr um 1070 seine Königsburg, im 12. Jahrhundert Durbe die Siedlung zum Bistum erhoben und ge- Dmn seitdem immer größere wirtschaftliche Be­deutung. Anfang des 13. Jahrhunderts gründeten donfische Kaufleute hiev ihre ersten Niederlassungen, urd um 1340 erfolgte die Bildung desDeutschen Kontors", das zwei Jahrhunderte hindurch den handel an der ganzen Westküste Norwegens- be- derrschte und den wirtschaftlichen Mittelpunkt der biodt Bergen bedeutete.Tyskebryggen", Deutsche »Ücke, heißt die Hafenstraße bis heute,

Zipfel um Gipfel. Zahlreiche Tunnels, im ganzen j über 40 an der Zahl, schlucken immer wieder den a 8ug ein und nehmen einem viel von dem Ausblick in die Wunderwelt. Allmählich rollt der Zug wieder ii abwärts, Tannen erheben wieder ihre Häupter, und bald tauchen wir von neuem in die Welt der Men­gen ein. Schmucke Landhäuser und Viuen, ge­pflegte Parks, hier und da ein rauchender Fabrik- Mot künden die Nähe einer großen reichen ^tabt. (Enblid) sind wir in Bergen, das vom Kranz seiner bis 650 Meter hohen Berge umgeben, die der Stadt den Namen geliehen haben, den innersten Teil des titf in das Land eingeschnittenen Byfjordes um= lärmt.

Es gibt wenig Dinge, die heutzutage geistig so erfrischend sind, wie ein Ausflug in die germanische Früh- und Vorgeschichte weil ihre Fundschätze uns so nahe angehen und so lebendig und überzeu­gend sind. Vor einem Menschenalter wurden erst einige Grundlinien erkennbar;, jetzt gewähren die Lodenfunde, deren Zahl immerfort zunimmt, deren Deutung auch sicherer wird als früher, festeren Bo­den für unser Urteil. Für die Entstehung des Ger­manentums und die ältere germanische Periode, vor der für uns sichtbaren Differenzierung der Völker­schaften und Stämme, gibt es keine reichhaltigere Sammlung, als die des Nationalmuseums in Kopenhagen. Ich habe sie eben einige Tage studiert und kann nur beginnen mit einem Dank für die ausgezeichnet liebenswürdige Unterstützung, die ich dabei empfing, und mit dem Ausdruck der Bewunderung für die meisterhafte Abfassung des von Herrn Inspektor Bröndstedt herausgege­benen Führers durch die germanische Abteilung des Museums.

Lasten wir die vielfach noch ungeklärten Probleme der älteren und mittleren Steinzeit auf dem in der Folge von Germanen bewohnten Boden beiseite und I nehmen unseren Ausgangspunkt bei Beginn der .. jüngeren Steinzeit, die in Nordeuropa I etwa die Zeit von 3000 bis 1500 v. Ehr. umfaßt, I so finden wir als den einschneidendsten Unterschied

zuhalten, die ihre älteren Genossen überlieferungs­gemäß mit den Neuankömmlingen trieben. Dafür genossen sie, wenn sie in Bergen alle Grade durch­laufen hatten, vomStaoenjungen" (Lehrling), über denGesellen" (Lagerverwalter) bis zumHaus- bund" (Kaufmann), bei ihrer Heimkehr nach Deutsch­land hohes Ansehen.

DasDeutsche Kontor" blieb auch nach Auflösung der Hansa noch bis ins 18. Jahrhundert hinein be­stehen, bis nach seinem Vorbild das Nordische Kon­tor gegründet wurde, das im Anfang zahlreiche Deutsche zu seinen Mitgliedern zählte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde freilich der deutsche Einfluß immer mehr zurückgedrängt, der trotzdem der Stadt Bergen seine unoerlöschbaren Züge aus­geprägt hat. C. K.

iol/nti rohen, teils gespaltenen Findlingsblöcken errichtet,

MWl und die aus ihnen erbauten Kammern erst nur

liffenW i für eine einzige Bestattung bestimmt, dann für eine zuoervaA ganze Folge von Geschlechtern waren mit einem ?re§ [1802D. ( Erdhügel überschüttet. Um diese Monumente zu er» .Hecker, ' !»

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Wer von Oslo nach Bergen mit der Bahn fährt, erlebt ein Naturschauspiel, das in Europa völlig einzigartig ist. Selbst die höchsten Bergbahnen der Schweiz können es an großartig wilder Schönheit mit dieser Strecke nicht aufnehmen. Bis in die fieb­riger Jahre hinein galt der Plan, das Gebirge zwi­lchen den beiden größten Städten Norwegens durch eine Bahn zu überwinden, als unausführbar. Erst

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im Jahre 1907 wurde nach Bewältigung unsäglicher technischer Schwierigkeiten die Bahn fertig. _ Mit 1300 Meter erreicht die Strecke ihren höchsten Punkt, aber in diesen nördlichen Breitengraden trägt diese Höhe bereits reinen Hochgebirgscharakter, hinter Oslo grüßen den Reisenden zunächst noch unermeßliche Fichtenwälder, tief eingeschnittene Täler mit den freundlich bunten Bauernhäusern, doch höher und höher steigt die Bahn, Bäume xmd menschliche Siedlungen bleiben zurück, endlich ist | man in der Region des ewigen Schnees. Durch das erhabene Schweigen der eisftarrenben Gletscherwelt stöhnt und faucht die Lokomotive, manchmal sieht btr Blick nur nackte Felswände, die senkrecht ab- sturzen, eisige grünliche Wassermassen, die fiz< durch eine enge Schlucht zwängen, aber plötzlich öffnet sich her weite Ausblick auf die schneebedeckte Bergkette,

13./14. April 19401

Aus -er Stadt Gießen.

