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Gießener Anzeiger (General-Anzeigrr für Gberhefien)

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Winterglanz.

Von Hermann Heffe.

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Unterbringung an geeigneten Arbeitsplätzen durch den Fürsorge-Offizier in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und der NSKOÄ. alles nur irgendwie mögliche getan. Dor allem kommt hier auch die Unv chulung in Betracht, deren Anfang zum Teil schon während der Lazarettbehandlung erfolgt. Bei den Umschulungsmaßnahmen wird auf die Wünsche des einzelnen Wehrmachtangehörigen weitgehend Ruck- icht genommen und die Vorbereitung auf einen neuen Beruf möglichst individuell durchgeführt. Aber auch nach der Ueberführung in einen neuen Beruf sieht für spätere Jahre der Fürsorge-Offizier stets zur Beratung und Förderung der beschädigten Ka­meraden bereit, um etwaigen Rückschlägen zu be­gegnen oder eine Berbesserung herbeizuführen.

Ist der Körperschaden (Kriegsverwundung) so groß, daß eine Verwendung des beschädigten Mannes nicht mehr in Betracht kommt oder in absehbarer Zeit nicht möglich erscheint, so erhält er neben dem Dersehrtengeld und der Dersehrtenzulage eine Arbeitsverwendungsunfähigkeitsrente (AVU.-Rente), erforderlichenfalls noch Pflegezulagen, Blmden- zulagen ufw. Die AVU.-Rente ist unter Berucksichti- gung des Familienstandes verschieden bemessen, d. h. ür Unverheiratete und Verheiratete. Beim Vor­handensein von Kindern werden auch Kinderzu­schläge nach den Bestimmungen der Beamtenversor-

Wenn der Soldat auf dem Felde der Ehre bleibt, so sind, falls er verheiratet war, die Frau und die Kinder' versorHungsberechtigt. Die Frau erhält Wit­wenrente, für die Kinder wird Waisenrente in Hohe von ein Fünftel der Witwenrente für jedes Kind, aber natürlich nur bis zu einer gewissen Hvchst- begrenzung, gewährt. Reben der Waisenrente werden noch die Kinderzuschläge gezahlt. Der Fürsorge-Osfi- zier oder die örtliche RSKOV. setzen sich mit den Hinterbliebenen des gefallenen Soldaten in Verbin­dung, um sie bei der Einreichung und Vertretung ihres Versorgungsantrages zu beraten und zu unter­stützen Auch hier wieder liegt die Hauptaufgabe des

beisammensitzen, können lesen und schreiben, Stun­den des Aufenthalts zwischen Ankunft und Weit er­fahrt in einem warmen Raum verbringen und sich gut aufgehoben fühlen. , .

Darüber hinaus bietet das Haus aber auch rurto

Ls ist uns eine besondere Freude, in den nächsten Nummern der Familienblätter unsere Leser mit einer größeren Erzählung unseres feit Kriegsbeginn wieder im Wehrdienst stehenden Kulturschriftleiters Hans Thyriot bekannt zu machen.Andrea", so heißt die Geschichte einer Tänzerin, eine Liebesgeschichte, das wollen wir heute schon verraten, mit feinem Empfinden und viel heiterer und liebenswürdiger Grazie erzählt.

Vom Dichter desDatterich" Zum 125. Geburtstag Niebergalls am 13. Januar.

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Bahnhofsdienst des Roten Kreuzes in neuen Räumen.

den Hinterbliebenen, falls der Gefallene Beamte oder Angestellter einer Behörde war, noch für drei Mo­nate das Gehalt ausgezahlt, bei allen anderen Fa- mllien wird ebenfalls für drei Monate der volle Be­trag des Familienunterhalts gewährt. Grft nach diesen drei Monaten tritt die Rentenzahlung ein.