* Neue Saat.

Die Frühjahrsarbeit im Felde kann beginnen. Pflug und Egge kommen auf den Wagen. Dann qeht's los. Der Acker soll gepflügt werden. Mit frohem Morgengruß nicken sich die Bauern zu. Endlich ist es so weit Nun drängt sich viel Arbeit m wenigen Tagen zusammen. Auch die älteren Bauern, die sich schon zur Ruhe gesetzt hatten, müssen jetzt heran. Sie sind froh, daß sie in ihren alten Tagen noch einmal mithelsen können bei der neuen Saat.

Das Feld liegt tiefbraun und glänzend da. Em herber, schwerer Erdgeruch geht daraus hervör.

Nun hält der Wagen vor dem Acker. Die Pferds werden umgespannt, und bald schneidet der Pflug durch das Land. Das ist ein hsrzftählendes Bild, der pflügende Bauer. Langsam, mit schweren Schritt

Mit dem Pflug über das Land. (Ausnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

ten, stampft der Mann hinter den dampfenden Pferden einher. Der Boden ist noch feucht, und der Pflug geht tief. Am Ende des Ackers rastet er kurze Zeit, überprüft die frisch gezogenen Furchen und atmet tief auf. Still steht er, wie mit der Erde ver­wachsen.

Dann wendet er, langsam und gelassen, und wieder schneidet das blanke Eisen tiefe Furchen in das Land.

Wir können uns kaum ein schöneres Bild 00m Frühling vorstellen, als einen pflügenden Bauer. Er schreitet einher auf seinem Acker, in gelassener Ruhe den Pflug haltend, ab und zu den Pferden ein aufmunternbes Wort zurufend. Tausend Fäden verbinden sein Denken, sein Fühlen mit der Mutter Erde. Er pflügt und sät nicht nur, sondern streut auch zahlreiche Wünsche in die braune Erde. Seine Gedanken wandern hinaus an die Front, wo sein ältester Sohn steht, um die Heimat zu schützen. Möge er gesund und heil wiederkehren, damit er int nächsten Jahre die neue Saat ausstreuen kann!

Stare und Krähen tummeln sich hinter dem pflü­genden Bauer. Da gibt es gar viel zu erhaschen. Dann und wann huscht auch ein Mäuschen über die neuen Furchen. Ununterbrochen geht die Arbeit weiter, dis der Acker gepflügt ist.

Die Pferde, ausruhend von der schweren Arbeit, stehen nun am Wegrand. Der Bauer aber nimmt das Säetuch, knotet es mit Bedacht, prüft feine

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mannisch-gotischen Stil an vielen Stellen verwischt haben. Am reinsten haben die beiden im 12. Jahr­hundert entstandenen Querschisfe ihren reichen nor­mannischen Stil bewahrt, vor allem aber gehört der achtseitige Spetzdogenbau des Chorabschlusses zu den herrlichsten Werken der Gotik überhaupt.

Im Schatten seiner großen Vergangenheit scheint das heutige Trondheim oder Nidaros, wie die Nor­weger es feit einigen Jahren wieder nennen, dahin» zuträumen. Welch ein Gegensatz zu dem so ganz modernen Oslo und dem von geschäftigem neuzeit­lichen Leben erfüllten Bergen! Hier in Trondheim sind immer noch die meisten Häuser aus Holz, nur wenige hoher als ein oder zwei Stockwerke, die 30 bis 36 Meter breiten Straßen sind mit alten Bäumen bestanden, die beiden Hauptstraßen, Kongens Gade und Munkegaden, Königs- und Mönchstraße durchziehen rechtwinkelig die ganze sehr geräumige Stadt in ihrer vollen Länge und Breite und kreuzen einander auf dem weiten vier­eckigen Marktplatz. Es gibt wohl kaum eine zweite Stadt dieser Größe, die in allen ihren Teilen so weitläufig angelegt ist und keine, deren Bewohner so viel Zeit zu hoben scheinen. Dabei ist Trond­heim, auch nachdem die bewegte Zeit seiner Ge­schichte vorüber war, keineswegs von schweren Katastrophen verschont geblieben. Die ausschließliche Verwendung von Holz als Baustoff ließ es immer wieder ein leichter Raub der Flammen werden, und in 500 Jahren seiner Geschichte brannte es 15mal ganz oder zum größten Teil ab. Auch noch im 19. Jahrhundert verheerten nicht weniger als vier große Feuersbrünste die Stadt und legten ganze Stadtteile in Asche. Außer einigen großen öffent­lichen Gebäuden neben dem Dom vor allem die Frauenkirche und der Erzbischosshof sind daher nicht allzuviele Gebäude aus alter Zeit in Trond­heim erhalten, aber die abgebrannten Straßenzüge wurden wieder aus Holz und im alten Stil erbaut, und das gibt der Stadt ihren oltertümelnden ge­ruhsamen Charakter. Holz steht aus den unermeß­lichen Wäldern des Landes ringsum reichlich zur Verfügung, Steine und anderes Baumaterial ist teuer, so wird trotz der Feuersgefahr immer wieder in Holz gebaut

Die größte Schönheit der Stadt ist ihre Loge am dunkelblauen weiten Fjord, auf einer vom Nid ein umfloffenen Halbinsel, inmitten einer lieb­lichen und fruchtbaren Landschaft Denn trotz der hohen nördlichen Lage enffpricht das Klima hier un­gefähr dem von Mitteldeutschland. Wenn Im Som­mer das helle nordische Licht über Stadt und Fjord ausgegossen ist, das auch nachts nur einer kurzen Dämmerung weicht, so erscheint Trondheim von einem fast märchenhaften Zauber heiterer Der» träumtheit «füllt. G ¥-