Die Sozialarbeit der Wehrmacht ist, wie man sieht, auf eine breite Grundlage gestellt, damit den im Dienst für Volk und Vaterland beschädigten Wehrmachtsangehörigen und chren Hinterbliebenen alle Hilfe und ausreichende Versorgung zuteil roiro. Der Fürsorge-Offizier hat bei dieser Arbeit wich­tige Funktionen zu erfüllen. Vertrauensvoll können alle in Betracht tommenben Personen den Weg zu ihm antreten. Wer über irgend eine Frage noch im Zweifel sein sollte, erhält auf der Dienststelle des Wehrmachts - Fürsorge - Offiziers in Gießen. Zeug- Haus-Kaserne, bereitwillig Auskunft.

Feld eröffnete. Das Deutsck)e Rote Kreuz in Gie­ßen, das bisher feine Betreuungsarbeit für die Sol­daten unter beschränkten räumlichen Verhältnissen in der Anatomie (Hotel zum toten Mann", wie die Soldaten und auch die Helferinnen scherzweise sagten) leisten mußte, hat nun imHotel Lenz , unmittelbar am Bahnhof, Räume Angewiesen er­halten, die es ermöglichen, die Arbeit unter viel günstigeren Umständen zu bewältigen. Nahezu das ganze Haus steht zur Verfügung. In den letzten Tagen wurde mit aller Anspannung gearbeitet, um die Räume den besonderen Zwecken dienstbar

Die Gozialarbeii unserer Wehrmacht

Eine Unterredung des Gießener Anzeigers mit dem Wehrmacht-Fürsorge-Offizier des Standorts Gießen.

gesehen. ?

Mein erstes Stelldichein.

Von Walter von Molo.

Ich war sieben Jahre alt, als ich diese drei Wort^ Stell-dich-ein zum ersten Male vernahm. Natürlich wollte ich wissen, was das bedeute, und als ich dar­über aufgeklärt worden war, wollte ich selbstver­ständlich auch ein Stell-dich-ein haben.

Ich bestellte mir meine Mutter für den nächsten Tag während der Pause in die Nähe der Schule zu einem öffentlichen Brunnen, den ich heute noch es war im Winter vor mir sehe, wie er mit Holz verschalt und mit einem breiten Eisbart am Bord stumm in der einsamen Vorstadt)kraße stand. . . ... . w

Ich war zuerst da, versteckte mich hinter dem Brunnen und wartete. Dann sah ich meine Mutter herankommen, und als sie mir zuliebe mich nicht bemerkte, trat ich plötzlich hervor, nahm meine Pelzmütze ab und sagte:Guten Tag, meine ©na* bigfte"

Oh, Sie sind auch hier!" antwortete sie.

Jawohl", sagte ich,und es freut mich. Sie sehen "

Dann fiel mir nichts mehr ein, und ich beton Angst vor der Pflichterfüllung in ber <5d)ule, Me bald wieder anfangen mußte. Ich teilte diese Be­fürchtungen meiner Dame mit, die daraufhin lächelnd meinte:Na, dann lauf nur!

Es mar sehr schön. Aus Wiedersehen! ries ich, schwang wieder meine Pelzmütze und raste mi^ einem stolzen Gefühl davon.

Das war mein erstes Stell-dich-ern»

Fürsorge-Offiziers in der Beratung und Betreuung der Versorgungsberechtigten. .

2Sar der gefallene Soldat allem oder wenigsten? zum überwiegenden Tell der Ernährer seiner Eltern, so steht diesen das Recht auf Elternrente zu, soweit die Voraussetzungen nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen gegeben sind. Auch hier wieder tritt der Fürsorge-Offizier als Berater und Helfer auf. dem dabei auch die NSKOV. zur Verfügung steht.

Damit die Rentenberechtigten vom Zeitpunkt des Rentenfalles bis zu der Gewährung der Rente nicht ohne die erforderlichen Unterhaltsmittel bleiben, wird

rasch, und ich hörte nur vereinzelte Töne. Dann kam ich näher und hielt mich von La an unbemerkt hinter ihm. Er lief eilig, die linke Hand tief in die Tasche gebohrt, und er stolperte öfters auf der rauy und ungleich gefrorenen Straße. Aber er fang un* aufhörlich, eine Viertelstunde und eine halbe Stunde lang und vielleicht noch länger, bis wir am Dorfe waren und er in die erste, schon dunkle Gasse ver­schwand. t

Immer mußte ich nachdenken und mich befmnen, was für ein Lied Las doch wäre, das der Kleine sang. Es flang wie ein rechtes Abendlied zu diesem Tage, wie ein Lied aus unvergeßlich reichen, den­noch fernen und dunkel geworbenen Kinderzelten. Der Knabe sang keine Worte, er sang nur la und li und Io, aber es war immer dieselbe Melodie, nur wenig verändert, jedesmal ein klein wenig an­ders la li la Io, und die Melodie war so be­kannt, so selbstverständlich, daß ich leise mitsingen mußte Aber das Lied kannte ich nicht. Vielleicht ist es doch eine vergessene Kindermelvdie geradem Ich glaube aber nicht. An solchen Wundertagen hort man viel Töne und sieht viel Dinge, die einem oft nehört und oft gesehen und uralt wohlbekannt er­scheinen, und man hat sie doch nie gehört und ntf

-teilt Zunge" lchen richt utsch -iatik)'. iq. ich dG.A-

Aus der Waldschneise knistert ein lustiges Feuer. Der jüngste der Holzarbeiter schleppt trockenes Holz herbei und schürt die wärmende Flamme, die be- ftändig brennen muß. Dann kommt der Kaffeekessel darauf. Das Mittagsmahl vereinigt alle Arbeiter unter dem schützenden Tannendickicht. Manches Scherzwort fliegt durch die klare Winterluft. Im Auf- und Abgehen wird das Mahl verzehrt. Der beiße Kaffee tut seine Wirkung, und em paar Zuge aus der Pfeife helfen mit, daß die Arbeitsfreude rege bleibt. Neu gestärkt setzen die Holzarbeiter ihre schwere Arbeit fort, bis die frühe Dämmerung zum Feierabend mahnt.

AS -Frauenschast, Gießen-Ost.

Die Sprechstunden der Ortsfrauenschaftsleiterin finden ab sofort regelmäßig jeden Mittwoch und Freitag von 16.30 bis 17.30 Uhr Georg-Philipp- Gail-Straße 8 statt.

Gießener roochevmarktprette.

* Gießen, 13. Jan. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,60 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing, % kg 12, Weißkraut 8, Rotkraut 10, gelbe Ruben 7 bis 9, rote Rüben 12, Zwiebeln 12, Meerrettich 60, Aepfel 20 bis 25 Rpf.

werden. ..... . \

An solchen Tagen ist es unmöglich, an em Nachtwerden zu glauben, und wenn am Ende doch die Dämmerung sinkt, ist es wunderbar, zu sehen, wie all der gleißend kühne Glast sich langsam hin- gibt, müde wird und eine Hülle sucht, obwohl nach diesen Tagen auch die Nächte, selbst wenn kern Mond scheint, niemals völlig dunkel werden. Und auch darum sind solche Schneetage so lang, well der reine Winterhimmel und die Unbändigkeit des Lichtes uns klein und ftoh zu Kindern macht, so daß wir noch einmal die Erde im Glanz bet Schöp­fung sehen und noch einmal ohne Bewußtsein der Zeit wie Kinder hinleben, von jeder Stunde über­rascht und keines Aufhörens gewärtig.

So ging es mir, als ich gegen das Ende Vies es Tages, von einer weiten Wanderung zuruckkehrend, beim Verlassen des schon finstern Waldes mein Dorf im roten Abendduste daliegen sah. Ich hatte schnei­dend kalte, freie Höhen besucht, von denen ich Hugel- zuge, Wälder, Ackerland, See und ferne blaute Alpengipfel betrachtete, und war durch todesstille, bläuliche Winterwälder gestreift, wo außer dem ängstlichen Seufzen überladener Stämme kein Laut zu hören war. Ich hatte im Bergwald den roten, vorsichtigen und doch dreisten Fuchs und am schilfigen Ried die dunkeln Wilden!en belauscht, war über eine Stunde lang einem Schwarzspecht nach- gelaufen und hatte an einer tief verwehten Hugel- lehne die kleine Leiche einer erfrorenen Goldammer gefunden. An einer bevorzugten Stelle hatte ich, zwischen roten Föhrenstämmen hindurch, den gleißenden breiten Gipfel des Glärmich gesehen, war auf dem hoppelten Lodenboden meiner Winter- hose manchen schrägen Hang hinabgeschlitteltund den ganzen Tag, mit Ausnahme eines ^orsthuters, keinem Menschen begegnet. Aber allein war ich nid)t gewesen. Und nun schritt ich ermüdet und fröhlich heimwärts in der schon rasch zunehmenden Darnme^- rung, ein wenig steif in den Beinen und ziemlich ausgehungert, aber zufrieden. Heute war ein guter Tag gewesen, ein reiner, köstlicher, unvergeßlicher, und der ist hundert halb gelebte und vergessene Tage

Nun war vier Nächte und drei Tage fast un- unterbrochen Schnee gefallen, ein guter, klein- . flockiger, haltbarer Schnee, und in der letzten Nacht mar er glashart gefroren. Wer nicht täglich vor seiner Tur gefegt und geschaufelt hatte, war jetzt belagert und mußte zur Hacke greifen, um Haus- eingang, Kellertor und Kellerluken fteizulegen. So war es vielen im Dorf ergangen, und sie werkel­ten murrend vor ihren Häusern, in Schaftstiefeln und Fausthandschuhen und mit Wollentüchern um den Hals und Ohren gewickelt. Die Ruhigen freu­ten sich, daß der große Schnee vor dein Frost ge­kommen war und ihnen die bedrohten Wmtersaat- felder schützte. Aber hier wie anderwärts find die Ruhigen sehr in der Minderzahl, und die meisten schimpften weinerlich über den allzu harten Winter, rechneten einander ihren Schaden vor und erzähl­ten Schauergeschichten von ähnlichen strengen Jahr­gängen. Aber im ganzen Dorfe waren kaum zwei oder drei Leute, zu denen dieser wunderbare Tag nicht von Sorgen und Aerger, sondern viel mehr von Freuden, Glanz und Gottes Herrlichkeit sprach Wer irgend konnte, der blieb in Haus und Stall, und wer etwa hinaus mußte, der wickelte Frost- lappen um Kopf und Seele und ließ seine Sehn­sucht keine anderen Wege gehen, als zuruck zur verlassenen Dfenbant, wo zwischen den grünen Kacheln die gegossene eiserne Wärmplatte glühte.

Und doch war es ein Tag, den die StadUeute keinem Maler glauben würden, viel Adelnder, blauer und blendender als der lachendste Hochsom­mertag. Der Himmel stand rein und blau bis m unendliche Fernen offen, die Walder s.^An unter dickem Schnee, die Berge blendeten wie Blitze oder leuchteten rötlich oder hatten lange, marchenblaue Schatten an, und zwischen allem lag giasgrun ber noch nicht gefrorene See, spiegelhell m der Nahe, und in der Feme dunkelblau und schwarz, von glänzenden schneeweißen Landzungen rings umsaßt auf welchen nichts Dunkles war als die dünnen und frierenden Reihen kahler, nackter Pappelstamme. Und durch die Luft und durch den unendlichen Him­mel schwärmte prahlend und schwelgerisch das un- geheure Licht, von jedem Hügel und jeder Matte und jedem Stein im Schneeglanz zumckgeworfen und verdoppelt. Es flimmerte in ungebrochenen Wogen über weiße Flächen hm, glühte am Wald und an fernen Bergen in goldenen Rändern auf,

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gelbem Schilf und in den grünen, jenseitigen See­buchten aus und machte sogar alle Schatten mild, bläulich weich und wesenlos, als müßre heute an diesem Tag des Glanzes jeder letzte roiherftrebenoe Flecken mit Helligkeit durchdrungen und gesättigt

vollsaftige Gestalt aus dem Volke bleibt, wie ihr immer jenseits von Posse und Zeit. In ihr Niebergall ein unvergängliches Denkmal Hans Sturm.

Vor hundertfünfundzwanzig Jahren saßen drei Oboisten Niebergall im Orchester der Darmstadter Hofoper: Vater, Oheim und Georg Wilhelm, der ältere Bruder des am 13. Januar 1815 geborenen Ernst E. Niebergall: dieser besaß ebenfalls , ein gehöriges Maß Musikalität, die sich später in sprachlicher, dichterischer Begabung auswirkt^ Mit . dem etwas älteren Georg Büchner besucht der kleine Ernst die gleiche Schule, ist bald der Klassen­erste, während der junge Büchner über denDün­gerhaufen toter Gelehrsamkeit" spottet. Mit fieb= zehn Jahren geht Niebergall zur Universität nach Gießentheologiehalber", verläßt sie 1835 mit einem Lustspiel, um Hauslehrer zu werden: nebenbei schreibt er vieledamals beliebte Erzählungen , z.B.Reue versöhnt",Der vermauerte Turm oderDer Totenmarkt". Zur Anregung, um solche Schauergeschichten zu schreiben, benötigt er einen guten Tropfen, dem er bald allzuott zusnncht. Wegen seiner Kenntnisse im Lateinischen und Grie­chischen erhält er einen Posten an der vornehmsten Darmstädter Schule.

In dieser Zeit schrieb der Vierundzwanzigjährige sein zweites Lustspiel, denD a 11 e r i ch", in Darm­städter Mundart; diese Komödie, die ein hessisches Nationalwerk ist, erschien ohne Äerfassernamen und wurde als Lokalposse gewertet, man sah sie sich an, weil sievon dem rauchenden, trinkenden und Ge­schichten schreibenden Niebergall" stammte und ahnte kaum, was sich der Verfasser hier hatte von der Seele schreiben müssen. Nach dem sehr frühen Tode Niebergalls (er starb mit achtundzwanzig Jahren) wurde die Komödie vergessen; erst achtzig Jahre später, im Weltkrieg, wurde sie wieder aufgeführt und wird settdem wieder gegeben.

Der Datterich ist ein Tunichtgut aus der Familie der Falstaffs, der gern zu tief ins Glas schaut, sich pfiffig gibt und sich und andere hinüberlügt in den Traum; er wirft sich zum Beschützer eines harm­losen Jünglings auf, dem er einen Taler abhandeln will zur Stillung seines gewaltigen Durstes, bringt die Liebe des Drechslergesellen und eines ftöhlichen Mädchens beinahe auseinander, bezieht am Ende seine Prügel, wird verhaftet und hinausgeworfen, damit alles zu einem guten Ende kommt. Die übri­gen Figuren sind possenmäßig; Datterich dagegen, der dreiviertel seiner Zeit und seines Hirns täglich bar angibt, den lügengespickten Kampf mtt Gläubi­gern durchzuhalten, mit dem Rest sich selbst betrügt und durch alle Schleier des Weins hindurch doch die eigene Unzulänglichkeit schauend ahnt, ist eine Ge­stalt voll tiefster Menschlichkeit, der wir in der deutschen Komödienliteratur fetten begegnen; diese

gerhinterbliebenen.

Erleidet im Frieden ein Angehöriger der Wehr- macht eine Beschädigung, die einen bleibenden kör­perlichen Schaden zur Folge hat, so erwächst ihm Anspruch auf Fürsorge und Versorgung entsprechend der Größe des bleibenden Schadens. Für Korper- schäden steht ihm je nach deren Schwere em Der­sehrtengeld zu, das in drei Stufen geteilt ist-. Dieses Dersehrtengeld ist aber nur ein Teil der Fürsorge. Daneben legt das Gesetz den Hauptwert auf die Betreuung des Geschädigten mit dem Ziele, ihn nach Maßgabe seiner verbleibenden körperlichen | Eignung und seiner geistigen Fähigkeiten in einen andern Beruf zu überführen. Zu diesem Zwecke steht der Fürsorge-Offizier in ständiger Verbindung mit dem Arbeitsamt und den Schwerbeschädigten- Fürsorgestellen. Je nach Lage des Falles wwd auch eine Umschulung des Beschädigten durchgeführt.

Im Kriege gilt grundsätzlich das gleiche Verfahren. Dazu treten aber noch die Bestimmungen des Ein­satz-Fürsorge- und Dersorgungsgesetzes, denn eine Verwundung ist m e h r als eine Wehrdlenstbeschadi- gung, nämlich eine Einsatzbeschädigung. Wer eine Kriegsbeschädigung erleidet, erhält zu dem Ver­sehrtengeld eine besondere Verschrten-Zulage. Die Betreuung und die Maßnahmen der Hellfürsorge werden im Rahmen der Bestimmungen mit besonde­rer Sorgfalt durchgeführt. Eine Einsatzbeschädigung liegt bei allen Schäden durch Waffenwirkung und , Kampfmittel vor. Für die Kriegsbeschädigten wird hin­sichtlich der Ueberführung in andere Berufe und der

Im Kriege steht die Fürsorge und die Der- 1 sorgung für die Beschädigten unserer Wehr- I macht bzw. die Fürsorge und Versorgung der ! Hinterbliebenen naturgemäß stärker im Vor- i dergrund als in Friedenszeiten. Wir haben uns über dieses Aufgabengebiet mit dem Wehrmacht-Fürsorge-Offizier des Standorts Gießen, der für Gießen-Stadt und Giehen- Land sowie für den Bezirk Alsfeld zuständig ist, unterhalten, lieber das Ergebnis der Unterredung ist folgendes zu berichten.

Die Fürsorge und Versorgung der Beschädigten der Wehrmacht bzw. der Hinterbliebenen erfolgt im Frieden auf Grund des Wehrmacht-Fürsorge- und Versorgungsgesetzes vom Oktober 1938. Für den Kriegsfall ist dieses Gesetz durch das Einsatz-Wehr- macht-Fürsorge- und Dersorgungsgesetz vom Oktober 1939 ergänzt worden.

Die Wehrmacht hat ihre eigenen Wehrmacht-Der- orgungsdienststellen, die auch die Anspüche der Be- chädigten der Wehrmacht und der Hinterbliebenen ^estsetzen. Für den Gießener Bezirk ist das Wehr­macht-Fürsorge- und Versorgungsamt in Kassel zu­ständig. Der Fürsorge-Offizier in dem Standort hat die Aufgabe, an Ort und Stelle den zu betreuenden Beschädigten bzw. Hinterbliebenen Rat und Hilfe bei der Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Ansprüche zu leisten und als Auhenposten des Fürsorge- und Der- forgungsamtes die Vermittlung zwischen diesem und den Fürsorge- und Dersoraungsderechtigten herzustel- len. Bei dieser Tätigkeit steht dem Fürsorge-Osfizler die Mitarbeit der örtlichen Dienststellen der NS.- Kriegsopferversorgung (NSKOV.) zur Verfügung, mit denen die Zusammenarbeit in vertrauensvoller Weise erfolgt. Der Fürsorge-Offizier erblickt gerade jetzt im Kriege feine Hauptaufgabe in der Beratung und Betreuung der Kriegsbeschädigten und der Kne-

Aus Der Giadi Gießen.

3m Winterwald.

Unendliche Ruhe liegt über der Natur. Tiefe ZWe herrscht im Walde. Schweigend stehen die schneebedeckten Tannen.

Im Walde ist es immer schön. Auch im Win- ter! Das Eichhörnchen droben im warmen Nest findet das Leben freilich etwas lanaweilig. Für sein Temperament ist es zu ruhig. Aber plötzlich lugt es neugierig von feinem Sitz im hohen Tannen- baum. Da kommen vermummte Gestalten mit Sägen und Beilen bewaffnet. Das sind die Holz­arbeiter. Nahe an der Landstraße legen sie die Mäntel und Handschuhe ab, prüfen die Werkzeuge uni) beginnen bald ihr Werk.

Dem aufmerksamen Wanderer sind schon einige Bäume aufgefallen, die mit einem scharfen Beil gezeichnet sind. Es sind die Bäume, die vom Förster dazu beftimmt wurden, gefällt zu werden. Noch stehen sie inmitten ihrer Kameraden, rauschen un- merklich und tragen die leichte Schneelast wie eine Krone. Stolze Bäume! denkt man unwillkürlich. Daß sie gefällt werden müssen! Wir brauchen Nutz­holz! sagt der vorüberkommende Förster.

Ja, Nutzholz! Der Kreis schließt sich! Von Men­schen gepflanzt, gehegt und gepflegt, grünten sie cis zierliche Pflänzchen, wuchsen heran, reckten sich -unh strebten zum blauen Himmel empor. Nun sind sie stark genug. Der Mensch braucht sie. Nutzholz!

Schon hört man drüben über dem Graben das Knirschen der Säge, das Donnern der Axthiebe. Die Holzmacher sind an der Arbeite. Bald werden die gezeichneten Bäume umgehauen sein. Wenn so ein Waldriese stürzt, geht ein Aechzen durch den Wald. Selbst die rauhen Holzmacher stehen einen Augenblick still und schauen nach dem gefällten Baum. Aber schon setzt wieder lebhafte Tätigkeit ein Das Reisig wird abgehackt, zu Wellen gebun­den die leichteren Aeste und der obere Teil des Stammes werden zu Brennholz aufgesetzt. Die Stämme selber kommen an den Wegrand und wer­den numeriert. Nach einigen Wochen erscheinen die Handwerker und Holzhändler, betrachten die Baume, messen und schätzen. Die Alten pflanzten die Baume, die Enkel errichten Gebäude und zimmern Model daraus. Deutscher Erfindergeist aber weih noch mel mehr aus dem Waldholz herauszuholen.

cyk, snfahl?ff Spa Dpiitfd>en Roten! mit Speisen. Unmittelbar neben der Küche liegt ein Äta Ä?Ä i-Ä Tagen gr°tz-r"Ls-nth-.t-r-um mit mehreren W und ein Wt Arbeiten reicheres j kn ÄlÄg

Im Erdgeschoß dient eine große Küche mit Ar­beitstischen, einem großen und kleinerem Herd allem Zubehör den Aufgaben der Versorgung ... Soldaten mit heißen Getränken, möglicherweise auch

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Und in der Dämmerung, auf der schneebedeckten, blaß leuchtenden Landstraße ging etwas Kleines vor mir her, das ich einzuholen suchte. Als es noch vielleicht hundert Schritte entfernt war, erkannte ich es als einen kleinen Buben, der auj dem Kops die viel zu große wollene Nebelkappe seines Vaters und in der Hand einen leeren Eimer trug. Im sel­ben Augenblick, da ich ihn deutlich zu sehen ver-

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